„Veränderung ist möglich, wenn Menschen ihr Potential verwirklichen und sich zusammentun“ – Lesungen mit Isabel Abedi, Dunja Batarilo und Heinrich Steinfest in Kirchberg/Jagst

Eine Lesung mit den Autorinnen Isabel Abedi und Dunja Batarilo gibt es am Sonntag, 5. Juni 2016, um 17 Uhr im Kellerhaus des Teilorts Eichenau bei Kirchberg an der Jagst. Bitte der Beschilderung folgen. Einlass ist um 16.30 Uhr. Es gibt Bewirtung und brasilianisches Fingerfood. Karten im Vorverkauf sind bei der Stadtverwaltung Kirchberg, Telefon 07954-980117, erhältlich.

Von der Stadtbücherei Kirchberg/Jagst 

Erster Teil:

Isabel Abedi, Jahrgang 1967, arbeitete 13 Jahre lang als Werbetexterin. Abends am eigenen Schreibtisch schrieb sie Geschichten für Kinder und träumte davon, eines Tages davon leben zu können. Dieser Traum hat sich erfüllt. Inzwischen ist Isabel Abedi Kinder- und Jugendbuchautorin aus Leidenschaft. Ihre Bücher, mit denen sie in verschiedenen Verlagen vertreten ist, wurden zum Teil bereits in mehrere Sprachen übersetzt und mit Preisen ausgezeichnet. Isabel Abedi lebt heute mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Hamburg. Bekannt wurde sie durch ihre Lola-Kinderbuchreihe und ihren spannenden Jugendbüchern „whisper, isola, imago und lucian“.

Zweiter Teil:

Die Bewohner der Favela Monte Azul am Rande der Megacity Saõ Paulo haben es geschafft, Gewalt und Elend aus eigener Kraft zu überwinden. Dunja Batarilo erzählt die packende Lebensgeschichte von Ute Craemer, die die Favela Monte Azul verwandelte und eine der erfolgreichsten Sozialorganisationen Brasiliens auf den Weg brachte. Ute Craemer hat durch ihre innovative Kombination aus sozialer Arbeit, Entwicklungshilfe und Waldorfpädagogik das Leben vieler Tausend Menschen in Saõ Paulo berührt und verwandelt.
Die Geschichte der Favela Monte Azul ist eine Geschichte der Hoffnung: Veränderung ist möglich, wenn Menschen ihr Potential verwirklichen und sich zusammentun.

Die Musik:

Eduardo Macedo steht als Sänger und Gitarrist bereits seit den 1980ern für brasilianische Musikvielfalt in Deutschland. Er war Mitbegründer des legendären Szene-Clubs „Tropical Brasil“ in Hamburg, wo er zum Jammen mit brasilianischen Musikavantgardisten wie Hermeto Pascoal und Jazz-, Blues- und Reggae-Größen wie Jimmy Cliff und Eric Clapton zusammen traf. Als Komponist und Produzent betreibt er ein eigenes Studio in Hamburg-Eimsbüttel. Seine Frau, die Kinder- und Jugendbuchautorin Isabel Abedi, begleitet er seit vielen Jahren musikalisch auf Lesungen in Deutschland, der Schweiz und England. Er komponierte die Musik für über 25 Hörbücher, darunter die bekannte Lola-Serie. Auch im Kinofilm „Hier kommt Lola“ sind Stücke des brasilianischen Musikers zu hören.

Erlös für eine Kinderhilfsprojekt in Brasilien

Das Catering übernimmt der deutsch-brasilianische Verein Projeto Vida e. V. aus Schwäbisch Hall. Der Erlös des Catering geht an ein Kinderhilfsprojekt in Brasilien. Es gibt einen Büchertisch!

Eine weitere Lesung bei der Kirchberger Lesewoche:

Heinrich Steinfest kommt

Eine Lesung mit dem Autor Heinrich Steinfest findet am Donnerstag, 9. Juni 2016, um 20 Uhr im Kirchberger Teilort Eichenau statt. Einlass ist ab 19 Uhr. Karten im Vorverkauf gibt es bei der Stadtverwaltung Kirchberg/Jagst, Telefon 07954-980117.

