„Täter Helfer Trittbrettfahrer – NS-Belastete aus dem Norden des heutigen Baden-Württemberg“ – Mit Biographien von Männern aus Crailsheim, Langenburg, Eberbach/Jagst, Öhringen, Mergentheim u.a.

Der achte Band der Reihe „Täter, Helfer, Trittbrettfahrer“ befasst sich mit NS-Belasteten aus dem Norden des heutigen Baden-Württemberg. In diesem Buch sind auch Beiträge zu Crailsheims späterem Landrat Dr. Werner Ansel (1909-1988), Fürst Ernst II. (1863-1950) und Prinzessin Alexandra zu Hohenlohe-Langenburg (1901-1963), Crailsheims Kreisleiter Otto Hänle (1902-1969), dem späteren Bürgermeister Eugen Weber (1910-1973 / Eberbach/Jagst, heute Gemeinde Mulfingen), dem Mergentheimer Kreisleiter Reinhold Seiz (1894-1945) und dem Öhringer Kreisleiter Dr. Ferdinand Dietrich (1899-1973). Das 442 Seiten starke Werk aus dem Kugelberg Verlag ist ab sofort lieferbar.

Informationen zusammengestellt von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

Regionale NS-Täterforschung in Baden-Württemberg

Der Herausgeber Wolfgang Proske schreibt in seinem Vorwort: 

Mit dem vorliegenden Band 8 geht das Projekt „Täter Helfer Trittbrettfahrer“ (THT) in seine Zielgerade. Im Folgenden behandeln wir (mancherorts ein weiteres Mal) den Norden des heutigen Baden-Württemberg, das heißt die Region zwischen Heidenheim und Mannheim, zwischen Rastatt und Bad Mergentheim. Bereits in wenigen Wochen wird dann Band 9 mit dem entsprechenden Vorhaben für den Süden des heutigen Bundeslandes folgen. Beide Bände bieten gezielte Vertiefungen unter besonderer Berücksichtigung der Herkunft der Täter, ihrer Branche, ihrer Nachkriegskarriere. Wir schließen damit weitere regionale Lücken, zu denen es bisher bei unserer Täterauswahl gekommen war. Band 10 schließlich wird 2019 die Region Stuttgart auf NS-Belastete hin untersuchen, wobei neben dem Stadtgebiet insbesondere auch die vier angrenzenden Landkreise Ludwigsburg, Rems-Murr-Kreis, Böblingen und Esslingen einbezogen sein werden, dazu dann noch der Fall Hans Speidel aus Metzingen im Landkreis Reutlingen. Sollte Ihr Dorf, Ihre Stadt oder gar Ihr Landkreis nicht berücksichtigt worden sein, dann nicht deshalb, weil es dort keine NS-Belasteten gibt, sondern weil es dem Herausgeber trotz 114 Autorinnen und Autoren nicht gelungen ist, Personen mit der Kompetenz für genau diesen Ort zu verpflichten. (….)

Crailsheims Landrat Werner Ansel

Auch der Fall des früheren Crailsheimer Landrats Dr. Werner Ansel macht betroffen. Einerseits war er seit 1939 Kreishauptmann im heute teils auf polnischem, teils auf russischem Gebiet liegenden Generalgouvernement, zuerst in Bilgoraj, dann in Cholm. In seiner Amtszeit fanden niederträchtigste Verfolgungen statt, über die er teilweise, wie wir heute wissen, persönlich die Aufsicht führte. Das Vernichtungslager Sobibor, in dem bis zu 250.000 Menschen vergast wurden, befand sich in „seinem“ Kreis Cholm. Und trotzdem argumentierte Ansel 1962, mit der „Aussiedlung der Juden […] nicht unmittelbar befasst“ gewesen zu sein. Man beachte: „unmittelbar“. Selbst der Zweck des Lagers Sobibor, das er wohl kurz vor seiner Inbetriebnahme im Frühjahr 1942 noch besucht hatte, sei ihm vor Ende 1943 nicht bekannt gewesen. Das Ermittlungsverfahren gegen ihn wurde 1968 eingestellt, weil seine „konkrete Mittäterschaft“ nicht zweifelsfrei habe nachgewiesen werden können. (…)

Das Fürstenhaus Hohenlohe-Langenburg 

Vor allem zu Beginn der NS-Diktatur freuten sich die Nazis über Unterstützung aus adeligen Familien, um so ihr Image zu verbessern. Ralf Garmatter schildert zwei Fälle aus dem Fürstenhaus Hohenlohe-Langenburg, das sich schon früh nationalistisch-völkischen bzw. nationalsozialistischen Gruppen angenähert hatte: Zum einen der Fall der Prinzessin Alexandra zu Hohenlohe-Langenburg, die sich vor Ort zwölf Jahre lang unbeirrt als „Frauenschaftsführerin“ engagierte. Zum anderen ihr Vater, Fürst Ernst II. zu Hohenlohe-Langenburg, zeitlebens ein erzreaktionärer Demokratieverächter, der Hitler als „Geschenk Gottes“ für das deutsche Volk anpries, nach 1945 aber trotz unabweislicher Schuld wegen seines Alters und seines Gesundheitszustandes amnestiert wurde. (…)

