„Persönliche Einschränkungen durch Coronamaßnahmen aufheben“ – Offener Brief von Almuth Bantzhaff aus Schrozberg-Bartenstein

Wegen der Corona-Einschränkungen und der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 14. März 2021 hat Almuth Bantzhaff aus Bartenstein einen „Offenen Brief“ an die Landeswahlleiterin des Landes Baden-Württemberg, Cornelia Nesch, die Mitglieder des Landtages von Baden-Württemberg und die Mitglieder des Bundestages der Bundesrepublik Deutschland geschickt. Hohenlohe-ungefiltert veröffentlicht den Offenen Brief in voller Länge. Zur besseren Lesbarkeit hat die Redaktion Zwischenüberschriften eingefügt.

Offener Brief von Almuth Bantzhaff, Schrozberg-Bartenstein

Sehr geehrte Frau Nesch,
sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,

letzte Woche habe ich ein Schreiben erhalten, mit dem ich aufgefordert werde, mich ehrenamtlich als Vorsitzende des Briefwahlvorstandes eines Teilortes von Kirchberg an der Jagst zur Verfügung zu stellen. Ähnliche Aufforderungen habe ich die letzten Jahre anlässlich verschiedener Wahlen erhalten und bin diesen nach einem Blick in meinen Terminkalender meist ohne weiter nachzudenken gefolgt, nicht zuletzt um meine KollegInnen, die mit der Organisation der Wahlen seitens der Stadtverwaltung befasst sind, zu unterstützen.
Die jetzige Anfrage zur WahlhelferIn, die ähnlich lautend aktuell an zahlreiche Menschen allerorten in Baden-Württemberg verschickt wird, kann ich für meine Person nicht so einfach unterschreiben. Zahlreiche Personen sind aufgefordert letztlich in ihrer Freizeit zu helfen, dass Demokratie in unserem Land lebendig und aufrecht erhalten bleibt. Die WahlhelferInnen werden benötigt, um denjenigen, die von ihrem Wahlrecht als einem Grundpfeiler der Demokratie Gebrauch machen wollen, dies durch ihren Einsatz zu ermöglichen.

„Bloß keinen Kontakt zu Mitmenschen“

Sie, Frau Nesch, erwarten laut Berichterstattung (u. a. in der Schwäbischen Post) mehr Briefwähler. Dies dürfte so zutreffend sein, da seit Monaten die Angst vor anderen Menschen als potentielle Virusüberträger geschürt wird. Bloß keinen Kontakt zu Mitmenschen, wenn ich sicher gehen will, letztlich nicht an Covid-19 zu sterben! Und wenn ich mich nicht an die AHA- und sonstige Regeln halte, sehen mich die meisten Zeitgenossen, dank der Panikmache von Politik und Medien, als potentielle Mörderin. Also auch nicht ins Wahllokal, wo das Virus zuschlagen könnte.
Nach Ihren Aussagen, Frau Nesch, “sind alle darauf eingestellt“, dem hohen Anteil an Briefwählern gerecht zu werden und Sie rufen die Bevölkerung auf, sich als Wahlhelfer zu engagieren.

„Husch, husch ins Körbchen“

Bei der Wahl helfen soll und darf also jeder. Er darf auch nach 20 Uhr noch helfen. Er darf auch nach 20 Uhr nach Hause fahren/gehen. Er darf auch mit egal wie vielen Personen über den Kreis seines eigenen Haushaltes hinaus im Wahllokal stundenlang Stimmzettel entgegennehmen, auszählen, Ergebnisse zusammenstellen etc.. Anschließend dann aber schnell auf direktem Weg nach Hause „husch, husch ins Körbchen“ und weiter Verzicht üben zum Wohle der Allgemeinheit, zum Wohle der Gesundheit. Aus Rücksichtnahme auf die Gesundheit der anderen bleiben wir insbesondere von 20 bis 5 Uhr zuhause (es sei denn der Hund muss Gassi geführt werden, denn dessen Grundrecht auf Freizügigkeit wurde bekanntlich nicht eingeschränkt). Zur Begründung haben wir ja die „Pandemie“. **

Angstszenarien

Ja, wir leben (je nachdem wie man „leben“ definiert mehr oder weniger) in Zeiten einer von der WHO ausgerufenen „Pandemie“ – so werden wir jeden Tag, ob wir es hören wollen oder nicht, beschallt. Seit Monaten werden Angstszenarien aufgezeigt, denen man nur schwer entkommt, wenn überhaupt, nur mit völligem Verzicht auf jegliche Medien.
Wenn wir es jetzt also (immer noch) mit einer Pandemie und damit einer weltweit sich stark ausbreitenden Infektionskrankheit, mit hohen Erkrankungszahlen und schweren Krankheitsverläufen zu tun haben, die dafür hergenommen wird, um Grund-, Menschen- und Freiheitsrechte extrem einzuschränken oder gar auszusetzen, wie verantwortlich hat die Politik dann gehandelt als sie Lockerungen von Coronamaßnahmen über Weihnachten beschlossen hat?

Völlig überfüllte Lebensmittelmärkte

Was macht den Unterschied zwischen WahlhelferInnen mit Abstand in einem Wahllokal über mehrere Stunden gegenüber einem Aufenthalt in einem (Speise-)Lokal, dessen Betreiber teilweise unter hohem finanziellem Aufwand Hygienemaßnahmen getroffen haben, etwa über durchschnittlich 1 bis 1,5 Stunden mit Abstand und Trennvorrichtungen?
Warum dürfen VerkäuferInnen im Einzelhandel stundenlang in völlig überfüllten Lebensmittel- und Discountermärkten für die KundInnen da sein und der übrige Einzelhandel ist geschlossen?
Wie ist zu erklären, dass die Politik, also auch Sie, sehr geehrte Damen und Herren Land- und Bundestagsabgeordnete, nichts gegen den Abbau von mehr als 3.000 Intensivbetten in den letzten Monaten in Deutschland unternehmen? Dies ist auch nicht durch die geänderte Zählweise beim DIVI- Intensivregister, das in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch Institut seit April 2020 die verfügbaren Intensivbetten in Deutschland erfasst, zu erklären (https://www.divi.de/divi-intensivregister-tagesreport-archiv).

Doch keine „Pandemie“?

Die Liste mit solchen und ähnlichen Fragen, wie inkonsequent beschlossene Maßnahmen der Politik sind, ließe sich noch beliebig fortsetzen.
Vielleicht liegt es daran, dass der eine oder die andere PolitikerIn doch besser informiert zu sein scheint als man glauben kann. Vielleicht ist die Information, dass die durch das Coronavirus verursachte Krankheit weniger tödlich als ursprünglich angenommen ist (https://www.merkur.de/welt/who-corona-studie-tote- uebersterblichkeit-infektion-pandemie-zr-90073439.html) bei dem ein oder der anderen angekommen. Vielleicht hat die Tatsache, dass weltweit nicht annähernd soviele Menschen wie ursprünglich von „Experten“ prophezeit gestorben sind, dazu geführt, dass darüber nachgedacht wurde, dass wir es möglicherweise doch mit keiner „Pandemie“ zu tun haben. Dann kann verantwortet werden, dass es bürger- und wählerfreundliche „Lockerungen“ gibt.