Informationen von der Stadtbücherei Kirchberg/Jagst

Der einarmige Detektiv Cheng

Heinrich Steinfest wurde 1961 geboren. Albury, Wien, Stuttgart – das sind die Lebensstationen des erklärten Nesthockers und preisgekrönten Autors, der den einarmigen Detektiv Cheng erfand. Er wurde mehrfach mit dem Deutschen Krimi-Preis ausgezeichnet, erhielt 2009 den Stuttgarter Krimi-Preis und den Heimito-von-Doderer-Preis. Bereits zweimal wurde Heinrich Steinfest für den Deutschen Buchpreis nominiert: 2006 mit »Ein dickes Fell«; 2014 war er mit »Der Allesforscher« unter den sechs Finalisten der Shortlist.

Kurzinformation:

Lesung mit Heinrich Steinfest am Donnerstag, 9. Juni 2016. Beginn: 20 Uhr mit Bewirtung, Einlass ab 19 Uhr. Vorverkauf: Stadtverwaltung Kirchberg, Tel. 07954-980117. Ort: Kellerhaus im Teilort Eichenau bei Kirchberg/Jagst. Bitte beachten Sie die Beschilderung!

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„TTIP-Leaks: Tausche riskante Lebensmittel gegen Einheits-Autoblinker? Nein Danke!“ – Kommentar des Bundestagsabgeordneten Harald Ebner (Grüne)

Greenpeace hat geheime Dokumente aus den TTIP-Verhandlungen veröffentlicht, in denen die Positionen der Verhandlungspartner deutlich werden. Damit ist endlich unzweifelhaft klar, was die TTIP-Verhandler selbst niedergeschrieben haben und auch Sigmar Gabriel und Christian Schmidt sehr wohl wissen: dass die erhofften Marktzugänge und Erleichterungen für die europäische Automobilindustrie definitiv und erklärtermaßen nur im Tausch gegen weitgehende Zugeständnisse bei Gentechnik und Co. zu haben sind.

Kommentar von Harald Ebner, Grünen-Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Schwäbisch Hall-Hohenlohe

„Höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen“

Harald Ebner meint: „Ohne kompletten Neustart der Verhandlungen kommt das Gemeinwohl bei TTIP unter die Räder. Höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen.“

Verschleierungstaktik

Dass Gentechnik im Text nicht explizit so genannt, sondern technokratisch-verklausuliert als „Produkte moderner Agrartechnologie“ umschreiben wird, zeigt einmal mehr sehr deutlich, dass es den Verhandelnden auf beiden Seiten sehr daran gelegen ist, die schlimmen Wahrheiten vor den Bürgern zu verschleiern. Doch damit werden sie spätestens nach diesem TTIP-Leak nicht mehr durchkommen.

Absenkung der meist strengeren europäischen Standards geplant

Auch die angestrebte Festlegung auf „internationale Standards“ liegt jetzt klar und deutlich vor Augen. Und die bedeutet fast immer eine Absenkung der meist strengeren europäischen Standards, etwa bei Rückstandsgrenzwerten für Pestizide und bei der Nulltoleranz gegenüber Verunreinigung durch illegale Gentech-Bestandteile.

Das Tempo aus den Verhandlungen nehmen

Angela Merkels Kurs „TTIP jetzt ganz schnell verabschieden“ nach dem Motto „Augen zu und durch“ ist genau die falsche Antwort. Wir müssen jetzt erst recht genau hingucken und prüfen – und dabei Tempo aus den Verhandlungen nehmen, weil der Zug auf dem falschen Gleis unterwegs ist.

Den Bürgern nicht länger Sand in die Augen streuen

Die Dementis von Gabriel, Schmidt und Co., europäische Lebensmittel- und Verbraucherstandard stünden nicht zur Disposition, sind hilflose Versuche, der Öffentlichkeit weiter Sand in die Augen zu streuen. US-Vertreter haben mehrfach geäußert, dass es ohne ein Entgegenkommen der Europäer auf diesem Gebiet kein TTIP geben wird. Und nicht nur die USA, sondern auch die EU macht im vorauseilenden Gehorsam Vorschläge, die zu niedrigeren Standards führen und zukünftige Regulierung erschweren würden. Angesichts der klaren Interessen der USA ist eine Standardabsenkung unter anderem bei Gentechnik, Pestiziden und Fleischerzeugung unvermeidlich, wenn man diese sensiblen Bereiche nicht komplett aus den Verhandlungen ausklammert.

Höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen

Immer klarer zeigt sich: Ohne kompletten Neustart bei TTIP kommen Gemeinwohlziele bei TTIP unter die Räder. Höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen.

Link zu den von Greenpeace veröffentlichten TTIP-Dokumenten:

https://www.ttip-leaks.org/

Informationen der Grünen-Bundestagsfraktion zum Thema Freihandel:

https://www.gruene-bundestag.de/themen/freihandel.html

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„Glyphosat: Keine faulen Kompromisse mehr“ – Kommentar des Bundestagsabgeordneten Harald Ebner (Grüne)

Zur verschobenen Entscheidung über die Glyphosat-Neuzulassung und die Position der Bundesregierung haben Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender und Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen eine gemeinsame Erklärung abgegeben. Hohenlohe-ungefiltert veröffentlicht diese Erklärung in voller Länge.

Kommentar von Harald Ebner, Grünen-Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Schwäbisch Hall-Hohenlohe

Gesundheitsrisiken nicht klein reden

„Es ist ein Riesenerfolg für Gesundheit und Umwelt, dass die geplante Glyphosat-Neuzulassung (am Donnerstag) schon zum zweiten Mal geplatzt ist. Immer deutlicher wird, dass es bei Glyphosat kein Weiter-So geben darf und wird. Zugleich ist ein Misstrauensvotum gegen die maßgebliche Risikobewertung deutscher Behörden, die Risiken klein reden – und damit auch ein Misstrauensvotum gegen Agrarminister Schmidt (CSU).

Merkel steht noch auf Seiten der Agrarchemiekonzerne

Wichtig ist jetzt, dass Sigmar Gabriel und Barbara Hendricks bei ihrem „Nein“ zu Glyphosat bleiben. Heute (Am Donnerstag) hätte sich der Vertreter von Glyphosat-Befürworter Christian Schmidt damit in Brüssel der Stimme enthalten müssen, wenn tatsächlich abgestimmt worden wäre. Dass sich allerdings Angela Merkel zuvor unverhohlen auf die Seite des Ackergiftes und des CSU-Agrarministers geschlagen, zeigt: Die Interessen der Agrarchemiekonzerne scheinen auch ihr näher zu stehen als die Sorge um Gesundheit und Umwelt.

SPD darf keinem faulen Kompromiss zustimmen

Die SPD muss jetzt weiter entschlossen dagegen halten und dafür sorgen, dass die Bundesregierung auch beim nächsten Mal nicht einem faulen Kompromiss zustimmt. Auch die Kanzlerin, die Union und ihre zuständigen Minister für Landwirtschaft und Gesundheit, Christian Schmidt und Hermann Gröhe, müssen sich endlich zum Vorsorgeprinzip bekennen und sich aktiv gegen die Wiederzulassung von Glyphosat einsetzen.

Expertenstreit und Lobby-Einflussnahme

Wir brauchen ein klares Bekenntnis für den Schutz der Menschen vor gesundheitlichen Risiken. Denn das Gefahrenpotenzial von Glyphosat für Gesundheit, Umwelt und Artenvielfalt ist groß und nicht abschließend geklärt. Der angebliche „Glyphosat-Freispruch der WHO“ des Joint Meeting on Pesitcide Residues hat keine neuen Erkenntnisse geliefert und ist nur ein weiterer Beleg für Expertenstreit und Lobby-Einflussnahme.

Deutsche Landwirtschaft muss nachhaltiger und umweltverträglicher werden

Wenn Bauernverbandspräsident Rukwied von einer eindeutigen Bewertung und Unbedenklichkeit spricht, ist das unverantwortlich und kurzsichtig. Selbst Landwirtschaftsminister Schmidt erkennt an, dass die deutsche Landwirtschaft nachhaltiger und umweltverträglicher werden muss. Auch er weiß: Die Menschen in Deutschland wollen kein Gift im Essen – egal, ob die Schwelle zur gesundheitlichen Bedenklichkeit ein paar Mikrogramm höher oder tiefer angesetzt wird.