Crailsheims Kreisleiter Otto Hänle

Am Beispiel des Crailsheimer Kreisleiters Otto Hänle zeigt Folker Förtsch, wie ein „alter Kämpfer“, also ein NSDAP-Mitglied schon lange vor 1933, schrittweise immer weiter aufstieg. Schon mit 21 Jahren war Hänle in Gaildorf eine „nicht zu unterschätzende politische Kraft“. Mit dem elterlichen Café Hänle stand auch ein geeigneter Versammlungsort zur Verfügung, z.B. für „Sprechabende“. Folgerichtig wurde er Ortsgruppenleiter und dann, angesichts von 68,7 Prozent NSDAP-Stimmen (!) bei der Reichstagswahl am 5. März 1933, Gaildorfer Kreisleiter. Mit der Neuorganisation der NSDAP-Struktur versetzte man ihn 1937 nach Crailsheim. Als „absolut überzeugter Repräsentant des Regimes“ befahl er 1945 die Verteidigung der Stadt, bis zu ihrer Zerstörung.

Eugen Weber, Bürgermeister in Eberbach/Jagst (heute Gemeinde Mulfingen)

Der Polizist Eugen Weber trat 1933 in die NSDAP ein, wodurch er den nötigen Schub erhielt, um vom einfachen Schutzpolizisten zum Kriminalassistenten der Sicherheitspolizei aufzusteigen. Udo Grausam hat diesen Weg akribisch nachgezeichnet. Trotz begrenzter Quellenlage gelingt es ihm, Webers Aufstieg transparent zu machen. Dabei scheint Weber arg getrickst zu haben: Er will später lediglich „in der Registratur“ bzw. „Aktenabteilung“ beschäftigt gewesen sein. Tatsächlich aber war er u.a. wohl auch mit Exekutionen von Zwangsarbeitern befasst, wofür sein Falschname Fritz Horter spricht, mit dem er noch 1948 beim Spruchkammerverfahren hantierte. 1954 wurde er wieder auf Lebenszeit verbeamtet und konnte sogar Bürgermeister werden. Aus dieser Position heraus beseitigte er sämtliche Vorwürfe, wo sie noch bestanden.

Öhringens Kreisleiter Dr. Ferdinand Dietrich

Der Arzt Dr. Ferdinand Dietrich war zeitlebens ein angesehener Mann. Er besaß, so Thomas Kreutzer, „ausgeprägt menschliche Züge“ und zweifelsohne auch Verdienste. Das aber hielt ihn nicht davon ab, als Kreisleiter von Öhringen-Künzelsau und schließlich als Oberbereichsleiter zum Repräsentanten eines Gewaltregimes zu werden, zum unerbittlichen Verfechter nationalsozialistischen Gedankenguts. Als „alter Kämpfer“ trug er bei zum Aufbau der NSDAP-Strukturen vor Ort. Immer zeigte er viel Einsatz, dabei aber vorsichtig genug, um sich selbst möglichst wenig zu belasten, auch dort, wo er sich persönlich bereicherte. Mit einer Ausnahme: Den örtlichen Juden gegenüber ging er mit einer Schärfe vor, die selbst in Nazizeiten ungewöhnlich war. Bei seiner Entnazifizierung bot er schließlich rekordverdächtige 109 eidesstattliche Entlastungszeugen auf.

Mergentheims Kreisleiter Reinhold Seiz

Der in Aalen geborene Reinhold Seiz lebte seit 1925 als Zeichenlehrer in Mergentheim. Rasch zum Mitglied der „besseren Kreise“ geworden, stieg er weiter auf, indem er 1931 eingeschriebener Nationalsozialist und bereits ein Jahr später Ortsgruppenleiter wurde. Mit ihm, so sein Biograf Hartwig Behr, hatte ein „Propagandakonzept Goebbelscher Prägung“ in Bad Mergentheim Einzug gehalten. Er führte als „Sonderkommissar“ und später Kreisleiter ein rüdes Regiment gegen alle, die sich ihm auch nur zu widersetzen schienen, und scheute sich auch nicht vor offensichtlichen Rechtsbrüchen.

Der Inhalt des Buches „Täter Helfer Trittbrettfahrer – NS-Belastete aus dem Norden des heutigen Baden-Württemberg“:

Seite 7:  Regionale NS-Täterforschung in Baden-Württemberg / von Wolfgang Proske

Seite 17: Otto Abetz: Frankreichfreund in Hitlers Diensten / von Eggert Blum

Seite 30: Otto Abt: Gehilfe der Verschleppung einer Mutter und ihrer Kinder nach Auschwitz / von Udo Grausam

Seite 53: Dr. Werner Ansel: Von Vernichtungsaktionen nichts mitbekommen / von Ralf Garmatter

Seite 65: Hermann Bickler: Deutschland draußen an der Front kennenlernen, wo es „am saubersten, am edelsten und am liebenswertesten“ ist … / von Astrid Gehrig

Seite 108: Eugen Büttner: Stromableser und KZ-Kommandant / von Klaus Riexinger

Seite 123: Friedrich Degeler: Neue Nachrichten aus „prähistorischer Zeit“ / von Alfred Hofmann

Seite 136: Dr. Ferdinand Dietrich: Als Kreisleiter in Öhringen ein geistiger Brandstifter / von Thomas Kreutzer

