Stellungnahme der AWV-Fraktion im Crailsheimer Gemeinderat zum Rücktritt des Crailsheimer Oberbürgermeisters Andreas Raab – „Ein verantwortlich handelnder Oberbürgermeister hätte die Interessen der Stadt über seine eigenen Interessen gestellt“

Stellungsnahme der AWV-Fraktion im Crailsheimer Gemeinderat vom 2. Juli 2009 zum Rücktritt des Crailsheimer Oberbürgermeisters Andreas Raab:

1. Herr Oberbürgermeister Raab hat mit seinen Aussagen den Ruf von Stadträten, Stadtrat und der Stadt Crailsheim nachhaltig geschädigt. Er handelte so, wie er es anderen zum Vorwurf macht.

2. Die Stellungnahme der AWV zum Waffendiebstahl hat den Oberbürgermeister zur Aufklärung über den Sachverhalt aufgefordert und nicht zum Rücktritt. Zwischen der Pressemitteilung der AWV und dem Rücktritt gab es weder sachlich noch zeitlich einen Zusammenhang. Der Oberbürgermeister hatte gegenüber dem Regierungspräsidenten seinen Rücktritt bereits einen Tag zuvor erklärt.

3. Herr Oberbürgermeister Raab wollte vor den Stadtratsitzungen Entscheidungen klären. Für die AWV ist der Stadtrat Ort der politischen Diskussion und Entscheidung. Dort findet die demokratische Entscheidungsfindung statt.

4. Das Klima im Stadtrat war für die AWV bis zum Rücktritt des Oberbürgermeisters im Wesentlichen sachlich und geschäftsmäßig. Der Stadtrat war ein arbeitsfähiges Gremium.

5. Ein verantwortlich handelnder Oberbürgermeister hätte nach Auffassung der AWV

– die Interessen der Stadt über seine eigenen Interessen gestellt,

– sich nach dem Waffendiebstahl mit seiner Verantwortung auseinandergesetzt,

– zeitnah und umfassend den Stadtrat informiert und

– die Geschäfte fortführen können.

6. Einen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen hätte jeder akzeptiert. Den vorbereiteten Rücktritt einzelnen Stadträten und Fraktionen anzulasten, ist nicht akzeptabel.

7. Der vom scheidenden CDU-Fraktionschef Gulden erhobene Vorwurf einer nahezu niederträchtigen Treibjagd auf den Oberbürgermeister ist unzutreffend und ehrverletzend. Mit diesen Aussagen schafft Herr Gulden erst das vergiftete Klima, dessen Entstehen er u.a. der AWV unterstellt.

Für die AWV

Norbert Berg, 02.07.2009

Anmerkung von Hohenlohe-ungefiltert: Norbert Berg ist Vorsitzender der Fraktion der Allgemeinen Wählervereinigung (AWV) im Crailsheimer Gemeinderat.

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Ein Gedanke zu „Stellungnahme der AWV-Fraktion im Crailsheimer Gemeinderat zum Rücktritt des Crailsheimer Oberbürgermeisters Andreas Raab – „Ein verantwortlich handelnder Oberbürgermeister hätte die Interessen der Stadt über seine eigenen Interessen gestellt“

  1. Sehr geehrter Herr Berg, sehr geehrte Leserinnen und Leser von Hohenlohe-ungefiltert.de

    Vorbemerkung: Ich kenne weder Herrn Raab noch die Damen und Herren der Stadtratfraktionen persönlich, noch die Interna und Begleitumstände der berichteten Vorgänge, noch kann ich beurteilen, wer sich evtl. unkorrekt verhalten hat. Insofern kann ich hier als nicht involvierter Außenstehender hier einige Eindrücke und Betrachtungen mitteilen:

    Wenn ein Mensch mit 53 Jahren seinen ehrenwerten Beruf und sein reguläres Erwerbseinkommen aufgibt, für die ihm anvertraute Stadt Gottes Hilfe erbittet und den Sitzungssaales von seiner Frau gestützt verlässt, dann muss dieser Mensch für ihn außerordentlich belastende Erfahrungen gemacht haben. Das bedeutet: Es müssen in Stadtrat und/oder im „Politikumfeld Crailsheim“ Situationen entstanden sein, die für Herrn Raab, möglicherweise aus subjektiver Sicht, belastend oder verletzend waren.

    Hierüber, Herr Berg, berichten Sie in Ihrer Stellungnahme nicht.

    Aufgabe eines vertrauensvoll zusammen arbeitenden Teams (Stadtrat+OB) wäre es gewesen, diese Themen auf angemessene Weise zu besprechen, aufzuarbeiten, in Konflikt gebundene Energien für konstruktives Miteinander zu befreien und, falls dies nicht möglich gewesen wäre, hierfür professionelle Hilfe (z.B. Teamentwicklung, Gruppencoaching, Gruppentherapie) in Anspruch zu nehmen.

    Ich persönlich habe früher als stellvertretender Generalsekretär im Bundesvorstand einer kleineren Partei mitgewirkt und für das Europäische Parlament kandidiert.

    Heute halte ich mich fern von Politik. Dafür sind mir meine Hoden zu kostbar.

    Roman Schmitt
    Klinischer Psychologe und Fachbuchautor

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