Joe Fameyeh verlässt den TSV Crailsheim mit über 250 Toren im Gepäck – Wechsel nach neun Jahren zum FSV Hollenbach

Möglichst oft über Tore jubeln möchte Joe Fameyeh bei seinem neuen Verein FSV Hollenbach. FOTO: Ralf Garmatter

Möglichst oft über Tore jubeln möchte Joe Fameyeh bei seinem neuen Verein FSV Hollenbach. FOTO: Ralf Garmatter

Oberliga-Torjäger Joseph Fameyeh verlässt den TSV Crailsheim nach dieser Saison. Seit dem Jahr 2000 spielt er für die Horaffen. Den 30-jährigen Ghanaer zieht es zum Verbandsligisten FSV Hollenbach, der in der nächsten Spielzeit den Oberligaaufstieg packen will. Beim letzten Heimspiel der Saison gegen den SGV Freiberg (3:2-Sieg) schoss er sein 14. Saisontor. Vor der Partie wurde er vom Verein offiziell verabschiedet.

Von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

Fameyeh machte alle Aufstiege von der Landesliga bis zur Oberliga mit

Joe Fameyeh ist inzwischen der einzige TSV-Spieler, der die beiden Aufstiege von der Landesliga über die Verbandsliga bis in die Oberliga mitgemacht hat. Mit seinen Toren hatte Fameyeh einen großen Anteil an den Erfolgen der Crailsheimer Fußballer. In den neun Jahren für den TSV schoss er nach eigenen Angaben in Punktspielen, Pokalspielen und Freundschaftsspielen über 250 Tore. Nur zweimal schaffte er die 20-Toremarke in den Punktspielrunden nicht. 2005/2006 gelangen ihm 18 Treffer und in der laufenden Saison hat er bisher – noch ein Spiel steht aus – 14 Tore auf dem Konto. Aktuell liegt das vor allem daran, dass Trainer Tobias Flitsch Joe Fameyeh meist nur noch Kurzeinsätze gibt. „Wenn man mal mit 1:3 hinten liegt und dann zehn Minuten vor Schluss gebracht wird, ist es unheimlich schwer noch ein Tor zu machen“, sagt Fameyeh. Nach Ansicht des TSV-Torjägers muss Flitsch noch Erfahrung als Trainer sammeln. Der TSV-Coach ist mit 29 Jahren der jüngste Trainer der Oberliga Baden-Württemberg und sogar noch ein Jahr jünger als sein bester Torschütze Joe Fameyeh.

Neun Trainer in neun Jahren erlebt

Der Stürmer aus Ghana konnte beim TSV viel Erfahrung mit Trainern sammeln. In den neun Jahren erlebte er in Crailsheim neun Trainer – in der aktuellen Saison mit Wuttke, Igler und Flitsch alleine drei. Fameyeh wünscht dem TSV in Zukunft alles Gute. „Ich wurde hier von Beginn an super aufgenommen und habe viele Freunde gefunden“, sagt der Familienvater. Mit seiner Frau Rahel und den drei Kindern (12, 7 und 4 Jahre alt) wohnt Fameyeh weiterhin in Crailsheim – auch wenn er in Hollenbach spielt. Die beiden großen Kinder gehen in Crailsheim zur Schule, das Jüngste in den Kindergarten. Seine Kinder sprechen besser deutsch als er selbst, berichtet Fameyeh. „Ich kann besser deutsch lesen und verstehen als sprechen“, sagt er. Das liege vermutlich daran, dass er in den ersten drei Jahren beim TSV in einer Pension in Randenweiler gewohnt hat und außer dem Training wenig Kontakt zu deutsch-sprechenden Menschen hatte. „Meistens habe ich damals mit Freunden aus der Heimat telefoniert, da haben wir nicht deutsch gesprochen“, erklärt Fameyeh.

Zum Abschied besonderer Dank an Hermann Opferkuch

Besonders bedanken möchte er sich zum Abschied vom TSV bei Hermann Opferkuch, Dietmar Renk, Bernd Karg, Klaus-Jürgen Mümmler, Clemens Fritz und allen Fans bedanken, die ihn in all den Jahren „so toll unterstützt haben“. Als er im Jahr 2000 nach Deutschland kam, machten ihm zwei Dinge Sorgen: Einmal war es der deutsche Winter, zum anderen hatte er fremdenfeindliche Äußerungen gegen ihn als Schwarzen befürchtet. Den Winter mag er bis heute noch nicht, aber fremdenfeindliche Aktionen hat er nicht erleben müssen. „Ich wurde von Anfang an gut aufgenommen, und versuchte dies mit Leistung auf dem Sportplatz wieder wettzumachen.“ Fameyeh bezeichnet sich selbst als Teamspieler. Deshalb macht er auch keinen Krawall, wenn er nicht die Einsatzzeit bekommt, die er sich selbst wünscht. „Ich ordne mich dem Erfolg der Mannschaft unter“, sagt er.

In Ghana ein gefragter Interviewpartner

In seiner Heimat Ghana ist Fameyeh nach wie vor ein prominenter Fußballer. Häufig wird er dort zu Interviews im Fernsehen und Radio gebeten. Im Urlaub kickt er zu Hause oft mit anderen Spielern, die im Ausland in ersten Ligen aktiv sind. Für Ghana spielte er nach eigenen Angaben in verschiedenen Jugend-Nationalmannschaften, war Kapitän der U23-Auswahl, A-Nationalspieler und zweifacher Topscorer der ersten Liga. Dass es in Deutschland nur zu Oberliga reichte, macht dem Familienvater nichts aus. „Wir waren in Crailsheim erfolgreich – wenn die Mannschaft in Ruhe arbeiten konnte“, so Fameyeh. „Leider sind wir dann mit Trainer Martin Hägele hauchdünn am Regionalligaaufstieg gescheitert.“ Damals endete der Höhenflug des TSV.

