Bundestagswahl 2009 – Mit harten Bandagen!

Zuerst die Diskussion um die Stimmzettel zur Wahl des saarländischen Landtags, jetzt das nach Protesten zurückgezogene geplante Fernsehinterview des MDR mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): in diesem Bundestagswahlkampf wird mit allen Tricks gearbeitet!

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

„Rechtlich unbedenklich“ – so heißt es jetzt! Die Stimmzettel zur Wahl des saarländischen Landtags entsprechen den gesetzlichen Vorgaben, hat nun die Landeswahlleiterin entschieden. Im Saarland wird es also trotz heftiger Kritik keine neuen Stimmzettel geben. Auf den Bögen, mit denen am Sonntag der Landtag gewählt werden soll, ragt ein dicker Pfeil direkt in das Feld der CDU hinein – die Opposition hatte dem amtierenden Ministerpräsidenten Peter Müller wütend Manipulation vorgeworfen.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,644724,00.html

Und jetzt auch noch das geplante MDR-Interview mit Angela Merkel: Nach Protesten hat der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) geplante Fernsehinterviews mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier zurückgezogen. Die Terminwahl seines Senders sei unglücklich gewesen, begründete MDR-Intendant Udo Reiter den Entschluss am Donnerstag in Leipzig.
Das Interview mit Merkel sollte vor den Wahlen in Thüringen und Sachsen, das mit Steinmeier danach gesendet werden.

Bezeichnend die Reaktion der CDU: Sie reagierte mit Unverständnis auf die Entscheidung. „Wir nehmen das mit Befremden zu Kenntnis“, sagte CDU-Sprecher Matthias Barner in Berlin wegen der Absage des seit längerem vereinbarten Termins mit Merkel. „Für diese überstürzte Absage fehlt uns jegliches Verständnis.“ Die Fraktionschefs der Linkspartei in den Landtagen von Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt sahen in dem geplanten Interview so kurz vor den Landtagswahlen einen Verstoß gegen den MDR-Staatsvertrag.

http://www.fr-online.de/top_news/1905336_Wahlkampf-MDR-zieht-Merkel-Interview-zurueck.html

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Back to the roots: Rekommunalisierung!

Die Versorgung mit Strom, Gas und Wasser, die Abfallentsorgung, der öffentliche Nahverkehr: Solche grundlegenden Dienstleitungen sollten am besten von staatlich kontrollierten Unternehmen erbracht werden. Das sieht mit 68 Prozent die große Mehrheit der Menschen in Deutschland so.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Privaten Versorgern, etwa großen Energiekonzernen, vertrauen dagegen nur 29 Prozent. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Untersuchung im Auftrag des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) hervor, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Kommunalversorger-Strom-Gas-Wasser;art271,2883865?_FRAME=33&_FORMAT=PRINT

Die bezeichnende Wortwahl dieses Artikels wird ausführlich auf den NachDenkSeiten kommentiert: „Auch die Formulierung: “Die Ergebnisse – darum hat der VKU sie vorgestellt – unterstützen die Befürworter der Rekommunalisierung”, läßt die Befragung als ein rein interessengeleitets Unternehmen aussehen. Ja, es schwingt sogar mit, wenn die Ergebnisse nicht die Rekommunalisierung unterstützt hätten, wären sie gar nicht vorgestellt worden.“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=4153#h11

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Bundestagswahl 2009 – Die arme FDP: Arbeit lohnt sich schon wieder nicht!

Tja, die FDP ist einfach zu blöd: jetzt droht ihr schon wieder ein neuer Finanzskandal. Erstaunlich, oder? Man sollte meinen die Partei sei nach dem Möllemann-Debakel vor dubiosen Finanzierungen gefeit. Weit gefehlt.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Aktuell geht es um eine Videowerbekampagne der Herren Fricke & Solms im Internet. Diese verstößt nach Ansicht des renommierten Parteirechtlers Martin Morlok gegen das Parteienfinanzierungsgesetz. Denn die FDP finanziert die Werbespots für Fricke & Solms nach eigenen Angaben aus der Kasse der Bundestagsfraktion. Im Extremfall drohen Rück- und Strafzahlungen in unbekannter Höhe.

