„Betrogen und enteignet“ – Versteckte Rentenkürzung bei Angestellten des Öffentlichen Dienstes

Fast 1,5 Millionen Angestellte des Öffentlichen Dienstes sind von einer deutlichen Rentenkürzung betroffen. Nach einer Umstellung des Rentensystems müssen sie auf bis zu 70 Prozent ihrer Zusatzrente, der sogenannten VBL-Rente, verzichten. Von der Umstellung profitieren etwa 30.000 Spitzenverdiener.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/13/0,1872,7616429,00.html

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Die verschaukelte Bevölkerung – Wie man mit Statistik täuschen kann

Wie sagte ein Bekannter von mir letztens so schön: „Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selber gefälscht habe!“ Ein tieferen Einblick in dieses Metier gibt die Zusammenfassung eines Vortrags von Prof. Dr. Gerd Bosbach, Spezialist für Statistikmissbrauch, an der VHS Köln. Da macht er an Beispielen deutlich, wie die Bürgerinnen und Bürger durch Statistik oft bewusst verschaukelt werden. Kein Wunder: Dahinter stehen konkrete Interessen.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

„Was ist die gefährlichste Stadt?“, beginnt Bosbach seinen Vortrag. Es sei nicht New York oder Rio, sondern der Vatikanstaat. Und warum? Weil es dort viele Besucher gibt und entsprechend viel geklaut wird. Der Vatikan-Staat hat bei vergleichsweise geringer Bevölkerung deshalb die meisten Zivil- und Strafverfahren pro Einwohner. Das Beispiel mit dem Vatikanstaat ist lustig, dieses Prinzip auf Deutschland bezogen wiederum nicht. Die in und durch Deutschland reisenden Ausländer, die Straftaten begehen, würden auch bei uns in die Ausländerkriminalität eingerechnet, um sie dann aber auf die Wohnbevölkerung umzurechnen. Dadurch entstünde das falsche Bild von hoher Ausländerkriminalität. Und jeder weiß, dass sich manche Politiker dies zu Nutze machen und damit vor allem der rechten Gesinnung eine Steilvorlage für Hetzkampagnen bieten.

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13186

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>Gescheitert. Warum die Politik vor der Wirtschaft kapituliert< - Buchbesprechung auf den NachDenkSeiten von Heiner Flassbecks neuestem Buch

Das neueste Buch des Direktors der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) in Genf ist eine Generalabrechung mit der Wirtschaftspolitik der zurückliegenden dreißig Jahre und der handelnden Akteure aus makroökonomischer Perspektive. Heiner Flassbeck beschreibt darin auch das politische Scheitern der Sozialdemokratie.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Sehr ausführliche Buchbesprechung auf den NachDenkSeiten. Hier ein paar Auszüge:

„So habe etwa die konservative Phrase „Sozial ist, was Arbeit schafft“ die SPD ins Herz getroffen. Das Teuflische an diesem Slogan sei, dass er vollkommen richtig sei, dass daraus aber keineswegs folge, dass der Abbau des Sozialen Arbeit schaffe. Für Sozialdemokraten hätte der Slogan aber lauten müssen: „Nur eine aktive Wirtschaftspolitik kann Arbeit schaffen und ist deshalb sozial.“ (S. 30) Bei Massenarbeitslosigkeit könne nämlich kein soziales oder Gerechtigkeitsargument Eingriffe in bestehende Schutzrechte oder soziale Absicherungen auf Dauer verhindern, entscheidend sei eine wirtschaftspolitische Strategie des Abbaus der Arbeitslosigkeit. (S. 30)

Für führende Sozialdemokraten, wie etwa Wolfgang Clement oder den Seeheimer Kreis, sei jeder, der Unternehmern widerspreche, gleich ein Gegner der Wirtschaft. In ihrer kleinen (ökonomischen) Welt, sei es nur darum gegangen durch Lohn- und Sozialdumping den deutschen Unternehmen ein für alle Mal absolute Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Dass die dadurch erzeugten Ungleichgewichte im internationalen Handel, in eine tiefe Rezession führen könnten, liege weit außerhalb der Vorstellungswelt solcher „Wirtschafts“-Experten.

