“ Radarfallen lösten 16.904 Mal aus und brachten 648.757 Euro“ – Rückblick in Zahlen auf das Jahr 2022 in Crailsheim

Wie viele Badegäste kamen 2022 ins Freibad und ins Hallenbad? Wie wird das neue Horaffenlastenrad genutzt, welche Großereignisse und Jubiläen fanden statt? All das zeigt ein Rückblick in Zahlen auf die Stadt Crailsheim.

Von der Stadtverwaltung Crailsheim

400.000 Besucher:innen beim Volksfest

Manchmal sind Zahlen gar nicht so nüchtern, wie viele denken. Zum Beispiel dann, wenn sie die Ereignisse einer Stadt über das gesamte letzte Jahr abbilden. Wer hätte beispielsweise gewusst, dass in Crailsheim 200 Baugenehmigungen erteilt worden sind? Dass es 80 Winterdiensteinsätze gegeben hat, dass die Radarfallen 16.904 Mal ausgelöst haben und dass 5.086 Besuchende ins Stadtmuseum gekommen sind? Auch Grund zu Feiern hatte
die Horaffenstadt oft, beispielsweise die seit 75 Jahre bestehende Partnerschaft zu Worthington, 20 Jahre Jugendbüro oder das Volksfest, das in seiner traditionellen Form stattfinden konnte und 400.000 Besuchende
angelockt hat. Zahlen über Zahlen, die allesamt die Bandbreite dessen aufzeigen, was in Crailsheim im Jahr 2022 geschehen ist:

• 804 Mitarbeitende waren Ende 2022 bei der Stadtverwaltung beschäftigt. Es gab 116 Neueinstellungen und 22 Azubis, die 2022 begonnen haben. Insgesamt gibt es derzeit 52 Azubis. 16 Mitarbeitende sind 2022 in Rente gegangen.

• 28.675.703 Euro betrug die Summe der Auszahlungen aus Investitionstätigkeiten.

• 621 Crailsheimerle wurden bis Dezember 2022 geboren. Das Ja-Wort gaben sich 158 Paare. Bis Mitte Dezember 2022 wurden 417 Todesfälle gezählt.

• 4.994 Falschparker wurden 2022 im Stadtgebiet gezählt. Die Radarfallen lösten 16.904 Mal aus und brachten 648.757 Euro ein.

• 200 Baugenehmigungen wurden seitens der Unteren Baurechtsbehörde erteilt. Im privaten Baubereich wurden rund 90.000.000 Euro investiert.

• 8 Bebauungspläne wurden 2022 fertiggestellt. Beispiele hierfür sind das Hallenbad im Maulachtal oder das ehemalige Raiffeisengelände. 9 Bebauungspläne wurden 2022 aufgestellt bzw. begonnen, beispielsweise das „Schubert Quartier“, die „Reitanlage Krappenäcker“ oder der „Rotebachring“.

• 41 Sozialwohnungen konnten 2022 generiert werden, die voraussichtlich 2023/24 bezugsfertig sind. Dies entspricht einer Wohnraumfläche von rund 2.650 Quadratmetern.

• 257 Gewerbebetriebe meldeten sich 2022 im Stadtgebiet an. Dem gegenüber stehen 191 Abmeldungen. Zudem gab es 97 Gewerbeummeldungen.

• 44 Ausgaben des Stadtblattes sind 2022 erschienen.

• 100 Fundsachen wurden im Fundbüro abgegeben.

• 989 Kinder wurden in den 19 städtischen Kitas betreut, davon 90 Prozent in den Kindergärten und 10 Prozent im Krippenbereich. Hierfür arbeiten 199 Beschäftigte, darunter 160 pädagogische Fachkräfte, 27 Auszubildende und 12 Hauswirtschaftskräfte. 2022 gab es 14 städtisch betreute Ganztagesgruppen.

• 123 Stadtführungen fanden 2022 statt. Daran nahmen 2.283 Personen teil.

• 726 vhs-Veranstaltungen konnten durchgeführt werden. Darauf verteilten sich 9.653 Teilnehmer. Die Zahl der Unterrichtsstunden lag 2022 bei 16.797. Im Dezember wurde die 99. Integrationskursreihe gestartet.

• 400.000 Besucherinnen und Besucher feierten auf dem Volksfest.

• 6 Aufführungen der Theatergemeinde gab es 2022, die Konzertgemeinde richtete 8 Konzerte aus.

• 5.086 Besucherinnen und Besucher wurden im Stadtmuseum bei den Sonder- und Dauerausstellungen gezählt. 2022 gab es 7 Sonderausstellungen, 13 Führungen und 21 Veranstaltungen.

• 11 Mal traf sich der Gemeinderat zur Sitzung. Das entspricht einer Sitzungsdauer von 42 Stunden und 57 Minuten.

• 58.971 Badegäste kamen an 132 Öffnungstagen ins Freibad Maulachtal. Im Hallenbad genossen 52.003 Badegäste an 229 Öffnungstagen das kühle Nass.

• 139.207 Parkkarten wurden in der Tiefgarage ausgegeben. Mit der Handypark-App wurde 10.581 Mal bezahlt.

• 10 Großbaustellen mit Kosten über 200.000 Euro wurden angegangen, unter anderem der Neubau Kindergarten Parkstraße, der Brandschaden und Ausbau des Dachgeschosses in der Burgbergstraße oder das Bürgerhaus Goldbach. Im Sachgebiet Tiefbau liefen beispielsweise die Druckleitung und der Neubau des Pumpwerkes Onolzheim, die Lärmschutzwand Triensbach und die Kanalarbeiten im Rahmen des Sanierungsgebietes Östliche Innenstadt.

• 80 Winterdiensteinsätze wurden im Winter 2021/22 gezählt.

• 73 Hochstamm-Bäume wurden auf städtischem Grund gepflanzt, davon 13 Obstbäume und 31 Bürgerbäume. Zudem wurden 990 Sträucher und 2.200 Stauden gepflanzt.

• 20 Mal wurde das Horaffenlastenrad von August bis November für je zwei bis drei Tage ausgeliehen.

