„Die Digital-Pandemie“ – Artikel von Peter Hensinger über den Notstand als drohenden Normalzustand

Von jedem Menschen immer zu wissen, wo er sich befindet, was er tut und wie sein biologischer Zustand ist, ist die DNA des neuen Überwachungskapitalismus, der keine Wahlen mehr kennt.

Informationen zugesandt von Ulrike Hölzel, Michelbach/Bilz

Artikel von Peter Hensinger in Rubikon News:

Raubbau an der Natur – Kaputtsparen des Gesundheitswesens

Das Virus SARS-CoV-2 als Aggressor zeichnet sich dadurch aus, dass es in unseren Organismus eindringt und keine Grenzen kennt. Die Pandemie ist das Ergebnis des Raubbaus an der Natur und des Kaputtsparens des Gesundheitswesens. Die Corona-Krise macht greifbar, wie gefährdet die Spezies Mensch ist.

Neuer Überwachungskapitalismus

Und legitimiert eine zweite, weniger wahrgenommene Aggression. Die Industrie nutzt die Krise, um die digitale Transformation der Gesellschaft beschleunigt durchzusetzen. Die Privatsphäre, die Unverletzlichkeit der Wohnung, das Patienten-Arzt-Geheimnis, das Recht auf freie Mobilität und weitere bisherige Standards des Schutzes des Individuums werden nicht nur vorläufig aufgehoben. Der Notstand droht zum Normalzustand zu werden. Die zweite Aggression erobert die Verfügungsgewalt über persönliche Daten und schleift die Privatsphäre. Von jedem Menschen immer zu wissen, wo er sich befindet, was er tut und wie sein biologischer Zustand ist, ist die DNA des neuen Überwachungskapitalismus, der keine Wahlen mehr kennt. Damit wird die Gesellschaft derzeit mental infiziert. Wir werden Zeitzeugen der beschleunigten Durchsetzung der zweiten industriellen Revolution.

Link zum Artikel auf der Internetseite Rubikon News:

https://www.rubikon.news/artikel/die-digital-pandemie

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„Lang beschattete Täler“ – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich: Der Episoden elfter Teil

Die geschilderten Handlungen, Personen und Namen sind frei erfunden. Es werden keine realen Namen von Personen angegeben. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten, lebenden oder toten Personen wären rein zufällig und sind weder gewollt noch beabsichtigt.

Von Birgit Häbich

XI Sex

… Paula Engel schien nichts von Carls stillem Schwächeanfall zu bemerken, munter plätscherten ihre Worte weiterhin aus dem Hörer. Er ließ sie schweigend gewähren, Paulas beständig sanfter Tonfall tat ihm gut. Carl Eugen Friedner ließ sich in die ausgesprochen freundliche Zuwendung von Paula derart hineinfallen, als würde er wohlig in ihren warmen Armen versinken. In der Zeit, in welcher Paula eine Weile von sich, ihrer Arbeit und ihrem Umfeld erzählte, konnte sich Carl wieder einigermaßen sammeln.
„Carl, bist Du noch da?“ erkundigte sich Paula irgendwann, was Carl mit einem schwachen „Ja“ erwiderte. „ Du sagst gar nichts mehr“ meinte Paula daraufhin. Carl Eugen schnaufte einmal tief und deutlich hörbar durch und erklärte: „Ja, ich komm doch gar nicht zu Wort …, und ich bin halt arg überrascht von Deiner freundlichen Offenheit.“ Da er sich nun ihres Wohlwollens sicher wähnte, setzte er nach einer Weile nach: „Paula, können wir uns verabreden?“ „Können wir.“ meinte sie kurz und überließ es Carl, deutlicher zu werden. „Ich würde gern mit Dir zusammen essen gehen, hast du am Freitag oder Samstag abends Zeit?“ „Das weiß ich jetzt noch nicht, es steht ein Termin im Freien an, ein Pärchen möchte sich im stimmungsvollen Abendlicht fotografieren lassen, ich melde mich spätestens am Donnerstag bei Dir, dann weiß man, wie das Wetter sich entwickelt.“

Apparat aus Bakelit

Carl war sofort einverstanden, er erinnerte sich noch ganz genau daran, dass Paula ihre privaten Verabredungen schon immer möglichen Fototerminen unterordnet hatte. „Gut, ich bin am Donnerstag daheim erreichbar.“ Nach einem knappen: „Ja, ich melde mich dann, bis dahin, tschüss Carl,“ kam kein weiteres Geräusch mehr aus der Leitung, und er legte den Hörer auf die geschwungene Gabel seines altmodischen Telefons. Carl Eugen Friedner konnte sich einfach nicht von dem alten Apparat aus Bakelit* trennen, nur um sich für seinen Schreibtisch im heimischen Arbeitszimmer eines der neumodischen Tastentelefone anzuschaffen.

Alte Liebe

Und während er noch über das kurze Gespräch mit seiner geliebten Paula sinnierte, läutete das Telefon mit dem melodischen Klingeln, das dem in die Jahre gekommenen Apparat eigen war. Carl nahm den Hörer ab und fragte sich, ob Paula wohl vergessen hatte, ihm etwas zu sagen. Eine digitale Anzeige gab es freilich bei diesem Tischmodell nicht, und so ließ er sich regelmäßig überraschen, wer ihm anläutete. „Ja, Friedner?“, meldete sich Carl im üblichen Frageton. Am anderen Ende meldete sich Paul aus Hoheitshausen: „Paul hier, hallo Carl, hast du Zeit?“, fragte dieser ohne Umschweife. Carl, der einen flehenden Unterton in seiner Stimme bemerkte bejahte sofort die Frage des Freundes. „Kann ich mit Dir reden?“, fragte Paul weiter und setzte nach einer Weile mit der Frage nach, „bist Du alleine?“ Carl Eugen, der so langsam von der Umständlichkeit der Fragerei irritiert war, gab Paul jetzt deutlich zu verstehen: „Sag doch, was ist, Paul, ich bin alleine daheim, und ich habe Zeit für Dich.“ „Vorhin war lange belegt“, resümierte Paul am anderen Ende. Carl runzelte die Stirn: „Paul, ich habe mit meiner alten Liebe telefoniert. Wir haben uns fürs Wochenende verabredet, und ich habe jetzt Zeit für Dich.“

Den alten Vater ignoriert

Carl meinte regelrecht die Erleichterung des Freundes durch den Apparat hindurch zu spüren und meinte: „Paul, komm, erzähl mir mal in Ruhe, was los ist. Du hörst dich ja völlig aus der Fassung geraten an.“ „Gisléne ist weg.“ brachte Paul die Nachricht gepresst hervor, und mit weinerlicher Stimme berichtete er: „sie hat gepackt und ist einfach gegangen.“ Gisléne, die jüngste Tochter Pauls, hatte anscheinend noch in der Nacht, als er und Heiner sich aus der Männerrunde verabschiedeten, ihrem Vater kategorisch erklärt, niemals mehr sein Ehebett, und auch nicht mehr die gemeinsame Wohnung mit ihm teilen zu wollen. Im Nachsatz und mit lüsternem Unterton ließ Gisléne ihren Vater wissen, dass sie ab jetzt richtigen Sex haben würde. Sie warf den Kopf zurück, stierte ihn mit tiefer Verachtung an, streckte ihm provokativ ihre kleinen Brüste entgegen und ging dann, ohne weitere Erklärung und vollkommen ungerührt, in ihr Zimmer. Dort fing sie an, ihre Sachen zusammenzupacken. Paul versuchte seine Tochter durch gutes Zureden von ihrem Vorhaben abzuhalten. Die Heranwachsende jedoch schien nichts mehr wahrzunehmen, sie war vollkommen in ihrer eigenen Welt versunken, kein einziges Wort kam mehr über Gislénes geschürzte Lippen, und sie ignorierte ihren alten Vater.