Mit schlichten Parolen (die Steuern sind zu hoch und zu kompliziert, die Sozialleistungen zu üppig, die Gesundheit zu teuer, die Rente nicht sicher, die Bürokratie lege alles lahm) sei das Unternehmerdenken und damit auch die Unternehmerpolitik auf fahrlässige Weise auf die Volkswirtschaft, ja auf die gesamte Gesellschaft übertragen worden. (S. 166) Wie bei einem Unternehmen, dem es schlecht geht, habe man in der gleichen einzelwirtschaftlichen Logik verlangt, den Gürtel enger zu schnallen. Und gerade weil diese Logik so schlicht sei, plapperte sie jedermann nach.

Es sei die Unternehmerlogik gewesen, die verantwortlich dafür gewesen sei, dass die Wirtschaft Deutschlands in den 90er Jahren zurückgefallen sei. Ausgerechnet die drei gängigsten Thesen über die wirtschaftliche Misere Deutschland überzeugten in der Sache am wenigsten.

Behauptet wurde, die Abgaben seien zu hoch und die Leistungsanreize zu gering: Tatsache sei aber, dass die Abgaben nicht höher als in den 80er Jahren waren, als man bei Wachstum und Beschäftigung in der Weltspitze lag. Die Abgaben der Unternehmen seien noch nie so niedrig gewesen wie 1998 und im internationalen Vergleich eher mittelmäßig. Und die Lasten der deutschen Einheit seien inzwischen weitgehend über den Abbau des sozialen Netzes finanziert worden.
Behauptet wurde, das soziale Netz und die Überregulierung hinderten das Wachstum. Tatsache sei aber, dass es seit den 60er Jahren nicht mehr so wenig soziale Absicherung gegeben habe. Andere Länder mit einer viel stärkeren Regulierung hätten ein viel stärkeres Wachstum gehabt.
Behauptet wurde, der verkrustete Arbeitsmarkt und die Gewerkschaftsmacht seien das Haupthindernis für eine größere Wachstumsdynamik. Tatsache sei jedoch, dass der Arbeitsmarkt dem Wachstum folge und nicht umgekehrt. Das belege sowohl der Wachstumsschub um die Jahrtausendwende als auch der letzte leichte Aufschwung bis vor der Finanzkrise. (S. 162)“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=4147#more-4147

Heiner Flassbeck, Gescheitert. Warum die Politik vor der Wirtschaft kapituliert. Westend Verlag Frankfurt, 2009. 264 Seiten, 19.95 Euro.

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Neues von der Schweinegrippe

„Es wirkt wie ein unkontrollierter Massenversuch“ und das, obwohl die besondere Gefährlichkeit der Schweinegrippe bislang noch nicht einmal belegt ist. So der Arzt und Apotheker Wolfgang Becker-Brüser, der auch Herausgeber des pharmakritischen Arznei-Telegramms ist.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Aus dem Interview:
Die Bundesregierung hat die Weichen für eine Massenimpfung gegen die Schweinegrippe gestellt. Sie haben das Vorhaben schon vor Wochen einen »Großversuch an der deutschen Bevölkerung« genannt. Bleiben Sie bei der Kritik?

Ja. Die sogenannte Pandemie verläuft nach wie vor sehr milde, sowohl was die Verbreitung betrifft als auch den Krankheitsverlauf, der dem einer normalen Grippe ähnelt. Die Art und Weise, wie diese Massenimpfung vorangetrieben wird, halte ich für unverantwortlich. Der Impfstoff, der hierzulande gespritzt werden soll, ist in meinen Augen unzureichend erprobt. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt ungeklärt, in welchem Ausmaß Nebenwirkungen von den in dem Präparat enthaltenen Wirkverstärkern ausgehen können. Diese verstärken nicht nur die erwünschten, sondern auch die unerwünschten Wirkungen. Das Problem ist, daß demnächst auf einen Schlag 25 Millionen Menschen geimpft werden sollen. Selbst wenn es dabei nur selten zu unerwarteten Unverträglichkeiten käme, wären möglicherweise gleich etliche Tausende Menschen betroffen. Deshalb spreche ich von einem unkontrollierten Massenversuch (…)

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) warnt vor einer drohenden Massenepidemie im Herbst und Winter, vielleicht auch mit vielen Todesfällen. Besteht also nicht doch erhöhter Handlungsbedarf?