Seite 159: Hans Gaier: Vom Hilfspolizisten zum Leiter des Schutzkommandos Kielce im Generalgouvernement / von Volker Ochs

Seite 180: Dr. Rudolf Greifeld: Voll auf Linie der NS-Ideologie, aber kein Funktionär des Holocaust / von Bernd-A. Rusinek

Seite 200: Otto Hänle: „Adolf Hitler als alleiniger Herrgott“ / von Folker Förtsch

Seite 215: Wilhelm Hofmann: Nationalsozialismus als „letzte Sinngebung der Hilfsschularbeit“ / von Peter Wanner

Seite 227: Fürst Ernst II. zu Hohenlohe-Langenburg: Hitler als „Geschenk Gottes für das deutsche Volk“ / von Ralf Garmatter

Seite 236: Prinzessin Alexandra zu Hohenlohe-Langenburg: „Rassepolitik ist etwas anderes als Judenverfolgung“ / von Ralf Garmatter

Seite 245: Franz Konrad: „Konzession der NSDAP an die katholische Bevölke- rung von Gmünd“ / von Franz Merkle

Seite 260: Prof. Dr. Hermann Löffler: Historiker im Dienste der SS / von Wolf-Ulrich Strittmatter

Seite 279: Hermann Oppenländer: „Er versteht sich wunderbar auf die Politik mit dem Hammer“ / von Franz Merkle

Seite 295: Gustav Adolf Scheel: Studentenführer, Gauleiter, Verschwörer. Ein politischer Werdegang / von Philipp T. Haase

Seite 326: Dr. Arthur Schreck: Übereifriger T4-Gutachter und Kindermörder / von Eva-Maria Eberle

Seite 342: Albert Schüle: Mittelsmann zwischen Bauern und Nazis / von Wolfgang Proske

Seite 358: Reinhold Seiz: War der Mergentheimer Kreisleiter ein Wohltäter oder ein Täter? / von Hartwig Behr

Seite 371: Dr.-Ing. Oskar Stäbel: Die Rehabilitierung eines NS-Funktionärs / von Katharina Müller

Seite 384: Eugen Weber: „… dass Angehörige der Gestapo schwer misshandelt worden sind“ / von Udo Grausam

Seite 397: Siegfried Westphal: „Erfüllt von der moralischen Verpflichtung, stets `Coleur ́ zu beweisen…“ / von Wolfgang Proske

Seite 416: Abkürzungsverzeichnis

Seite 419: Bildnachweis

Seite 420: Autorenverzeichnis

Seite 425: Personenregister

Seite 435: Ortsregister

Buchbestellung:

„Täter Helfer Trittbrettfahrer – NS-Belastete aus dem Norden des heutigen Baden-Württemberg“ (Bd. 8), 442 Seiten, 1. Auflage, Preis 19,99 Euro, ISBN 978-3-945893-09-8

Anschrift: Kugelberg Verlag 2018, Goethestr. 34, D-89547 Gerstetten

E-Mail: info@kugelbergverlag.de

Internet: www.kugelbergverlag.de

Informationen zum Projekt „Täter Helfer Trittbrettfahrer“ im Internet auf folgender  Seite: 

www.ns-belastete.de

E-Mails an: info@ns-belastete.de

Lektorate: Irene Nielsen, Veit Feger

Layout und Satz: Daniel Brenner, Hannelore Zimmermann Herstellung: Digitaldruck Leibi.de, Neu-Ulm

In Vorbereitung für 2018/19:

Täter Helfer Trittbrettfahrer. NS-Belastete aus dem Süden des heutigen Baden-Württemberg, Band 9

Täter Helfer Trittbrettfahrer. NS-Belastete aus der Region Stuttgart, Band 10

 

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„Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit“ – Kundgebung am 1. Mai 2018 in Schwäbisch Hall

„Solidarität – Vielfalt – Gerechtigkeit“ lautet das Motto der DGB-Kundgebungen zum „Tag der Arbeit“ am 1. Mai 2018. Eine Demonstration mit anschließender Kundgebung findet am 1. Mai 2018, von 10.30 Uhr bis 14 Uhr, in Schwäbisch Hall statt. Start ist um 10.30 Uhr bei der Agentur für Arbeit, nach dem Demo-Zug durch die Innenstadt ist der Hospitalhof das Ziel für die Kundgebung.

Von der IG-Metall Schwäbisch Hall 

Mitdemonstrieren

Wir stehen für Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit. Dafür kämpfen Gewerkschaften und dafür gehen wir am 1. Mai auf die Straße – mit Dir! Demonstration, Kundgebung und Maifest in Schwäbisch Hall. Wir stehen für Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit. Dafür kämpfen Gewerkschaften!

Mehr soziale Gerechtigkeit, mehr solidarische Politik, mehr Förderung der Vielfalt

Die Große Koalition hat sich für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einiges vorgenommen. Aber das reicht nicht. Wir wollen mehr soziale Gerechtigkeit, mehr solidarische Politik, mehr Förderung der Vielfalt. Wir werden die Bundesregierung drängen, die politischen Weichen in die richtige Richtung zu stellen: Solidarität statt gesellschaftliche Spaltung und Ausgrenzung, klare Kante gegen Rassismus und extreme Rechte.