Ohne ein Wort des Abschieds

Mit ihren jetzt sechzehn Jahren war das Mädchen bereits genauso groß wie ihr hochgewachsener Vater. Und Gislénes athletischer Körper war durch stetige sportliche Aktivitäten mittlerweile derart durchtrainiert und muskulös, dass Paul bei jeder ausholenden Bewegung Gislénes in seine Richtung befürchtete, auch noch von ihr geschlagen oder getreten zu werden. Seine Tochter jedoch blickte mit leeren Augen an ihm vorbei, während sie unbeirrt ihre Taschen füllte, den vollen Rucksack auf den Rücken schwang und aus der Wohnung hinaus zum Treppenabsatz ging. Ihr beredtes Schweigen erinnerte Paul an die ausgemachte Kaltblütigkeit eines paralysierten Kriegers aus dem Volk seiner Ahnen.
Ohne zurückzublicken, und ohne ein Wort des Abschieds, stolzierte Gisléne die Treppe hinunter und ließ die hintere Haustüre im Erdgeschoss hinter sich ins Schloss fallen.

Motorengeräusch

Paul stand noch eine Weile regungslos im stets nach kaltem Zigarettenrauch stinkenden Treppenhaus. Er schleppte sich dann schließlich zurück ins Wohnzimmer, öffnete das Fenster am Essplatz, um zu sehen, ob Gisléne in Richtung ihrer Oma oder zu ihrer besten Freundin ging. Jedoch, das Kind war nirgends zu sehen. Bis Paul sich endlich der Möglichkeit bewusst wurde, dass sie durch den Hinterhof in ein auf dem Parkplatz wartendes Auto gestiegen sein könnte, verklang bereits das Motorengeräusch des abfahrenden Gefährtes in der Stille der Nacht. Ohne auch nur irgendetwas von der Schönheit der neu gestalteten Barockanlage wahrzunehmen, welche sich ihm im Blickfeld zu den gegenüberliegenden, kirchengemeindlichen Bauwerken darbot, starrte Paul unbeweglich vor sich hin. Er schmeckte nichts mehr vom herrlich würzigen Duft in der milden Nachtluft, der immer wieder aus den umliegenden Tannenwäldern durch Hoheitshausen wogte.

Sorgen um Gisléne

Paul versuchte bis zum Morgengrauen seinen Söhnen anzuläuten, er vermutete, dass Gisléne ihre Brüder in ihren plötzlichen Aufbruch eingeweiht hatte. Aber keiner der beiden Söhne Pauls war in der Nacht erreichbar. Die Mutter seiner verstorbenen Frau Lisa, welche in unmittelbarer Nähe wohnte, würde zu dieser Stunde sicherlich kein Telefon hören. Die Eltern der besten Freundin seiner Tochter aus dem Bett zu klingeln, war Paul Malibo allein schon beim Gedanken daran mehr wie peinlich. In einer Mischung aus planloser Fassungslosigkeit und schmerzlicher Verzweiflung verbrachte Paul den Rest der Nacht damit, sich Sorgen um Gisléne zu machen. Endlich, am frühen Morgen, meldete sich sein zweitgeborener Sohn Yann … Fortsetzung folgt.

Erläuterungen:

Bakelit*: https://de.wikipedia.org/wiki/Bakelit

Bakelitmuseum: https://www.nrw-stiftung.de/projekte/projekt.php?pid=152

Kontaktaufnahme zur Autorin ist möglich unter folgender E-Mail-Adresse:

b.haebich@web.de

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„Ton trifft Papier“ – Ausstellung in Kirchberg/Jagst-Mistlau endet am 14. Juni 2020

Die Ausstellung „Ton trifft Papier“ in der Töpferei Fitzlaff in Kirchberg/Jagst-Mistlau endet am Sonntag, 14. Juni 2020. In der Ausstellung sind Origami-Arbeiten von Irene Löffel und Keramiken von Monika und Stefan Fitzlaff zu sehen. Die Ausstellung ist sonntags und feiertags von 14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

Von Stefan Fitzlaff, Kirchberg/Jagst-Mistlau

Spurensuche des „Origami-Codes“

Am Sonntag, 14. Juni 20206 ist die Gestalterin Irene Löffel, von 14 Uhr bis 17 Uhr in der Werkstatt in Mistlau zu sehen. Sie wird die Arbeitstechniken und ihre persönliche Spurensuche des „Origami-Codes“, der auch viele wissenschaftliche Disziplinen inspiriert, erläutern.

Die Ausstellung ist sonn- und feiertags von 14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

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„Mütter und Kinder kaltblütig getötet“ – Benefiz-Aktion in Schwäbisch Hall für Entbindungsklinik in Kabul

Der Freundeskreis Asyl Schwäbisch Hall (FKA) und die Grenzenlose Freundschaft e.V. rufen am Samstag, 6. Juni 2020, von 9.30 bis 12.30 Uhr, auf zu einer Solidaritätsaktion für die Opfer des blutigen Angriffs der Terrormiliz IS auf die Geburtsklinik Dasht-e-Barchi am 12. Mai 2020 in Kabul. Die Klinik befindet sich in einem vor allem von Hazara bewohnten Stadtteil in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Die Solidaritätsaktion findet am Froschgraben in Schwäbisch Hall statt.

Von Sadiq Zartila und Hans A. Graef vom Freundeskreis Asyl Schwäbisch Hall

Um 12 Uhr Mahnwache auf dem Marktplatz

Bei der Aktion im Haller Froschgraben wird ein Informationsstand mit erschütternden Bildern von der kaltblütigen Ermordung von 24 Säuglingen und Müttern gezeigt, auch eine Hebamme von „Ärzte ohne Grenzen“ wurde getötet, die helfen wollte. 20 weitere Mütter und Babys wurden schwer verletzt. Um 12 Uhr soll eine Mahnwache als Gedenkveranstaltung für die in der Frauenklinik Ermordeten vor der Treppe auf dem Marktplatz stattfinden. Dort sprechen unter anderem der afghanische FKA-Aktivist Sadiq Zartila, die Afghanin Zahra Sharifi aus Heilbronn, die Haller Gemeinderätin Elena Schumacher-Kölsch und der Musiker Murtaza Moosavi.