• 1.198 Kinder hatten sich für das Kinderferienprogramm angemeldet. In den Sommerferien gab es insgesamt 134 Angebote. Die erste Woche der Stadtranderholung war innerhalb von vier Minuten ausgebucht.

• Der 9. Jugendgemeinderat wurde 2022 gewählt.

• 849.264,37 Euro wurde in die digitale Ausstattung der Schulen investiert.

• 75 Jahre besteht die Partnerschaft zu Worthington.

• 20 Jahre Jugendbüro – das wurde 2022 mit einem großen Programm gefeiert. Den Stadtjugendring gibt es seit 50 Jahren, was 2023 ebenfalls gebührend gefeiert wird.

• 8 Hochbeete wurden im Rahmen des Projektes „Essbare Stadt“ in Crailsheim aufgestellt.

Weitere Informationen und Kontakt:

https://www.crailsheim.de/startseite

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„Crailsheimer Jugendgemeinderat kündigt weitere Anträge an“ – Interview mit den Jugendlichen Klara Klunker und Niclas Lies

Wo drückt den Jugendlichen in Crailsheim der Schuh? Welche Themen sollten unbedingt auch mal im Gemeinderat behandelt werden? Und wie können Jugendliche konkret Einfluss auf die Entwicklungen in ihrer Stadt nehmen? Die beiden 15-jährigen Vorsitzenden des Jugendgemeinderates, Klara Klunker und Niclas Lies, sind seit 26. März 2022 in ihren Ämtern und konnten in dieser Zeit schon einiges bewirken und anstoßen. Wie genau ihre Arbeit im Gremium aussieht, das erzählen sie im Stadtblatt-Interview der Stadt Crailsheim.

Von der Stadtverwaltung Crailsheim

Lange Zeit kam kein neuer Jugendgemeinderat zustande. Ihr beiden seid nun bei der Wahl Anfang 2022 in das Gremium gewählt worden – als Vorsitzende und Stellvertreter. Warum habt ihr euch dafür beworben?

Klara Klunker: Durch die Familie interessiere ich mich unglaublich für Politik. Da habe ich den Jugendgemeinderat als Chance gesehen, um etwas verändern zu können. Ich möchte nicht hinter dem Rücken anderer schimpfen und mich beschweren, dass sie nichts machen. Ich habe mich für den Jugendgemeinderat aufstellen lassen, weil ich meine Ideen gerne umsetzen möchte.

Niclas Lies: Ich wollte schon immer irgendetwas verändern. Früher dachte ich, ich könne nichts Großes bewirken. Nun bin schon im zweiten Jahr Schülersprecher an der Realschule zur Flügelau und da habe ich gemerkt, dass ich doch etwas verändern kann – auch wenn ich nicht volljährig bin. Als ich mitbekommen habe, dass es eine Jugendgemeinderatswahl geben wird, versuchte ich einfach mein Glück – mit der Einstellung, etwas verändern zu wollen und zu können.

Was genau wollt ihr denn bewirken? Und wie einigt ihr euch, welche Themen euch wichtig sind?

Lies: Wir haben fixe Punkte, wie zum Beispiel die Nachbesprechung vom Gemeinderat. Da reden wird dann darüber, welche Themen jugendrelevant waren und was wichtig für die Jugendlichen in Crailsheim ist. Außerdem planen wir Aktionen und Events für die Jugendlichen.

Klunker: Viele von uns kommen auch mit eigenen Ideen in die Sitzung. Ein großes Anliegen sind uns die Aufenthaltsmöglichkeiten in der Stadt. Es gibt, glaube ich, keine Sitzung, in der wir nicht darüber reden, wie wir das irgendwie voranbringen können. Das ist das große Ding, was uns im Jugendgemeinderat alle verbindet, und für einige war es auch ein Grund, sich überhaupt dafür aufstellen zu lassen. Und das geht nicht nur den Jugendgemeinderat an, da muss auch der Gemeinderat hinschauen und sich einsetzen.

Ihr habt Ende vergangenen Jahres einen Antrag im Gemeinderat gestellt. Wie kam es dazu?

Lies: Das war überhaupt das erste Mal, dass der Jugendgemeinderat einen Antrag gestellt hat. Da ging es um die Bereitstellung kostenloser Menstruationsartikel an Crailsheimer Schulen. Und der Antrag wird bestimmt auch nicht der letzte bleiben.

Klunker: Ich persönlich war richtig stolz. Der Antrag war echt gut formuliert und wir haben durchweg positive Reaktionen darauf erhalten. Und ja, Niclas hat Recht: Das war wohl nicht der letzte Antrag. Gerade in Richtung Aufenthaltsmöglichkeiten überlegen wir fieberhaft, was man machen könnte. Daran schließt sich dann quasi nahtlos das Thema ÖPNV an – ein so großes Thema, dass es schon anstrengend ist, wenn man nur daran denkt.

Ihr habt also schon das Gefühl, als Jugendliche in der Kommunalpolitik auch ernst genommen zu werden?

Lies: Ja, auf jeden Fall. In den Gemeinderatssitzungen unterhalten wir uns ja auch mit den Stadträtinnen und Stadträten und tauschen uns aus.

Klunker: Der Großteil nimmt uns ernst, würde ich sagen. Vor allem, weil wir einfach präsent sind. Wir waren bislang in jedem Haupt-, Bau- und Sozialausschuss und Gemeinderat. Das zeigt schon, dass wir es selbst auch
ernst nehmen.

Die Stadträtinnen und Stadträte haben euch bereits mehrfach für euer Engagement gelobt. Wie fühlt sich das an?

Lies: Wir haben nicht nur alle Sitzungen mitgemacht, wir waren meistens auch mit weiteren Mitgliedern vom Jugendgemeinderat als Zuschauer vertreten. Und wenn das dann positiv wahrgenommen wird, freut es uns
natürlich.

Zum Thema Feedback: Wie sieht’s im privaten Umfeld aus, was sagen Freunde und Familie zu eurem Engagement im Jugendgemeinderat?

