Grüne aus dem Landkreis Schwäbisch Hall fahren am Samstag, 4. Juli 2009, zur Anti-AKW-Demo in Neckarwestheim / Motto: Kein Ausstieg aus dem Ausstieg – Neckarwestheim stilllegen / Für gemeinsame Anfahrt anmelden

Der grüne Kreisverband Schwäbisch Hall unterstützt die Großdemonstration gegen Atomkraft am Samstag, 4. Juli 2009, in Neckarwestheim. „Wir wollen ein starkes Zeichen gegen Atomkraft und für ein schnelles Abschalten des Uraltreaktors Neckarwestheim I setzen. Deshalb werden auch viele Grüne aus dem Kreis Schwäbisch Hall gemeinsam nach Neckarwestheim fahren, um Flagge gegen die Dinosauriertechnologie zu zeigen“, sagte der Grünen-Kreisvorsitzende und Bundestagskandidat Harald Ebner.

Pressemitteilung des Schwäbisch Haller Kreisverbands von Bündnis 90/Die Grünen

Die Atomkonzerne setzen alles daran, den Atomausstieg zu Fall zu bringen

Die Grünen betonten, dass die Bundestagswahl im Herbst auch eine Richtungsentscheidung in Sachen Atomkraft sei: „Die Atomkonzerne setzen alles daran, den Atomausstieg zu Fall zu bringen. Sie wollen ihre Milliarden-Profite aus den abgeschriebenen Atomkraftwerken nach der Bundestagswahl mit Hilfe von CDU/CSU und FDP retten. Wir lehnen das entschieden ab. Es darf keinen Ausstieg aus dem Ausstieg geben.“ Eine Laufzeitverlängerung für das Atomkraftwerk Neckarwestheim I, das nach dem Atomausstiegsgesetz bei regulärem Betrieb im nächsten Jahr vom Netz gehen müsste, dürfe es nicht geben. „Neckarwestheim I muss so schnell wie möglich stillgelegt werden. Der Uraltmeiler bildet eine ständige Gefahr für die Bevölkerung, da er völlig unzureichend gegen terroristische Angriffe oder Flugzeugabstürze gesichert ist“, betonte Harald Ebner.

Kundgebungen vor dem Atomkraftwerk – Anfahrt mit Bus und Bahn

Die Großdemonstration beginnt am Samstag, 4. Juli 2009, um 13.30 Uhr am Bahnhof in Kirchheim/Neckar. Die Hauptkundgebung wird vor den Atomkraftwerken Neckarwestheim stattfinden. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN werden mit zahlreichen prominenten Politikern aus Bund und Land präsent sein. So werden unter anderen Jürgen Trittin, grüner Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, sowie Kerstin Andreae und Fritz Kuhn, die Bundestags-Spitzenkandidaten der baden-württembergischen Grünen, an der Demonstration teilnehmen.

Zur Koordination der Fahrt (Zug oder Bus) bittet der Kreisverband um Anmeldungen per mail (info@gruene-sha.de) oder Telefon: 0791 946 4892 (Anrufbeantworter geschaltet).

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EU-Abgeordnete Evelyne Gebhardt (SPD) lädt am Samstag, 4. Juli, ab 14 Uhr, zum Europafest im Mainzer Haus in Künzelsau

Das Europäische Parlament startet in eine neue Runde und am Samstag, 4. Juli 2009, ab 14 Uhr, steigt wieder das traditionelle Europafest vor und im Büro der Europaabgeordneten Evelyne Gebhardt im Mainzer Haus (Keltergasse 47) in Künzelsau. Bei Speis und Trank wird es genügend Gelegenheit für angeregte Gespräche geben, und auch die Kinder werden nicht zu kurz kommen.

