Gudrun Mangold gründet Verlag „Der Palmengarten“ – Tochter von „Remstal-Rebell“ Helmut Palmer bringt ihre Bestseller neu heraus

Der Verlag „Der Palmengarten“ ist der brandneue Verlag der Autorin Gudrun Mangold, die ab sofort alle ihre Bücher selbst auf den Markt bringt – ihr Anspruch ist nach eigenen Angaben mit einem einzigen Begriff vollumfänglich umfasst: Qualität!

Informationen von Gudrun Mangold, Autorin

„Der originale Palmer-Schnitt – Spitzenerträge im Streuobstbau“

Im Verlag der Palmengarten lustwandelt man zwischen Themen, die mit Kulinarik und insbesondere mit Genuss zu tun haben, ebenso mit erfolgreicher Garten-Praxis, mit naturverträglichen Reisen in europäische Regionen – und selbstverständlich auch mit herzhafter Politik und Philosophie. Der Name des Verlags ergibt sich aus den Themen der Autorin und spielt zudem mit dem Namen ‚Palmer‘ – Helmut Palmer, bekannt als „Remstal-Rebell“ ist der Vater von Gudrun Mangold.
Zusammen mit ihm hat sie das Buch „Der originale Palmer-Schnitt – Spitzenerträge im Streuobstbau“ geschrieben, das soeben als großzügig bebilderte Neuausgabe erscheint und zu den ersten Veröffentlichungen der neuen Edition gehört.

„Hunger ist der beste Koch – karge Zeiten auf der rauen Alb…“

Gleichzeitig bringt Gudrun Mangold jetzt auch ihren persönlichen Bestseller „Hunger ist der beste Koch – karge Zeiten auf der rauen Alb – Rezepte und Geschichten“ völlig neu gestaltet wieder auf den Markt. Last not least legte sie bereits Mitte Oktober 2020 ihr Büchlein „’s Christkendle uff dr Alb – eine kleine Weihnachtsgeschichte – mit Originalrezepten“, das sie von Anfang an selbst ediert hat, zum achten Mal auf.

Rechte an den Büchern zurückgeholt

Sowohl der Stuttgarter Franckh-Kosmos- wie auch der Tübinger Silberburg-Verlag, in denen Gudrun Mangold bislang publiziert hatte, sind an größere Münchner Verlagshäuser gegangen. Gudrun Mangold hat deshalb die Rechte an ihren Büchern zurückgeholt.

Layout der Bücher völlig neu gestaltet

Die Layouts vom „Palmer-Schnitt“ und „Hunger“ mussten somit völlig neu gestaltet werden, was Gudrun Mangold nur als tolle Chance betrachtet: „Ich denke, insgesamt sind jetzt beide Bücher klarer aufgebaut. Das Obstbau-Buch habe ich zudem mit großen Fotos beträchtlich erweitert.“
„Sehr wichtig war mir auch die Art der Herstellung. Ich wollte unbedingt weg von den angeblich „unverzichtbaren“ Plastik-Kaschierungen der Cover. Wenn ich z.B. Ratgeber-Bücher sehe, die einen lehren wollen, wie man öko und bio und plastikfrei einkaufen könne, und diese Ratgeber selbst dann wie selbstverständlich mit diesem blöden Plastik-Umschlag daherkommen, dann frage ich mich, wieso ich diesen Leuten inhaltlich irgendetwas abnehmen soll.
Jedenfalls hat die von mir beauftragte Druckerei in Oberndorf am Neckar (ich wollte keine langen Transportwege, Kosmos hatte in Tschechien drucken lassen) auf mein Drängen solange gesucht, bis eine plastikfreie, aus Holz hergestellte Folie gefunden war. Und die ist übrigens auch noch viel schöner und angenehmer anzufassen als jedes Plastik.

Kein Plastik

Und der in Fellbach ansässige Verlags-Versand hat sich ebenfalls auf die Suche gemacht – ich will auch kein Plastik-Füllmaterial in den Bücher-Kartons haben, übrigens auch kein angeblich kompostierbares, was mir angeboten wurde. Sowas ist meines Erachtens green-washing – ich selbst wollte das Zeug jedenfalls nicht auf meinem Kompost haben.
Dass es auch anders geht, weiß ich aus Erfahrung. Bislang hat mir ein Onkel mit dem Vertrieb geholfen, zusammengeknüllte alte Zeitungen waren ein hervorragendes Füllmaterial – kein einziges Buch wurde je auf dem Transportweg beschädigt. Dazu braucht es auch keine Maschine, das geht auch einfach per Hand.

„’s Christkendle uff dr Alb“

Ich habe nun vor – neben neuen Büchern – auch alle meine bislang in anderen Verlagen erschienenen Titel peu a peu selbst neu zu edieren, und eben auch als Verlegerin, und sei es mit großer Wahrscheinlichkeit als die kleinste des Landes, neue Wege zu gehen. Als einer der ersten hat mir der Tübinger Verleger Hubert Klöpfer eine umwerfende Gratulations-Mail geschrieben – so etwas ist erste Sahne.
Meine 2006 mit „’s Christkendle uff dr Alb“ gegründete Edition Gudrun Mangold geht in den Verlag der Palmengarten über und bleibt bestehen.
Zudem arbeite ich an einer Edition La Palmeraie, die Titel aus dem Verlag Der Palmengarten auf Französisch edieren und auf den französischen Buchmarkt bringen wird.

Und nun das Wichtigste – die Bücher selbst:

„Der originale Palmer-Schnitt – Spitzenerträge im Streuobstbau“ heißt jetzt also das neue, deutlich umfangreicher gewordene Lehrbuch für den Obstbau, das selbstverständlich auch die Politik kurz streift. „Die Oberen stutzen, damit die unteren Licht bekommen“ – diese Devise taugte meinem Vater gleich gut für den einen wie für den anderen Bereich.
Mein Anspruch ist wie immer journalistisch – das profunde pomologische Wissen meines Vaters versuche ich in klaren Worten und mit aussagekräftigen Bildern zu erklären. Wo Franckh-Kosmos aus Kostengründen nur Fotos in Briefmarkengröße abbildete, was so ziemlich für die Katz war, kann man jetzt die zu schneidenden Äste und Zweige genau erkennen. Ebenso welche Auswirkung etwa das für den Palmerschnitt zentral wichtige Umkehraugverfahren auf den Wuchs eines Zweiges hat.
Das ganze Buch hindurch finden sich signifikante Vorher/Nachher- Darstellungen, also zum Beispiel: vor dem Schnitt, nach dem Schnitt; voriges Jahr, dieses Jahr; vor dem Veredeln, nach dem Veredeln, etc.
Das Buch ist für Fachleute wie Amateure gleichermaßen – beide werden fündig. Die einen können ihr Wissen verfeinern, die anderen die Pflege von Obstbäumen von Anfang an lernen. „Jeder sein eigener Baumwart!“ lautete die Palmersche These Nummer Eins.