Lies: Von Freunden kommen ganz oft Vorschläge, die ich auch gut finde. Ich nehme das natürlich auf und dann versuche ich, da was zu machen. Meine Eltern finden es sehr gut, dass ich mich engagiere. Dass ich da wirklich viel Zeit reinstecke. Und meine Freunde denken genauso darüber, ich habe also Unterstützung von allen Seiten.

Klunker: Ja, das ist bei mir genauso. Natürlich gibt es auch diejenigen, die es zwar toll finden, was ich mache, sich das selbst aber niemals vorstellen könnten. Aber das ist ja auch in Ordnung.

Ihr sitzt teilweise richtig lange in den Gemeinderatssitzungen mit dabei. Wie viel Zeit nimmt die Arbeit für den Jugendgemeinderat in Anspruch und wie lässt sich das mit der Schule vereinbaren?

Klunker: Es kommt darauf an, in welcher Position man ist. Als Vorsitzende ist es natürlich nochmal anders, da wird man von den anderen Jugendgemeinderatsmitgliedern auch mal spontan angerufen, wenn sie bei irgendwelchen Aktionen Hilfe brauchen. Außerdem planen wir die Sitzungen zusammen mit Tessa Eign von der Stadtverwaltung, bereiten uns darauf vor – das dauert schon etwas länger. Aber ich habe gelernt, dieses Engagement und die Schule ganz gut zu trennen. Irgendwann muss man sich einfach abkapseln und sagen: Okay, jetzt ist Schule, jetzt denke ich mal nicht an die Aufgaben aus dem Jugendgemeinderat.

Lies: Es ist auch abhängig davon, was gerade ansteht. Zum Beispiel steckte hinter unserem Stand auf dem Adventscarré sehr viel Planung. Grob überschlagen, würde ich sagen, sind es im Monat etwa 20 Stunden, die wir für den Jugendgemeinderat aufwenden. Ohne Teilnahme an den Ausschüssen und Gemeinderatssitzungen. Wir sind uns einig, dass es sich mit der Schule noch vereinbaren lässt, aber gerade mit meiner Funktion als Schülersprecher habe ich dann doch nur sehr wenig Freizeit, um noch etwas anderes zu machen. Es ist stressig, aber man bekommt es schon hin. Und wir machen es ja gerne.

Apropos Zeitaufwand: Wie oft trefft ihr euch eigentlich? Und dauern eure Sitzungen auch so lange wie die des Gemeinderates?

Klunker: Wir treffen uns einmal im Monat, das ist fix. Aber gerade, um solche langen Sitzungen zu vermeiden, werden einige Themen meistens verschoben und in einer weiteren Sitzung besprochen.

Lies: Es gab bislang noch keinen Monat mit nur einer Sitzung, wenn ich mich recht erinnere. Aber die meiste Zeit nehmen auch nicht die Sitzungen selbst, sondern die Planungen vorher und die Nachbesprechungen in Anspruch.

Wie kann man sich eure Treffen vorstellen? Bei Pizza und Bier oder ganz seriös im Sitzungssaal?

Lies: Wir treffen uns im Rathaus, unser Stammplatz ist der Worthington-Besprechungsraum. Bier und Pizza gibt’s nicht, wir haben Brezel und Wasser. Natürlich reden wir ganz sachlich über die anstehenden Themen, aber wir
können auch zusammen lachen und Spaß haben. Das eine schließt das andere zum Glück nicht aus.

Klunker: Wir wurden ja quasi alle von verschiedenen Schulen zusammengewürfelt und kannten uns nicht. Deshalb ist es umso schöner, dass sich schon richtige Freundschaften gebildet haben und wir teilweise auch unabhängig vom Jugendgemeinderat Dinge miteinander unternehmen.

Gibt es Dinge, die ihr euch vor eurer Amtszeit anders vorgestellt hättet? Und was hat euch überrascht?

Lies: Eigentlich ist es genau so, wie ich es mir gedacht habe – oder nein, sogar noch besser. Ich dachte anfangs, man müsse in den Sitzungen sehr förmlich sein. Tatsächlich sind aber alle sehr offen, wir machen auch mal Späße und lachen viel. Das hätte ich so nicht gedacht.

Klunker: Mir geht es genauso. Zuerst war ich immer sehr zurückhaltend und ernst, bis mir die anderen dann auch mal die Rückmeldung gegeben haben, dass wir das doch ruhig etwas lockerer angehen können. In der Sache bleiben wir also ernsthaft, aber der Umgang miteinander ist eher freundschaftlich.

Gehen auch eure Berufswünsche in Richtung Politik?

Klunker: Ja, ich möchte unbedingt in der Richtung aktiv bleiben. Was ich genau machen möchte, weiß ich noch nicht. Erst einmal den Realschulabschluss und danach das Abitur. Was dann kommt, bleibt abzuwarten. Ich will auch viel reisen. Aber eines weiß ich: politisch aktiv will ich auf jeden Fall weiterhin bleiben.

Lies: Ich möchte ebenfalls Abitur machen. Danach würde ich gerne in Richtung Jura gehen, aber ich möchte auch, wenn es klappt, hier im Gemeinderat bleiben. Wer weiß, vielleicht sogar Bürgermeister. Ich hätte nichts dagegen.

Weitere Informationen im Internet über den Jugendgemeinderat Crailsheim:

https://www.jugendbuero-crailsheim.de/aktuelles/fuer-jugendliche/jugendgemeinderat/

https://www.instagram.com/jugendgemeinderat.cr/?hl=de

Kontakt per E-Mail:

JGR-Crailsheim@yahoo.com

Telefon: Stadtverwaltung Crailsheim, Tessa Eign, 07951/403-1155

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„Heimatgeschichtlicher Abend zum Burgberg und zur Kultur in Crailsheim“ – Stadtfeiertag mit Bürgerfest

Der Crailsheimer Stadtfeiertag steht bevor und ist nach zwei Jahren Corona-Pause wieder mit einem vollen Programm bestückt. Musikalisch gibt es beim Bürgerfest eine Bandbreite von Jazz über Swing bis hin zu bekannten Hits neu interpretiert. Das Programm wird unterhaltsam, witzig und musikalisch. Der Heimatgeschichtliche Abend steht im Zeichen des Burgbergs und der Kultur in Crailsheim. Am Stadtfeiertag selbst werden wieder die traditionellen Horaffen an Crailsheimer Kinder verteilt. Der Vorverkauf für alle Veranstaltungen läuft bereits. Die Termine sind unten in diesem Artikel zusammengefasst.

