„Westen gegen China“ und „Natur unter Beschuss“ – Matinee und Kundgebung in Schwäbisch Hall zum Antikriegstag 2021

Zwei Veranstaltungen in Schwäbisch Hall gibt es zum Antikriegstag 2021. Die Matinee „Westen gegen China: Aufmarsch im Indopazifik“ findet am Sonntag, 29. August 2021, um 11 Uhr auf dem Minigolfplatz Schwäbisch Hall statt. Es spricht Jürgen Wagner von der „Informationsstelle Militarisierung“ Tübingen. Am Mittwoch, 1. September 2021, um 17.30 Uhr ist Treffpunkt vor dem Haller Globe-Theater. Der Abschluss ist am Bonhoeffer-Platz. Das Motto lautet „Natur unter Beschuss – Für Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit gegen Aufrüstung und Krieg“. Es spricht Jaqueline Andres, von der Informationsstelle Militarisierung Tübingen.

Informationen zugesandt von Siegfried Hubele, DGB-Kreisverband Schwäbisch Hall

Westen gegen China: Aufmarsch im Indopazifik

Die als „Systemkonflikt“ bezeichneten Auseinandersetzungen zwischen dem Westen und China nehmen immer weiter an Schärfe zu. Die indopazifische Region ist in vielerlei Hinsicht das Epizentrum dieser Konflikte, weil sich der Westen zum Ziel gesetzt hat, durch eine militärische Vorwärtspräsenz Chinas machtpolitischen Aufstieg so weit als möglich zu bremsen. Nicht nur die USA, Großbritannien und Frankreich kämpfen hier buchstäblich an vorderster Front, auch Deutschland will „Flagge zeigen“ (Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer) und erhöht unter anderem durch die Entsendung der Fregatte „Bayern“ seine militärische Präsenz in der Region. Die Lage gleicht mehr und mehr einem Pulverfass und birgt ein enormes Eskalationspotenzial. Immer mehr warnen davor, dass es innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre zu einem Krieg zwischen dem Westen und China kommen könnte. Sollte dies geschehen, dürfte er seinen Ausgangspunkt mit einiger Wahrscheinlichkeit im indopazifischen Raum haben.

Antikriegstag 2021 – Natur unter Beschuss

Die US-Wissenschaftlerin Neta Crawford veröffentlichte 2019, dass das US- amerikanische Verteidigungsministerium der größte institutionelle Verbraucher von fossilen Brennstoffen weltweit ist. Im Jahre 2017 lagen die Treibhausgas-Emissionen des US-Militärs bei 59 Millionen Tonnen. Das ist etwa so viel, wie die Industriestaaten Dänemark und Schweden freisetzen. Die EU ist da nicht viel besser. 2019 wurden durch das EU-Militär konservativen Schätzungen zufolge zirka 24,8 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß verursacht. Das entspricht den Emissionen von rund 14 Millionen PKW pro Jahr. Allein im Jahr 2018 brachten es die „Euro-Fighter“-Kampfflugzeuge der Bundeswehr auf 10.480 Flugstunden. Sie verursachten damit etwa 115.280 Tonnen CO2. Mehr als neun Millionen Bäume bräuchte es, um diese Menge an Kohlenstoffdioxid zu speichern!

Klimakrise und Krieg ins miteinander verwoben – Klimakiller Militär

Verbrauch der Kriegsgeräte hinterlassen Kriege dauerhaft ökologische Schäden. Raketen und Bomben hinterlassen Schadstoffe im Boden, in der Luft und nicht selten auch im Grundwasser.1999 bombardierte die NATO eine nahe von Belgrad gelegene Raffinerie, eine Kunststofffabrik sowie eine Düngemittelfabrik. Wochenlang brannte der leicht entzündliche Treibstoff und verschmutzte die Luft und den Boden langfristig. Während des Vietnam-Krieges versprühten US-Soldaten etwa 72 Millionen Liter des Entlaubungsmittels „Agent Orange“. Dadurch wurden 36 Prozent der Mangrovenwälder Südvietnams zerstört. Dabei sind es gerade diese Wälder, die jetzt angesichts des Anstiegs der Meeresspiegel dringend benötigt werden.

Militärisch verursachte CO2-Emissionen werden verheimlicht

Kriege, Kriegsmanöver, Aufrüstung und Rüstungsproduktion setzen täglich große Mengen Treibhausgase frei. Umfassende offizielle Zahlen der militärisch verursachten CO2-Emissionen werden kaum veröffentlicht. Auch in internationalen Klimaabkommen (z.B. Kyoto-Protokolle oder Pariser Klimakonferenz 2015) wird das Militär ausgespart. Die Bundeswehr zum Beispiel taucht im Klimapaket der Bundesregierung mit keinem Wort auf, obwohl sie den größten Teil aller CO2-Emissionen von Bundesinstitutionen verursacht. Auch wenn offizielle Zahlen fehlen ist klar: die militärischen Emissionen sind enorm.

Nichts gelernt?

80 Jahre nach dem Überfall auf die damalige Sowjetunion ist die deutsche Politik von einer aggressiven Rhetorik und einer ausgeprägten Neigung zur Eskalation geprägt. Seit einiger Zeit wird Russland nicht mehr als „Partner“, sondern ausdrücklich als „Systemgegner“ bezeichnet. War die Bundeswehr in den letzten Jahren als Interventionsarmee gegen unterlegene Gegner im globalen Süden ausgerichtet, bereitet sie sich jetzt auf militärische Großkonflikte, auf „Auseinandersetzungen mit „gleichartigen Gegnern“ vor –  womit nur Russland gemeint sein kann. Das jüngste NATO-Manöver „Sea Breeze“ wurde provokativ vor der Halbinsel Krim im Schwarzen Meer durchgeführt. Dabei schrammte man haarscharf an einem militärischen Zusammenstoß vorbei. Eine beispiellose Aufrüstung der NATO und diese aggressive Sprache wird eine friedliche Nachbarschaft mit Russland verhindern.

Droht eine militärische Eskalation zwischen USA/EU und Russland/China?

Ben Hodges war bis 2017 Oberkommandant der US-Streitkräfte in Europa. Auf einer Tagung in Warschau 2018 urteilte Hodges auf die Frage, wann es Krieg mit Chinageben könnte „in 15 Jahren“. 2020 sagte er dem Schweizer Onlineportal „Watson“ an „Ich befürchte, dass es in den nächsten 10 Jahren zu einem Krieg zwischen USA und China kommen wird“. Hodges ist nicht allein in seiner Einschätzung. Mehrere Militärs neigen zu einer ähnlichen Prognose und die deutsche Militärministerin Kramp- Karrenbauer schickt schon mal die deutsche Fregatte „Bayern“ ins südpazifische Gewässer vor China.