Spenden für Überlebende sammeln

Es werden Spenden gesammelt für die überlebenden Opfer des Anschlags, die direkt an die afghanische Vorort-Organisation Hazara World Foundation, Geschäftsführer Hasanzada gehen. Sadiq kennt ehrenamtlich Aktive persönlich. Spenden sind auch möglich über das Konto der Grenzenlosen Freundschaft – wir helfen e.V., Landesbank Baden-Württemberg, DE 65 6005 0101 0004 1602 83. Kontakt 01754167190.

Weitere Informationen bei „Ärzte ohne Grenzen“:

https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/presse/afghanistan-angriff-geburtenklinik

„Sie kamen, um die Mütter zu töten“ – Artikel über den Angriff auf ein Krankenhaus in Kabul

Von Ärzte ohne Grenzen, Hauptgeschäftsstelle Deutschland in Berlin

Angriff auf Entbindungsstation

In den Tagen nach dem Angriff auf das Dasht-e-Barchi Krankenhaus in Kabul ist klargeworden, dass das, was am 12. Mai 2020 geschah, ein vorsätzlicher Angriff auf eine Geburtsklinik war – mit dem Ziel, kaltblütig Mütter zu töten. „Ich ging am Tag nach dem Angriff zurück, und was ich auf der Entbindungsstation sah, zeigt, dass hier gezielt Mütter erschossen wurden“, sagt Frederic Bonnot, der Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Afghanistan. „Die Angreifer sind durch die Räume gegangen und haben Mütter in ihren Betten erschossen. Systematisch. Was ich vorfand, waren Einschusslöcher in den Wänden, blutverschmierte Böden, ausgebrannte Fahrzeuge und zersplitterte Fenster, durch die hindurch geschossen wurde.“

24 Tote, mehr als 20 Verletzte

Offizielle Zahlen sprechen von 24 Toten und mehr als 20 Verletzten, mehrheitlich Patientinnen. Ärzte ohne Grenzen unterstützt die Einrichtung seit sechs Jahren. Zum Zeitpunkt des Angriffs lagen 26 Mütter auf der Station: Zehn von ihnen gelang es, zusammen mit vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in sicheren Räumen Unterschlupf zu finden. 16 Mütter waren dem Angriff ungeschützt ausgesetzt. Keine von ihnen blieb verschont: Elf wurden getötet, drei von ihnen im Kreißsaal mit ihren ungeborenen Babys, und fünf wurden verletzt. Unter den Toten sind zwei kleine Jungen und eine afghanische Hebamme von Ärzte ohne Grenzen. Neben drei afghanischen Angestellten von Ärzte ohne Grenzen wurden zwei Neugeborene verletzt, von denen eines nach einem Schuss ins Bein für eine Notoperation in ein anderes Krankenhaus verlegt wurde.

Patientinnen und Angestellte suchten verzweifelt Schutz

Die Angreifer stürmten kurz nach zehn Uhr vormittags durch das Haupttor in das Krankenhaus. Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen beobachteten, dass sie von dort aus direkt auf die Geburtsstation zusteuerten, obwohl andere Stationen und Gebäude näher lagen. Es folgten vier Stunden des Horrors, in denen Patientinnen und Angestellte des Krankenhauses verzweifelt Schutz suchten. „Während des Angriffs hörten wir aus unserem Schutzraum überall Schüsse und auch Explosionen“, beschreibt Frederic Bonnot. „Es war schockierend. Wir wissen, dass in dieser Gegend Angriffe geschehen waren, aber niemand konnte sich ausmalen, dass sie eine Geburtsstation angreifen würden. Sie kamen, um die Mütter zu töten.“

„Was am Dienstag passierte, dafür fehlen mir die Worte“

Im Krankenhaus arbeiteten 102 afghanische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen sowie ein paar internationale Mitarbeiter. In dem Chaos während des Angriffs und danach war es außerordentlich schwierig, sich einen Überblick über ihren Verbleib und den der Patientinnen zu verschaffen, da die Menschen wegliefen, um Schutz zu finden, und da viele Mütter eilig in andere Kliniken verlegt wurden. „Dieses Land ist leider entsetzliche Angriffe gewöhnt“, sagt Bonnot. „Aber was am Dienstag passierte, dafür fehlen mir die Worte.“

Weitere Informationen und Kontakt:

https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/ansprechpartner

https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/presse/afghanistan-angriff-krankenhaus-kabul

https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/presse/afghanistan-angriff-geburtenklinik

https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/unsere-arbeit/einsatzlaender/afghanistan

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„425 Euro für Menschen in Not“ – Kundgebung und Spendensammlung in Schwäbisch Hall für ein Krankenhaus im Gaza-Streifen

Eine Kundgebung und Spendensammlung für ein Krankenhaus im Gaza-Streifen fand am letzten Mai-Samstag im Froschgraben in Schwäbisch Hall statt. Dabei wurde auf die aktuelle medizinische Notlage im Gazastreifen hingewiesen. Gespendet wurden 425,25 Euro.

Von Wilhelm Maier, Schwäbisch Hall

Katastrophale humanitäre Auswirkungen

Der Verein Solidarität International, der Welt-Laden Schwäbisch Hall und das Palästina-Komitee Stuttgart informierten die Haller Bevölkerung in verschiedenen Redebeiträgen über die katastrophalen humanitären Auswirkungen der israelischen Besatzungs- und die Blockadepolitik in Palästina.

Demütigungen und Freiheitseinschränkungen

Attia Rajab vom Vorstand des Palästina-Komitees, der selbst im Gazastreifen aufgewachsen ist, schilderte in bewegenden Worten welche Demütigungen und Freiheitseinschränkungen die dortige Bevölkerung erdulden muss und welche fatalen Folgen die 14-jährige komplette Abriegelung des Gaza-Streifens auch für die Gesundheitsversorgung vor Ort hat. Der schon seit langem bestehende Mangel an medizinischer Grundausstattung hat sich durch die Corona-Pandemie, die inzwischen auch Gaza erreicht hat, drastisch zugespitzt.

Große Spendenbereitschaft

Deshalb wurden bei der Kundgebung in Schwäbisch Hall Spenden gesammelt für das Al-Awda-Krankenhaus im Flüchtlingslager Jabalia im nördlichen Gaza-Streifen. Die Aktion in Schwäbisch Hall fand unter erschwerten Corona-Bedingungen statt. Durch das Tragen von Mund-Nasen-Schutz und das Einhalten der Abstandsregeln konnten die Teilnehmer nur eingeschränkt mit den Passanten ins Gespräch kommen. Um so erfreulicher war die große Spendenbereitschaft der Menschen, die es möglich machte, dass nach einer guten Stunde 425,25 Euro in den Spendendosen klapperten und raschelten und an das Al-Awda-Hospital überwiesen werden konnten. Die Spenden gingen zu 100 Prozent an das Krankenhaus. Dieses Geld wird dort eingesetzt für die Anschaffung von Schutzausrüstung, Geräten zur medizinischen Sterilisation sowie zur Gesundheitsaufklärung der Bevölkerung.