Von der Stadtverwaltung Crailsheim

„KultiCes Crailsheim – 25 Jahre Kultic“

Zwei Jahre gab es nur leichte Versionen des Crailsheimer Stadtfeiertags und des Rahmenprogramms. Die Pandemie ist vorbei und damit geht es wieder richtig los. Zum Einlass spielen beim Bürgerfest im Hangar-Foyer Frieder Scheerer am Saxophon und Jürgen Wünsch an der Gitarre Jazzstandards von Swing bis Bossa-Nova. In der Pause und nach dem Programm spielt das Duo „JU+MI“ mit Marcel Imbrogiano (Gesang) und erneut Jürgen Wünsch (Gitarre und Gesang) Musik aus verschiedenen Genres, deutsch, englisch, italienisch und spanisch, unterstützt von Frieder Scheerer. Das Bühnenprogramm beim Bürgerfest am Samstag, 11. Februar 2023 steht unter dem Motto „KultiCes Crailsheim – 25 Jahre Kultic“ und wurde entsprechend zusammengestellt: Mit dabei sind der Clown und Jongleur Matthias Romir, die A-cappella-Gruppe Anders und Kabarett-Comedian Martin Frank. Bereits am Vorabend steigt die Stadtfeiertagsparty im Ratskeller, die der Stadtjugendring Crailsheim veranstaltet.

Heimatgeschichtlicher Abend mit Burgberg und Kultur

Der Stadtfeiertag wird also wieder in großem Rahmen begangen. Deshalb fehlt auch nicht der heimatgeschichtliche Abend am Sonntag, 12. Februar 2023, um 18 Uhr in der Stadthalle Hangar. Das Stadtarchiv befasst sich in zwei Vorträgen mit der Geschichte des Burgbergs und der Kultur in Crailsheim. Der Vortrag von Dr. Helga Steiger „Der Burgberg – vom Wallfahrts- zum Naherholungsort“ präsentiert die Burgberg-Geschichte und wertet dazu auch bisher unbekannte Quellen des Stadtarchivs aus. Der zweite Vortrag des Abends „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein – Geschichte der Kultur in Crailsheim“ mit Stadtarchivar Folker Förtsch greift die Jubiläen des zurückliegenden 25. Crailsheimer Kulturwochenendes und des bevorstehenden 25-jährigen Gründungsjubiläum von KultiC auf und beschäftigt sich mit der Geschichte der „Kultur“ und der Kulturtreibenden in Crailsheim. Bereits am Morgen gibt es einen Ökumenischen Gottesdienst in der St. Bonifatius-Kirche mit Dekanin Friederike Wagner und Pater Thomas Puthiyaparambil, musikalisch begleitet von der Stadtkapelle Crailsheim.

Gebackene Horaffen für Kindergärten, Schulen und Senioreneinrichtungen

Am Stadtfeiertag selbst, in diesem Jahr ist es Mittwoch, 15. Februar 2023, werden traditionell gebackene Horaffen an Kindergärten, Schulen und in Senioreneinrichtungen verteilt. Um 19.15 Uhr ist der Aufmarsch der Bürgerwache Crailsheim zum Stadtfeiertag 2023 mit Ehrensalut auf dem Marktplatz. Im Anschluss (19.30 Uhr) empfängt Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer geladene Gäste im Rathaus.

Termine und Veranstaltungen zum Stadtfeiertag 2023 in Crailsheim:

Freitag, 10. Februar 2023, um 21 Uhr, Einlass 20.30 Uhr:

Stadtfeiertagsparty im Ratskeller, Stadtjugendring Crailsheim e.V., Einlass: 20.30 Uhr

Samstag, 11. Februar 2023, um 19 Uhr:

Bürgerfest zum Stadtfeiertag, „KultiCes Crailsheim – 25 Jahre Kultic“, Eintritt: 10 Euro (freie Platzwahl), Einlass: 18 Uhr

Sonntag, 12. Februar 2023, um 9.15 Uhr:

Ökumenischer Gottesdienst, St.-Bonifatius-Kirche, Dekanin Friederike Wagner und Pater Thomas Puthiyaparambil, Musikalische Begleitung: Stadtkapelle Crailsheim

19 Uhr: Heimatgeschichtlicher Abend, Vorträge im Hangar, Musikalische Umrahmung: Echt handg’macht, Eintritt: 5 Euro (freie Platzwahl), Einlass: 18 Uhr

Mittwoch, 15. Februar 2023:

Verteilung von Horaffen an Kindergärten, Schulen und Senioreneinrichtungen.

19.15 Uhr: Aufmarsch der Bürgerwache Crailsheim zum Stadtfeiertag 2023 mit Ehrensalut auf dem Marktplatz

19.30 Uhr: Empfang des Oberbürgermeisters für geladene Gäste im Rathaus

Weitere Informationen im Internet, Eintrittskarten und Kontakt:

https://www.crailsheim.de/site/Crailsheim/node/926013/tlist/yyyymm(202302)/index.html?zm.sid=zmvjko8nrww1&yyyymm=202302

https://www.crailsheim.de/site/Crailsheim/node/926013/zmdetail_11357719/Buergerfest.html?zm.sid=zmvjko8nrww1

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„Keine Probleme mit profaschistischen Kräften“ – Leserbrief von Wilhelm Maier aus Schwäbisch Hall zum Tod von Ex-Papst Benedikt XVI.

Einen Leserbrief zum Artikel „Theologische Fundiertheit geschätzt“ im Haller Tagblatt vom 4. Januar 2023 hat Wilhelm Maier aus Schwäbisch Hall geschrieben. Hohenlohe-ungefiltert veröffentlicht den Leserbrief von Wilhelm Maier in voller Länge.