Und bei diesen Herren, nebst Westerwelle, handelt es sich um potentielle, zukünftige Minister …

http://www.ruhrbarone.de/fdp-droht-neuer-finanzskandal-im-internet/

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Das große Fressen beginnt – In Schwäbisch Hall schon ein Jahr vor Eröffnung des Einkaufstempels Kocherquartier

Wenn die Filialisten kommen, dann geht im Einzelhandel das „große Fressen“ los. Das ist eine Erfahrungstatsache zahlloser erschreckender Beispiele von überall gleichförmigen„Shopping-Malls“ und innerstädtischen Einkaufszentren. In Schwäbisch Hall beginnt die „Kannibalisierung“ im Facheinzelhandel bereits ein Jahr vor Inbetriebnahme des Einkaufstempels „Kocherquartier“. Denn schon zum Ende des ersten Quartals des kommenden Jahres eröffnet die Tübinger Buchhandelsfirma Osiander ihre 21. Filiale in Schwäbisch Hall als 14. Standort. Dabei war das ursprünglich erst für später und an anderer Stelle in Schwäbisch Hall geplant. Doch davon und warum die Nerven blank liegen bei Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim (SPD) liest man im Haller Tagblatt – mal wieder – natürlich nichts.

Artikel aus Alpha Press, Ausgabe Juli/August 2009

Im Kocherquartier fällt großer Mieter weg

Wer sich vor ein paar Wochen die überarbeiteten Grundrisszeichnungen des zur öffentlichen Einsicht ausgelegten „Wassergutachtens“ zum „Kocherquartier“ einmal etwas genauer angesehen hatte, konnte sehen, dass dort mit annähernd 500 Quadratmeter Fläche ein bis dato unbekannter„Ankermieter“ eingetragen war: Osiander, ein seit Jahren sehr rühriger Buchhandelsfilialist aus Tübingen. Doch um ein sicheres Mietverhältnis dürfte es sich dabei wohl kaum gehandelt haben, sondern vielmehr lediglich um die „nachrichtlichte Eintragung“ eines Adressaten eines „Letter of Intent“ – wie bei sonstigen „Ankermietern“ des „Jahrhundertprojekts“ Kocherquartier auch…
Doch durch die Bekanntgabe von Textil-Burkhardt, zum Jahresende sämtliche Geschäfte zu schließen, erfuhr Osiander, dass jetzt sogar ein von der innerstädtischen Standortgunst wesentlich geeigneteres Ladenlokal mit zudem noch mehr Fläche und zu wesentlich günstigeren Konditionen zu bekommen war. Damit wurden die Mietabsichten für das Kocherquartier schlagartig hinfällig.

Wird Ladenfläche an Filialisten verschleudert?

Der Wegfall des Mietinteressenten Osiander löste sogleich wieder gesteigerte Akquisitionsbemühungen der beauftragten Stuttgarter Maklerfirma Bräutigam& Krämer aus, so dass ein paar Tage später der gebietszuständige Projektentwickler aus Mannheim des konkurrierenden Buchhandelsfilialisten Thalia in Schwäbisch Hall zwecks „Partnersuche“ für das Kocherquartier erschien. Dabei wies er auf die nunmehr besonders günstigen Mietkonditionen für das Kocherquartier hin, die sich für Thalia durch die Zugehörigkeit zum Douglas-Konzern wegen dessen möglicher weiterer Mietverhältnisse ergeben werden. Zur Douglas-Holding AG, Hagen, zählen die Douglas-Parfümerien, Christ-Juweliergeschäfte, Appelrath-Cüpper-Modehäuser, Hussel-Confiserien und Thalia-Buchhandlungen, von denen allein in Baden-Württemberg aktuell 18 Geschäfte existieren.