Gleichberechtigt zusammen leben

Die Initiatoren der Kundgebung hoffen, dass das Leiden der palästinensischen Bevölkerung über die aktuelle Notlage hinaus im Bewusstsein der Menschen präsent bleibt und wir uns gemeinsam mit dem Palästina-Komitee und vielen anderen Organisationen für einen gerechten Frieden in Nahost und für die Errichtung eines demokratischen Staates dort einsetzen, in dem die jüdische und die palästinensische Bevölkerung gleichberechtigt zusammenleben.

Weitere Informationen und Kontakt:

https://solidaritaet-international.de/index.php?id=816

https://solidaritaet-international.de/index.php?id=669&no_cache=1&L=0%2525252525252525252525252525252525252525252525252525252525252525252525252525252525252523c194

https://senderfreiespalaestina.de/

https://weltladen-sha.de/

http://rebell.info/tag/solidaritaet-international/

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„Immer mittwochs: Parteibüro der LINKEN in Schwäbisch Hall öffnet wieder“

Das Parteibüro der LINKEN in Schwäbisch Hall öffnet wieder am Mittwoch, 10. Juni 2020. Immer mittwochs zwischen 10 Uhr und 19 Uhr ist das Parteibüro für politisch interessierte Menschen geöffnet.

Von Cedric Schiele, Kreissprecher Die Linke, Schwäbisch Hall und Hohenlohe

Im August ist Sommerpause

Das Parteibüro befindet sich in der Langen Straße 36, 74523 Schwäbisch Hall. Im August bleibt das Büro wegen der Sommerpause geschlossen.

Weitere Informationen und Kontakt:

https://die-linke-sha.de/

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„Lang beschattete Täler“ – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich: Der Episoden zehnter Teil

„Lang beschattete Täler“ – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich: Der Episoden zehnter Teil. Die geschilderten Handlungen, Personen und Namen sind frei erfunden. Es werden keine realen Namen von Personen angegeben. Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten, lebenden oder toten Personen wären rein zufällig und sind weder gewollt noch beabsichtigt.

Von Birgit Häbich

X Foto

… „Sollen wir die schöne Aussicht auf der Bürg* genießen und noch gemütlich frühstücken? fragte Carl. „Wenn du Lust hast, dir auf leeren Magen die schier endlosen Bildchenlitaneien der DEHOGA* anzuschauen und durchzulesen mit der seit neuestem Gastlichkeit beschrieben wird, und wo man neuerdings seinen Namen und seine Erreichbarkeit hinschreiben muss, bloß damit man eine Tasse Kaffee und ein Weckle mit Gsälz* oder einer Butterbrezel auf einem Tablett, von einer medizinisch verhüllten Bedienung, mit spitzen Fingern auf der anderen Seite des Tisches, abgestellt bekommt,“ resümierte Heiner, ohne Carls Frage zu beantworten und stellte weiterhin fest: „Meinst Du etwa, dass wir dann getrost nach unserem Mörike, der sich da jetzt grad vermutlich im Grab umdreht: >Er ist’s! Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte; Süße, wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land< und so weiter, dort droben niederlassen können – es wird uns nämlich kein laues Mailüftchen streifen, sondern der ätzende Gestank von dem Aerosol der Sprüherei mit Desinfektionsmitteln. Uns werden dann die Augen tränen, und es wird so auch nichts mit dem jetzt schleierfreien, atemberaubenden Blick auf unsere Landeshauptstadt, und abgesehen von dem stinkenden Dampf, müssen wir dann die gesammelten komplizierten Karinaauflagen, welche jetzt an die Gastwirte gestellt werden, auch noch solidarisch akzeptieren, weil sonst der Wirt die Rechnung, also die Strafe für Zuwiderhandlung, zahlen kann. Carl, weißt Du als Steuerfachmann eigentlich, ob die Wirte für die Zeit, in der sie Mitwirkende des staatlichen Überwachungsapparates der Karinakrise sind, neben der Soforthilfe vom Land zur Belohnung auch noch steuerfrei gestellt werden?“

Unökologisch

Heiner beendete seinen ausführlichen Einwand schließlich mit dem Hinweis: „Bieg doch einfach jetzt ins Städtle ab, dann kommt unten linker Hand die freie Bäckerei Elfenbein, da holen wir einen unökologisch abgefüllten Togokaffee und lassen uns Butterbrezeln in Tüten einpacken, die wir wegen den neuen karinösen Hygieneregeln* zwar nicht mehr wiederverwenden können und ebenfalls entgegen jeder der sinnvollen und jahrelang erkämpften und durchgesetzten Müllvermeidungsstrategien einfach in die nächste öffentliche Mülltonne werfen werden, damit die Kommunen noch mehr Geld für die Entsorgung ausgeben müssen, welches sie nicht mehr einnehmen.“

Zutraulicher Collie

Um sich den größtmöglichen Genuss einer liebevoll und traditionell im Hand umdrehen geschlungenen Brezel mit guter Süßrahmbutter und einem heißen Kaffee kurz vor dem Ende ihrer Heimreise einverleiben zu können, entschlossen sich Heiner Grün und Carl Eugen Friedner ihr kleines feines Morgenessen dann eben auch nicht stehend im Laden, sondern notgedrungen auf dem Parkplatz im Auto zu sich zu nehmen. Zufrieden und satt setzten sie ihre Heimreise dann schweigend fort. Heiner freute sich auf seine Familie und auf seinen Vierbeiner, der ihn sicherlich sehr vermisst hatte. Denn niemand würde in der gemächlichen Gangart wie er den täglichen Spaziergang mit dem zutraulichen Collie absolvieren.

Alleine gelassen

Carl versuchte sich daran zu erinnern, wann er das letzte Mal mit Paula telefoniert hatte; unter ihrer alten Telefonnummer war sie nicht mehr erreichbar. Nur wenige Monate nach dem Überfall wurde sie nämlich kurzerhand, per Räumungsbeschluss, aus ihrem Atelier im einst geerbten Haus hinausgeworfen und war so gezwungen gewesen, sich eine neue Erreichbarkeit zuzulegen. Im Internet fand man zwar noch ihre alte Adresse und Nummer, jedoch wusste er ja aus seiner sicheren Quelle, dass sie jetzt nur noch unter einer mobilen Nummer zu erreichen war. Je länger er darüber nachdachte, und er sich seiner Schuld bewusst wurde, umso heftiger plagte Carl Eugen das schlechte Gewissen. Er hatte eine schwere Schuld auf sich geladen, er hatte Paula Engel mit der Deckung des geschehenen Betrugs nicht nur jede berufliche und private Zukunftsperspektive genommen, sondern sie überdies, wie er jetzt erkennen musste, auch noch in eine lebensbedrohliche Situation gebracht. Und er hatte seine geliebte Paula zudem gerade in dieser bedrohlichen Zeit und auch danach alleine gelassen.