Leserbrief von Wilhelm Maier, Schwäbisch Hall

Dekan Thomas Hertlein aus Schwäbisch Hall

Der Dekan Thomas Hertlein äußerte seine Meinung zum verstorbenen ehemaligen Papst Benedikt XVI. (Ratzinger). Dies wirft ein Schlaglicht auf die eigenen Auffassungen dieses Repräsentanten der katholischen Kirche in Schwäbisch Hall.

Es drängt mich, einige Fakten und Einschätzungen anzufügen:

Karfreitagsbitte für die „Bekehrung“ der Juden wieder eingeführt

In einer Rede am 15.3.1990 bewertete Ratzinger die Verurteilung Galileo Galileis 1616 als Ketzer durch die katholische Kirche als „rational und gerecht“. Er verurteilte scharf die lateinamerikanische Befreiungstheologie und insbesondere den Marxismus; schließlich sei das Christentum „keine sozialrevolutionäre Botschaft“. Doch mit pro-faschistischen Kräften hatte er keine Probleme. So rehabilitierte er 2009 die Bischöfe der Pius-Bruderschaft durch die Aufhebung ihrer Exkommunikation. Mitglied dieser Bruderschaft war auch der Holocaust-Leugner Richard Williamson. 2007 führte er die Karfreitagsbitte für die „Bekehrung“ der Juden wieder ein, in der von den „perfiden Juden“ die Rede ist.

Sexuellen Missbrauch systematisch vertuscht

Während seines Pontifikats kamen die Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche ans Licht. Pädophile Priester hatten bereits vor Jahrzehnten Kinder sexuell missbraucht und misshandelt. Jahrzehntelang wurden die Vorfälle von der Kirche systematisch vertuscht, die Opfer eingeschüchtert, die belasteten Priester nicht etwa entlassen, sondern allenfalls versetzt – wo sie wieder rückfällig wurden. Statt die Bereitschaft zu zeigen, die Fälle ernsthaft aufzuarbeiten und Konsequenzen zu ziehen – ohnehin um Jahrzehnte verspätet und erst auf Druck der Öffentlichkeit – wird die Kritik an der Kirche sogar zurückgewiesen. In seiner Osterbotschaft 2010 ging der Papst
mit keinem Wort darauf ein. Skandalös war Benedikts Aufsatz von 2019, in dem er die Protestbewegung von 1968 mit ihrer „Lockerung der Moral“ verantwortlich machte.

Befreiungstheologie in Lateinamerika bekämpft

McCarten fasst in seinem Buch „Die zwei Päpste“ die Rolle Benedikts bei diesen Skandalen so zusammen: „Als Präfekt der Glaubenskongregation war Ratzinger 1982 für die Bearbeitung von Missbrauchsfällen im Auftrag des Vatikans unter Johannes Paul II. verantwortlich gewesen. Dabei hatte es jedoch den Anschein, als hätten Ratzinger und Johannes Paul ihre Energie lieber darauf verwendet, Linkstendenzen wie die Befreiungstheologie in Lateinamerika zu bekämpfen. Ebenso kann man ihnen vorwerfen, bestenfalls völlig blind für die begangenen Verbrechen gewesen zu sein und schlimmstenfalls selbst die Bedingungen für eine perfide Kultur der Vertuschung geschaffen zu haben“.

Zahl der Kirchenaustritte steigt

Kein Wunder, dass die Zahl der Kirchenaustritte ansteigt. Als Chef der Kongregation für die Glaubenslehre hatte Ratzinger zuvor bereits die homosexuellen-, frauen-, abtreibungs- und kondomfeindliche Haltung der katholischen Kirche geprägt. Erstaunlich für mich, wie man diesen Mann mit „theologischer Fundiertheit“ und „konservativ“
bewerten kann.

Link zum Haller Tagblatt:

https://de-de.facebook.com/haller.tagblatt/

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„Warum Karl Marx recht hatte“ – MLPD kritisiert Staatsmonopolistischen Kapitalismus

Hatte Marx doch recht?“ titelt die Ausgabe 1/2023 des Spiegel-Magazins und der Spiegel stellt fest: „Der klassische Kapitalismus funktioniert nicht mehr“. Bei Twitter lag Marx in den Trends weit oben.

Kommentar von Peter Weispfenning, Pressesprecher der MLPD

Eine handvoll Monopole hat das Sagen

Dazu Peter Weispfenning, Pressesprecher der MLPD: „Dass der Spiegel Marx aufs Cover bringt, freut uns. Immerhin ist er einer unserer Namensgeber. Dass der Kapitalismus aber erst jetzt ’nicht mehr‘ funktionieren würde, halte ich nach zwei Weltkriegen, 150 Jahren periodischer Wirtschaftskrisen und einer sich seit Jahren verschärfenden Umweltkrise für einen Scherz. Außerdem leben wir schon lange nicht mehr im ‚klassischen Kapitalismus‘. Klassisch war der Kapitalismus der freien Konkurrenz mit einer relativ entwickelten bürgerlichen Demokratie. Der Kapitalismus hat längst die Stufe des Staatsmonopolistischen Kapitalismus erreicht, in der eine handvoll Monopole komplett das Sagen haben. Das führt zu Reaktion im Innern des Landes und Aggression nach außen. Das hat bis zu einer gefährlichen internationalen Rechtsentwicklung und Gefahr eines atomaren Weltkriegs geführt.“

Kapitalismus untergräbt die Springquellen allen Reichtums: die Erde und die Arbeiter

Der Spiegel verspricht, dass der Kapitalismus ausgerechnet jetzt aber „grüner und gerechter“ würde, man bräuchte nur „konkrete Reformideen“. Peter Weispfenning: „Der Kapitalismus kann weder ‚grün‘ noch ‚gerecht‘ werden. Entsprechende ‚Reformideen‘ sind schon zu Dutzenden durchgefallen, aus gutem Grund.“ Marx hatte schon in seinem Hauptwerk „Das Kapital“ grundsätzlich darauf hingewiesen: „Die kapitalistische Produktion entwickelt daher nur die Technik und Kombination des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, indem sie zugleich die Springquellen alles Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter.“

