Regionale Medienkritik / 05. August 2009: Unglaublich aber wahr – Lob für das Hohenloher Tagblatt

Man glaubt es kaum: da hatte ich gerade noch in einem Kommentar
(http://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=3074) im Kontext der Crailsheimer Waffenklaugeschichte an der neuen Qualität der Berichterstattung des Hohenloher Tagblatts gezweifelt – mit Verweis auf eine Meldung vom 31. Juli (“Ex-Politiker vor dem Amtsgericht – Früherer CDU-Funktionär soll Heroin beschafft haben”) – und nun muss ich ein paar Tage später erstaunt den Artikel von Hans Georg Frank „Drogenkurier mit Helfersyndrom“ zur Kenntnis nehmen.

Von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Ich gestehe: Besser kann man es kaum machen. So muss Berichterstattung sein. Mehr davon! (Ich hätte da schon ein ganze Liste mit Themenvorschlägen)
Aber vielleicht ist es inzwischen auch in der HT-Redaktion angekommen: dass es sich – gerade in diesen Zeiten – für eine Lokalzeitung wieder lohnt, wenn sie ihrem „öffentlichen Auftrag“ nachkommt.
Und vielleicht spielen wir in diesem Kontext eine kleine Rolle. Denn natürlich werden wir von den Redakteuren in der Region gelesen. Und das zeigt, behaupte ich mal, in der einen oder anderen Form, Wirkung. Aber natürlich wäre es vermessen hier schon unseren Einfluss sehen zu wollen (auch wenn es schön wäre).
Also: schaun mer mal!

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Biohoffest mit Fritz Kuhn und Harald Ebner von den Grünen – Familiennachmittag, Käsevesper, Salzkuchen, Spiele und Musik

Fritz Kuhn und Harald Ebner (von links).

Fritz Kuhn und Harald Ebner (von links).

Der Direktkandidat von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe, Harald Ebner, unternimmt am Samstag, 15. August 2009, ab 12.30 Uhr, zusammen mit dem Grünen-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Fritz Kuhn, eine Biohoftour im Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe. „Ökologische Landwirtschaft ist praktizierter Verbraucher- und Umweltschutz“ sagt Ebner und  freut sich auf die gewählten Stationen der Tour.

Pressemitteilung des Grünen-Kreisbüros in Schwäbisch Hall

Weingut „zu Hohenlohe-Öhringen“ will Bioweine anbauen

Start ist um 12.30 Uhr beim Weingut „zu Hohenlohe-Öhringen“. Das Weingut will demnächst Bioweine an- und ausbauen, was natürlich Gesprächsstoff für die grünen Politiker bietet. Anschließend ab zirka 14 Uhr werden die Höfe der Familien Bundschuh und Braun besucht. Dabei lädt die Hofkäserei Bundschuh zum Käsevesper und auf dem Demeterhof der Familie Braun warten bei musikalischer Begleitung Kuchen und Spiele auf die Gäste. Neben Musik gibt es auch Unterhaltung für die kleineren Gäste. Beim Bio-Quiz kann das eigene Wissen getestet werden. Kleine Preise für die schlauen Köpfe sind ebenso zu erwarten. Weitere Informationen über Bio und Co. liefert die Plakatausstellung „Erhalten, was uns erhält“, die den Zusammenhang von Artenvielfalt, Agro-Gentechnik und menschlicher Versorgung aufzeigt. „Wir freuen uns auf viele Gäste. Für jeden ist etwas geboten, also kommen Sie mit zur Biohoftour durch das Hohenloher Land und den Mainhardter Wald“, sagt der Bundestagskandidat Harald Ebner.

Infos:

Hofkäserei Bundschuh Dürrnast 17, 74535 Mainhardt
Frau und Herr Bundschuh: 07903/ 14 48

Riegenhof 4, 74535 Mainhardt
Frau Braun: 07903/ 27 82

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Ärzte kassieren kräftig ab

Ärztefunktionäre klagen häufig über sinkende Einkommen – dabei sind die Honorare der niedergelassenen Mediziner in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Endlich werden einmal alle Zahlen aufgeschlüsselt, d.h. für uns nachvollziehbar erklärt: Was ist ein ‚Reinertrag‘ einer Praxis? Wie gross ist der Anteil der Privatpatienten?