Hier wird ein Szenario entworfen, für das ich keine Rechtfertigung sehe. Nehmen Sie das Beispiel Australien: Dort ist bereits eine saisonale Grippe mit der Schweinegrippe zusammengefallen, ohne daß die Grippeviren aggressiver geworden sind. Und es gibt auch keine Indizien dafür, daß uns hierzulande eine besondere Gefährdung in der kalten Jahreszeit bevorsteht. Allerdings wird dann die Zahl der Grippeerkrankungen steigen und wie in jedem Jahr auch die Zahl von schweren Infektionen und Todesfällen. Aber das passiert jedes Jahr – auch ohne Schweinegrippe.“

http://www.jungewelt.de/2009/08-22/017.php

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Das Regiment der Strippenzieher: Wie viel Lobbyismus verträgt die Politik?

Wer regiert die Republik? Die offizielle Antwort lautet: die Große Koalition. Eine andere, provokante Lesart ist: Ein Heer von Lobbyisten regiert mit. Eine Herausforderung für die Demokratie.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Ein erschreckend informatives Hör-Stück auf Bayern2 (Audio-Podcast, ca. 52 min, ca. 37 MB) macht wieder Lust mehr Radio zu hören. Wunderbar zum Nebenher-Hören, wenn man gerade wieder mal seine Hände oder Beine unbeaufsichtigt lassen kann! Auch ein weiterer Beleg dafür, dass wir immer mehr auf eine ‚Bananenrepublik‘ zusteuern …

http://gffstream-3.vo.llnwd.net/e1/imperia/md/audio/podcast/import/2009_08/2009_08_05_17_18_38_podcastdossierpolitiklobbyiste_a.mp3

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Wofür alter Adel doch noch gut ist

Für den Soziologen Michael Hartmann ist der Hype um Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ein weiterer Beleg, wie stark unsere Gesellschaft noch immer von traditionellen Führungskreisen beherrscht wird. Und er sieht darin ein Problem.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Zwar geht es in dem Artikel um Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg – in weiten Teilen des Interviews fühle ich mich aber an die Situation vor Ort erinnert – sehr lesenswert und auf den Punkt gebracht:

Der Adel wurde in Deutschland 1918 politisch entmachtet. Wie kann es sein, dass es über ihn noch immer so viele positive Vorurteile in der Bevölkerung gibt?

Wie gesagt, es gibt beides: Positives und Negatives. Zum einen gilt der Adel als arrogant, abgehoben, elitär. Zum anderen schwingen, wenn man seinen Namen nennt, die Jahrhunderte mit. Es riecht nach Kultur und Bildung. Dahinter steckt der Wunsch nach etwas Authentischem, das über den schnöden Alltag, auch den schnöden politischen Alltag, hinausweist. Da knüpft zu Guttenberg an: Seht her, ich komme nicht über die Ochsentour. Ich steh schon seit eh und je über den Dingen. (…)

Und was ist das Problem daran?

Dass Sie in Ihrem Alltag nur noch eine Lebenswirklichkeit vor Augen haben, nämlich die Ihrer eigenen sozialen Schicht. Und es ist natürlich ein Problem, wenn die führenden Kräfte in Wirtschaft, Justiz und Verwaltung praktisch nur diese eine Lebenswirklichkeit kennen. In diesen Eliten kommen in Deutschland bis auf den heutigen Tag höchst selten Menschen aus kleinen Verhältnissen vor, und in der Politik nimmt ihr Anteil auch ständig ab. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber diese Ausnahmen weisen sich häufig eher durch größtmögliche Anpassung an die Norm aus, statt durch Versuche, diese zu erweitern.

Was ist der gesellschaftliche Preis dafür?

Die Wahrnehmung von Problemen ist geprägt durch die eigene Herkunft und die damit verbundenen Interessen. Das gilt nicht in jedem Einzelfall, aber es gilt im Durchschnitt. Nehmen Sie das Beispiel Studiengebühren und die Entscheidung der Verfassungsrichter dazu. Im Kern basiert diese auf dem Eindruck, dass eine Semestergebühr von 500 Euro zwar unangenehm sei, aber nicht grundsätzlich das ganze Studium infrage stelle. Das ist richtig für solche Menschen wie Bundesverfassungsrichter, Professoren oder viele Politiker. Schon für Familien aus der unteren Mittelschicht aber nicht.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2170155_0_5670_-wofuer-alter-adel-doch-noch-gut-ist.html

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Ein Praktikum in der Region? – Besser nicht bei MORITZ!

Die DGB-Jugend hat eine schöne Seite für die Bewertung von Praktika eingerichtet (http://www2.dgb-jugend.de/studium/praktika/auswertung/?filter=surv_bl&fvalue=Baden-Württemberg). In der Übersicht für Baden-Württemberg kommen auch vier Firmen aus der Region vor. Das Monats-Magazin MORITZ topt sie alle: schlechter geht es kaum!