„Revolutionen sind die Lokomotiven der Geschichte“

Das wurde durch die Neuorganisation der Produktion auf die Spitze getrieben. „Marx war ein genialer Theoretiker und großer Revolutionär, kein kraftloser mit Illusionen befallener Reformist. Von ihm stammt auch der treffende Satz: ‚Revolutionen sind die Lokomotiven der Geschichte‘. Aus den vom Spiegel erkannten ‚Weltkrisen‘ muss man eine revolutionäre Antwort ziehen und Kurs auf die vereinigten sozialistischen Staaten der Welt nehmen“, kommentiert Peter Weispfenning. 2023 gilt ganz besonders, was Karl Marx so treffend ausführte:

„Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!“

Weitere Informationen und Kontakt:

MLPD, Member of ICOR, Zentralkomitee, Schmalhorststraße 1c, 45899 Gelsenkirchen

TELEFON

+49(0)209 95194-0

TELEFAX

+49(0)209 9519460

E-MAIL

info@mlpd.de

Internet: www.mlpd.de

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„Bei den Lobbyregeln ist noch viel zu tun“ – LobbyControl blickt auf das Jahr 2022 zurück

Der EU-Korruptionsskandal hat uns kurz vor Jahresschluss 2022 noch einmal gezeigt, wie viel bei den Lobbyregeln noch zu tun ist. Aber wir blicken auch auf positive Entwicklungen im letzten Jahr. Es ist uns gelungen, die Spielregeln für Lobbyismus an vielen Stellen zu verschärfen und die Demokratie damit zu stärken. Das ist für uns ein Ansporn, weiterhin und noch entschiedener gegen einseitige Lobbypolitik vorzugehen.

Von dem Verein LobbyControl

Unser kleiner Rückblick auf 2022

Punktsieg gegen Google & Co: Die EU hat dieses Jahr ein historisches Gesetz beschlossen, mit dem die Macht großer Digitalkonzerne endlich beschränkt werden soll. Monatelang verfolgten wir die Verhandlungen eng und intervenierten, wenn es nötig war. So konnten wir eine Verwässerung der guten Regeln verhindern.

Lobbyverband konnte auf FDP-Entscheidungen Einfluss nehmen

Nach unserer scharfen Kritik hat die FDP reagiert: Der Lobbyverband „Liberaler Mittelstand“ musste im Juni den FDP-Parteivorstand verlassen. Der Lobbyverband genoss Rederecht und konnte so auf Entscheidungen Einfluss nehmen. Derart privilegierte Zugänge zu hohen Parteigremien hätten viele Interessenverbände gerne – haben sie aber nicht. Diese Privilegien für die Wirtschaftslobby gibt es in der FDP jetzt nicht mehr. Auch die CDU kritisieren wir immer wieder für diese Praxis. Weil die Partei allerdings stur blieb, haben wir den Fall nun vor das CDU-Parteiengericht gebracht.

Unlauteren Handlungen schneller auf die Spur kommen

Wir ebnen den Weg für stichhaltige Recherchen: Demokratie braucht eine starke Kontrolle der Politik durch die Zivilgesellschaft. Unser Online-Rechercheportal LobbyFacts ermöglicht es, die europäische Lobbyszene unter die Lupe zu nehmen. 2022 hat das Portal ein Rundum-Update mit neuen Funktionen bekommen. Jetzt können wir, aber auch andere Journalist:innen, gemeinnützige Organisationen und zivilgesellschaftliche Akteure unlauteren Handlungen schneller auf die Spur kommen.

Gemeinsam können wir unsere Demokratie gestalten

Für 2023 haben wir uns viel vorgenommen. Wir knöpfen uns eine umfassende Reform der Parteienfinanzierung in Deutschland vor, damit Politik wirklich unabhängig ist. Auch Richtung EU werfen wir einen Blick: Der Korruptionsskandal der vergangenen Tage hat gezeigt, dass wir hier bei den Lobby-Regeln nachschärfen müssen. Dabei ist es ganz besonders wichtig, dass wir mit Ihrer Stimme im Rücken an die Politiker:innen herantreten. Gemeinsam können wir unsere Demokratie gestalten.

Sorgen Sie mit Ihrer Spende dafür, dass wir kraftvoll ins Jahr 2023 starten können!

Jetzt spenden

In den letzten zwölf Monaten haben wir oft erfolgreich über Einflussstrategien und Ungleichgewichte aufgeklärt, sowie für mehr Transparenz und demokratische Kontrolle gesorgt. Unsere Erfolge waren nur Dank Ihrer Unterstützung möglich. Dafür danken wir Ihnen ganz herzlich – Sie sind ein wichtiger Teil der LobbyControl-Gemeinschaft!

Wir wünschen Ihnen alles Gute und eine lobbykritische Zeit im Neuen Jahr!

Ihr LobbyControl-Team

PS: Mehr zu den Erfolgen, die wir gemeinsam 2022 erreichen konnten, lesen Sie in unserem Jahresrückblick.
Das LobbyControl-Team 2022

Internet: www.lobbycontrol.de

LobbyControl ist gemeinnützig – Sie erhalten eine Spendenquittung.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE55 3702 0500 0008 0462 62
BIC: BFSWDE33

Weitere Informationen und Kontakt:

LobbyControl – Initiative für Transparenz und Demokratie e.V.
Am Justizzentrum 7
50939 Köln

Telefon: 0221/995 71 50

Fax: 0221/995 715 10

E-Mail: kontakt@lobbycontrol.de

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„Eisenbahnnostalgie im Maßstab 1:87“ – Modellbahnhalle Wallhausen ist am 6. Januar 2023 geöffnet

Die Modellbahnhalle Wallhausen ist am Freitag, 6. Januar 2023 (Feiertag Heilige drei Könige). In der Crailsheimer Straße 13 ist die Modelleisenbahnausstellung von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Die Modellbahnhalle ist nur etwa 100 Meter vom Bahnhof Wallhausen entfernt.