Haus der Bildung in ehemaliger Justizvollzugsanstalt

Dies mutet alles sehr wirr an, ist aber kaum verwunderlich, denn, dass es gar nicht so einfach ist, für ein innerstädtisches Einkaufszentrum, trotz einer Lage an gut frequentierter und zentraler Stelle, potente und solvente Mieter zu finden, lässt sich auch „hautnah“ am Beispiel des geplanten innerstädtischen Einkaufszentrums MERCATURA in Aalen verfolgen, das ähnlich wie die Vorgängerprojekte des Kocherquartiers nicht vorankommen will…
Also muss alles dafür getan werden, vielleicht noch zaudernden potentiellen „Miet-Investoren“ des Kocherquartiers mit der „attrahierenden“ (Anmerkung: anziehenden) Wirkung der unmittelbaren Nachbarschaft auf die Sprünge zu helfen. Da liegt doch nun wahrhaftig nichts wirklich näher, als die ehemalige Justizvollzugsanstalt (JVA) in ein „Haus der Bildung“ mit Integration von Volkshochschule und Musikschule als geeignete „Frequenzbringer“ umzuwidmen…

Bei Oberbürgermeister Pelgrim liegen die Nerven blank

Kann es da noch im Ernst verwundern, dass bei dem „Mann mit Visionen“ für das „Jahrhundert-Projekt Kocherquartier“ (Anmerkung: OB Pelgrim) die Nerven blank liegen, wenn ihm mal eben wieder ein „Ankermieter“ abhanden gekommen ist und dann auch noch „kleingeistige“ Zeitgenossen ohne große Visionen und zudem inkompetent, weil ohne jedwede (offizielle) politische Legitimation, wie der OB meint und wie sie ihm zu eigen ist, gegen den Umzug der Musikschule opponieren und damit ungehörig ungeheuer wertvolle zu erzielende synergetische Effekte zerstören? Und da soll es nicht legitim sein, diese „Kleingeister“ gebührend zu klassifizieren als das was sie in den Augen des Oberbürgermeisters Hermann- Josef Pelgrim wirklich sind, nämlich nur „Brötchen-, Schnürsenkel- und Eisverkäufer“.
In Anbetracht der im wörtlichen Sinne „fragwürdigen“ Entwicklung des „Jahrhundertprojekts Kocherquartier“ können wir gespannt auf die weiteren Gefühlsausbrüche des „Oberbürgermeisters“ sein… Und so mancher Gemeinderat mag sich vielleicht mal überlegen, ob er nicht insgeheim auch nur als Pillenverkäufer, Kreidefresser, Sesselfurzer oder ähnlichem eingeschätzt wird.

Das Deutsche Institut für Urbanistik hat übrigens Ende vergangenen Jahres (2008) eine „Wirkungsanalyse großer innerstädtischer Einkaufscenter“ veröffentlicht. Wenn man die Parameter aus den untersuchten Städten mit denen von Schwäbisch Hall vergleicht, verheißen die Ergebnisse nichts Gutes. Aber wen interessiert das schon? Die politisch „Zuständigen“ offensichtlich am allerwenigsten.

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Grüß Gott Radio StHörfunk! – Die erfolgreiche Missionierung eines freien Senders

Mit Verwunderung wird so manche/r im aktuellen Programm des Radio StHörfunk die neuen Sendungen zur Kenntnis genommen haben. Was für eine seltsame Hinwendung zu religiösen Themen hat sich denn da eingeschlichen? Da bietet beispielsweise ein gewisser Manuel Raisch montags von 10 bis 11 Uhr seine Sendung „Rock´n´Roll Jesus“ an. War das nicht der selbe, der sich nach der negativen Berichterstattung in „Hohenlohe ungefiltert“ über das christliche Punkkonzert in der Wiesenbacher Kirche darüber aufgeregt hat, als Laienprediger bezeichnet worden zu sein?

