Nik Sakellariou (SPD) tritt wieder für den Landtag an – Kreisvorstand verabschiedet Erklärung zu den Werkrealschulplänen der Landesregierung

In der Sitzung des SPD Kreisvorstandes am 1. Februar 2010 in Kirchberg/Jagst kündigte der SPD Landtagsabgeordnete Nikolaos „Nik“ Sakellariou an, sich bei der Landtagswahl 2011 wieder als Kandidat zur Verfügung zu stellen.

Vom SPD-Wahlkreisbüro Schwäbisch Hall

Wahlbeteiligung für die Mandatsvergabe gekippt

„Mir macht die Arbeit als Abgeordneter viel Freude und sie erfüllt mich auch“ so Sakellariou.  Die Ankündigung wurde vom Kreisvorstand einmütig begrüßt. Sakellariou, der seit 2001 Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg ist, bedankte sich für den Zuspruch und versprach, mit ganzer Kraft für ein gutes Ergebnis im Wahlkreis zu kämpfen, nachdem es durch die Änderung des Wahlrechts bei der Landtagswahl nunmehr auf die prozentualen Stimmenanteile ankommt. Sakellariou hatte im Jahre 2007 erreicht, dass ein im Landtag einstimmig gefasster Beschluss zur Änderung des Wahlrechts wieder zurückgenommen wurde, nachdem er Verfassungsklage angekündigt hatte. Der Beschluss hatte damals vorgesehen, die Wahlbeteiligung für die Mandatsvergabe heranzuziehen.

Der Kreisvorstand diskutierte in der Sitzung die Situation der Hauptschulen im Landkreis und  verabschiedete nachfolgende Erklärung:

Werkrealschule Baden-Württemberg – ein Taschenspielertrick?

Im Haller Tagblatt stand am 18.12.2009: „(Kultusminister) Rau geht davon aus, dass die Hauptschule in 10 Jahren allmählich verschwinden wird.“

Wir fragen uns: Wo werden die Schülerinnen und Schüler der jetzigen Hauptschulen dann sein?  Die Antwort kann nur heißen: Natürlich werden sie alle in der Werkrealschule sein – und in den Förderschulen.

Und so wird, man staune und wundere sich, aus einem dreigliedrigen Schulsystem durch die Gründung einer neuen Schulform ….wieder ein dreigliedriges Schulsystem.

Wir fragen uns erneut: Warum denn eine teure ‚Qualitätsoffensive’ Hauptschule/Werkrealschule, wenn doch am Ende alles beim Alten bleibt?
Ein neues pädagogisches Konzept? Funktioniert dieses Konzept nur dann, wenn eine neue Schulart entsteht? Da würden doch alle Wissenschaftler gebannt auf Baden-Württemberg schauen. Oder ist es vielleicht doch ein Trick, der dazu führen soll, die heutigen kleinen Hauptschulen  aufzulösen, um dann ‚mit altem Wein in neuen Schläuchen’ weiterzumachen? Die Gemeinden, bei denen die Schließung ihrer Schulen in Frage kommt, mit ihren Bürgermeistern, Gemeinderäten und betroffenen Eltern, werden sich ob dieser Tricksereien zu bedanken wissen.

Der Kreisvorstand der SPD für den Landkreis Schwäbisch Hall fordert stattdessen:

1. Stoppt sofort den Unsinn mit den neuen Werkrealschulen, wie er nach dem Motto „Augen zu und durch“ von der Mehrheit im Landtag durchgepaukt wurde.
2. Verlängert  die bestehenden Hauptschulen sofort um das 10. Schuljahr, und nicht erst  über den Umweg „Werkrealschule“. So kämen schon jetzt alle Schüler  zu ihrem Recht auf Chancengleichheit, wie dies im Grundgesetz verbürgt ist, und nicht erst in 10 Jahren!
3. Die Schüler könnten dann, auf der Grundlage einer Pädagogik des individualisierten Lernens, auf eine von drei Abschlussprüfungen vorbereitet werden:
die Hauptschulprüfung, die Werkrealschulprüfung oder die Mittlere Reife.
4. Das bestehende Schulgesetz könnte schnell dahingehend geändert werden, dass es den einzelnen Schulen mit ihren Gemeinden erlaubt wird, sich ein integratives Schulkonzept zu erarbeiten, wie es zum Beispiel in der Gemeinde Mulfingen im Jagsttal angedacht ist.
5. Die Schulbezirke für die einzelnen Schulen müssen aufgehoben werden, damit die Eltern ihre Kinder dort zur Schule anmelden können, wo sie die besten Entwicklungschancen für ihre Kinder sehen.
6. Die Schulen sollten von den Schulbehörden dazu ermutigt werden, in ihren Schulen integrative Schulmodelle zu erarbeiten. Dafür werden finanzielle Landesmittel zur Verfügung gestellt, wie dies für den Werkrealschultrick bereits vorgesehen ist.