Zweckpropaganda

Mit der ständigen Beschwörung einer äußeren Gefahr durch Russland und China in der Öffentlichkeit, ist es für das Militär und aggressive Außenpolitiker natürlich leichter von der Notwendigkeit höherer Militärausgaben, neuer Ausrüstung und moderner Kampftechnik zu überzeugen. 2020 hat Deutschland 51,4 Milliarden Euro für das Militär ausgegeben. Das Geld fehlt allen Regierungen für finanzielle Ausgleichsmaßnahmen zur Finanzierung eines sozial gerechten Klimaschutzes. Deshalb geht unsere Forderung an jede neue Bundesregierung:

„Abrüsten statt Aufrüsten!“

Die Veranstalter in Schwäbisch Hall: DGB-Kreisverband Schwäbisch Hall mit Unterstützung von: 3.-Welt-Laden, attac, club alpha 60, Die Linke, DKP, GEW, IG Metall, ISL, Naturfreunde, Solidarität International, verdi

Weitere Informationen von der Informationsstelle Militarisierung (IMI) Tübingen:

https://www.imi-online.de/

   Sende Artikel als PDF   

„Kein Sicht- und kein Lärmschutz“ – Hornberger Friedhof hat jetzt einen Zaun als Einfriedung – Trotzdem gibt es weiter Kritik

Der Friedhof im Kirchberger Teilort Hornberg hat jetzt wieder eine Einfriedung. Über ein Jahr lang war der Friedhof zur Straße hin offen. Diesen Zustand hatten Hornberger Bürgerinnen und Bürger heftig kritisiert (Hohenlohe-ungefiltert berichtete).

Von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

Erste Sitzung des Ortschaftsrats seit fast zwei Jahren

Auf der etwa 35 Meter langen Seite zur Straße hin steht jetzt ein zwei Meter hoher Metallzaun mit dunkelgrauen Gitterstäben. In seiner jüngsten Sitzung besprach der Ortschaftsrat von Hornberg wie die Sache mit dem Friedhof gelaufen ist. Es war die erste Sitzung des Gremiums seit Oktober 2019. Der Zuhörerraum im Bürgerhaus war voll besetzt.
In der letzten Sitzung vor der Corona-Krise fiel am 14. Oktober 2019 der Grundsatzbeschluss, die Tuja-Hecke zur Straße hin und seitlich bis zur Leichenhalle zu entfernen. „Als Ersatz sollte ein Zaun errichtet werden“, berichtet Hornbergs Ortsvorsteher Peter Krauß. „Für die Entscheidung ist der gesamte Ortschaftsrat verantwortlich“, sagte Ratsmitglied Rolf Baierlein vor kurzem in der Juli-Sitzung. „Die Hecke war schadhaft“, erläutert Ortsvorsteher Krauß. Im Februar 2020 – noch vor der Brutzeit der Vögel – sei sie „fristgerecht“ entfernt worden.

Klärung der Baugenehmigung dauerte zehn Monate

Weil der Friedhof im Außenbereich ist, sei für den Zaun eine Baugenehmigung erforderlich gewesen, sagt Krauß. Das zu klären, habe sich von März bis Dezember 2020 hingezogen. „Erst im Dezember 2020 war klar, dass wir bauen können“, berichtet der Ortsvorsteher weiter. Aber erst im Februar 2021 sei der Zaun bestellt worden. Offizielle Lieferzeit für die Bauteile: sechs Wochen. Laut Ortsvorsteher Krauß habe es aber etwa vier Monate gedauert bis der Zaun endlich eingetroffen sei. „Weil der Kirchberger Bauhof keine Zeit hatte, ihn aufzustellen, machte das dann meine Firma“, erklärt Ortsvorsteher Krauß, der neben seinem Hauptberuf als Rettungssanitäter noch eine Firma für Garten- und Landschaftspflege betreibt. Wenige Tage vor der Sitzung stand der Zaun endlich. „Damit wäre die Sache erledigt und abgearbeitet“, meint Krauß.

Lärm und fehlender Sichtschutz stören Trauernde

Das sehen viele Hornberger anders. Der neue Zaun sei zwar „optisch ansprechend“, war der Tenor bei den Zuhörerinnen und Zuhörern der Ortschaftsratsitzung. Kritisiert wurde wegen der nahegelegenen Straße aber der weiterhin fehlende Sicht- und Lärmschutz. Wenn Menschen am Grab ihrer Angehörigen trauerten, werde das als störend empfunden, lautet die fast einhellige Meinung. Die Urnengräber sind nur etwa drei Meter von der meistbefahrenen Straße des Ortes entfernt. Der in Hornberg wohnende Architekt Claus Krüger regte eine Wildhecke als Sichtschutz an. „Eine Wildhecke braucht zu viel Platz“, argumentierte Ortsvorsteher Krauß dagegen. Über weitere Alternativen wurde in der Sitzung nicht mehr gesprochen.

Friedhof beschäftigt Ortschaftsrat weiter

Mit der Entscheidung des Ortschaftsrats gegen eine Hecke waren die meisten Zuhörer nicht einverstanden. Möglich, dass sich einige Hornberger weiter für eine Hecke als Sicht- und Lärmschutz einsetzen. Die Pflanzzeit ist erst im Herbst und im Frühjahr. Ebenfalls noch unklar ist wie es mit den noch vorhandenen Pflanzen an den zwei anderen Seiten der Friedhofshecke weitergeht. Damit müsste sich der Ortschaftsrat in einer späteren Sitzung befassen. In die Diskussion darüber möchte die Evangelische Kirchengemeinde Kirchberg-Hornberg einbezogen werden. Das sei bei dem jetzigen Zaun „leider nicht der Fall gewesen“, kritisert Kirchengemeinderatsmitglied Marlies Krauß als Zuhörerin gegenüber dem Ortschaftsrat. Das Thema Friedhofshecke in Hornberg bleibt spannend.

