„Trashdiving – Auf Mülltauchgang in Hornberg“ – Online-Video des Filmemachers Cornelius Braitmaier

Vor nicht allzulanger Zeit war es auch hierzulande üblich, Müll in der Natur zu entsorgen. Ich wohne direkt am Rande des Landschafts- und Naturschutzgebietes Jagsttal und der ehemaligen Dorfmüllkippe in Kirchberg/Jagst-Hornberg.

Von Cornelius Braitmaier, Kirchberg/Jagst-Hornberg

„Aus den Augen – aus dem Sinn“

Drei „Tauchgänge“ brachten erstaunliche Fundstücke menschlicher Konsumgeschichte ans Licht. Mit zwergenhaftem Verstand wurden hier gemäß dem Motto „Aus den Augen – aus dem Sinn“ Flaschen, Medikamentenverpackungen, Plastik und vieles andere mehr entsorgt.

Link zum Online-Video „Trashdiving – Auf Mülltauchgang in Hornberg“ (Filmlänge 5:50 Minuten):

https://www.youtube.com/watch?v=aKewl6L7_XY

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„Dritte Welle brechen. Solidarischer Shutdown“ – Online-Diskussion mit Winfried Wolf von der bundesweiten Initative Zero Covid und Jörg Härdtle von der Mitarbeitervertretung des Diakoneo Schwäbisch Hall

„Dritte Welle brechen. Solidarischer Shutdown“, lautet der Titel einer Online-Veranstaltung des Club Alpha 60 in Schwäbisch Hall am Dienstag, 20. April 2021, um 19 Uhr. Es sprechen Winfried Wolf von der bundesweiten Initative Zero Covid und Jörg Härdtle von der Mitarbeitervertretung des Diakoneo Schwäbisch Hall.

Vom Club Alpha 60 in Schwäbisch Hall

Beim Chat mitmachen

Es besteht die Möglichkeit, sich zu beteiligen und Fragen zu stellen (Chat, Redezeit begrenzt).

Der Zugangslink lautet:

https://www.twitch.tv/clubalpha60

Winfried Wolf spricht über die Forderungen der Initaitive Zero Covid. Unter anderem wäre das ein dreiwöchiger Shutdown, der auch nicht dringend notwendige Wirtschaftsbereiche mit einschließt, eine Covid-Solidaritätsabgabe auf hohe Vermögen sowie die Freigabe der Impfstoff-Patente. Jörg Härdtle ist Krankenpfleger im Diakoneo und Mitglied der Mitarbeitervertretung. Er berichtet über die aktuelle Situation in der Schwäbisch Haller Klinik.

Bündnis Geradeausdenken: „Dritte Welle brechen. Solidarischer Shutdown“

Online-Veranstaltung am Dienstag, 20. April 2021, ab 19 Uhr – Link zur Teilnahme:

https://www.twitch.tv/clubalpha60

Es besteht die Möglichkeit, sich
zu beteiligen und Fragen zu stellen (Chat, Redezeit begrenzt).

Einige Kernthesen zum Thema „Dritte Welle brechen. Solidarischer Shutdown“:

– Eine globale Pandemie lässt sich nur global besiegen. Wir fordern: Setzt die Patente aus. Gebt den Impfstoff frei.

– Infektionen finden nicht nur in der Freizeit statt. Schließen wir alle Arbeitsbereiche, die nicht dringend nötig sind.

– Für MilliardärInnen weltweit war das Pandemiejahr 2020 ein Rekordjahr. Ihr Vermögen ist um 28 Prozent gewachsen. Corona hat die Reichen reicher, aber die Armen ärmer gemacht. Deshalb jetzt Covid-Solidaritätsabgaben auf hohe Vermögen.

– Drei Wochen bezahlte Pause, statt dritter Welle.

– Jeden Tag sterben Tausende Menschen und noch viel mehr erkranken. Durch Mutationen breitet sich das Virus noch schneller aus.

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„Das Schweigen der Union“ – CORRECTIV fragte bei allen 735 Bundestagsabgeordneten dieser Legislaturperiode wegen angenommener Spenden nach

„Das Schweigen der Union“ überschreibt das Recherchezentrum CORRECTIV den Artikel auf seiner Internetseite. CORRECTIV.Lokal hat alle 735 Bundestagsabgeordnete dieser Legislaturperiode befragt. Welche Lücken sehen sie bei den Spenden-Regeln? Haben sie Spenden als Abgeordnete angenommen? Manche Parteien gaben sich transparent, andere mauern.

Vom Recherchezentrum CORRECTIV

In der CORRECTIV-Datenbank können Sie die Antworten aller Abgeordneten nachschlagen:

https://correctiv.org/aktuelles/parteispenden/2021/04/08/welche-mitglieder-des-bundestages-auskunft-zu-geldspenden-geben-und-wer-lieber-schweigt/

Harald Ebner (Grüne) und Christian von Stetten (CDU) aus dem Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe:

https://correctiv.org/aktuelles/parteispenden/2021/04/08/welche-mitglieder-des-bundestages-auskunft-zu-geldspenden-geben-und-wer-lieber-schweigt/

Charlotte Schneidewind-Hartnagel (Grüne) und Alois Gerig (CDU) aus dem Wahlkreis Odenwald-Tauber:

https://correctiv.org/aktuelles/parteispenden/2021/04/08/welche-mitglieder-des-bundestages-auskunft-zu-geldspenden-geben-und-wer-lieber-schweigt/?