Der Kreisvorstand der SPD stellt fest, dass es nur durch mehr und längeres gemeinschaftliches Lernen  gelingen kann, unsere Schulen insgesamt leistungsfähiger zu machen. Nur über integrative Modelle, wie zum Beispiel den Zusammenschluss von Realschule und Hauptschule zu Verbundschulen, oder die Bildung von Sekundarschulen, können die Schulen in  kleineren Gemeinden zum größten Teil erhalten bleiben.

Klausurtagung in Döttingen

Schließlich wurde beschlossen, erstmals im Rahmen einer Klausurtagung in Döttingen (im März 2010) ein Arbeitsprogramm zu diskutieren und den Landtagswahlkampf vorzubereiten.

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Grünen-Landesvorsitzende stellen sich heute im Landkreis Schwäbisch Hall vor

Die beiden neuen Landesvorsitzenden des Landesverbandes von Bündnis90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg, Silke Krebs und Chris Kühn, sind am heutigen Donnerstag, 4. Februar 2010 im Landkreis Schwäbisch Hall zu Gast.

Pressemitteilung der Kreisgeschäftsstelle von Bündnis90/DIE GRÜNEN in Schwäbisch Hall

In Mainhardt wird die Helmut-Rau-Schule besichtigt

Zusammen mit GRÜNEN Kreisrätinnen und Kreisräten sowie dem Kreisvorsitzenden Harald Ebner werden sie die Gemeinde Mainhardt besuchen und mit Bürgermeister Hedrich die dortige Situation der Schule und deren Zukunftsperspektiven, insbesondere im Hinblick auf die Thematik Werkrealschule, betrachten. Beginn ist um 14.30 Uhr in Mainhardt, Helmut Rau-Schule.

Landesvorsitzende stellen sich im Landhotel Kirchberg vor

Am heutigen Donnerstagabend werden sich die beiden Landesvorsitzenden um 20 Uhr im Landhotel in Kirchberg auf der Kreismitgliederversammlung des Kreisverbandes vorstellen und den Mitgliedern ihre Ziele sowie politische Schwerpunkte der Landespartei für 2010 darstellen.

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Bei Kaffeemaschinen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker

Tausende Patienten nahmen in Österreich an medizinischen Studien teil – ohne ihr Wissen. Eine gängige Praxis, auch in Deutschland. Laut Kritikern dienen die Studien auch der Absatzsteigerung.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Manche Medikamente haben Nebenwirkungen, von denen kaum jemand etwas ahnt. Eine neue Kaffeemaschine zum Beispiel, oder eine kleine Aufwandssentschädigung. Diese angengenehmen Nebenwirkungen sind die Entlohnung für sogenannte „Anwendungsbeobachtungen“.
Damit sind Studien gemeint, für die Doktoren ihre Erfahrungen mit bestimmten Arzneimitteln dokumentieren und diese Ergebnisse dann an Pharmafirmen weitergeben. Eine durchaus gängige Praxis in Deutschland und Österreich, die für neu zugelassene Medikamente teilweise sogar gesetzlich vorgeschrieben ist, schließlich lässt sich so über einen langen Zeitraum kontrollieren, wie ein Medikament wirkt und ob es richtig verordnet wird.

http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/tausche-pille-gegen-kaffeemaschine/

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„Die Rechte der privaten Eigentümer werden gestärkt, die Rechte aller anderen geschwächt“

Lesenswertes Interview mit dem Sozialwissenschaftler Werner Rügemer. Er ist Herausgeber des Buches >Arbeits-Unrecht. Anklagen und Alternativen<.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Mehr auf den Punkt bringen kann man es kaum:

>Wie ist es in der Ära der Bagatellkündigungen und der Bankenrettungsschirme um das Verhältnis von Kapital und Arbeit bestellt?

