Gewerkschaften starten Dumpinglohn-Melder im Internet

Die Gewerkschaften sagen Billiglöhnen den Kampf an. Ver.di und NGG rufen betroffene Arbeitnehmer auf, Lohndumping auf einer speziellen Internetseite zu melden. Das Ziel: ein bundesweites Niedriglohn-Barometer.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Das Ziel ist eine Bestandsaufnahme der Einkommenssituation sogenannter Aufstocker. Gemeint sind damit Arbeitnehmer, die trotz ihrer Arbeit auf staatliche Zuschüsse angewiesen sind. Schuld daran seien häufig Niedriglöhne von 5,50 Euro oder weniger, erklärten die Gewerkschaften am Mittwoch. Außerdem wollen die Gewerkschaften Arbeitgebern auf die Spur kommen, die Billiglöhne zahlen. Dazu sollen nun relevante Daten gesammelt werden. Die beiden Gewerkschaften appellieren deshalb an Beschäftigte, Dumpinglöhne zu melden.

http://www.initiative-mindestlohn.de/mitmachen/dumpinglohn_melden/

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,643695,00.html

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Christian von Stetten und die „Oliver Geißen Show“ auf RTL

Unser Bundestagsabgeordneter Christian von Stetten hat in Berlin – man glaubt es kaum – eine schriftliche Anfrage eingereicht. Nein, es geht nicht um Steueroasen (Liechtenstein, Zumwinkel & Co.), den AfghanistanKRIEG, die Banken-Krise mit ihrem HRE-Skandal, die Gesundheitsreform, den Mindestlohn oder sonst wichtige Themen. Es geht um „Handlungsbedarf“ wegen der Haltung eines Mannes, der sich auf der RTL-Sendung „Oliver Geißen Show“ vom 20. Februar 2009 offiziell dazu bekannt hat, Arbeitslosengeld II zu beziehen und gleichzeitig mithilfe von sog. Schwarzarbeit zusätzliche finanzielle Bezüge zu erwirtschaften.

Von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Jaja, manche Menschen haben Probleme! Da gibt es im Deutschen Bundestag die so genannten „schriftlichen Fragen“, ein Instrument, das insbesondere von der Opposition genutzt wird, um Licht und Aufklärung in die ‚Schattenwelt‘ der jeweils regierenden Parteien zu bringen (sag ich mal so).

Die Fragen selbst, nebst den eingegangenen Antworten der Bundesregierung, kann sich jeder im Internet zu Gemüte führen. So geschehen in der 16. Wahlperiode (Drucksache 16/12182). Die schriftlichen Fragen, mit den in der Woche vom 2. März 2009 eingegangenen Antworten der Bundesregierung, behandeln u.a. solche Themen wie

– die Arbeitsfähigkeit der unselbständigen „Stiftung, Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ auch ohne ordentliche Bestellung des Stiftungsrates;
– die Gründe des Auswärtigen Amts für die aktuelle Befürwortung einer Aufnahme von Guantanamo-Häftlingen vor dem Hintergrund der Ablehnung entsprechender Anfragen in den Jahren 2005 bis 2007;
– die Haltung der Bundesregierung zu den massiven Einschränkungen der Bewegungsfreiheit der Bevölkerung anlässlich des NATO-Gipfels im April 2009;
– die Beteiligung externer Mitarbeiter oberster Bundesbehörden in der 16. Legislaturperiode an der Erarbeitung von Gesetzentwürfen und gezahlte Honorare;
– die fehlenden Regelungen im Finanzmarktstabilisierungsergänzungsgesetz zur Verhinderung von Bonuszahlungen an Vorstände von Banken unter dem staatlichen Rettungsschirms;
– die Häufigkeit und Effektivität der Inanspruchnahme so genannter Steuerinformationsabkommen
zur Aufdeckung von Steuerhinterziehung;
– die Verwendung von Uranmunition und mögliche Gesundheitsrisiken;
– die Einkommensverluste für als Belegärzte tätige Gynäkologen bei Geburten infolge der Gesundheitsreform und Gegenmaßnahmen.