Weiche Knie

Die Vergangenheit war nun nicht mehr zu ändern – Carl Eugen atmete tief durch – er würde in Zukunft alles dafür tun müssen, diese seine miserable Schandtat wieder gut zu machen.
Es tutete im Hörer, und dann, nach einiger Zeit, schaltete der mit einer angenehmen Frauenstimme ausgestattete automatische Anrufbeantworter ein. Carl wollte schon wieder auflegen, als Paulas Stimme plötzlich am anderen Ende ein fragendes „Ja?“ verlauten ließ. Carl zögerte nun nicht länger und legte sofort los: „Paula? Bist Du es? Hier ist der Carl Eugen Friedner. Paula? Ich muss mit Dir reden. Hast du Zeit?“ Ein fast mildes, jedoch ziemlich deutlich fragendes: „Ach ja?“, bahnte sich den Weg in Carls Gehörgang, Carl fing an zu zittern. Eine Mischung aus Freude über das Wiederhören der wohltuenden Stimme Paulas, der Erleichterung, dass sie nicht gleich wieder aufgelegt hatte und der Aufregung über den ungewissen Ausgang der bevorstehenden Beichte, ließen ihm die Knie weich werden.

Solide Handwerksmeisterin

Wenn er nicht bereits in seinem Arbeitszimmer unterm Dach am Schreibtisch sitzen würde, müsste er sich spätestens jetzt setzen.
„Dein Foto in eurem Internetauftritt macht einen eher weniger professionellen Eindruck. Dein Hemd ist zwar blütenweiß, aber nicht glatt gezogen und die eigentlich ganz nett rotgemusterte Krawatte sitzt nicht richtig. Und man hätte Dich besser ohne ein so gezwungenes Lächeln, vielleicht mit getragener Miene und dafür aber würdig schauen lassen sollen. Auch das Gruppenbild so von oben her, hätte vorteilhafter aufgenommen werden können. Wer hat euch denn fotografiert?“ Dass Paula Engel beim ersten Telefonat, nach so vielen Jahren, ausgerechnet auf diesem Thema herumritt, konnte Carl zuerst gar nicht nachvollziehen, und mit einer Frage zu seinem neuen Erscheinungsbild hatte er überhaupt nicht gerechnet. Er hätte es sich eigentlich denken können – Paula Engel war eben eine grundsolide, perfekte, und mittlerweile sehr erfahrene Handwerksmeisterin – sie würde Arbeiten, die einen schlechten Eindruck machten, niemals durchgehen oder gar veröffentlichen lassen. Carl fing an zu stottern: „Äh, das war jemand, äh, aus dem Umfeld der, ähem.“ Carl kam nicht weiter, Paula übernahm, ohne seine weitere Antwort abzuwarten, zielstrebig die Gesprächsführung wieder an sich: „Und, sag Carl, wie geht es dir?“
Daraufhin wusste Carl Eugen nun gar nichts mehr zu sagen; er war völlig sprachlos über Paulas beständige Freundlichkeit und die unüberhörbar fröhliche Leichtigkeit in ihrer Stimme. Sollte das bedeuten, dass sie ihm trotz der Geschehnisse immer noch wohl gesonnen war? Ihre Güte brachte ihn aus der Fassung, wenigstens eine ihrer spöttischen Bemerkungen hätte sie doch machen können. Mit so viel Wärme und angenehmer Zuwendung von Paula Engel hätte Carl Eugen Friedner jetzt keinesfalls gerechnet … Fortsetzung folgt.

Erläuterungen:

*Burg Bürg: Ein erhabener Aussichtsplatz bei Winnenden, https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e9/Schw%C3%A4bisch- Fr%C3%A4nkische_Waldberge.png
Gastwirtschaft mit herausragender Gastlichkeit: https://www.schoene-aussicht-buerg.de/

*Gsälz: Marmelade

*Eduard Mörike (1804 – 1875) schwäbischer Dichter, sein berühmtes Gedicht: Er ist’s
Frühling lässt sein blaues Band Wieder flattern durch die Lüfte; Süße, wohlbekannte Düfte Streifen ahnungsvoll das Land. Veilchen träumen schon, Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton! Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!
https://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_M%C3%B6rike

*Aerosol: https://de.wikipedia.org/wiki/Aerosol

*Freie Bäcker: Ist z.B. die Bäckerei Weber in Winnenden https://biobaeckerweber.de/

*Hygieneregeln: https://www.infektionsschutz.de/hygienetipps/

Kontaktaufnahme zur Autorin ist möglich unter der E-Mail-Adresse:

b.haebich@web.de

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„Dringender denn je: Konversion der Autoindustrie“ – Artikel von Paul Michel aus Schwäbisch Hall

Der Klimawandel ist in vollem Gange — mit massiven Folgen: Klimazonen verschieben sich, Gletscher schmelzen und heftige Unwetter nehmen zu. Regionen auf der ganzen Welt sind davon bedroht. Besonders der Verkehr ist an der Produktion von CO2 beteiligt.

Von Paul Michel, Schwäbisch Hall

Kohlendioxid-Emissionen des Verkehrs sind nicht gesunken

Ein Fünftel des in Deutschland ausgestoßenen CO2 geht auf das Konto des Verkehrs. 96 Prozent stammen direkt aus den Auspuffen von Pkw und Lkw. Anders als in anderen Bereichen sind die CO2-Emissionen des Verkehrs seit 1990 nicht gesunken.

Elektroautos – keine Alternative

Das von der Autoindustrie und den politischen Eliten hochgehypte Elektroauto bringt keine Lösung. Für die Autoindustrie hat das Elektroauto den Charme, dass man auf die Produktion von ebenso hohen Stückzahlen wie heutzutage hofft. Gerade diese Massenproduktion schafft jedoch bei der Gewinnung von Leichtmetallen wie Aluminium aus Bauxit erhebliche ökologische Probleme. Die Klimabilanz der Herstellung und Entsorgung von Batterien ist eine weitere Hypothek. Werden Benziner und Diesel durch E-Autos ersetzt, ändert sich am horrenden Flächenverbrauch ebenso wenig wie an den verstopften Straßen und Autobahnen. Es bliebe bei Millionen privaten PKWs und SUVs, die Straßen und Städte verstopfen.

Ladesäulen – kein Bestandteil einer ökologischen Verkehrswende

Es ist klar, dass bei einer Verkehrswende hin zu einem öffentlichen, eher schienengebundenen Verkehr weniger Pkw und Lkw benötigt werden. Pkw werden wohl noch in Gestalt von E-Taxis gebraucht, um für die Menschen auf dem flachen Land Mobilität zu ermöglichen, als Dienstfahrzeuge für ServicetechnikerInnen oder mobile Dienste usw. Lkw braucht man wohl noch für die Überbrückung der „letzten Meile“, nachdem Mittel- oder Langstreckentransport auf der Schiene oder auf dem Wasser erfolgt ist.

Propaganda der Autoindustrie

In einer ökologischen Verkehrswende wird das Elektroauto nur eine untergeordnete Rolle spielen. Wenn Firmen für ihren Servicebereich oder z.B. die Rettungsdienste statt der Verbrenner Elektroautos einsetzen, können die erforderlichen Ladesäulen auf dem Betriebsgelände installiert werden. Es spricht auch nichts dagegen, wenn Supermärkte auf ihrem Gelände Ladesäulen installieren. Und es ist nur vernünftig, wenn die Mineralölkonzerne die Auflage bekommen, Zapfsäulen für Strom bereitzustellen – und natürlich auch selbst dafür die Kosten tragen. Es besteht also kein Grund, der Propaganda der Autoindustrie zum Thema Ladeinfrastruktur auf den Leim zu gehen und dafür drei Milliarden Euro öffentliche Gelder zu versenken.