Weitere Artikel über den Hornberger Friedhof in Hohenlohe-ungefiltert:

„Hornberger wegen Friedhof verärgert“ – Autos fahren nur wenige Meter an ungeschützten Urnengräbern vorbei – http://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=27972

„Friedhof in Kirchberg/Jagst-Hornberg ist weiterhin ohne Einfriedung zur Straße“ – Ortschaftsratssitzung wegen Formfehler abgesagt – http://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=28268

   Sende Artikel als PDF   

„BürgerInnensprechstunde mit Bundestagskandidat Cedric Schiele“ – Schwäbisch Haller Parteibüro der Linken im August 2021 mittwochs geöffnet

Auch im August 2021 ist das Büro der Partei DIE LINKE, Lange Straße 36, 74523 Schwäbisch Hall für Interessierte geöffnet. Jeden Mittwoch ist das Büro von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr offen und Bürgerinnen können vorbei kommen oder die Partei telefonisch erreichen (0791 978 141 44).

Von Die Linke Schwäbisch Hall und Hohenlohe

Stadt- und Kreisrätin Ellena Schumacher Koelsch

Am Mittwoch 4. August 2021 bietet der Bundestagskandidat von DIE LINKE, Cedric Schiele, von 16 Uhr bis 18 Uhr eine BürgerInnensprechstunde an. Am 25. August 2021 wird die Stadt- und Kreisrätin Ellena Schumacher Koelsch von 17 Uhr bis 18 Uhr für eine BürgerInnensprechstunde im Parteibüro sein.

Weitere Informationen und Kontakt:

https://die-linke-sha.de/

   Sende Artikel als PDF   

„Gefährder-Einstufung vom Tisch“ – Erfolg für Stefan Engel und die MLPD beim Verwaltungsgericht Meiningen

Die Verhandlung in der Klage von Stefan Engel gegen den Freistaat Thüringen endete am 3. August 2021 vor der 2. Kammer des Verwaltungsgerichts Meiningen mit einem vollen Erfolg für den Kläger.

Pressemitteilung der Partei MLPD und der Bewegung „Gib Antikommunismus keine Chance!“

Gerichtskosten muss Freistaat Thüringen bezahlen

Das Gericht stellte fest, dass der Gefährder-Brief gegen Stefan Engel vom 15. Mai 2018 rechtswidrig war. Die kompletten Kosten des Verfahrens muss der Freistaat Thüringen tragen. „Dieses Urteil ist zugleich ein großer Erfolg für die Bewegung ‚Gib Antikommunismus keine Chance!’“, so Gabi Fechtner, Parteivorsitzende der MLPD.

Rechtswidriges Gefährder-Schreiben

Rechtsanwalt Peter Weispfenning, der gemeinsam mit seinem Kollegen Frank Jasenski den Kläger vertrat, berichtet: „Die Vertreter des Freistaats Thüringen versuchten im Prozess den Gefährder-Brief als harmlosen Infobrief herunterzuspielen. Dagegen stellte das Gericht entschieden klar, dass der Brief vom 15. Mai 2018 ein rechtswidriges Gefährder-Schreiben war. Dieser wurde von der Beisitzenden Richterin Wimmer Punkt für Punkt widerlegt. Sie sagte, das ‚hört sich vielleicht beim ersten Lesen harmlos an, aber da stecken weitgehende Vorwürfe drin, wie Terrorunterstützer usw.‘ Sie warf die Frage auf, warum so ein Brief überhaupt an Stefan Engel gerichtet wurde, der weder für das Festival noch für den Auftritt der Band Grup Yorum Verantwortung hatte. Das Gericht klärte auch, dass Stefan Engel unter keinem Gesichtspunkt ein „Gefährder“ ist.“

Zur Fahndung ausgeschrieben

Die Vertreter der Landesregierung blieben jede überzeugende Antwort schuldig, was der eigentliche Grund ist, warum so gegen Stefan Engel vorgegangen wurde. Immerhin folgte daraufhin auch später die Kündigung seiner Konten und er wurde sogar vom Bundeskriminalamt auf Anweisung vom Bundesamt für Verfassungsschutz zur Fahndung ausgeschrieben.

In Thüringen sind die meisten neofaschistischen Konzerte

Der Kläger Stefan Engel, der auch einer der Initiatoren der Bewegung „Gib Antikommunismus keine Chance!“ ist, zeigte sich sehr zufrieden. „Ich begrüße, dass ich mit meiner Klage gegen den Freistaat Thüringen Recht bekommen habe. Das Pikante an der Sache ist: Die Thüringische Landesregierung unter Führung von Bodo Ramelow/ Die Linke gibt sich immer links. Aber Thüringen ist zum Beispiel das Bundesland mit den meisten neofaschistischen Konzerten. Dagegen wurde das antifaschistische Rebellische Musikfestival von der Polizei attackiert. Ich wurde ausgehend von Geheimdiensten und Polizei kriminalisiert und diffamiert. Die Staatsanwaltschaft Gera und die Generalstaatsanwaltschaft lehnten es ab, meine Anzeigen gegen die Verantwortlichen überhaupt zu verfolgen. Um so wichtiger das heutige Urteil.“

Ausdruck der Rechtsentwicklung

Im Prozess machte Stefan Engel auch deutlich, dass es hier nicht nur um ihn geht, sondern er griff die gesamte Gefährderbehandlung von fortschrittlichen Menschen als Ausdruck der Rechtsentwicklung an.

„Antikommunismus offensiv bekämpft“

Zirka 250 Menschen aus ganz Deutschland überbrachten schon morgens ihre Solidarität. Der Erfolg unterstreicht – so die MLPD – „wer offensiv gegen den Antikommunismus kämpft, kann auch gewinnen“.

Weitere Informationen und Kontakt:

MLPD, Member of ICOR, Zentralkomitee, Schmalhorststraße 1c, 45899 Gelsenkirchen

Telefon: 020995194-0

Fax: 02099519460

E-Mail: info@mlpd.de

Internet: www.mlpd.de

   Sende Artikel als PDF   

„Lesungen, Basteln, Harfenmusik, Jazz und Poesie“ – Literatur und Kulinarik in der Gaststätte Lindenau in Kirchberg/Jagst-Mistlau

Der Monat August wird dieses Jahr der Monat der Literatur und Kulinarik in der Gaststätte Lindenau in Kirchberg/Jagst-Mistlau. Für jeden ist was dabei, ob alt oder jung. Auch Kinder kommen auf Ihre Kosten auf dem kulinarischen Kulturbalkon. Außerdem gibt es immer leckere Speisen und frische Getränke.

