„37 Menschen erschlagen und liegen gelassen“ – Freundeskreis Flüchtlingssolidarität (SI) verurteilt Massaker gegen Flüchtlinge an der marokkanischen Grenze zur spanischen Exklave Melilla

37 Menschen fanden letzten Samstag in Melilla den Tod bei dem Versuch, europäischen Boden zu betreten – erschlagen, verletzt liegen gelassen, Menschen, die nichts weiter wollten, als ein menschenwürdiges Leben zu erreichen. Die spanische Guardia Civil und die marokkanischen Behörden arbeiteten dabei Hand in Hand. Es ist skandalös, dass selbst der sozialdemokratische spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez sich ausdrücklich hinter das Vorgehen stellte und es gar als einen Akt der „Verteidigung der Demokratie“ verteidigte.

Vom Freundeskreis Flüchtlingssolidarität in Solidarität International (SI)

Uneingeschränktes Asyl auf antifaschistischer Grundlage

Dazu Alassa Mfouapon, Flüchtlingsaktivist und Bundessprecher des Freundeskreises Flüchtlingssolidarität: „Der Freundeskreis Flüchtlingssolidarität trauert um die Opfer und mit ihren Familien. Wir fordern ein Recht auf Flucht, sichere Fluchtwege und uneingeschränktes Asyl auf antifaschistischer Grundlage für alle Menschen, die vor Verfolgung, Unterdrückung, Hunger und Krieg flüchten müssen. Kein Mensch flieht ohne Grund!“

Völkerrechtswidrige Zurückweisung

Die UN- Menschenrechtskonvention sichert in ihrem Artikel 14 allen Menschen das Recht zu, Asyl zu beantragen und zu genießen. Das umfasst auch das Recht, einen Staat zu betreten, um Asyl zu beantragen. Der Gelsenkirchener Rechtsanwalt Frank Jasenski sagt, „ das bedeutet, dass es sich bei dem Einsatz der marokkanischen Sicherheitskräfte an der Grenze zur spanischen Exklave Melilla, wo die Menschen brutalst zurückgewiesen wurden, um eine völkerrechtswidrige Zurückweisung handelt, die auf den entschiedenen Protest aller demokratischen Menschen stoßen muss. Diese Gewaltanwendung gegen Flüchtlinge ist klar zu verurteilen.“

SI fordert strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen

Der „Freundeskreis Flüchtlingssolidarität“ fordert deshalb auch die lückenlose Aufklärung der Vorfälle und eine strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen.

Weitere Informationen im Internet, Spenden und Kontakt:

Freundeskreis Flüchtlingssolidarität in SI im Internet: www.freunde-fluechtlingssolidaritaet.org

Spenden über: „Solidarität International e.V.“, IBAN: DE86 5019 0000 6100 8005 84, Stichwort: „Flüchtllingssolidarität“

change.org/alassa und change.org/evakuierung

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„Schweyk im zweiten Weltkrieg“ – Theater im Fluss in Künzelsau spielt das Stück von Bertolt Brecht

Noch bis Samstag, 16. Juli 2022 zeigt das „Theater am Fluss“ im Kocherfreibad Künzelsau das Stück „Schweyk im zweiten Weltkrieg“ von Bertolt Brecht. Die Premiere der Inszenierung „in acht Bildern“ fand am 15. Juni 2022 statt. Insgesamt sind 13 Vorstellungen geplant. informationen zum Kartenverkauf gibt es auf der Internetseite https://www.theater-im-fluss.com/site/kartenverkauf.php

Vom Verein „Theater im Fluss“ Künzelsau

Schweyk redet sich beinah um Kopf und Kragen

Während Hitler in höheren Sphären bereits den Russlandfeldzug plant, leiden in den niederen Gefilden des Protektorats Böhmen und Mähren die Tschechen und mit ihnen der Hundehändler Schweyk unter dem Nazi-Terror: Die Lebensmittel sind rationiert, was für Schweyks verfressenen Freund Baloun kaum zu ertragen ist. Gestapo und SS machen Anna Kopecka, der Wirtin von Schweyks Stammkneipe „Zum Kelch“, das Leben schwer. Und wo beim leisesten Verdacht von Kritik oder gar Widerstand Verhaftung und KZ drohen, redet sich auch Schweyk beinah um Kopf und Kragen. Nur dank seiner verwegenen Mischung aus Chuzpe und Untertänigkeit kommt er zunächst ungeschoren davon. „Es ist schon viel, wenn man überhaupt noch da is heutzutag. Da ist man leicht so bescheftigt mit Ieberlebn, dass man zu nix anderm kommt“, bringt er die Lebensverhältnisse in der Diktatur auf einen Nenner.

