„Braunsbach? Klimawandel? War da was?“ – Kommentar von Paul Michel, Schwäbisch Hall

Sintflutartige Regenfälle richteten in Braunsbach ein Werk der Zerstörung an. Braunsbach war kein Einzelfall: In Schwäbisch Gmünd kamen zwei Menschen auf tragische Weise ums Leben, In Weißbach ertrank ein Mann in seinem Keller. Drei Tage später traf es Niederbayern, wo bisher sechs Menschen zu Tode kamen.

Kommentar von Paul Michel, Schwäbisch Hall

Zusammenhang mit dem Klimawandel

Vielleicht fühlten sich viele Menschen hier in der Region auf einer „Insel der Seligen“. Denn von den in den letzten Jahren nicht gerade seltenen Unwetterkatastrophen blieb die Region Hohenlohe weitgehend verschont. Die Katastrophe von Braunsbach sollte Anlass sein, dass wir die Ursache solch immer häufiger auftretender extremer Wetterphänome ernsthaft zur Kenntnis nehmen: Selbst der Deutsche Wetterdienst sieht bei den gegenwärtig sich häufenden Extremwetterlagen einen Zusammenhang mit dem Klimawandel. Unwetter, schwere zumal, gab es schon immer. Doch inzwischen wird immer offensichtlicher, dass der Klimawandel solche Wetterextreme verschärft. Der Pionier der Klimaforschung in Deutschland, Professor Hartmut Graßl, hatte bereits vor zwei Jahrzehnten vorausgesagt: Nach der Jahrhundertwende würden die Folgen des sich aufheizenden Klimas auch in Europa spürbar werden.

Vorsicht! Klimakiller am Werk!

Politiker der etablierten Parteien liefern bei solchen Gelegenheiten pflichtschuldigst ihre Betroffenheitsrituale ab und versprechen unbürokratische Hilfe. Dass solche Katastrophen mit der von ihnen verantworteten Politik der gesteigerten CO2-Ausschüttung zu tun haben, wird vornehm verschwiegen. Dabei sind wir gerade im Moment Zeugen einer ganze Reihe klimapolitischer Schandtaten. Die Bundesregierung legt gerade bei der Energiewende den Rückwärtsgang ein. Mit ihrer Reform(?) des EEG-Gesetzes würgt sie den Windkraftausbau ab. Klimaschutz wird ad acta gelegt, Strom aus Kohle und Atom weiter privilegiert. Ihre Pläne laufen auf einen weiteren Anstieg des Treibhausgasausstoßes hinaus.

Verkehrspolitisch unsinniges Großprojekt Stuttgart 21

Bundesverkehrsminister Dobrindt von der CSU ist, wie seine Vorgänger, ein leidenschaftlicher Förderer des  Autoverkehrs. Eine Verkehrswende weg vom Auto hin zur Schiene gibt es bei ihm nicht einmal mehr in Sonntagsreden. Sein Bundesverkehrswegeplan garantiert weiterhin verstopfte Autobahnen und eklatante Mängel im Schienenverkehr. Das profitorientierte Staatsunternehmen Deutsche Bahn verplempert sinnlos Milliarden Euro im verkehrspolitisch unsinnigen Großprojekt Stuttgart 21 und boykottiert durch seine  Verzögerungspolitik beim Ausbau der Rheinbahn die positiven Ansätze, die von der Fertigstellung des Gotthardtunnels ausgehen.

Mehr Gedanken über die Ursachen machen

Die Deutsche Bahn redet zwar davon mehr Güter von der Straße auf die Schiene bringen zu wollen, tut aber real das Gegenteil: Sie will jetzt ein Viertel der  Güterbahnhöfe schließen und sorgt somit dafür, dass die Autobahnen und Straßen noch mehr verstopft werden und noch mehr CO2 in die Atmosphäre geblasen wird. Umweltkatastrophen wie die von Braunsbach zeigen, dass es höchste Zeit für eine klimafreundliche Energie- und Verkehrspolitik ist. Die herrschende Politik tut genau das Gegenteil. In der Großen Koalition in Berlin geben die Klimakiller den Ton an. Sie sorgen dafür, dass es in Zukunft noch mehr und noch schlimmere Braunsbachs geben wird. Braunsbach hat uns vor Augen geführt, dass der Klimawandel keine Sache ist, die sich lediglich in weit entfernten Regionen wie Afrika, Südamerika oder Südostasien abspielt. Er zeigt seine zerstörerische Wirkung auch bei uns, im vermeintlich idyllischen Hohenlohe. Es ist an der Zeit, sich auch hierzulande Gedanken zu machen über die Ursachen des Klimawandels.

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Ein Gedanke zu „„Braunsbach? Klimawandel? War da was?“ – Kommentar von Paul Michel, Schwäbisch Hall

  1. Hallo,

    Ein interessanter Beitrag.

    Der Klimawandel ist in der Tat ein großes Problem.
    Jeder sollte gucken wie er selber etwas gegen den Klimawandel tun kann.
    Besonders in diesem Jahr nimmt er drastisch zu. Und die Folgen werden dramatisch sein,
    wenn er nicht aufgehalten wird.

    Falls euch das Thema interessiert, und ihr noch mehr über den Klimawandel lesen wollt.
    Klickt doch auf den Link. http://www.ttep-nature.com

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