Von der Gaststätte „Lindenau“ in Kirchberg/Jagst-Mistlau

Lesung mit Harfenmusik

Am Samstag 7. August 2021, um 19 Uhr: Lesung mit Harfenmusik von Nina Piorr.

Kinderbuch-Lesung „Die Schlafräuber“

Am Sonntag, 22. August 2021, um 15.30 Uhr: für alle Kinder ab sechs Jahren liest die Kirchbergerin Martina Kanold aus ihrem Buch „Die Schlafräuber“ vor, mit anschließendem Basteln auf dem Kulturbalkon.

Jazz und Poesie

Last but not least: am Samstag, 28. August 2021, um 19 Uhr: Jazz und Poesie mit ComboWabohu und Sabine Bölz

Weitere Informationen und Kontakt:

https://www.gasthauszurlindenau.de/veranstaltungenaa2a7860

   Sende Artikel als PDF   

„Das Schlimmste kommt erst noch“ – Klimawandel nimmt immer bedrohlichere Formen an – Kommentar von Paul Michel aus Schwäbisch Hall

Einen kommentierenden Artikel mit dem Titel „Klimawandel nimmt immer bedrohlichere Formen an – Das Schlimmste kommt erst noch“ hat Paul Michel aus Schwäbisch Hall geschrieben. Hohenlohe-ungefiltert veröffentlicht den Text in voller Länge.

Kommentar von Paul Michel, Schwäbisch Hall

Der Text entstand auf Grundlage von Diskussionen im „Netzwerk Ökosozialismus“ (Kontakt: info@netzwerk-ökosozialismus.de)

Noch nie dagewesenes Ereignis

Ende Juni/ Anfang Juli berichteten die Medien über eine Hitzewelle im Nordwesten der USA und im westlichen Kanada, die alle früheren Rekorde für hohe Temperaturen gebrochen hat. Ende Juni gab es in Seattle 40 Grad Celsius, in Portland, Oregon 46 Grad. Die Ortschaft Lytton wurde durch einen Waldbrand fast völlig zerstört. Vor der Brandkatastrophe hatte Lytton, das rund 260 Kilometer nordöstlich von Vancouver liegt, drei Tage in Folge Hitzerekorde verzeichnet. Das Thermometer zeigte nach Angaben der Wetterbehörde bis zu 49,6 Grad Celsius an, die höchste in Kanada jemals gemessene Temperatur. Hunderte sind schon gestorben an den Folgen der extremen Hitze. In Portland wurde der Stadtbahnverkehr eingestellt, weil die Stromkabel ausfielen. In Washington wurden Abschnitte der Autobahn I-5 gesperrt, weil der Straßenbelag aufquoll. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) handelt es sich bei der extremen Hitzewelle in Kanada und im Nordwesten der USA um ein «noch nie dagewesenes Ereignis» seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Eingestürzte Häuser – zahlreiche Tote und Verletzte

Zwei Wochen später, am 14. Juli 2021, bekamen auch die Menschen hierzulande die zunehmend zerstörerische Wirkung des Klimawandels zu spüren. Teile von Rheinland-Pfalz und NRW erlebten Starkregen in bisher nicht bekannter Form. Überschwemmte Straßen, gesperrte Bahnstrecken, eingestürzte Häuser, vollgelaufene Keller, umgekippte Bäume, zahlreiche Tote und Verletzte – eine bisher beispiellose Katastrophe, die über 150 Menschen das Leben kostete. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hegen aber keinen Zweifel: Es ist der menschengemachte Klimawandel, der Extremwetterereignisse häufiger und intensiver werden lässt. Klimaforscher gehen davon aus, dass derlei Extremwetterereignisse durch die menschengemachte Erderwärmung häufiger werden könnten. „Als Einzelereignis kann man das immer als Wetter abtun“, hatte Professor Mojib Latif Anfang der Woche in einem Interview mit dem WDR gesagt. Die Datenlage sei bisher schlecht. „Aber die neuesten Daten, die wir in den letzten Jahren gesammelt haben, deuten darauf hin, dass solche Extremniederschläge noch mal stärker ausfallen können. Wir beobachten auch in den letzten Jahren, dass es immer häufiger zu diesen sintflutartigen Niederschlägen mit Überschwemmungen kommt.“

Neue Normalität?

Manche Medien sagen, dies sei die neue Normalität. Aber das ist eher eine Verharmlosung der Lage. Denn dieser Zustand ist nicht stabil. Alles spricht dafür, dass die Häufigkeit und die Intensität von Extremwetterlagen in absehbarer Zeit weiter zunehmen werden. Ist diese Hitzewelle ein „Jahrtausendereignis“? Ja, aber nur, wenn man statt der nächsten tausend die letzten tausend Jahre betrachtet. Vieles spricht dafür, dass dies nur ein Durchgangspunkt zu noch schlimmeren Verhältnissen ist. Der IPCC warnt: Mehr Hitzewellen, mehr Hunger, überschwemmte Küstenorte, Artensterben. Ein Verfehlen des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens hat nach Einschätzung des Weltklimarates „irreversible Auswirkungen auf Menschen und ökologische Systeme“. Im Entwurf zu dem IPCC-Bericht, der vor kurzem bekannt wurde, gehen die Experten davon aus, dass eine Erderwärmung um zwei Grad etwa 420 Millionen Menschen zusätzlich dem Risiko von Hitzewellen aussetzt. “Das Schlimmste kommt erst noch und wird das Leben unserer Kinder und Enkel viel mehr betreffen als unseres“, heißt es in dem IPCC-Papier.

Peinlichkeiten, die tief blicken lassen

Angesichts der dramatischen Situation mahnen Klimaforscher: „Wir brauchen einen Turbo beim Klimaschutz“. Die Wirtschaftsbosse und die bürgerlichen Politiker treten in Sachen Klimaschutz auf das Bremspedal. Sie kündigen mit salbungsvollen Worten eine vermeintliche „Klimaneutralität“ in einer weit entfernt liegenden Zukunft an. Gleichzeitig schützen sie die Hauptverursacher des Klimawandels, wenn sie im Hier und Jetzt alles unterlassen, was möglicherweise der Industrie missfallen könnte. Greta Thunberg warf den PolitikerInnen und Mächtigen der Welt vor, sich nur als RetterInnen zu inszenieren statt tatsächlich die Klimakrise zu bekämpfen.