„Hunger ist der beste Koch – karge Zeiten auf der rauen Alb – Rezepte und Geschichten“ erschien 2002 zum ersten Mal und pünktlich zur Frankfurter Buchmesse. Binnen weniger Wochen war die erste Auflage ausverkauft, weitere folgten, das Buch wurde zum erfolgreichen Longselller. Doch dann wurde 2017 der Tübinger Silberburg Verlag, der es bis dahin aufgelegt hatte, an einen Münchner Großkonzern verkauft. „Hunger ist der beste Koch“ verschwand vom Buchmarkt.
Jetzt ist das Buch wieder da! Publiziert erstmals in der Edition der Autorin. Der Text blieb unverändert. Gudrun Mangold: „Nur die Gestalt, quasi das ‚Häs‘ ist neu und hoffentlich schöner und besser als je zuvor!“
„Hunger ist der beste Koch“ ist sicher das einzige überregional so weit verbreitete Sachbuch, in dem die karge Kuppenalb zentral thematisiert wird. Geschildert wird die Geschichte der Region von der ersten Besiedlung bis heute – bis weit ins vorige Jahrhundert ein ständiger Überlebenskampf. Immer wieder streut Gudrun Mangold in ihre Erzählungen authentische alte und uralte Rezepte ein, Das ist der Clou des Buches: man soll sich die Geschichte auf der Zunge zergehen lassen können!

Der „Schwarze Brei“

Den „Schwarzen Brei“ zum Beispiel, der in früheren Jahrhunderten auf der Alb bei den ärmsten Familien am häufigsten auf den Tisch kam, und zwar als Hauptmahlzeit. Wer sich jedoch heute auf die alten Rezepte einlässt, kann nicht nur schmecken, wie es früher war. Man kommt auch zu ganz unerwarteten kulinarischen Genüssen. So hat der Stuttgarter Starkoch Vincent Klink, in dessen Fernseh-Sendung „Kochkunst“ Gudrun Mangold mit ihren Büchern mehrmals eingeladen war, den Schwarzen Brei als Beilage zu einem Edelfisch serviert. Gudrun Mangold: „Das toppt zum Beispiel Couscous oder Polenta locker, weil der Schwarze Brei würziger und damit interessanter schmeckt.“
Das Buch hat noch einen zweiten Kunstgriff; Gudrun Mangold fällt immer wieder in den Älbler Dialekt. Weil der für Reigschmeckte und sogar auch für viele Schwaben oft wie eine Fremdsprache klingt, liefert die Autorin auf jeder Doppelseite immer gleich ein kleines Glossar dazu. So muss man im Zweifelsfall nicht lange nachschlagen.

Im Kapitel „Mr hant ’s Bacha“ finden sich zum Beispiel so typische Bezeichnungen wie „Scherr“, „Gruck“, „Eiloibschissl“ oder „Bischelesdruggr“, und es wird erklärt, dass der Zwiebel und der Schoglaad im Dialekt eben maskulin sind. Vor allem aber eignet sich das Kapitel als genaue Anleitung, wie man im Backhaus auch heutzutage noch Schwarzbrot, Weißbrot, Zuckerkranz und ein Blatz oder Hutzlabrot backen kann.

„Weben und Überleben in Laichingen von 1650 – 1900“

Gudrun Mangold nimmt in ihrem Buch auch Bezug auf die 1996 von Hans Medick vorgelegte Habilitationsschrift „Weben und Überleben in Laichingen von 1650 – 1900“. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte damals geschrieben, Medick erhebe mit seiner Arbeit Laichingen zum „neuen Fixstern am Historikerhimmel“. Was dem Historiker auf wissenschaftliche Weise so hervorragend gelungen ist, stellt Gudrun Mangold allgemeinverständlich dar – mit den Rezepten sogar auch für den Geschmacksinn.

„’s Christkendle uff dr Alb – eine kleine Weihnachtsgeschichte – mit Originalrezepten“

Quasi das Weihnachtskapitel zu „Hunger ist der beste Koch“ ist Gudrun Mangolds Büchlein „’s Christkendle uff dr Alb – eine kleine Weihnachtsgeschichte – mit Originalrezepten“. Von Anfang an hat sie diesen Titel selbst verlegt.
Wie hat man früher auf der rauen Alb Weihnachten gefeiert? Wie war es, als die Leute kaum etwas hatten, das sie unter den Christbaum legen konnten? Womit hat man den Bredlesteller gefüllt, wenn schon Zutaten wie Eier, zumal im Winter, Mangelware waren? Auch hier bestückt Gudrun Mangold ihre Erzählung mit alten Rezepten. Bei der Weihnachtsbäckerei musste man auf der Alb oft mit nur wenigen Zutaten auskommen. Aber das tat dem Geschmack keinen Abbruch – im Gegenteil, es war und ist der reine Hochgenuss!

Neuausgaben

  • „Der originale Palmer Schnitt – Spitzenerträge im Streuobstbau“, geb. 150 S., 198 Fotos, VK 25.- €, Edition Gudrun Mangold, Heidelberg 2020 ISBN 978-3- 9822441-0-5
  • „Hunger ist der beste Koch – Karge Zeiten auf der rauen Alb – Rezepte und Geschichten“, geb., 160 S. zahlr. s/w-Fotos, Edition Gudrun Mangold, Heidelberg 2020, VK 22,90 €, ISBN 978-3-9822441-1-2
  • Backlist:
  • 8, unveränd. Neuauflage 2020 von „’s Christkendle uff dr Alb – eine kleine Weihnachtsgeschichte – mit Originalrezepten“, 96. S., zahlr, s/w-Fotos, Edition Gudrun Mangold, Heidelberg 2006, VK 12,95 €, ISBN 3-00-020252-8
  • „Trollinger & Co – Württemberger Weinkultur“. Geb., Bildband 160 S., ca: 140 meist großformatige Farbfotos und hist. s/w-Repros, Edition Gudrun Mangold, Heidelberg, 2007, 22, 90 €, ISBN 978-3-00-023433-0

Weitere Informationen im Internet und Kontakt:

www.gudrunmangold.de

Lebenslauf von Gudrun Mangold

Gudrun Mangold wuchs in Laichingen, Baden-Württemberg, auf. Am Tübinger Stift studierte sie Theologie. Heute arbeitet sie als Journalistin, Autorin und Filmemacherin. Sie arbeitet unter anderem für Sender wie ZDF, WDR und SWR und für diverse Tageszeitungen von der FAZ bis zur taz. Außerdem ist sie Leiterin von Seminaren an der Université du Vin im südlichen Rhônetal. Mangolds Bücher, Filme und Reportagen handeln zum größten Zeil von der Kulturhistorie europäischer Regionen. Besonders konzentriert sie sich dabei auf die Provence, die zu ihrer zweiten Heimat geworden ist.

https://www.lovelybooks.de/autor/Gudrun-Mangold/

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„Harter Lockdown belastet viele Betriebe stark“ – Gewerbe- und Fremdenverkehrsverein Kirchberg/Jagst warnt

Sie tun es wieder. Der befürchtete harte Lockdown wird 2020 zum zweiten Mal Realität. Die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Bundesländer schließen die Läden mitten im Weihnachtsgeschäft. Ab 16. Dezember 2020 bleiben die meisten Ladentüren geschlossen. Sogar eine Ausgangssperre gibt es. Die Schließung ist ein harter Schlag für die ohnehin gebeutelten Ladeninhaber.