Von Dagmar Müller, Schwäbisch Hall, Erstveröffentlichung in Alpha Press, Ausgabe Juli/August 2009

Hintergrund:
Da er sich in seinem Kommentar in „Hohenlohe ungefiltert“ als studierter Theologe bezeichnet, lohnt es sich, einen kurzen Blick auf seine Studienorte zu werfen. Zum einen führte er den Titel „Master of Arts – Bible (Columbia International University)“, erworben an der Akademie für Weltmission in Korntal. Zitate aus der Homepage der Akademie: „In den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts entschlossen sich evangelikale Missionsgesellschaften ein eigenes Fortbildungsprogramm für ihre Missionare aufzubauen.“ und „Lange vor dem europäischen Bologna-Prozess im Bildungsbereich beschlossen die AEM (Arbeitsgemeinschaft evangelikaler Missionen e.V.) Dachverbände daher ein Masterprogramm in Partnerschaft mit einer amerikanischen Universität einzuführen. Mit der Columbia International University wurde ein Partner gefunden, der eine ähnliche Ausrichtung hat.“
Zum anderen erwirbt er gerade den Titel„Master of Theology (New Covenant International University Florida)“ an der Akademie für Leiterschaft in Ditzingen. Zitat aus der Ditzinger Homepage: „Getrieben von dem Anliegen eine Nation zu Jüngern zu machen und das Möglichste zu tun um die Gemeinde Jesu für eine Erweckung vorzubereiten, gründete Michael Winkler 1993 die Werkstatt für Gemeindeaufbau.“ Auch hier wird in Zusammenarbeit mit einer amerikanischen evangelikalen Universität ein akademischer Titel erworben. Sowohl an den Akademien, wie auch an den genannten Universitäten kann man/frau nix anderes studieren, wie die Bibel und die in evangelikaler, missionarischer, fundamentalistischer, kreationistischer Auslegung.

Die Sendung:
Da braucht man/frau auf die Sendung dieses Masters eigentlich nicht mehr sonderlich gespannt sein. Aber die Sendung vom 13.07.09 barg doch noch so einige Überraschungen. Zwischen den einzelnen Musikstücken las Manuel Raisch hauptsächlich aus den „Sprüchen“, denn diese würden uns gute Ratschläge fürs Leben geben. Was Intellektuelles (seine Worte) will er uns mit Sprüche 7 vermitteln: da geht es um eine treuelose Frau, deren Gatte auf Geschäftsreise ist, herausgeputzt und zurechtgemacht wie eine Hure, die einen Mann so betört, dass er ihr wie ein Ochse zur Schlachtung in ihr Haus folgt. Und solch ein Haus ist ein Weg zur Unterwelt, führt zu den Kammern des Todes. Solch spannende Lektüre, so findet Herr Raisch, befindet sich in der Bibel. Aha! Das blöde alte Spiel. Die Frau als Verführerin, der Mann kann sich nicht erwehren, die üblichen Beschimpfungen als Hure. So wie eben auch in der berühmten Geschichte mit dem Apfel. Die ewige Dämonisierung des Weiblichen. Wie wenn Frauen was dafür können, wenn Männer ihre Geschlechtsteile nicht unter Kontrolle haben. Und dann die Kammern des Todes! Zwar wird der Orgasmus auch als kleiner Tod bezeichnet, aber das war hier wohl nicht gemeint.
Die nächsten Schmankerln folgen nach den Musikeinlagen. Beispielsweise zum Thema Ehebruch. Natürlich ist folgender Satz nur an den Mann gerichtet: die eigene Ehefrau, mit keinem anderen sollst du sie teilen. So viel zum Thema selbstbestimmte Sexualität von Frauen und Emanzipation. Weiterhin werden Männer dazu angehalten, nicht ihre ganze Kraft bei Frauen zu lassen, usw. Doch der Clou kommt am Ende der Sendung. Da hat unser lustiger Sprücheklopfer auch noch was für die Frauen. Jetzt festhalten und tapfer sein: der Ursprung der Gleichberechtigung von Mann und Frau liege in der Bibel. Belegen möchte er das mit Sprüche 31, dem Lob der fleißigen Frau. Zum Glück war die Sendezeit zu Ende und er konnte diese spannende und intellektuelle Lektüre nicht mehr vorlesen. Sinngemäß geht es darum, dass die Frau den Haushalt führt und alles mögliche herstellt, während ihr Gatte mit den Ältesten des Landes zu Rate sitzt. Solcherlei Aussagen brauchen wohl nicht weiter kommentiert werden.