Josip Juratovic (SPD), Michael Georg Link (FDP) und Alexander Throm (CDU) aus dem Wahlkreis Heilbronn:

https://correctiv.org/aktuelles/parteispenden/2021/04/08/welche-mitglieder-des-bundestages-auskunft-zu-geldspenden-geben-und-wer-lieber-schweigt/

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„Genug!“ – Kommentar von Peter Trumpp aus Ilshofen über das Verhalten von „Corona-Querköpfen“

„Genug!“, meint Peter Trumpp aus Ilshofen in seinem Kommentar über „Corona-Querköpfe“. Hohenlohe-ungefiltert veröffentlicht den Kommentar in voller Länge.

Kommentar von Peter Trumpp, Ilshofen

Polizei greift nicht ein

Wir stellen uns vor, dass ein Autofahrer mit Suizidabsicht die Gegenfahrbahn der Autobahn für sein Vorhaben wählt – unter den Augen der Polizei, die ihn nicht stoppt, sondern begleitet. Was? So etwas scheint unvorstellbar, findet aber auf andere Weise wiederholt statt. Vor wenigen Wochen in Kassel, am Samstag, 3. April 2021, in Stuttgart, wo sich tausende von Querköpfen zu einer Demo versammeln, dabei gegen die wichtigsten Auflagen (AHA-Regeln zur Vermeidung von weiteren Infektionsketten) verstoßen, die Polizei jedoch keinen Grund zum Eingreifen erkennt.

Bizarres Beispiel polizeilicher Aktivität

Dieses Verhalten konnten wir jetzt schon verschiedene Male beobachten, sogar Herzchen-Hände zeigen aus den Reihen der Polizei, ein wahrlich bizarres Beispiel polizeilicher Aktivität. Pauschalierung sollte vermieden werden, aber inzwischen regen sich auch bei Gutgläubigen gewisse Zweifel an der Neutralität/ Integrität der Polizei und der Befähigung der Verantwortlichen. Besonders deutlich wird hier ein Problem, wenn sich Polizisten stattdessen hart mit Gegendemonstranten auseinandersetzen.
Wir alle konnten solches Verhalten jetzt genug beobachten.

Querköpfe verstoßen gegen klare Regeln

Aus diesem Grund fordere ich/ fordern wir die verantwortlichen Vorgesetzten inclusive den Innenminister des Landes zum Rücktritt auf. Hier sollte schleunigst dafür gesorgt werden, dass üble Beispiele nicht zum Muster für das ganze Land werden.
Wie sollen LehrerInnen künftig SchülerInnen, ErzieherInnen die Kinder im Vorschulbereich, Ordnungsämter die kommunale Bevölkerung dazu anhalten, die erforderlichen Regeln einzuhalten, wenn eine Vielzahl von Querköpfen ganz offen und unter freundlicher Begleitung der Polizei gegen alle Regeln verstoßen darf?
Daher ist höchste Zeit, diesem Treiben ein Ende zu bereiten. Selbstverständlich appelliere ich nicht an einen massiven Gewalteinsatz, wie dieser bei Demonstrationen anderer Gruppierungen immer wieder zu beobachten war, sondern an das eindeutige Verhalten der Sicherheitskräfte.
Die Verantwortlichen müssen jetzt die Konsequenzen ziehen und abtreten.

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„Warum hat der Landkreis Schwäbisch Hall mit Abstand die höchste Corona-Inzidenz in Baden-Württemberg?“ – Fragen an das Landratsamt und einige Antworten

Wegen der schlechten Corona-Situation im Landkreis Schwäbisch Hall hat Hohenlohe-ungefiltert bei der Pressestelle des Landkreises Schwäbisch Hall nachgefragt. Das Haller Landratsamt ist auch für das Gesundheitsamt des Landkreises zuständig. Fünf von acht Fragen hat das Landratsamt beantwortet. Bei zwei Fragen davon hat die Landkreis-Pressestelle aber lediglich auf nicht näher genannte Landes- und Bundes-Statistiken verwiesen.

Von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

Einige Fragen noch nicht beantwortet

Noch nicht beantwortet wurden die Fragen, ob es Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter des Landkreises Schwäbisch Hall gab, die möglicherweise Corona in Kindertageseinrichtungen in Schrozberg, Blaufelden und/ oder Lendsiedel eingeschleppt haben. Die Fragen von Hohenlohe-ungefiltert dazu sind unten an diesen Artikel angehängt. Die Pressestelle des Landkreises hat eine Beantwortung dieser Fragen für nächste Woche angekündigt.

Fragen zu den Ursachen der vergleichsweise extrem hohen Corona-Zahlen im Landkreis Schwäbisch Hall:

Warum liegt der Landkreis Schwäbisch Hall noch immer an der Spitze aller Landkreise in Baden-Württemberg? Der Landesdurchschnitt der 7-Tage-Inzidenz wurde heute mit 101,1 angegeben. Der Kreis Schwäbisch Hall liegt als einziger Landkreis im Land über der Marke von 200 (229,2). Was ist der Grund für die anhaltend schlechte Position im Vergleich zu anderen Landkreisen?