Ein gerechtes Steuersystem

Wir wollen, dass niemand sich fragen muss, ob der Arbeitsplatz sicher ist, ob das Geld und später die Rente reichen. Wir wollen, dass mehr Beschäftigte den Schutz von Tarifverträgen genießen, und mehr Mitbestimmung in den Betrieben und Verwaltungen. Wir wollen ein gerechtes Steuersystem, mit dem eine solide Infrastruktur und bezahlbare Wohnungen finanziert werden, und einen öffentlichen Dienst, der seine Aufgaben gut erfüllen kann. Wir wollen gute Bildung für alle Kinder. Sie haben ein Recht darauf. Rentnerinnen und Rentner sollen in Würde altern können.

Koalition muss mutiger werden

Diese Koalition muss ihre Vorhaben bei der Pflege, bei der Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen, bei der sachgrundlosen Befristung, bei dem Rückkehrrecht auf Vollzeit, bei den Investitionen in Bildung, Wohnungen und Infrastruktur schnell und vollständig umsetzen. Das kann aber nur der erste Schritt sein. Sie muss mutiger werden!

*Niedriglöhne, Mini- und Midijobs sind keine Perspektive für die Zukunft: Schluss damit! Sie gehören abgeschafft, nicht ausgeweitet! Die Schonzeit für die Arbeitgeber ist vorüber!

*Überstunden und Überlastung im öffentlichen Dienst gehören abgeschafft! Wir fordern mehr Personal!

*Finger weg vom Arbeitszeitgesetz – mehr Mitbestimmung der Beschäftigten bei ihrer Arbeitszeitplanung!

*Investiert endlich in bessere Bildung und Infrastruktur. Sofort!

*Eine Lohnlücke von 21 Prozent bei der Bezahlung von Frauen ist ungerecht. Beendet das!

*Arbeitgeber, die aus der Tarifbindung flüchten, verweigern gerechte Löhne. Verbietet es ihnen!

*Reiche müssen mehr tragen als Arme – wir fordern ein gerechtes Steuersystem. Jetzt!

*Europa ist ein fantastisches und einzigartiges Projekt, es darf nicht scheitern. Stärkt ein soziales und solidarisches Europa!

Dafür gehen wir am 1. Mai auf die Straße – mit Dir!

Der 1. Mai ist unser Tag der Solidarität.

Wir demonstrieren gegen Krieg und Intoleranz, Rassismus und Rechtspopulismus.

Weitere Informationen und Kontakt:

DGB Kreisverband Schwäbisch Hall

Telefon: 07131–8888010

Internet:

www.nordwuerttemberg.dgb.de

http://www.schwaebisch-hall.igm.de/termine/termin.html?id=87016

Das Programm in Schwäbisch Hall:

10.30 Uhr: Demonstration Agentur für Arbeit, Bahnhofstraße mit der Schalmeienkapelle Schwäbisch Hall

11.30 Uhr: Kundgebung Hospitalhof, Am Spitalbach, Begrüßung Siegfried Hubele DGB-Kreisvorsitzender Schwäbisch Hall, Mairede Uwe Bauer 1. Bevollmächtigter der IG Metall Schwäbisch Hall, anschließend Maifest mit Bewirtung, Musik mit Ed’s Cafe Unplugged – Live Musik von Pop bis Reggae.

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„Gute Arbeit – Gut in Rente – Tarifverträge wichtiger denn je“ – Vor-Mai-Veranstaltung des DGB in Öhringen

Ein „Politischer Frühschoppen“ des DGB Öhringen findet am Sonntag, 29. April 2018, von 10 Uhr bis 13 Uhr im Württemberger Hof in Öhringen (Karlsvorstadt 4) statt. 

Vom DGB Öhringen

„Arbeit, Rente, Tarifverträge“

„Gute Arbeit – Gut in Rente – Tarifverträge wichtiger denn je!“ lautet das Thema der  Vor-Mai-Veranstaltung des DGB Öhringen. Die Kundgebung am Dienstag, 1. Mai 2018, findet von 10.30 Uhr bis 14 Uhr in Schwäbisch Hall statt. Das Motto der Mai-Feier in Schwäbisch Hall: „Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit“.

Weitere Informationen und Kontakt:

http://www.schwaebisch-hall.igm.de/termine/termin.html?id=87124

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„Beredtes Schweigen zur Armutsprävention – Kommentar von Paul Michel aus Schwäbisch Hall über die Veranstaltung der AWO zum Thema Kinderarmut

Die Veranstaltung „Arme Kinder im reichen Deutschland“, am 17. April 2018 in Schwäbisch Hall, setzte sich mit den Lebensumständen der 2,6 Millionen Kinder, die in Deutschland in Armut aufwachsen, auseinander.

Kommentar von Paul Michel, Schwäbisch Hall

„Strukturelle Armutsprävention“ weiter verfolgen

Der Schwerpunkt der Ausführungen der Referentin Gerda Holz lag auf den Möglichkeiten, wie Institutionen und Sozialverbände zur individuellen Förderung dieser Kinder beitragen können. Angekündigt war aber auch, dass Frau Holz etwas zur „strukturellen Armutsprävention“ sagen würde und Wege aus der Armut darlegen werde. Leider blieb es hier bei der Ankündigung. Der einzige Beitrag in dieser Veranstaltung dazu kam von Frau Schwind von der Familienhilfe der Haller AWO. Sie berichtete, dass sich die familiäre Situation in Familien von LeiharbeiterInnen, die sich für Niedrigstlöhne verdingen müssen, oft schlagartig verbesserte, wenn sie einen regulären Arbeitsplatz bekamen und 500 Euro mehr nach Hause brachten. Aber weder die Referentin Gerda Holz, noch der in dieser Situation erschreckend unsensible Moderator Marcel Miara, machten Anstalten, diesen Aspekt der „strukturellen Armutsprävention“ weiter zu verfolgen.