Geht’s noch?
Da erklärt der doch glatt ein zutiefst patriarchalisches und frauenfeindliches Weltbild zum Meilenstein der Emanzipation!
Kurz noch zur Musik. In modernem Tongewand kommen da Texte daher, wie „Jesus, du musst mich wirklich lieben, wenn du mich nicht so liebst, wie ich bin, denn sonst gibt das keinen Sinn, lalala….“. Wenigstens veröffentlicht die Band Woodencross auf ihrer Homepage auch eine negative Medienkritik, die allerdings den Nagel auf den Kopf trifft: „Leider lassen die Musiker die Chance, zumindest kirchenkritisch aufzutreten, völlig ungenutzt vorüberziehen. Wer von einer konfessionell ausgerichteten Band Stellungnahmen zu Themen wie Abtreibung oder dem Zölibat erwartet, wird enttäuscht. Statt dessen richtet sich die Combo sogar ausdrücklich gegen ein gleichberechtigtes Nebeneinander verschiedener Religionen: “We trust in God; He’s different from Allah, Buddha, Krishna or what, only He loves men without any condition.” Die textliche Eingeschränktheit ist manchmal fast ärgerlich: “Im Grunde ist es scheißegal, wer heute regiert. Hauptsache, es wird nicht mehr nach rechts marschiert; was ich will, ist eine Welt, in dem es jedem sehr gut geht, und das gibt’s nur für den, der auf Jesus’ Seite steht.“ (Feedback- Musikmagazin 09/ 1999).

Eigene Grundsätze vergessen?
Auch der StHörfunk ließ die Chance, kirchenkritisch aufzutreten, ungenutzt vorüberziehen. Und was ist denn mit den eigenen Programmrichtlinien? Wurden die einfach vergessen oder werden die demnächst geändert? Da ist nämlich zu lesen:“StHörfunk wehrt sich gegen jede Art von Diskriminierung und Unterdrückung. … Da in unserer Gesellschaft keine Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen existiert, soll es Aufgabe des Radios sein, patriarchale und autoritäre Strukturen zu durchbrechen und dies in Sendungen und internen Strukturen zu verwirklichen.“ Weiterhin: “StHörfunk will die Struktur der Abhängigkeiten innerhalb des Staates und die sozialen, politischen und kulturellen Auswirkungen dieser Verflechtungen aufzeigen und im Radio kritisch hinterfragen (z.B. Politik und Wirtschaft, Politik und Kirche, Kirche und Wirtschaft).“ Ebenso: “StHörfunk setzt sich für eine selbst bestimmte, aufgeklärte Lebensführung ein und wendet sich gegen Ideologien, Dogmen und Weltanschauungen, die dies nicht ermöglichen und hinterfragt kritisch deren Ziele, Konzepte und Wertungen. Die kritiklose Verbreitung solcher Inhalte ist ausgeschlossen.“