Antwort der Pressestelle des Landkreises Schwäbisch Hall: Der Landkreis Schwäbisch Hall liegt mit seiner derzeitigen Inzidenz (Stand 08.04.2021: 236,8) noch deutlich über dem Landesdurchschnitt. Allerdings verzeichnen wir seit Anfang letzter Woche erfreulicherweise eine tendenziell sinkende Inzidenz. Die hohen Inzidenzwerte sind derzeit auf mehrere Ausbrüche in Unternehmen sowie weiterhin ein diffuses Infektionsgeschehen zurückzuführen. Das heißt, viele infizierte Personen wissen nicht wo oder bei wem sie sich angesteckt haben.

Seit wann liegt der Landkreis bei den Inzidenz-Werten an der Spitze im Land Baden-Württemberg?

Antwort der Pressestelle des Landkreises Schwäbisch Hall: Hier verweisen wir gerne auf die Statistiken auf Landes- und Bundesebene.

Was war bundesweit die höchste Position des Landkreises Schwäbisch Hall bei den Inzidenzwerten? Stimmt es, dass der Landkreis in den vergangenen Wochen und Monaten auch bundesweit schon die höchste 7-Tage-Inzidenz hatte?

Antwort der Pressestelle des Landkreises Schwäbisch Hall: Auch hier verweisen wir auf die Statistiken auf Bundesebene.

Lassen sich die Infektionsketten nachverfolgen?

Antwort der Pressestelle des Landkreises Schwäbisch Hall: Die Infektionsketten lassen sich nachverfolgen. Das Gesundheitsamt wurde personell deutlich aufgestockt.

Wie kam es zu den Corona-Hotspots Schrozberg, Blaufelden, Crailsheim – mit extremen Inzidenz-Werten? Was sind die Ursachen hierfür gewesen?

Antwort der Pressestelle des Landkreises Schwäbisch Hall: Auch hier sind die hohen Inzidenzen, wie im gesamten Landkreis, auf mehrere Ausbrüche in Kindertagesstätten und Unternehmen zurückzuführen. In der Folge waren oft die jeweiligen Familien betroffen.

Vom Landratsamt Schwäbisch Hall noch nicht beantwortete Fragen von Hohenlohe-ungefiltert:

– Stimmt es, dass der Landkreis vor einigen Wochen noch Mitarbeiter /Mitarbeiterinnen des Landkreises in verschiedene Kindergärten schickte, die dort dann die lokalen Infektionen in Schrozberger, Blaufeldener und Lendsiedler Kindergärten auslösten?

– Gab es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landkreises, die in den vergangenen Wochen im gleichen Zeitraum sowohl in Flüchtlingsunterkünften in Crailsheim waren und dann auch in Kindergärten / Kitas beispielsweise in Schrozberg, Blaufelden oder Lendsiedel tätig waren oder diese Kindergärten/ Kitas dienstlich besuchten?

– Gab es Fälle bei denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landkreises Corona in Kindertageseinrichtungen (Kinderkrippen, Kindergärten, Kinderhorte, Schulen) hereingetragen haben? Wenn ja, wo und wann?

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„Einfacher, bürgerInnenfreundlicher, kostengünstiger“ – Alternativen zum Schildbürgerprojekt „Bahnhofsareal Nord“ in Schwäbisch Hall sind möglich

„Einfacher, bürgerInnenfreundlicher, kostengünstiger“ – Alternativen zum Schildbürgerprojekt „Bahnhofsareal Nord“ in Schwäbisch Hall sind möglich, schreibt Paul Michel im dritten Teil seiner Kritik an dem Großprojekt in Schwäbisch Hall.

Kommentar von Paul Michel, Schwäbisch Hall

Alternativen haben viele Vorteile

Eigentlich ist eine Lösung gar nicht so schwierig: Belassung der Parkplätze auf dem Areal „Bahnhofareal Nord“, Einrichtung von vier Bushaltstellen in dem Bereich, wo sie gegenwärtig sind. Dann bleibt es bei den kurzen, bequemen Wegen für Umsteiger zwischen Bus und Bahn. Sie müssen keine Straße (mit oder ohne Ampel) überqueren und auf keinen fließenden Autoverkehr achten. Sie sparen sich Ärger, wenn es mal schnell gehen muss. Und die Autofahrer in der Steinbacher Straße werden nicht durch Ampeln, Nadelöhr und Stau genervt.