Grund- und Freiheitsrechtseinschränkungen

Müsste dann aber nicht jetzt weiter daraus (und aus zwischenzeitlich zahlreich vorliegenden Studien) gefolgert werden, dass die Grund- und Freiheitsrechtseinschränkungen, sofort aufhören müssen?

Symptomlose Kranke

Man muss kein Mediziner sein, um sich zu wundern, wenn bei Statistiken, Inzidenzen etc. Tabellen mit „symptomlosen Kranken“ oder „asymptomatisch Erkrankten“ gefüllt werden.
Der Brockhaus definiert Krankheit als „Störungen im Ablauf der normalen Lebensvorgänge in Organen und Organsystemen durch einen Reiz, der zu einer von der Norm abweichenden vorübergehenden Beeinträchtigung der physischen Funktionen … auch zu wahrnehmbaren körperlichen Veränderungen, im Extremfall zum Tod führt…“
Dies entspricht meinem bisherigen Verständnis von Krankheit und nicht irgendetwas ohne Symptome und schon gar nicht eine „Krankheit“, die bestimmte Symptome aufweist und wenn diese nicht da sind, gibt es eben „asymptomatisch Erkrankte“. Entschuldigung, aber da kann man den Eindruck gewinnen, wir sollen, gelinde gesagt, für dumm verkauft werden.

Persönliche Einschränkungen durch Coronamaßnahmen aufheben

Die Liste der Ungereimtheiten ließe sich noch weiter fortsetzen. Ich gehe aber davon aus, dass das Wesentliche, das mich bewegt, so lange nicht für ein Ehrenamt bezüglich einer Landtagswahl o. ä. zur Verfügung zu stehen, bis die persönlichen Einschränkungen durch Coronamaßnahmen aufgehoben sind, klar geworden ist.
Solange also unsere Regierungen, wovon eine jetzt wiedergewählt werden will/soll, nicht willens sind, die freiheitlich demokratische Grundordnung, zu deren Schutz sich jeder Politiker verpflichtet hat, wiederherzustellen, bin ich nicht willens, in meiner (durch zahlreiche „Coronamaßnahmen“ sehr eingeschränkten) Freizeit ehrenamtlich bei einer Wahl zu helfen.
Ich bin bereit, für die freiheitlich demokratische Grundordnung einzutreten, deren Schutz im Grundgesetz garantiert wird (dies habe ich vor bald dreißig Jahren bei meiner Berufung ins Beamtenverhältnis gelobt). Ich bin aber nicht bereit, das, was unter dem Deckmantel des Infektionsschutzes angeblich demokratisch abgedeckt aktuell in Deutschland und Baden-Württemberg praktiziert wird, zu unterstützen.

Bis zur Landtagswahl bleibt nicht mehr viel Zeit

Als ein Beispiel sei hierzu angeführt, dass hochrangige Politiker ernsthaft vorschlagen, Menschen einzusperren, wenn sie sich nicht an etwaige (äußerst fragwürdige und keineswegs epidemiologisch sinnvolle) Quarantänemaßnahmen halten. Solche Aussagen machen mich sprachlos. Unfassbar, dass solche Vorschläge für diese Politiker ohne Konsequenzen bleiben.
Ich kann mir gut vorstellen, dass es noch zahlreiche BürgerInnen gibt, die ähnliche Gedanken haben und deshalb nicht als WahlhelferIn zur Verfügung stehen. Vielleicht liegen Sie, Frau Nesch, daher auch mit Ihrer Aussage, dass „alle darauf eingestellt sind“, dass am Wahltag alles klappt, nicht ganz richtig.
Bis zur Landtagswahl bleibt nicht mehr viel Zeit, um die Dinge auf den richtigen Weg zu bringen und bis zur Bundestagswahl nur wenig mehr.

Mit freundlichen Grüßen
Almuth Bantzhaff

* *Pandemie: lt. Wikipedia eine „neu, aber zeitlich begrenzt in Erscheinung tretende, weltweite starke Ausbreitung einer Infektionskrankheit mit hohen Erkrankungszahlen und i. d. R. auch mit schweren Krankheitsverläufen.“[1] Im Unterschied zur Epidemie ist eine Pandemie örtlich nicht beschränkt, [2] es kann aber auch bei Pandemien Gebiete geben, die nicht von der Krankheit betroffen werden. In Bezug auf die Influenza hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihren zuletzt im Mai 2017 überarbeiteten Leitlinien zum Pandemic Influenza Risk Management festgelegt, dass die Ausrufung einer Pandemie – also der Übergang von einer Epidemie zur Pandemie – durch den Generaldirektor der WHO erfolgt.[3

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„Wegen brutalem Polizeieinsatz in der Landeserstaufnahmestelle (LEA) Ellwangen“ –  Prozess von Alassa M. gegen das Land Baden-Württemberg

Nach zweieinhalb Jahren Schweigen wird am Donnerstag, 18. Februar 2021, um 10 Uhr die Klage von Alassa Mfouapon gegen das Land Baden-Württemberg vor dem Verwaltungsgericht in Stuttgart öffentlich verhandelt. Prozessbeginn ist am Donnerstag, 18. Februar 2021, um 10 Uhr im Verwaltungsgericht Stuttgart, Augustenstr. 5, 1. Obergeschoss, Saal 5.

Von Adelheid Gruber, Freundeskreis Alassa and Friends

Worum geht es?

Bei einem Polizeieinsatz im Mai 2018 in der LEA (Landeserstaufnahmestelle) Ellwangen wurde die Abschiebung eines Flüchtlings aus Togo durchgesetzt. Aus der Klageschrift: “Eingesetzt waren 500 – 600 Polizeibeamte, darunter Sondereinheiten und Polizeihunde, die in den Räumlichkeiten der LEA Ellwangen ohne Rechtsgrundlage (ein richterlicher Durchsuchungs- oder Beschlagnahmebeschluss lag nicht vor) oder Genehmigung der betroffenen Personen die Räumlichkeiten und sämtliche dort anwesenden Personen durchsuchten, dabei allein 40 nicht verschlossene Türen stark beschädigten und elf Flüchtlinge zum Teil erheblich verletzten. Von diesem Vorgehen war auch der Kläger selbst unmittelbar betroffen.”