Werner Rügemer: Vereinfacht gesagt: Die privaten Kapitaleigentümer haben alle Rechte einschließlich des „Rechts“, das geltende Recht zu brechen bzw. brechen zu lassen, und sie haben den Zugriff auf die staatlichen Gelder, während Beschäftigte und Arbeitslose immer mehr dem verrechtlichten Unrecht unterworfen werden.

Welche Rolle spielen die Medien?

Werner Rügemer: Die privaten Großmedien haben diese Ideologie übernommen bzw. ihre alten Positionen offensiver gestaltet. Hetze gegen Arbeitslose und gegen Lohnforderungen sind Routine. Dazu gehören auch Medien, die bei manchen arrivierten Nostalgikern immer noch als „kritisch“ gelten, etwa das Magazin „Spiegel“. In der Süddeutschen Zeitung haben wir die Schizophrenie, dass im politischen Teil und im Feuilleton die Entwicklung gelegentlich kritisiert wird, die gleichzeitig im Wirtschaftsteil propagiert wird.

Die öffentlich-rechtlichen Medien holen in ihre dämlichen Talkshows gelegentlich „Kritiker“ hinzu, sind aber in ihrer Gesamtbotschaft auf Seiten der großen Investoren und Banken. So ist etwa der tägliche ARD-Börsenbericht vor der „Tagesschau“ eine der dümmsten Sendungen überhaupt: Er suggeriert, dass die Wertentwicklung der Aktien ein Indikator für das wirtschaftliche Wohlergehen aller sei – während in Wirklichkeit das Gegenteil der Fall ist.< http://www.heise.de/bin/tp/issue/r4/dl-artikel2.cgi?artikelnr=31979&mode=print

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Religiosität hilft nicht – 2009 ist die Geburtenrate in Deutschland weiter gesunken

Die vermutete Korrelation zwischen Religiosität und Geburtenrate ist – auf Europa bezogen – schlicht Unfug: Europas Katholikennation Nummer Eins, Polen, hat, wie auch einige andere postkommunistische Länder, eine niedrige Geburtenrate, ebenso die katholisch geprägten Länder Portugal, Spanien und Italien. Auf der Suche nach Gründen werden nahe liegende Ursachen übersehen.

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Ein erhellender Artikel, der uns an die gern verdrängten Zusammenhänge erinnert: „Fruchtbarkeits-Europameister“ ist zum dritten Mal infolge Frankreich. Pro Frau werden dort 2,02 Kinder geboren, in Deutschland 1,35 Kinder. Auch die Geburtenzahlen der skandinavischen Länder, zählen zu den höchsten in Europa. Dies hat viel – wie der Artikel aufzeigt – mit nicht vorhandenen Betreuungsplätzen und dem Ausbau des Niedriglohnsektors zu tun:

„In den alten Bundesländern gibt es in vielen Regionen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes für nur fünf Prozent der unter Dreijährigen einen Betreuungsplatz in einer Kindertagesstätte (Frankreich: fast 50 Prozent). Während es in Deutschland auch noch für ein Drittel der Kinder im Alter von über drei Jahren keinen Platz gibt, gehen in Frankreich fast 100 Prozent der über Dreijährigen in eine Kindertagesstätte. (…)

Die arbeitsmarktstrukturellen Veränderungen der letzten Jahrzehnte haben entscheidend dazu beigetragen: Wie in kaum einem anderen Land in Westeuropa hat sich in Deutschland ein gigantischer Niedriglohnsektor etablieren können, die Realeinkommen sind weit stärker als im EU-Durchschnitt gesunken.

Ferner hat sich die Zahl der Selbstständigen in den letzten 20 Jahren rasant erhöht (nach Angaben des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn arbeitete im Jahr 2008 jede dritte Frau in Deutschland auf selbstständiger Basis). Da für Selbstständige die Arbeit nicht einfach mit der Geburt eines Kindes aufhört, sind sie besonders auf ein gut ausgebautes Betreuungssystem angewiesen.