Von Marc Müller und Christoph Hassel

Stilgerechte Züge auf PC-gesteuerter Anlage

Ständig wird die Modellbahnanlage im Maßstab von 1:87 landschaftlich und steuerungstechnisch Schritt für Schritt weiterentwickelt. Eine Vielzahl von stilgerechten Zügen können auf der PC-gesteuerten Anlage gleichzeitig und vollautomatisch betrieben werden. Der Verkehr auf den Haupt- und Nebenstrecken der Anlage orientiert sich an einem vertakteten Liniennetz, das aus 13 Bahnhöfen und weiteren Haltepunkten besteht.

Für Imbiss und Bewirtung sowie Kaffee und Kuchen ist gesorgt

Besonders interessant ist der Blick von oben auf die Landschaft – dies ermöglicht ein langer Steg, über den man in verschiedene Bereiche der Anlage gelangen kann. Für Imbiss und Bewirtung sowie Kaffee und Kuchen ist gesorgt.
Leider ist die Ausstellung derzeit nicht über die Tauberbahn erreichbar – es können aber der Schienenersatzverkehr oder der Rufbus R55 genutzt werden.

Adresse:

Modellbahnhalle
Crailsheimer Straße 13
74599 Wallhausen

Weitere Informationen im Internet:

https://www.modellbahnhalle-wallhausen.de/

Informationen im Internet über die Nebenbahn Blaufelden, Gerabronn, Langenburg:

https://www.nebenbahn.info

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„Abmahnung für Internatsleiter von Maria Hilf in Bad Mergentheim“ – Nach Turbulenzen um Besuch einer AfD-Veranstaltung: Diakon bedauert sein Verhalten und nimmt Auszeit

Eine Abmahnung hat der Leiter des Internats Maria Hilf in Bad Mergentheim von der Diözese Rottenburg-Stuttgart erhalten. Die Erzdiözese schreibt in ihrer Pressemitteilung „Nach den Turbulenzen um den Besuch einer AfD-Veranstaltung: Diakon bedauert sein Verhalten und nimmt Auszeit.“

Pressemitteilung der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Internatsleiter muss sich gegenüber Eltern, Kollegium und Kindern erklären

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart zieht nach der Teilnahme ihres Bad Mergentheimer Internatsleiters an einer AfD-Parteiveranstaltung in Assamstadt am 18. November 2022 Konsequenzen: Der Diakon im Zivilberuf erhält auch wegen seines Verhaltens nach der Veranstaltung eine Abmahnung. Zudem wird er zeitnah eine persönliche Auszeit in einer kirchlichen Einrichtung nehmen und sich bei einem Elternabend im Internat Maria Hilf gegenüber dem Kollegium, den Eltern und Kindern gegenüber erklären. Dies ist das Ergebnis eines Personalgesprächs diese Woche im Bischöflichen Ordinariat in Rottenburg.

Persönliche Angriffe gegen Journalisten in einer E-Mail

Wie mehrere Medien berichteten, hatte der Internatsleiter am Ende der AfD-Parteiveranstaltung am 18. November von dem durch den Verfassungsschutz als extremistisch eingestuften Thüringer AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke sich auf der Bühne dessen Buch „Nie zweimal in denselben Fluss“ signieren lassen und ihm bei seinem Abgang ein „Weiter so!“ zugerufen – dokumentiert im Mitschnitt der Veranstaltung auf YouTube. Eine entsprechende Presseanfrage zu seinem Auftritt in Assamstadt quittierte er in einer E-Mail mit persönlichen Angriffen auf den Journalisten. Dieser machte daraufhin die Angelegenheit öffentlich. Weitere Medien griffen den Fall auf.

Internatsleiter: „Ich habe mich hier gewaltig verlaufen“

In einer persönlichen Stellungnahme bedauert der Internatsleiter jetzt, dass „durch ein fehlerhaftes Verhalten von meiner Seite“ in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden sei, dass er rechtsradikale, menschenverachtende, fremdenfeindliche und antisemitische Positionen vertrete. Dies sei aber nicht der Fall: „Ich bin seit meiner frühesten Jugend in der katholischen Kirche und im christlichen Glauben beheimatet. Entsprechend ist mein ganzes Denken und Handeln durch die christliche Botschaft geprägt.“ Da er durch Ereignisse in der Corona-Pandemie seine politische Heimat verloren habe, sei er bei der Suche nach Alternativen zum Beispiel beim Thema Familienbild bei der AfD fündig geworden. Seinen Auftritt mit Björn Höcke auf der Bühne hingegen bezeichnet der Internatsleiter im Nachhinein als Fehler: „Ich habe mich hier gewaltig verlaufen. Das ist mir erst spät, auch durch das Gespräch mit meinen Dienstvorgesetzten in Rottenburg, klar geworden.“ Der begangene Fehler laste schwer auf ihm. Für die E-Mail an den Journalisten entschuldige er sich – und wolle nun versuchen, verloren gegangenes Vertrauen wieder neu aufzubauen.

Weitere Informationen im Internet:

„Katholische Diözese prüft Verbindung von Bad Mergentheimer Internatsleiter zum rechtsextremen Flügel der AfD“ – Recherche von SWR und Hohenloher Tagblatt

https://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=31032

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„CETA und der ECT – Zwei sperrige Abkürzungen mit viel Sprengkraft“ – Kritik der Organisation Gerechter Welthandel

Mit einem Informationsbrief „CETA und der ECT – Zwei sperrige Abkürzungen mit viel Sprengkraft“ richtet sich die Organisation Gerechter Welthandel an die Öffentlichkeit. Hohenlohe-ungefiltert veröffentlicht den Infobrief in voller Länge.