Spontane friedliche Solidaritätsaktion

Vorausgegangen war dem einige Nächte zuvor eine spontane friedliche Solidaritätsaktion der anderen Bewohner gegen die Abschiebung ihres togolesischen Mitbewohners. Berichte über Verletzungen von Polizisten dabei erwiesen sich hinterher als Fehlinformation. Dennoch diffamierte Baden-Württembergs CDU-Innenminister Strobl diese Flüchtlinge als „hoch aggressiven Mob“, sprach von „rechtsfreien Räumen“ und begründete damit den massiven Polizeieinsatz. Wenige Tage nach diesem Vorfall organisierte Alassa M. gemeinsam mit anderen Flüchtlingen eine gewaltlose Protestdemonstration in Ellwangen, unter der Parole „Viel wurde über uns geredet. Jetzt reden wir. Wir sind Flüchtlinge – keine Kriminellen“.

Gegen AfD- und BILD-Hetze juristisch erfolgreich vorgegangen

Daraufhin wird Alassa M. im Juni 2018 unter brutalen Umständen selbst nach Italien abgeschoben. Von dort aus erhebt er am 18. September 2018 Klage gegen das Land Baden-Württemberg wegen des brutalen Polizeieinsatzes in Ellwangen, sowie gegen die traumatisierenden Umstände seiner Abschiebung. Diese Klage richtet sich auch gegen die verschärfte Abschiebepolitik der Landesregierung. Alassa Mfouapon konnte Ende 2018 aus Italien wieder einreisen, wo er keinerlei Chance auf ein Asylverfahren erhalten hatte. In der Folge wurde er in einer gemeinsamen Kampagne von Bild-Zeitung und Alice Weidel (AfD), mit bewussten Lügen als „Rädelsführer und Asylbetrüger“ kriminalisiert. Gegen diese Hetze ging er gerichtlich vor und bekam Recht beim Hamburger Landgericht.

Recht auf Unverletzlichkeit der Wohnung

Ob der damalige Polizeieinsatz überhaupt so hätte durchgeführt werden dürfen, wird von vielen stark in Frage gestellt, denn das Recht auf Unverletzlichkeit der Wohnung steht auch einem Flüchtling zu. Die Klageschrift führt dazu aus: „…Insbesondere auch das Grundrecht Art. 13 wurde verletzt, dem es in den Absätzen 1 und 2 heißt: „(1) Die Wohnung ist unverletzlich. (2) Durchsuchungen dürfen nur durch den Richter, bei Gefahr im Verzuge auch durch die in den Gesetzen vorgesehenen anderen Organe angeordnet und nur in der dort vorgeschriebenen Form durchgeführt werden.“ Die polizeilichen Maßnahmen am 3. Mai 2018 und 20. Juni 2018 verstoßen gegen deutsches Verfassungsrecht, die Europäische Konvention für Menschenrechte und die Genfer Flüchtlingskonvention.”

“Freundeskreis Flüchtlingssolidarität”

Der “Freundeskreis Flüchtlingssolidarität”, dessen Sprecher Alassa M. ist, sieht inzwischen auf europäischer Ebene den Versuch weiterer Verschärfung des Asylrechts, noch schärferer Abschottung der EU-Außengrenzen, und eine skandalöse Behandlung von Flüchtlingen, ob in deutschen Erstaufnahmeeinrichtungen wie Ellwangen, ob im Mittelmeer, in Griechenland oder in Bosnien.

Klage gegen das Land Baden-Württemberg eingereicht

Diese Klage steht für die ganze demokratische Flüchtlings-Bewegung und Alassa M. sagt dazu: Wenn diese Polizisten die Auswirkungen dieses brutalen Angriffs ermessen hätten, hätten sie dies nicht getan. Die Flüchtlinge verloren zu dieser Zeit alle Hoffnung auf Schutz des Asylrechts und die Menschenrechte. Deshalb habe ich eine Klage gegen das Land Baden-Württemberg eingereicht.”

Kurzinformation:

Die Verhandlung Alassa Mfouapon gegen das Land Baden-Württemberg findet statt am Donnerstag, 18. Februar 2021, um 10 Uhr im Verwaltungsgericht Stuttgart, Augustenstraße 5, 1. Obergeschoss, Saal 5. Die Verhandlung ist öffentlich.

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„Vom Land ins Ländle – Glückliche Bäuer:in und Glückliche Kühe“ – Online-Wahlkampfdiskussion der LINKEN Schwäbisch Hall und Hohenlohe mit ihrer Fraktionsvorsitzenden im Bundestag Amira Mohamed Ali

„Vom Land ins Ländle –- Glückliche Bäuer:in und Glückliche Kühe“ heißt eine Veranstaltung der LINKEN in Schwäbisch Hall und Hohenlohe zur Landtagswahl in Baden-Württemberg. Am Dienstag, 2. Februar 2021, ab 19 Uhr diskutieren Amira Mohamed Ali (MdB und Fraktionsvorsitzende Linksfraktion im Bundestag) mit Ellena Schumacher Koelsch (Landtagskandidatin Schwäbisch Hall) und Simon Brecht (Landtagskandidat Hohenlohe) live auf Zoom.

Von Cedric Schiele, Kreissprecher Die Linke Schwäbisch Hall und Hohenlohe

Existenz unter dem Traktor weggezogen

Unsere Landkreise Schwäbisch Hall und Hohenlohe sind landwirtschaftlich geprägt und Landwirtschaft ist immer wieder ein großes Thema, nicht zuletzt wegen des Klimawandels. Allerdings wird den Bäuer:innen immer aktuell ihre Existenz unter dem Traktor weggezogen oder sie werden für Umweltschäden verantwortlich gemacht, die in erster Linie der aktuellen Bodenpolitik geschuldet ist. Die Frage muss also eher sein, wie schafft man es, für eine ökologische Landwirtschaft zu sorgen, ohne die Bäuer:innen auf der Strecke zu lassen?

Umstieg auf nachhaltige Bewirtschaftung

DIE LINKE setzt sich zur Landtagswahl vor allem dafür ein, gute Anreize zu schaffen, um den Umstieg auf eine nachhaltige Bewirtschaftung sicher zu stellen. Es ist dabei ganz wichtig, dass auch die Übergangszeit abgesichert ist, um eine regionale Produktion zu erhalten.
Über diese Themen sprechen unsere Landtagskandidierenden Ellena Schumacher Koelsch und Simon Brecht mit der Vorsitzenden der Linksfraktion Amira Mohamed Ali, sie ist Sprecherin für Verbraucher- und Tierschutz.

An der Online-Diskussion am Dienstag, 2. Februar 2021, ab 19 Uhr live auf Zoom teilnehmen:

https://zoom.us/j/96539942993?pwd=M2x5YTVWdGtFS3lNS2U2bVZHbkRSZz09

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„Annemarie Mürter-Mayer zur Bürgermeisterin von Kressberg gewählt“ – Entscheidung bereits im ersten Wahlgang

Bei der Bürgermeisterwahl in Kressberg hat es bereits im ersten Wahlgang eine Entscheidung gegeben. Zur neuen Bürgermeisterin der Gemeinde wurde am heutigen Sonntag (31. Januar 2021) Annemarie Mürter-Mayer gewählt. Die bisherige Kämmerin der Gemeinde erhielt 1140 Stimmen (51.72 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 67,83 Prozent. 2212 von 3261 Wahlberechtigten haben abgestimmt. Sechs Kandidaten standen auf dem Wahlzettel. Amtsinhaber Robert Fischer geht am 1. April 2021 in den Ruhestand.