In jedem Fall kann es sich die Mehrzahl der Berufstätigen hierzulande nicht (mehr) leisten, weniger zu verdienen oder auf ein Gehalt zu verzichten. In „postfeministischen“ Zeiten gehen Frauen schon lange nicht mehr ausschließlich aus Gründen der „Selbstverwirklichung“ arbeiten (dieser Aspekt dürfte für die Kassiererin bei Lidl oder die freundliche Dame am anderen Ende der Hotline auch wenig ausschlaggebend sein), sondern, weil das Einkommen des Mannes nicht ausreicht.“

http://www.zeit.de/gesellschaft/generationen/2010-02/geburtenrate-religion?page=1

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Regierungspräsidium lobt Finanzpolitik der Stadt Schwäbisch Hall – Doppelhaushalt 2010/2011 genehmigt

Einstimmig hatte der Schwäbisch Haller Gemeinderat im Dezember die Haushaltssatzung der Stadt für die Haushaltsjahre 2010 und 2011 sowie die Wirtschaftspläne der Eigenbetriebe beschlossen. Jetzt hat das Regierungspräsidium Stuttgart (RP) die Gesetzmäßigkeit der Beschlüsse bestätigt.

Pressemitteilung der Stadtverwaltung Schwäbisch Hall

Kernhaushalt schuldenfrei

Mit Blick auf die Risiken aus dem weiteren Konjunkturverlauf und den nicht exakt überschaubaren Auswirkungen des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes hält das Regierungspräsidium eine konsequente Weiterführung des seitherigen Sparkurses für dringend erforderlich. „Durch den seit Jahren praktizierten konsequenten Konsolidierungskurs und die disziplinierte Haushaltsführung der Stadt Schwäbisch Hall, die mit der im Jahr 2002 eingeleiteten Entschuldungsoffensive noch zusätzlichen Auftrieb erhalten haben, konnten spürbare, strukturelle Entlastungseffekte generiert werden. Dazu wurden umfangreiche Einsparungen und Begrenzungen bei den disponiblen Haushaltspositionen vorgenommen sowie Synergieeffekte zielstrebig genutzt“, heißt es in dem RP-Schreiben.  Besonders hervorgehoben wird weiter, dass der Kernhaushalt komplett schuldenfrei ist und das Investitionsvolumen 2010 und 2011 von 18,2 Millionen Euro und 12,7 Millionen Euro ohne neue Kredite geschultert werden kann.

Erstmals wäre wieder ein hoher Kreditbedarf gegeben

„Es freut mich, dass das Regierungspräsidium unseren Weg der Konsolidierung, der den Bürgerinnen und Bürgern auch Kürzungen und Streichungen abverlangt, so nachdrücklich lobt und unterstützt“, sieht sich Schwäbisch Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim bestätigt. Regierungspräsidium und Oberbürgermeister verweisen auf die signifikante finanzwirtschaftliche Wende in den folgenden Jahren und die Tatsache, dass nach der aktuellen Finanzplanung die Rücklagen abgeschmolzen und trotz vermindertem Investitionsvolumen erstmals wieder ein hoher Kreditbedarf gegeben wäre. „Die bisher von der Stadt Schwäbisch Hall praktizierte umsichtige Finanzpolitik sollte deshalb mit strikter Ausgabendisziplin, innovativer Aufgabenkritik, angemessener Einnahmenausschöpfung und kostensenkender Effizienzsteigerungen in allen Verwaltungsbereichen (einschließlich Eigenbetrieben und städtischen Beteiligungsunternehmen) energisch fortgesetzt und punktuell sogar noch intensiviert werden“, empfiehlt das Regierungspräsidium weiter.

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Gefängnisstrafe für Totalverweigerer Hannes? – Dritter Prozesstag im Amtsgericht Schwäbisch Hall

Der dritte Prozesstag gegen den Totalverweigerer Hannes findet am Donnerstag, 4. Februar 2010, ab 14 Uhr, im Amtsgericht Schwäbisch Hall statt. Schon während der ersten zwei Prozesstage, an denen Hannes ohne Anwalt auftrat, wurden ihm Strafen von über sechs Monaten Gefängnis angedroht, solle er sich offensiv verteidigen und sich weiterhin weigern, den Zivildienst oder einen Ersatzdienst abzuleisten.