Treffen mit Hitler

Brecht stilisiert ihn in seinem Stück als „Opportunist der winzigen Opportunitäten, die ihm geblieben sind“. Und als solcher versucht er für sich und seine Freunde das Beste aus dem Nazi-Alltag zu machen, bevor man ihn nach einem Zusammentreffen mit Hitler in den russischen Tiefen kurz vor Stalingrad aus dem Blick verliert.

Angst und Unsicherheit

In acht Bildern entwirft Brecht ein Zeitalter aus Angst und Unsicherheit, in dem der hintergründige Witz der Schweykschen Sprache, zwar schmunzeln lässt, das Lachen aber ganz schnell im Hals stecken bleibt und das durch die von Eisler vertonten Lieder eine zweite Ebene erhält, die das Bühnengeschehen reflektiert. Damit gelingt Brecht „das Stück des kleinen Mannes und seines Verhaltens in der Diktatur schlechthin“, so der Journalist und Literaturhistoriker Hans Schwab-Felisch.

Link zum Stück in der Inszenierung des Theaters im Fluss Künzelsau:

https://www.theater-im-fluss.com/site/stueck.php

Vorstellungstermine:

https://www.theater-im-fluss.com/site/termine.php

Postanschrift:

Theater im Fluss Künzelsau e.V.
c/o Heiner Sefranek
Amrichshäuser Str. 22
74653 Künzelsau

Telefon: (07940) 58 57 2

E-Mail: info@theater-im-fluss.com

Internet: www.theater-im-fluss.com

Veranstaltungsort:

Kocherfreibad Künzelsau
Badplatz 1
74653 Künzelsau

Weitere E-Mail-Adressen:

Kartenvorverkauf:

kartenverkauf@theater-im-fluss.com

Spenden:

spenden@theater-im-fluss.com

Bankverbindung:

Theater im Fluss Künzelsau e.V.
Sparkasse Hohenlohekreis
BIC: SOLADES1KUN
IBAN: DE51622515500220016946

Weitere Informationen im Internet über das Theaterstück „Schweyk im zweiten Weltkrieg“ von Bertolt Brecht:

https://www.spiegel.de/kultur/braver-schweyk-a-195382e3-0002-0001-0000-000041120961?context=issue

https://www.theaterkompass.de/beitraege/bertolt-brecht-schweyk-im-zweiten-weltkrieg-berliner-ensemble-30930

https://de.wikipedia.org/wiki/Schweyk_im_Zweiten_Weltkrieg

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„Berthold Krist (Vorsitzender) und Marion Hannig-Dümmler (Stellvertreterin) in ihren Ämtern bestätigt“ – Hauptversammlung mit Neuwahlen und Ehrungen des Sozialverbands VdK Künzelsau

Die Hauptversammlung mit Neuwahlen und Ehrungen beim Sozialverband VdK in Künzelsau hat vor kurzem stattgefunden. Nach einer längeren Corona-Pause waren jetzt wieder alle Mitglieder des VdK-Ortsverbandes Künzelsau zu einer Hauptversammlung eingeladen. Bei dem Treffen im Restaurant Anne-Sophie berichtete der Vorsitzende Berthold Krist von der immer größer werdenden Nachfrage nach den Beratungsleistungen des Sozialverbandes.

Vom Sozialverband VdK, Ortsverband Künzelsau

Rente, Pflegeversicherung, Arbeitslosigkeit und Schwerbehinderung

Oft gehe es auch darum, den Ratsuchenden erst einmal einen Überblick über ihre sozialrechtlichen Ansprüche zu verschaffen. Dies betreffe die Themen Rente, Pflegeversicherung, Arbeitslosigkeit und Schwerbehinderung gleichermaßen. Kassiererin Josefine Fünfer informierte über die finanzielle Situation des Ortsverbandes. Pandemiebedingt wuchs wegen ausgefallener Aktivitäten das finanzielle Polster des Ortsverbandes. Nachdem Jörg Ziegler die Versammlung über eine ordnungsgemäße Kassenführung informiert hatte, stand einer Entlastung des Vorstands nichts mehr im Wege. Bei den Neuwahlen wurden Berthold Krist als Vorsitzender und Marion Hannig-Dümmler als Stellvertreterin bestätigt. Die Kasse betreut weiterhin Josefine Fünfer, Schriftführerin bleibt Ursula Mezger. Als Beisitzer fungieren in den kommenden zwei Jahren Siglinde Ziegler, Werner Hofacker und Karl Wolf. Kassenprüfer sind Jürgen Hofmann und Jörg Ziegler.

