„Kein Herz für behinderte Menschen“ – Investor: Fehlanzeige / DRK-Kurheim Adelheidstift wird am 23. Oktober 2012 geschlossen

Das Adelheidstift in Kirchberg/Jagst, ein Kurheim für Eltern mit behinderten Kindern, soll am 23. Oktober 2012 für immer geschlossen werden. Betreiber ist seit Jahrzehnten das Deutsche Rote Kreuz (DRK), Landesverband Baden-Württemberg. Hohenlohe-ungefiltert hat beim DRK in Stuttgart nachgefragt. Udo Bangerter von der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit des DRK-Landesverbands antwortete am Freitag, 12. Oktober 2012.

Fragen von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

Wurde in der heutigen Präsidiumssitzung (Mittwoch, 10. Oktober 2012) über das DRK-Kurheim Adelheidstift gesprochen? Wurde über die Möglichkeit einer einjährigen Weiterführung gesprochen – wie von Klaus Berthold, Abteilungsleiter und Stellvertreter des DRK-Landesgeschäftsführers bei der Sitzung des Kirchberger Sozialausschusses am vergangenen Donnerstag zugesagt? Welches Ergebnis brachten die Beratungen über das Kirchberger Adelheidstift?

Udo Bangerter, DRK: Das Präsidium des DRK-Landesverband Baden-Württemberg befasst sich seit Jahren regelmäßig mit der Situation des Adelheidstifts. Auch in seiner heutigen Sitzung (10.10.2012) war die Kureinrichtung Tagesordnungspunkt. Sowohl der Fortgang des Schließungsprozesses als auch die Inhalte der Sitzung des Kirchberger Sozialausschusses wurden erörtert. Das Präsidium hält an der Entscheidung zur Schließung fest, da sich seit dem Beschluss im Sommer dieses Jahres keine Veränderung der Sachlage ergeben hat.

Gibt es konkrete Signale und Zusagen für Unterstützung des DRK aus der Politik, um das Adelheidstift weiterführen zu können? Wie sehen diese Zusagen konkret aus?

Das Adelheidstift erfährt seit Jahren große Wertschätzung und ideelle Unterstützung – auch auf Seiten der Politik. Dafür war und ist das Präsidium dankbar und es weiß die Solidarität von allen Seiten für das Adelheidstift zu schätzen. Konkrete Zusagen im Hinblick auf eine spürbare Verbesserung der finanziellen Situation des Hauses gibt es jedoch nicht.

Laut Ihrer Internetseite (Stand Mittwoch, 10. Oktober 2012) gibt es 2012 noch folgende Kuren im Adelheidstift: (13.) Dienstag, 23.10. bis Dienstag, 13.11.2012 und (14.) Dienstag, 13.11. bis Dienstag, 4.12.2012. Auch die Anmeldefunktion ist noch aktiv. Warum? Finden diese Kuren noch statt?

Das Adelheidstift befindet sich in einem Schließungsprozess. Die auf der Internetseite aufgeführten Kurse 13 und 14 finden nicht mehr statt. Eine entsprechende Aktualisierung der Homepage ist erfolgt.

Wie kam das DRK zu dem EINEN potentiellen Investor, den Herr Berthold und Frau Dizinger bei der Sozialausschuss-Sitzung in Kirchberg nannten? Wie kam diese Verbindung zu Stande? Durch aktive Arbeit des DRK oder durch eine Anfrage des Investors? Wollte der Investor das Adelheidstift komplett übernehmen oder nur als Pächter betreiben? Zu Investitionen in welcher Höhe wäre der Investor bereit gewesen? Welche weiteren Aktivitäten seitens des DRK haben stattgefunden, um Investoren für das Adelheidstift zu finden? (Anzeigen in medizinischen und sozialen Fachzeitschriften, in gastronomischen Zeitschriften, Immobilienfachblättern etc.)? Bitte skizzieren Sie kurz diese Bemühungen und Aktivitäten.

Der Landesverband, wie auch die Einrichtungsleitung des Adelheidstift, haben in den vergangenen Jahren unter erheblichen Anstrengungen versucht, die wirtschaftliche Situation des Hauses zu verbessern und dessen Zukunft zu sichern. Dazu gehörten eine Vielzahl von Aktionen und Maßnahmen, die stets mit der Belegschaft abgestimmt waren:

– Kontinuierliche Maßnahmen, um Einsparpotenziale auszuschöpfen

– Umstellung auf einen Saisonbetrieb mit viermonatiger Schließungszeit

– Auslagerung der Küche und der Hausreinigung an einen externen Dienstleister

– Einstellung eines neuen Einrichtungsleiters

– Einführung eines QM-Systems

– Ausweitung der Angebote

– Verdichtung der Kurabfolge und Erhöhung der Belegungszahlen

– Ständige Ansprache von Fachpublikationen und Vermittlungsstellen

– Öffentliche Aktionen und Appelle zugunsten des Adelheidstifts mit dringendem Hinweis auf die prekäre wirtschaftliche Situation

– Erreichen eines Besuchs von Frau Köhler, der damaligen Schirmherrin des Müttergenesungswerks