Pressemitteilung der Soli-Gruppe Totalverweigerung

Gewissensgründe anerkennen

Das Urteil, das am Donnerstag, 4. Februar 2010 erwartet wird, könnte also je nach Strafmaß wegweisend für weitere Totalverweigerer und deren Prozesse sein. Dabei geht es auch anders: im Jahr 2000 wurde ein Totalverweigerer in Hamburg freigesprochen, weil bei ihm die Gewissensgründe anerkannt wurden.

Was in Nachbarländern längst der Vergangenheit angehört, ist in Deutschland alltägliche Praxis: die zwangsweise Einbeziehung junger Männer in den Militär- und Zivildienst. Wer aus pazifistischen, politischen oder religiösen Gewissensgründen den Kriegsdienst verweigert, hat alternativlos den Zivildienst zu leisten – ungeachtet dessen Funktion in der zivilen Verteidigung im Kriegsfall und damit der Teilnahme am Krieg sowie der indirekten Legitimation des Kriegsdienstes.

Als Hannes am 1. Dezember 2008 dem Zivildienst nach zweo bereits abgeleisteten Monaten selbstbestimmt fernblieb, nahm er damit auch den Kampf gegen die strafrechtlichen Konsequenzen und gegen den Zivildienst als Zwangsdienst auf. „Die Kriegsmaschine hat viele Gesichter – und der Zivildienst ist eines davon“, begründet er seine Entscheidung zur Totalverweigerung: „Wenn ich aber Herrschaft und Krieg ablehne, dann ist es nur konsequent, total zu verweigern“. Tatsächlich ist der Zivildienstleistende im nationalen Kriegsfall als ziviler Kriegshelfer verpflichtet. Darunter fallen alle Aufgaben, die keinen direkten Dienst an der Waffe bedeuten, wie die Aufrechterhaltung der herrschenden Infrastruktur und die Unterstützung der Streitkräfte mit Nachschub: „Für die Kriegsführung ist es nebensächlich, wer schießt und wer die Infrastruktur erhält – beide sind gleichermaßen unabdingbar als Räder im Getriebe.“ Zudem ist der Zivildienst selbst ein – vom Kriegsdienst abgesehen – alternativloser Zwangsdienst. Die Arbeit ist auf Befehl zu leisten, Zuwiderhandlungen werden bestraft. Die Parallele zum Kriegsdienst ist hier offensichtlich, die Entscheidungs- und Handlungsfreiheit des Dienstpflichtigen wird durch das Gesetz stark eingeschränkt: „Anstatt Bedingungen zu schaffen, unter denen Menschen sich frei und gleich begegnen und solidarisch miteinander leben können, wird der Zivildienst erzwungen, er schafft also keine Anreize zur gegenseitigen Hilfe, sondern erhält im Gegenteil eine sozial kalte Gesellschaft, die nur mit Zwang funktioniert“, stellt Hannes fest. Niemand habe aber das Recht, über das Leben eines anderen Menschen zu bestimmen.

Info: Der Prozess beginnt am Donnerstag, 4. Februar 2010, um 14 Uhr im Amtsgericht Schwäbisch Hall, Unterlimpurger Str. 8 in 74523 Schwäbisch Hall.

Kontakt: hannes.weidmann@web.de und 0178 2040735 sowie http://herrschaftsfrei.blogsport.de

Website: http://herrschaftsfrei.blogsport.de

Ein Artikel vom Dezember 2009 auf der Internetseite http://www.kampagne.de/Wehrpflichtinfos/AktuellePraxisTKDV.php

Prozess gegen Hannes Weidmann vertagt
Hannes (20) trat zunächst als anerkannter Kriegsdienstverweigerer seinen Zivildienst an. Wachsende Zweifel, damit das Richtige zu tun, führten zu dem Entschluss, nicht mehr zum Dienst zu erscheinen. Seit dem 1.12.2008 ist er seiner Dienststelle eigenmächtig fern geblieben. Er verweigert seitdem total und bezeichnet dies als einzig konsequenten Weg.“Ich lehne Gewalt in Form von Krieg, Militarismus, Bevormundung und Zwangsarbeit ausnahmslos ab. Der Zivildienst verkörpert aber direkt oder indirekt diese Form von Gewalt“.In einer gemeinsamen Erklärung mit Jonas Ahlgrimm und Jan-Patrick Ehlert vom 2.12.2008 fordern sie …“die sofortige Abschaffung von jedem Zwangsdienst, für eine solidarische Welt ohne Herrschaft und Gewalt.“