Schleichender Einfluss
Schon lange findet eine mehr oder wenig offensichtliche Einflussnahme extrem religiöser Bewegungen auf das gesellschaftliche und politische Leben statt. Es werden zunehmend bundesweit „bibeltreue“ Privatschulen gegründet. Entweder illegal oder mit staatlicher Genehmigung, nach Erfüllung von ein paar Auflagen. So konnte nach jahrelangem Ringen auch in Öhringen eine Schule der Baptisten legal eröffnet werden. Ad Hoc News, 14.10.08: „So verpflichten sich die streng gläubigen Baptisten etwa, künftig die Evolutionstheorie ab Klasse 5 im Rahmen der Naturwissenschaften und Geschichte mit der «nötigen Seriosität und dem nötigen Umfang darzustellen, so dass sich die Schüler eine eigene Meinung bilden können», hieß es. Außerdem soll das pädagogische Konzept der Schule an das der staatlichen Schulen angepasst werden. Wegen des hohen Alters einiger Lehrer wird die Schule verpflichtet, sich um neue Lehrkräfte zu bemühen und dem Regierungspräsidium entsprechende Arbeitsverträge vorzulegen. Die Lehrer müssen außerdem wirtschaftlich abgesichert sein, das heißt, dass sie mindestens Zweidrittel des Gehalts von Lehrkräften an öffentlichen Schulen bekommen.
Das Regierungspräsidium hatte im Oktober 2006 den Antrag auf eine Genehmigung unter anderem deswegen abgelehnt, weil die Lehrkräfte keine pädagogische Eignung für ihre Aufgaben aufwiesen. Mehr als drei Jahre lang hatten die Baptisten die Schule illegal betrieben. Zuletzt besuchten 14 Kinder die Schule. Die Grundlage für die Erziehung der christlichen Bekenntnisschule war allein die Bibel.“ Ob da wirklich freie Meinungsbildung möglich ist, wenn Charles Darwin als notwendiges Übel betrachtet wird, ist fraglich. Hier wird nur Vorschub zur Bildung von Parallelgesellschaften geleistet. Und das mit staatlicher Billigung.
Ferner sei auf die am 13. Mai im Bundestag verabschiedete Verschärfung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes verwiesen. EMMA, Juli/August-Heft 2009: „Fatal ist, dass von nun an allen Frauen, die nach dem dritten Monat abtreiben – und das waren im Jahr 2007 immerhin 2.303 Fälle – das Herz noch schwerer gemacht werden wird mit einer Zwangswartefrist von zusätzlichen drei Tagen zwischen Diagnose und dem Berechtigungsschein für eine Abtreibung. Fast noch fataler werden die Folgen für die wenigen ÄrztInnen sein, die überhaupt noch bereit sind, hilfesuchenden Frauen medizinischen Beistand zu gewähren. Denn sie sind jetzt verstärkt der Einschüchterung – wenn nicht gar Bedrohung – durch konservative Standesvertreter, christliche Krankenhäuser sowie Fanatiker der Lebensrechtler-Bewegung ausgeliefert.“ So findet religiöse Meinungsmache den Weg in die Politik. Man denke ebenfalls nur an die unsinnige Pro-Reli-Debatte letzten Jahres in Berlin.

Widerstand
Doch nicht überall werden solche Bestrebungen kritik- und protestlos hingenommen. In Marburg fand in diesem Jahr der „6. Internationale Kongress für Psychotherapie und Seelsorge“ statt. Es agierte dort unter anderem der dubiose christliche Verein Wüstenstrom. Eines seiner Bestrebungen ist, Menschen von ihrer Homosexualität zu therapieren. Verkauft wird dieses als Begleitung, da dort keine ausgebildeten Therapeuten tätig sind. Es formierte sich jedoch das Bündnis „Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus“, das aktiv gegen die Veranstaltung vorging und einige Vorträge und Workshops zum Platzen brachte. Ausführlich nachzulesen bei Indymedia (http://de.indymedia.org/2009/05/250071.shtml).
Warum ausgerechnet Radio StHörfunk so jemandem einen Platz zur Meinungsäußerung einräumen muss, ist unklar. Der hat seine eigenen Medien und Plattformen, genannt seien ERF (Evangeliums-Rundfunk e. V) und Bibel TV. Nicht zu vergessen die eigene Homepage „cometothecross.de“. Und Youtube gibt’s ja auch noch.
Mit was wird der StHörfunk uns in Zukunft beglücken? Wie wär’s mit: „ Wie die Burka den afghanischen Frauen zur Gleichberechtigung verhilft.“ Oder: „Die Inquisition war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer toleranten Gesellschaft.“