Vom Gewerbe- und Fremdenverkehrsverein Kirchberg/Jagst

Stationärer Handel braucht treue Kunden

Der Lockdown geht vielen Betrieben an die Substanz. Die inhabergeführten Läden, Gaststätten, Dienstleister, Handwerksbetriebe und Mittelständler brauchen mehr denn je die Unterstützung der Kundinnen und Kunden vor Ort. Lebensmittelgeschäfte, Bäckereien, Tankstellen, Apotheken, Arztpraxen, Optiker und Gaststätten, die Essen zum Mitnehmen anbieten, bleiben geöffnet. Auch die Handwerksbetriebe, das produzierende Gewerbe und viele Dienstleister arbeiten weiter. Gastronomen und Geschäfte bieten auch Geschenkgutscheine an. Essen zum Mitnehmen funktioniert auch in Kirchberg ganz einfach: Anrufen, bestellen, dann abholen oder liefern lassen.

Firmen machen lebendige Stadt aus

Der Gewerbe- und Fremdenverkehrsverein Kirchberg/Jagst appelliert an die Kundinnen und Kunden, an die Kirchbergerinnen und Kirchberger: Helfen Sie den Firmen im Gemeindegebiet Kirchberg in dieser schwierigen Zeit. Durch Ihre Treue, durch Ihren positiven Zuspruch und durch Ihre Einkäufe und Aufträge helfen Sie den kleinen, mittleren und großen Unternehmen in unserer Gemeinde. Wir brauchen diese Vielfalt an Firmen, Dienstleistern und Einrichtungen für unsere täglichen Besorgungen, für unsere Freizeitaktivitäten. Wir brauchen die Firmen als Arbeitgeber. Wir brauchen sie, um eine lebendige Stadt zu sein.

Firmen und Kommunalpolitiker sind gefordert

Gewerbetreibende, Gemeinderatsmitglieder aller Fraktionen und Vertreter der Stadtverwaltung sollten sich so bald wie möglich an einen Tisch setzen und sich Gedanken darüber machen wie den Firmen vor Ort während der Corona-Krise und nach der Corona-Krise wirkungsvoll geholfen werden kann. Wirtschaftsförderung und Arbeitsplatzsicherung sind von der Papierform her auch wichtige Punkte des Projekts „Zukunftkonzept Kirchberg/Jagst 2030“. Dort wird als Daueraufgabe gesehen, dass „Innenentwicklungspotentiale aktiviert werden müssen.“ Das muss jetzt mit Leben gefüllt werden, damit es nach der Corona-Krise kein böses Erwachen gibt.

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„Wissen ist das beste Mittel gegen Krisen“ – Investigative Recherchen 2020 der Journalistenorganisation CORRECTIV

Von ausgebeuteten Pflegekräften, Sexismus in der Kommunalpolitik, geheimen Absprachen der Klimawandelleugner, bis hin zu Rechten, die in der Mitte rekrutieren – 2020 war ein spannendes Recherche-Jahr.

Von Luise Lange und das Team der Journalistenorganisation CORRECTIV

„Wir decken Ungerechtigkeiten auf“

Nicht erst seit Ausbruch der Pandemie ist es unsere Überzeugung, dass Wissen das beste Mittel gegen Krisen ist. Wir sehen, dass die intensive Arbeit wirkt. Unsere investigativen Recherchen haben gezeigt, dass Journalismus ein Sprachrohr sein kann. Für die, die nicht gehört werden. Und das, was manch einer nicht hören will. Seit sechs Jahren decken wir Ungerechtigkeiten auf. Auch dieses außergewöhnliche Jahr hat gezeigt, wie wichtig dieses Versprechen nach wie vor ist. Das alles ist ohne Ihre Unterstützung nicht möglich. Ihre Wertschätzung ist unser Antrieb für investigative Arbeit im Jahr 2021. Blicken wir mit Hoffnung nach vorne.

„Wem gehört die Stadt?“

Kurz vor dem Lockdown im März 2020 feierten wir noch die Premiere eines Theaterstückes, das aus unserer „Wem gehört die Stadt“-Recherche entstanden ist. Ein paar Tage später saßen wir zusammen, um unseren Alltag neu zu organisieren, um Pläne umzuwerfen und zu überlegen, wie wir über die Corona-Krise recherchieren konnten. Die Welt war eine andere geworden.

Faktenchecks zu Corona und mehr

Wir gingen auf weltweite Spurensuche zu dem politischen Umgang mit der Krise, wir riefen Bürgerinnen und Bürger auf, uns ihre Erfahrungen zu schreiben und wir konzentrierten uns bei den Faktenchecks voll auf Corona. So viel Falsches und Krudes zu einem Thema gab es noch nie. Aber wir setzten auch Recherchen in anderen Themenfeldern fort, die uns wichtig waren, und die auch direkte Wirkung erzielten. Blicken wir gemeinsam zurück und vor allem mit Hoffnung nach vorn.

Online-Jahresrückblick von CORRECTIV:

Internet: https://correctiv.org/in-eigener-sache/2020/12/11/jahresrueckblick-2020/

Weitere Informationen und Kontakt:

https://correctiv.org/recherchen/

E-Mail: luise.lange@correctiv.org

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„Lang beschattete Täler“ – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich: Der Episoden siebenundzwanzigster Teil

„Lang beschattete Täler“ – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich: Der Episoden siebenundzwanzigster Teil. Die geschilderten Handlungen, Personen und Namen sind frei erfunden. Es werden keine realen Namen von Personen angegeben. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten, lebenden oder toten Personen wären rein zufällig, und sind weder gewollt noch beabsichtigt.

Von Birgit Häbich

XXVII Demokratie

… „Komm, wir machen einen Spaziergang in der klaren Luft, heute ist das Wetter gut, die Sonne scheint, auf dem Rückweg holen wir beim Türken unser Mittagessen ab,“ schlug Carl vor. „Und danach können wir gemütlich losfahren.“ „Ja, aber nur einen kurzen Spaziergang und avanti, ich habe Hunger,“ schränkte Paul Carls Vorschlag ein und drängte den Freund mit deutlichen Handzeichen dazu, sich zügig frisch zu machen. Nachdem Carl sich eine Katzenwäsche verpasst hatte und vollständig angezogen war, machten die beiden Freunde sich auf den Weg. „Es ist schön dass Du da bist“, Carl zeigte Paul seine Freude durch ein breites Grinsen, und die beiden legten eine flotte Gangart an den Tag. „Jetzt wo fast alle am Durchdrehen sind, und bald keiner mehr offen mit einem redet, tust du mir gut.“ Paul schwieg eine Weile und setzte dann zu einer langen Rede an: „Carl, ich beobachte die schlimmen Veränderungen, die hier stattfinden, ja aus einem anderen Blickwinkel als du. Mir sind solche erheblichen Einschränkungen, die staatlicherseits veranstaltet werden, aus meinen früheren Beratungsreisen durch Afrika wohlbekannt. Nur wäre mir niemals in den Sinn gekommen, dass gerade hier in Deutschland, wo es eine funktionierende freiheitlich demokratische Grundordnung gab, Daumenschrauben an der Bevölkerung anlegt werden. Und wenn ich sehe wie diese Folterwerkzeuge, beim Anziehen, auch noch völlig widerspruchslos geduldet werden, nimmt mir diese neue Realität manchmal schier den Atem.“

Wo ist die offene Gesellschaft hingekommen?