Und dann gibt es da unter Punkt 69 die Anfrage des Abgeordneten Christian Freiherr von Stetten (CDU/CSU):

„Welchen Handlungsbedarf zieht die Bundesregierung aus der Haltung des M. (siehe RTLSendung
„Oliver Geißen Show“ vom 20. Februar 2009, 14 Uhr: „Hartz-IV-Betrüger: Ich arbeite schwarz!“), der sich offiziell dazu bekennt, Arbeitslosengeld II zu beziehen und gleichzeitig mithilfe von sog. Schwarzarbeit zusätzliche finanzielle Bezüge zu erwirtschaften, und wird die Bundesregierung beispielsweise die Bundesagentur für Arbeit dazu auffordern, Rückzahlungsansprüche an M. zu stellen oder seine Leistungen zu kürzen?“

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Klaus Brandner vom 5. März 2009:
„Für den benannten Einzelfall hat sich die Bundesregierung davon überzeugt, dass die örtliche Arbeitsgemeinschaft bereits die nach dem Fernsehbeitrag notwendigen Entscheidungen getroffen hat. Die Entscheidung über die Bewilligung des Arbeitslosengeldes II hat das zuständige Job-Center bereits mit Wirkung zum 31. August 2008 aufgehoben, nachdem der benannte Leistungsempfänger sich mit einer Reportage der „Bild“-Zeitung der Schwarzarbeit gerühmt hatte. Die Angelegenheit befindet sich derzeit im sozialgerichtlichen Verfahren, innerhalb dessen die Arbeitsgemeinschaft einen Mitschnitt der bezeichneten Fernsehsendung vorgelegt hat, in der sich M. bereits am 11. November 2008 zur Schwarzarbeit bekannt haben soll. Die erforderlichen Maßnahmen sind eingeleitet. Der Fortgang des gerichtlichen Verfahrens ist abzuwarten.“

Und da soll einer noch sagen, Christian von Stetten würde sich nicht aktiv für die Belange der Hohenloher Bevölkerung einsetzen!

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/121/1612182.pdf

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Lobbyismus und die Versicherungsbranche

>Deutsche werden sorglos< - so titelt Die Welt, ganz im Sinne der Versicherungsbranche. Denn der geht es gar nicht gut. Bisher galten die Bundesbürger gemeinhin als risikoscheue Wesen. Damit konnte die Versicherungswirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten gut leben. Doch die Finanzkrise hat offensichtlich einen Sinneswandel bewirkt.

Von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Zum einen sind es andere Themen wie Kurzarbeit und die Gefahr, den Job zu verlieren, die die Bundesbürger derzeit umtreibt. Zum anderen haben viele Kunden das Vertrauen in die Finanzbranche verloren (dank Lehman Brothers und Kaupthing).

Im vergangenen Jahr hat die Versicherungswirtschaft ganze 800 000 Lebensversicherungen weniger unter die Leute gebracht als noch 2007. Bei den Kapitallebensversicherungen gab es ein Minus von 21 Prozent, bei den Berufsunfähigkeitsversicherungen von 10,1 Prozent, bei den Risikoversicherungen von 8,1 Prozent und bei den Renten- und Pensionsversicherungen sogar von 27,8 Prozent.

Deswegen muss man sich anscheinend wieder mal Gehör verschaffen und ein bisschen Lobbyismus betreiben. Da können wir also in besagtem Artikel lesen, dass eine Berufsfähigkeitsversicherung, für Familien die Risikolebensversicherung, sowie eine private Altersvorsorge unumgänglich sind. Die NachDenkSeiten haben treffend kommentiert: „Was für ein elender Werbeartikel.“

Auch im Hohenloher Tagblatt vom Dienstag, den 18. August finden sich zu dem Thema ein Artikel und eine ddp-Meldung: eigentlich gehören sie nebeneinander gestellt! (Siehe hierzu auch: http://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=2483 und http://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=3074)