Skizze für einen Ausstieg aus dem Automobilismus

Es ist von grundlegender Bedeutung, dass die ArbeiterInnen nicht die Leidtragenden einer deutlichen Reduzierung der Automobilproduktion werden. In der Auto- und Zulieferindustrie gibt es zur Zeit zirka 800.000 Beschäftigte (mit sinkender Tendenz). Wenn im Rahmen einer Umstellung hin zu einer ökologisch verträglichen Wirtschaft Autofabriken geschlossen werden, gilt es sicherzustellen, dass die dort beschäftigten Menschen nicht auf die Straße gesetzt werden. Sie müssen eine qualifizierende Umschulung (keine „Schnellbleiche“) für andere, in der Gesellschaft benötigte Tätigkeiten bekommen – unter Beibehaltung ihres bisherigen Gehalts.

Konversion der Autoindustrie

Ein Teil der Arbeitsplätze kann dadurch gesichert werden, dass die Arbeitszeit deutlich verkürzt und die vorhandene Arbeit auf mehr Schultern verteilt wird. Der frühere VW-Betriebsrat Stephan Krull hat – vor der Corona-Krise – skizziert wie die Arbeitsplatzbilanz für die nächsten zehn Jahre aussehen könnte. Er geht davon aus, dass durch die Umstellung auf E-Mobilität zirka 100.000 Arbeitsplätze und durch die Reduzierung von Kapazitäten/Überkapazitäten zirka 150.000 Arbeitsplätze wegfallen – was erheblich realistischer ist als die vom Autoindustrie nahen Lobbyverband „Neue Plattform Zukunft der Mobilität“ (NPM) lancierten Horrorzahlen. Dem stellt er entgegen, dass durch die Konversion der Autoindustrie auch sehr viele neue Arbeitsplätze entstehen können.

Blockheizkraftwerke bauen

Die heutigen Automobilwerke könnten außer Straßenbahnen, Bussen, Kleinbussen und Sammeltaxis beispielsweise Fahrräder oder auch Blockheizkraftwerke bauen. Zudem ist es ja so, dass bei der Produktion von Bussen, aber besonders im Schienenfahrzeugbau der Automatisierungsgrad in den Fabriken erheblich niedriger ist als in den Autofabriken.

Krull nennt im Einzelnen:

· Schienenproduktion plus 10.000 Beschäftigte in den Stahlwerken (Salzgitter, Eisenhüttenstadt, Bremen, Osnabrück, Duisburg, Dillingen, Unterwellenborn)

· Schienenfahrzeugbau, Waggon- und Triebwagenproduktion plus 100.000 Beschäftigte (Görlitz, Bautzen, Henningsdorf, Salzgitter, Kassel, Mannheim, Siegen, Stendal

· Nahverkehrsbetriebe und Bahnbetriebe plus 30.000 Beschäftigte (Fahrerinnen, Instandhalterinnen, StellwerkerInnen)

Beim Zugverkehr Schweizer Niveau erreichen

Es braucht bei der Bahn eine bessere Taktung, besseren Service, mehr und besser gewartete Züge, eine Signaltechnik, die funktioniert, intakte Gleisanlagen und eine deutliche Senkung der Ticketpreise. Natürlich müssen die fast 6.500 Kilometer Bahnstrecken, die nach der Privatisierung der Bundesbahn seit 1994 stillgelegt wurden, wieder reaktiviert werden. Das Bahnnetz in dem neoliberal heruntergewirtschafteten Land BRD muss zumindest auf Schweizer Niveau angehoben werden. In der Schweiz wurden 2018 pro Kopf rund 365 Euro in die Schieneninfrastruktur investiert, in Deutschland waren es im selben Jahr 77 Euro. Um beim Zugverkehr „Schweizer Niveau“ zu erreichen, sind also erhebliche Investitionen in die Verbesserung der Schienenfahrzeuge und der Infrastruktur von Nöten. Dass dabei zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden, versteht sich. Es spricht Bände, dass es keinerlei wissenschaftliche Untersuchungen gibt zu der Frage, was es bedeuten würde, wenn die Transportkapazität, die bisher von Pkws erbracht wird, künftig durch Bahn, Straßenbahnen oder Busse abgedeckt werden soll. Weder Institutionen wie das Wuppertal-Institut, Greenpeace oder der BUND, noch gewerkschaftsnahe Institute wie Hans-Böckler Stiftung, haben sich offenbar mit diesem Thema befasst.

Vernachlässigung der Infrastruktur

Es gibt in unserer Gesellschaft auch außerhalb des Verkehrssektors Bereiche, in denen aufgrund der systematischen Vernachlässigung der Infrastruktur in den letzten Jahrzehnten erheblicher Nachholbedarf besteht. Zu nennen wäre etwa der Bau bzw. die Sanierung von Schulen und Krankenhäusern. Das Kanalisationsnetz und das Wassernetz werden seit Jahrzehnten auf Verschleiß gefahren. In Bildung und Erziehung, in der Pflege von Alten und Kranken besteht riesiger Bedarf. Hier gibt es viel zu wenig Personal. Für Gesundheit, Kranken- und Altenpflege Stephan Krull einen Mehrbedarf von 150.000 Beschäftigten, bei der Bildung von 20.000 Beschäftigten, bei Landespflege/Umweltschutz von 20.000 Beschäftigten.

System Change wird kein Spaziergang

Wer ernsthaft eine Konversion in Betracht zieht, kommt nicht darum herum, die Eigentumsfrage zu stellen, sprich die Autokonzerne zu entprivatisieren und unter öffentliche Kontrolle zu stellen. Die Konversion der Autoindustrie in eine integrierte Mobilitätsbranche, in der die Produktion von Autos nur noch eine untergeordnete Rolle spielen sollte, wird in der BRD nicht auf der Ebene des Einzelbetriebs zu machen sein. Die gesamte Branche Autoindustrie muss in öffentliches Eigentum übergeführt werden, um die vielfältigen erforderlichen Maßnahmen miteinander zu koordinieren: Paralleler Ausbau der Bus- und Bahnnetze bei gleichzeitigem Abbau der Kapazitäten in der Autoindustrie. Dazu braucht es eine enge Verzahnung der bisher getrennt, oft gegeneinander arbeitenden Branchen Autoindustrie und Bahnindustrie. Vorstellbar wäre eine öffentliche Verkehrsbehörde, eine Art „Bundesnetzagentur Mobilität“ mit den Säulen für Individualverkehr, öffentlichen Verkehr, Flugverkehr sowie Fußgänger- und Radverkehr. Diese „Bundesnetzagentur Mobilität“ könnte die Umqualifizierung von bisherigen Beschäftigten der Autoindustrie für die künftigen Aufgaben übernehmen.