Paul machte eine Gedankenpause und Carl schwieg vorläufig weiter. „Wo sind eure guten deutschen Begriffe wie >Der mündige Bürger< hingekommen?“, fragte Paul nun laut und deutlich. Carl gab keine Antwort. Er kannte den Freund und wusste, dass demnächst weitere Ausführungen folgen würden. „Was ist mit der >Offenen Gesellschaft<, wo ist die gepriesene >Meinungsvielfalt<, ja überhaupt die Vielfalt des Lebens und die der Gastfreundschaft und der Gemütlichkeit hingekommen?“, bohrte Paul nun weiter. Carl hörte im bitteren Tonfall des Freundes seine große Enttäuschung mitschwingen. „Auch von den hübschen Begriffen >Mulitkulti< oder >Wohlstand für alle< ist überhaupt keine Rede mehr. Die nationalen Regierungen in Europa haben sämtliche Lichtschalter ausgeknipst und die sonst so weltoffenen Deutschen, mausern sich erstaunlich zügig zu hörigen und willfährigen Untertanen. Als ob ihr nichts mehr von den verheerenden Folgen der vergangenen Gleichschaltung wissen würdet. „Carl, wo sind die Früchte des Humanismus, und wo ist die tolle Vorbildfunktion eurer Demokratie hingekommen?“

Mächtige Oligarchen und Monopolisten

Durch ihren forschen Schritt waren sie unversehens wieder von ihrem Spaziergang zurück; mit zwei vollen Essenstüten versorgt, ließen sie sich in Carls Küche nieder und aßen mit schweigendem Genuss ihre Dönerportionen und die bunt angerichteten Salate auf. Dann antwortete Carl Eugen Friedner mit einer Bissigkeit, welche Paul vorher noch nie an dem sonst so bedächtig wirkenden Freund wahrgenommen hatte: „Im Namen von >Karina< wurde der mündige Bürger zum verdächtigen Schuldiger zurechtgestutzt – mächtige Oligarchen und Monopolisten verschlingen die Früchte unserer Demokratie, wie eine tückische Hydra.“ Und er ergänzte mit Bedauern: „Zu meiner Schulzeit im Bubengymnasium in der Kreisstadt, war längst nicht alles bekannt, was wir hätten wissen müssen, um anständige und aufrechte Staatsbürger in einer Demokratie zu werden; und es werden auch heute immer noch, wichtige Schriftstücke aus mehreren Jahrzehnten in staatlichen und privaten Archiven und in verschiedenen politischen Stiftungen verschlossen. Egal, ob es sich nun um Papiere aus der Hitlerdiktatur oder um wichtige Dokumente aus den Zeiten danach, also aus der Zeit der Gründung der westlichen Bundesrepublik Deutschland, handelt.

Staatliche Geheimniskrämerei

Nach einem tiefen Atemzug setzte Carl seine Rede fort: „Ohne eigene Vergangenheit, weiß man gar nichts – wer nicht weiß wo er oder sie herkommt, die oder der weiß auch nicht warum es jetzt so ist wie es ist, und schon gleich gar nicht, wohin es gehen soll. Wir werden seit Jahrzehnten dumm gehalten. Das Kanzlerinnenamt in Berlin, zum Beispiel, legt Akten die historisch, rechtlich und politisch von Belang sind, einfach nicht vor. Daher weiß man weder was sie eigentlich vor uns verstecken noch warum. Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund für diese staatliche Geheimniskrämerei. Wer Geheimnisse derart hüten muss, hat Dreck am Stecken und misstraut dem eigenen Volk, dem eigentlichen Souverän* des demokratischen Staates, zutiefst.“

Gentechnisch orientierte Pharmaindustrie

Nachdem sie den angefallenen Müll sortiert hatten, mahnte Carl unmissverständlich zum Aufbruch. Als ihre Sachen im Auto verstaut waren, machten sie sich auf den Weg. Erst als ihre Fahrt in Richtung Schwarzwald mit weniger Konzentration auf den Verkehrsfluss verbunden war, setzte Paul mit einer erneuten Frage an: „Carl, was meinst du eigentlich zum letzten grünen Parteitag wo man jetzt die Haltung der Partei zur Gentechnik weichgespült hat?“ „Die GRÜNEN“, holte Carl jetzt weit aus, „sind nicht nur in diesem grundsätzlichen und sehr wichtigen Punkt recht wankelmütig geworden sind – sie argumentieren und handeln auch bei anderen ökologisch brisanten Themen letztlich nicht mehr eindeutig. Die politischen Akteure verstecken sich neuerdings hinter der Meinungsvielfalt in der Partei. Das sieht vordergründig zwar gut aus und mutet recht liberal an, aber wird wohl darauf hinauslaufen, dass die gentechnisch orientierte Pharmaindustrie und die Interessen der Chemiegiganten gestützt werden. Der Heiner setzt zwar wegen seiner Überzeugung in der Energiepolitik, immer noch auf die Grünen im Ländle, aber die grüne Partei, steht nicht eindeutig für das europäisch verordnete Recht auf die Demokratisierung der Stromversorgung. Die GRÜNEN, die ich einst wegen ihrem basisdemokratischen Ansatz bewundert und gewählt habe, gibt es nicht mehr. In der >Ökopartei< herrscht geflissentliches Schweigen zu den wegweisenden Vorgaben in den EU-Richtlinien >dezentrale Einheiten in der Stromerzeugung demokratisch zu behandeln und damit auch in der Gesellschaft zu verankern<. Vorreiter wie den Heiner oder den Bioenergetiker Jochimsen* schlägt man en passent* aus dem Feld.“

Dezentrale Energieerzeugung in Bürgerhand

Als das Schild mit der Autobahnabfahrt nach Hoheitshausen auftauchte, bemerkte er abschließend: „Ich bin dafür, jetzt zuerst dem Heiner seine Strategie anzuhören und dann in Ruhe darüber nachzudenken, wie wir ihn weiterhin bei seiner guten Sache der >dezentralen Energieerzeugung in Bürgerhand< unterstützen können. „Ach, und Paul, wie war es eigentlich in Nürnberg bei deinem großen Sohn? Und wo steckt jetzt deine Tochter Gisléne? … Fortsetzung folgt.

Erläuterungen:

*Avanti: Redewendung, die zur Eile antreibt.

*Gleichschaltung: Bewährtes Mittel um diktatorische Ziele durchzusetzen, Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gleichschaltung

*Hydra: Mehrköpfige Schlange, deren Köpfe sich beim Abschlagen vervielfachen.

*Verschlossene Archive: https://www.youtube.com/watch?v=rCq7F0wQPAA und https://weltnetz.tv/video/2408-ewig-geheim

*Souverän: Inhaber der Staatsgewalt, Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Souver%C3%A4n

*Grüner Parteitag:
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/gruenen-parteitag-keine-komplettabsage- fuer-gentechnik-a-8e7cd253-09c5-4b86-a66c-951afe9ee89a

*Ökopartei: Früher wurden die GRÜNEN Ökopartei genannt, Quelle: https://www.duden.de/rechtschreibung/Oekopartei

*En passant: Redewendung aus dem Schach, Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/En_passant

*Ulrich Jochimsen: https://www.jochimsen-dezentral.de/

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„Erpresserbrief des Daimler-Vorstands: Eskalation in Untertürkheim“ – Kommentar von Paul Michel aus Schwäbisch Hall

Bei Daimler spitzt sich der Streit um den drohenden Personalabbau im Powertrain-Werk Untertürkheim weiter zu. In einem Schreiben an die Beschäftigten drohte die Konzernführung den Beschäftigten mit einem Aus für das geplante »Kompetenzzentrum Elektromobilität« im Stammwerk Stuttgart-Untertürkheim für den Fall, dass die Betriebsräte weiter auf ihren Forderungen beharrten.