Für einen Politprofi peinliche Ausrutscher

Ein besonderes Exemplar dieser Spezies ist Armin Laschet, der Kanzlerkandidat von CDU/CSU und Ministerpräsident von NRW. Zahlreiche Äußerungen machten deutlich welch Geistes Kind er ist. Vor einiger Zeit sorgte er mit der Bemerkung „Aus irgendeinem Grund ist das Klimathema plötzlich ein weltweites geworden“ für einige Irritationen. Auch bei der Flutkatastrophe unterliefen ihm einige für einen Politprofi peinliche Ausrutscher, die tief blicken lassen. Während einer Rede von Bundespräsident Steinmeier in Erftstadt sieht man Armin Laschet so gar nicht betroffen, sondern lässig an einen Türrahmen gelehnt, lachend und mit Gesprächspartnern feixend. Die beispiellose Katastrophe, der Tod von mittlerweile über 150 Menschen ist für ihn kein Anlass, die von ihm verantwortete klimaschädliche Politik zu überdenken. “Weil jetzt ein solcher Tag ist, ändert man nicht die Politik“ erklärte er in einem Fernsehinterview.

Agenda Laschet: Mit der Industrie gegen das Klima

Tatsächlich hatte sich Laschet in den letzten Jahren ständig als Bremser beim Klimaschutz hervorgetan. Seine erste Amtshandlung als Ministerpräsident war die Abschaffung des Klimaministeriums in NRW. Als Regierungschef eines Kohlelandes hat Laschet den Kohleausstieg nicht gefördert, sondern tat sich im Konflikt um die Rodung des Hambacher Forsts für den Ausbau des Braunkohletagesbaus als eifriger Förderer der Interessen von RWE hervor. Für den Kohlekonzern RWE organisierte er im August 2018 – unter einem Vorwand – den größten Polizeieinsatz in der Geschichte seines Bundeslandes, um den Hambacher Forst am gleichnamigen rheinischen Tagebau räumen zu lassen.

Sechs Dörfer sollen noch abgebaggert werden

Nach dem Willen seiner Regierung sollen im rheinischen Revier bis 2028 noch mindestens 900 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert werden und damit auch 2385 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre geblasen werden – das ist mehr als der 3,2-fache Jahresausstoß der gesamten Bundesrepublik, der 2020 bei 739 Millionen Tonnen lag. Sechs Dörfer sollen dafür noch abgebaggert werden.

NRW hat nur zwölf Prozent Strom aus erneuerbaren Energien

Die erneuerbaren Energien führen in NRW noch immer ein Schattendasein. Ihr Anteil an der Stromerzeugung liegt bei 16 Prozent – gegenüber etwa 46 Prozent deutschlandweit. Entscheidend dazu beigetragen hat die rückwärtsgewandte Politik der Regierung Laschet: Tatsächlich aber schränkt das NRW-Klimaschutzgesetz den Bau von Windrädern massiv ein. Gemeinden können einen Mindestabstand von 1000 Metern zu Windrädern festlegen. Dies könnte dazu führen, dass der Bau von Windenergieanlagen nur noch auf 0,22 Prozent der Landesfläche möglich ist. Der 1000-Meter-Abstand gilt bereits für Ansammlungen von nur drei Häusern. Schlimmer noch: Die Regelung gilt nicht nur für neu zu bauende Windräder, sondern auch für das so genannte Repowering, d.h. den Austausch von alten Windrädern gegen neue. Das bedeutet, dass Windkraftanlagen, die ihr EEG-Förderungsende erreicht haben, nicht mehr durch neue ersetzt werden können. Armin Laschet (CDU) macht Nordrhein-Westfalen zur Verbotszone für Windräder. Es gibt in Deutschland kein Bundesland, das so viel Strom aus Kohle erzeugt wie NRW. 2017 waren es mehr als 65 Prozent (neuere Zahlen liegen nicht vor). Die erneuerbaren Energien kamen dagegen nur auf zwölf Prozent.

Quasi-religiöser Raserfundamentalismus

Im Verkehrsbereich, der laut Umweltbundesamt für rund 20 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich ist (davon mit 72 Prozent der Großteil aus dem Straßenverkehr) frönt Laschet einen quasi-religiösen Raserfundamentalismus. Selbstverständlich ist er gegen das Tempolimit von 130. Auch in der Frage möglicher Fahrverbote für Dieselstinker in Städten wegen schlechter Luft vertritt Laschet die Interessen der Autoindustrie. Der CDU-Abgeordnete Rainer Deppe jubilierte: Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) habe immer gesagt, er werde alles tun, um Fahrverbote zu verhindern, „und er hat nicht aufgegeben, er hat es geschafft“.

Eher als Drohung zu verstehen

Angesichts dieser Verdienste von Laschet um die Verhinderung von Umweltschutzmaßnahmen, ist das, was der Noch-Ministerpräsident und mögliche künftige Bundeskanzler in einem Interview mit der „Wirtschaftswoche“ erklärte, als Drohung zu verstehen: „Wir regieren NRW so, wie ich es mir auch für den Bund vorstellen würde“.

Um Gunst der Industrie geworben

Laschet ist zwar extrem. Aber auch seine zwei Konkurrentinnen um das Kanzleramt, SPD-Kandidat Scholz und Anna-Lena Baerbock von den Grünen stehen nicht für eine grundsätzlich andere Politik. Bei dem vom „Bundesverband der deutschen Industrie“ organisierten „Tag der deutschen Industrie“ veranstalteten die drei Spitzenkandidatinnen ein Schaulaufen, bei dem sie um die Gunst der Industrie für ihre Vorstellungen warben. Gleichzeitig versicherten sie: Ohne die Industrie können die Klimaziele nicht erreicht werden. Entsprechend besteht ihre Politik vor allem darin, so zu tun als würden sie handeln, während sie gleichzeitig ihrer Klientel den Rücken frei halten.

Lehren aus der Tragödie

Über die dringend notwendige unmittelbare Solidarität mit den Opfern hinaus müssen wir Lehren aus der Tragödie ziehen. Lektion Nr. 1 ist, dass es ernst ist und keine Minute mehr zu verlieren ist. Es müssen dringend energische Maßnahmen ergriffen werden, um die Klimakatastrophe zu stoppen, sonst werden auf diese Katastrophe in immer kürzeren Zeitabständen noch schlimmere Katastrophen folgen. Lektion Nr. 2 ist, dass wir keinen Grund haben, den Regierungen zu vertrauen. Sie erzählen uns seit über 30 Jahren, dass sie Maßnahmen gegen den Klimawandel ergreifen, Fakt ist, dass sie so gut wie nichts zur Verhinderung des Klimawandels getan haben. Im Gegenteil: Ihre neoliberale Sparpolitik, ihre Privatisierungen, ihre Maßnahmen zur Gewinnmaximierung für Stromkonzerne, die auf Kohle setzen, ihre schützende Hand für die Autokonzerne, ihre Politik der Verhinderung einer Verkehrswende und ihre Förderung von Agrarkonzernen haben uns an den Rand des Abgrundes gebracht.