Von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Das Urteil ist vernichtend: Im Moritz Verlag, mit Sitz in Heilbronn, waren Überstunden offensichtlich an der Tagesordnung. Kein Wunder bei einem Betrieb, bei dem die Anzahl der Festangestellten unter der, der Praktikanten lag. Die Bewertung: von drei Sternen gab es keinen.
Das Fazit: „Praktikanten und Volontäre ersetzen hier den Redakteur. Die Arbeit der Praktikanten wird nicht gewürdigt und der Praktikant übernimmt häufig fachfremde Aufgaben. Feedback gibt es selten und wenn nur auf Nachfrage. Redaktion leidet unter permanenter Überlastung für den Praktikanten bleibt da wenig Zeit.“

http://www2.dgb-jugend.de/studium/praktika/bewertung/2008/07/02/moritz_verlag/

Gut benotet wurden dagegen die Gerhard Schubert GmbH aus Crailsheim (Branche: Maschinenbau) mit drei Sternen.

http://www2.dgb-jugend.de/studium/praktika/bewertung/2008/06/12/gerhard_schubert_gmbh/

Sowie die Optima filling and packaging GmbH aus Schwäbisch Hall (Branche: Maschinenbau), ebenfalls mit drei Sternen.

http://www2.dgb-jugend.de/studium/praktika/bewertung/2007/05/23/optima_filling_and_packaging_gmb/

Auch die Hohenloher Zeitung, mit Sitz in Künzelsau, wurde mit sehr gut bewertet. „Bezahlung erfolgt nach veröffentlichten Zeilen und Bild, es wird viel Wert auf eigenes Engagement gelegt, von Anfang an auf die Straße gehen und Artikel schreiben, tolles Arbeitsklima.“

http://www2.dgb-jugend.de/studium/praktika/bewertung/2006/10/16/hohenloher_zeitung/

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Christian von Stetten macht das Merkel

In SPON beschäftigt sich Franz Walter („Konservative ohne Ideen – Merkels CDU steuert ins Vakuum“) mit der schwer zu erklärenden Popularität von Angela Merkel: „Durch ihren Ideenreichtum oder eine Fülle kreativer Überlegungen ist sie jedenfalls bisher nicht aufgefallen.“ Im Hohenloher Tagblatt vom 20. August 2009 („Keine Ideologie bei Energie – CDU-Generalsekretär Thomas Strobl bei Christian von Stettens Wahlkampf-Auftakt“, Autor: Ralf Reichert) wird fast gleichzeitig über Christian von Stettens Wahlkampf-Auftakt berichtet: „Der Titelverteidiger selbst sprach am Mikro nur wenig.“

Von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Da gibt es ein Wesen, dass lieber plaudert statt Politik zu machen. Dass einem Schlagabtausch mit Herausforderer Steinmeier ausweicht, dafür aber ausgiebig über Blaubeeren, Beatles und Beten, die erste Zigarette und den ersten Kuss spricht [sic!] – anscheinend ist dafür ja jetzt die Zeit reif!

Schon in der vergangenen Woche verriet Merkel in der Frauenzeitschrift „Myself“, dass sie sich im Kanzleramt nachmittags oft „einen Teller Mohrrüben“ kommen lasse, weil sie nicht so gerne Obst möge. In „Frau im Spiegel“ spricht sie über Gottvertrauen, regelmäßige Tischgebete und Urlaubsträume. An diesem Donnerstag schwärmt sie im „Generalanzeiger“ über Beethoven. Ihre erste Schallplatte allerdings sei „Yellow Submarine“ von den Beatles gewesen, gekauft in Moskau.

Von dieser Frau kann man nur lernen: am besten nichts sagen, abwarten und dann – wieder Kanzlerin werden (der Wähler wird’s schon richten). Das wird sich wohl auch Christian von Stetten bei seinem Wahlkampfauftakt in Dörzbach gedacht haben. Bloss nichts sagen!