Die Meldung („Bei Allianz bricht der Gewinn ein“) spricht davon, dass der Überschuss im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als 64% eingebrochen ist. Im Artikel („Leichtsinn an der Elbe“) – es geht um die Jahrhundertflut in Sachsen und Sachsen-Anhalt vor sieben Jahren – kommt auch wieder die Allianz zu Wort. Sie hat gerade eine Studie vorgestellt. Im Artikel ist von einer „repräsentativen Befragung“ die Rede, was allerdings nicht stimmt. In der Studie selber, wird von einem „repräsentativen Bevölkerungsanteil“ gesprochen, der befragt wurde – es waren gerade einmal 374 Personen aus Sachsen und 129 Personen aus Sachsen-Anhalt.
Die Ausrichtung der Studie ist übrigens, wenn wundert’s: die private Vorsorge.

http://www.allianzdeutschland.de/presse/news/studien/news_2009-08-11.html

http://www.welt.de/die-welt/finanzen/article4335148/Deutsche-werden-sorglos.html?print=yes#reqdrucken

http://www.nachdenkseiten.de/?p=4135#h05

http://www.nachdenkseiten.de/?p=4135#h07

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Gemeinden als Waffenhändler – Ein Nachtrag zur Crailsheimer Waffenaffäre

Nach dem Amoklauf von Winnenden gaben viele Bürger ihre Gewehre ab. Doch einige Kommunen in Baden-Württemberg haben sie nicht wie versprochen vernichtet. Sie haben sie weiterverkauft.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Eigentlich hatte das Regierungspräsidium Stuttgart bereits am 30.März schriftlich darum gebeten – in den Nachwehen von Winnenden -, dass die Städte keine Waffen mehr verkaufen sollten, alle anderen Aufsichtsbehörden folgten. Es war eine Bitte, die rechtlich keine bindende Wirkung hat. Eine Zusammenfassung der Crailsheimer Ereignisse in der Süddeutschen Zeitung:

http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/politik/76/484511/text/

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Thema Bildung: Der Wettkampf der Heuchler

Bildung ist unsere Zukunft. So viel Konsens ist sonst nirgends. In allen Wahlprogrammen steht es drin; die Parteien und unsere Spitzenpolitiker können es gar nicht oft genug sagen. Viertklässler oder Erstsemesterstudenten wissen es besser.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Mit ziemlicher Verspätung nach dem Pisa-Schock hat die Bundespolitik das Megathema für sich entdeckt. Die Bundeskanzlerin hat im letzten Jahr einen Bildungsgipfel veranstaltet. Der Nationale Integrationsplan, weitgehend ein Bildungsplan, setzt bundesweite Ziele. Das Geld vom Bund für die Ganztagsschulen, noch von Rot-Grün initiiert, hat trotz naserümpfender Länder einen unumkehrbaren Schub zur Ganztagsschule ausgelöst. Die Kommunen waren nämlich scharf darauf.

Ja, Bildung steht auf Platz eins, allerdings nur auf der Hitliste der Sonntagsreden. Denn so kommt der hohe Ton der Politik bei denen an, die wirklich etwas von Schule oder Uni verstehen: als verlogen. Es gibt kein Thema, bei dem die Kluft zwischen der Wirklichkeit und den öffentlichen Ansagen als so tief empfunden wird.

http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Bildung-Schule;art141,2875987

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Herr Oettinger, darf ich Sie kurz was fragen…?

Auch im Hohenloher Tagblatt wurde der Auftritt Oettingers kurz angesprochen (Montag, 10. August: „Oetttinger droht Journalistin vor der Kamera). Eine NDR-Reporterin war dem Ministerpräsideten für das Magazin „Panorama“ hinterhergereist, um ihn über die hohen Gehälter bei den Landesbanklen zu befragen.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Die Panorama Redaktion wusste, so lesen wir, dass Oettinger nichts sagen wollte und sei doch angereist – wie dreist. Jetzt hat er also nichts gesagt, dafür aber vor laufender Kamera. Deswegen war er wohl auch so stinke sauer. O-Ton Oettinger: „Ich zahle Gebühren und erwarte, dass meine Anstalten mich in Stuttgart treffen oder in Berlin, aber nicht hier. Ihre Anfahrt zahle ich auch.“ –

“MEINE“ Anstalten?

http://daserste.ndr.de/panorama/panor106.html

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In eigener Sache: E-Mails für Hohenlohe-ungefiltert bitte immer an die Adresse redaktion@hohenlohe-ungefiltert.de schicken

Liebe Leserinnen und Leser unserer Internetzeitung Hohenlohe-ungefiltert,

wenn Sie Informationen für Hohenlohe-ungefiltert haben, schicken Sie diese bitte per E-Mail stets an folgende Adresse: redaktion@hohenlohe-ungefiltert.de.