Die Erhebung des Statistischen Bundesamtes belegt, dass die Mediziner auch in den Jahren vor der Honorarreform deutliche Zuwächse verzeichnet haben. Laut Studie betrug 2007 der durchschnittliche Reinertrag eines Mediziners 142.000 Euro im Jahr. Das ist im Vergleich zur letzten Erhebung aus dem Jahr 2002 ein Plus von 12,7 Prozent.
Durch die Honorar-Reform haben die Ärzte nach Berechnungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in den ersten drei Monaten des Jahres im Schnitt 7,4 Prozent mehr verdient als im Vorjahrsquartal.

Die Honorare der Mediziner sind jedoch sehr unterschiedlich. So verdient ein Hausarzt im Schnitt weniger als ein Radiologe. Wer in einem wohlhabenden Teil des Landes praktiziert, erhält mehr als sein Kollege in einer ärmeren Region. Das Statistische Bundesamt ermittelte die Daten durch eine Befragung von 5299 Arztpraxen in ganz Deutschland

Zu Beginn des Jahres hatten viele Ärzte gegen die Honorar-Reform protestiert, weil sie Einbußen befürchteten. Im Schnitt führte die Reform aber nur in Baden-Württemberg zu weniger Geld. Dort sanken die Honorare um 0,4 Prozent.

http://www.sueddeutsche.de/,ra3m1/wirtschaft/537/483978/text/

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„Als Feuerwehrübung kann man das so machen“ – Altersweisheit die zweite: ein Interview mit Norbert Blüm

Nach Björn Engholm (http://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=3164) jetzt Nobert Blüm. Der langjährige Arbeitsminister rechnet mit Schröders Agenda 2010 ab, sieht den sozialen Frieden in Gefahr und warnt vor massiver Verarmung. Von der FDP hält der CDU-Politiker wenig, der die deutsche Krisenbewältigung mit einer „Feuerwehrübung“ vergleicht.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/politik/378/483820/text/

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Jetzt amtlich: Arbeitnehmer schultern immer mehr Lasten

Ihre Löhne sinken selbst in Boomzeiten, doch die Abgaben steigen stetig: Keine gesellschaftliche Gruppe wurde einer neuen Studie zufolge in den vergangenen Jahren so stark geschröpft wie die Arbeitnehmer. Profiteure waren dagegen Unternehmer, Selbständige und Beamte.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Wirklich überraschen, kann das doch niemanden. Was viele Arbeitnehmer ohnehin als gefühlten Trend im Alltag wahrnehmen, ist nun durch eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) belegt: Ihre Belastung durch Steuern und Sozialabgaben steigt stetig, die Löhne dagegen sinken. Arbeitnehmer hätten in den vergangenen fünf Jahren unter dem Strich immer weniger verdient.
Als „einmalig“ in der Geschichte der Bundesrepublik wertete das Institut das Phänomen, das die Löhne hierzulande auch nach dem 2004 einsetzenden Aufschwung weiter gesunken sein.
Andere Gruppen dagegen würden zunehmend entlastet, teilte das Institut am Mittwoch in Berlin mit. Die Einkünfte von Unternehmern und Kapitalanlegern seien seit 2003 „stark“ gestiegen.

Besonders bemerkenswert sei, dass die Löhne in Deutschland zurückgingen, obwohl die Menschen hierzulande immer öfter Berufe mit höherer Qualifikation ausübten.
Die schwache Lohnentwicklung sei zudem nicht darauf zurückzuführen, dass die Einkommen von gering Qualifizierten gesunken sei. Vielmehr seien die Einkommen aller Berufsgruppen gesunken. Laut der Studie sei zu vermuten, dass „die großen Beschäftigungsprobleme der Unqualifizierten immer wieder herangezogen werden, um Forderungen nach höheren Löhnen generell im Zaum zu halten“.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,642058,00.html

http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/jobkarriere/525/483966/text/

http://www.diw.de/documents/publikationen/73/100473/09-33-1.pdf

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Oberbürgermeister aus Hohenlohe sind bei Rücktritten landesweit führend – Wahlbeamte können mitten in ihrer Amtszeit in Pension gehen

„Trotz Wiederwahl ist ein OB im Ruhestand“ lautet die Schlagzeile eines Artikels in der heutigen Ausgabe Stuttgarter Zeitung (12. August 2009). In dem Text beschreibt die Journalistin Andrea Koch-Widmann, dass Wahlbeamte wie Oberbürgermeister, Landräte und Beigeordnete mitten in der Amtszeit in Pension gehen können. Sie erhalten dann trotzdem eine Pension aus der Steuerkasse. Die Last trägt der Steuerzahler.