Mehr Mitglieder

Für den VdK-Kreisverband konnte der stellvertretende Vorsitzende Hermann Kern von einer erfreulichen Entwicklung der Mitgliederzahlen nach oben berichten. Mit der Aktion der Nächstenpflege rücke der VdK aktuell Unzulänglichkeiten der Pflegeversicherung in das Licht der Öffentlichkeit. Die Pflege erfolge zum größten Teil immer noch im häuslichen und damit familiären Umfeld. In diesem Bereich müsse die Politik für die Entlastung der Pflegenden Sorge tragen und auch die finanziellen Rahmenbedingungen verbessern.
Ein Verband kann sich am besten Gehör verschaffen, wenn er viele Mitglieder vorweisen kann und diese ihm auch die Treue halten. Für ihre langjährige Mitgliedschaft im VdK wurden etliche Personen geehrt. Neben einer Urkunde und Anstecknadel gab es jeweils auch ein Präsent. Ausgezeichnet wurden Richard Steffl, Berthold Krist, Christina Wiesler, Ralf Prost, Alexandra Wizemann, Gudrun Wendel, Diethard Schmidt, Jürgen Hofmann, Marion Hannig-Dümmler und Gerolf Fünfer.

Weitere Informationen und Kontakt:

https://www.vdk.de/ov-kuenzelsau/ID0

https://www.vdk.de/deutschland/?dscc=ok

https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialverband_VdK_Deutschland

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„Kinder im Bann völkischer Ideologie“ – In Kirchberg/Jagst-Herboldshausen werden bereits Kinder und Jugendliche mit der Ideologie der Antisemitin Mathilde Ludendorff vertraut gemacht

Der völkische „Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e.V.“ veranstaltet abgeschottete Treffen im „Jugendheim Hohenlohe“ in Baden-Württemberg. Bereits Kinder und Jugendliche werden mit der Ideologie der Antisemitin Mathilde Ludendorff vertraut gemacht.

Von Timo Büchner, Recherche Nordwürttemberg

Knotenpunkt der extremen Rechten in Süddeutschland

2022 feiert der „Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e.V.“ (BfG) ein Jubiläum: Seit 50 Jahren befindet sich das „Jugendheim Hohenlohe“ – ein altes, mehrstöckiges Bauernhaus in Kirchberg/Jagst-Herboldshausen im Nordosten Baden-Württembergs – in den Händen der Völkischen. 1972 hatte der langjährige BfG-Vorsitzende Dr. Gunther Duda (1926-2010) die Immobilie gekauft.

Heute ist das „Jugendheim Hohenlohe“ ein Knotenpunkt der extremen Rechten in Süddeutschland und beherbergt unterschiedliche Spektren: So fand 2020 ein „Gemeinschaftstag Süd“ der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationalisten“, 2021 ein „Thing der Titanen“ der regionalen Neonazi-Gruppierung „WIR Heilbronn“ und 2022 ein „Aktivistenwochenende“ der „Identitären Bewegung Schwaben“ statt.

Religionsphilosophische Einsichten der Gotterkenntnis Mathilde Ludendorffs

Die eigenen Veranstaltungen „folgen dem Jahreslauf der Natur“ und finden „an Ostern, zur Sommer- und zur Wintersonnenwende“ statt. Das schreibt der BfG auf seiner Website. Weiter: „Dazwischen kann es zusätzliche Kulturtagungen und Familientreffen geben.“ Laut Satzung pflegt der BfG die „religionsphilosophischen Einsichten der Gotterkenntnis Mathilde Ludendorffs“.

„Lichtrassen und Schattenrassen“

Ludendorff (1877-1966) begründete in den 1920er-Jahren die antisemitische und religiös-völkische „Deutsche Gotterkenntnis“. Sie unterschied zwischen „Lichtrassen“ und „Schattenrassen“ und behauptete, „Lichtrassen“ besäßen die Fähigkeit zur Gotterkenntnis. Die „Schattenrassen“ – vor allem: das jüdische Volk – strebten nach der „Rassemischung“ und wollten die „Lichtrassen“ vernichten.

Ein aktuelles Beispiel der BfG-Treffen lieferte eine Großveranstaltung von Donnerstag, 26. Mai bis Sonntag, 29. Mai 2022. An der Veranstaltung nahmen mehr als 70 Menschen teil. Die meisten Autos kamen aus Baden-Württemberg. Aus Heilbronn, Karlsruhe, Künzelsau, Ludwigsburg, Ravensburg, Reutlingen, Stuttgart und Waldshut. Die übrigen Autos reisten aus der gesamten Bundesrepublik an. Aus Bayern, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Sachsen.