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Parteien zur Wahl – Thüringen auf Youtube

Nach Sachsen und dem Saarland hier noch Thüringen (Nordrhein-Westfalen ersparen wir uns jetzt einmal – wird ja auch nicht besser). Selten so gelacht oder um es mit der FDP zu sagen: „Thüringen braucht mehr – Freiheit.“ (… natürlich ohne Experimente)

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Wahlaufruf der CDU Thüringen

Werbesport von Bündnis 90/Die Grünen Thüringen

Wahlspot SPD Thüringen

Wahlspot der LINKEN Thüringen

Wahlspot der FDP Thüringen

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Parteien zur Wahl – Das Saarland und Sachsen auf Youtube

Morgen, am 30. August 2009 wählen das Saarland und Sachsen. Wir haben uns dazu mal die Werbefilmchen auf Youtube angeschaut. Nur damit wir uns schon mal darauf einstellen können, was die nächsten Wochen auf uns zu kommt!

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Wahlspot der SPD Saar

Wahlspot von Bündnis 90/Die Grünen Sachsen

Wahlspot der FDP Sachsen

Kinospot der FDP Saar

Wahlspot von Die Linke Sachsen

Wahlspot der CDU Sachsen

Ach ja, und dann gibt’s noch die Natur- und Tierfreunde von der NPD

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SPD-Ministerin diskutiert im „Cafe am Markt“ in Schwäbisch Hall über Sozial- und Gesundheitspolitik

Manuela Schwesig (SPD), Sozial- und Gesundheitsministerin in Mecklenburg-Vorpommern

Manuela Schwesig (SPD), Sozial- und Gesundheitsministerin in Mecklenburg-Vorpommern.

Der SPD-Ortsverein Schwäbisch Hall lädt am Sonntag, 30. August 2009, um 10.30 Uhr ins Schwäbisch Haller „Cafe am Markt“ zum Frauenfrühstück mit der SPD-Bundestagskandidatin Annette Sawade ein. Die Leitung hat Birgit Kern.

Von Christl Scherrle-Dietenmaier, SPD-Geschäftsstelle Crailsheim

Podiumsdiskussion ab 13 Uhr

Ab 13 Uhr diskutieren mit Manuela Schwesig, der Ministerin für Soziales und Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern, Gabriele Allmendinger-Schaal, Leiterin des Kinder- und Frauenhauses in Schwäbisch Hall, Hanne Herrmann, Kinderhospiz – Familienbegleiterin – Kinder-Jugendfussball-Betreuerin, Vitalstoffberaterin für Leistungssportler – Mitarbeiterin der AOK Spezialgebiet Gesundheitsförderung und Dr. Walter Müller, ehemaliger Landtagsabgeordneter, und stellvertretender Sprecher des Bündnisses für Familien im Kreis Schwäbisch Hall „ Familie Plus“ zusammen mit Annette Sawade, Kandidatin zur Bundestagwahl der SPD im Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe. Alle Interssierten sind zu dieser Veranstaltung und zum Mitdiskutieren eingeladen.

Lebenslauf von Manuela Schwesig als PDF-Datei: Manuela Schwesig Vita


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SPD-Bundestagsabgeordnete Annette Sawade am Donnerstag, 3. September 2009, in Weißbach

Die SPD-Bundestagskandidatin Annette Sawade besucht im Rahmen ihrer Wahlkreis-Reise am Donnerstag, 3. September 2009, Bürgermeister Rainer Züfle in Weißbach. Anschließend wird sie im um 18 Uhr im „Bikerbahnhof“ in der Bahnhofstraße im Weißbach in einer öffentlichen Veranstaltung unter Leitung der Ortsvereinsvorsitzenden Sigrid Haustein den Bürgerinnen und Bürger Rede und Antwort stehen. Die Bevölkerung ist hierzu recht herzlich eingeladen. (Pressemitteilung der SPD-Geschäftsstelle Crailsheim)