Pressemitteilung des SPD-Büros Crailsheim

Kontakt zur EU-Abgeordneten:

Evelyne Gebhardt, MdEP
Europabüro, Keltergasse 47, 74653 Künzelsau
Tel.: (079 40) 5 91 22 +++ Fax: (0 79 40) 5 91 44 +++ EGebhardt.MdEP@T-online.de
60, Rue Wiertz, B-1047 Brüssel, Tel.: (0 03 22) 284 54 66 +++ Fax: (0 03 22) 284 94 66 Evelyne.Gebhardt@europarl.europa.eu, Internet: www.evelyne-gebhardt.eu

Aktuelle Antwort von Evelyne Gebhardt auf www.abgeordnetenwatch.de/evelyne_gebhardt-651-12358–f197014.html#q197014 zu Fragen der zivilen Konfliktbearbeitung:

23.06.2009
Frage von Helga Miranda

Sehr geehrte Frau Gebhardt,
Als erfolgreiches Friedensprojekt der jüngeren europäischen Geschichte schreibt sich die EU heute auch ein internationales Engagement für den Frieden auf die Fahnen. Mich würde es intesessieren , ob Sie sich für den Auf-und Ausbau effizienter Mittel zur zivilen Konfliktbearbeitung einsetzen wollen.Ein ziviler und präventiver Ansatz ist nicht nur kostengünstiger als der Einsatz militärischer Mittel, er ist auch nachhaltiger und besser vereinbar mit den europäischen Idealen von Demokratie und Frieden.
Seit 10 Jahren gibt es ja in Deutschland den Zivilen Friedensdienst (ZFD), in dem ausgebildete Friedensfachkräfte weltweit Initiativen für Frieden und Versöhnung unterstützen.Der deutsche Staat stellt für die weitgehend von NGOs durchgeführten Projekte einen rechtlichen Rahmen und Förderprojekte .Ich denke, wir brauchen ähnliche Politikansätze auch auf europäischer Ebene, um die Vision der EU als zivile Friedensmacht zu konkretisieren. Die ökumenische Aktion Ohne Rüstung Leben schlägt z.B. die Einrichtung einer Abteilung für Friedensförderung in der EU-Kommission sowie die Schaffung eines Europäischen Zivilen Friedensdienstes vor und plädiert für einen besser strukturierten Dialog mit Zivilgesellschaftlichen Organisationen.
Ich würde es begrüßen, wenn Sie sich für diese Vorschläge einsetzen würden.
Mit freundlichen Grüßen

24.06.2009
Antwort von
Evelyne Gebhardt
Sehr geehrte Frau Miranda,
vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich stimme Ihnen zu, dass bei der Konfliktlösung unbedingt zivile und präventive Mittel Vorrang vor militärischem Eingreifen haben müssen und auch auf europäischer Ebene entsprechend gefördert werden müssen.

Das Europäische Parlament hat bereits in seiner Resolution zur Europäischen Sicherheitsstrategie vom Juni 2008 auf Initiative von uns Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen die Europäische Kommission aufgefordert, eine spezialisierte Dienststelle zur verbesserten Koordinierung der zivilen Krisenbewältigung zu schaffen. Außerdem haben wir die Einrichtung eines Europäischen Zivilen Friedenskorps gefordert.

Wir werden auch in der kommenden Legislaturperiode die Europäische Kommission und die Regierungen der Mitgliedsstaaten dazu drängen, die zivile Konfliktprävention zu stärken.

Mit freundlichen Grüßen,

Evelyne Gebhardt

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Was die Deutschen vom Journalismus erwarten und wie sie enttäuscht werden

Eine Studie, die im Mai 2009 erschienen ist, zeigt, dass der Journalismus bei den Bürgern an Vertrauen verliert. Wie ist es um das gesellschaftliche Ansehen des Berufs tatsächlich bestellt und welche Wahrnehmungen der Bürger bestimmen das Vertrauen?
Das sind u.a. die Kernfragen der Studie.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

In einer deutschlandweiten telefonischen Repräsentativbefragung haben die Autoren dazu 1.054 Deutsche ab 18 Jahren befragt.