Am 26.11.2009 fand am Amtsgericht Schwäbisch Hall der Prozess gegen Hannes statt. Etwa 60 ZuschauerInnen verfolgten die Verhandlung, die nach 90 Minuten durch die Richterin abgebrochen wurde. Zuvor hat Hannes seine Erklärung zur Totalverweigerung vorgetragen. Aufgrund der anschließenden Befragung durch den Vertreter der Staatsanwaltschaft und der Richterin beantragte er einen Pflichtverteidiger. Dieser Antrag lehnte die Richterin ab, auch den sich daran anschließenden Antrag auf Befangenheit. Über den Antrag auf Gewährung eines Rechtsbeistand wurde nicht mehr entschieden. Als Fortsetzungstermine hat das Gericht den 11. Dezember 2009 und 4. Februar 2010 um 14.00 Uhr anberaumt.

Weitere Informationen über seine Totalverweigerung auf seiner Homepage unter http://www.herrschaftsfrei.blogsport.de

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Hohenlohe Trends gleicht einem Werbeprospekt der Familie von Stetten

Christian von Stetten (CDU).

Christian von Stetten (CDU).

Einem Wahl- und Werbeprospekt der Familie von Stetten gleicht die aktuelle Ausgabe Februar 2010 des monatlich erscheinenden Anzeigenmagazins „Hohenlohe Trends – Wissen, was wichtig ist“. Gleich sechsmal berichtet Hohenlohe Trends in dieser Ausgabe direkt oder indirekt über die von Stettens aus Künzelsau-Kocherstetten.

Von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

Christian von Stetten (CDU) zur Lage der Nation

Auf der Titelseite wirbt die Firma www.stetten-ticket.de für ein Konzert mit „Hit-Gigant Chris de Burgh“ in Bad Mergentheim. Der Eventmanager und CDU-Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten (CDU) hat den Iren Chris de Burgh in der Vergangenheit schon mehrfach als seinen persönlichen Freund bezeichnet. Auf Trends-Seite 3 befasst sich ein Leserbrief mit reaktionellem Anhang mit dem umstrittenen Bauprojekt Stadthaus Grüner Baum in Bad Mergentheim, das von der Investorengruppe Von Stetten–Bäumlisberger erstellt wird. Auf den Trends-Seiten 12 und 13 darf Christian von Stetten (CDU) seine Sicht „zur Lage der Nation“ darlegen – geschmückt mit einem Wahlkampffoto des Jahres 2009.

Satte Einnahmen

Auf Trends-Seite 34 gibt es einen PR-Text mit Foto zu den Künzelsauer Burgfestspielen 2010 auf Burg Stetten. Infos und Tickets gibt es – wo sonst? – bei www.stetten-ticket.de. Trends-Seite 38 ist noch einmal dem „Hit-Giganten“ Chris de Burgh gewidmet, der es laut Hohenlohe Trends „romantisch liebt“. Satte Einnahmen für Hohenlohe Trends verspricht die ganzseitige Anzeige der Residenzen Schloss Stetten auf Trends-Seite 47. Unter dem Gruppenbild mit Wolfgang von Stetten findet sich folgende Bildunterschrift: „Sind Sie einsam, ist Ihr Haus und Ihr Garten zu groß, Ihnen die Arbeit zuviel? – dann kommen Sie zu uns in die fröhliche Gemeinschaft der Residenz Schloß Stetten.“

Gefahr, auf Schloss Stetten festzusitzen

In der Schloss-Stetten-Anzeige wird für den „idealen Wohnsitz fürs Alter“ geworben. Es wird aber nicht darauf hingewiesen, dass es von Schloss Stetten in die Kreisstadt Künzelsau doch einige Kilometer mit starkem Gefälle/starker Steigung zu bewältigen gibt. Gerade für noch rüstige und unternehmungslustige Senioren besteht die Gefahr, auf Schloss Stetten festzusitzen.