Automanager: Mit Vollgas in die Klimakatastrophe

Klar ist, dass die deutschen Autokonzerne sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen ökologisch-soziale Umstrukturierungsmaßnahmen wehren würden. Die dringend gebotene Konversion wird nicht alleine mit guten Argumenten zu erreichen sein. Es braucht massive Mobilisierungen von Seiten der Klimaschützerinnen und von Gewerkschafterinnen. Sonst setzen die renditesüchtigen Automanager mit durchgetretenem Gaspedal ihren Kurs in Richtung Klimakatastrophe fort.

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„Gebiet 14 Jahre komplett abgeriegelt“ –  Kundgebung in Schwäbisch Hall mit Spendensammlung für Krankenhaus im Gaza-Streifen

Eine „Kundgebung mit Spendensammlung für ein Krankenhaus im Gaza-Streifen“ gibt es am Samstag, 30. Mai 2020, um 10.30 Uhr im Schwäbisch Haller Froschgraben. Mehrere Vertreter des Palästinakomitees Stuttgart informieren die TeilnehmerInnen aus erster Hand.

Vom Verein „Solidarität International e.V.“ und der 3.Welt-Laden Schwäbisch Hall

Mehrere israelische Kriege

Der Verein „Solidarität International e.V.“ und der „Welt-Laden“ in Schwäbisch Hall kommen einer Bitte des Palästinakomitees Stuttgart um Unterstützung seiner Spendensammlung nach. Die Spenden gehen an das Al Awda-Krankenhaus im nördlichen Gaza-Streifen. Infolge von 14 Jahren kompletter Abriegelung und mehreren israelischen Kriegen befinden sich die Gesundheitseinrichtungen im Gazastreifen bereits in „normalen Zeiten“ am Rande des Zusammenbruchs. Für die Bekämpfung der Corona-Pandemie fehlt im Gazastreifen jegliche Ausstattung.

Gazastreifen ist dicht besiedelt

Mit 5800 Einwohnern je Quadratkilometer ist der Gazastreifen äußerst dicht besiedelt (zum Vergleich Berlin 4090 E/km2, Deutschland 232 E/km2). Die Spendensammlung wird außerdem unterstützt von Klaus Ehrmann, Schwäbisch Hall, Importeur von Olivenöl aus Palästina, Renate Häberle, Schwäbisch Hall, Mitglied im Palästinakomitee Stuttgart und Marwa Radwan, Schwäbisch Hall, Inhaberin des Restaurants Jala Food. Die Kundgebung mit Spendensammlung beginnt am Samstag, 30. Mai 2020, um 10.30 Uhr im Froschgraben in Schwäbisch Hall.

Außerdem kann man auf folgendes Konto eine Spende überweisen:

Palästinakomitee Stuttgart e. V., Stichwort: Al-Awda-Krankenhaus, IBAN: DE70600501017005892278

Weitere Informationen und Kontakt:

https://solidaritaet-international.de/index.php?id=816

https://senderfreiespalaestina.de/

https://weltladen-sha.de/

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„Rassistisches Gefasel kam schon 1924 aus der Mitte der Gesellschaft“ – Gedenkrede 2013 von Siegfried Hubele zum Jahrestag des Hessentaler Todesmarschs

„Rassistisches Gefasel kam schon 1924 aus der Mitte der Gesellschaft“, sagte Siegfried Hubble bei seiner Gedenkrede 2013 zum Jahrestag des Hessentaler Todesmarschs. Dieser begann am 5. April 1945 am Konzentrationslager Hessental. Hubele war 2013 einer der Sprecher der Initiative KZ-Gedenkstätte Hessental. Hohenlohe-ungefiltert dokumentiert die Rede noch einmal in voller Länge.

Von Siegfried Hubele, Initiative KZ-Gedenkstätte Hessental, 2013

Hessentaler Todesmarsch begann am 5. April 1945

Ich begrüße Sie im Namen der Initiative KZ Gedenkstätte Hessental zu unserer Gedenkveranstaltung anlässlich des Beginns des „Hessentaler Todesmarsches“ am 5. April 1945.

Am 2. September 1924 war im Haller Tagblatt folgendes zu lesen:

„Nach der einschlägigen wissenschaftlichen Literatur, die der Redner anführte, gäbe es 4 Rassen im deutschen Volk. Die Juden seien dort nicht aufgeführt, infolgedessen gehörten sie wissenschaftlich nicht zum deutschen Volk. Es sei auch eine Wunschvorstellung, wenn man meine, alles, was Menschenantlitz trage, gehöre zusammen.“ Dieses rassistische Gefasel stammt aus einem Vortrag des Obermedizinalrates Dr. de Bury, bei einer Veranstaltung der Haller NSDAP.

Heute würde man sagen – von einem Mann aus der „Mitte der Gesellschaft“.

Mit der Machtübertragung am 30. Januar 1933, an Hitler als Reichskanzler, ohne Parlamentsvotum und tatsächliche Mehrheitskoalition – begann der Marsch Deutschlands in Verfolgung, Krieg und Völkermord.

Schweigen, Wegsehen und Mitmachen großer Teile der Gesellschaft

Nachdem die politischen Gegner – Sozialdemokraten, Kommunisten, standhafte Gewerkschafter und aufrichtige Menschen aus dem Bürgertum durch den SA-Terror schwer geschwächt waren – konnte sich der Rassismus des neuen Regimes voll entfalten. Leider auch getragen durch Schweigen, Wegsehen und Mitmachen großer Teile der Gesellschaft.

Synagoge in Steinbach von Nazis und gut situierten Bürgern niedergebrannt

Am 1. April 1933 organisierte die SA den ersten Boykott jüdischer Geschäfte in Hall. 1935 wurden alle jüdischen Kinder aus den Haller Schulen verbannt und mussten auf eine jüdische Schule nach Braunsbach. 1938 wurde die Synagoge in Steinbach von Nazis und gut situierten Bürgern – darunter Lehrer, Beamte, Kaufleute… – niedergebrannt und der jüdische Betsaal in Hall zerstört und mehrere jüdische Bürger verhaftet, einige ins KZ Dachau verbracht.

Finanzamt und Polizei waren willige Gehilfen

1939 bereicherte sich der Nazistaat bei der Flucht und Vertreibung der Haller Juden über die so genannte „Reichsfluchtsteuer“ und die „Judenvermögensabgabe“. Das Finanzamt und die Polizei waren dabei willige Gehilfen. 1941 – beim ersten Transport württembergischer Juden in die Vernichtungslager waren vier Hallerinnen und Haller betroffen. Alle vier Menschen überlebten das Ghetto von Riga nicht.

42 Haller wurden Opfer des rassistischen Völkermords

Insgesamt wurden 42, mindestens zeitweise in Schwäbisch Hall lebende Menschen, Opfer des rassistischen Völkermords. Im Mai 1942 stellt der Haller Bürgermeister fest: Dass Schwäbisch Hall nun „judenfrei“ sei. Schon ein Jahr zuvor hatte sich zumindest ein Haller Bürger aktiv bei der Verwirklichung „judenfreier Gebiete“ in der Ukraine hervorgetan.

90 Kinder und Säuglinge ermordet

August Häfner – sorgte dafür, dass 90 jüdische Kinder und Säuglinge am 22. August 1941 in einer von der Wehrmacht ausgehobenen Grube von ukrainischer SS erschossen wurden.