Real existierender Kapitalismus ist ein fossiler Kapitalismus

In den kommenden Tagen werden wir die Herrschenden mit den Händen auf dem Herzen schwören hören, dass die dramatischen Überschwemmungen ihren Wunsch bestärken, den Kapitalismus zu begrünen. Tatsache aber ist: Der real existierende Kapitalismus ist gerade auch ein fossiler Kapitalismus. Ein Wirtschaftssystem, das auf permanentem Wachstum, Profit und Konkurrenz beruht, kann nicht in Einklang mit einem nachhaltigen, sorgsamen Umgang mit der Natur gebracht werden.

Klimabilanz bei der Herstellung von E-Autos ist katastrophal

Erforderlich ist der vollständige Ausstieg aus der Autogesellschaft, weg vom Verbrenner. Ein einfaches 1:1-Ersetzen der heutigen „schmutzigen“ Autos mit Verbrennungsantrieb durch angeblich saubere E-Autos ist keine Lösung. Auch E-Autos haben einen horrenden Flächenverbrauch und verstopften Straßen und Autobahnen. Die Klimabilanz bei der Herstellung von E-Autos ist katastrophal. Die Gewinnung der für die Produktion von Batterien erforderlichen Rohstoffe (Lithium, Kobalt, seltene Erden, Kupfer) bringt dramatische ökologische Verwerfungen mit sich. Eine massenhafte E-Auto-Produktion würde zudem weiterhin eine große fossile Erdölwirtschaft benötigen, denn die Autos haben heute einen 50-prozentigen Kunststoff-Volumenanteil (Reifen, Armaturen, Sitze etc.). Und allein der Autoverkehr verursacht laut Daten des Fraunhofer Instituts giftigen Feinstaub durch Reifen- und Fahrbahnabrieb. Mit jährlich 130.000 Tonnen keine Petitesse.

Nulltarif für den gesamten ÖPNV

Die Alternative zum heute ungehemmten Automobilismus ist der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel (Busse, Straßenbahnen, Züge) und eine energische Förderung des Fahrradfahrens. Zudem brauchen wir den Nulltarif für den gesamten ÖPNV. Aus ökologischen Gründen gilt, dass die Zahl der Autos drastisch verringert werden muss. Die aktuellen Arbeitsplätze in der Autoindustrie werden gesichert durch die Umstellung der Produktion auf öffentliche Verkehrsmittel (Busse, Straßenbahn, Eisenbahn) und durch den Ausbau der Bahninfrastruktur. Spätestens nach der Beendigung dieser großen Infrastrukturaufgabe benötigen wir dringend eine Arbeitszeitverkürzung. Das gilt auch, weil wir aus ökologischen Gründen aus dem kapitalistischen Hamsterrad bestehend aus immer mehr Produktionswachstum aussteigen müssen. So müssen wir den Umfang der Konsumwegwerfgüter deutlich reduzieren. Und wir müssen rasch die Chemieindustrie und die Stahlindustrie auf erneuerbare Energien und grünen Wasserstoff umstellen. Schon hören wir die Klagen der Kapitalkreise und der Politiker über die hohen Kosten. Darauf kann nur mit den Worten des Kieler Klimawissenschaftlers Latif geantwortet werden: „Wir sollten nicht fragen, was uns der Klimaschutz kostet. Denn die Klimaveränderung kostet uns schon heute Milliarden. Sondern wir müssen uns fragen: Was kostet es uns, wenn wir nicht handeln.“ Allein die Versicherungen rechnen nach der Flutkatastrophe mit Schadenszahlungen von rund fünf Milliarden Euro. Dazu kommen noch Kosten von Bund und Ländern für Wiederaufbaumaßnahmen an der zerstörten Infrastruktur.

Kohleausstieg ginge schon zehn Jahre früher

Handeln müssen wir auch beim Ausstieg aus der Stromerzeugung mit fossilen Energien und zwar so schnell wie möglich. Der von der Merkel-Regierung beschlossene Ausstieg aus Kohleverbrennung erst in 2038 ist ein böser Witz. Es geht mindestens zehn Jahre früher. Und es müssen endlich die Bremsen gelöst werden beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Merkel-Regierung, aber auch Laschet und Söder, haben in den letzten zwei Jahren ungerührt zugeschaut, wie als Ergebnis ihrer Politik zehntausende Arbeitsplätze in der norddeutschen Windenergie kaputt gemacht wurden. Das muss ein Ende haben.

Breite und dynamische Bewegungen schaffen

Wenn wir die CO2-Emissionen nicht stoppen, wird die Erde in eine Heisszeit abkippen – was für Menschen, Tierwelt und Flora katastrophale Folgen haben wird. Gegen die geballte Macht dieser Konzerne und ihrer dienstbaren Politiker helfen keine Appelle an deren Einsicht. Stattdessen kommt es darauf an, breite und dynamische Bewegungen zu schaffen, um effektive Maßnahmen gegen den Klimawandel durchzusetzen. Wir brauchen eine entschlossene, radikale Politik, die dem Ernst der Lage gerecht wird. Dabei kommen wir gar nicht darum herum, immer wieder die „Systemfrage“ stellen.

Systemwandel statt Klimawandel

Ökosozialismus statt Barbarei

   Sende Artikel als PDF   

„Pete Gavin und Duo Tirando“ – Zwei Konzerte zum Abschluss der Sommersaison im Gleis 1 in Waldenburg

Mit zwei erstklassigen Konzerten endet die Gleis-1-Sommersaison 2021. Am Freitag, 23. Juli 2021, ab 20.30 Uhr spielt wieder der Londoner Bluesman Pete Gavin in Waldenburg. Das Gitarrenkonzert mit dem Duo Tirando beginnt am Samstag, 24. Juli 2021, ab 20.30 Uhr.