Der Artikel von Ralf Reichert im Hohenloher Tagblatt zeigt uns gleich zu Beginn wo’s lang geht: „Und so freute sich nicht nur der Kandidat aus Künzelsau über den mittlerweile wertvollen Merkel-Bonus. Auch die Kritiker von einst sind mit dem Abgeordneten, der sein Direktmandat verteidigen möchte, längst einer Meinung.“ (Wir hegen ja den Verdacht, dass der Autor beim Verfassen der Zeilen auf dem Schoss des Herrn von Stetten saß)

Aber es kommt noch besser! Thomas Strobl, von einem Wähler auf die Abschaffung des Soli-Beitrags angesprochen, antwortet lapidar: „Es stimmt, das ist eine Idee von mir, aber ich darf im Wahlkampf nicht darüber sprechen.“

Da soll einer sagen die CDU sei nicht lernfähig: vor den Wahlen also bloss nicht sagen, was man danach vorhat! –

Natürlich abgesehen von Steuersenkungen, Steuersenkungen, Steuersenkungen … (irgendwann – und vor allem für wen)

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,644067,00.html

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,644039,00.html

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„Wir haben keine demokratischen Verhältnisse mehr“

Früher machte er Wahlkampf für Willy Brandt, heute warnt er mit Büchern wie „Meinungsmache“ vor Lobbyismus. Im Interview mit SPIEGEL-ONLINE erklärt Albrecht Müller (NachDenkSeiten), warum die Demokratie in Deutschland in Gefahr ist – und warum die SPD ihre wirtschaftspolitischen Chancen verspielt.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Ein sehr lesenswertes Interview! O-Ton Müller: „Nein, wir sind wirklich in Not, jedenfalls was die demokratische Willensbildung betrifft. Fühlen Sie sich nicht ohnmächtig, wenn Sie sehen, wie ihre Steuergelder und die Ihrer Kinder verpulvert werden an Leute, die für eine Bank arbeiten, die eigentlich schon bankrott ist, und die damit an ihre Manager Boni in Milliardenhöhe bezahlt? Das sind Ungeheuerlichkeiten, angesichts derer man doch nur noch ausrufen kann: Wir sind in Not! Die Sanktionierung in Deutschland funktioniert nämlich nicht mehr. Wer falsch regiert, wer uns massiv schadet und belastet, muss nicht mit Strafe rechnen. Er muss nur die Meinungsmache zu seinen Gunsten perfekt organisieren. Wir haben keine demokratischen Verhältnisse mehr. Und wir haben noch Glück, dass bisher kein Rechtsradikaler aufgetaucht ist, der klug genug ist, aus dem Ärger darüber politisches Kapital zu schlagen.“

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,644223,00.html

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Schöne Neue Arbeitswelt

Spätestens kurz vor den Wahlen ist es an der Zeit, sich die Entwicklungen der letzten Jahre in der Arbeitswelt vor Augen zu halten: von der Diskussion um einen Mindestlohn, dem Niedriglohn, über Kurzarbeit, bis hin zur Leiharbeit.

Ein Überblick von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Seit Jahren wächst der Niedriglohnsektor in Deutschland. Noch im Aufschwung 2007 erhöhte sich die Zahl der Geringverdiener deutlich. Mehr als jeder fünfte abhängig Beschäftigte in Deutschland arbeitete vor der Wirtschaftskrise zu einem Niedriglohn – das heißt: im Westen für weniger als 9,62 Euro je Stunde, im Osten für unter 7,18 Euro. Insgesamt 6,5 Millionen Menschen waren 2007 somit Geringverdiener. Die bundesweite Niedriglohnquote ist zwischen 1998 und 2007 enorm gestiegen – von 14,2 auf 21,5 Prozent aller Beschäftigten. In Deutschland arbeiten 1,2 Millionen Menschen für weniger als 5 Euro die Stunde, 2,2 Millionen für keine 6 Euro – und das im Hauptberuf.

http://www.boeckler.de/pdf/impuls_2009_12_3.pdf
http://www.iaq.uni-due.de/iaq-report/2009/report2009-05.pdf
http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pk/2009/Erwerbstaetigkeit/begleitheft__Erwerbstaetigkeit,property=file.pdf

Die IG Metall warnt vor einem drastischen Anstieg der Leiharbeit – und stellt die bisherige Tarifpolitik der Gewerkschaften in Frage. Mittelfristig drohe die Zahl der Leiharbeiter auf 2,5 Millionen zu steigen, sagte IG-Metall-Vizechef Detlef Wetzel am Mittwoch in Frankfurt.