Millonenfacher Mord

„Judenfrei“ war das Reichsgebiet Anfang der 1940er Jahre – weil die in Deutschland lebenden Juden zur Zwangsarbeit und Vernichtung in den europäischen Osten gebracht wurden. Offensichtlich war es den „Volksgenossen“ nicht zuzumuten, die Vernichtungslager der Juden vor der Haustüre zu haben. Den millionenfachen Mord an den jüdischen Menschen aus Osteuropa, durch die SS – und Polizei-Sonderkommandos und die Wehrmacht – wollten viele nur als „Feindpropaganda“ sehen.

800 jüdische Häftlinge sollten den Flugbetrieb in Hessental sicherstellen

1944 angesichts der militärischen Niederlage der Wehrmacht unternahm der Nazistaat nochmals Anstrengungen, die Rüstungsproduktion zu steigern, insbesondere mit der Fertigung von Kampfflugzeugen. Auch hier in Hessental. 800 jüdische Häftlinge sollten den Flugbetrieb auf dem Fliegerhorst sicherstellen.

„Wettlauf mit dem Tod“

Izchak Lamhut, der Ende 1944 Häftling hier im KZ Hessental war, musste zuvor Sklavenarbeit für eine deutsche Flugzeugfabrik im polnischen Budzy verrichten. Er stammte aus dem kleinen Städtchen Krasnik. Izchak Lamhut verlor fast die gesamte Familie während der verschiedenen Auflösungen der Ghettos und Arbeitslager durch die Deutschen. Seine Mutter war im Gefängnis des Ghettos mit dem jüngsten Bruder Schlomo eingesperrt. In seinen Erinnerungen „Wettlauf mit dem Tod“ beschreibt Izchak Lamhut in dramatischen Worten den letzten Kontakt mit der Mutter:

„Gott, hilf mir doch, meiner Mutter zu helfen“

„Irgendjemand erzählte mir, dass meine Mutter im Gefängnis saß. Ich rannte natürlich sofort dorthin, und meinen Augen bot sich ein schreckliches Bild. Meine Mutter steht am geschlossenen Fenster, das zusätzlich mit einem Gitternetz überzogen ist, hält Shlojmele an der Hand und beide weinen. Als meine Mutter mich unten stehen sah, begann sie mich anzuflehen, liebes Kind, Itzchak, rette uns, morgen wollen sie uns töten. Liebes Kind, schütte Öl in die Lampe, solange der Docht noch brennt, du wirst deine Mutter verlieren. Ich schauderte am ganzen Körper, ich konnte mich nicht von der Stelle bewegen und sie erzählte mir alles, was in den paar Tagen, seitdem ich sie zum letzten Mal gesehen hatte, zugestoßen war. Damals war sie noch zuhause gewesen, und jetzt zog sich schon die Schlinge um ihren Hals zu. Erbarme dich meiner, und wenn nicht, dann wenigstens deines kleinen Bruders. Meine Mutter sprach mit heiserer Stimme, und wie in einem Reflex hob ich die Arme hoch und schrie Gott, hilf mir doch, meiner Mutter zu helfen!´ Ich merkte gar nicht, dass hinter mir zwei von der SS standen. Plötzlich bekam ich eine schallende Ohrfeige und jemand schrie:Mach, dass du wegkommst, du Hund, sonst erschieß ich dich!´ Das war das letzte Mal, dass ich meine Mutter gesehen habe. Ich hatte überhaupt keine Möglichkeit, Öl in die Lampe zu gießen, und am nächsten Tag brachten sie meine Mutter und das Baby auf den Friedhof und erschossen sie dort.“

Hunger, Krankeit und Mord

Izchak Lamhut war am 5. April 1945 ein Überlebender des KZ Hessental. Mit seelischen und körperlichen Narben, die wir uns kaum vorstellen können. Mindestens 182 seiner Leidensgenossen aus dem KZ-Außenlager Hessental starben durch Hunger, Krankeit und Mord.

Hessentaler Todesmarsch forderte mehr als 150 Todesopfer

Wahrscheinlich mehr als 150 Todesopfer forderte der Hessentaler Todesmarsch, den die Häftlinge größtenteils zu Fuß ab Sulzdorf – über Ellwangen und Nördlingen nach Dachau-Allach zurücklegen mussten.

Dieser Männer gedenken wir heute!

Gedenken hat aber immer etwas mit nachdenken zu tun. Es gab in den letzten Jahren kaum einen Skandal, der die Menschen in der Bundesrepublik so beschäftigt hat, wie die Morde des terroristischen Nazitrios „Nationalsozialistischer Untergrund“. Die meisten hätten sich die Ausmaße dieser Verbrechen vorher nicht vorstellen können.

Gegen alltäglichen Rassismus kämpfen

Deshalb ist es an solchen Gedenktagen, wo wir an die Opfer des Faschismus erinnern, ein wichtiges Anliegen, nachzudenken, ob Rassismus und rechter Terror eine Gesellschaft wie unsere wieder beherrschen könnten? Welche Warnsignale kommen aus der „Mitte der Gesellschaft“? Was können wir tun gegen Ausländerfeindlichkeit, gegen Asyl-Hetze, gegen den alltäglichen Rassismus!

Hauptredner ist Hermann Abmayr

Unser Hauptredner heute ist Hermann Abmayr. Er ist Journalist, Buch- und Hörfunkautor und Filmemacher – und hat sich auf vielfältige Weise mit dem Thema befasst. Ich denke er wird in seinem Beitrag die Kontinuität des historischen Faschismus aufzeigen, der bis heute der Bezugspunkt vieler terroristischer Nazigruppen ist. Zuerst spielt nochmals die Gruppe Yondar – die uns auch in diesem Jahr einen würdigen musikalischen Rahmen bereitet. Danke.

Weitere Informationen und Kontakt:

http://www.kz-hessental.de/index.php/geschichte/der-todesmarsch

http://www.kz-hessental.de/index.php/termine

http://stuttgarter-ns-taeter.de/

http://moessingergeneralstreik.wordpress.com/

http://de.wikipedia.org/wiki/Mössinger_Generalstreik

http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2013/01/31/wdr3-wdr5-zeitzeichen-moessinger-generalstreik.xml

„Stuttgarter NS-Täter – Vom Mitläufer zum Massenmörder“

Abmayr ist bekannt für seine Arbeit als Herausgeber des Buches „Stuttgarter NS-Täter. Vom Mitläufer zum Massenmörder“ aus dem Jahr 2009 oder als Autor von „Wir brauchen kein Denkmal. Willi Bleicher: Der Arbeiterführer und seine Erben“, 1992. Sein Film über die „Spur der Erinnerung“ hält eine Bürgeraktion im Jahre 2009 fest, die mit vielen unterschiedlichen Aktionen von BürgerInnen mit und ohne Behinderungen, Vereinen, Archiven, Gemeinden etc. eine breite Spur zwischen Grafeneck, Ort der Vernichtung von Menschen mit Behinderungen, und Stuttgart zog.

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