Gelände oberirdisch aufhübschen

Im Bahnhofsvorfeld braucht es weder sechsstöckige Gebäude noch ein unterirdisches Parkhaus, das für zehn bis zwanzig Millionen Euro Ersatz für die oberirdisch überbauten Parkplätze schaffen soll. Ein Bruchteil des so gesparten Geldes würde reichen, um das ganze Gelände oberirdisch aufzuhübschen, dass es auch zum Aufenthalt und Verweilen einlädt. Die Böschung zur Steinbacher Straße und die Bäume oben auf dem Bahnhofsvorfeld bleiben erhalten. Dazwischen ein paar Bänke, von denen man/frau den Blick auf die Altstadt genießen kann. Statt Kopfsteinpflaster könnte die von PKWs benutzte Fläche mit einem wasserdurchlässigen Belag versehen werden und damit der Versiegelung des Bodens entgegengewirkt werden. Das Fahrradparkhaus, das jetzt teuer im Berg vergraben werden soll, kann im Bereich der Schuppen viel kostengünstiger und freundlicher oberirdisch angelegt werden. Bahnhofsvorplatz und Gleis 1 könnten durch eine kürzere und damit deutlich kostengünstigere Unterführung mit dem geplanten Gleis 2 und dem Wohngebiet „Bahnhofsareal Süd“ verbunden werden. Wenn die Unterführung im Bereich rechts vom Bahnhofsgebäude angelegt wird, lässt sich problemlos eine Rampe als Zugang einrichten, die Radfahrerinnen, Kinderwägen und Rollstuhlfahrerinnen nutzen können.

Wiederbelebung der alten Bahnhofsgaststätte

Von dem im Vergleich zur aktuellen Planung massenhaft eingesparten Geld ließen sich das Bahnhofsgebäude und der Bahnsteig so herrichten, dass sie nicht nur für Fahrgäste zu Orten werden könnten, wo Menschen sich gerne aufhalten: Im Erdgeschoss ein Aufenthaltsort, wo Fahrgäste auf die Ankunft der Züge warten (natürlich mit Toilettenzugang am besten auch mit Schalter). Eine Wiederbelebung der alten Bahnhofsgaststätte mit Biergarten. Die Räume im ersten Stock könnten wie in Sulzdorf als Zimmer für Monteure oder als Wohnungen genutzt werden.

Keine Betonarchitektur

Mit einer solchen Lösung würden viele besser fahren: Die Fahrgäste von Bus und Bahn, ja selbst die Autofahrer, die von Staus in der Steinbacher Straße verschont blieben. Und natürlich würden die Böschung und die Bäume sich freuen, weil sie nicht einer Betonarchitektur weichen müssten. Fast alle BürgerInnen von Schwäbisch Hall hätten den Nutzen, weil ihnen unnötige Ausgaben in Millionenhöhe erspart blieben. Nur eine Gruppe würde sich nicht freuen, die Bauindustrie und eine kleine Gruppe mit ihr verbandelter Leute, die bei solchen Großprojekten in der einen oder anderen Weise etwas für sich abzweigen können.

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Lang beschattete Täler – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich: Der Episoden letzter Teil (41)

Lang beschattete Täler – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich: Der Episoden letzter Teil. Die geschilderten Handlungen, Personen und Namen sind frei erfunden. Es werden keine realen Namen von Personen angegeben. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten, lebenden oder toten Personen wären rein zufällig und sind weder gewollt noch beabsichtigt.

Von Birgit Häbich

Schluss

… Am anderen Morgen, vor der Abfahrt, saßen Paula und Carl einträglich zusammen beim Frühstück. Carl nützte die entspannte Stimmung, um mit Paula seine aktuellen Informationen von Findus abzugleichen. „Der Flachler hat am Tag des Todes von deinem Großonkel Ewald seine Kanzleiräume zur Beratung zur Verfügung gestellt. Der Tod des Onkels am Tag des Vertragsabschlusses war der erste Zufall. Da der Vertrag rechtskräftig war, als Ewald Bündner starb, mussten danach die restlichen Formalitäten erfüllt werden. Dies geschah durch Tante Luise und mit Hilfe vom Verwalter des Vermögens. Der Verwalter war schon eine Weile vor dem Tod des Ewald Bündners zur Entlastung eingesetzt. Der Florian Flachler kam aber erst ins Spiel, als der Verwalter hier vor Ort eine zuverlässige Vertretung brauchte“, fasste Carl zusammen.

Persönliches Versagen

„Ja“, bestätigte Paula: „Und weil der Onkel beim Vertragsschluss alles komplett abgelöst hat, bekam der Vorderschein dann sofort die Kohle, die er mit dem Urteil zugesprochen bekam.“ Carl zuckte zusammen, Paula erwähnte sein persönliches Versagen jedoch mit keiner Silbe. Stattdessen fuhr sie fort: „Der Vorderschein hat sich durch sein falsches Spiel, eine >berechtigte Forderung< erwirkt. Damit er Ruhe gab, bekam er von den Sparkässlern sein Siechenhaus günstig finanziert. Vorderschein wusste über alles Bescheid und hätte auspacken können. Weil der Vertrag noch rechtskräftig wurde, bevor der Onkel starb, hatte der Verwalter ja sofort alles unter sich. Er musste sich nur solange mit der Tante absprechen, bis sie ihm, nach den notariellen Eintragungen, dann die gesamte Vermögensverwaltung übertragen hat.“