Durch viele Trainer- und Spielerwechsel kam Unruhe in die Mannschaft

In den vergangenen Jahren ist durch viele Trainerwechsel, viele Zu- und Abgänge eine Menge Unruhe in die Mannschaft gekommen. Das habe dem Erfolg geschadet, resümiert Fameyeh.
Doch das ist für ihn inzwischen Schnee von gestern. In Hollenbach will er zum Erfolg beitragen. Das Ziel lautet Aufstieg in die Oberliga. In dem kleinen fußballbegeisterten Ort im Hohenlohekreis trifft Fameyeh wieder mit Trainer Manfred Stephan zusammen, der im Jahr 2000 sein erster Coach in Crailsheim war. Außerdem kennt Fameyeh mit Philipp Wolf, Dominik Streicher und  Sanel Bradaric bereits einige Hollenbacher Spieler, mit denen er auch schon beim TSV Crailsheim zusammen gekickt hat.
Wenn es gesundheitlich möglich ist, will Fameyeh noch fünf Jahre aktiv Fußball spielen. Seine letzte Saison möchte er in Ghana spielen. Danach strebt er Tätigkeiten im Sportmanagement, als Fußballtrainer und als Manager einer kleinen Wohn- und Ferienanlage in seiner Heimat an.

Steckbrief:
Joseph Fameyeh
Position: Sturm
Nationalität: ghanaisch
Geburtsdatum: 19.10.1978
Geburtsort: Tema
Größe:    1,70 Meter
Gewicht: 65 Kilogramm
Familienstand: verheiratet, 3 Kinder
beim TSV seit: 2000
Hobbys: Familie, TV, Computer, Tischtennis, Musik,
sportliche Erfolge: Meister (Torschützenkönig) in der Landesliga (26 Tore) und Verbandsliga (2 x 24 und 25 Tore),
Oberliga-Vizemeister 2003/04 – 20 Tore, Oberliga 2007/08 – 21 Tore
sportliches Vorbild: Ronaldo
frühere Vereine (alle in Ghana):
Jugend: Great Ambassadors
Senioren: Afienya United FC, Accra Hearts of Oak

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In Hohenlohe reifen einige Pilotprojekte alternativer Energiegewinnung – Energiepolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion von Innovationen beeindruckt

Bei der Firma Zink/Gullmann GbR in Rot am See–Buch (von links): Hanne Barth, Thomas Knapp, Albert Zink, Walter F. Leyh.

Bei der Firma Zink/Gullmann GbR in Rot am See–Buch (von links): Hanne Barth, Thomas Knapp, Albert Zink, Walter F. Leyh.

Der energiepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Thomas Knapp, informierte sich vor kurzem über die alternative Energiegewinnung in Hohenlohe und referierte abschließend zum  Thema „Alternative Energiegewinnung – Eine Zukunftschance für unsere Region!“. Knapp zeigte sich beeindruckt von einigen innovativen Projekten und von der Eigeninitiative im Altkreis Crailsheim.

Von Walter Leyh, Pressesprecher des SPD-Kreisverbands Schwäbisch Hall

Neue Windkraftanlagen erzeugen ein Mehrfaches an Strom

Erste Station der Delegation um Thomas Knapp und den SPD-Landtagsabgeordneten Nik Sakellariou aus Schwäbisch Hall sowie örtlichen Kreistagskandidaten war die Energieinitiative Kirchberg. Deren Sprecher Gerhard Kreutz gab am Kirchberger Bürgerwindrad aktuelle Erläuterungen und zeigte die Technik der Anlage von innen. Interessant ist der Vergleich mit den drei benachbarten neuen Anlagen der Firma Belhau, die nun endlich laufen und am Netz sind: sie bringen aufgrund ihrer höheren Nabenhöhe und der größeren Rotorblätter ein Vielfaches der Leistung.

In Rot am See-Buch: Lokaler Stromerzeuger und Bürger verlegen Leitungsnetz in Eigenregie

Zweite Station war die Biogasanlage der Zink & Gullmann GbR in Rot am See-Buch. Die Betreiber Zink und Gullmann berichteten, dass in Kürze in Eigenregie zwischen Erzeuger und den Bürgern des Dorfes als Abnehmer das Leitungsnetz verlegt werden wird. Damit kann die Effizienz der Anlage deutlich erhöht werden und jeder Abnehmer wird von dieser günstigen Energiequelle vor Ort profitieren können. Seit einiger Zeit bereits gibt es Probleme mit der stromabnehmenden Energiefirma EnBW über die Finanzierung der Leitung ab dem Einspeisepunkt. Knapp berichtet, dass dies eindeutig gesetzlich geregelt sei und will sich per Anfrage im Landtag um diese Angelegenheit der Bucher Biogas-GbR kümmern.

Bald können Bauern vor Ort eigene Pellets pressen

Dritte Station der Informationsfahrt war die Firma S+K Haustechnik in Rot am See. Dort wird mit alternativen Heizmaterialien erfolgreich experimentiert, neben den bereits bekannten Holz- auch mit Stroh-, Heu-, Raps- und Mikantospellets. Die Firma vermarktet und baut energieoptimierte Heizanlagen für Haushalte, Handwerks- und MIttelstandsbetreibe sowie Großobjekte für Industrie sowie Photovoltaikanlagen in allen Größen und Ausführungen. Begonnen hat S+K 1997 in der Waschküche und im Kohlenkeller eines Privathauses in Gaggstatt. Ihr Großziel ist die Umsetzung und Verbreitung erneuerbarer Energien. Inzwischen wurden von dem Unternehmen schon über 350 Holzpelletheizanlagen gebaut. Weil im Jahr 2006 die Pelletpreise plötzlich stark anstiegen, suchte die Firma nach anderen erneuerbarenBrennstoffen wie Stroh-, Heu-, Raps-, Miskantospellets und andere. In Kürze soll im Raum Hohenlohe Pelletieranlage verwendet werden, mit der beim Landwirt vor Ort auf dem Hof eigenes Material zu Pellets verarbeitet werden kann. Die Anlage kann pro Stunde etwa zwei Tonnen Material verarbeiten. S+K arbeitet mit einer Fachhochschule an der Entwicklung sogenannter Maxi-Stroh-Pellets. Dieses Projekt wird auch von der Europäischen Union gefördert.