Zusammengefasst von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

Zwei von vier zurückgetretenen OBs sind aus Hohenlohe

In den vergangenen neun Monaten haben in Baden-Württemberg nach Recherchen der Stuttgarter Zeitung vier Oberbürgermeister während einer laufenden Amtsperiode an den Nagel gehängt. Mit Jochen Kübler (Öhringen) und Andreas Raab (Crailsheim) kommen zwei davon aus der Region Hohenlohe. Die beiden anderen sind Dieter Hauswirth (Metzingen) und Bernd Doll (Bruchsal). Mit Kübler, Raab und Hauswirth  sind drei der vier während der Amtszeit zurückgetretenen Oberbürgermeister im Land Mitglied der CDU. Oberbürgermeister Raabs letzter offizieller Arbeitstag ist der 11. September 2009. Seit seiner Rücktrittserklärung am 25. Juni 2009 ist er krank geschrieben.

Pension trotz Arbeit in der freien Wirtschaft

Nach Paragraf 131 Landesbeamtengesetz kann ein Oberbürgermeister bereits nach acht Jahren (entspricht einer Wahlperiode) in den Ruhestand gehen, wenn er mindestens 45 Jahre alt ist und zuvor zehn Jahre lang in einer öffentlichen Verwaltung tätig war. Dadurch hat er die „ruhegehaltsfähige Dienstzeit“ von 18 Jahren erreicht und erhält bei seinem Rücktritt die volle Pension. „Nimmt er danach einen Job in der freien Wirtschaft an, gibt es Abschläge – mindestens 20 Prozent seiner Bezüge erhält er aber dennoch“, zitiert die Stuttgarter Zeitung den stellvertretenden Direktor des Kommunalen Versorgungsverbands Baden-Württemberg (KBVW).

Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs Mannheim

Die Pensionsregelung für Wahlbeamte des Landes Baden-Württemberg stützt sich laut Stuttgarter Zeitung auf einen Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs Mannheim (Aktenzeichen Az. 4 K 914/01 vom 14. September 2004). Demnach ist „ein Beigeordneter nach Ablauf seiner Amtszeit als Beamter auf Zeit gemäß Paragraf 131 Landesbeamtengesetz (LBG) kraft Gesetzes in den Ruhestand getreten, ändert eine spätere erneute Berufung nichts an dem eingetretenen Ruhestand. Eine unmittelbare oder entsprechende Anwendung von Paragraf 132 Satz 2 Landesbeamtengesetz, wonach bei einer erneuten Berufung das Beamtenverhältnis als nicht unterbrochen gilt, kommt in diesem Fall nicht in Betracht. Der Ruhestand endet auch nicht durch die erneute Berufung in das Beamtenverhältnis auf Zeit.“

Der ganze Artikel der Stuttgarter Zeitung ist unter http://premium-link.net/$73334$0$/index.php?id=2159243&_ausgabe=20090812 im Internet zu finden. Für den Preis von 50 Cent kann er dort heruntergeladen werden.


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Kommunen erobern Energieversorgung zurück

Elf Jahre nach der Liberalisierung der Energiewirtschaft machen sich mehr und mehr Kommunen daran, verlorengegangenen Einfluss auf die Energieversorgung zurückzugewinnen. Im Münsterland, im Weserbergland und am Bodensee, im Hochsauerland und im badischen Müllheim werden Stadtwerke neu gegründet. Im schwarz-grün regierten Hamburg soll „Hamburg Energie“ das Fernwärme- und Gasnetz von privaten Betreibern zurückkaufen und „grünen“ Strom vertreiben. In Leipzig verhinderten Bürger die Privatisierung ihres Stadtwerks durch eine Volksabstimmung.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Es wurde aber auch Zeit – mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen. Was die sogenannte „Liberalisierung der Energiewirtschaft“ den Verbrauchern gebracht hat, lässt sich an der Entwicklung der Strom- und Gaspreise sehen.

http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E0D7ABAD751DC4AEC979D8CB80F911CBB~ATpl~Ecommon~Scontent~Afor~Eprint.html

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Wir, wir sind die Sintflut!