– Benefizkonzert des Polizeimusikkorps

– diverse Ausstellungen und Tage der offenen Tür

Der DRK-Landesverband Baden-Württemberg hat in der Vergangenheit alle seine Kontakte auch bundesweit genutzt, um eine Perspektive für das Adelheidstift zu finden und ist aktiv auf Ansprechpartner zugegangen. Übrig geblieben war ein potenzieller Partner, den wir zweimal zu Gesprächen ins Adelheidstift eingeladen haben. Dieser wollte das Adelheidstift nicht kaufen und war nicht bereit selbst zu investieren. Weitere Interessenten für eine Kooperation mit dem Ziel eines Weiterbetriebs des Adelheidstiftes wurden nicht gefunden.

Offensichtlich gibt es inzwischen ein breites politisch-gesellschaftliches Bündnis, das sich für den Erhalt des Adelheidstifts einsetzt. Wie will das DRK dieses politisch-gesellschaftliche Bündnis nutzen, um das Adelheidstift weiter als Kureinrichtung für behinderte Menschen und deren Eltern zu erhalten? – möglicherweise auch in punkto Verkauf oder Verpachtung/Vermietung an einen Investor oder mehrere Investoren? Was ist das DRK bereit zu tun, damit behinderte Menschen und deren Eltern auch in Zukunft in Kirchberg/Jagst noch eine Kur machen können? Gemäß Ihrer Leitlinien für hilfebedürftige Menschen, der da heißt: „Wir schützen und helfen dort, wo menschliches Leiden zu verhüten und zu lindern ist.“

Der DRK-Landesverband Baden-Württemberg hat sich in den vergangenen Jahren in besonderem Maße für den Erhalt des Adelheidstifts eingesetzt und alles getan, um die Kureinrichtung zu erhalten. Leider zeichnet sich seit dem Schließungsbeschluss – bei allen Solidaritätsbekundungen und Appellen – keine Entwicklung ab, die es ermöglichen würde, das Adelheidstift weiter zu führen. Leider liegt bislang kein konkretes Angebot vor, das Aussicht auf einen auch nur annähernd kostendeckenden Betrieb oder auf die Übernahme einer Investition von mindestens 10 Millionen Euro bietet.

Hohenlohe-ungefiltert liegt ein Betriebskonzept des Adelheidstift-Betriebsrats vor, das schon einige Jahre alt ist. Dieses Konzept sah eine umfangreiche Umstrukturierung und Erweiterung der Leistungen im Adelheidstift vor. Warum wurde dieses Konzept nicht umgesetzt?

Vorschläge der Belegschaft und des Betriebsrats – selbstverständlich auch zum wirtschaftlichen Betrieb des Hauses – wurden gemeinsam beraten und wenn möglich umgesetzt. Ebenso war die Belegschaft stets über die jeweilige Situation informiert und in die Pläne und Beratungen des Landesverbandes eingebunden. Alle oben genannten Schritte und Veränderungen wurden mit dem Betriebsrat abgestimmt. Ohne die Kooperation und die Unterstützung der Belegschaft des Adelheidstifts wäre eine Schließung des Hauses bereits vor einigen Jahren unumgänglich gewesen. Daher hat die Belegschaft einen großen Anteil daran, dass das Haus bisher weitergeführt werden konnte.

Weitere Informationen im Internet über das DRK-Kurheim Adelheidstift in Kirchberg/Jagst:

Vorsorge-und Rehaklinik „Adelheidstift“ – Das besondere Haus für besondere Menschen http://behindertenkuren.com/

“DRK-Haus Adelheidstift in Kirchberg/Jagst nicht schließen” – Offener Brief der SPD-Bundestagsabgeordneten Annette Sawade http://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=14736

“Großer Verlust für behinderte Menschen – Mutter-Kind-Kurheim Adelheidstift in Kirchberg/Jagst wird geschlossen” – Investor dringend gesucht http://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=14724

“Wichtige soziale Einrichtung für Eltern mit behinderten Kindern darf nicht verloren gehen” – Offener Brief von Annette Sawade (SPD) zur geplanten Schließung des DRK-Kurheims Adelheidstift in Kirchberg/Jagst http://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=14419

“Vielfalt leben – Gemeinsam für den Erhalt des Adelheidstifts” – Offene Petition für Behindertenkurheim in Kirchberg/Jagst unterschreiben http://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=14257

 

 

   Sende Artikel als PDF   

„Kino im Schafstall ist eine wichtige Säule in der Kulturstadt Schwäbisch Hall“ – Um die Wiedereröffnung zu feiern, gibt es einen kostenlosen Film für Kinder und Jugendliche

Nachdem der Innen- und Außenbereich des Schwäbisch Haller Kinos im Schafstall saniert worden war, wurde es am Abend des 2. Oktober 2012 durch Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim (SPD) wieder eröffnet.