Informationen zusammengestellt von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

Die Ergebnisse der Kressberger Bürgermeisterwahl:

Annemarie Mürter-Mayer / 1.140 Stimmen / 51,72 Prozent
Tobias Unger / 529 Stimmen / 24,0 Prozent
Axel Schumacher / 262 Stimmen / 11.89 Prozent
Michael Klunker / 129 Stimmen / 5.85 Prozent
Ralf Straetz / 24 Stimmen / 1.09 Prozent
Falk Stefan Illig / 8 Stimmen / 0.36 Prozent
Sonstige / 112 Stimmen / 5.08 Prozent

Wahlberechtigte: 3261

Abgegebene Stimmen: 2212 (67,83 Prozent)

Gültige Stimmen: 2204 (99,64 Prozent)

Ungültige Stimmen: 8 (0,36 Prozent)

Weitere Informationen im Internet:

https://wahlergebnisse.komm.one/01/produktion/wahltermin-20210131/08127101/html5/Buergermeisterwahl_Gemeinde_Kressberg_267_Gemeinde_Gemeinde_Kressberg.html

Online-Wahlforum des Hohenloher Tagblatts:

https://www.swp.de/video/kressberg-buergermeister-wahl-2021-kandidaten-video-54556480.html

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„Verschwörungsmythen in Corona-Zeiten“ – Online-Vortrag von Dr. Michael Blume, Beauftragter der Landesregierung gegen Antisemitismus

Einen Online-Vortrag zum Thema „Verschwörungsmythen in Corona-Zeiten“ hält Dr. Michael Blume am Donnerstag, 28. Januar 2021, um 19 Uhr. Der Online-Zugang (https://youtu.be/ArUk1NNeByk oder via www.fellbach.de) steht am 28. Januar 2021, ab 19 Uhr, allen Interessierten frei zur Verfügung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Im Chat ist es möglich, Fragen zu stellen.

Von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg

Unterstellungen und Schuldzuschreibungen

In Krisenzeiten haben Verschwörungsmythen Konjunktur. Einzelne oder Gruppen werden zu Sündenböcken für negative Entwicklungen erklärt. Die Gerüchteküche wird im Netz angeheizt. Hier finden noch so abstruse, meist anonyme Unterstellungen und Schuldzuschreibungen eifrige, teils fanatische Follower. Die Corona-Krise leistet einer solchen Mythenbildung Vorschub. Unterstellt wird, das Virus sei von Mächtigen in Umlauf gesetzt worden, um die Welt zu unterjochen. Die Schutzmaßnahmen werden als Mittel der Manipulation und Freiheitsberaubung bezeichnet.

Beauftragter der Landesregierung gegen Antisemitismus

Besorgniserregend ist, wie überlieferte antisemitische Stereotopyen sich regelmäßig in die wild wuchernden Debatten mischen. Der Referent Dr. Michael Blume ist Beauftragter der baden-württembergischen Landesregierung gegen Antisemitismus und Experte für Verschwörungsmythen. Gabriele Zull, die Oberbürgermeisterin der Stadt Fellbach, führt in den Abend ein.

Am Online-Vortrag teilnehmen:

Der Online-Zugang (https://youtu.be/ArUk1NNeByk oder via www.fellbach.de) steht am 28. Januar 2021, ab 19 Uhr, allen Interessierten frei zur Verfügung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Im Chat ist es möglich, Fragen zu stellen.

Vortrag archiviert auf den Internetseiten der Stadt Fellbach und der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB):

Anschließend steht der Vortrag auf den Webseiten der Stadt Fellbach (www.fellbach.de), der Kulturgemeinschaft Fellbach (www.kulturgemeinschaft-fellbach.de) und der LpB Baden-Württemberg (www.lpb-bw.de).

Termin: Donnerstag, 28. Januar 2021, um 19 Uhr

Link: https://youtu.be/ArUk1NNeByk oder via www.fellbach.de

Veranstalter: Stadt Fellbach, Kulturgemeinschaft Fellbach, LpB Baden-Württemberg

Kosten: keine

Weitere Informationen und Kontakt:

Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Lautenschlagerstraße 20 (5. Obergeschoss, Eingang über die Passage), 70173 Stuttgart

Telefon: 0711/16 40 99-0

E-Mail: lpb@lpb.bwl.de

Weitere Informationen im Internet zum Referenten Dr. Michael Blume:

https://stm.baden-wuerttemberg.de/de/themen/beauftragter-gegen-antisemitismus/

https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Blume

http://www.blume-religionswissenschaft.de/

https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/10/15/kritik-an-antisemitismus-beauftragtem-blume/

https://www.juedische-allgemeine.de/politik/boese-maechte/

https://taz.de/Antisemitismusbeauftragter-ueber-Corona-Leugner/!5712778/

https://www.juedische-stimme.de/2019/10/15/offener-brief-an-michael-blume-antisemitismusbeauftragter-von-baden-wuerttemberg/

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„Lang beschattete Täler“ – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich: Der Episoden dreiunddreißigster Teil

„Lang beschattete Täler“ – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich: Der Episoden dreiunddreißigster Teil. Die geschilderten Handlungen, Personen und Namen sind frei erfunden. Es werden keine realen Namen von Personen angegeben. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten, lebenden oder toten Personen wären rein zufällig, und sind weder gewollt noch beabsichtigt.

Von Birgit Häbich

XXXIII Breg

… Carl Eugen Friedner trat auf den Balkon hinaus, schloss die Augen und sog die würzige Luft ein. Er dachte an seine geliebte Paula. Wenn er damals, im Sommer 2016 bereits gewusst hätte, zu welcher Tat man im engsten Kreis ihrer Familie im Stande war, hätte er eindringlich darauf bestanden, dass Paula zu ihrem Schutz, zu ihm in sein Haus hätte ziehen müssen.
Im Bericht seines Informanten Findus, las Carl über Paulas Tante, die in ihrer Ehe auf der Schwäbischen Alb recht unglücklich war. Sie gebar zwei Söhne und ihr Mann erfüllte seine Pflichten, sorgte für die Familie und ging einer gut bezahlten Arbeit nach – aber die Verhältnisse trafen insgesamt nicht auf Renate Teufels Vorstellungen eines lebenswerten Lebens. Die Familie konnte sich einen guten Lebensstandard leisten; doch Renate sann trotzdem ständig auf Möglichkeiten, sich weiter zu bereichern. Da ihr nichts anderes einfiel, tat sie was viele Frauen in ihrer Lage taten: Anstatt sich auf den eigenen Weg zu ihrem inneren Glück zu machen, stellte sie überzogene und völlig unerfüllbare Erwartungen an ihren Mann. Und dann an die beiden Buben Wilhelm und Roger. Diese zeigten sehr unterschiedliche Charaktere. Roger Teufel ruhte in sich selber; er war genügsam und seiner Mutter daher weniger ausgeliefert. Wilhelm jedoch, der Ältere, zeigte sich duckmäuserisch und verdruckst im Wesen. Und genau diese Wesenszüge nützte Renate Teufel als Werkzeuge, um ihre undurchsichtigen Pläne im Kreis der Familie durchzusetzen.