Matthias K. aus der Uckermark in Brandenburg

Die längste Anreise dürfte Matthias K. aus der Uckermark in Brandenburg gehabt haben. K. betreibt eine „Agentur für biblisch-göttliches Recht“, er ist Autor der BfG-nahen Zeitschrift „Mensch & Maß“ und hat unzählige Schriften zur Ideologie des Ludendorff-Netzwerks veröffentlicht. Im Herbst 2021 verfasste er einen öffentlichen „Widerspruch“ gegen die Corona-Schutzmaßnahmen. Darin heißt es: „Wir betrachten Ihre Allgemeinverfügung als ein Mittel, unter dem Deckmantel des ‚Gesundheitsschutzes‘ die erstrebte TOTALITÄRE WELTHERRSCHAFT des geistigen Israel zu errichten.“ Der „Widerspruch“ richtete sich an die brandenburgische Sozialministerin und an die Uckermärkische Landrätin.

Eine Art Heiratsmarkt

Die meisten Teilnehmerinnen der Ludendorff-Veranstaltung trugen Trachten und lange Haare mit geflochtenen Zöpfen, die meisten Teilnehmer Lederhosen und kurze Haare mit Scheitel. Auffällig: Darunter waren zwei Dutzend Kinder und Jugendliche. Auch die Jungen und Mädchen trugen die alte Kluft. Die Kinder der völkischen „Sippen“ wachsen mit der Ideologie und den Traditionen des Ludendorff-Netzwerks auf. Die Geschlechterrollen, die in völkischen Kreisen gelebt werden, werden nicht zuletzt im äußeren Erscheinungsbild deutlich. Im Ludendorff-Netzwerk haben derartige Treffen eine jahrzehntelange Tradition. Schon in den 1970er- und 80er-Jahren gehörten sie zum festen Programm des Netzwerks. Damals wurden die „Jugendtreffen“ in der Zeitschrift Mensch & Maß angekündigt. Ein Ziel der Treffen: Die Jungen und Mädchen der völkischen „Sippen“ sollen zueinander finden, schließlich sollen sie die Reinheit der „Lichtrassen“ bewahren. Insofern sind die „Jugendtreffen“ eine Art Heiratsmarkt.

Familien Klink und Sawallisch aus Hohenlohe

Begegnungen zwischen Jungen und Mädchen werden beispielsweise durch das gemeinsame Singen und Tanzen geschaffen. Am Samstagabend versammelten sich die Teilnehmenden auf der Wiese des Grundstücks. Dr. Hartmut Klink, Ehemann der BfG-Vorsitzenden Gudrun Klink aus Ingelfingen (Hohenlohekreis), spielte Kontrabass. Sonnhild Sawallisch, die gemeinsame Tochter, spielte Geige, ihr Ehemann eine Steirische Harmonika. Zur Musik wurde gesungen und getanzt. Bereits in der Vergangenheit ist das Ehepaar Sawallisch mit Geige und Harmonika in Erscheinung getreten. Die Combo trug den Namen „Hohenloher Danzmusi“. Im Falle des Ludendorff-Netzwerks haben das Tragen der Lederhosen und Trachten sowie das gemeinsame Singen und Tanzen einen politischen Charakter: Man möchte die deutsche Kultur bewahren – schließlich werde, so die Überzeugung, die eigene Kultur durch „fremde“ Einflüsse und Mächte bedroht. „Fremd“ sind in der „Deutschen Gotterkenntnis“ insbesondere „die Juden“.

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Tipp:

Die Broschüre „Nur nette Nachbarn? Der Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e.V. in Hohenlohe“ von Timo Büchner („Recherche Nordwürttemberg“) informiert über Aktivitäten und Positionen des BfG und erklärt, welche Rolle der Verein und sein „Jugendheim Hohenlohe“ in der extremen Rechten spielen. In der Broschüre kommen Dr. Michael Blume (Beauftragter der Landesregierung gegen Antisemitismus), Jutta Niemann (MdL, Bündnis 90/Die Grünen) und Stefan Ohr (Bürgermeister der Stadt Kirchberg/Jagst) zu Wort. Die Broschüre kann per Mail bestellt werden (Schutzgebühr: 3 Euro). Die Mail-Adresse lautet: recherche-nordwuerttemberg@posteo.de