Vielen Dank

Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

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C&A und Wolfgang von Stetten machen Rückzieher in Bad Mergentheim – Der Erfolg: Zwei historische Gebäude am Marktplatz bleiben erhalten

Der Marktplatz in Bad Mergentheim: Das weiße Gebäude (hinten links) beherbergt das Eiscafé Europa.

Der Marktplatz in Bad Mergentheim: Das weiße Gebäude (links neben dem gelben Fachwerkbau) beherbergt das Eiscafé Europa.

Die „Verwüstung“ historischer Innenstädte hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am 5. August 2009 in einem Artikel angeprangert. Der Autor Diethart Kerbs nahm sich dabei vor allem den „Fall Bad Mergentheim“ zur Brust. „Wie lange lassen wir uns die Verwüstung noch gefallen?“, fragte der Autor in der Unterzeile seines Kommentars. Der FAZ-Artikel blieb offensichtlich nicht ohne Wirkung. Wenige Tage später zogen zwei potenzielle Investoren für die Bad Mergentheimer Innenstadt, Wolfgang von Stetten (Residenz Taubertal) und die Bekleidungskette C&A, ihre Pläne für die Gebäude am Marktplatz 12 und 14 in Bad Mergentheim zurück.

Von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

Wolfgang von Stetten: Die Koordinaten stimmen nicht

Beinahe wären wieder zwei historische Gebäude einem modern gestalteten Kaufhaus zum Opfer gefallen. „Die Koordinaten stimmen nicht“, zitierte die Tauber-Zeitung am 12. August 2009 aus einer E-Mail-Mitteilung des Investors Wolfgang von Stettens vom Vortag. Der TZ-Redakteur, Claus Peter Mühleck, vermutet, dass „der Investor“ damit „offensichtlich die Konsequenzen aus dem in nicht-öffentllicher Sitzung gefassten Beschluss des Gemeinderats vom 21. Juli gezogen hat“. Dieser habe vorgesehen, die Umsiedlung des Eiscafés Europa vom Marktplatz 12 ins Zwillingshaus Marktplatz 3 (bisher städtisches Tourismusbüro) dadurch zu ermöglichen, dass das städtische Zwillingshaus verkauft wird.

Wolfgang von Stetten: Ansiedlung von C&A ist in erster Linie im Interesse der Stadt

„Die Ansiedlung eines Textilhauses wie C&A ist in erster Linie im Interesse der Stadt Bad Mergentheim (…)“, meint Wolfgang von Stetten in seiner Erklärung weiter. Laut Tauber-Zeitung fand der Bad Mergentheimer Oberbürgermeister Lothar Barth drastische Worte, als er an seinem Urlaubsort in Holland von der neuesten Entwicklung in Bad Mergentheim hörte. „Die Stadt bedauert es sehr, dass einige arbeitslose und unterbeschäftigte Architekten es geschafft haben, den Investor zum Rücktritt zu bringen. Das ist hochbedauerlich und für Bad Mergentheim ganz klar eine Niederlage“, wird Barth von der TZ zitiert. Der OB kritisierte damit vor allem den Architekten-Arbeitskreis Stadtgestaltung. Da werde aus „falsch verstandener Historientreue die Entwicklung einer ganzen Stadt kaputt gemacht“, meint Barth.