Gift nicht durch Gift ersetzen

Es ist an der Zeit, dass sich etwas ändert an der zunehmend industrialisierten Art und Weise, wie in Deutschland Landwirtschaft betrieben wird. Der Verzicht auf Glyphosat wäre eine Chance, hier endlich entschlossen umzusteuern – und Gift nicht durch Gift zu ersetzen, sondern mit guter ackerbaulicher Praxis. Dafür brauchen wir kompetente, innovative Bäuerinnen und Bauern – und einen Bauernverband, der endlich mitzieht statt bremst.“

Weitere Informationen und Kontakt:

Büro Harald Ebner, MdB, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Platz der Republik 1, 11011 Berlin

Telefon: 030 / 227-730 28

Fax: 030 / 227-760 25

E-Mail: harald.ebner.ma11@bundestag.de

Internet: www.harald-ebner.de

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„Irgendwo in Hohenlohe“ – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich: der Episoden vierzigster Teil

„Irgendwo in Hohenlohe“ – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich: der Episoden vierzigster Teil. Die geschilderten Handlungen, Personen und Namen sind frei erfunden. Es werden keine realen Namen von Personen angegeben. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten, lebenden oder toten Personen wären rein zufällig, und sind weder gewollt noch beabsichtigt.

Von Birgit Häbich

XL Bürger

… dann schwiegen sie beide eine lange Weile. Carl Eugen genoss den Ausblick, der sich aus dem gemütlichen Atelier bot. Die mächtigen Linden gaben mit ihren vielen, im Wind wehenden Blättern, einen scheinbar endlosen Applaus für das schillernde Abendrot, welches sich sowohl am Himmel, als auch im Spiegelbild über dem Kocher ausbreitete.

Gefällig wie bei der Mafia?

Carl nahm sich dabei vor, diesen Frieden, der jetzt zwischen ihnen eingekehrt war, um jeden Preis zu erhalten. Paula sortierte ihre Gedanken und überlegte stirnrunzelnd ihre nächste Frage. Als sie sich gesammelt hatte, sprach sie Carl direkt an: „Aber wie hat das dann konkret funktioniert?“ „Konkret wird man da nicht – die Frage ist falsch gestellt, liebe Paula“ antwortete Carl ihr freundlich aber knapp, „man ist sich gegenseitig …“ und er atmete tief durch, setzte dann, nach einem weiteren kurzen Moment, erneut wieder an „Man ist sich gegenseitig gefällig.“ Paula überging die zutrauliche Anrede von Carl und verzog spöttisch das Gesicht. „Gefällig. Soso. Etwa wie unter guten Geschwistern? Oder eher wie bei der Mafia, oder wie meinst du das?“

„Wie verfährt man denn mit Verrätern bei euch?“

Laut überlegte er: „Vor dem Gesetz wären sie, hätte man Nachweise für manche der geleisteten Gefälligkeiten, strafbar. Und zwar sowohl wegen Vorteilsnahme sowie wegen Betrugs. Da man aber beim Erweisen solcher Gefälligkeiten erstens größte Vorsicht und Diskretion walten lässt und zweitens keine Nestbeschmutzer duldet. So gibt es keinen Kläger; und wo kein Kläger ist, da gibt es auch keinen Richter.“ „Wie verfährt man denn mit Verrätern bei euch? Werden sie erschossen? Oder galant und gut getarnt zum Selbstmord gezwungen?“, setzte Paula nun argwöhnisch nach. „Du schaust Dir zu viele Krimis an“, meinte Carl. „Die Dinge sind weitaus komplizierter angelegt, und erscheinen doch völlig normal, fast logisch.“