Vom Kulturbahnhof Gleis 1 in Waldenburg

Unglaubliches Gitarre- und Mundharmonika-Spiel

Pete Gavin widmet sich seit mehr als 50 Jahren seiner Musik und hat neben seiner eindringlichen Blues-Stimme und seiner Mundharmonika eine echte Dobro-Metallgitarre. Erinnerungen an alte Bluesveteranen wie Sonny Boy Williamson und Robert Johnson, den frühen Muddy Waters werden zum Leben erweckt. Seine Karriere begann in der Folk-Blues-Szene rund um Soho – Bunjies, Troubadour, Marquee – spielt mit Leuten wie Spencer Davies. Die Straße wurde zur harten Schule für sein unglaubliches Gitarre- und Mundharmonika-Spiel.

Ehrlich und ohne technischen Firlefanz

Das Gitarrenkonzert mit dem Duo Tirando beginnt am Samstag, 24. Juli 2021, ab 20.30 Uhr im Gleis 1 in Waldenburg. Über alle Stilebenen hinweg bringen Wolfgang Gutscher und Michael Breitschopf ein Programm auf die Bühne. Von temporeichen Eskapaden aus alten Stilepochen, über Gypsy und Samba-Rhythmen bis hin zu Balladen der jüngeren Singer/Songwriter geht das Repertoire. Bei diesem Duo wird nicht nur Gitarre gespielt, sondern auch noch mit viel Leidenschaft und zwei völlig verschiedenen, aber trotzdem harmonierenden Stimmen, gesungen. Diese Musik ist ehrlich und ohne technischen Firlefanz: Fingerstyle Gitarre, Finger Picking, Guitarra Tyrando.

Weitere Informationen über das Gleis-1-Programm im September im Internet und Kontakt:

https://www.gleis1.net/programm/september/

Nach der Sommerpause geht es im Gleis 1 in Waldenburg am Freitag, 17. September 2021, ab 20.30 Uhr weiter mit „Violette – Geschichten und Songs“. Am Samstag, 18. September 2021, ab 20:30 Uhr, geht es weiter mit „Schirneck & Keune – A Tribute to Neil Young“

https://www.gleis1.net/programm/september/

   Sende Artikel als PDF   

„Über linke Klimaschutzpolitik diskutieren“ – Offenes linkes Treffen in Crailsheim

Über linke Klimaschutzpolitik wird beim „offenen linken Treffen“ am Montag, 26. Juli 2021, ab 19 Uhr diskutiert. Treffpunkt ist im Gasthaus Wasserturm, Horaffenstraße 39, in Crailsheim.

Cedric Schiele, Kreissprecher Die Linke Schwäbisch Hall und Hohenlohe

Welche Konsequenzen aus den Katastrophen ziehen?

Gemeinsam wollen wir darüber sprechen, wie linke Klimaschutzpolitik aussehen kann und welche Konsequenzen aus den derzeitigen Katastrophen gezogen werden müssen.

Weitere Informationen und Kontakt:

https://die-linke-sha.de/bundestagswahl-2021/

   Sende Artikel als PDF   

„#StolenMemory“ – Ausstellung in Schwäbisch Hall über Nazi-Raubgut

Zur Eröffnung der Wanderausstellung „#StolenMemory“ lädt die KZ-Gedenkstätteninitiative Hessental am Freitag, 30. Juli 2021, um 18 Uhr auf den Haalplatz beim Haalbrunnen in Schwäbisch Hall ein. Zur Ausstellungseröffnung spielt die Band ewo2 [elektronisches Weltorchester aus Mannheim] internationale Lieder gegen Faschismus und Krieg sowie aktuelle eigene Songs.

Von Siegfried Hubele, KZ-Gedenkstätten-Initiative Schwäbisch Hall-Hessental

Nazis raubten KZ-Häftlingen wertvolle Gegenstände

Die Ausstellung „#StolenMemory“ ist in Schwäbisch Hall von Samstag, 30. Juli 2021 bis Dienstag, 10. August 2021, täglich von 13 Uhr bis 19 Uhr geöffnet. Die „Arolsen Archives – International Center on Nazi persecution“ präsentieren in Zusammenarbeit mit der KZ Gedenkstätte Hessental eine Ausstellung über persönliche Gegenstände, die KZ-Häftlingen und ZwangsarbeiterInnen von den Nazis geraubt wurden. Die Arolsen Archives sind seit Jahren bemüht, Angehörigen diese Gegenstände zurück zu geben. In der Ausstellung werden auch einige Schicksale von Häftlingen und ZwangsarbeiterInnen vorgestellt.

Den Angehörigen die Erinnerungsstücke zurückgeben

Ob Uhren, Eheringe, Brieftaschen, Modeschmuck, Brillen oder Fotos mit Widmungen, die Nationalsozialisten nahmen Häftlingen bei ihrer Einlieferung in die Konzentrationslager jede persönliche Habe ab. 4700 Umschläge mit diesen so genannten Effekten kamen 1963 nach Arolsen in das umfangreichste Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Der Auftrag war und ist, dieses Raubgut an die Überlebenden oder Angehörigen der Opfer zurückzugeben. Denn die Gegenstände erzählen von den Menschen, die sie einst besessen haben, und sind oft das einzige Erinnerungsstück an einen geliebten Menschen. Es ist eine Detektiv-Arbeit, die wir seit 2016 mit viel Engagement und der Unterstützung vieler Freiwilliger neu aufgegriffen haben. Die Ausstellung #StolenMemory tourt nun und berichtet davon. Jede/r kann mitmachen und uns helfen, die Gegenstände in die Hände der Familien zu geben.

Floriane Azoulay,
Direktorin der Arolsen Archives

Machen Sie mit!