Georg Schramm zur tagtäglichen Volksverblödung: vom Privatfernsehen, über das deutsche Bildungssystem, hin zur Wachstumspropaganda. Die Sendung ist zwar schon ein halbes Jahr alt, hat aber nichts an Aktualität verloren.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

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Dorf unterm Hakenkreuz – Ausstellung im Freilandmuseum Schwäbisch Hall-Wackershofen mit Begleitbuch / Ein Ausflugstipp

Titelseite des Buches "Dorf unterm Hakenkreuz"

Titelseite des Buches "Dorf unterm Hakenkreuz – Diktatur auf dem Land im deutschen Südwesten 1933-1945".

„Dorf unterm Hakenkreuz. Diktatur auf dem Land im deutschen Südwesten 1933-1945“ heißt ein Buch, das 2009 im Thorbecke-Verlag erschienen ist. Darin hat der Autor dieses Artikels (der Journalist Ralf Garmatter) auch die NS-Karriere von Friedrich Niklas, einem Landwirt und Gastwirt aus Riedbach in der heutigen Gemeinde Schrozberg beschrieben. Friedrich Niklas trat 1931, als 36-Jähriger, der NSDAP bei und wurde gleich Ortsgruppenleiter in Riedbach. Von 1934 bis 1937 war Niklas NSDAP-Kreisleiter im Oberamt Gerabronn. Nach der Fusion der NSDAP-Kreise fiel dieser Posten im Jahr 1937 weg. Der Inhaber des Roten Ochsen in Riedbach war aber deshalb innerhalb der NSDAP nicht ohne Amt. Von 1936 bis 1945 war Niklas Kreisbauernführer im „Großkreis Crailsheim“, zu dem auch das Oberamt Gerabronn zugeschlagen wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wollte sich Niklas seiner Verantwortung für seine jahrelange Unterstützung des nationalsozialistischen Unrechtssystems entziehen. Er versteckte sich auf seinem Hof in Riedbach in einem großen Mostfass, wurde aber von Nachbarn bei den Amerikanern verraten und kam ins Internierungslager Ludwigsburg.

Von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

Begleitpublikation zu den Ausstellungen „Dorf unterm Hakenkreuz“

Die Begleitpublikation ist zur gemeinschaftlichen Ausstellungsreihe „Dorf unterm Hakenkreuz“ erschienen, an der sich die sieben Freilandmuseen des Landes Baden-Württemberg beteiligen. Das Freilandmuseum Wackershofen hat einen eigenen Bahnhaltepunkt auf der Strecke Schwäbisch Hall/Hessental – Heilbronn.

Aus der Verlagsinfo des Buches: „Die einzelnen Themenbeiträge dieses Sammelbandes zum Nationalsozialismus auf dem Dorf ergänzen und bereichern sich gegenseitig. Sie werfen Schlaglichter auch die Vielschichtigkeit und nicht selten Widersprüchlichkeit der nationalsozialistischen Diktatur, die über sechzig Jahre nach ihrem Ende immer noch Kontroversen und Debatten hervorruft.“

Wackershofen zeigt Ausstellungen in vier Gebäuden

Das Freilandmuseum Wackershofen schreibt zu der Ausstellung „Dorf unterm Hakenkreuz“: Anhand vier originaler Gebäude zeigt das Hohenloher Freilandmuseum in Schwäbisch Hall-Wackershofen Ausschnitte aus dem Alltagsleben hier in der Region. Gerade dieses direkte Treffen auf eine Vergangenheit, die man hinter schönen Fachwerkfassaden nicht so vermuten möchte, lässt ein neues und intensives Licht auf diesen Teil deutscher Geschichte fallen – so wie es nur Freilichtmuseen mit ihren Hausexponaten können.

Roter Ochsen in Riedbach gehörte dem Kreisleiter und Kreisbauernführer

Den großen Gasthof „Roter Ochsen“ aus Riedbach bewirtschaftete ein Land- und Gastwirt, der schon vor 1933 Ortsgruppenleiter der NSDAP war und ab 1936/37 die Funktion eines Kreisbauernführers im damals neu
geschaffenen NSDAP-Kreis Crailsheim ausübte. Das heutige Museumsgasthaus war also Sitz des Kreisbauernführers innerhalb des „Reichsnährstandes“, einer Funktion, die mit großer Machtfülle ausgestattet war.

