Regionale Medienkritik / 22. Juni 2009: wie man uns für dumm verkauft (Riester) und dumm hält (EU-Agrarhilfe)

In dieser Rubrik befassen wir uns regelmäßig mit Veröffentlichungen in den lokalen Hohenloher Medien. Wir wollen in dieser Rubrik journalistische Fehler aufzeigen, Kritik an Veröffentlichungen üben, aber auch Hintergründe benennen, wie bestimmte Berichte anderer Medien einzuordnen sind.

Von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Da schlägt das Hohenloher Tagblatt zweimal am gleichen Tag zu. Zuerst kommt die Riester-Rente zum Zug. Da darf die Versicherungsbranche (in diesem Fall die Experten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft) also mal wieder ungehemmt Werbung im Hohenloher Tagblatt machen. Diesmal unter dem Deckmantel einer Telefonaktion. Verkauft wird das Ganze dann natürlich als Bürgerservice: Wenn wir das Hohenloher Tagblatt nicht hätten!

„Sicher fürs Alter sorgen. Große Resonanz auf Telefonaktion – Vor allem Eltern sollten Riester-Förderung nutzen“ so die Schlagzeile und unten drunter vier lächelnde Krawattenträgerträger. (Weiß auch nicht, warum ich da an die Bankenbranche denken muss …)

Da gibt dann auch einen kleinen Block mit der Überschrift Die wichtigsten Experten-Antworten in Kürze. Da können wir dann (unter anderem) erstaunt lesen: „Riester-Verträge bieten Garantie für alle Einzahlungen.“

Aber hoppla! Ich zahle also sagen wir mal 25 Jahre ein und bekomme dann am Ende garantiert mein eingezahltes Geld wieder raus! Spitze – das hat sich mal gelohnt!

Wir haben erst kürzlich auf die Volksverdummung in puncto Riesterrente hingewiesen (https://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=1413), genauer auf einen Beitrag auf den NachDenkSeiten. (http://www.nachdenkseiten.de/?p=3875#more-3875)

Wer ihn noch nicht kennt, sollte sich auch einmal den Monitor-Beitrag vom letzten Jahr anschauen.

Jetzt zum zweiten Punkt: den EU-Agrarhilfen. Erst im dritten Anlauf schafft es das Hohenloher Tagblatt ein wenig konkreter zu den EU-Agarsubventionen zu werden.
Beim ersten Versuch vor über einer Woche fehlte der Verweis auf die Internetseite, auf der man sich schlau machen kann. Beim zweiten ein paar Tage später, war er da, aber falsch. Im dritten Anlauf dann der richtige (http://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/Suche)
Und jetzt also ein kleiner Kommentar – „Beim Geld geht’s um die Wurst“ (Autor: Peter Heinrichmann). Natürlich wieder ohne Link. Mutig nimmt man sich Beispiele aus den anderen Bundesländern zur Brust. Wer aber hier vor Ort, in den umliegenden Landkreisen am meisten davon profitiert, und warum, das können wir nirgends lesen. Werden wir mit Sicherheit auch nicht!

Bei uns aber schon: https://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=2468

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