Laut, hart und unversöhnlich

Paula begann innerlich abermals zu kochen. Warum wurde Carl nicht deutlicher? Wollte er sie nur beruhigen oder an der Nase herumführen? Und womöglich dachte er gar nicht daran, ihr alles zu offenbaren? „Du wirst mir doch nicht weismachen wollen, dass ein Betrug, bei dem es um Millionen geht, normal ist. Und auch nicht erzählen wollen, dass, wenn da ein angesehener Bürger und Landespolitiker beteiligt ist, es bei solchen Machenschaften lediglich um Logik geht?“ Und Paula redete sich langsam aber sicher in Rage: „Und du, du Ausbund an Anständigkeit, hast dem Treiben ja auch noch tatenlos zugesehen und mir nicht geholfen, mitgemacht hast du, verkauft hast du mich!“ Ihr Ton wurde laut, hart und unversöhnlich. Und obwohl sie sich um Fassung bemühte, brach sie nun unvermittelt in Tränen aus. Carl suchte mit einem schnellen Rundumblick Taschentücher, sah auf der anderen Seite des Raumes in einem Regalfach ein Päckchen liegen. Umgehend stand er auf und überbrachte Paula die Papiertücher.

Die liberale Partei und ihre Politik in Verruf gebracht

„Landespolitiker und angesehener Bürger war, muss es heißen, Paula“, rückte Carl ihre Worte vor dem Ausbruch zurecht, während er sich wieder setzte. Nun war Paula aufgestanden, lief etwas ziellos umher, schluchzte noch manchmal, schluckte und putzte sich laut und deutlich die Nase. Aber sie schwieg und schien wieder bereit zu sein, ihm zuzuhören. „du erinnerst dich sicherlich daran, dass Fieläckerle gerade wegen eines Skandals, bei dem es auch um so genannte Gefälligkeiten und kleine Tricksereien ging, zurücktreten musste. Man konnte ihm dann zwar nichts Konkretes nachweisen, aber es wurde gegen ihn ermittelt und sein Ansehen hat sehr darunter gelitten. Und er hat damit nicht nur im Landkreis, sondern im ganzen Südwesten und darüber hinaus, die liberale Partei und ihre Politik in Verruf gebracht.“ „Von der du doch sowieso nichts hältst“, bemerkte Paula spitz.

Nur Theater?

Nun wusste er nicht, ob er sich über Paulas freche Äußerung zu seiner privaten politischen Meinung, ärgern oder sich freuen sollte, dass sie sich so schnell wieder beruhigt hatte. War sie wohl gar nicht so angegriffen wie sie tat? Spielte sie ihm Theater vor? War Paula Engel einfach nur recht launisch und wollte ihn womöglich mit ihren Tränen nur derart rühren, damit er tat was sie verlangte? Frauen setzten für seinen Geschmack tränenreiche Gefühlsduselei sowieso viel zu oft als Druckmittel in Auseinandersetzungen ein. Paula irritierte ihn damit schon früher, wenigstens sprach sie jetzt aber vor und auch nach einem Tränenausbruch mit ihm. Vor Jahren wäre sie schon bei der Andeutung des Konfliktes, in Tränen ausgebrochen und dann davongelaufen. So war ihm ihr Verhalten deutlich lieber. Und er könnte ihr dann getrost – weit mehr als früher und somit auch die ganze Wahrheit zumuten.

Es ist still in der Stadt am Kocher

„Was ist,“ fragte Paula, „hat es dir die Sprache verschlagen oder bist du müde?“ Aus seinen Gedanken gerissen, meinte Carl, dass er nun doch tatsächlich müde sei. Und mit einem Augenzwinkern setzte er dazu: „Ich bin eben auch nicht mehr der Jüngste.“ „Also bringe ich dich jetzt heim,“ meinte Paula und erhob sich. „Aufräumen kann ich später noch.“ Carl folgte ihr in schweigsamer Übereinkunft. Es war still geworden in der Kocherstadt, das milde Frühlingslüftchen war abgekühlt. Während er in den Wagen stieg, meinte Carl jedoch einen zarten Hauch von Blütenduft wahrzunehmen, ob es schon die betörenden Linden wären? – Wie schade, dass Paula noch so zugeknöpft war. Sonst könnte man jetzt bestimmt einen ungestörten Spaziergang in den Ackeranlagen machen, sich an der nächtlichen Ruhe und aneinander freuen. Ein wenig am träge dahin murmelnden Kocher spazieren, um dann auf einer der abseits stehenden Bänke einträchtig nebeneinander auszuruhen.