Kohlendioxidausstoß dringend verringern

Im Foyer der Firma S+K, das Geschäftsführer Edwin Kraus zur Verfügung stellte, referierte Thomas Knapp über die „Alternative Energiegewinnung – Eine Zukunftschance für Baden-Württemberg“. Er zeigte sich sehr beeindruckt von den Leistungen, die dazu in der Region Hohenlohe schon erbracht worden sind und nannte insbesondere die Stationen, die er an diesem Nachmittag besucht hatte. Nach Ansicht von Knapp ist der Klimawandel von Menschen gemacht. Insbesondere im Zeitraum von 1995 bis 2006 habe sich die Erde im Vergleich der vergangenen 30 Jahre stark erhöht. In Baden-Württemberg sei die Emission des Klimagases Kohlendioxid (CO2) seit 1990 ziemlich konstant bei 78 Millionen Tonnen jährlich. Meilensteine im Klimaschutz seien die Agenda 21. Diese wurde 1992 von 178 Staaten unterzeichnet. 160 Länder beschlossen das Kyoto-Protokoll. Konkrete Ziele: CO2-Reduzierung um 20 Prozent, Anteil der Biokraftstoffe auf 10 Prozent erhöhen, Anteil erneuerbarer Energien um 20 Prozent erhöhen. Bis 2020: CO2-Reduzierung um 40 Prozent. Die Erderwärmung soll mit diesen Maßnahmen auf maximal zwei Grad Celsius begrenzt werden.

Was muss getan werden? (einige Stichworte):
– Verkehr: Neuordnung der KfZ-Steuer, technischer Fortschritt, Rückgang von Benzin- und Dieselverbrauch
– Flugverkehr: hier hat der Schadstoffausstoß seit 1990 um 87 Prozent zugenommen.
– Gebäude-energetische Sanierung: Sanierung von 30 Prozent der Wohnfläche bis 2020, Förderung für Passivhäuser
– Strom sparen bei Erzeugung und Verbrauch
– Energieverschwendung vermeiden (z. B. Stand-by-Schaltungen)
– Biomasse: Strom und Wärme aus Holz, Stroh, Getreide, Grünabfall, Rapsöl ==> Biogas statt Putins Gazprom
– Windkraft: endlich das Potential nutzen. Ebenso Erdwärme, sowohl oberflächennahe als auch tiefe Geothermie
– Wärme und Strom aus der Sonne: bis 2020 Solarthermie auf jedem zweiten Dach, Photovoltaik verstetigen

– Kraftwerke modernisieren oder Dreckschleudern abschalten.

Knapp ruft abschließend dazu auf, jeder solle das ihm Mögliche tun, um unsere Umwelt zu schonen, damit sie für unsere Kinder und Enkel erhalten bleibt.

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Schwäbisch Haller Kriminaltango über gierige Spekulanten jetzt auf Youtube zu sehen und zu hören

Als Youtube-Konserve nachhören können alle Fans der Schwäbisch Haller Schalmeienkapelle nun das Lied „Kriminaltango“, das von gierigen, schmierigen Spekulanten handelt auf der Internetseie www.youtube.com/watch?v=hRlmZtHEmEs. Das Lied (und andere) war schon bei der DGB-Kundgebung am 1. Mai 2009 in Schwäbisch Hall zu hören (Bericht auf Hohenlohe-ungefiltert unter www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=1749). Für die Bild- und Tonaufnahmen gingen Sänger Siegfried Hubele und sein Team in eine Tiefgarage und tauchten tief in den Finanzmüll ein.

Zusammengestellt von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

Siegfried Hubele und seine Kolleginnen und Kollegen schreiben selbst über ihr neues Werk: „Aus der Oper … Gewinn bleibt privato –  dieses Mal ohne die Sopranistin Frau v. Schaeffler – aber mit dem stimmgewaltigen Volkskammersänger – Sefredo Huberrotti – nachstehende Einspielung aus der Tiefgarage der Mailänder Skala. saluti“

Bild und Ton des improvisierten Kriminaltango auf www.youtube.com/watch?v=hRlmZtHEmEs

Der Text des Kriminaltango zum Mitsingen:

Kriminaltango – in Banken und Börsen
Dunkle Gestalten – dem Profit auf den Fersen
Tagein, tagaus lodert die Lunte –
Steigende Spannung: und dann der Crash!

Und sie kriegen jetzt Milliarden (ahuahuah)
Das Kapital mischt neu die Karten (ahuahuah)
Und sie schrei’n immer noch mehr her (ahuahuah)
Sonst verlieren wir den Mehrwert (ahuahuah)
Und die oberen Zehntausend (ahuahuah) – suchen Schutz für ihren faulen,
Kreditwechsel nun beim Staat, denn der kann nicht Pleite gehen.

Kriminaltango – nicht nur bei Hypo
Gewinn bleibt privato – Verlust definito,
den trägt das Fußvolk, mit allen Folgen –
der Reiche wird reicher: für den Looser – Hartz 4

Und sie schüttelten die Köpfe (ahuahuah)
Jacky Brown und Baby Miller (ahuahuah)
Und die Kripo, die gerufen, (ahuahuah)
Findet nichts Verdächt’ges dran (ahuahuah)
So sei halt der Kapitalismus, (ahuahuah) wär’n sie nicht reich, wärst du nicht arm,
und das gibt ihnen zu denken, Baby Miller schlägt Alarm.