Von der Stadtverwaltung Schwäbisch Hall

Recaro spendete 50.000 Euro für neue Sitze

Die Einrichtung musste im Hinblick auf die technische Ausstattung und die Wärmedämmung dringend erneuert werden. Bereits im Herbst 2011 wurde das Gebäude knapp neun Wochen lang saniert. Im August 2012 erfolgte dann noch der Einbau neuer Sitze, für die das Unternehmen Recaro Aircraft Seating 50.000 Euro spendete.

Spielstätte wird seit 1779 als Theater genutzt

Für Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim ist das Kino im Schafstall eine wichtige Säule in der Kulturstadt Schwäbisch Hall: „Das Kino im Schafstall hat eine lange Tradition. Welches Kino kann schon mit einer solch historischen Spielstätte aufwarten, die seit 1779 als Theater genutzt wird. Eine Sanierung war aber dringend nötig und die Investition in das Gebäude ist zukunftsweisend, fördern wir damit auch das kulturelle und ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt. Ich freue mich aber auch besonders über die großzügige Spende der Firma Recaro Aircraft Seating, mit der das Kino zu einem wahren Schmuckkästchen ausgebaut werden konnte.“ Weiterhin bekräftigte Oberbürgermeister Pelgrim, dass die Sanierung zugleich auch ein Bekenntnis der Stadt zum Standort des Kinos und Marionettentheaters und für Schwäbisch Hall als Kulturstandort insgesamt sei.

Heizungsversorgung an das Nahwärmenetz angeschlossen

Vor allem die Heizungs-, Lüftungs- und Elektroanlagen wurden modernisiert. Dabei wurde die Heizungsversorgung an das Nahwärmenetz angeschlossen. In Abstimmung mit dem Denkmalamt erfolgte auch eine Dämmung der Außenwände des Saales von innen. Ebenso erhielt der Zwischenraum unter dem Fußboden eine neue, dicke Dämmschicht. So konnte das äußere Erscheinungsbild des Fachwerkgebäudes aus dem 15. Jahrhundert erhalten bleiben. Im Inneren wurden die Sanitäranlagen erneuert, der Theaterraum neu gestrichen, ein neuer Fußboden verlegt und neue Theatersitze eingebaut.

Sanierungskosten: zirka 220 000 Euro

Die neue Bestuhlung der Firma Eheim aus Öhringen besteht aus 172 modernen Klappsitzen, die in versetzten Reihen angeordnet sind und so überall eine möglichst gute Sicht auf Bühne beziehungsweise Leinwand ermöglichen. Insgesamt belaufen sich die Sanierungskosten auf zirka 220 000 Euro. Davon kostete allein die Möblierung über 58.000 Euro. Durch die Spende von Recaro Aircraft Seating hatte die Stadt noch Kosten von knapp 8.000 Euro zu tragen.

Zwölf Firmen waren an der Sanierung beteiligt

Insgesamt waren zwölf Firmen an der Sanierung des „Kino im Schafstall“ beteiligt. Planung und Bauleitung übernahm die Abteilung Hochbau der Stadt Schwäbisch Hall. Die Fachplanung für Heizung und Lüftung lag beim Ingenieurbüro Mack aus Schwäbisch Hall, die bauphysikalische Beratung das Ingenieurbüro Rudolf und Weischedel, ebenfalls aus Schwäbisch Hall.

Freier Eintritt ins Kino für Kinder und Jugendliche am Freitag, 2. November 2012

Zum Dank für die Sanierung lädt das Kino im Schafstall die Kinder und Jugendlichen aus Schwäbisch Hall zu einem Freikino am Freitag, 2. November 2012, um 15 Uhr mit dem Film „Pommes essen“ ein. Hierzu bekam Oberbürgermeister Pelgrim symbolisch einen Gutschein überreicht.

Jubiläumsabend – 40 Jahre Kino im Schafstall

Samstag, 27. Oktober 2012, ab 19 Uhr

BERLIN – DIE SINFONIE DER GROSSSTADT – ein konsequent dokumentarisches Werk von Regisseur Walter Ruttmann, Deutschland 1927, Länge: 69 Minuten.

Es gibt keine Schauspieler, und doch handeln Hunderttausende. Es gibt keine Spielhandlung, und es erschließen sich doch ungezählte Dramen des Lebens. (…) Man schaut doch in die unzähligen Gesichter der Millionenstadt. Paläste, Häuserschluchten, rasende Eisenbahnen, donnernde Maschinen, das Flammenmeer der Großstadtnächte – Schulkinder, Arbeitermassen, brausender Verkehr, Naturseligkeiten, Großstadtsumpf, das Luxushotel und die Branntweindestille. Der mächtige Rhythmus der Arbeit, der rauschende Hymnus des Vergnügens, der Verzweiflungsschrei des Elends und das Donnern der steinernen Straßen – alles wurde vereinigt zur Sinfonie der Großstadt.

Weitere Informationen und Kontakt:

http://www.kinoimschafstall.de/pdf/02.pdf

http://www.kinoimschafstall.de/

http://www.gerhards-marionettentheater.de/

www.schwaebischhall.de

www.facebook.com/schwaebischhall

www.twitter.com/ob_schwaebhall

   Sende Artikel als PDF