Von der Organisation Gerechter Welthandel

Paralleljustiz mit Sonderklagerechten für global agierende Konzerne

Es war ein kalter und windiger erster Dezember 2022. An diesem Tag ratifizierte der Bundestag das CETA-Abkommen und sagte damit Ja zu einer Paralleljustiz mit Sonderklagerechten für global agierende Konzerne. Gemeinsam protestierten wir mit einer über vier Meter hohen Justitia-Figur für Demokratie, Rechtsstaat, Klima-, Verbraucherschutz und gegen CETA. 

In zehn EU-Ländern steht die Ratifizierung des Abkommens noch aus

Seit Jahren setzen wir uns für eine verantwortungsvolle Wirtschaftspolitik ein. So schauen wir in diesen Tagen mit Ehrfurcht auf das zurück, was wir in den letzten Jahren alles bewegt haben. Mit Hunderttausenden Menschen waren wir auf der Straße, sammelten Millionen von Unterschriften, waren zusammen die größte Bundesverfassungsbeschwerde der Bundesrepublik. Und auch dieses Jahr haben wir nochmal alles gegeben. So fanden über 60 Aktionen in ganz Deutschland gegen die Ratifizierung von CETA statt. Auch mit unseren kanadischen Partnerorganisationen machten wir in einem gemeinsamen Statement deutlich, dass das Abkommen nicht ratifiziert werden darf. Und doch ist es passiert. CETA wurde mittlerweile von Bundestag und Bundesrat ratifiziert. Gerade einmal drei Gegenstimmen kamen von Grünen-Abgeordneten. Um der Kritik an der Inkraftsetzung des Investitionsschutzkapitels mit Sonderklagerechten für Konzerne entgegenzuwirken, kündigte die Bundesregierung eine Interpretationserklärung an, die sie zur Voraussetzung für die zweite und dritte Lesung des Ratifizierungsgesetzes machte. Diese Erklärung ist bis heute nicht verabschiedet! Sowohl der Bundestag, der Bundesrat, als auch die Öffentlichkeit wurden hier also offensichtlich getäuscht. Solch ein Verfahren darf sich nicht wiederholen! Wie geht es mit CETA jetzt weiter? Für uns steht fest, dass wir auch weiterhin alle politischen und juristischen Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, nutzen werden, um die vollständige Inkraftsetzung zu verhindern. In zehn EU-Ländern steht die Ratifizierung des Abkommens noch aus. Wir werden die Zivilgesellschaften vor Ort unterstützen. 

Ausstieg aus dem Anti-Klima-Abkommen ECT

Nach der großen Niederlage noch ein großer Erfolg: Denn zeitgleich mit der Ratifizierung von CETA beschloss die Bundesregierung den Ausstieg aus dem Anti-Klima-Abkommen ECT. Für uns war immer klar: Wir fallen auf den ECT-CETA-Kuhhandel nicht rein. Wer A sagt, muss auch B sagen. Es ist völlig unlogisch, ein Abkommen wegen dessen Schiedsgerichten zu verlassen und ein weiteres mit genau diesem Mechanismus zu ratifizieren. Dennoch ist der Ausstieg aus dem ECT nicht kleinzureden. Nach Jahren des Protests und mehr als 15 gescheiterten Modernisierungsversuchen des fossilen Relikts beschloss die Bundesregierung, sich der Austrittswelle anderer Staaten anzuschließen und den Vertrag zu kündigen. Konzerne wie Uniper, RWE oder Vattenfall haben den ECT in den vergangenen Jahren für teilweise milliardenschwere Klagen gegen Staaten genutzt, die aus fossilen Energien aussteigen oder höhere Umweltschutzstandards einführen wollten. Alleine in Deutschland schützt der Vertrag fossile Investitionen in Höhe von mehr als 54 Milliarden Euro. Damit stellt der Vertrag eine große Gefahr für die Energiewende und unsere Demokratie dar.

Mehr als eine Million Unterschriften für den Ausstieg gesammelt

In Zeiten der schlechten Nachrichten gehen die guten oft unter. Doch diesen Erfolg müssen wir feiern. Immer wieder haben wir in den vergangenen Jahren über die Entwicklungen rund um den Energiecharta-Vertrag berichtet. Wir haben mehr als eine Million Unterschriften für den Ausstieg gesammelt, regelmäßig über die Gefahren des Vertrags aufgeklärt und in Berlin vor dem Kanzleramt sowie in Brüssel vor dem Energiecharta-Sekretariat protestiert. Der Ausstieg aus dem ECT zeigt deutlich auf: Wir können viel bewegen. Wir können Erfolge feiern. Es wird weiter an uns liegen, die Handelspolitik kritisch zu begleiten.

Für eine sozial-gerechte und ökologische Handelspolitik kämpfen

Jetzt sollten wir aber erst einmal durchatmen und die Feiertage genießen, um gut in ein hoffentlich friedlicheres neues Jahr starten zu können. Auch nächstes Jahr steht handelspolitisch wieder viel auf dem Spiel. Darüber werden wir Sie in Zukunft regelmäßiger über unseren Newsletter informieren. Wir danken Ihnen für den Einsatz, die Ausdauer, die Kraft, den Mut und die Entschlossenheit, die Sie in diesem Jahr an den Tag gelegt haben. Es wäre uns eine große Freude, mit Ihnen weiter kämpfen zu dürfen, für eine sozial-gerechte und ökologische Handelspolitik ohne Sonderklagerechte für Konzerne.

Ich wünsche Ihnen besinnliche Weihnachten und einen guten Rutsch in ein gesundes und friedliches 2023!

Herzliche Grüße
Ludwig Essig
Koordinator Netzwerk gerechter Welthandel

Internet: www.gerechter-welthandel.org

Im Netzwerk Gerechter Welthandel setzen sich über 50 Mitgliedsorganisationen aus Verbraucherschutz, Gewerkschaften, Umweltverbänden, Landwirtschaft und Kirchen für eine global gerechte, faire, nachhaltige und demokratische Außenwirtschaftspolitik ein.

Der Newsletter im Internet: https://207620.seu2.cleverreach.com/m/14102176/648496-05c645f06a71620be592d9e90781fd29d040f7f1a5446c3ff28241fc84d4ff10071945b707bca6a4ef16c3e3aa47b0e9

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