Kommentar von Paul Michel, Schwäbisch Hall

4000 der rund 19.000 Stellen sollen wegfallen

Im Werk Untertürkheim entwickelt und fertigt Mercedes-Benz Motoren, Getriebe und Achsen. Anfang Februar gab das Management bekannt, dass 4000 der rund 19.000 Stellen bis 2025 wegfallen sollen. Daimler will in Untertürkheim einen »Campus Mercedes-Benz Drive Systems« errichten und Batterien und elektrische Antriebe entwickeln. Der Betriebsrat will das auch, besteht aber darauf, dass für wegfallende Arbeit im Zuge des Umstiegs eine Kompensation in Form anderer Produktionsaufträge geschaffen wird – so wie es einst vom Betriebsrat mit dem Management vereinbart worden war. Michael Clauss, Betriebsrat der IG Metall Im Werk Untertürkeim, sagt dazu: „Wir haben Flächen für konventionelle Technik freigegeben, um den Platz für neue Technik zu nutzen. Wenn 100 Stellen rausgehen, müssen wieder 100 Stellen dazu kommen. Damit waren wir auch relativ erfolgreich.“

Vorstand will Freifahrtschein für Personalabbau

Das hat dem Vorstand wohl noch nie gefallen. Jetzt, in Zeiten von Corona, sieht er offenbar die Chance, im häufig aufmüpfigen Werk Untertürkheim, das Kräfteverhältnis entscheidend zu seinen Gunsten zu verändern. Er will vom Betriebsrat einen Freifahrtschein für Personalabbau und Verlagerung bestehender Arbeitsplätz an „Low-Cost“-Standorte. In ihrem Brief schreiben die Vorstände Markus Schäfer und Jörg Burzer: Zwar seien die Verträge aus damaliger Sicht sinnvoll und richtig gewesen, doch die Lage habe sich grundlegend verändert. „Festhalten am Status quo ist daher keine Option“, Jetzt wollen sie ihr Kostensenkungsprogramm ganz nach Gutsherrenart durchsetzen.

Mit Verlagerung nach Polen wird gedroht

Für den Fall, dass Gewerkschaft und Betriebsräte in Untertürkheim sich nicht fügen, drohen die Vorstände mit einem Aus für das geplante Kompetenzzentrum Elektromobilität im Stammwerk Stuttgart-Untertürkheim. Wider besseres Wissen behaupten sie, es müssten weitere Tätigkeiten nach Polen verlagert werden, weil es im Werk Untertürkheim ansonsten keinen Platz für das „Kompetenzzentrum Mobilität gebe. Betriebsrat Michael Clauss dazu: „Wir können ihnen bei Bedarf ganz konkret zeigen: Da oder dort gibt es die Möglichkeit, die benötigten Flächen frei zu machen. Aber da schalten sie momentan auf Durchzug oder finden eine Ausrede, warum das nicht gehe.“

Vor allem in Europa Kosten senken

Eine Unternehmenssprecherin formuliert in diplomatischen Worten, worum es dem Management geht. Es werde »spürbare Veränderungen« in den Werken geben. Man müsse einerseits die Kosten senken, vor allem in Europa, und andererseits die technologische Transformation schaffen. Die Konzernführung suche den Dialog mit den Arbeitnehmervertretern, um gemeinsam die besten Lösungen zu finden. »Aber eines wollen wir Ihnen ganz offen sagen: Wir können nur Maßnahmen ergreifen, die wirtschaftlich sind«, schreibt das Management. Daher müsse man sich darauf einstellen, dass in einigen Bereichen Beschäftigung wegfallen werde. In Alltagsdeutsch übersetzt heißt das: Wir werden hier andere Saiten aufziehen und Ihr Betriebsräte tut gut daran, Euch unserem Diktat nicht zu widersetzen.

Möchtegern-Kahlschläger in den Vorstandetagen

Der Brief der beiden Vorstandsmitglieder ist eine Kriegserklärung an die Beschäftigten im Werk Untertürkheim. IG Metall und Betriebsräte stehen in der Verantwortung, den Provokationen des Managements eine angemessene Antwort zu erteilen. Die Beschäftigten in Untertürkheim scheinen bereit zu sein. Auch in anderen Teilen des Konzerns scheint die Stimmung aufgeheizt zu sein. In der Trucksparte stehen tausende Stellen zur Disposition. „Kahlschlag droht, wenn wir uns nicht wehren!“, hatten die Betriebsräte mehrerer Standorte kürzlich an die Beschäftigten geschrieben.“ Mit einer Postkartenaktion an den Vorstand, wie jetzt von IG Metall und Betriebsratsspitzen lanciert, wird es wohl nicht getan sein. Es bedarf einer geschlossenen Gegenwehr der Beschäftigten aller Konzernteile gegen die Möchtegern-Kahlschläger in den Vorstandetagen.

Einst in Sindelfingen: Welle von Streikaktionen

Es bedarf wohl einer betrieblichen Gegenwehr in dem Ausmaß wie 2009, als der damalige Vorstandsvorsitzende Zetsche ankündigte, die Produktion der C-Klasse aus dem Sindelfinger Werk abzuziehen und in andere Werke zu verlagern. Die Manager rieben sich verwundert die Augen als ausgerechnet die bis dahin als brav und gefügig eingeschätzte Belegschaft des Werks Sindelfingen mit einer vorher nicht für möglich gehaltenen Welle von Streikaktionen das Werk lahmlegte. Selbst der unternehmenshörige Gesamtbetriebsrat hatte den Zugriff auf die Streikenden verloren. Um schließlich wieder Ruhe in den Kessel zu bekommen, musste die Unternehmensführung 2009, mitten in der Weltwirtschafskrise, versprechen, dass es zehn Jahre lang, bis 2020, keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird.

„Blaues Wunder“ ist nötig

Damals bedurfte es des „blauen Wunders“, um die Herren in der Führungsetage von ihren renditegetriebenen Allmachtstreben abzubringen. Vieles spricht dafür, dass es auch diesmal wieder ein solches „blaues Wunder“ braucht.

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„Abkommen oder nicht Abkommen – Ist das nun die Brexit-Frage?“ – EU-Abgeordnete Evelyne Gebhardt und Bernd Lange (beide SPD) diskutieren bei Instagram Live

Zur Online-Diskussion zum Thema: „Abkommen oder nicht Abkommen – Ist das nun die Brexit-Frage?“, lädt die hohenlohische SPD-Europa-Abgeordnete Evelyne Gebhardt am Donnerstag, 10. Dezember 2020, um 19 Uhr ein. Ihr Gesprächspartner bei „Instagram live“ ist der SPD-Europaabgeordnete Bernd Lange aus Niedersachsen. Lange ist Vorsitzender des Ausschusses für internationalen Handel und Mitglied der Brexit-Koordinierungsgruppe des Europäischen Parlaments.

Vom SPD-Europabüro Künzelsau

Das Gespräch findet auf Evelyne Gebhardts Instagram-Seite statt:

https://www.instagram.com/evelynegebhardtmep

Über den Chat können die Zuschauer und Zuschauerinnen auch Fragen stellen.

Zollunion ohne Abkommen?