Kriminaltango – man kann nicht mehr zusehen?
Wie jetzt die Jobs nun – vernichtet werden?
Abend für Abend – dramatische Meldung
Und nach der Tagesschau – da fällt mein Entschluss!

Wir enteignen ihre Banken (ahuahuah)
Dann die Multis und die Konzerne (ahuahuah)
Regeln alles an der Basis, (ahuahuah)
Weil es besser gar nicht geht (ahuahuah)
Eine andere Welt ist möglich, (ahuahuah) ohne Knecht und ohne Herrn,
darauf nun einen Manhattan – denn das ist des Pudels Kern!

Kriminaltango – Sie tanzen ihn weiter
Die dunklen Gestalten – spekulier’n munter weiter
Da hilft auch kein „Führer“ – der Bart ist ab!
Es kommt nur auf uns an: dass wir mal aufsteh’n!, …dass wir mal aufsteh’n!

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Steuerabsenkung bei Agrardiesel hilft Milchbauern nicht weiter – Kostendeckender Milchpreis muss her

Dieses Großplakat ist auf einer Wiese zwischen Roßfeld und Maulach zu sehen. FOTO: Ralf Garmatter

Dieses Großplakat des "Bund Deutscher Milchviehhalter" (BDM) ist auf einer Viehweide zwischen Roßfeld und Maulach zu sehen. "Zu niedrige Milchpreise sind mein Ende – und das meines Bauern. Faire Milchpreise sichern Arbeitsplätze in der Region", heißt es in dem Plakattext. FOTO: Ralf Garmatter

Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel verlautbaren lässt, dass die beschlossene Steuerabsenkung bei Agrardiesel in der Krise genau das sei, was die Bauern bräuchten, ist das nach Ansicht des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) nur zum Teil richtig. In der Tat ist die aktuelle Situation der Milchbauern und auch anderer landwirtschaftlicher Betriebszweige derzeit so desolat, dass jede finanzielle Hilfe willkommen ist. Zu einer Lösung der Probleme der Bauern trägt die beschlossene Steuerabsenkung aber nicht bei.

Pressemitteilung des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter – weitergeleitet von der Landwirtin Anja Fuchs aus Oberrot-Scheuerhalden

Bauern brauchen kostendeckenden Milchpreis

Die Mehrheit der Milchviehbetriebe kommt ohnehin nicht an die bisherige Deckelungsgrenze von 10.000 Liter heran. So wird zum Beispiel ein Milchbauernhof mit 60 Kühen und einer Fläche von 50 bis 60 Hektar nach der beschlossenen Steuerabsenkung lediglich 350 Euro Selbstbehalt rückerstattet bekommen. Dem stehen in diesem Beispiel aber 63.000 Euro Verlust gegenüber, den dieser Beispielsbetrieb durch den nicht kostendeckenden Milchpreis erleidet (60 Kühe mit einer Milchleistung von jeweils 7.000 Liter/Jahr = 420.000 Liter x 0,15 Euro Verlust/kg Milch). Die aktuellen Verluste der Milcherzeuger lassen sich – selbst bei bestem Willen der Politik – nicht durch Subventionen ausgleichen. Es hilft nur das, was die Politik überhaupt nicht will: Eine schnelle marktwirtschaftliche Anpassung der Angebotsmenge an die Nachfrage. Nur durch ein so erreichtes Marktgleichgewicht kann sich ein kostendeckender Preis für die Milcherzeuger bilden.

Bauern wollen nicht als ewige Subventionsempfänger verunglimpft werden

Solange man sich dagegen aber so vehement wehrt und die Milchbauern ihr Einkommen nicht über ihr Produkt erwirtschaften können, werden die Bauern weiterhin auf jede staatliche Finanzierungshilfe angewiesen sein und sei sie auch noch so klein. Das aber ist nicht das, was die Milchbauern wollen: Die Problemlösung, die sie so eindringlich fordern, wird ihnen verwehrt und gleichzeitig müssen sie sich als „ewige Subventionsempfänger“ verunglimpfen lassen.

Kontakt:
Bundesverband Deutscher Milchviehhalter BDM e.V.:
Geschäftsstelle Freising: Gutenbergstr. 7-9, 85354 Freising, Tel.: 08161-538473-0, Fax: -50
Geschäftsstelle Wittenburg: Steintor 2a, 19243 Wittenburg, Tel.: 038852-9063-0, Fax: -22

Weitere Infos im Internet: www.bdm-verband.de

Milch wird zur Chefsache
Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte am 23. Mai in Niedersachsen einen Milchbauernhof  – BDM-Vertreter nach Protest doch noch dabei

Ein Kurzprotokoll der Ereignisse:

Leitung der Veranstaltung durch Agrarminister Ehlen, anwesend auf dem Hof von Landwirt Johann Heumann, Ritterhude: Bundeskanzlerin Angela Merkel, Ministerpräsident Christian Wulff, Niedersachsens Agrarminister Hans-Heinrich Ehlen, Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke, Aufsichtsratsvors. Nordmilch Otto Lattwesen, Vorsitzende der Landfrauen Brigitte Scherb, Vorsitzender des Milchausschuss Niedersachsens Heinz Korte, Edeka-Chef Markus Mosa, DBV-Präsident Gerd Sonnleitner, BDM-Vorstandsmitglied Jürgen Meenken.

Ablauf:
Den vielen Aktionen der BDM-Milcherzeuger und nicht zuletzt den Bäuerinnen, die in Berlin demonstriert haben, ist es zu verdanken, dass Bundeskanzlerin Merkel sich kurzfristig zu einer Kontaktaufnahme mit Milchbauern entschlossen hatte.