Notorische Unzufriedenheit

Im taxierenden Lauerblick Renates lag natürlich auch der reiche Würzburger Onkel Ewald Bündner. Nun war der formbare Wilhelm zwar grundsätzlich ein williges und liebes Kind, aber er kam mit seiner Art, bei Konfrontationen stets sofort das Genick einzuziehen, bei anderen oft schlecht an. Dafür hasste Renate ihren Sohn; und sie hasste ihn dafür, dass er den Onkel Ewald und seine Frau Luise nicht um den Finger wickelte. In ihren Augen hatte Wilhelm damit die Chance vertan, irgendwann als Erbe der Begüterten eingesetzt zu werden. So wuchs der bedauernswerte Wilhelm mit der nach außen hin gezeigten pflichtschuldigen Fürsorge und dem dahinter lodernden Hass seiner Mutter auf. Die notorische Unzufriedenheit Renates verstärkt sich als sie ihre Nichte heranwachsen sah. Paula Engel gewann nämlich mit ihrer gänzlich ungeschminkten Art sehr bald die Zuneigung des Ehepaars Bündners.

Bewegung >Wir machen auf<

Es tagte bereits. Die Stille empfand Carl als wohltuend. Nur ein scharfes Seufzen wehte vom links gelegenen Hang Tannenduft herüber. Gern hätte er noch eine Weile dem Wind gelauscht und sich an dem nadeligen Luftzug erfrischt, aber in der Gaststube wartete bereits sein Morgenessen. Da im Namen von >Karina< immer wieder Hotels und Gaststätten zur Schließung gezwungen wurden, hatte sich das Ehepaar Hubertus der Bewegung >Wir machen auf< angeschlossen. Es leuchtete nämlich keinem Gastronomen mehr ein, warum er oder sie ihre florierenden Betriebe zugunsten von fadenscheinigen und verlogenen Argumenten ruinieren sollten.

Verlust von Vielfalt

Hubertus fand Gefallen an dem schrulligen Gast aus Württemberg und so leistete er Carl Eugen beim Frühstücken Gesellschaft. Sie unterhielten sich angeregt über die steigende Konzentration von Firmen und dem damit einhergehenden Verlust von Vielfalt. Es bestand die Gefahr, dass sich mittelständische Betriebe, sowie kleine und mittlere Gastronomen und deren, ebenfalls aus kleinen Betrieben bestehenden Zulieferketten, sich in die unentrinnbare Abhängigkeit von großen Abnehmern und Lieferservices zwängen ließen. Denn damit würde man jede wirtschaftliche Tätigkeit in die Hände von Giganten geben, die alles und jedes kontrolliert. Kunden und Gäste würden in ihren Gewohnheiten auf einmal komplett bloßgestellt. Was man sich im privaten Bereich keinesfalls gefallen lassen würde – nämlich das ständige ungebetene Hinterhersteigen und Schnüffeln anderer, im ureigenen und persönlichen Lebensstil, wäre irgendwelchen Narzissten aber dann jedoch erlaubt. Damit wäre nicht nur die in Europa gepflegte Vielfalt und Kultur im Eimer, sondern es wäre auch der gezielten globalen Ausbeutung von allem und jedem Tür und Tor geöffnet.

Konzerncliquen

Und wenn man dann noch die geplante Abschaffung des Bargeldes dulden würde, wäre die angestrebte Überwachung und Kontrolle durch die amerikanische Regierung und der Giganten der amerikanischen Informationstechnologie und Finanzwirtschaft perfekt. Diese wenigen Psychopaten verfolgen seit Jahrzehnten mit großer Vehemenz, was ganz harmlos >Finanzielle Inklusion< genannt wird. „Es ist ja kaum zu glauben, aber einer der zehn Hauptsponsoren der >Besser-als-Bargeld-Allianz< ist unsere Bundesregierung“, wusste Carl. „Ja, so unterstützt die rautige Merkelei ausschließlich das Wohl von selbsternannten Wirtschaftseliten und Konzerncliquen. Das Wohl des deutschen Volkes oder gar das Gelingen eines geeinten Europas ist dieser Regierung offensichtlich egal“, meinte Hubertus: „Unsere Währung sollte die Freiheit in bar zu bezahlen bleiben.“

Marktkonforme Demokratie

„Freiheit?, fragte Carl nach. Woraufhin Hubertus fortfuhr: “Wir finanzieren ja derzeit mit unseren eigenen Steuergeldern die Beschädigung unserer Wirtschaft durch das Einführen einer so genannten >marktkonformen Demokratie<.“ Das dies dringend ein Ende haben müsse, darin waren sich die beiden einig. Und Carl ließ Hubertus grinsend wissen: „Meine Rechnung und die für das Frauenzimmer, zahle ich dann jedenfalls in bar.“ In der >Pension Gutleutehof< im oberen Bregtal gab es stets ein kräftiges Frühstück, welches von der äußerst attraktiven Erscheinung der Frau Hubertus höchstpersönlich und liebevoll vorbereitet wurde. Saß man dann an einem der massiven Tische in der urigen Gastwirtschaft, wurde von Herrn Hubertus der Wunsch nach Kaffee oder Tee angenommen und derselbe dann unverzüglich aus der Küche herbeigeschafft. Frische Brötchen wechselten mit körnigen Brotscheiben ab. Dazu gab es Butter, auf Wunsch ein gekochtes Ei, den obligatorischen Schwarzwälder Schinken und jeden Tag eine andere Sorte herrlicher Marmelade.

Kleine dezentrale Einheiten

So gestärkt machte sich Carl dann zu Fuß auf den Weg zum nahe gelegenen Kraftwerkshaus. Heiner begrüßte ihn und Paul und präsentierte voller Stolz, das durch die >GEDEA< reaktivierte Kraftwerk. Heiner Grün erzählte zunächst vom vor über hundert Jahren gefassten Beschluss der Gemeinde zum Holzeinschlag. Mit diesem gewaltigen Einschnitt in das erhebliche Vermögen des Stadtwaldes, wurde der Bau der Linachtalsperre finanziert. Er nannte den Wagemut der damaligen Generation als vorbildlich. Genau dieser Mut, sich in kleinen dezentralen Einheiten zum Wohl der eigenen Region zusammenzutun, sei gerade heute wieder vonnöten.