Zusammenfassend lässt sich folgendes sagen: Die Bürger kritisieren, dass ihnen der Nachrichtenjournalismus zu wenig Hintergründe, Fakten und konkurrierende Meinungen anbietet. Gleichzeitig klagen sie über eine zu starke subjektive Färbung und Emotionalisierung. Die Bürger fordern zentrale Leistungen des Journalismus ein und zeigen sich in vielerlei Hinsicht von dem enttäuscht, was ihnen geboten wird. Für mehr als die Hälfte sind Journalisten damit mächtiger als Politiker. Und fast alle finden das nicht gut. Die Politik-Berichterstattung wird darüber hinaus von fast zwei Dritteln der Bürger als zu wenig objektiv kritisiert, obwohl gerade Objektivität von ebenfalls zwei Dritteln erwartet wird. Journalisten sind für sie keine ehrlichen Makler.

Fast zwei Drittel glauben, Journalisten unterdrückten häufig Stellungnahmen von Experten, die anderer Meinung sind als sie selbst.
Die Bürger zeichnen auch das Bild eines Journalismus mit starken wirtschaftlichen Abhängigkeiten. Es ist für die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Rolle des Journalismus äußerst bedenklich, dass eine deutliche Mehrheit Journalisten als käuflich beschreibt. Rund zwei Drittel glauben, dass bezahlte Recherchen häufig vorkommen oder dass die Interessen von Anzeigenkunden auch in der redaktionellen Berichterstattung berücksichtig werden.
(Weiß auch nicht, warum ich dabei spontan an die sogenannte ‚freie, unabhängige Presse‘ vor Ort denken muss …)

Die übergroße Mehrheit der Deutschen wünscht sich eine sachlichere Nachrichtenberichterstattung, die sich stärker an Fakten orientiert, Ereignisse und Entwicklungen ausführlich und objektiv darstellt.

http://www.moeller-horcher.de/de/pressezentrum/download/News_WEEKLY/KW22_Wolfang-Donsbach_vorschlag.pdf

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Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?

So unser guter alter Bertolt Brecht. Hier ein paar aktuelle Verweise auf die sogenannte ‚Bankenkrise‘. Wem heute noch nicht schlecht geworden ist: bitte anschnallen!

Gesammelt von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Versteckte Boni. Kein Erfolg, kein Bonus: Ginge es danach, müssten viele Banker auf die üppigen Zusatzzahlungen verzichten. Doch die Institute arbeiten mit allen Tricks, die Mitarbeiter anders zu entlohnen. Auch in Deutschland.
http://www.sueddeutsche.de/finanzen/690/473207/text/

http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Trotz-Milliardenverlusten-Landesbank-zahlt-Managern-Boni/531192.html

Vergesst Landowsky! Die Finanzmarktkrise zeigt: Politik und Wirtschaft haben nichts aus dem Berliner Bankenskandal gelernt.
http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/vergesst-landowsky/

„Für die Kosten der Krise aufkommen sollen Arbeitnehmerinnen, Konsumenten und alle, die auf staatliche Sozialleistungen angewiesen sind – nicht etwa diejenigen, die vor der Krise hohe Gewinne an den liberalisierten Finanzmärkten gemacht haben“, stellt Hendrik Auhagen, Mitglied im Attac-Koordinierungskreis fest. Dabei sei die Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen in Deutschland bereits heute größer als im Mittelalter.
http://www.attac.de/aktuell/krisen/pressemitteilungen/detailansicht/datum/2009/06/24/attac-warnt-vor-liste-der-grausamkeiten-nach-der-bundestagswahl/?cHash=cc93269abe

Haben Lebensversicherer die Erträge der Kunden verzockt? Lebensversicherer sind stärker bei Schrott-Papieren engagiert, als sie bisher eingeräumt haben. Die Gutschriften für die Kunden stehen deshalb auf dem Spiel.
http://www.wiwo.de/finanzen/haben-lebensversicherer-die-ertraege-der-kunden-verzockt-400597/

Und zum Schluss: Mutters bestes Stück – die HRE!