Der BDM ist hierzu ursprünglich nicht eingeladen worden. Die Verärgerung unter den Mitgliedern ist entsprechend groß. Spontan machten sich daher trotz Feiertag zirka 100 Milchviehhalter auf, um in Ritterhude die Teilnahme an der Runde zu verlangen. Ministerpräsident Christian Wulff, der sich zusammen mit Staatssekretär Ripke, der Diskussion mit den BDM-Bauern und -Bäuerinnen stellte, stimmte auf Nachfrage, warum der BDM nicht eingeladen worden sei, spontan der Teilnahme eines BDM-Vertreters zu.  BDM-Vorstandsmitglied Jürgen Meenken betrat infolgedessen zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Ministerpräsident Wulff und Staatssekretär Ripke den Raum, in dem schon die oben aufgeführten Teilnehmer sowie weitere 30 ausgesuchte Landwirte warteten.

Nach der Einführungsrede durch Minister Ehlen kam Bundeskanzlerin Merkel zu Wort:
Sie erläuterte, dass
– es schwer ist, zu erkennen, was in der Milchwirtschaft mit der Finanzkrise zusammenhängt und was nicht.
– mehr diskutiert werden soll, damit Bauernverband (BV) und BDM wieder näher zusammenkommen.
– Problem der Marktmacht in einer Frage an den Edeka-Chef Mosa: Hat Aldi tatsächlich diese marktbeherrschende Position? Die Antwort von Mosa ist ein eindeutiges Ja.
– Bundesministerin Aigner umgehend damit beauftragt wird, ein Gespräch mit den Bäuerinnen zu führen, welches gefordert wurde.

Zum Schluss ihrer Ausführungen erklärte Angela Merkel, wie groß ihre Verbundenheit zur Landwirtschaft sei, da sie selbst vom Lande komme. Sie ging kurz auf die Stellung der Landwirtschaft in der Gesellschaft ein und hob deren Traditionen hervor.

Otto Lattwesen, Aufsichtsratsvorsitzender der Nordmilch, erklärte das Unternehmen und die Vorzüge des Nordkontors, dem noch mehr Molkereien beitreten müssten, ohne dass es weiterer Molkereifusionen bedürfe. Er betonte, dass das Nordkontor die Verhandlungsposition der Molkereien gegenüber dem LEH stärken würde.
Markus Mosa, Chef von Edeka, stellte fest, dass die mittelständig organisierten Filialen nicht in der Lage wären bei austauschbarer Ware Preiszugeständnisse zu machen. Mosa bestätigte, dass die Molkereiwirtschaft ihnen preisgünstige Ware offerieren würde, ohne dass sie die Molkereien gegeneinander „ausspielen“ würden. Die Molkereien würden sich in ihren Angeboten ständig gegenseitig unterbieten.
Jürgen Meenken bedankte sich bei Bundeskanzlerin Merkel dafür, dass die Bundesregierung die Milch zur Chefsache erklärt hat, so wie es der BDM durch seine Aktionen seit geraumer Zeit fordert. Die von der Kanzlerin beschriebenen emotionsgeladenen Kundgebungen der Milchviehhalter seien der aussichtslosen Entwicklung des Milchmarktes geschuldet, denen immer mehr Milchviehhalter zum Opfer fallen. Dass eine Fusionswelle in der Molkereiwirtschaft nicht zwangsläufig eine bessere Preisfindung zur Folge habe, erklärte Meenken an Beispielen wie Dänemark, Großbritannien, Neuseeland und auch der deutschen Nordmilch. Alle bislang umgesetzten Maßnahmen, wie Exportbeihilfe, Intervention und vieles mehr hätten ihr Ziel, einen höheren Milchpreis, bislang verfehlt. Wenn nicht kurzfristig die Milchproduktion um europaweit mindestens 5 Prozent eingeschränkt werde, werde es zum Strukturbruch kommen. Eine der schnellsten Möglichkeiten, die Milchmenge zu reduzieren, sei die umgehende Einschränkung der Saldierungsmöglichkeiten und die Änderung des Umrechnungsfaktors. Diese Möglichkeiten könne Deutschland ohne Brüssel umsetzen und es sei auch kein deutscher Alleingang, da die Länder, die in Europa maßgeblich Milch produzieren, dieses schon umgesetzt hätten. Meenken riet Merkel sich dazu mit dem französischen Minister Michel Barnier auszutauschen, denn in Frankreich seien die Probleme die gleichen und mit gemeinsamen 40 Prozent der EU-Produktion seien Entscheidungen dieser „Milchländer“ ein Vorbild für Brüssel.
Heinz Korte, Gerd Sonnleitner sowie Minister Ehlen setzten weiterhin alleine auf Steuerbegünstigungen (Agrardiesel, steuerliche Rücklagen und ähnliches), Ausbau Exportbeihilfe, Förderung von Absatz  stimulierenden Maßnahmen im In- und Ausland, Schulmilchprogramme und allen sonst schon bekannten Absatzförderungen. Weiterhin sprachen sich der Deutsche Bauernverband und das Landvolk Niedersachsen gegen jede Maßnahme zur Milchmengenreduzierung aus. Ein deutscher Alleingang werde abgelehnt.

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NPD Stuttgart stellt Strafanzeige gegen fünf Antifaschisten – Vertrauensleute der Firma Festo protestieren

In der jüngsten Vergangenheit gab es vermehrt Schmierereien an Gewerkschaftshäusern und Überfälle auf DGB-Gewerkschaftskundgebungen durch Neonazis wie zum Beispiel in Dortmund (aber nicht nur dort) am 1. Mai. Die Angriffe durch Neonazis auf Demokraten und Antifaschisten, die wir als Gewerkschafter ja sind, werden dreister und direkter. In der Region Stuttgart agitiert die NPD mit Strafanzeigen gegen fünf Antifaschisten.

Von Lydia Trueten (www.trueten.de/authors/9-Lydia-Trueten)

Die NPD Stuttgart hatte kürzlich fünf Antifaschisten, die als Erstunterzeichner für den Demonstrationsaufruf der Bündnisdemonstration im vergangenen Jahr zeichneten, auf ihrer Webseite
(htxp://www.npd-stuttgart.de/?p=564) mit Namen und –  inzwischen entfernten – Adressen genannt. Einer der wegen angeblicher „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ angezeigten ist
Leiter der gewerkschaftlichen Vertrauensleute bei der Firma Festo in Esslingen.