„Am 31. Dezember verlässt Großbritannien den Europäischen Binnenmarkt und die Zollunion. Es ist immer noch nicht klar, ob es bis dahin ein Abkommen über die zukünftigen Beziehungen geben wird. Denn es sind bereits mehrere Fristen ergebnislos verstrichen. Am Donnerstag, dem 10. Dezember 2020 kommen die Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten zusammen. Sollte es ein Abkommen geben, muss das Europäische Parlament noch darüber abstimmen. Wann soll das geschehen? Die neue Brexit-Frage ist nun: Gibt es ein Abkommen oder verlässt Großbritannien den Binnenmarkt und die Zollunion ohne Abkommen? Darüber spreche ich am 10. Dezember 2020 mit meinem Fraktionskollegen Bernd Lange“, sagt Evelyne Gebhardt.

Informationen zu Bernd Lange (SPD):

Bernd Lange ist 65 Jahre alt und wohnt in Hannover. Der Vater zweier Kinder gehörte erstmals von 1994 bis 2004 dem Europäischen Parlament an. Seit 2009 ist er erneut Mitglied des Europäischen Parlaments. Dort ist er seitdem Mitglied des Ausschusses für internationalen Handel, seit 2014 auch dessen Vorsitzender. Er ist außerdem Mitglied der Brexit-Koordinierungsgruppe und der Delegation zu den ASEAN-Staaten sowie Berichterstatter der Handels-beziehungen EU-USA.

Das Gespräch findet auf Evelyne Gebhardts Instagram-Seite statt:

https://www.instagram.com/evelynegebhardtmep

Weitere Informationen und Kontakt:

Europabüro Künzelsau von Evelyne Gebhardt MdEP, Keltergasse 47,
74653 Künzelsau

Telefon: 0 79 40 – 5 91 22

Fax: 0 79 40 – 5 91 44

E-Mail: info@evelyne-gebhardt.eu

Internet: www.evelyne-gebhardt.eu

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„Medienmäzen Google – Wie der Datenkonzern den Journalismus umgarnt“ – Eine Studie von DGB und Otto-Brenner-Stiftung

Die Wissenschaftler und Journalisten Ingo Dachwitz und Alexander Fanta haben in der Studie „Medienmäzen Google – Wie der Datenkonzern den Journalismus umgarnt“ analysiert, wie und warum Google seit 2013 mehr als 200 Millionen Euro an europäische Medien verschenkt hat und welche Auswirkungen diese Zuwendungen auf die Unabhängigkeit der deutschen Medienlandschaft haben.

Von der Otto Brenner Stiftung (OBS) und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB)

Politische Beziehungen verändern sich

Die Studie wurde von der Otto Brenner Stiftung (OBS) und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) finanziert. Während Google es vehement ablehnt, die Presse an seinen Werbeeinnahmen zu beteiligen, unterstützt der Technologie-Konzern die Branche auf vielfältige Weise – von der Finanzierung von Innovationsprojekten über gesponserte Branchenevents bis zu kostenlosen Trainings und Fellowships. Die Studie dokumentiert, wie Googles Fördermillionen das Ungleichgewicht in der Branche verstärken und wie die Zuwendungen die politischen Beziehungen zwischen dem „Riesen aus dem Silicon Valley“ und den deutschen Medienhäusern verändern.

Millionenschwerer „Anschein“

Zum Erscheinen der Studie sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann vor kurzem in Berlin: „Der Pressekodex verlangt, schon den Anschein zu vermeiden, die Entscheidungsfreiheit von Verlagen und Redaktionen könnte beeinträchtigt werden. Bei Google ist ‚der Anschein‘ millionenschwer. Die Medienbranche sollte diese gefährliche Fehlentwicklung stoppen, Fördersummen transparent machen und umgehend nach Innovationswegen suchen, die ihre Unabhängigkeit weniger gefährden. Gerade Nachrichtenmedien haben in einer demokratischen Gesellschaft eine wichtige und verantwortungsvolle Rolle“.

Geschäftspartner, Konkurrent und Objekt der Berichterstattung

Jupp Legrand, Geschäftsführer der Otto Brenner Stiftung, sagte bei der Präsentation der Studie in Frankfurt: „Inzwischen ist Google der wohl größte Journalismus-Mäzen der Welt. Nicht nur in Deutschland nehmen Medienhäuser, die unter enormem Innovationsdruck stehen, die Hilfe dieses Konzerns an, der zugleich Geschäftspartner, Konkurrent und Objekt der Berichterstattung ist. Unter diesen Bedingungen ist eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe nicht möglich.“

25 anonymisierte Interviews

Die Studienergebnisse basieren auf einer Datenanalyse der mehr als 140 Millionen Euro, die Google im Rahmen der Digital News Initiative (DNI) zwischen 2015 und 2019 an 645 Innovationsprojekte europäischer Verlage ausgeschüttet hat. Darüber hinaus wurden 25 anonymisierte Interviews mit Managerinnen und Digitaljournalistinnen deutscher Nachrichtenmedien geführt, darunter Spiegel, Zeit Online und Frankfurter Allgemeine Zeitung. Ergänzt wird die Untersuchung durch eine Umfrage unter einigen deutschen Medien zur Nutzung von Google-Produkten sowie einem Interview mit den Google-Verantwortlichen der europäischen Nachrichteninitiative.

Weitere Informationen zu den Autoren und ihrer Studie:

Ingo Dachwitz/Alexander Fanta: Medienmäzen Google – Wie der Datenkonzern den Journalismus umgarnt; OBS-Arbeitsheft 103; Frankfurt/Main, Oktober 2020

Internet:

https://www.otto-brenner-stiftung.de/wissenschaftsportal/informationsseiten-zu-studien/medienmaezen-google/

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„Offene Gesellschaft unter Pandemie-Vorbehalt“ – Kommentar des Historikers René Schott

„Der Staat greift mit seinen Corona-Maßnahmen massiv in unser Leben ein. Was den einen medizinisch geboten erscheint, weckt bei anderen die Furcht vor Überwachung und Denunziation. Unter Verdacht und Rechtfertigungsdruck stehen heute nicht mehr diejenigen, die Freiheiten einschränken, sondern diejenigen, die sie einfordern.“

Kommentar von René Schott

Bürokratie, Denunzierung, Ausschaltung des Kritikvermögens

Das Reich des Guten“ lautet der Titel eines Buches von Philippe Muray, das im Frühjahr dieses Jahres erstmals in deutscher Übersetzung erschien. Anfang der 1990er-Jahre hatte der französische Philosoph darin eine Dystopie (Anmerkung: Anti-Utopie mit negativem Ausgang) entworfen, die der Lage unseres Landes am Ende dieses annus horribilis ähnlich ist, wenn Muray beschreibt, was das „Reich des Guten“ charakterisiert: Bürokratie, Denunzierung, die Ausschaltung des Kritikvermögens, „die obszöne Dressur der Massen“ und „die Uniformierung der Lebensweisen“.

Menschliche Leidenschaften gelten als verpönt

In Murays „Reich“ ist man ausschließlich einer Sache verpflichtet: dem „Guten“. Menschliche Leidenschaften oder gar Exzesse gelten als verpönt, der Gesundheit allein hat sich alles unterzuordnen. „Die zeitgenössische Hölle ist mit wohlmeinenden Ergebenheiten gepflastert“, hieß es bei Muray schon vor 30 Jahren.