Es tut ihm leid

Während Paula ihr Auto rückwärts aus der Parklücke steuerte, konnte er noch kurz die kleinen hübsch ausgestalteten Fenster ihrer Ladenwerkstatt betrachten. Er bewunderte Paulas großes Talent, die Dinge ansprechend zu dekorieren. Sie hielt bei ihren Arbeiten stets das Schöne fest und es gelang ihr scheinbar spielend, Dinge ins rechte Licht zu rücken. Und plötzlich tat es ihm furchtbar leid was Paula widerfahren war .… Fortsetzung folgt.

Wer hat auch schon einmal eine Immobilie verloren?

Sollte sich jemand aus der Leserschaft, durch die Beschreibung der Machenschaften daran erinnert fühlen, wie eine Immobilie verloren gegangen ist, können sich diejenigen gern an die Autorin wenden.

Kontaktaufnahme zur Autorin:

E-Mail: b.haebich@web.de

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„Beim neuen Feuerwehrmagazin in Kirchberg/Jagst spielen die Millionen keine Rolle“ – Leserbrief von Fritz Koch aus Kirchberg

Eine Erwiderung zum Leserbrief von Stefan Maurer (Kirchberg/Jagst), veröffentlicht im Hohenloher Tagblatt vom 6. Mai 2016, hat Fritz Koch aus Kirchberg geschrieben. Hohenlohe-ungefiltert veröffentlicht das Schreiben in voller Länge.

Leserbrief von Fritz Koch, Kirchberg/Jagst

Bitte Namen nennen

Herr Stefan Maurer, Sie haben in ihrem Leserbrief vom 6. Mai 2016 geschrieben, den gewählten Vertretern der Bürgerschaft würden öffentlich Korruption und Mauschelei unterstellt und einzelne Personen würden persönlich angegangen. Da frage ich mich, wenn man das behauptet, sollte man doch mindestens die Personen nennen. Ich war selbst vor einigen Jahren Mitglied des Kirchberger Gemeinderats und weiß genau was alles so gelaufen ist.

Gemeinderat hätte gegen Bürgermeister Ohr vorgehen müssen

Wie ich aus dem Leserbrief schließen kann, wollen Sie den Stadträten der „Aktiven Bürger“ und der Feuerwehr ein Lob aussprechen. Gemeinderäte, Stadtverwaltung und der Bürgermeister sollen doch zum Wohle der Bürger da sein. Meine Frage an alle Gemeinderäte ist: Warum hat man beim Bodengutachten den Bürgermeister Ohr nicht gleich zur Rede gestellt und Antworten und Konsequenzen verlangt? Wieso und warum sind sieben bis acht Monate vergangen, bevor das Gutachten dem Gemeinderat vorgelegt wurde? Es wäre vom Bürgermeister Ohr angebracht gewesen, wenn er ehrlich gesagt hätte, warum er so lange abgewartet hat. Aus meiner Sicht ist das, was der Gemeinderat gemacht hat, schlicht und einfach „Nichts“. Der Gemeinderat hätte mit Geschlossenheit gegen den Bürgermeister Ohr vorgehen müssen. Wenn ein Bürgermeister solch gravierende Fehler macht, müsste er sich vor dem Gemeinderat und vor der Bürgerschaft entschuldigen. Aber er hat nichts gemacht.

Wenn es um Millionen geht, ist den Herren alles egal

Ein Beispiel aus der Nachbargemeinde Ilshofen: Der dortige Bürgermeister, Herr Wurmthaler hat auch einen Fehler gemacht. Er hat sich aber beim Gemeinderat und bei der Bürgerschaft entschuldigt. In Kirchberg hingegen wurde die Bürgerschaft über das ganze Vorgehen nicht einmal informiert. Ist das der richtige Weg, Stefan Maurer, bei den immensen Kosten für das neue Feuerwehrmagazin? Mit fremden Geldern können unser gesamter Gemeinderat und Bürgermeister Ohr großzügig sein, wenn es aber um den eigenen Geldbeutel geht, da können die Herren sparen. Mir kommt es so vor, dass den Herren alles egal ist, wenn es um Millionen geht.