Info:

Hohenlohe Trends erscheint nach eigenen Angaben seit Januar 2010 in einer Tochterfirma des Zeitungsverlags Schwäbisch Hall, dem Verlag der Tageszeitung Haller Tagblatt. In einer Firmenmitteilung heißt es weiter „Zur Zukunftssicherung der Zeitschrift hat deren Herausgeberin Ute Urbat-Szyddat den Titel an den Verlag Hohenlohe Trends GmbH & Co. KG veräußert, der vom Verleger des Haller Tagblatts, Claus Detjen, gegründet wurde.“ Detjen wolle die Zeitschrift, die eine Auflage von monatlich 22.500 Exemplare habe und in der Region Hohenlohe kostenlos ausgelegt wird, zunächst in der „bewährten, von ihrem Chefredakteur Frank Szyddat unter dem Motto „total regional“ geprägten Form weiterführen“. Szyddat, der die Zeitschrift vor über 20 Jahren gründete, soll bis zum Jahresende 2010 als „Chefredakteur das Blatt leiten und dem Verlag als Berater zur Verfügung stehen.“

Verlagssitz von Hohenlohe Trends ist inzwischen Schwäbisch Hall. Die Redaktion und die Anzeigenabteilung befinden sich noch in Neuenstein.

Dem aktuellen Impressum von Hohenlohe Trends ist zu entnehmen, dass Frank Szyddat im Verlag Hohenlohe Trends GmbH & Co. KG i. Gr. (in Gründung) nicht nur als Chefredakteur tätig ist, sondern auch noch als verantwortlicher Leiter der Anzeigenabteilung. Dazu meint Hohenlohe-ungefiltert: Ein Journalist sollte nicht redaktionelles Geschäft und Anzeigengeschäft miteinander vermischen.

Die ehemalige Trends-Herausgeberin Ute Urbat-Szyddat taucht im aktuellen Impressum nicht mehr auf.

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Salzlieferungen stocken – Gemeinden erhalten kein Streusalz mehr

Obwohl bereits vor drei Wochen bestellt, wartet der städtische Werkhof in Schwäbisch Hall weiter auf Streusalz-Nachschub.

Pressemitteilung der Stadtverwaltung Schwäbisch Hall

Möglicherweise gibt’s den ganzen Februar kein Streusalz mehr

Auf Nachfrage der Stadt Schwäbisch Hall hat heute (Montag, 1. Februar 2010) die Südsalz GmbH dem städtischen Werkhofleiter Rolf Wellinger mitgeteilt, dass er sich darauf einstellen müsse, den ganzen Februar keine Salzlieferungen zu erhalten. Harald Müller, Prokurist der Südsalz, verwies darauf, dass angesichts des langen Winters und der starken Schneefälle der letzten Tage die Nachfrage derart gestiegen sei, dass  nur noch die großen Straßenmeistereien und die Autobahnmeistereien beliefert werden könnten. Städte und Gemeinden würden derzeit nicht beliefert.

Gestreut werden nur noch Durchgangs- und Hauptstraßen sowie Gefahrenstellen

„Für den Winterdienst in Schwäbisch Hall heißt dies, dass die Straßen weiter geräumt werden. Gestreut werden jetzt aber nur noch die Durchgangsverkehrs- und Hauptstraßen sowie Gefahrenstellen,“ so Rolf Wellinger. Die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer werden um vermehrte Vorsicht gebeten.

Weitere Informationen bei: Werkhof, Rolf Wellinger, Telefon 0791/751-685, E-Mail rolf.wellinger@schwaebischhall.de

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Ende der schönen neuen Medienwelt – Gefährden die neuen Medien die Demokratie?

„Ende der schönen neuen Medienwelt – Gefährden die neuen Medien die Demokratie?“, heißt der Titel einer Radiosendung des Deutschlandfunks vom 31. Januar 2010. Jutta Brückner im Gespräch mit Stefan Koldehoff.

Gefunden von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

Die Sendung zum Nachhören (Dauer 23:46):

http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=1&broadcast=277851&datum=20100131&playtime=1264953967&fileid=72cfb443&sendung=277851&beitrag=1116519&/

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