Historischer Gasthof ade – Moderner Betonblock folgt

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung kritisierte in ihrem Artikel über Bad Mergentheim eigentlich ein anderes Projekt der Residenz Taubertal GmbH. Das Gemeinschaftsunternehmen des Seniorenresidenzen-Betreibers Wolfgang von Stetten und der Künzelsauer Baufirma Bäumlisberger will dort ein „Stadthaus Grüner Baum“ errichten, wo mehr als 300 Jahre lang der Gasthof Grüner Baum gestanden hatte. 1791 nächtigte dort in der Mergentheimer Altstadt sogar der Komponist Ludwig van Beethoven. Im Frühjahr 2009 wurde das einst denkmalgeschützte Gebäude zusammen mit zwei benachbarten Häusern abgerissen. Entstehen soll dort nun ein „viergeschossiger Betonblock mit mit neun Balkonen und drei Satteldächern, der grün, weiß und rot gestrichen werden wird“, wie die FAZ schreibt. „Drei intakte barocke Bürgerhäuser sind für den geplanten Neubau abgerissen worden“, beklagt FAZ-Autor Kerbs die fragwürdige Baupolitik der hohenlohischen Bäderstadt. „Die Frage ist, wie lange die Bürger sich das gefallen lassen.“ In Bad Mergentheim seien sich die Investoren ihrer Sache so sicher gewesen, dass sie am 29. April 2009 sogar ein Abschiedsfest im leerstehenden Grünen Baum veranstalteten, nachdem sie die beiden benachbarten Häuser „bereits niedergestreckt hatten“. Die Einschätzung von Diethart Kerbs: Im Nachhinein wirkt dies wie eine unwillentlich zynische Siegesfeier jenes permanenten Eroberungskriegs der Investoren gegen die „desolate Bausubstanz“ der Altstädte, die das, was einen Ort attraktiv macht, unter die Gewalt derjenigen bringt, die mit den Bauprojekten nur ihr Kapital profitabel vermehren wollen. „Noch drei oder vier solcher Neubaukomplexe im Zentrum und Bad Mergentheims historischer Kern wird zur Neustadt“, schloss der FAZ-Autor seinen Verriss über die verfehlte Bad Mergentheimer Baupolitik.

Große Gewölbekeller und Café Europa bleiben erhalten

Mit dem Rückzug der Investoren Wolfgang von Stetten und C&A konnte nun ein erstes Projekt der unerwünschten Art verhindert werden. An den Häusern Marktplatz 12 und 14 – direkt neben dem Rathaus – sind vor allem die großen historischen Gewölbekeller von besonderer baugeschichtlicher Bedeutung. Diese wären dem Bekleidunghaus zum Opfer gefallen. Viele Bad Mergentheimer freuen sich nach dem Rückzug der Investoren auch darüber, dass mit dem Café Europa ein beliebter Treff am bisherigen Standort im Stadtkern erhalten bleibt. Nicht nur die Bad Mergentheimer Architekten sind gespannt, welches historische Gebäude in welcher Stadt sich der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang von Stetten nun für sein Projekt „Innenstadt-Kahlschlag“ aussucht.

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Offensiv schwacher TSV Crailsheim geht schweren Zeiten entgegen – Oberligakicker verlieren Heimspiel gegen Bahlinger SC mit 0:2

Eine Wiedergutmachung ist dem Bahlinger SC nach der 1:5-Pokalschlappe vom Dienstag gelungen. Das Punktspiel in Crailsheim gewannen die Kicker vom Kaiserstuhl am Samstag (15. August 2009) verdient mit 2:0. Aus den zwei bisherigen Saisonspielen holten die Bahlinger die Maximalpunktzahl und stehen mit an der Oberligaspitze. Der TSV Crailsheim schoss auch im zweiten Punktspiel kein Tor. Mit null Punkten und einem Torverhältnis von 0:5 stehen die Horaffen am Tabellenende.

Von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

Bahlinger Trainer noch immer sauer über Pokalaus gegen einen Verbandsligisten

Über die drei Punkte gegen eine schwache Crailsheimer Mannschaft konnte sich SC-Trainer Milorad Pilipovic aber nicht richtig freuen. Noch immer nagte das peinliche Pokalaus gegen den Verbandsligisten Stadelhofen an dem Ex-Bundesligaprofi. „Meine Laune ist noch absolut im Keller“, sagte Pilipovic bei der Pressekonferenz in Crailsheim.