Link zum Original-Artikel vom 16. Juni 2022 auf der Internetseite Belltower News:

https://www.belltower.news/baden-wuerttemberg-kinder-im-bann-voelkischer-ideologie-133237/

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„Für eine Kirche ohne Angst – Nun sprechen wir selbst“ – Manifest #OutInChurch von Mitarbeiter/innen der römisch-katholischen Kirche

OutInChurch – Für eine Kirche ohne Angst – Wir sind’s! Es wurde viel über uns gesprochen. Nun sprechen wir selbst.“ Wir, das sind hauptamtliche, ehrenamtliche, potentielle und ehemalige Mitarbeiterinnen der römisch-katholischen Kirche. Wir arbeiten und engagieren uns unter anderem in der schulischen und universitären Bildung, in der Katechese und Erziehung, in der Pflege und Behandlung, in der Verwaltung und Organisation, in der sozialen und caritativen Arbeit, als Kirchenmusikerinnen, in der Kirchenleitung und in der Seelsorge. Wir identifizieren uns unter anderem als lesbisch, schwul, bi, trans*, inter, queer und non-binär.

Von den Verfassern des Manifests #OutInChurch

Mannigfach Erfahrungen mit Diskriminierung und Ausgrenzung

Unsere Gruppe ist vielfältig. Zu ihr gehören Menschen, die schon in der Vergangenheit mutig und oft im Alleingang ihr Coming-out im kirchlichen Kontext gewagt haben. Zu ihr gehören aber auch Menschen, die sich erst jetzt entschieden haben, diesen Schritt zu gehen und solche, die diesen Schritt aus unterschiedlichen Gründen noch nicht gehen können oder wollen. Was uns eint: Wir alle waren schon immer Teil der Kirche und gestalten und prägen sie heute mit. Die meisten von uns haben mannigfach Erfahrungen mit Diskriminierung und Ausgrenzung gemacht – auch in der Kirche. Von Seiten des kirchlichen Lehramtes wird u.a. behauptet, dass wir “keine korrekten Beziehungen”[1] zu anderen Menschen aufbauen können, aufgrund unserer “objektiv ungeordneten Neigungen”[2] unser Menschsein verfehlen und dass gleichgeschlechtliche Beziehungen nicht „auf die geoffenbarten Pläne Gottes hingeordnet anerkannt werden können.“[3]

„Verrat am Evangelium“

Derartige Aussagen sind im Licht theologisch-wissenschaftlicher und humanwissenschaftlicher Erkenntnisse weder länger hinnehmbar noch diskutabel. Dadurch werden queere Liebe, Orientierung, Geschlecht und Sexualität diffamiert und unsere Persönlichkeit entwertet. Eine solche Diskriminierung ist ein Verrat am Evangelium und konterkariert den evangeliums­gemäßen Auftrag der Kirche, der darin besteht, „Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit“[4] zu sein.

„Menschenfeindliche lehramtliche Aussagen korrigieren“

Angesichts dieser Zustände wollen wir nicht länger schweigen. Wir fordern eine Korrektur menschenfeindlicher lehramtlicher Aussagen – auch in Anbetracht weltweiter kirchlicher Verantwortung für die Menschenrechte von LGBTIQ+ Personen. Und wir fordern eine Änderung des diskriminierenden kirchlichen Arbeitsrechts einschließlich aller herabwürdigenden und ausgrenzenden Formulierungen in der Grundordnung des kirchlichen Dienstes.

Denn: Bisher können viele von uns in ihrem kirchlichen Beruf oder Umfeld mit ihrer geschlechtlichen Identität und/oder mit ihrer sexuellen Orientierung nicht offen umgehen. Es drohen arbeitsrechtliche Konsequenzen bis hin zur Zerstörung der beruflichen Existenz. Manche von uns kennen Situationen, in denen Bischöfe, Generalvikare oder andere Leitungspersonen sie genötigt haben, ihre sexuelle Orientierung und/oder ihre geschlechtliche Identität geheim zu halten. Nur unter dieser Bedingung wurde ihnen ein Verbleib im kirchlichen Dienst gestattet. Damit ist ein System des Verschweigens, der Doppelmoral und der Unaufrichtigkeit etabliert worden. Es produziert zahlreiche toxische Wirkungen, beschämt und macht krank; es kann einen negativen Einfluss auf die persönliche Gottesbeziehung und auf die persönliche Spiritualität haben.