Selbstversorgung

Heiner führte weiter aus, dass es in den Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts sehr große Schwierigkeiten gab, die Anlagen fertigzustellen. Durch die damalige Geldentwertung wurde die geplante Fertigstellung verzögert. Trotzdem fand nach nur zwei Jahren Bauzeit am 15. Dezember 1923 ein Lichterfest statt – an diesem Tag wurde also erstmals Strom erzeugt. Damit konnte endlich ohne Unterbrechungen Strom geliefert werden. Mit diesem Akt der Selbstversorgung war die Schaffung des Wohlstandes, durch die Produktion von Waren, in der kleinen Schwarzwaldgemeinde gesichert. Nach dieser einstimmenden Rede von Heiner Grün, zogen die drei Freunde Richtung Breg. Kurz vor der Brücke folgten sie eine Weile dem wilden Flüsschen, um dann links in den Wald hinein abzubiegen … Fortsetzung folgt.

Erläuterungen:

Links zur Kontrolle, Überwachung und Ausbeutung:

*Stiftung Cororna Ausschuss Nr. 32 https://www.youtube.com/watch?v=UulRSVfqw9E&feature=emb_title

*Bargeldabschaffung: https://de.wikipedia.org/wiki/Better_Than_Cash_Alliance

*Finanzielle Inklusion: https://de.wikipedia.org/wiki/Financial_Inclusion

*Enthüller von Geldgeschäften:

https://norberthaering.de/

https://de.wikipedia.org/wiki/Edward_Snowden

*Wir machen auf: https://www.neopresse.com/wirtschaft/spannung-einzelhaendler-zum-11-januar-wir- machen-auf/ https://coronapedia.de/forums/forum/wir-machen-auf/ankuendigungen-wir-machen- auf/

Möglichkeiten aufzumachen über die Sitzung Nr. 34 bei Stunde:Minute 2:10 und zum Schluss ab Stunde:Minute 4:49
https://corona-ausschuss.de/sitzungen/

*Linachtalsperre: http://www.voehrenbach.de/linachtalsperre/linachkraftwerk/index.html

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„Live-Interview mit der CDU-Landtagskandidatin Isabell Rathgeb“ – Junge Union Schwäbisch Hall startet in den Online-Wahlkampf

Die Junge Union Schwäbisch Hall interviewt am Donnerstag, 28. Januar 2021, um 18.30 Uhr die CDU-Landtagskandidatin Isabell Rathgeb. Das Interview wird live über den Youtube-Kanal, auf www.facebook.com/isabellrathgeb.de, auf Instagram live sowie auf der Internetseite www.isabell-rathgeb.de übertragen.

Informationen zugesandt von Isabell Rathgeb, CDU-Landtagskandidatin im Wahlkreis Schwäbisch Hall

Zuschauerinnen und Zuschauer haben die Möglichkeit während der Veranstaltung über die Chatfunktion Fragen an die Landtagskandidatin
einzureichen, die sie im Laufe der Veranstaltung beantworten wird. Ziel des Formats ist es, Isabell Rathgeb als Person und ihre politischen
Ziele einem jungen Publikum näherzubringen und jugendrelevante Themen wie Bildung, Digitalisierung, Umwelt und Zukunft der Wirtschaft
und des ländlichen Raums in den Mittelpunkt zu stellen.

Weitere Informationen und Kontakt:

Isabell Rathgeb, CDU-Landtagskandidatin im Wahlkreis Schwäbisch Hall, Mühlstraße 31, 74597 Stimpfach

Was bewegt Sie?

Auf Ihren Kontakt freut sich Isabell Rathgeb:

Telefon:

07967/57 20 949

0151 56 30 82 68

E-Mail: kontakt@isabell-rathgeb.de

Internet: www.isabell-rathgeb.de

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„Lückenhafter Corona-Infektionsschutz: Halbherzig und kapitalorientiert“ – Kommentar von Paul Michel, Schwäbisch Hall

Eines vorweg: Ich bin kein Gegner des Lockdowns. Im Gegenteil: Durch konsequente Lockdowns wurde in Australien und Neuseeland erreicht, dass die Zahl der Corona Infektionen drastisch abgesenkt wurde. Ich bin der Meinung, dass der Lockdown nicht konsequent betrieben wird, weil er einen wichtigen Teil der Gesellschaft weitgehend außen vor lässt: Die Arbeitswelt.

Kommentar von Paul Michel, Schwäbisch Hall

Trotz Lockdown: Wo stecken sich die Menschen an?

Als nach dem Sommer die Infektionszahlen wieder stiegen, wurde der Eindruck erweckt, junge Menschen, die verantwortungslos Party feiern, seien die Schuldigen für diesen Anstieg. Wenig später wurde dieses Bild noch ergänzt um “ausufernde” Familienfeiern und “maßlose” private Treffen (hier gern mit sozialer Abwertung: Garagenpartys) als hauptsächliche Treiber der pandemischen Dynamik. Entsprechend nehmen sich fast alle Maßnahmen den privaten Bereich vor: Alkoholverbot, Schließung von Nachtlokalen, Sperrstunden, Einschränkungen von Familienfeiern, später dann diverse “Lockdowns (light)”.

(Laut-)stärkste Interessengruppe

Um nicht missverstanden zu werden: Ja, es kommt aktuell auch auf individuelles Verhalten an: auf Abstand halten, auf Hygieneregeln, auf Kontaktreduzierung im Alltag. Irritierend aber ist: Bisher ist bei der Identifizierung möglicher Infektionsherde das verarbeitende Gewerbe, also vor allem die Industrie ein absolutes Tabu. Dass dem so ist, hat wohl damit zu tun: Das Lager der Unternehmer ist die (laut-)stärkste Interessengruppe in der Gesellschaft. Das zeigt Wirkung. Die Haltung des politischen Führungspersonals und der tonangebenden Medien brachte Wirtschaftsminister Peter Altmaier im November 2020 anlässlich einer Diskussion um strengere Auflagen für die Bereitstellung von Home-Office-Arbeitsplätzen auf den Punkt: „Arbeit im Homeoffice muss Sache der Firmen und ihrer Mitarbeiter bleiben.“