Crailsheim blieb offensiv meist harmlos – Nur ein Lattentreffer von Kocak

Für die Bahlinger verlief die Partie im Crailsheimer Schönebürgstadion bei heißem Sommerwetter nach Wunsch. Nach einem Abspielfehler der Heimelf in der Vorwärtsbewegung flankte Frank Kocur von links blitzsauber in den Strafraum. In der Mitte wuchtete Stefan Vogler die Kugel per Kopf knallhart an die Unterkante der Latte zum 0:1 ins Netz. Die etwas müde wirkenden Bahlinger versäumten es dann aber, nachzulegen. Sie verhielten sich bis zur Halbzeit zu passiv und ließen die lange Zeit harmlosen Crailsheimer gewähren. Beinahe hätte sich diese Lethargie für den  SC bitter gerächt. Kurz vor der Pause traf TSV-Stürmer Serdal Kocak mit einem  Volleyschuss nur die Latte. Dies blieb aber die einzige echte Chance der Heimmannschaft während des gesamten Spiels.

TSV fehlten die spielerischen Mittel – Bahlingen verwaltete das Ergebnis

Auch in der zweiten Halbzeit plätscherte die Partie ziemlich zähflüssig dahin. Bahlingen versuchte weiterhin, das Ergebnis zu verwalten. Den Crailsheimern fehlten die spielerischen Mittel, um Druck auf die Gästeabwehr auszuüben. Hohe Flanken in die Mitte waren eine sichere Beute der körperlich überlegenen Bahlinger.

TSV-Keeper Gorzawski verursacht Foulelfmeter

Mit einem sehenswerten Solo in der Nachspielzeit bereitete der eingewechselte Rino Saggiomo die Entscheidung vor. Saggiomo umkurvte drei Crailsheimer Verteidiger wie Slalomstangen, wurde dann aber von TSV-Keeper Benjamin Gorzawski von den Beinen geholt. Der Torwart hatte Glück, dass er von Schiedsrichter Michael Schroeter aus Eberbach für diese Attacke nur die gelbe Karte sah. Mit einem Flachschuss ins rechte Eck verlud Elfmeterschütze Yannick Häringer den ungestümen TSV-Torwart. Gleich nach dem Elfmetertreffer pfiff der gute Schiedsrichter Schroeter das Spiel ab.

Bahlingen will mindestens Sechster werden

Von den zwei Auftaktsiegen in der Meisterschaft will sich Bahlingens Trainer Milorad Pilipovic nicht blenden lassen. „Das ist nur eine Momentaufnahme“, meint er. Die Teams Walldorf, Nöttingen  und Hoffenheim II sieht Pilipovic als Meisterschaftsfavoriten. Als Saisonziel nannte er für seine Mannschaft „mindestens Platz sechs wie in der vergangenen Saison“.

Crailsheim muss sich offensiv verstärken

Für Crailsheim wurde spätestens gegen Bahlingen deutlich, dass sie sich in der Offensive unbedingt noch verstärken müssen, wenn sie sich nicht am Tabellenende festsetzen wollen. Null Tore in zwei Punktspielen sprechen eine deutliche Sprache. Fraglich ist aber, ob nach den drastischen Einschnitten im diesjährigen Saisonetat noch Geld für echte Offensivverstärkungen vorhanden ist. Bis zum Ende der Wechselfrist (31. August) bleibt nicht mehr viel Zeit. Wenn sich der TSV offensiv nicht verbessert, gehen die Horaffen ganz harten Zeiten entgegen.

Bahlinger SC: Neumann, Beringer, Hess, Kocur, Giuliano Saggiomo, Wiesler, Häringer, Haas, Fiand (74. Damjanov), Schlegel (81. Rino Saggiomo), Vogler (89. Sovtic) – Trainer: Pilipovic
TSV Crailsheim: Gorzawski, Campagna, Kleinschrodt, Ilg, Kocholl, Ruttke (80. Reiswich), Mader (86. Kamptmann), Ilgenfritz, Kocak, Sawatzki (68. Klein), Linder – Trainer: Flitsch
Torfolge: 0:1 Vogler (21.), 0:2 Häringer (Foulelfmeter/92.)
Schiedsrichter: Schroeter (Eberbach)
Zuschauer: 405
Besondere Vorkommnisse: Crailsheims Torwart Gorzawski verursacht einen Foulelfmeter an Rino Saggiomo. Häringer verwandelt sicher zum 0:2 (92.)