Kultur der Diversität schaffen

Alle in der Kirche, insbesondere die Bischöfe in ihrer Leitungsfunktion, sind verantwortlich, eine Kultur der Diversität zu schaffen, so dass LGBTIQ+ Personen ihren Beruf und ihre Berufung in der Kirche offen und angstfrei leben können und dabei Wertschätzung erfahren. Die sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität sowie das Bekenntnis hierzu wie auch das Eingehen einer nicht-heterosexuellen Beziehung oder Ehe dürfen niemals als Loyalitätsverstoß gelten und folglich Einstellungshindernis oder Kündigungsgrund sein. LGBTIQ+ Personen müssen freien Zugang zu allen pastoralen Berufen erhalten.

Segnung gleichgeschlechtlicher Paare

Weiter muss die Kirche in ihren Riten und Feiern zum Ausdruck bringen, dass LGBTIQ+ Personen, ob alleine oder in Beziehung lebend, von Gott gesegnet sind und dass ihre Liebe vielfältige Früchte trägt. Hierzu zählt mindestens auch die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare, die um einen solchen Segen bitten.

„Wir tun dies auch für die Kirche“

Mit all diesen Forderungen gehen wir gemeinsam den Schritt an die Öffentlichkeit. Wir tun dies für uns und wir tun dies in Solidarität mit anderen LGBTIQ+ Personen in der römisch-katholischen Kirche, die dafür (noch) nicht, oder nicht mehr die Kraft haben. Wir tun dies in Solidarität mit allen Menschen, die der Stereotypisierung und Marginalisierung durch Sexismus, Ableismus, Antisemitismus, Rassismus und jeglicher anderen Formen von Diskriminierung ausgesetzt sind. Wir tun dies aber auch für die Kirche. Denn wir sind davon überzeugt, dass nur ein Handeln in Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit dem gerecht wird, wofür die Kirche da sein soll: die Verkündigung der frohen und befreienden Botschaft Jesu. Eine Kirche, die in ihrem Kern die Diskriminierung und die Exklusion von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten trägt, muss sich fragen lassen, ob sie sich damit auf Jesus Christus berufen kann.

Schuldgeschichte der Kirche aufarbeiten

Lebensentwürfe und Lebenserfahrungen queerer Menschen sind vielfältige Erkenntnisorte des Glaubens und Fundstellen göttlichen Wirkens. Wir sind überzeugt und wir erleben, dass unsere Vielfalt die Kirche reicher, schöpferischer, menschenfreundlicher und lebendiger macht. Als kirchlich Engagierte wollen wir unsere Lebenserfahrungen und unsere Charismen deshalb in die Kirche auf Augenhöhe einbringen und sie mit allen Christinnen und Nicht-Christinnen teilen. Für einen Neuanfang ist es unumgänglich, dass Kirchenleitende für die unzähligen Leiderfahrungen, die LGBTIQ+ Personen in der Kirche gemacht haben, die Verantwortung übernehmen, die Schuldgeschichte der Kirche aufarbeiten und unseren Forderungen folgen.

„Kampf für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung geht uns alle an“

Der Kampf für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung darf nicht allein den marginalisierten Minderheiten überlassen werden. Er geht alle an. Mit diesem Manifest treten wir ein für ein freies und von Anerkennung der Würde aller getragenes Zusammenleben und Zusammenarbeiten in unserer Kirche. Wir laden darum alle, insbesondere die Verantwortlichen und Kirchenleitungen dazu ein, dieses Manifest zu unterstützen.

Stand: 24.01.2022

[1] U.a.: Kongregation für den Klerus: Das Geschenk der Berufung zum Priestertum. Ratio Fundamentalis Institutionis Sacerdotalis, (2016), Nr. 199.

[2] U.a.: Kongregation für die Glaubenslehre, Erwägungen zu den Entwürfen einer rechtlichen Anerkennung der Lebensgemeinschaften zwischen homosexuellen Personen (2003), und: Katechismus der Katholischen Kirche (1997), Nr. 2357.

[3] Kongregation für die Glaubenslehre, Responsum ad dubium über die Segnung von Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts (2021).

[4] II. Vatikanisches Konzil, Lumen Gentium 1.

Weitere Informationen und Kontakt:

https://outinchurch.de/manifest/

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„Ukraine – im geopolitischen Fadenkreuz der großen Mächte“ – Lesung und Diskussion in Schwäbisch Hall mit Jörg Kronauer

„Ukraine – im geopolitischen Fadenkreuz der großen Mächte“ lautet der Titel einer Lesung und Diskussion in Schwäbisch Hall mit Jörg Kronauer. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 5. Juli 2022, um 20 Uhr im Club Alpha 60, Spitalmühlenstraße 13/2, in Schwäbisch Hall statt. Veranstalter sind der AK Programm des Club Alpha 60 und das Friedensnetz Schwäbisch Hall.