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Nach der Bundestagswahl ist mit einer Entlassungswelle zu rechnen – Crailsheimer Arbeitsrichter erwartet mehr Prozesse

Deutschlands Arbeitnehmern und Firmen stehen harte Zeiten bevor. Mit einer Entlassungswelle ist nach der Bundestagswahl am Sonntag, 27. September 2009 zu rechnen. „Industrie wartet mit Jobabbau bis nach der Wahl – Stillhaltepakt zwischen Wirtschaft und Regierung“ ist ein Artikel auf der Titelseite der „Financial Times Deutschland“ (FTD) vom 24. August 2009 überschrieben. In der englischsprachigen Ausgabe „Financial Times Europe“ schaffte es der Artikel „German `pact´on job cuts“ am gleichen Tag sogar zur Titelgeschichte. Allem Anschein nach ist der prognostizierte konjunkturelle Aufschwung nichts anderes als Wahlkampfgerede der Regierungsparteien. Die Politiker der Regierungsparteien wollen mit positiven Zahlen bei den Wählerinnen und Wählern punkten und diese für dumm verkaufen.

Kommentar von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

„Nach der Wahl wird sich die Botschaft ändern“

Die Financial Times Deutschland beruft sich in ihrem Artikel auf „mehrere Spitzenmanager“. Sie zitiert Hakan Samuelsson, Vorstandschef des Münchner Dax-Konzerns MAN: „Deutschland ist momentan vor Veränderungen sicher. Aber nach der Wahl wird sich die Botschaft ändern. Das ist ganz normal.“

Entlassungen werden aus politischen Gründen hinausgeschoben

Bereits in einem Gastkommentar in der Frankfurter Rundschau vom 21. Juli 2009 hatte Helga Schwitzer, Mitglied des IG-Metall-Vorstands, vor einer bevorstehenden Entlassungswelle nach der Wahl gewarnt. Die Gewerkschafterin machte sich in ihrem Kommentar für die Arbeitsmarktinstrumente Kurzarbeit und Weiterbildung stark. Sie stellte dabei aber ernüchtert fest: „Dafür ist allerdings Planungssicherheit Voraussetzung. Ob sie gegeben ist, ist mittlerweile mancherorts zweifelhaft. Kleinere und mittlere Unternehmen greifen schon jetzt vermehrt zu Entlassungen statt zu weiterer Kurzarbeit, weil sie Liquiditätsengpässe befürchten oder schon haben. Daran ist vor allem die restriktive und überteuerte Kreditvergabe der Banken Schuld. Andere Unternehmen schieben ganz offenbar mit Blick auf die Bundestagswahl am 27. September Entlassungen aus politischen Gründen hinaus. Das Muster ist aus 2005 noch in Erinnerung. Kurz nach dem Wahltag haben Unternehmen den Abbau von mehreren 10.000 Arbeitsplätzen verkündet.“

Crailsheimer Richter rechnet mit mehr Arbeitsgerichtsprozessen

Mit zunehmenden Entlassungen nach der Bundestagswahl und einer steigenden Zahl an Arbeitsgerichtsprozessen nach dem 27. September 2009 rechnet auch Ralf Büschler, Richter am Arbeitsgericht Heilbronn, Außenstelle Crailsheim. Büschler berief sich bei seiner Einschätzung auf Informationen von Arbeitgebervertretern.

Bundestagskandidaten hart befragen

Die Wählerinnen und Wähler sollen sich in den kommenden Wochen vor der Bundestagswahl nicht von rosarot geschönten Zahlen der Parteien und Wirtschaftsverbände einlullen lassen. Bei Wahlkampfveranstaltungen müssen sie die Kandidatinnen und Kandidaten der Parteien unerschrocken, nüchtern, hart, aber fair nach deren konkreten Maßnahmen für den Arbeitsmarkt nach der Wahl befragen – auch wie diese konkret finanziert werden sollen.

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