Willkürliche Sanktionen der Agentur für Arbeit

In der BRD gibt es knapp 1,2 Millionen Menschen, oft LeiharbeiterInnen, die für ihre Arbeit so wenig Geld bekommen, dass sie auf zusätzliche Hartz-4-Leistungen angewiesen sind. Es ist überfällig, die Bundesregierung endlich das von Kanzler Gerhard  Schröder und seinem Arbeitsminister Franz Müntefering weit geöffnete Einfallstor für Leiharbeit schließt. Wenn diese Hartz-4-„Aufstocker“ in Normalarbeitsverhältnisse kämen, von denen man leben kann, wäre das ein spürbarer Beitrag zur Bekämpfung der Armut. Seltsam, dass solche Selbstverständlichkeiten bei einer Veranstaltung, bei der es um Kinderarmut geht, kein Thema sind. Kein Thema war auch, dass die gegenwärtigen Hartz-IV-Sätze viel zu niedrig sind. Der Hartz-4-Regelsatz sieht 4,77 Euro pro Tag für Essen und Trinken und ganze 0,72 Euro pro Tag für öffentliche Verkehrsmittel vor. Hartz-4 ist Armut per Gesetz. Die Diakonie hält eine Erhöhung des Regelsatzes von jetzt 416 auf 560 Euro dringend geboten. Die willkürlichen, immer weiter ausufernden Sanktionen der Agentur für Arbeit, die den Armen noch das Wenige, das ihnen verblieben ist, zu nehmen, bezeichnet Ulrich Schneider vom Paritätischen Wohlfahrtsverband zu Recht als Drangsalierung und fordert deren vollständige Abschaffung. Mit den Sanktionen von Hartz 4 werden Erwerbslose gezwungen, jede noch so unzumutbare Arbeit anzunehmen. Aber auch das war in der Veranstaltung kein Thema. Gipfel der Peinlichkeiten war, dass die Referentin nicht einmal die Abschaffung der aktuellen Regelung bei Kindergeld für Hartz-4-EmpfängerInnen anmahnte: Hartz-4-EmpfängerInnen wird nämlich das, was sie an Kindergeld bekommen, gleich wieder bei Hartz IV abgezogen.

Bertelsmann-Stiftung hat Hartz-4-Gesetze mit ausgedacht

Diese Ignoranz von Seiten der Referentin Gerda Holz kommt nicht von ungefähr. Sie arbeitet bekanntlich für die Bertelsmann-Stiftung, eine Institution, die maßgeblich bei der Konzeption von Hartz 4 mitgewirkt hat. Unter dem Strich ging es im Referat der Dame von der Bertelsmann-Stiftung nicht um Wege zur Bekämpfung der Kinderarmut, sondern um Möglichkeiten der optimierten Verwaltung dieser Armut. Wenn es den Organisatoren der Veranstaltung um einen Beitrag zum Kampf gegen Kinderarmut gegangen sein sollte, so haben sie mit der Einladung der „Bertelsfrau“ Gerda Holz ihrem Anliegen einen Bärendienst erwiesen.

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„Öffentlicher Dienst muss als Arbeitgeber attraktiv bleiben“ – Offener Brief von Jochen Dürr an Schwäbisch Halls Oberbürgermeister Pelgrim

Jochen Dürr, Vorsitzender des Ver.di-Ortsvereins Schwäbisch Hall, hat am 5. April 2018, einen offenen Brief über den Tarifkonflikt im Öffentlichen Dienst an Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim und die Vorsitzenden der Fraktionen im Stadtrat Schwäbisch Hall geschrieben. Hohenlohe-ungefiltert veröffentlicht denoffenen  Brief in voller Länge.

Offener Brief von Jochen Dürr, Vorsitzender des Ver.di-Ortsvereins Schwäbisch Hall

Sehr geehrter Herr Pelgrim,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

eine Gehaltserhöhung von 6,0 Prozent, mindestens aber 200 Euro, auch damit der öffentliche Dienst als Arbeitgeber attraktiv bleibt. So lautet die Kernforderung von Verdi in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes beim Bund und bei den Kommunen.

Wir meinen: Die Beschäftigten bei der Stadtverwaltung, den städtischen Tochterunternehmen der Stadt (z.B. der Stadtwerke und der GWG) und vieler Beschäftigter beim Landkreis Schwäbisch Hall haben das ebenso verdient wie die Beschäftigten anderer in Schwäbisch Hall ansässiger Bundesbehörden wie der Agentur für Arbeit und der Deutschen Rentenversicherung.

Betroffen von der Tarifauseinandersetzung sind auch die Beschäftigten der Kirchen, der Diakonie (das Diak und der Sonnenhof), der Caritas, der AWO und des DRK. Diese Einrichtungen bezahlen ebenfalls nach dem Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes.