Brechhütte Amlishagen: Wichtig für die militärische Aufrüstung

Beinahe alle Brechhütten draußen am Rand der Dörfer erlebten in den Dreißiger Jahren einen ungeahnten Aufschwung mit dem Anbau von Flachs und Hanf. Dieser „Gespinstpflanzenanbau“ wurde vehement gefördert, um vom Ausland unabhängig zu werden und weil der Bedarf an Leinenstoff für die militärische Aufrüstung stark zunahm. Im  Freilandmuseum steht die unscheinbare Brechhütte aus Amlishagen, in der diese Entwicklung bis zur fabrikmäßigen Produktion nachgezeichnet wird.

Hößlinsülz: Hitlerjugend tagte im ehemaligen Armenhaus

Das Armenhaus aus Hößlinsülz, 1988 in Wackershofen wieder aufgebaut, diente von 1936 bis 1944 als Heim der Hitlerjugend. Im Freilandmuseum wird in der früheren Wohnstube das HJ-Heim nach alten Überlieferungen wieder eingerichtet und auf die besondere Bedeutung der Hitlerjugend für den NS-Staat eingegangen. Hier wird dokumentiert, wie stark die NSDAP auf die weibliche und männliche Jugend im Sinne ihrer Ideologie propagandistisch Einfluss nahm.

Käshof in Weipertshofen diente als Versteck für NS-Verfolgte

Im Käshof aus Weipertshofen wird seit Jahren die Geschichte der verfolgten Ilse Rosenfelder erzählt. Sie hat sich, kurz bevor sie ins KZ abtransportiert werden sollte, auf diesem Bauernhof, der heute im Museum steht, bis zur Befreiung durch die Amerikaner versteckt. Anhand dieses Beispieles soll dem politischen Leben in der Ära des „Tausendjährigen Reiches“ nachgegangen werden – wer waren damals die Parteifunktionäre, wie viele waren NSDAP-Mitglieder?

Ausstellungsdauer:
16. Mai bis 08. November 2009

Info zur Ausstellung: www.dorf-unterm-hakenkreuz.de/mitlaeufer_funktionaere_verfolgte.html

Hohenloher Freilandmuseum
Wackershofen
74523 Schwäbisch Hall-
Wackershofen
Telefon: 0791/971010
Telefax: 0791/9710140

www.wackershofen.de
info@wackershofen.de

Öffnungszeiten:
15 März bis 30. April:
Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr
01. Mai bis 30. September:
täglich 9 bis 18 Uhr
01. Oktober bis 08. November: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr

Informationen zur Begleitpublikation:
Dorf unterm Hakenkreuz. Diktatur auf dem Land im deutschen Südwesten 1933-1945
Ein Buch der sieben regionalen ländlichen Freilichtmuseen in Baden-Württemberg
ISBN 978-3-37995-8044-1
176 Seiten
Preis: 16,90 Euro
Die Begleitpublikation ist in den sieben am Projekt „Dorf unterm Hakenkreuz“ beteiligten Museen sowie über den Buchhandel erhältlich. Internetinfo: www.dorf-unterm-hakenkreuz.de/begleitpublikation.html

„Eugenik und Euthanasie – Rassenpolitik in Stadt und Dorf

Im Freilandmuseum Wackershofen gibt es seit Ende Juni 2009 eine zusätzliche Ausstellung zum Thema „Eugenik und Euthanasie – Rassenpolitik in Stadt und Dorf“. Diese ist noch bis zum 8. November 2009 zu sehen.
Zum Ausstellungsinhalt: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden Verbände, die sich „Eugenik“, d.h. die gezielte Verbesserung von Erbanlagen durch „Züchtung“ zum Ziel gesetzt hatten. Unter dem nationalsozialistischen Regime wurden diese Ansätze Regierungspolitik. Sie beinhaltete im Wesentlichen die Förderung von als rassisch hochwertig eingestuften Nachwuchses, die zwangsweise Sterilisierung von als rassisch minderwertig angesehenen Menschen sowie die Ermordung von geistig und / oder körperlich behinderten Erwachsenen und Kindern und von psychisch Kranken. Opfer und Täter dieser Politik lassen sich in jedem Dorf nachweisen. In der Ausstellung soll den Spuren für den Raum Schwäbisch Hall nachgegangen werden.

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