„Die Weichen für eine nachhaltige Entwicklung in Crailsheim werden jetzt gestellt“ – Interview mit OB-Kandidat Rudolf Michl (SPD)

Rudolf Michl will Oberbürgermeister in Crailsheim werden.

Ministerialrat Rudolf Michl will Oberbürgermeister der Stadt Crailsheim werden.

Hohenlohe-ungefiltert hat Rudolf Michl (SPD) nach dem ersten Wahlgang in Crailsheim sieben Fragen gestellt. Lesen Sie das Interview mit dem OB-Kandidaten auf dieser Seite. Rudolf Michl hat im ersten Wahldurchgang am 8. November 2009, 30,3 Prozent der Wählerstimmen erreicht. Polizeidirektor Günther Freisleben (CDU) kam auf 45,8 Prozent. Wilfried Kraft (Grüne) erreichte 19,5 Prozent und zog wenige Tage später seine Bewerbung für den zweiten Wahlgang am 29. November 2009 zurück. Hohenlohe-ungefiltert hat bisher darauf verzichtet, weitere Fragen an Günther Freisleben zu stellen, da der Kandidat noch nicht die Fragen vom 23. Oktober 2009 beantwortet hat.

Von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

Sind Sie Beamter – wenn ja, Landesbeamter oder Bundesbeamter? Oder Angestellter?

RUDOLF MICHL: Nach meiner Versetzung als Bundesbeamter aus dem Bundesdienst bin ich Landesbeamter.

In welcher Besoldungsstufe ist ein Ministerialrat in Sachsen/Anhalt: Unsere bisherigen Informationen lauten B1 oder B2?

Ministerialräte gibt es auch in A16. Ich werde nach B2 besoldet.

Ein OB in Crailsheim wird nach derzeitigem Stand in der ersten Amtszeit nach B5 bezahlt und in der zweiten nach B6. Wie wichtig ist Ihnen bei Ihrer Bewerbung die bessere Bezahlung als OB?

Die Entscheidung, sich für so ein wichtiges und anspruchsvolles Amt zu bewerben, kann man nicht allein an der Bezahlung festmachen. Da spielen wichtige Faktoren mit: Vor allem die persönliche Eignung für eine derart bedeutende Aufgabe, der enorme Gestaltungsspielraum eines Oberbürgermeisters ganz speziell in einer Stadt mit großen Potenzialen wie Crailsheim. Nicht zuletzt die familiäre Situation, kurz gesagt, trägt die Familie die Entscheidung mit.

Haben Sie bis zum 29. November 2009 Urlaub genommen (bezahlt oder unbezahlt) – oder arbeiten Sie bis zum zweiten Wahlgang wieder in Dessau? Sind Sie dann zum Wahlkampf nur noch an den Wochenenden in Crailsheim?

Bis zum Wahltag am 29.11.2009 werde ich nur wenige Tage in Magdeburg Dienst tun. Die meiste Zeit bin ich hier in Crailsheim präsent – das können die Bürgerinnen und Bürger Crailsheims von mir erwarten. Für den Wahlkampf habe ich meinen Jahresurlaub genommen.

Durch was wollen Sie versuchen, die Kraft-Wähler auf Ihre Seite zu ziehen – was sind Ihre Argumente für diese Wählergruppe, Sie zu wählen?

Wer im ersten Wahlgang Kraft gewählt hat, kann im zweiten Wahlgang getrost Michl wählen. Zudem biete ich allen Bürgerinnen und Bürgern Crailsheims mit meiner Person die Möglichkeit, einen Oberbürgermeister zu wählen, der unabhängig von örtlichen Einzelinteressen ausschließlich für das Gemeinwohl der ganzen Stadt arbeiten wird. Zudem habe ich in meinem beruflichen und ehrenamtlichen Tun mit Glaubwürdigkeit und Durchsetzungsvermögen überzeugen können.
 Ich will vor allem deutlich machen, dass für eine nachhaltige Entwicklung in die Zukunft die Weichen für Crailsheim jetzt gestellt werden.

Die Mehrheit der Crailsheimer ist am 8. November 2009 nicht zur Wahl gegangen (rund 57 Prozent). Durch welche Argumente wollen Sie die bisherigen Nicht-Wähler zur Wahl animieren und insbesondere dazu bringen, Sie zu wählen?

Eigentlich sollte die Oberbürgermeisterwahl als Persönlichkeitswahl die Bürgerinnen und Bürger in besonderer Weise ansprechen. Dass dies im ersten Wahlgang nicht ausreichend gelungen ist, macht die Mehrheit der Wahlberechtigten deutlich, die nicht zur Wahl gegangen sind. Crailsheimerinnen und Crailsheimer will ich vor allem durch so viele persönliche Gespräche wie möglich von mir überzeugen. Meine berufliche Qualifikation und breite Erfahrung machen mich zu dem Fachmann unter den Kandidaten und ich werde Crailsheim als Oberbürgermeister in eine gute Zukunft führen.

Denken Sie, dass Ihnen eine höhere Wahlbeteiligung eher nützt als Ihrem/Ihren Konkurrenten?

Eine höhere Wahlbeteiligung ist gut für die Legitimation des künftigen Oberbürgermeisters und gut für die Stadt Crailsheim, in der sich die Bürgerinnen und Bürger ihren zukünftigen Oberbürgermeister auswählen können.