Corona- Infektionen in den Betrieben – ein Tabu

Dementsprechend ist jegliche Diskussion über die Zustände in der Arbeitswelt tabu. Es gibt so gut wie keine Untersuchungen dazu, welchen Anteil Infektionen, die am Arbeitsplatz weitergereicht werden, am gesamten Infektionsgeschehen haben. Corona-Ausbrüche in Betrieben werden überaus diskret behandelt und nach Möglichkeit vor der Öffentlichkeit geheim gehalten. Dabei gab es durchaus eine Reihe von Corona-Infektionen in Betrieben. Und zwar nicht nur in der Fleisch verarbeitenden Industrie. Im Logistikzentrum von Amazon in Garbsen bei Hannover haben sich 250 MitarbeiterInnen mit dem Coronavirus infiziert. Die Gewerkschaft Verdi geht von mehreren hundert Kolleginnen und Kollegen aus, die sich bei der Arbeit in den Lagerhallen mit COVID-19 infiziert hätten. Auch 61 der rund 250 Beschäftigten im Amazon-Verteilerlager in Bayreuth haben sich infiziert. Das gab das örtliche Landratsamt bekannt. Das Landratsamt verfügt aber nur über Informationen zu Mitarbeitern, die in Stadt und Landkreis Bayreuth leben. Ob darüber hinaus überhaupt weitere Amazon-Angestellte des Standorts in Oberfranken positiv getestet wurden, blieb offen. Offenbar war das für das örtliche Gesundheitsamt kein Grund genauer hinzusehen. Die Presse meldete: „Der Online-Händler selbst macht – unter Verweis auf den Datenschutz – keine Angaben zur Anzahl seiner infizierten Angestellten.“

Ein absoluter Skandal, aber kaum jemand regt sich auf!

Auch bei Audi in Neckarsulm kam es zu Infektionen von Mitarbeitern. In der Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ) war am 5. Januar 2021 zu lesen: „Nach Informationen, die der RNZ aus Mitarbeiterkreisen vorliegen, sollen sich vor allem Angestellte aus der Fertigung mit dem Virus infiziert haben.“ Diese Meldung schaffte es aber nicht in die überregionalen Medien. Warum wohl? Ein Schuft, der Böses dabei denkt!?

Mein Name ist Hase….

Es ist kein Zufall, dass es zum Infektionsgeschehen am Arbeitsplatz kaum belastbare Daten gibt. Kein Wunder, die Gesundheitsämter verzichten darauf, die erforderlichen Daten zu erheben. Die »Augsburger Allgemeine“ berichtet: Das Gesundheitsamt wird gemäß den bestehenden Regelungen nur über Betroffene informiert, die im Landkreis leben. Fragt man die Behörden nach der Zahl von infizierten oder in Quarantäne befindlichen Beschäftigten in verschiedenen Branchen, bekommt man etwa vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit die Auskunft: »Die Gesundheitsämter sind gehalten, möglichst detailliert bekannte Infektionsquellen an uns zu übermitteln. Die Angabe des Berufs ist nach Infektionsschutzgesetz jedoch nicht vorgesehen. Anlässlich von Corona Infektionen Logistikzentrum Graben bei Augsburg sagte die Verdi-Sekretärin Sylwia Lech: « Das Einzugsgebiet der Amazon-Beschäftigten reiche »vom Allgäu bis nach München«. Die Mitarbeiter würden von unterschiedlichen Ämtern abgedeckt, ein Corona-Hotspot falle deshalb nicht sofort auf. »Die Gesundheitsämter müssten landkreisübergreifend besser zusammenarbeiten«, fordert sie.

Genauer hinschauen

Ohne die systematische Erfassung von Branche oder Beruf fällt es aber schwer, bei Infektionen irgendwo Häufungen zu erkennen. Damit wäre zwar immer noch nicht klar, ob sich jemand tatsächlich am Arbeitsplatz angesteckt hat, aber es wäre ein Anhaltspunkt, um genauer hinzuschauen. Bei Einrichtungen, die »für den Infektionsschutz relevant« sind, wie Altenheime, Sammelunterkünfte, Krankenhäuser oder Schulen gibt es Meldevorgaben – und entsprechend Daten und eine öffentliche Debatte. Warum soll das nicht auch für alle Bereiche möglich sein? In Slowenien ist das der Fall. Hier veröffentlicht das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit regelmäßig Daten zu Infektionsorten. Ende November 2020 lag hierbei der Arbeitsplatz mit 25 Prozent vor dem privaten Haushalt mit 23 Prozent Anteil am Infektionsgeschehen (siehe https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-wirtschaft-ist-sicher).

Höchstes Risiko bei Industrie-Beschäftigten in Leiharbeit

Die wenigen punktuellen Untersuchungen, die es in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) gibt, zeigen, dass aus den Betrieben durchaus Gefahr droht. Eine Studie der Krankenkasse Barmer, die im vergangenen Jahr untersuchte, in welchen Berufen das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, am höchsten ist, kam zu dem Ergebnis: „Das höchste Risiko wurde unter den Beschäftigten in Leiharbeit im industriellen Bereich sowie in der Post- und Logistikbranche beobachtet“. Zudem sei zu befürchten, so die Autoren weiter, „dass es in dieser Gruppe weitere Erkrankungsfälle gab, die jedoch aus Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes nicht zu einem Arztbesuch führten“. Jörg Boewe nennt im „Freitag“ eine interne Studie, über die in den anderen Medien allerdings nicht berichtet wird. Darin geht es um ein großes Automobilwerk, zu dem eine interne Auswertung vorliegt. Diese listet für Ende November 2020 „aktive Fälle“ – das entspricht 0,41 Prozent der insgesamt 17.000 Beschäftigten am Standort. Handelt es sich dabei vielleicht um Audi Neckarsulm?

Kontrolle? Fehlanzeige!

In der Bundesrepublik gibt es zwar Auflagen zur Einhaltung von Corona-Schutzmaßnahmen in den Betrieben. Staatliche Kontrollen der Gewerbeaufsichtsämter zur Umsetzung des Infektionsschutzes finden in Betrieben kaum statt. Drei Jahrzehnte Neoliberalismus haben ihre Spuren hinterlassen. Eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Jutta Krellmann (Die Linke) im Sommer 2020 ergab: Die Anzahl der Betriebsbesichtigungen hat sich zwischen 2008 und 2018 halbiert: Wurden Betriebe damals im Schnitt noch alle 11,8 Jahre überprüft, gab es 2018 Kontrollen nur noch alle 25 Jahre. Selbst da, wo Mitarbeiter der Behörden willens wären, solche Kontrollen durchzuführen – sie sind dazu nicht in der Lage. Mehrere leitende Mitarbeiter aus Behörden in drei Bundesländern sagten „BuzzFeed News“ (https://www.buzzfeed.de/buzz/gefaehrliche-arbeitsplaetze-werden-in-der-corona-krise-extrem-selten-kontrolliert-90142878.html) in den vergangenen Wochen, dass die Anzahl der Kontrollen in den vergangenen Wochen massiv zurückgegangen sei. „Ich hätte große Lust, bei Amazon eine Begehung zu machen“, sagt ein leitender Arbeitsschützer, der dafür zuständig ist, Beamten bei solchen Betriebskontrollen anzuleiten. „Aber personell ist das im Moment nicht möglich.“

Systematisches Nicht-Wissen-Wollen

Angesichts solch haarsträubender Untätigkeit der Behörden bei der Nachverfolgung von Corona-Infektionen in den Betrieben drängt sich der Verdacht auf, dass es sich von Seiten der Behörden und der politischen Verantwortlichen um ein systematisches Nicht-Wissen-Wollen handelt. Es wird Zeit, dass diese Gefälligkeitspolitik gegenüber dem Unternehmerlager endlich Thema öffentlicher Debatten wird.