Die Vertrauensleute der IG Metall bei Festo in Esslingen, mit 3500 Beschäftigten der größte Betrieb der dortigen Verwaltungsstelle, haben sich solidarisch mit den Antifaschisten erklärt. Unter anderem soll die Belegschaft über den Vorfall informiert werden:

Solidaritätserklärung der Vertrauensleute der IG Metall bei Festo Berkheim, einstimmig beschlossen am 28.Mai 2009:

Mit Empörung haben wir zur Kenntnis genommen, dass der Landesverband der
NPD Strafanzeige gegen Erstunterzeichner der Kampagne „Nazis keine Basis
bieten“ gestellt hat, unter denen sich auch mehrere Gewerkschafter
befinden, unter anderem einer unserer Vertrauenskörper-Leiter.
Die Kampagne „Nazis keine Basis bieten“ entstand im Vorfeld der
diesjährigen Gemeinderats- und Regionalparlamentswahlen, um möglichst
viele Leute für vielfältigen Widerstand gegen die Nazi-Kandidatur zu
mobilisieren. Die Erfahrung zeigt, dass sich in Gegenden, in denen
breiter gesellschaftlicher Widerstand, Aufklärungsarbeit und Engagement
gegen das braune Gedankengut verankert sind, Faschisten kaum Fuß fassen
können.
Die Nazis fühlen sich offensichtlich getroffen. Wohl deshalb werden die
Angeklagten mit vollem Namen und Wohnort auf der Website der NPD
Stuttgart genannt; zu Beginn war die vollständige Adresse angegeben.
Die Anzeige lautet auf Volksverhetzung und Bildung/ Beteiligung an einer
kriminellen Vereinigung, die Angezeigten werden als „Rotfaschisten“ und
„sogenannte Antifaschisten“ beschimpft.
Der Dieb ruft „Haltet den Dieb“, das ist keine neue Methode.
Wir weisen diese Unverschämtheit entschieden zurück und erklären uns
solidarisch mit den angezeigten KollegInnen.
Als Gewerkschafter wissen wir wohin es führen kann, wenn man dem braunen
Spuk nichts entgegensetzt.
– Sofortige Rücknahme der Anzeige gegen die Antifaschisten!
– Durchsetzung des längst überfälligen Verbotes der NPD!
Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

Mehr Informationen unter:
www.nazis-keine-basis.tk/

Linkhinweise:
www.linksunten.indymedia.org/de/node/7519

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Theater auf der Comburg: >Die Rebellin< von Rüdiger Iwan

Vom Drama zum Bürgerprojekt. Mit Unterstützung der Comburg und dem te-ta-te Theater wird das Stück „Die Rebellin“ (Autor: Rüdiger Iwan) in der Zeit vom 2. Juni bis 7. Juni 2009 als Freilichtinszenierung im Zwinger der Comburg aufgeführt. Alle Vorstellungen beginnen um 21.15 Uhr. Karten im Vorverkauf sind beim Haller Tagblatt erhältlich.

Von Sylvia Ofori und den Veranstaltern

„Die Rebellin“ thematisiert das Drama um Anna Büschler, Tochter des Bürgermeisters, die gegen ihren Vater und die Gesellschaft rebelliert und damit zu einer der interessantesten Frauengestalten aus der mittelalterlichen Schwäbisch Haller Geschichte wurde.

Es entstand die Idee, dieses für die Stadtgeschichte wichtige Stück mit engagierten Laiendarstellern aller Altersgruppen als Bürgerprojekt zu realisieren.

Nun ist es unter der Regie von Vito Susca gelungen, ein generationenübergreifendes Theaterprojekt, auf die Beine zu stellen, das durch den emotional geprägten Inhalt und das Aufleben der mittelalterlichen Haller Gesellschaft nicht nur einen enormen Unterhaltungswert hat, sondern auch die Haller Stadtgeschichte lebensnah auf die Bühne bringt.

„Von Hallern für Haller“ ist damit ein gelungenes Beispiel für die engagierte Zusammenarbeit von interessierten Bürgern, Kulturschaffenden und Sponsoren.

Der Spielort Comburg bietet mit seiner historischen Kulisse optimale Bedingungen für eine gelungene Inszenierung, die auf hohem Niveau über ein vorangegangenes Workshopangebot und intensive Proben vorbereitet wurde.

Theater auf der Comburg/ Schwäbisch Hall Steinbach
„Die Rebellin“ von Rüdiger Iwan
am 2./3./ 5/ 6 und 7. Juni 2009
alle Termine 21:15 Uhr

Weitere Informationen: www.te-ta-te-theater.de

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Hohenloher Tagblatt verliert vor dem Arbeitsgericht Crailsheim: Geschäftsführer Bauder muss seine Chefsekretärin weiter beschäftigen

Die Kündigung, die Hohenloher-Tagblatt-Geschäftsführer Jürgen Bauder seiner Chefsekretärin im Dezember 2008 ausgesprochen hat, ist unwirksam. Dies hat das Crailsheimer Arbeitsgericht gestern (Mittwoch, 20. Mai 2009) verkündet. Die 46-jährige Frau muss weiter beschäftigt werden.

Von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

Einen Monat lang kann Berufung eingelegt werden

Das Hohenloher Druck- und Verlagshaus (HDV), in dem auch das Hohenloher Tagblatt erscheint, hat nach Zustellung des Urteils einen Monat lang die Möglichkeit, Berufung beim Landesarbeitsgericht Mannheim einzulegen, das seit 1. Mai 2009 für den Bereich Crailsheim zuständig ist.