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/1889841_IG-Metall-Gewerkschaft-warnt-vor-Explosion-der-Leiharbeit.html

Auch in der Wirtschaftskrise sind Europas Mindestlöhne leicht gestiegen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag, die Wirtschaft zu stabilisieren. 20 von 27 EU-Ländern haben einen gesetzlichen Mindestlohn. In Westeuropa liegt die für alle Arbeitnehmer verbindliche Lohnuntergrenze meist über 8,40 Euro.

http://www.boeckler.de/pdf/impuls_2009_12_6.pdf

Was sozial ist, schafft Arbeit! Eine globale Krise hat unseren Wohlstand auf eine Weise dezimiert, wie es das Land seit mehr als einem halben Jahrhundert nicht gesehen hat. Das gesamtwirtschaftliche Einkommen ist im ersten Quartal dieses Jahres genau auf den Wert zurückgefallen, den es im dritten Quartal 2005 schon erreicht hatte. Hat der Kapitalismus eine Chance? Ja, aber nur, wenn wir beginnen, ihn zu begreifen. Wenn demnächst zusammen mit den von Entlassung bedrohten Arbeitern auch die richtigen Unternehmer und Investoren auf die Straße gehen und gegen die Zocker aufbegehren, gibt es eine Chance.

http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E883F36486D784F5AB4A053AF120B0577~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

Ein kleines Plus von drei Promille beim Bruttoinlandsprodukt lässt Politiker kurz vor der Wahl vom Aufschwung träumen. Statistisch nicht signifikant heißt eine so kleine Änderung in der Fachsprache. Die Wirtschaftsleistung liegt trotzdem sechs Prozent niedriger als vor einem Jahr.
Um eine lang anhaltende Phase von Stagnation oder schwachem Wachstum mit hoher Massenarbeitslosigkeit abzuwenden, muss in Deutschland eine grundlegend andere Wirtschafts- und Finanzpolitik eingeschlagen werden. Künftiges Wachstum und neue gute Arbeitsplätze erfordern die Stärkung der Binnennachfrage und deutlich mehr Beschäftigung in sozialen Dienstleistungen, sowie höhere Investitionen in Klimaschutz und ökologischen Umbau. Die konkreten Alternativen und Forderungen von ver.di liegen auf dem Tisch.

Ein öffentliches Zukunftsinvestitionsprogramm würde zwei Millionen sinnvolle Arbeitsplätze schaffen und sichern: in Kinderbetreuung, Bildung, Gesundheits- und Sozialwesen, Verkehr und ökologischem Umbau. Für die gerechte Finanzierung brauchen wir mehr Einnahmen durch höhere Besteuerung von Reichen, hohen Einkommen und finanzstarken Unternehmen. Die sozialen Leistungen dürfen keinesfalls gekürzt, sondern müssen verbessert werden, besonders für Erwerbslose. ver.di fordert außerdem die Verlängerung der Altersteilzeit. Die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 muss zurückgenommen und die Altersteilzeit verlängert werden, um Auszubildende einzustellen.

https://wipo.verdi.de/wirtschaftspolitische_informationen/data/09-03-Wie-weiter-in-der-Krise.pdf

Dumpinglöhne, keine Tarifverträge, kein Kündigungsschutz: Gewerkschaften prangern den Missbrauch von Leiharbeit an. Der Arbeitssoziologe Klaus Dörre erklärt die Folgen prekärer Beschäftigung.
Deutsche Unternehmen nutzen Leiharbeit nicht mehr zum kurzfristigen Ausgleich personeller Engpässe, sondern, so die IG Metall, “als Instrument einer kurzfristigen Absicherung der Kapitalrendite oder der Profitabilität”. Die Gewerkschaft gründet diese Einschätzung auf die von ihr in Auftrag gegebene Studie “Funktionswandel von Leiharbeit”. Klaus Dörre, Professor für Arbeitssoziologie an der Universität Jena, hat die Untersuchung wissenschaftlich begleitet. Im Interview erläutert er die zentralen Ergebnisse.

http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/297/484730/text/
http://www.igmetall.de/cps/rde/xbcr/internet/docs_ig_metall_xcms_149477__2.pdf

Deutschland, Land der Billigarbeiter. In der Rezession sank die Zahl der Leiharbeiter in Deutschland – demnächst dürfte sie wieder deutlich steigen, heißt es in einer Studie. Auch das Statistische Bundesamt fand heraus: Es gibt immer weniger “klassische” Jobs hierzulande.

http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Kritik-an-Leih-und-Teilzeitjobs-Deutschland-Land-der-Billigarbeiter/555574.html

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