Zahl der Beschäftigten erheblich reduziert

In den vergangenen Jahrzehnten ist die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst erheblich reduziert worden. Darunter hat die Bereitstellung von öffentlichen Leistungen in vielen Bereichen spürbar gelitten. Gelitten haben die Beschäftigten auch dadurch, dass ihre Gehälter allenfalls gleich geblieben (oder gesunken sind), während die Belastungen deutlich angestiegen sind.

Gute Arbeit braucht gute Leute. Und die müssen auch ordentlich für ihre Arbeit entlohnt werden – so die Forderung von uns als Gewerkschaft Ver.di.

Geld ist in der Hochkonjunktur vorhanden

Deswegen fordern wir: In den vergangenen Jahren ist die Lohnentwicklung im Öffentlichen Dienst hinter der bei Privatunternehmen zurück geblieben. Hier gibt es Nachholbedarf. Da aufgrund der derzeitigen Hochkonjunktur hierzulande die Steuereinnahmen auch für sie als Kommune höher sind als sonst, ist Geld vorhanden. Es sind „goldenen Zeiten“ für die Wirtschaft – und daran sollten die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes teilhaben. Diese ist unsere feste Haltung.

Untere Lohngruppen sollen kräftigen Schluck aus der Lohnpulle bekommen

Doch insbesondere die von unserer Gewerkschaft ver.di geforderte Entgelterhöhungen um mindestens 200 Euro lehnen die Verhandlungsführer des Verbandes der Kommunalen Arbeitgeber (VkA) kategorisch ab. Insbesondere wollen sie keine überproportionale Anhebung bei den unteren Einkommensgruppen. Allenfalls können sie sich eine solche Anhebung für höhere Einkommensgruppen vorstellen. Dies empört uns zutiefst. Wir halten es für unabdingbar, dass die Beschäftigten besonders in den unteren Lohngruppen einen kräftigen Schluck aus Lohnpulle bekommen. Sie müssen tagtäglich genauso ihren Lebensunterhalt bestreiten, wie die anderen Beschäftigten im Öffentlichen Dienst.

Für die Beschäftigten Partei ergreifen

Wir fordern insbesondere Sie, lieber Herr Pelgrim, der sie ja selbst einmal bei der Gewerkschaft beschäftigt waren, auf, klar und deutlich für Ihre Beschäftigten Partei zu beziehen!

Wir fordern Sie auf: Wirken Sie auf die Verhandlungskommission des VKA ein, so dass die festgefahrenen Verhandlungen im Öffentlichen Dienst bald zu einem guten Ergebnis auch für die Beschäftigten hier in Schwäbisch Hall führen und vor allem die unteren Lohngruppen nicht von der schlechten Einkommensentwicklung abgehängt werden.

Für Gespräche stehen wir gerne zur Verfügung!

Mit freundlichen Grüßen

Jochen Dürr (Vorsitzender)

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„Stärken und Schwächen der 68er-Bewegung“ – Vortrag in Schwäbisch Hall

Volkhard Mosler spricht am Montag, 30. April 2018, um 20 Uhr im Club Alpha 60, Spitalmühlenstraße 13/2, in Schwäbisch Hall über die politischen Ereignisse von 1968. Volkhard Mosler war von 1963 bis 1969 Mitglied des SDS. 1966 und 1967 war er Vorstandsmitglied des Frankfurter SDS. Heute ist er in der LINKEN in Frankfurt/Main aktiv.

Vom Club Alpha 60 in Schwäbisch Hall

Was kann man von 1968 lernen ?

Volkhardt Mosel referiert über die Stärken und Schwächen der 68er-Bewegung. Außerdem befasst er sich damit, welche Hoffnungen es gab und was daraus wurde. Er geht auf die Aussage ein, dass die 68er-Bewegung gescheitert sei. Und er wirft die Frage auf, ob es nicht angezeigt sei, sich auf einiges von 1968 wieder zu besinnen.

Ehemaliges Mitglied des SDS

Volkhard Mosler war von 1963 bis 1969 Mitglied des SDS. Er war 1966 und 1967 Vorstandsmitglied des Frankfurter SDS. Heute ist er aktiv in der LINKEN, Frankfurt/Main.

Veranstalter sind: AK Programm des Club Alpha 60, Rosa-Luxemburg Stiftung Baden-Württemberg

Weitere Informationen im Internet über Volkhardt Mosler:

http://marxismuss.de/schedule/rudi-dutschke-vorbild-und-umstrittenes-gesicht-der-studierendenrevolte/

http://marxismuss.de/

Weitere Informationen im Internet über den Club Alpha 60 in Schwäbisch Hall:

http://www.clubalpha60.de/

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„Vor 50 Jahren: Attentat auf Rudi Dutschke“ – Kommentar von Paul Michel aus Schwäbisch Hall

Am 11. April 1968 schoss ein junger Nazi Rudi Dutschke nieder. Dutschke, 28, war Kopf und Stimme der Studentenbewegung. Für brave Bürger war Dutschke Sinnbild des Bösen und des Bedrohlichen. Die Springer-Presse hatte den aus der DDR geflüchteten Soziologiestudenten zum Staatsfeind aufgebaut.