Romantische Liebesgeschichte

„Dein Onkel hat die ganze Betrügerei glasklar durchschaut. Das muss man erst mal aushalten können. Er hat sich damals furchtbar über das ganze Theater aufgeregt und vielleicht war das zu viel für sein Herz?“, spekulierte Carl, fuhr aber, um zum Ende zu kommen, fort: „Ob er aus dem Weg geschafft wurde oder nicht, werden wir hier nicht klären, aber wie das mit dem Überfall auf dich war, das können wir nun vollends herausfinden Paula. Also, wenn niemand von deinen Reiseplänen gewusst hat, dann muss doch dein Vetter Wilhelm trotzdem auf irgendeine Art und Weise Wind davon bekommen haben“, und stellte nochmals klar: „Da muss es einen Plan gegeben haben. Der Zeitpunkt des Überfalls kann kein Zufall gewesen sein.“ Paula erinnerte sich daran, dass es im Sommer und Herbst 2016, in der Zeit vor dem Überfall, eine romantische Liebesgeschichte im Internet zu lesen gab. Die episodale Fortsetzungsgeschichte stellte die Lebensgewohnheiten von Carl und ihr recht ausführlich dar. „Vielleicht haben mein Vetter Wilhelm und sein Sohn Lucian diese Geschichte ja aufmerksam verfolgt? Der damalige Verlauf der Episoden ließ vermuten, dass wir ihnen bald auf die Schliche kommen würden. So dass sie sich zum baldigen Handeln gezwungen sahen“, mutmaßte Paula.

Informationen „frei Haus“

„Ja, aber wir haben die Schlüsselfrage immer noch nicht beantwortet: Woher wussten sie so genau von deinem Vorhaben?“, fragte Carl. Paula nestelte ungeduldig ihr mobiles Telefongerät aus der Hosentasche, um nach der Uhrzeit zu sehen. Sie hatte genug von den dunkelgrünen Schwarzwaldtannen und wollte wieder heim. Da fiel es Carl wie Schuppen von den Augen: „Paula? Wie gehst du am Computer in dein E-Mailkonto?“ Paula sah auf: „Na wie schon? Ganz einfach.“ „Das heißt, du schaltest den Rechner ein?“, fragte Carl. „Nein, der läuft die ganze Zeit durch, nur die Maus bewegen oder auf die Tastatur drücken.“ Und Carl ergänzte: „Dann erscheint ganz automatisch die Bildfläche auf dem Monitor. Und auf dem Monitor ist ein Bildchen mit dem Zugang zu deinem E-Mailkonto. Das kann dann durch Anklicken direkt geöffnet werden.“ „Ja, das Passwort ist ja gespeichert“, meinte Paula lapidar. „Mhm“, machte Carl. „Tja dann, Paula, haben sie die Informationen über deine Vorhaben >frei Haus< bei dir im Laden abgeholt“, rief Carl aus.

„Der junge Teufel“

„Wenn der Lucian Teufel sich da nachts oder abends Zutritt verschafft hat, war es ein leichtes, deine E-Mails anzuschauen und in aller Ruhe zu erkunden was du so vorhast“, meinte Carl Eugen Friedner, der mit dem jetzt gefundenen Ergebnis fast zufrieden war. Paula überlegte: „Er könnte aber auch vom Flachler ins Haus gelassen worden sein. Die Tür vom Atelier ins Treppenhaus war nicht immer abgeschlossen. Und der Schlüssel lag innen, oben auf dem Sims. Den hätte auch der Wilhelm bei seinen Besuchen einfach nehmen können und nachmachen lassen. Das wäre mir nämlich gar nicht aufgefallen. Und das Schloss war eines, das man auch ohne kriminelle Energie leicht aufbrachte.“ Carl runzelte die Stirn: „Ja, dann haben sie sich wohl die Arbeit geteilt. Der junge Teufel hat die Vorarbeit geleistet und dich ausspioniert. Er hat die Details zum Überfall ausgekundschaftet. Mit dem freien Zugang zu deinen Emails waren die beiden dann stets über deine Vorhaben informiert. Sie konnten sich alles in Ruhe zurechtlegen und einen perfekten Plan aushecken. So könnte es gewesen sein“, schloss Carl diesen Gedankengang ab.

„Nur ich störte noch“

„Deswegen war er beim Überfall dann so souverän. Es setzt Übung voraus, jemanden gezielt zu erschlagen. Kaltblütig ist so ein kleiner Feigling, wie es dein Vetter Wilhelm zu sein scheint, nämlich nicht! Aber es bleiben immer noch offene Fragen: Was hat der Flachler eigentlich konkret mit deiner Verwandtschaft zu schaffen?“, dachte Carl erneut laut nach. Paula seufzte und fasste das fehlende Stück vollends für Carl zusammen: Mit dem geschehenen Betrug wollte man mir lediglich kurzerhand das geerbte Haus abnehmen. Damals hatte aber noch keiner von euch eine Ahnung von meinem Großonkel in Würzburg. Der lebte ja auch weit weg und musste sich als Schweizer überwiegend in seinem Heimatort Maienfeld zeigen. Als meiner gierigen Tante auf der Schwäbischen Alb dämmerte, dass mein Haus nun dem Ewald Bündner gehören würde, sah sie sich ihrem alten Plan, noch reicher zu werden, wieder näher. Um an das große Vermögen des Onkels und an das Haus in Hall zu kommen, störte ja nur ich. Daher sollte ich beseitigt werden.“