Die nächsten Spiele der Crailsheimer Oberligamannschaft:

Dritter Spieltag: Samstag, 22. August 2009, um 15.30 Uhr
FV Illertissen – TSV Crailsheim

Vierter Spieltag:
Samstag, 29. August 2009, um 15.30 Uhr
TSV Crailsheim – FC Nöttingen

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Sawade vor Ort in Ilshofen und Wolpertshausen

Die SPD-Bundestagskandidatin Annette Sawade kam bei ihrer vor Ort – Tour durchs Haller und Hohenloher Land kürzlich auch in Ilshofen und Wolpertshausen vorbei.

Pressemitteilung von Robert Gunderlach, SPD Schwäbisch Hall – Bilder von Helmut Klingler

Annette Sawade im Gespräch mit den Herren Bullinger und Ströbel - Fa. Bausch und Ströbel Ilshofen

Annette Sawade im Gespräch mit den Herren Bullinger und Ströbel - Fa. Bausch und Ströbel Ilshofen

Mit dem Ilshofener  Bürgermeister Wurmthaler besprach Sawade, begleitet vom örtlichen Ortsvereinsvorsitzenden Oliver Paul und dessen Stellvertreter Rudi Fischer, aktuelle Themen wie die Umsetzung des Konjunkturprogramms, Stadtentwicklungspotentiale, die Schulsituation und den Dauerbrenner mangelnde Breitbandverkabelung. Danach ging es zur Fa. Bausch und Ströbel, wo Geschäftsführer Bullinger das innovative Unternehmen vorstellte und eigens eine Maschine für die Verpackung von Medizinprodukten vorführte. „Die hohe Zahl und die außerordentliche Qualität der Ausbildungsplätze sind ein Meilenstein“, so die SPD-Bundestagskandidatin. Sawade lobte zudem die „mittelständische Maschinenbautechnologie als wichtigen Standortvorteil für die baden-württembergische Exportwirtschaft“. Die Besichtigung der Hermann Merz Schule und der Maria Montessori Förderschule in Ilshofen gab eine Vorahnung der anstehenden Sanierungsmaßnahmen und dem beabsichtigten Bau eines Schülerhauses auf dem Schulgelände.

Annette Sawade unterhält sich mit Erzieherinnen im Kindergarten Wolpertshausen

Annette Sawade unterhält sich mit Erzieherinnen im Kindergarten Wolpertshausen

Nach dem Mittagessen ging es weiter nach Wolpertshausen, wo Bürgermeister Silberzahn die Gemeinde vorstellte und sich für den „hohen“ Besuch herzlich bedankte. Nach der Besichtigung des Kindergartens und kurzweiligen Gesprächen über das pädagogische Konzept mit den Kindergärtnerinnen ging es weiter zum privaten E-Werk Ley in Unterscheffach, wo die SPD-Bundestagskandidatin mit Herrn Ley die Situation der Energiewirtschaft und Probleme des Erhalts kleiner regionaler Energieversorger die Themen waren. Sawade versprach, sich für die „Kleinen“ einzusetzen. Gemeinderatsmitglied und Landwirt Gahm wies im Gespräch auf die Situation der not leidenden Milchbauern hin und stieß bei Frau Sawade auf offene Ohren. Die großen Chancen erneuerbarer Energien, stellte Geschäftsführer Gronbach von der Fa. NovaTech dem SPD-Besuch vor – eine Besichtigung des  Holzschnitzelkraftwerks für die Nahwärmeversorgung inklusive.

Danach traf man sich noch zum politischen Dämmerschoppen bei Schnitzel+Co in der „Weinbergschänke“ in Hessenau an der Jagst.

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