Kommentar von Paul Michel, Schwäbisch Hall

„Die Kugel Nummer eins kam aus Springers Zeitungswald“

„Du dreckiges Kommunistenschwein“, hatte der Täter, der 23 Jahre alte Josef Bachmann, in dessen Zimmer ein selbstgemaltes Porträt von Adolf Hitler hing, gerufen, bevor er abdrückte. Am Abend nach dem Attentat auf Rudi Dutschke versammelten sich im Audimax der Technischen Universität in Berlin an die 2000 fassungslose, aufgewühlte Studenten und Jugendliche. Ein SDS-Aktivist brachte die Meinung der Studenten auf den Punkt: „Der Lügner und der Mörder heißt Springer. Das Attentat von heute Nachmittag ist ein öffentlich vorbereitetes Attentat, begonnen durch den Springer-Konzern.“ In Ost-Berlin dichtete Wolf Biermann ein Lied mit dem Titel „Drei Kugeln auf Rudi Dutschke, ein blutiges Attentat“. Darin heißt es: „Die Kugel Nummer eins kam aus Springers Zeitungswald“.

„Springer, Mörder!“

Die Springer-Presse hatte vor dem Attentat monatelang gegen Dutschke und die demonstrierenden Studenten gehetzt. Die Boulevardzeitung Bild etwa hatte am 7. Februar 1968 geschrieben: „Man darf auch nicht die ganze Dreckarbeit der Polizei und ihren Wasserwerfern überlassen“ und Tage vor dem Attentat zum „Ergreifen“ der „Rädelsführer“ aufgerufen. Nach dem Teach-in zogen 2000 Demonstranten von der Uni zum Kreuzberger Sitz des Springer-Verlags unmittelbar an der Mauer. Sie riefen: „Springer, Mörder!“ Mit der Nachricht vom Attentat auf Dutschke sprang der Funke der Revolte von West-Berlin nach West-Deutschland über. In 27 Städten kam es an den Ostertagen 1968 zu Protesten. An mehreren Orten wie Berlin, Hannover, aber auch Esslingen, wurde versucht, die Auslieferung der Springer-Zeitungen zu verhindern. Ob in Essen oder Esslingen, insgesamt rund 21.000 Polizisten gingen mit Wasserwerfern und Gummi-Knüppeln gegen Demonstranten vor, um die Auslieferung von Zeitungen wie „Bild“ zu gewährleisten. Die Auseinandersetzungen an den Ostertagen 1968 zwischen jugendlichen Demonstranten und Polizisten waren die heftigsten seit dem Ende der Weimarer Republik.

Mehr über die Ereignisse des Jahres 1968 gibt es bei einem Vortrag im Club Alpha 60 in Schwäbisch Hall:

Volkhard Mosler spricht am Montag, 30. April 2018, um 20 Uhr im Club Alpha 60, Spitalmühlenstraße 13/2, in Schwäbisch Hall über die Ereignisse von 1968. Er referiert über die Stärken und Schwächen der 68er-Bewegung. Außerdem befasst er sich damit, welche Hoffnungen es gab und was daraus wurde. Er geht auf die Aussage ein, dass die 68er-Bewegung gescheitert sei. Und er wirft die Frage auf, ob es nicht angezeigt sei, sich auf einiges von 1968 wieder zu besinnen.

Mitglied des SDS

Volkhard Mosler war von 1963 bis 1969 Mitglied des SDS. Er war 1966 und 1967 Vorstandsmitglied des Frankfurter SDS. Heute ist er aktiv in der LINKEN, Frankfurt/Main.

Veranstalter sind: AK Programm des Club Alpha 60, Rosa-Luxemburg Stiftung Baden-Württemberg

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„Bürgermeisterin Sandra Bonnemeier spaltet Leutershausen“ – Bericht in der Süddeutschen Zeitung über den Ort in Mittelfranken

„Unter den unfreiwilligen Komödien und grotesken Dramen, die sich in bayerischen Rathäusern bisweilen abspielen, ragt das Schauspiel in Leutershausen (Landkreis Ansbach) heraus“, schreibt die Süddeutsche Zeitung in ihrer Online-Ausgabe vom 15. April 2018. „Aus der Sicht von Bürgermeisterin Sandra Bonnemeier ist es wohl ein Rührstück mit ihr als tapferer Kämpferin in der Opferrolle.“ 2016 hatte Sandra Bonnemeier in Schrozberg und Kirchberg/Jagst als Bürgermeisterin kandidiert.

Informationen zusammengestellt von Hohenlohe-ungefiltert

„Ein Kleinstadt-Krimi“

„Für weite Teile des Stadtrates aber entwickelt sich aus einer Posse ein Kleinstadt-Krimi. Titel, so in etwa: Die Bürgermeisterin und das verschwundene Geld.“ (…) Leutershausen ist ein historisches, fränkisches Städtchen; der Motorflug-Pionier Gustav Weißkopf wurde dort 1874 geboren. Heute hat Leutershausen rund 5600 Einwohner. (…)

Link zum ganzen Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 15. April 2018:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/leutershausen-eine-buergermeisterin-spaltet-ihr-staedtchen-1.3945106

Informationen von Sandra Bonnemeier:

https://www.loesbar.tips/tagebuch-blog/

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„Lustig ist das Zigeunerleben?“ – Vortrag in Schwäbisch Hall über Sinti und Roma und die vielen Ressentiments ihnen gegenüber

Sinti und Roma – Wer sind sie? Was wissen wir über sie? Warum gibt es so viele Ressentiments ihnen gegenüber? Um diese Fragen geht es in einem Vortrag am Dienstag, 17. April 2018, um 19.30 Uhr im Alten Schlachthaus in Schwäbisch Hall. Es referiert Jovica Arvanitelli, Leiter der Beratungsstelle für nicht deutsche Roma, Mitglied im Minderheitsrat für Sinti und Roma Baden-Württemberg.