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Hohenloher Tagblatt Forum mit Lobbyisten Oswald Metzger

Das Hohenloher Tagblatt lädt – zusammen mit RegioBusiness und den Wirtschaftsjunioren Heilbronn-Franken, Regionalgruppe Schwäbisch Hall – am Mittwoch, den 22.Juli 2006 im Rahmen des Hohenloher Tagblatt Forums zu einem Gespräch mit dem Ex-Grünen und heutigen CDUler Oswald Metzger ein, seines Zeichens ein Lobbyist und – meiner Meinung nach – Opportunist ersten Grades.

Von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Das Thema der Veranstaltung ist Wege aus der Krise.

Oswald Metzger war
– von 1974 bis 1979 Mitglied der SPD,
– von 1987 bis 2007 Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen,
– seit April 2008 ist er Mitglied der CDU.
(Langsam wird’s eng: jetzt bleiben ja nur noch die FDP und Die Linken übrig!)

Sein schönster Ausspruch ist: „Wir können doch heute schon bei Sozialhilfe-Biografien über Generationen beobachten, dass Menschen, die von Transfereinkommen leben, nicht aktiviert werden. Sozialhilfeempfänger werden keineswegs schöpferisch aktiv. Viele sehen ihren Lebenssinn darin, Kohlehydrate oder Alkohol in sich hinein zu stopfen, vor dem Fernseher zu sitzen und das Gleiche den eigenen Kindern angedeihen zu lassen. Die wachsen dann verdickt und verdummt auf.“ (stern.de, 20. November 2007)

Die angebliche Wirtschaftskompetenz von Oswald Metzger haben die NachDenkseiten wiederholt unter die Lupe genommen – viel übrig bleibt von ihr nicht:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=274
http://www.nachdenkseiten.de/?p=446

Auch die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), für die Metzger inzwischen berät, ist eine reine Lobbyorganisation. Wir haben in einem anderen Kontext schon einmal auf den Zapp-Beitrag verwiesen, in dem es u.a. um die INSM und Oswald Metzger geht:

Dass das Hohenloher Tagblatt mit jemandem wie Oswald Metzger hausieren geht, spricht Bände. Andererseits passt er aber auch zum Hohenloher Tagblatt, wie die Faust auf’s Auge!

http://de.wikipedia.org/wiki/Oswald_Metzger

http://www.sueddeutsche.de/politik/513/447248/text/

http://www.tagesschau.de/inland/metzger8.html

http://insmwatchblog.wordpress.com/

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Sommerfest und Tag der offenen Tür am 27.-28.06.2009 in Weckelweiler

Vom 27.-28.06.2009 veranstalten die Sozialtherapeutischen Gemeinschaften Weckelweiler und die Weckelweiler Werkstätten ihr Sommerfest bzw. ihren Tag der offenen Tür. Der Anlass ist das 50-jährige Bestehen der Einrichtungen.

Von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Hier ist das Programm des Wochenendes:

WW002a

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Regionale Medienkritik / 24. Juni 2009: Hohenloher Tagblatt-Redakteur Harald Zigan bezeichnet 15-jährigen Tatverdächtigen schon als jungen Mann und präsentiert ihn vorverurteilend als Täter