Gleichgültig hingenommen

Und mit Ergebenheit nahmen wir 2020 untertänig hin, was uns von einer wohlmeinenden Exekutive als Therapie verordnet wurde. Wie schnell gewöhnt man sich an ein Leben, in dem der Staat sich anmaßt, über alle sozialen Kontakte selbst innerhalb der Familie und der eigenen vier Wände zu entscheiden und notfalls alle gesellschaftlichen Beziehungen – womöglich in irreversibler Weise – zu kappen. Wie rasch wird das vollständige Verbot von Kunst und Kultur zu einer mit Gleichgültigkeit hingenommenen Selbstverständlichkeit, bei der es auf die eine oder andere Lockdownverlängerung schon nicht mehr ankommt. Unter Verdacht und Rechtfertigungsdruck stehen heute nicht mehr diejenigen, die Freiheiten einschränken, sondern diejenigen, die sie einfordern.

Zynischer Maßnahmenstaat

Denn wir leben Ende 2020 in einem eindimensional normierten Maßnahmenstaat, der in vermeintlich ironischen, eigentlich aber zynischen Videobotschaften nicht etwa den Gesundheitsschutz durch Bewegung und eine ausgewogene Ernährung propagiert, sondern die von Fernsehen, Chips und Cola begleitete Lethargie zum Ideal stilisiert.

Hohe Angstkonformität

Wie sehr sich zum Ende dieses Jahres hin die einst geltenden Maßstäbe verschoben haben, zeigt die hohe Angstkonformität, mit der sich die Menschen nicht nur dem Virus, sondern auch dem starken Staat und seinen Exekutivorganen unterordnen, denn die haben im Laufe der letzten Monate mehrfach demonstriert, wie sie mit einem Federstrich Millionen von Bürgerinnen und Bürgern die Existenzgrundlage rauben und sie zu Almosenempfängern machen können.

Schwarze Pädagogik

Mit schwarzer Pädagogik, vor der jeder Erziehungsratgeber warnt, werden Staatsbürger von oben herab diszipliniert: Wer sich jetzt abschottet, dem wird erlaubt, vielleicht Weihnachten zu feiern. Eventuell darf bald wieder Sport im Verein treiben oder im Chor singen, wer sich regelkonform verhält – wobei sich diese Regeln ständig ändern können. Die infantilisierende Wenn-dann-Rhetorik ist einer aufgeklärten Demokratie unwürdig. Doch nur das Wohlverhalten wird belohnt. Allein die „Vernunft“ regiert.

„Gefährder“

2020 hat aus jedem Mitmenschen zuallererst einen potenziellen Virenträger und damit „Gefährder“, ein Terminus aus der Terrorismusbekämpfung, gemacht. Und weil das die Zahlen nicht hergeben, wird Kants „kategorischer Imperativ“ zu einem „pandemischen“ pervertiert: Jeder solle sich einfach so verhalten, als sei er infektiös. Dabei ist nicht weniger als eine Zäsur zu konstatieren, die das sich dem Ende neigende Jahr markiert: Die offene Gesellschaft steht unter Pandemievorbehalt. Wenn Corona der von der Politik ausgerufene Charaktertest für unsere Gesellschaft ist, dann legt er offen, dass der Mehrheit der Deutschen ihre Vorräte an Toilettenpapier und Konserven wichtiger sind als ihre Grundrechte.

Fanatismus und Hysterie

Es steht zu befürchten, dass uns selbst eine Impfung nicht hinter die ins Autoritäre und in die Totale gerückten Verhaltensregeln zurückführen wird. Denn in Umfragen werden sie stets von einer Mehrheit goutiert, fordert eine nicht unbeträchtliche Minderheit sogar ihre Verschärfung. Wer noch abweicht, wird geächtet. Dabei warnte schon Hannah Arendt, dass „massenhafte Übereinstimmung […] nicht das Ergebnis einer Übereinkunft, sondern ein Ausdruck von Fanatismus und Hysterie“ ist.

Exekutive Exzesse

Begleitet werden die exekutiven Exzesse von einem besorgniserregenden Neusprech in Politik und Medien, in der die Maske „als Instrument der Freiheit“ und die Inzidenzziffer „als Mutter aller Zahlen“ gilt und in Zeitungen geschichtsvergessene Slogans wie „Leid lehrt Disziplin“, „nationale Kraftanstrengung“ und „Disziplin ist Freiheit“ zu lesen sind. Mit Worten wird so eine Wirklichkeit geschaffen, die der Dystopie Murays gefährlich nahekommt.

Info:

René Schlott ist Historiker und Publizist in Berlin. Er wurde 1977 in Mühlhausen geboren und studierte nach einem Diplom der Betriebswirtschaft Geschichte, Politik und Publizistik in Berlin und Genf. 2011 hat er mit einer kommunikationshistorischen Arbeit an der Universität Gießen promoviert.

Der Beitrag wurde auf Deutschlandfunk Kultur gesendet:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/pandemie-und-freiheitsrechte-die-offene-gesellschaft-steht.1005.de.html?dram:article_id=488282

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„Lang beschattete Täler“ – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich: Der Episoden sechsundzwanzigster Teil


„Lang beschattete Täler“ – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich: Der Episoden sechsundzwanzigster Teil. Die geschilderten Handlungen, Personen und Namen sind frei erfunden. Es werden keine realen Namen von Personen angegeben. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten, lebenden oder toten Personen wären rein zufällig und sind weder gewollt noch beabsichtigt.

Von Birgit Häbich

XXVI Wende

… am nächsten Morgen erwachte Carl wie in einem dichten Nebel. Er kam nur ganz langsam zur Besinnung und versuchte den gestrigen Tag zu rekapitulieren. An Paulas Besuch erinnerte sich sofort und war hocherfreut – sie hatte ihm zugesagt – sie würde nachkommen. Sein schlechtes Gewissen darüber, ihr einst mit seinem miserablen Verhalten erheblich geschadet zu haben, belastete jedoch sein empfindsames Gemüt immer noch schwer. Zusammen mit der Wirkung des gestern Abend insgesamt im Übermaß einverleibten Rebensaftes, lag er regungslos in seinem Bett und vermied jede Bewegung, die seinen Kopf erschüttern könnte. Es fühlte sich an, als ob er sich zur vollen Stunde in einem Glockenturm befinden würde.

Stets verleugnen

Trotz der dumpfen Schwere seines Kopfes, hörte Carl Eugen nicht auf zu denken und ließ den unvermittelt auftauchenden Bildern freien Lauf. Er erinnerte sich daran, dass er damals nach der verlorenen Verhandlung vor dem Heilbronner Landgericht, jede Nähe zu Paula vermied. Am Telefon in seiner Kanzlei – die sich seinerzeit nicht mehr zentral in der malerischen Kocherstadt, sondern außerhalb in der östlich gelegenen Peripherie befand – ließ er sich von seinen Bürohilfen stets verleugnen. Rigoros und ohne jede Erklärung verweigerte er Paula die sonst übliche Aussprache. Besonders nach verlorenen Verhandlungen, ist es zwischen Rechtsanwalt und Mandant üblich, eine Prozessnachlese zu machen. Mit dieser guten Sitte brach er seinerzeit, ohne sich Paula in irgendeiner Art und Weise weiter zu erklären. Carl setzte sich damit nicht nur über übliche Umgangsformen in der Juristerei hinweg, sondern ließ Paula als seine Mandantin eiskalt im Regen stehen. Der Frau, die auf ihn baute, hatte er mit seinem unprofessionellen Gebaren nicht nur erheblich geschadet, sondern ihr zudem eine tiefe Verletzung zugefügt. Waren sie sich doch davor jahrelang und weitaus mehr als nur in einem geschäftlichen Beratungsverhältnis zugetan.