Von der Initiative KZ-Gedenkstätte Hessental

Seit über 600 Jahren in Deutschland

Seit mehr als 600 Jahren sind Sinti und Roma in Deutschland beheimatet und leben zwischen Romantisierung und Rassismus. Als „Zigeuner“ stigmatisiert, werden sie aufgrund ihrer Herkunft häufig diskriminiert, kriminalisiert und sind von gewalttätigen Übergriffen bedroht.

500.000 wurden in den KZs ermordet

Sinti und Roma wurden von den Nazis aus rassistischen Gründen verfolgt und inhaftiert, 500.000 wurden in den KZs ermordet. Noch 1956 hat der Bundesgerichtshof in einem Urteil wegen „Wiedergutmachung“ entschieden, dass für die Verfolgung der Sinti und Roma bis 1943 nicht „rasseideologische Gesichtspunkte“, sondern die „asozialen Eigenschaften der Zigeuner“ maßgebend gewesen seien.

Diskussion und Bücherstand

Sinti und Roma leben heute in vielen Ländern Europas und zählen zur größten nationalen Minderheit. Der Vortrag bietet im Anschluss Raum zum Gespräch. Es wird eine kleine Ausstellung zum Thema „Antiziganismus“ und ein Bücherstand präsentiert.

Weitere Informationen im Internet über die Initiative KZ-Gedenkstätte Hessental:

http://www.kz-hessental.de/index.php/termine

Jahreshauptversammlung am 27. April 2018

Die Jahreshauptversammlung der Initiative KZ-Gedenkstätte Hessental findet am Freitag, 27. April 2018, um 19 Uhr im „Seitenzimmer“ des Hotels Goldener Adler am Marktplatz Schwäbisch Hall statt.

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„These are Dirty French Folk Songs“ – Fred Raspail spielt in der 7180-Bar in Crailsheim

FRED RASPAIL aus Frankreich war vor ein paar Jahren mal da und er kehrt nun mit seinem neuen Album WARNGAUER STRASSE nach Crailsheim zurück. Das Konzert steigt am Freitag, 20. April 2018, um 20 Uhr in der 7180-Bar in Crailsheim.

Von Harald Haas, Betreiber der 7180-Bar in Crailsheim

„These are Dirty French Folk Songs“,

… sagt Fred Raspail über sein neues Album Warngauer Strasse, das 2017 auf gutfeeling records erschien.

DIRTY

Fred Raspail lebt angeblich in Lyon und Berlin, aber eigentlich ist er ununterbrochen auf Tour, en route in Frankreich und der Schweiz, on the Road in Quebec, England und in Deutschland. Die staubigen Straßen, die stinkenden Clubs, das Hoch, das unweigerliche Tief danach: Seine Lieder erzählen davon, von unerfüllten Lieben und zurück gelassenen Frauen, wie Penelope, die auf den ewig wandernden Odysseus (“Ulysse”) wartet.

Illusion einer Band

Auf der Bühne (egal ob beim Wohnzimmer-Gig oder auf großen Bühnen als Support von Zaz) steht Fred Raspail meist alleine. Mit vorproduzierten Tracks und einer Loopmaschine legt er Schicht für Schicht übereinander bis die Illusion einer Band entsteht. Einer Rock’n’Roll-Band, die einen tief hineinzieht. Fred kann es aber auch ohne imaginäre Kapelle: Mit Gitarre, Gesang und einem tieftraurigen Lied hinterlässt er ein tief ergriffenes Publikum. Keine Angst vor tiefen Emotionen, kein Angst vor Drama. Das ist wohl das Französische an Freds Musik:

FRENCH

Fred singt englisch und französisch. Er stammt aus Thonon-les-Bains am Genfer See, was die freundschaftliche und musikalische Nähe zur Genfer Musikszene erklärt. Pierre Omer (Ex-Dead Brothers), Xavier Bray (Mama Rosin), Stephane Reynaud (ehemals Schlagzeuger der Maniacs) und David Weber (Studio Forces Motrices) haben Gastauftritte auf French Ghost songs Part II, das Fred Raspail zum großen Teil ganz alleine eingespielt hat. Fred Raspail verspricht nichts auf dem Album, was er live nicht einhalten kann.

FOLK

Auch wenn Freds größtes Idol Johnny Cash ist, den Chanson bekommt man aus den charmanten Hobo einfach nicht heraus. Und das ist gut so, weil so eine eigene Mischung ensteht: Schmutzig-lärmende Voodoo-Rhythm-Sounds, Strukturen aus Folk, Blues und Rock’n’Roll und französische Finesse geben die Form für einen neuen, wilden Chanson, einen Dirty French Folk.

Einlass: 20 Uhr

Weitere Informationen im Internet über Fred Raspail:

http://fredraspail.com/

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