Von Paul Michel, Schwäbisch Hall

„Der Aufmarsch – Vorschichte zum Krieg: Russland, China und der Westen“

Jörg Kronauer ist freier Journalist. Er ist Autor verschiedener Fachbücher zu außenpolitischen Themen und Redakteur des Netzwerks „german-foreign-policy.com“. Kurz vor dem 24. Februar 2022 hat er das Buch „Der Aufmarsch – Vorschichte zum Krieg: Russland, China und der Westen“ veröffentlicht. Darin zeichnet er faktenreich die Eskalation des Konflikts nach, der dem Angriff Russlands auf die Ukraine vorherging. Kronauer wird über die aktuelle Lage in der Ukraine sprechen und beleuchten, wie Großmachtinteressen immer stärker den Verlauf der Auseinandersetzungen prägen.

Info:

„Ukraine – im geopolitischen Fadenkreuz der großen Mächte“, Lesung und Diskussion, Dienstag, 5. Juli 2022, um 20 Uhr, Club Alpha 60, Spitalmühlenstraße 13/2, Schwäbisch Hall.
Veranstalter: AK Programm des Club Alpha 60, Friedensnetz Schwäbisch Hall

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„Der Ukrainekrieg und die offene Krise des imperialistischen Weltsystems“ – Neue Studie des Autorenteams Stefan Engel, Gabi Fechtner und Monika Gärtner-Engel

„Der Ukrainekrieg und die offene Krise des imperialistischen Weltsystems“ ist der Titel der neuen Studie des Autorenteams Stefan Engel, Gabi Fechtner und Monika Gärtner-Engel.

Von Peter Weispfenning, MLPD

„Differenzierte, fundierte marxistisch-leninistische Analyse“

Nach dem Ausbruch des Ukrainekriegs Ende Februar 2022 war die Medienlandschaft in dieser Frage lange Zeit ausgesprochen eintönig. Während in den westlichen Medien fast nur NATO-Unterstützer zu Wort kamen, stellte das faschistische Putin-Regime sogar die Verwendung des Wortes Krieg unter Strafe. So langsam brechen sich in den deutschen Medien auch wieder mehr kritische Stimmen Bahn. Woran es aber mangelt, ist eine differenzierte, fundierte marxistisch-leninistische Analyse, die keine vordergründige Effekthascherei betreibt, sondern vor allem die Zusammenhänge, die Wechselwirkungen und die Ursachen untersucht und Schlussfolgerungen für eine neue Friedensbewegung zieht.

Neuimperialistisches Russland, westliche Imperialisten NATO und deutsche Bundesregierung

Diesen Anspruch haben sich die Autoren bei der Ausarbeitung der Studie „Der Ukrainekrieg und die offene Krise des imperialistischen Weltsystems“ gestellt. Sie schlagen sich weder auf die Seite des neuimperialistischen Russland, noch auf die Seite der westlichen Imperialisten wie NATO und deutsche Bundesregierung. Sie fallen aber auch nicht in das Wehklagen derjenigen ein, die die Uhr zurückdrehen und den gescheiterten imperialistischen
Frieden zurück wollen.

Hier eine Übersicht über die behandelten Themen:

  1. Der Ukrainekrieg und die akute Gefahr eines Dritten Weltkriegs
  2. Die Außenpolitik der imperialistischen Länder zur Vorbereitung eines
    Dritten Weltkriegs
  3. Wechselwirkung von Faschismus und Krieg
  4. Der Übergang zum weltweiten Wirtschaftskrieg
  5. Der Ukrainekrieg beschleunigt die Entwicklung zur globalen Umweltka-
    tastrophe
  6. Der Übergang des Opportunismus zum Sozialchauvinismus
  7. Eine neue Phase der beschleunigten Destabilisierung des imperialisti-
    schen Weltsystems
  8. Aktiver Widerstand gegen den Dritten Weltkrieg