Helfen Sie dabei, die von den Nazis gestohlenen Erinnerungsstücke in die richtigen Hände zu geben! Es ist eine Arbeit gegen die Zeit. Mit etwas Spürsinn, Durchhaltevermögen und vor allem Interesse für Ihre Landesgeschichte und die Geschichte der NS­-Verfolgung können Sie einen wichtigen Beitrag zur Erinnerung an die Verfolgten leisten. In unserem Online-Archiv finden Sie Fotos aller in den Arolsen Archives aufbewahrten Effekten und die Namen der BesitzerInnen. Im Online-Archiv können Sie anhand der Namen direkt weiter recherchieren (aroa.to/archiv). Auf unserer Website haben wir eine Reihe nützlicher Tipps und Hinweise zusammengestellt, wie Sie bei Ihrer Recherche vorgehen können (aroa.to/mitmachen). Ein guter Einstieg für die Recherche kann außer­dem die von den Arolsen Archives entwickelte georeferenzierte Karte zu den Geburts­- und letzten Wohnorten der Effektenbesitzerinnen sein. Oft ist der regionale Bezug ein spannender erster Schritt, um sich auf die Suche zu begeben (aroa.to/map)

Weitere Informationen und Kontakt:

Arolsen Archives
International Center on Nazi Persecution
Große Allee 5-9
34454 Bad Arolsen
Germany

Telefon: +49 5691 629-0

Fax: +49 5691 629-501

E-Mail: pr@arolsen-archives.org

Internet:

arolsen-archives.org

stolenmemory.org

Folge uns auf

facebook.com/arolsenarchives

instagram.com/arolsenarchives

twitter.com/arolsenarchives

Internet: https://stolenmemory.org/

Pressemitteilung der Arolsen Archives zur Ausstellung über persönliche Gegenstände von KZ-Häftlingen in Schwäbisch Hall

Die Arolsen Archives eröffnen am Freitag, 30. Juli 2021, um 18 Uhr in Schwäbisch Hall die Open-Air-Wanderausstellung „#StolenMemory“. Im Mittelpunkt stehen der letzte Besitz von KZ-Inhaftierten und die Frage, wie es heute noch gelingt, diese sogenannten Effekten an Familien der Opfer zurückzugeben.

Zu sehen ist die Ausstellung in einem aufklappbaren Übersee-Container auf dem Haalplatz vor dem Haalbrunnen.

„Effekten“ sind persönliche Gegenstände, die Häftlinge bei ihrer Ankunft in den Konzentrationslagern von den Nationalsozialisten abgenommen wurden. Oft waren es Eheringe, Uhren, Füller oder Brieftaschen mit Fotos. #StolenMemory ist eine Kampagne der Arolsen Archives zur Rückgabe dieser persönlichen Gegenstände an die Angehörigen. Über 500 Familien konnten seit dem Start der Kampagne 2016 bereits gefunden werden. Die Ausstellung zeigt Bilder solcher „Effekten“ und erzählt vom Schicksal von zehn NS-Verfolgten.

Das Ziel der Ausstellung: Aufmerksamkeit und Unterstützung

Unter der Überschrift „Gefunden“ lenkt die Ausstellung den Blick auf persönliche Gegenstände, die bereits zurückgegeben werden konnten. Sie berichtet vom Verfolgungsweg der einstigen Besitzerinnen und den Rückgaben an ihre Familien heute. Mit dem Smartphone können die BesucherInnen über eine App Videoportraits aufrufen, in denen die Angehörigen selbst zu Wort kommen.

Arolsen Archives bei der Rückgabe der Effekten unterstützen

Unter der Überschrift „Gesucht“ werden „Effekten“ gezeigt, die noch auf ihre Rückgabe warten. Eine wichtige Botschaft ist deshalb auch: Jede/r kann die Arolsen Archives bei der Rückgabe der Effekten unterstützen und sich selbst auf Spurensuche nach den Verfolgten und ihrer Familien begeben. Denn noch immer bewahrt das Archiv gestohlene Erinnerungsstücke von knapp 2.500 Personen aus ganz Europa auf.

Der emotionale Wert der Effekten

„Viele Opfer der Nationalsozialisten hinterließen keine materiellen Spuren für ihre Familien, weil die Nationalsozialisten ihnen alles nahmen“, so Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives. Die Rückgabe der Effekten sei für die Angehörigen deshalb oft sehr unerwartet: „Einige von ihnen wissen nichts oder nur wenig über diesen Teil der Lebensgeschichte ihrer Großeltern, Eltern, Onkel und Tanten.“ Umso wichtiger sei es, dass die Gegenstände in die Familien zurückkehrten.

Ausstellung findet ihre Fortsetzung in Schwäbisch Hall

„Für die KZ-Gedenkstätte waren die Besuche und Kontakte mit den Arolsen Archives von großer Bedeutung. Wir konnten zum Beispiel mit Hilfe der Dokumente aus Arolsen den gequälten, misshandelten und ermordeten KZ-Häftlingen des Außenlagers Hessental durch eine Gedenkplatte auf dem ehemaligen Appellplatz ihre Namen und Identitäten zurückgeben“, erklärt Siegfried Hubele von der KZ-Gedenkstätten-Initiative Hessental. „Wir wissen aus Archivmaterial, dass auch bei exhumierten Toten des „Hessentaler Todesmarsches“ Fotos, Brieftaschen, Urkunden und andere Gegenstände gefunden wurden. Offensichtlich ist es einigen Häftlingen gelungen, persönliche Gegenstände vor den Nazis zu verstecken. Solche Effekten warten in Arolsen immer noch auf eine vielleicht mögliche Rückgabe an Angehörige. Dazu will auch die Initiative KZ-Gedenkstätte Hessental mit der Präsentation der Ausstellung #StolenMemory beitragen.“

Ausstellung und Website

Seit August 2020 reist die #StolenMemory-Ausstellung durch Deutschland. Das Projekt konnte von den Arolsen Archives dank der Fördermaßnahme „Kultur in ländlichen Räu-men“ (Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien) umgesetzt werden. Auf Grund der großen Nachfrage gibt es seit 2021 einen zweiten Container, der nun auch größere Städte ansteuert.

Material für Schulen und andere Bildungseinrichtungen

Begleitend zur Ausstellung bietet die Website stolenmemory.org interessante Einblicke: Kurze, animierte Filme mit ergänzenden Webstories erzählen von individuellen Schicksalen. Diese Materialien wurden speziell für Jugendliche entwickelt und im Juni 2021 mit dem Grimme-Online-Award in der Kategorie „Wissen und Bildung“ ausgezeichnet. Auf der Website steht zudem umfangreiches pädagogisches Material zum kostenlosen Download zur Verfügung, das von Schulen und Bildungseinrichtungen auf allen Stationen der Wanderausstellung genutzt werden kann.

Kurzinformationen zur Ausstellung in Schwäbisch Hall:

Wo: Am Haalplatz, 74523 Schwäbisch Hall

Eröffnung: Freitag, 30. Juli 2021, 18 Uhr
Wann: Samstag, 31. Juli bis Mittwoch, 11. August 2021

Öffnungszeiten: täglich von 13 Uhr bis 19 Uhr

Link zur Website #StolenMemory:

https://stolenmemory.org/

   Sende Artikel als PDF