HT-Geschäftsführer Bauder hatte seiner Chefsekretärin nach über elf-jähriger Tätigkeit aus „betriebsbedingten Gründen“ zum 30. April 2009 gekündigt. Viele Arbeitsbereiche der Frau seien weggefallen, weil er (Bauder) einen Großteil der Arbeit nun selbst erledige, begründete Bauder die Kündigung der Frau bei der mündlichen Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Crailsheim am Donnerstag, 30. April 2009 (Bericht in Hohenlohe-ungefiltert unter www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=1795).

Zunächst hatte Bauder seiner Chefsekretärin noch eine Arbeit in der Vertriebsabteilung des Hohenloher Tagblatts angeboten – nahm dieses Angebot aber einige Tage später wieder zurück. Kurzfristig sei die Stelle nicht mehr frei gewesen, so Bauder bei der mündlichen Verhandlung.

Kündigung ist nicht verhältnismäßig

Die Kündigung sei nicht verhältnismäßig – vor allem die Anhörung und Information des Betriebsrats vor dem Ausspruch der Kündigung sei nicht ordnungsgemäß erfolgt, begründete Arbeitsrichter Ralf Büschler das Urteil des Arbeitsgerichts Crailsheim. Dem Betriebsrat ist nicht ordnungsgemäß mitgeteilt worden, warum eine wenige Tage zuvor noch mögliche Weiterbeschäftigung der Frau in einem anderen Bereich des Verlags plötzlich nicht mehr möglich sein solle. Zudem hatte Bauder gegenüber dem Betriebsrat zunächst erklärt, sämtliche Arbeiten der Chefsekretärin würden künftig von anderen Mitarbeitern erledigt. Bei der mündlichen Verhandlung vor dem Arbeitsgericht sagte der HT-Geschäftsführer dann aber aus, dass er nun einen Großteil der Arbeit selbst erledige. Auch dies hätte er dem Betriebsrat mitteilen müssen, urteilt das Arbeitsgericht. „Die Geschäftsleitung hat dem Betriebsrat den eigentlichen Kündigungsgrund nicht genannt,“ erklärte Arbeitsrichter Büschler bei der Urteilsverkündung am 20. Mai 2009.

Einschätzung der Lage: Der Autor dieses Artikels geht davon aus, dass HT-Geschäftsführer Jürgen Bauder gegen das Urteil Berufung beim Landesarbeitsgericht Mannheim einlegen wird.

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„Es ist möglich, den Hunger im ländlichen Indien zu beenden!“ – Trägerin des Alternativen Nobelpreises berichtet am Sonntag, 24. Mai 2009, um 18 Uhr in der Kirche St. Katharina in Schwäbisch Hall über ihre Arbeit

Die Inderin Krishnammal Jagannathan, Trägerin des Alternativen Nobelpreises 2008, berichtet am Sonntag, 24. Mai 2009, um 18 Uhr in der Kirche St. Katharina in Schwäbisch Hall, Lange Straße 35/1 über ihr lebenslanges Engagement gegen Hunger und ländliche Armut. Dort wird auch die Ausstellung „Genug für alle – Nahrung ist ein Menschenrecht!“ gezeigt.

Pressemitteilung von Manfred Scherrmann, Schwäbisch Hall, Mitorganisator der Veranstaltung

Einsatz für die Kastenlosen

Inspiriert von einem Treffen mit Mahatma Gandhi 1946 setzte sich Krishnammal Jagannathan bereits als junges Mädchen in der gandhianischen Bewegung für die Landverteilung an Dalits („Kastenlose“) ein. Nach einem von Großgrundbesitzern gelegten Brand im indischen Bundesstaat Tamil Nadu, bei dem 44 Frauen und Kinder starben, beschlossen sie und ihr Mann Sankaralingam Jagannathan 1968 sich dort zu engagieren. 1981 gründeten sie die Nichtregierungsorganisation LAFTI (Land for the Tillers’ Freedom), um Landlosen fruchtbares Ackerland zugänglich zu machen und ihnen ein Leben frei von Zwangsarbeit auf den Feldern der Großgrundbesitzer zu ermöglichen.

Fast 90 Prozent leben unter der Armutsgrenze

„Es ist ein langer Weg für gleiche Rechte und bessere Lebensbedingungen für Dalits“, sagte Krishnammal Jagannathan gestern (19. Mai 2009) bei einer Veranstaltung in Berlin. „Aber wir haben schon viel erreicht. Ich glaube fest daran, dass sich der Hunger im ländlichen Indien beenden lässt, wenn die Landlosen ein Stück eigenes Land erhalten.“ Schätzungsweise ein Viertel der indischen Bevölkerung, rund 250 Millionen Menschen, gehört zu den Dalits, auch „Unberührbare“ genannt. Die meisten von ihnen leben auf dem Land, davon fast 90 Prozent unterhalb der Armutsgrenze.

Krishnammal Jagannathan, Trägerin des Alternativen Nobelpreises

Hilfsorganisation LAFTI stellt Land zur Verfügung

Die Nichtregierungsorganisation LAFTI hat in Tamil Nadu bereits 5.400 Hektar Land gekauft. Durch staatliche Kredite konnten 13.500 landlose Familien je 0,4 Hektar (4000 Quadratmeter) erwerben – im fruchtbaren Delta des Kaveri-Flusses ist dies oft ausreichend, um ihre Ernährung zu sichern. Zusätzlich fördert LAFTI gemeinschaftliche Aktivitäten, dörfliches Handwerk sowie die Ausbildung von Dalit-Kindern. Aktuell profitieren 5.000 Familien von einem partizipativen, umweltverträglichen Hausbauprojekt. Die Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V. (ASW) begleitet die Arbeit der Jagannathans seit 1968, zuletzt wurden die von LAFTI ausgeführten Tsunami-Rehabilitationsarbeiten gefördert. Die aktuelle Kooperation zwischen LAFTI und der ASW unterstützt den Widerstand der Dalit-Familien gegen industrielle Shrimps-Farmen, die zu massiver Versalzung des verteilten Ackerlandes führen.