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6 Gedanken zu „„Die Weichen für eine nachhaltige Entwicklung in Crailsheim werden jetzt gestellt“ – Interview mit OB-Kandidat Rudolf Michl (SPD)

  1. Herr Michl ist zweifellos ein respektabler Kandidat und trotz, dass er im schwarzen Hohenlohe antritt nicht chancenlos.

    Jedoch er sollte nicht denken, dass er im Schlafwagen OB von Crailsheim werden kann. Er wäre gut beraten, würde er konkretere Aussagen zu lokalpolitischen Themen machen. Herr Kraft hat hier in seinem Wahlkampf beispielhaft etliche Themen angesprochen, die noch von keinem der verbliebenden Kandidaten ernsthaft aufgegriffen wurde. Warum nimmt diesen Steilpass keiner auf? Keinesfalls sollte sich Herr Michl dabei auf die Hilfe der SPD Crailsheim verlassen, er wäre verlassen. Nach meinem Eindruck ist diese Ortsgruppe in einem noch desolateren Zustand als die Bundespartei. Die Kärnerarbeit des Wahlkampfes ist die Sache der Meinungsführer in der SPD Crailsheim nicht. Bislang war die SPD Crailsheim noch nicht in der Lage auf ihrer Homepage die Wahl des OB zu erwähnen, Plakate wurden nur verspätet geklebt, ein einsamer Kandidat verteilt Flyer etc….

    Macht Herr Michl aber endlich Sachaussagen und einen Wahlkampf, der sich Wahlkampf nennen darf, hat er sehr gute Chancen.

    Nach meinen Beobachtungen spielt ihm auch der Kandidat Freisleben in die Karten. Es macht sich bei den Crailsheimern eine massive Gegenstimmung gegen diesen Kandidaten breit. Transparenz in allen Angelegenheiten wird verkündet, in eigenen Angelegenheiten werden die bisherigen Ungereimtheiten aber großzügig ausgeblendet. Zu allen kritischen Fragen seiner Aussagen, der Interessenkonflikte und seines Verhaltens betreffend geht der Kandidat Freisleben auf Tauchstation. Da ist Filzverdacht schon vor der Wahl nicht weit gegriffen.

  2. Was hat denn den Herrn Michl dazu bewogen damals von der EX-BRD in die EX-DDR zu gehen ? Das müssen ja „besondere“ Gründe gewesen sein wenn man das eintauscht.

  3. Na ja, mein Idealkandidat ist er vielleicht nicht gerade – aber es gibt schlimmere. Und einen kenn ich. Deshalb, weil’s halt sein muß: am 29. MICHL-angelo! 🙂 Besser als der Mann im Bullenpelz 🙁

  4. Herr Michl ist sich seiner Sache ja schon ziemlich sicher, dass er alle Stimmen die Herr Kraft bekommen hat, er jetzt bekommen wird. So überzeugt bin ich auch nicht von Michls Argumenten da ist Herr Freisleben glaubwürdiger.Mir kommt das ganze vor wie eine Schlacht gegen einen und nicht wie ein fairer Wahlkampf.

  5. Hab mal wieder hier reingeguckt. Schon lustig, was abgeht in merry old CRailsheim.

    Herr Egolf hat recht. Michl hat zu wenig Programm. Kraft ein gutes. Aber warum geht Michl nicht mal auf http://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=4865 ? Dort habe ich den Ansatz eines Programms veröffentlicht – von dem man viel später dann auch bei Kraft fand – mit dem sich jeder rot-grüne Wähler, wie ich meine, identifizieren kann. Haben mir jedenfalls etliche gesagt. Warum kupfert er nicht einfach (evtl. nur Teile) daraus ab? Die SPD würde dann wieder ihrem Ruf als Programmpartei gerecht werden können.

    Jedenfalls, diejenigen, denen das zugesagt hat, sollten am 29. den Michl wählen.

    Entschuldigung, bitte, wenn ich mich auf diese Weise selbst gelobt habe. Aber die Kritik an der Programmlosigkeit bleibt, und einen „Steilpass“, wie Tristan Egolf gesagt hat, sollte man gekonnt annehmen und dann im Tor versenken.

    Ob er ein Idealkandidat ist – na ja, es gibt meines Erachtens nach keine guten, also schon gar keine idealen Politiker. Nur mehr oder weniger schlechte.

    Sehr schlecht sind zum Beispiel Aufräumer, Sheriffs (nichts gegen unsere Polizeibeamten, die wirklich Recht und Gesetz zur Geltung verhelfen, aber bei den Grünen sind leider überproportional viele schwarzen Schafe 🙂 ) und Brandstifter.

    Und was die Polemik da oben angeht, es hat viele idealistische Menschen gegeben, die den Bürgern in der ehemaligen DDR nach vierzig Jahren einer menschenverachtenden Diktatur geholfen haben, ihre Würde zurückzugewinnen und ihnen beim Aufbau zu helfen. Nicht zuletzt auch gegen arrogante Besserwessis beizustehen.

    Hochachtung vor Rudolf Michl!

    Deshalb am 29. MICHL-Angelo (Der Nick hat mir so gefallen, da konnte ich nicht widerstehen)

  6. „Strohmi“ hat mit jedem Satz recht,
    mehr möchte ich dazu gar nicht mehr
    sagen.
    Geht wählen – jede einzelne Stimme
    kann entscheidend sein. Diese Wahl
    ist noch wichtiger als die am
    08.11.09.

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