„Diese Bande“

„Oder sollen wir sagen, auch noch beseitigt werden?“, fragte Carl dazwischen und beantwortete die weitere Frage im Voraus: „Weil du die Erbin der Bündners warst, hättest du dein Haus ja sowieso irgendwann wieder zurückbekommen. Wenn man aber zwischen dem Tod deines Großonkels und dem deinen, das Testament fälscht, fällt das Vermögen selbstredend an den dann Begünstigten. Dazu war es ja praktisch, dass der Flachler vorher schon dem Verwalter des Vermögens beistand. Und jetzt wird es schlüssig: Diese Bande wollte dich beseitigen. Dann hätten die drei Teufel, der Verwalter und der Flachler, das Vermögen ungestört unter sich verteilen können.“

Fortsetzung in „Gelochte Augenblicke“

„Carl, was tun wir jetzt?“, fragte Paula Engel. Und Carl antwortete bestimmt: „Wir werden jetzt die nötigen Strafanzeigen machen. Komm Paula wir gehen nach Hause.“ Wie es mit Paula und Carl, dem >Karinafirlefanz< und den FreundInnen des Stausees an der Linach weitergeht, erfährt die Leserschaft in den Folgen aus >Gelochte Augenblicke< …

Erläuterungen:

Hinweis auf Paulas Lebensweise
42. Episode aus Irgendwo in Hohenlohe im Juli 2016: https://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=20976

Offenlegung der betrügerischen Erbschleicherei 43. Episode im September 2016 https://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=21171

Zeitvertreibender Spielfilm: https://www.lebeblog.de/besuch-vom-grunen-planeten-auf-der-erde/?cn-reloaded=1 auf dem nachfolgenden „Button“ kommt es gleich, zwar mit einem zuerst vielleicht seltsam gruseligen Bild, aber dann wird es „schön“ Film auf Dailymotion

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„Der Baubürgermeister in den Fußstapfen der Schildbürger“ – Das „Bahnhofsareal Nord“ in Schwäbisch Hall – Teil 2

„Der Baubürgermeister in den Fußstapfen der Schildbürger“ schreibt der Autor Paul Michel als Überschrift zu seinem Artikel „Das Bahnhofsareal Nord“ in Schwäbisch Hall – Teil 2.

Kommentar von Paul Michel, Schwäbisch Hall

Zauberwort „Verdichtete Bebauung“

Der Bahnhofsvorplatz gehört nicht zu den Orten in Schwäbisch Hall, die besonders einladend wirken. Man hat ihn in den letzten Jahren ziemlich verlottern lassen. Er würde aber gewiss nicht an Attraktivität gewinnen, wenn auch noch das restliche Grün verschwinden, die Bäume abrasiert und durch sechsstöckige Gebäude ersetzt würden. Der um schöne Worte selten verlegene Baubürgermeister weiß natürlich eine Begründung dafür, warum eine Verhässlichung durch kalte Betonbauten ein Segen wäre: „Verdichtete Bebauung“ lautet das Zauberwort. Grundsätzlich ist ja richtig, dass durch die Erstellung von immer mehr Einfamilienhäuser eine Zersiedelung der Landschaft und eine Versiegelung der Oberfläche befördert wird. Der grundsätzlich richtige Gedanke einer verdichteten Bebauung, wird hier aber ad absurdum geführt, wenn er eine unnütze und überflüssige Zubetonierung der Landschaft rechtfertigen soll.

Sechs Betonburgen

Auf der anderen Seite der Gleise, im „Bahnhofsareal Süd“ erfolgt ja schon verdichtetes Bauen. Wenn jetzt auch noch das Bahnhofsvorfeld mit Betonburgen vollgestellt wird, mag das auf den Planskizzen der verantwortlichen Architekten „metropolitan“ wirken. Ob es ein schönes Wohnen ist und ob der Bau sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt. Im Übrigen stellt sich die Frage, welche Auswirkung die sechs Betonburgen auf die Durchlüftung des Haller Talkessels haben. Aber diese Fragen stellen die Verantwortlichen im Baudezernat nicht. Und den GemeinderätInnen will die Frage auch nicht einfallen.

Alte Wildbadquelle „gammelt vor sich hin“

Im „Bahnhofareal Nord“ ist eine Mischbebauung aus Wohnungen und gewerblich genutzten Räumlichkeiten vorgesehen. Wie genau der Mix aussehen soll, verrät der Baubürgermeister nicht. Dabei ist mehr als fraglich, ob in Schwäbisch Hall wirklich Mangel an gewerblich nutzbaren Räumen für Architekten, Rechtsanwälte, Steuerberater oder Immobilienbüros besteht. Ich für meinen Teil habe jedenfalls noch nie eine diesbezügliche Klage vernommen. Und wenn es wirklich so wäre – Wäre es da nicht sinnvoller, das Gelände der alten Wildbadquelle zu nützen? Das gammelt schon seit Jahren vor sich hin. Die Nähe zur B19/B14 wäre bei gewerblicher Nutzung mit gut isolierten Fenstern kein großes Problem.

Parkhausbau = Steuergeldverschwendung

Mit der Bebauung des Bahnhofsvorfelds würden nicht nur die Bäume plattgemacht. Es würden auch Parkplätze verschwinden. Nun scheinen Parkplätze der Stadt offenbar wichtiger zu sein als Bäume. Deswegen sollen quasi als Ausgleich für das Verschwinden von oberirdischen Parkplätzen offenbar direkt unter der Fläche, die oben zugebaut wird, ein unterirdisches Parkhaus mit zirka 250 Stellplätzen gebaut werden. Nun weiß jeder Mann/ jede Frau, dass Parkhäuser nicht gerade billig sind. Vermutlich würde so ein Parkhaus zwischen zehn und zwanzig Millionen Euro kosten. Diejenigen, die es genauer sagen könnten, der OB und der Baubürgermeister, hüllen sich aber hinsichtlich des Preises eines solchen Parkhauses hartnäckig in Schweigen.