    Wenn Sie kompetente und streitbare Diskussions- oder Interviewpartner
    suchen, helfen wir gerne weiter:
    • Stefan Engel, gelernter Schlosser und heute freier Publizist, war 37 Jahre Vorsitzender der MLPD. Seine theoretische Arbeit und sein praktisches Know-how zur Führung von Arbeiterkämpfen stellt er seit Jahrzehnten der revolutionären Arbeiterbewegung, auch international, zur Verfügung. Seit 1991 ist Stefan Engel Leiter der Redaktion REVOLUTIONÄRER WEG, dem theoretischen Organ der MLPD. Er ist weltweit als marxistisch-leninistischer Theoretiker anerkannt.
    • Monika Gärtner-Engel ist Internationalismusverantwortliche der MLPD und Hauptkoordinatorin der revolutionären Weltorganisation ICOR. Sie ist Mitautorin des Buchs »Neue Perspektiven für die Befreiung der Frau« und anerkannte Repräsentantin in der internationalen kämpferischen Frauenbewegung.
      In der Anlage finden Sie die Studie in Broschürenform sowie Bilder der Autoren zur freien Verwendung im Rahmen der Berichterstattung über diese Broschüre.
    • Gabi Fechtner, gelernte Werkzeugmacherin, ist seit April 2017 Vorsitzende der MLPD und damit die erste Arbeiterin an der Spitze einer revolutionären Partei in Deutschland.

Die Broschüre „Der Ukrainekrieg und die offene Krise des imperialistischen Weltsystems“ zum Herunterladen:

https://www.mlpd.de/broschueren/der-ukrainekrieg-und-die-offene-krise-des-imperialistischen-weltsystems

Weitere Informationen und Kontakt:

MLPD
Member of ICOR
Zentralkomitee
Schmalhorststraße 1c
45899 Gelsenkirchen

TELEFON:
+49(0)209 95194-0

TELEFAX
+49(0)209 9519460

E-MAIL
info@mlpd.de

INTERNET:

www.mlpd.de

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„Für Herboldshausen, aber ohne Rechtsaußen“ – Demonstration gegen den rechtsextremen Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e.V. in Kirchberg/Jagst-Herboldshausen

Eine Demonstration gegen den rechtsextremen Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e.V. gibt es am Samstag, 18. Juni 2022, um 17 Uhr in Kirchberg/Jagst-Herboldshausen. Veranstalter ist der Verein „Ohne Rechtsaußen“.

Vom Verein „Ohne Rechtsaußen“

Neonazistische Vernetzungstreffen

Der Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e.V. besitzt seit 1972 ein altes Bauernhaus – das Jugendheim Hohenlohe – in Kirchberg/Jagst-Herboldshausen. Das Bauernhaus ist ein zentraler Treffpunkt von Neonazis und Rassisten in Süddeutschland. Im Haus finden völkische Brauchtumsfeiern und neonazistische Vernetzungstreffen statt.

Kommt nach Herboldshausen und lasst uns ein friedliches Zeichen für Demokratie und Vielfalt, gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus setzen. Gemeinsam fordern wir die Eindämmung und das Ende der rechtsextremen Aktivitäten in Herboldshausen.

Weitere Informationen:

Es gibt Essen, Getränke, Musik und Spiele.

Internet: https://www.ohnerechtsaussen.de/

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„Es gibt viele RentnerInnen, die es nicht dicke haben“ – Die Linke in Hohenlohe will strukturelle Verbesserungen und eine armutsfeste Mindestrente

Die Energiepauschale zielt an den RentnerInnen vorbei. „Es ist ein Skandal“, fasst das Mitglied des Kreisvorstands der Hohenloher LINKEN, Richard Neumann, die aktuelle Entwicklung der Preise zusammen. Während Inflation allgemein die Preise treibt und speziell die Energiekosten vielen Menschen Sorgen bereiten, bleiben gerade die Rentnerinnen und Rentner bei der 300 Euro Energiepauschale unberücksichtigt.

Cedric Schiele, Kreissprecher DIE LINKE Schwäbisch Hall und Hohenlohe

Versteckte Armut bei den RuheständlerInnen

„Es gibt viele RentnerInnen, die es nicht dicke haben“, stellt Neumann fest. Auch in den Landkreisen Hohenlohe und Schwäbisch Hall gibt es durchaus versteckte Armut bei den RuheständlerInnen, vermehrt bei Frauen. DIE LINKE Hohenlohe/Schwäbisch Hall möchte deshalb aktiv werden und gemeinsam mit Bündnispartnern gegen diese Benachteiligung angehen. In ihrer letzten Kreisvorstandssitzung hat sie deshalb das Thema als Schwerpunkt der Sommermonate angesetzt. Angedacht wurde auch ein kommunaler Hilfstopf, um unbürokratisch Heizungsabstellungen verhindern zu können. Im Prinzip geht es aber um strukturelle Verbesserungen, wie eine armutsfeste Mindestrente.

Weitere Informationen und Kontakt:

DIE LINKE Schwäbisch Hall und Hohenlohe

https://die-linke-sha.de/

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