Informationen zur Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V. (ASW): Der Verein ASW unterstützt nach eigenen Angaben Menschen mit Ideen – Seit über 50 Jahren fördert die Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V. Projekte in Indien, Afrika und Brasilien, die von den Betroffenen selbst initiiert und getragen werden. Jedes Jahr unterstütz die ASW rund 60 Projekte in sieben Ländern. Frauenförderung, Umweltprojekte und Menschenrechte sind die Schwerpunkte der Arbeit.

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SPD im Landkreis Schwäbisch Hall will mit Bürgern über „Erneuerbare Energien in Hohenlohe“ diskutieren – Termin: Donnerstag, 28. Mai 2009, von 14.30 bis 20 Uhr

Der SPD Kreisverband Schwäbisch Hall sowie die örtlichen SPD-Gemeinderats- und Kreistagskandidaten laden am Donnerstag, 28. Mai 2009, von 14.30 Uhr bis zirka 20 Uhr alle Bürgerinnen und Bürger zu einem Informations- und Meinungsaustausch zum Thema „Erneuerbare Energien in Hohenlohe“ ein.

Von Walter Leyh, Mitglied des SPD-Kreisvorstands Schwäbisch Hall

An der Veranstaltung nehmen Thomas Knapp, energiepolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und Landtagsabgeordneter aus dem Enzkreis (Mühlacker) und Nik Sakellariou, Landtagsabgeordneter und Kreisvorsitzender der SPD, Schwäbisch Hall teil.

Das Programm:

14.30 bis zirka 15.15 Uhr: Energie-Initiative Kirchberg/Jagst – Führung und Erläuterungen durch Gerhard Kreutz. Treffpunkt am ersten (ältesten) Kirchberger Windrad an der Autobahn bei Kleinallmerspann.

15.45 bis 17 Uhr: Biogas-Anlage Zink/Gullmann GbR Rot am See-Buch. Führung und Erläuterungen durch Herrn A. Zink. Am Ortsausgang Richtung Rothenburg ob der Tauber auf der linken Seite.

17.30 bis 18 Uhr: S+K Haustechnik in Rot am See. Firmenpräsentation durch Geschäftsführer Edwin Kraus. Schwerpunkt: Alternative regenerative Heizmaterialien & Photovoltaik.

18 bis 20 Uhr: „Entwicklungsstand, Struktur und Zukunftsaussichten der Alternativ-Energie-Branche in Hohenlohe“, Öffentliches Bürgergespräch für Energiewirte, Anlagenbauer, Anteilseigner und Interessierte. Ort: Foyer der Firma S+K Haustechnik in Rot am See (neues Gewerbegebiet am Autobahnzubringer Richtung Kirchberg)

Weitere Auskünfte und Informationen
gibt es beim SPD-Wahlkreisbüro von Nik Sakellariou, Telefon 0791/8875 oder bei der SPD-Geschäftsstelle, Telefon 07951/21004

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Metallarbeiter fordern in Öhringen: „Abwrackprämie für Arbeitsplatzvernichter“

Metallarbeiter fordern in Öhringen gutes Geld für gute Arbeit.

Metallarbeiter fordern in Öhringen gutes Geld für gute Arbeit.

Den Metallerinnen und Metallern auch in der Region Hohenlohe ist inzwischen klar: Lobbyarbeit bei den Parteien und der Bundesregierung allein reicht nicht aus. „Wir müssen Druck machen in den Betrieben und auf der Straße für mehr soziale Gerechtigkeit“, forderten die Betriebsratsvorsitzenden von Mahle, Getrag und Terex vor einigen Tagen bei einer Kundgebung der IG Metall in Öhringen. Rund 600 Gewerkschafter aus der gesamten Region folgten dem Aufruf der IG Metall und forderten einen „Schutzschirm für Beschäftigte, Erwerbslose und RentnerInnen.“

Von der IG Metall Schwäbisch Hall

Betriebe machen Gewinne, Lohnerhöhung gibt es aber keine

Wer die Fehler macht, soll auch bezahlen.

Demo für den Erhalt von Arbeitsplätzen und faire Bezahlung.

Selbst in den Betrieben, in denen Gewinne gemacht werden, die Lohnerhöhung verschoben werden soll, ist eine Sauerei“, kritisiert Heidi Scharf, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Schwäbisch Hall die Unternehmen, die die Krise ausnutzen, um auf Kosten der Beschäftigten Kasse zu machen.

In ihrer Rede sprach sie wesentliche Inhalte eines Konjunkturpakets III für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an:

– Die Rente mit 67 muss rückgängig gemacht werden. Jeder Mensch soll in den nächsten fünf Jahren bei 40 Versicherungsjahren mit 60 in „volle Rente“ gehen können.
– Arbeitszeitverkürzung mit Lohnausgleich
– Bezug von Kurzarbeitergeld für 24 Monate
– Bezug von Arbeitslosengeld bis zu 36 Monate
– Zuzahlung zu Altersteilzeit

Begeisterten Applaus erhielt Siegfried Hubele, Betriebsratsvorsitzender von Huber Verpackungen für seinen Kriminaltango (siehe auch Artikel auf hohenlohe-ungefiltert vom 2. Mai 2009 www.hohenlohe-ungefiltert.de/wp-admin/post.php?action=edit&post=1749)

Grußworte sprachen in Öhringen Bernhard Löffler, DGB-Regionsvorsitzender Heilbronn-Franken, Irmgard Kircher-Wieland (SPD) und Silvia Ofori (Bundestagskandidatin von Die Linke).

oehringen_13-05-09-022

Das Plakat dieser Demonstrantin spricht für sich.

Die Menschen sind wichtiger als die Profitmaximierung.

Die Menschen sind wichtiger als die Profitmaximierung.

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