Häuser, die niemand braucht

Es mutet wirklich wie ein Schildbürgerstreich an: Viele Millionen Euro sollen für ein unterirdisches Parkhaus verschleudert werden, um letztendlich weniger Parkplätze zu schaffen als man selber gerade oberirdisch abgeräumt hat für Häuser, die niemand braucht. Ein Fall von Steuergeldverschwendung, deren einziger Nutznießer wohl die beauftragten Baufirmen sind. Hier stellen sich mir zwei Fragen: 1) Was soll der Unsinn? 2) Warum stellt eigentlich niemand anders diese Frage?

Nadelöhr in der Steinbacher Straße

Die Neuplanung der Stadt für das „Bahnhofsareal Nord“ sieht eine Verlagerung der Bushaltestellen weg vom Bahnhof hinunter an die Steinbacher Straße vor. Künftig soll es also vier Bushaltestellen in der Steinbacher Straße geben – etwa in der Höhe, wo heute die Bahnhofsstraße in die Steinbacher Straße einmündet. Schaut mensch sich die Verhältnisse konkret vor Ort an, fällt auf: Momentan steigen die Leute am Bahnhof aus dem Bus aus und sind sofort bei den Gleisen. Wenn die Bushaltestellen in die Steinbacher Straße verlegt werden, ist der Weg zu den Gleisen deutlich länger. Leute, die mit dem Bus aus Richtung Steinbach bzw. Hagenbacher Ring kommen, müssten zudem erst einmal die Straße überqueren in einen Bereich, wo dann verkehrsmäßig der Bär los ist. Denn im Bereich wo die neuen Bushaltestellen entstehen sollen, wird es ein Nadelöhr geben, wenn hier auf engsten Raum die Einmündung der Bahnhofstraße, ein mit Ampel geregelte Fußgängerübergang und vier Bushaltestellen zusammenkommen. Zudem ist in diesem Bereich eine Verbreiterung der Straße schwer vorstellbar. Wo sollen die Bushaltestellen also hin? Auf der Seite hin zum Bahnhof kommt gleich die Böschung, auf der Seite hin zur Stadt gibt es auch keinen Platz – es sei denn, man reißt das Haus der Rentenversicherung ab. Was also tun? Eine Schneise in den Hang schlagen? Oder den Verkehr in der Steinbacher Straße anhalten, solange dort Fahrgäste aus dem Bus einsteigen und aussteigen? Fragen über Fragen – die nicht gestellt werden.

Deutlich verengte Fahrbahn

Nach Angaben von Leuten, die diese Strecke oft mit dem Auto befahren, gibt es jetzt dort schon ein hohes Verkehrsaufkommen – nicht nur in den Stoßzeiten. Es gehört wenig Phantasie dazu, sich vorzustellen, dass in diesem Bereich Staus und Chaos fast der Normalfall sein werden, wenn dort ein Fußgängerübergang (mit Ampel) und Busverkehr (mit oder ohne Abbiegespur?) bei einer deutlich verengten Fahrbahn zusammenkommen. Die Haller BürgerInnen hätten allen Grund, hier von der Stadt Auskunft zu verlangen. Absolut unverständlich ist, warum diese brisante Gemengelage weder im alten noch im neuen Gemeinderat jemand aufgefallen ist.

Weg zur Bushaltestelle wird länger

Dass der Baubürgermeister die Probleme nicht anspricht verwundert weiter nicht. Sein Anliegen ist ja sein Projekt so in der Öffentlichkeit darzustellen, als ob das jetzt der große Wurf in Sachen Optimierung des ÖPNV sei. Klink bemüht hier das Argument, dass das eine bessere Anbindung von Innenstadt und Katharinenvorstadt an den ÖPNV bringe. Wer sich die Mühe macht, vor Ort zu gehen, stellt allerdings fest, dass sowohl für Fußgänger aus der Stadt als auch aus der Langen Straße der Weg zur aktuellen Bushaltestelle am Bahnhof kürzer ist als der zur geplanten künftigen Bushaltestelle in der Steinbacher Straße. Voraussetzung ist allerdings, dass der Aufzug bei der „Agentur für Arbeit“ funktioniert. Aber das tut er schon seit einigen Jahren nicht – was wirklich kein Ruhmesblatt für das Baureferat der Stadt und für die „Agentur für Arbeit“ ist.

Großspurige Aussagen der Betreiber

Entgegen allen großspurigen Aussagen der Betreiber bringen die Bauvorhaben rund um das „Bahnhofareal Nord“ keine Verbesserungen für den ÖPNV. Dafür sind die Kollateralschäden des Projekts umso gravierender.