Keine Ahnung von passenden Begriffen für junge Menschen hat der Hohenloher Tagblatt-Redakteur Harald Zigan (Journalistisches Kürzel „haz“) in der heutigen Ausgabe (Mittwoch, 24. Juni 2009/Seite 17 Crailsheim und Region) der Crailsheimer Lokalzeitung bewiesen. In dem einspaltigen Artikel >Dauerstreit im Heim löste die Bluttat aus< bezeichnete der HT-Redakteur einen 15-jährigen Tatverdächtigen als „junger Mann“. Dieser falsche Begriff kann bei einem oberflächlichen Leser den Eindruck einer erhöhten Schuldfähigkeit des Jugendlichen erwecken. Wer 15-Jährige nicht nur vom Hörensagen oder aus Polizeipressemitteilungen kennt, weiß, dass bei nahezu keinem 15-Jährigen in punkto Reife von einem jungen Mann gesprochen werden kann. Rechtlich ist ein 15-Jähriger in Deutschland gerade einmal ein Jahr dem Kindesalter entwachsen. Journalistisch unsauber ist auch, dass Zigan in seinem 20 Zeilen langen Kurzbericht bei dem 15-Jährigen bereits vom Täter spricht. Der über 50 Jahre alte HT-Redakteur sollte nach rund 30 Jahren Berufserfahrung wissen, dass ein Journalist einen Menschen erst nach dessen gerichtlicher Verurteilung als Täter bezeichnen soll (Pressekodex des Deutschen Presserats, Ziffer 13). In Ziffer 13 des Pressekodex (Fassung vom 8. Dezember 2008) heißt es wörtlich: „Unschuldsvermutung – Die Berichterstattung über Ermittlungsverfahren, Strafverfahren und sonstige förmliche Verfahren muss frei von Vorurteilen erfolgen. Der Grundsatz der Unschuldsvermutung gilt auch für die Presse.“

Von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

Zu beachten sind dazu auch die Richtlinien 13.1 bis 13.3 des Deutschen Presserats.

Richtlinie 13.1 – Vorverurteilung
Die Berichterstattung über Ermittlungs- und Gerichtsverfahren dient der sorgfältigen Unterrichtung der Öffentlichkeit über Straftaten und andere Rechtsverletzungen, deren Verfolgung und richterliche Bewertung. Sie darf dabei nicht vorverurteilen. Die Presse darf eine Person als Täter bezeichnen, wenn sie ein Geständnis abgelegt hat und zudem Beweise gegen sie vorliegen oder wenn sie die Tat unter den Augen der Öffentlichkeit begangen hat. In der Sprache der Berichterstattung ist die Presse nicht an juristische Begrifflichkeiten gebunden, die für den Leser unerheblich sind. Ziel der Berichterstattung darf in einem Rechtsstaat nicht eine soziale Zusatzbestrafung Verurteilter mit Hilfe eines „Medien-Prangers“ sein. Zwischen Verdacht und erwiesener Schuld ist in der Sprache der Berichterstattung deutlich zu unterscheiden.

Richtlinie 13.2 – Folgeberichterstattung
Hat die Presse über eine noch nicht rechtskräftige Verurteilung eines Betroffenen berichtet, soll sie auch über einen rechtskräftig abschließenden Freispruch bzw. über eine deutliche Minderung des Strafvorwurfs berichten, sofern berechtigte Interessen des Betroffenen dem nicht entgegenstehen. Diese Empfehlung gilt sinngemäß auch für die Einstellung eines Ermittlungsverfahrens.

Richtlinie 13.3 – Straftaten Jugendlicher
Bei der Berichterstattung über Ermittlungs- und Strafverfahren gegen Jugendliche sowie über ihr Auftreten vor Gericht soll die Presse mit Rücksicht auf die Zukunft der Betroffenen besondere Zurückhaltung üben.

In einer älteren Fassung heißt es unter Ziffer 13 des Pressekodex (Publizististische Grundsätze) wörtlich: „Die Berichterstattung über schwebende Ermittlungs- und Gerichtsverfahren muss frei von Vorurteilen erfolgen. Die Presse vermeidet deshalb vor Beginn und während der Dauer eines solchen Verfahrens in Darstellung und Überschrift jede präjudizierende (vorverurteilende) Stellungnahme. Ein Verdächtiger darf vor einem gerichtlichen Urteil nicht als Schuldiger hingestellt werden. Über Entscheidungen von Gerichten soll nicht ohne schwerwiegende Rechtfertigungsgründe vor deren Bekanntgabe berichtet werden.“

Weitere Anmerkung von Hohenlohe-ungefiltert zum Zigan-Artikel:

Harald Zigan hat in seinem Artikel weder ein Geständnis des 15-Jährigen erwähnt, noch, dass zu diesem Geständnis auch noch Beweise gegen den Jugendlichen vorliegen. Schon gar nicht hat sich der HT-Redakteur an Richtlinie 13.3 des Deutschen Presserats gehalten. Dieser besagt: „Bei der Berichterstattung über Ermittlungs- und Strafverfahren gegen Jugendliche sowie über ihr Auftreten vor Gericht soll die Presse mit Rücksicht auf die Zukunft der Betroffenen besondere Zurückhaltung üben.“ Vorschnell bezeichnete Harald Zigan den Jugendlichen als Täter und verhöhnte ihn auch noch als „jungen Mann“. Nicht einmal die Quelle, von der Zigan sein Wissen bezogen hat, nannte der Lokalzeitungsredakteur den Leserinnen und Lesern des HT. Nirgendwo steht in der 20-Zeilen-Meldung, ob Zigan die Informationen von der Polizei, von der Staatsanwaltschaft, vom Haftrichter erhalten hat, oder ob der Inhalt dieses kurzen Artikels allein seiner Phantasie entsprungen ist.

Einige rechtliche Definitionen des Begriffs Jugendlicher (Quelle: Deutsches Sozialgesetzbuch VIII und Internetlexikon Wikipedia):

Nach deutschem Recht ist Jugendlicher, wer vierzehn (außer im Jugendarbeitsschutzgesetz, dort ab fünfzehn), aber noch nicht achtzehn Jahre alt ist. Im Kontext des Achten Buches Sozialgesetzbuch (SGB VIII), ist in Deutschland Jugendlicher, „wer 14, aber noch nicht 18 Jahre alt ist“ (§ 7 Abs. 1 Nr. 2 SGB VIII). Ein Jugendlicher gehört zu den im SGB VIII definierten jungen Menschen, zu denen ebenfalls die jüngere Personengruppe der Kinder gehört (mit Ausnahmen, „wer noch nicht 14 Jahre alt ist“) und die ältere Personengruppe der jungen Volljährigen („wer 18, aber noch nicht 27 Jahre alt ist“). Heranwachsender ist nach dem Jugendgerichtsgesetz jede Person, die das 18. Lebensjahr, aber noch nicht das 21. Lebensjahr vollendet hat.

UN spricht erst bei 20- bis 24-Jährigen von „jungen Erwachsenen“

Die UN-Generalversammlung definiert Personen, die älter als 15 Jahre und jünger als 25 Jahre alt sind, als Jugendliche. In dieser Kategorie soll aber zwischen den Teenagern (13 bis 19) und den jungen Erwachsenen (20-24) unterschieden werden, da die Probleme auf soziologischer, psychologischer und gesundheitlicher Ebene stark differieren. Diese Definition wurde für das Internationale Jahr der Jugend gemacht, das 1985 abgehalten wurde. Alle Statistiken der UNO über Jugendliche basieren auf dieser Definition. Laut aktuellen Schätzungen waren 1995 rund 18 Prozent (oder eine Milliarde) der Weltbevölkerung Jugendliche, wovon 85 Prozent in Entwicklungsländern leben.
Dessen ungeachtet gilt die UN-Konvention für die Rechte der Kinder ungeachtet des Wortes ‚Kind‘ auch für Jugendliche: „Im Sinne dieses Übereinkommens ist ein Kind jeder Mensch, der das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, soweit die Volljährigkeit nach dem auf das Kind anzuwendende Recht nicht früher eintritt.“ (Art. 1 )
Jugendsoziologie: In der 14. „Shell-Jugendstudie“ („Jugend 2002“) gingen die beteiligten Wissenschaftler bei ihren Untersuchungen von der Personengruppe (den Kohorten) der 12- bis 25-jährigen aus.

Lesen Sie weitere „Regionale Medienkritiken“ in unserer Chronologie 2009: www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=304

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Vierter Erfahrungsaustausch über die neue Regiowährung „Hohenloher Franken“ am Donnerstag, 25. Juni 2009, um 20 Uhr im „Dorle“ in Schwäbisch Hall

Nach knapp einem halben Jahr Erfahrung mit dem Hohenloher Franken findet am Donnerstag, 25. Juni, 20 Uhr, in der  Gaststätte „Dorle“, Blockgasse 14, (Nähe Haalplatz)  in Schwäbisch Hall der vierte Erfahrungsaustausch statt. Dazu sind alle Aktiven und Interessierte einladen.