Scham

Bei der Vorstellung, Paula würde zu ihm in seine Kanzlei kommen und sich ihm nähern, erfasst ihn schlagartig eine lähmende Beklemmung. Er mied damals ebenfalls tunlichst jede mögliche Begegnung in der Öffentlichkeit; Termine mit interessanten Vorträgen und zu illustren Ausstellungen, die in seinem Kalender vermerkt waren, verstrichen, ohne von ihm überhaupt wahrgenommen zu werden. Die Lust sich irgendwo in der kulturellen Öffentlichkeit zu zeigen, war ihm vor lauter Scham, innerer Verwirrung und Sprachlosigkeit komplett vergangen.

Wie kastriert

Carl Eugen Friedner fühlte sich schon vor der Verhandlung vor dem Heilbronner Landgericht wie kastriert. Es war ihm damals unmöglich gewesen, Paula schlüssig zu erklären, dass er die vermaledeite Gerichtsverhandlung dann quasi für seine Mutter verloren hatte. Er seiner Mutter die Liebe als kastrierter Sohn, seine Unterordnung zeigen wollte. Damit demontierte er sein Selbstbild einer intelligenten und mächtigen Persönlichkeit. Und wähnte sich überdies in Unschuldsgedanken weil er sich wehrlos, wie ein kleiner Junge, der Macht der Mutter ausgeliefert sah und meinte sein Leben nicht leben zu dürfen. Nein! Was für ein Bild von einem kindischen Mann zeigte er damals der geliebten Frau? Er musste Paula unbedingt erklären, dass er in ihr für eine Weile seine Mutter sah und seiner damals noch völlig unbewussten Geschichte als Sohn, auf den Leim gegangen war. Was würde Paula nächste Woche dazu sagen? Ein ernüchternder Gedankenblitz schoss ihm durch den Kopf: Was, wenn Paula Engel ihm anstatt Verständnis zu zeigen, irgendwann in aller Öffentlichkeit, vor allen Leuten und hocherhobenen Hauptes eine knallen würde? Es wäre ihr nicht zu verdenken – denn diese Backpfeife hätte er fürwahr, mehr wie verdient!

Küche auf Hochglanz gebracht

Kaum hatte Carl diesen Gedanken zu Ende gedacht klingelte es. Er schlüpfte in seine bereitgelegte Hose und zog sich einen Pullover über, während er barfuß die Treppe hinuntereilte. Paul stand vor der Türe, betrachtete ihn von oben bis unten und grinste ihn wissend an: „Na, wie war es gestern?“ Die Hintergründe des gestrigen Abends, wollte Carl nun nicht mit dem Freund unter freiem Himmel erörtern und zog ihn kurz angebunden mit den Worten, „Los, Paul, komm rein“, in den Hausgang und schloss die Haustüre, „so bald habe ich nicht mit dir gerechnet, Paul. Aber schön, dass du jetzt da bist.“ Und die Freunde schlossen sich für eine gute Weile in die Arme. Nach diesem Zeichen echter Wiedersehensfreude, ging Carl voran und Paul folgte ihm in die blitzblank geputzte Küche. „War sie gar nicht da?“, fragte Paul erstaunt. „Doch! Den ganzen langen Abend“, erwiderte Carl. „Aber es sieht alles so aufgeräumt aus“, stellte Paul Carls Worte weiterhin in Frage: „Wie machst du das Carl? Du hast ihr doch ein ganzes Menü präsentiert? Und sag, vielleicht noch etwas mehr?“ und fügte süffisant lächelnd hinzu, „hat sie dir noch beim Aufräumen geholfen?“ „Nein, Paula wollte nach Hause und dann hat noch der Heiner angerufen. Und danach habe ich zur besseren Verdauung die ganze Küche auf Hochglanz gebracht. So wurde es halt spät“, beendete Carl seinen wahrheitsgetreuen Bericht an den neugierigen Freund.

Zweifelhafter Impfstoff

„Ich bin gespannt auf das Wasserkraftwerk* und was der Heiner uns da alles noch zur derzeitigen deutschen Energiepolitik* verdeutlichen wird“, wechselte Paul nun das Thema. „Es wird schwierig sein, Leute zum Mitmachen zu bewegen. Etwas konkret zu tun, sich direkt in Vorgänge einzumischen, die einen so unmittelbar, wie die Energie- und Wasserversorgung betreffen und direkt etwas angehen, war vor hundert Jahren bereits außergewöhnlich mutig, und ist auch heute noch nicht konform. Man lässt sich in der deutschen Republik lieber von Volksvertretern gängeln, anstatt selber etwas in Gang zu setzen und am Laufen zu halten. Breitgefächerte und vielfältige Demokratie nützlich und tagtäglich anzuwenden, mit Inhalten zu beleben und sie in langwierigen Denk- und Diskussionsprozessen dann auch noch tatsächlich umzusetzen, ist der klugen und gebildeten Bevölkerung sowohl im östlichen, als auch im westlichen Deutschland nicht eigen“, dozierte Paul unbeirrt weiter: „Und jetzt, wo im Rahmen der >Karinakrise< alles nur noch auf den Einsatz eines zweifelhaften Impfstoffes starrt, ist eine sinnvolle und kluge Auseinandersetzung, auch mit allen anderen Themen, auf lange Sicht gestorben. Man tanzt ja auch auf meinem Kontinent wie verblödet, um das neue goldene Kalb* herum; es sieht so aus, als würden sowohl die gewählten, als auch die selbsternannten Fürsten seit Monaten global und gezielt Ängste schüren, um die Situation schamlos für ihre eigennützige Machtgeilheit und ihre maßlose Geldgier auszunützen.“

Wache Zivilgesellschaft

Carl wollte Pauls düstere Prognose nicht unkommentiert im Raum stehen lassen und fügte seine lichten Gedanken hinzu: „Man kann nur hoffen, dass unsere wache Zivilgesellschaft sich bald ein Herz fasst, um den derzeitigen Wahnsinn >des an die Wand-Fahrens unserer Wirtschaft< beendet und die Weiterentwicklung unserer gewachsenen und gepflegten gesellschaftlichen Kultur endlich durch konstruktives und sinnvolles Handeln wieder aufleben lässt.“ … Fortsetzung folgt.

Nachtrag zur 24 Episode:

Der angegebene Link hat nicht funktioniert, bitte diesen verwenden, um die Rebsorte *Trollinger erklärt zu bekommen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Trollinger

*Wasserkraftwerk: http://www.voehrenbach.de/linachtalsperre/linachkraftwerk/index.html

*Deutsche Energiepolitik:
https://www.umweltinstitut.org/mitmach-aktionen/geht-uns-aus-der- sonne.html?activeTab=3&utm_source=CleverReach&utm_medium=email&utm_camp aign=Newsletter+-+03.12.2020_EEG+Aktion&utm_content=Mailing_7637299

*Goldenes Kalb: https://de.wikipedia.org/wiki/Goldenes_Kalb

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