· Der Übergang vom Bus zur Bahn wird umständlicher und beschwerlicher

· Es gehen Grünflächen und Baumbestände verloren

· Und obendrein werden die geplanten Verschlimmbesserungen ein teurer Spaß

Dabei ginge alles viel einfacher, viel besser und viel kostengünstiger. Davon mehr in der Fortsetzung dieses Artikels…

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„Corona: Crailsheim möchte Modellstadt für testbasierte Öffnungen werden“ – Oberbürgermeister Grimmer schreibt an Landesregierung und Landkreis

Crailsheim möchte bei Corona Modellstadt für testbasierte Öffnungen werden. Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer wendet sich an Land sowie Landkreis und schlägt eine vorsichtige Öffnung des Handels unter strengen Testungen vor. Damit soll gezeigt werden, dass auch in einer Hotspot-Region eine Abkehr vom Lockdown möglich ist.

Von der Stadtverwaltung Crailsheim

Testmöglichkeiten stark erweitert

Seit mehreren Wochen gehört der Landkreis Schwäbisch Hall und dort besonders die Horaffenstadt Crailsheim zu den Spitzenreitern der Corona- Hotspots in Deutschland. Während in anderen Regionen zumindest zeitweise der Einzelhandel wieder öffnen durfte, blieben die Geschäfte hier weiter geschlossen. Die Testmöglichkeiten für die Bevölkerung wurden derweil durch die Stadtverwaltung in Kooperation mit diversen Partnern in den vergangenen Tagen massiv ausgebaut.

Öffnungen dank Corona-Tests

Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer schlägt in einem Schreiben an die Landesregierung, das Regierungspräsidium sowie den Landkreis nun vor, eine „Modellstadt Crailsheim“ zu schaffen. Ähnlich wie bei dem bundesweit viel beachteten Vorgehen in Tübingen sollen dabei Öffnungen des Einzelhandels, der körpernahen Dienstleistungen, der Sport- und Fitnessstudios, der Gastronomie, der Hotellerie oder auch der Kultur- und Veranstaltungsbranche eng mit Schnelltestungen der Bevölkerung verknüpft werden. „Die Grundphilosophie ist hierbei, nicht den Weg der Angst und Einschränkung zu gehen, sondern den Weg des Muts und der Freiheit“, so Grimmer. Ziel sei es, mit einer kontrollierten Wiedereröffnung eine Abmilderung des Inzidenzwertes zu erzielen. Dazu der Oberbürgermeister: „Dieser Weg basiert auf einem Anreizsystem, um die Menschen hier in der Region zum Testen zu motivieren, um Infektionen in alltäglichen Lebensroutinen zu identifizieren und dadurch Infektionsketten zu unterbrechen.“

Anreize für Tests schaffen

Dadurch, dass aufgrund der bereits vorherrschenden Inzidenzwerte der Handel gar nicht erst aufgemacht hatte, könne er auch als Antreiber der derzeitigen Pandemiesituation ausgeschlossen werden, so Grimmer. Daher würden sich in der Region aktuell vor allem die Menschen testen lassen, die dies im beruflichen Kontext für notwendig erachten oder Angehörige besuchen wollen, die sich im höheren Alter befinden oder Vorerkrankungen haben. „Ein Anreiz, einen Test ‘für sich‘ zu machen, um beispielsweise wieder einkaufen oder ins Fitnessstudio gehen zu können, ist bei uns im Landkreis so gut wie nicht gegeben, weil diese Bereiche leider aufgrund der Vorgaben der Landesregierung geschlossen sind. Es bleibt bei ‚arbeiten, einkaufen, spazieren gehen – und den Lockdown akzeptieren“, stellt Grimmer fest.

Hygienekonzepte der Branchen beachten

Er schlägt daher vor, im Rahmen einer Ausnahmegenehmigung für die „Modellstadt Crailsheim“ von der Corona-Verordnung abzuweichen und gemeinsam in zuvor definierten Bereichen und unter festgelegten Rahmenbedingungen wieder zu öffnen. Hierbei sollen auch die vielfältig ausgearbeiteten und oftmals wenig beachteten Hygienekonzepte der Branchen berücksichtigt werden. Um eine tägliche Testung zu ermöglichen, schlägt Grimmer eine Unterstützung durch die aktuell nur wenig ausgelasteten Impfzentren oder die Bundeswehr vor.

Perspektiven schaffen und Versuch wagen

„Wir ermöglichen hiermit den von Insolvenzen bedrohten Bereichen eine echte Perspektive. Und ich bin überzeugt, dass wir mit dieser klugen Lösung den Bürgerinnen und Bürgern wieder einen wichtigen Teil des normalen Lebens zurückgeben können. Gleichzeitig können wir sogar den positiven Effekt erzielen, dass wir täglich Menschen für Tests begeistern können, die sich sonst nicht testen lassen würden, weil sie derzeit ihrerseits gar keinen persönlichen Mehrwert dadurch erlangen, sondern vielmehr noch fürchten müssen, für mehrere Tage in Quarantäne gehen zu müssen“, wandte sich Grimmer an seine Adressaten, wobei er auch erklärte, dass der Versuch scheitern könnte. „Wenn sich das Infektionsgeschehen in eine falsche Richtung entwickelt, haben wir es zumindest versucht.“ Er appellierte abschließend, nicht einfallslos so weiterzumachen wie bisher, sondern kreativ zu denken und lösungsorientiert zu handeln.

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