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„Crailsheimer Jahrestage und Jubiläen im Jahr 2021 (Teil 1)“ – Informationen des Stadtarchivs

Die Zeittafel zur Crailsheimer Geschichte weist auch für das Jahr 2021 eine Reihe von interessanten stadthistorischen Ereignissen auf, die einen runden Jahrestag oder ein Jubiläum begehen können. Die folgende kleine Übersicht, erstellt im Stadtarchiv Crailsheim, erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Informationen zusammengestellt vom Stadtarchiv Crailsheim

800 Jahre: Erster Nachweis eines nach der Stadt Crailsheim benannten Ortsadels

Die Stadt Crailsheim gab einem Ortsadel, den Herren von Crailsheim, ihren Namen. 1221 ist dieser Name das erste Mal nachweisbar. In einer Urkunde des Bischofs von Würzburg wird ein Walther von Croelsheim (= Crailsheim) genannt: Er fungiert als Zeuge beim Verkauf eines Landgutes durch Giso von Lare (= Lohr) an den Abt des Klosters Bronnbach. In anderen Orten des Altkreises ist die Familie von Crailsheim über Jahrhunderte nachweisbar, so vor allem in Hornberg (bei Kirchberg), Morstein oder Erkenbrechtshausen.

500 Jahre: Berufung Adam Weiß‘ nach Crailsheim

Ein einschneidendes stadthistorisches Ereignis war die Berufung des Theologen Adam Weiß auf die Pfarrstelle an der Johanneskirche im Herbst 1521. Ein genaueres Datum lässt sich leider nicht mehr ermitteln. Mit der Tätigkeit von Weiß, der zuvor Theologieprofessor in Mainz war, beginnt der Prozess der Reformation in der Stadt.
Crailsheim wird dadurch nicht nur zu einer der ersten Städte Süddeutschlands, die sich der Reformation anschlossen, es war in der Folge auch eines der Zentren der reformatorischen Bewegung in Franken. Diese historische Bedeutung brachte der Stadt 2015 den offiziellen Titel „Reformationsstadt Europas“. Von 2013 bis 2016 entstand der „Crailsheimer Reformationsweg“, dessen zwölf Stationen auch in Corona-Zeiten entdeckt werden können. Informationsmaterial dazu gibt es bei der Stadt Crailsheim.

475 Jahre: „Alter Friedhof“ Crailsheim (heute Ehrenfriedhof)

Am 23. Mai 1546 („nach dem Sonntag Cantate“) fand das erste Begräbnis auf dem damals neu als Friedhof ausgewiesenen Platz vor der Stadtbefestigung beim Diebsturm statt. In diesem Jahr grassierte die Pest und forderte allein in Crailsheim 495 Menschenleben, wohl mehr als ein Viertel der Stadtbevölkerung.
Der ursprüngliche Kirchhof um die Johanneskirche konnte diese große Zahl von Pandemie-Toten nicht fassen, und so hatte Dekan Simon Schneeweiß die Anlage eines Seuchenfriedhofs außerhalb der Stadtmauer initiiert.
Mehrfach erweitert diente der „Alte Friedhof“ bis 1901 als Begräbnisplatz für die Crailsheimerinnen und Crailsheimer evangelischer Konfession.

200 Jahre: Erster Besuch des württembergischen Königs Wilhelm I.

Am 23. Oktober 1821 befand sich der seit 1816 amtierende württembergische König Wilhelm I. zu einem ersten Besuch in Crailsheim. Die Stadt war feierlich mit „Ehrenpforten“ geschmückt und „illuminiert“, die „Burgerschafft empfing Ihn mit einem herzlichen Lebe hoch“. Der König übernachtete in Crailsheim im Gasthof „Zum Goldenen Lamm“. Mit dem Inhaber Georg Michael Lindner verband ihn eine besondere Beziehung: 1813, während der Napoleonischen Kriege, als Württemberg noch auf Seiten der Franzosen stand, sollte der damalige Kronprinz Wilhelm in Leipzig durch einen Coup der Preußen aus seinem Hotel entführt werden. Wilhelm wurde durch Lindner, der dort als Oberkellner tätig war, gewarnt und so vor dem Zugriff gerettet. Zum Dank erhielt Lindner das Holz für den Neubau des „Lamms“ in Crailsheim fast unentgeltlich aus Staatswald. Und auch bei seinen beiden weiteren Besuchen in Crailsheim 1825 und 1833 logierte Wilhelm im „Lamm“ in der (späteren) Karlstraße.

175 Jahre: TSV Crailsheim

Der größte Verein der Stadt, der TSV Crailsheim, führt seine Geschichte bis in das Jahr 1846 zurück. Es existiert kein exaktes Gründungsdatum. Allerdings berichtet eine Anzeige im „Amts- und Intelligenz-Blatt“ vom 8. Juni 1846 vom Zusammenschluss von bis dato 16 jungen Männern zu einer „Turner-Gesellschaft“. Auslöser waren die Vorführungen der Turnvereine Ellwangen und Hall einige Wochen zuvor. „Junge Männer und Jünglinge, welche durch die gute Sache angesprochen, geneigt sind, sich dem neuen Vereine anzuschließen“, werden aufgefordert, sich anzumelden.

125 Jahre: Erste öffentliche Telefonsprechstelle in Crailsheim

Am 17. Februar 1896 wird beim Königlichen Postamt Crailsheim, das sich zu diesem Zeitpunkt noch im Rathaus befindet, die erste öffentliche Telefonstelle der Stadt eröffnet. Sie entstand im Zuge der Herstellung der Telefon-Verbindungsanlage Stuttgart – Aalen – (Crailsheim) – Nürnberg.

125 Jahre: Beschluss über die Einrichtung einer allgemeinen Wasserversorgung

Einen für die Infrastruktur der Stadt beinahe epochalen Beschluss fasste der Gemeinderat am 11. Juli 1896. Mit der denkbar knappen Mehrheit von 11 gegen 10 Stimmen wurde Einrichtung einer zentralen Wasserversorgung genehmigt. Ungefähr 30 Jahre hatten die städtischen Gremien sich in dieser für die Modernisierung der Stadt so wichtigen Frage nicht zu einer positiven Entscheidung durchringen können – und dies trotz des eklatanten Wassermangels und der unhaltbaren hygienischen Zustände an den Brunnen in der Stadt. Die Abstimmung am 11. Juli 1896 endete mit Stimmengleichheit 10 zu 10. Den Ausschlag gab schließlich die Stimme von Stadtschultheiß Leonhard Sachs.

Info: Teil 2 der Crailsheimer Jahrestage folgt in Kürze.

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