Von den Veranstaltern

Die drei Ebenen des Geldes: Kauf-, Kredit-, Spekulationsgeld und der Ursprung der Zinsproblematik

Neben Gesprächen über den Stand des Projekts „Hohenloher Franken“, Ideen, Vorstellungen und weiteren Zielen stehen zwei Vorträge auf dem Programm: Elisabeth Buser: „Zur Verortung und dem Stellenwert des Regiogelds in der modernen arbeitsteiligen Wirtschaft“ und Jörg Kunze: „Die drei Ebenen des Geldes – Kauf-, Kredit-, Spekulationsgeld und der Ursprung der Zinsproblematik“.

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Regionale Medienkritik / 22. Juni 2009: wie man uns für dumm verkauft (Riester) und dumm hält (EU-Agrarhilfe)

In dieser Rubrik befassen wir uns regelmäßig mit Veröffentlichungen in den lokalen Hohenloher Medien. Wir wollen in dieser Rubrik journalistische Fehler aufzeigen, Kritik an Veröffentlichungen üben, aber auch Hintergründe benennen, wie bestimmte Berichte anderer Medien einzuordnen sind.

Von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Da schlägt das Hohenloher Tagblatt zweimal am gleichen Tag zu. Zuerst kommt die Riester-Rente zum Zug. Da darf die Versicherungsbranche (in diesem Fall die Experten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft) also mal wieder ungehemmt Werbung im Hohenloher Tagblatt machen. Diesmal unter dem Deckmantel einer Telefonaktion. Verkauft wird das Ganze dann natürlich als Bürgerservice: Wenn wir das Hohenloher Tagblatt nicht hätten!

„Sicher fürs Alter sorgen. Große Resonanz auf Telefonaktion – Vor allem Eltern sollten Riester-Förderung nutzen“ so die Schlagzeile und unten drunter vier lächelnde Krawattenträgerträger. (Weiß auch nicht, warum ich da an die Bankenbranche denken muss …)

Da gibt dann auch einen kleinen Block mit der Überschrift Die wichtigsten Experten-Antworten in Kürze. Da können wir dann (unter anderem) erstaunt lesen: „Riester-Verträge bieten Garantie für alle Einzahlungen.“

Aber hoppla! Ich zahle also sagen wir mal 25 Jahre ein und bekomme dann am Ende garantiert mein eingezahltes Geld wieder raus! Spitze – das hat sich mal gelohnt!

Wir haben erst kürzlich auf die Volksverdummung in puncto Riesterrente hingewiesen (http://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=1413), genauer auf einen Beitrag auf den NachDenkSeiten. (http://www.nachdenkseiten.de/?p=3875#more-3875)

Wer ihn noch nicht kennt, sollte sich auch einmal den Monitor-Beitrag vom letzten Jahr anschauen.

Jetzt zum zweiten Punkt: den EU-Agrarhilfen. Erst im dritten Anlauf schafft es das Hohenloher Tagblatt ein wenig konkreter zu den EU-Agarsubventionen zu werden.
Beim ersten Versuch vor über einer Woche fehlte der Verweis auf die Internetseite, auf der man sich schlau machen kann. Beim zweiten ein paar Tage später, war er da, aber falsch. Im dritten Anlauf dann der richtige (http://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/Suche)
Und jetzt also ein kleiner Kommentar – „Beim Geld geht’s um die Wurst“ (Autor: Peter Heinrichmann). Natürlich wieder ohne Link. Mutig nimmt man sich Beispiele aus den anderen Bundesländern zur Brust. Wer aber hier vor Ort, in den umliegenden Landkreisen am meisten davon profitiert, und warum, das können wir nirgends lesen. Werden wir mit Sicherheit auch nicht!

Bei uns aber schon: http://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=2468

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