Wie sollen die Schulden abgezahlt werden?

Es wäre auch sinnvoll, darüber nachzudenken, dass die Pro-Kopf-Verschuldung nicht zu hoch wird. Unsere Kinder und Enkelkinder müssen die Schulden bezahlen. Ich bin der Meinung, dass die Gemeinderäte und der Bürgermeister sich auch Gedanken darüber machen, wie die Schulden abbezahlt werden sollen.

Hoffentlich bleibt noch Geld für Schulen, Kindergärten und Straßen

Ich bin immer der Meinung gewesen, dass unser Feuerwehr-Gesamtkommandant Gerhard Stahl sparen will. Aber wo es um das neue Feuerwehrmagazin geht, da spielen die Millionen keine Rolle mehr. Hoffentlich bleibt noch Geld für unsere Schulen, Kindergärten, den Straßenbau und so weiter übrig.

Keine windigen Mauscheleien

Eine Sache interessiert mich noch: Wurde der Gemeinderat über den geplanten Verkauf des Bürotrakts Häsele informiert, bevor Herr Bürgermeister Ohr dem Eigentümer mitteilte, die Stadt Kirchberg/Jagst hat kein Interesse an diesem ehemaligen Bürotrakt der Firma Häsele? Kann ein Bürgermeister von sich aus sagen, die Stadt hat am Kauf kein Interesse? Ich gehe davon aus, dass der Bürgermeister auch weiß, dass die Bürger mitdenken. Windige Mauscheleien will keiner haben.

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„Der Personenkult geht weiter“ – Leserbrief von Guy M.Y.Ph. Franquinet aus Crailsheim über Ministerpräsident Kretschmann und die Medien

Einen Leserbrief zum Artikel „Ich habe ein gutes Gefühl“ des Hohenloher Tagblatts (HT) von Freitag 15. April 2016, hat Guy M.Y.Ph. Franquinet aus Crailsheim geschrieben. Der Autor ist unter anderem Inhaber einer Schmieröl-Handelsfirma “Lubricating Dutchman” mit Sitz in Crailsheim. Hohenlohe-ungefiltert veröffentlicht den Leserbrief in voller Länge.

Guy M.Y.Ph. Franquinet, Crailsheim

Kretschmann leidet unter Realitätsverlust

Ich kann mich nicht erinnern, noch während Koalitionsverhandlungen einen solch einseitigen Artikel in einer „sich selbst unabhängig nennenden“ Tageszeitung gelesen zu haben. Die Südwestpresse und Herr Kretschmann scheinen nicht verstanden zu haben, dass die Grün/Rote Regierung abgewählt wurde. Kein Schimmer von Selbsterkenntnis oder Nachdenklichkeit. Die Grün/Rote Politik dürfte nicht zurückgedreht werden? Welch Unsinn. Kretschmann leidet unter Realitätsverlust, denn Grün/Rot wurde abgewählt, weil die Mehrheit der Bevölkerung mit seiner Politik nicht einig war, mag er persönlich noch so beliebt sein.

Unkritische Medien

Die Medien, allen voran unsere Südwestpresse, haben in fünf Jahren keine Möglichkeit gefunden, Kretschmann zu kritisieren, obwohl der Ministerpräsident oft genug die Menschen bei seinen Besuchen ignoriert oder sogar angeblafft hat. Trotzdem geht der Personenkult weiter. Es wird für mich persönlich immer schwieriger, eine solche Tageszeitung zu akzeptieren und ihr Glauben zu schenken. Mir liegen interne Papiere zu einem „Aktionsplan für Akzeptanz und gleiche Rechte“ vor, die von einer Arbeitsgruppe unter grüner Führung erarbeitet, beziehungsweise beschlossen wurden. Dieses Papier erlaubt einen Einblick in das Denken der Grünen. Es ist schon sehr verdächtig, dass diese Horrorpläne wie ein Staatsgeheimnis gehütet werden. Danach sollen wir künftig, worüber wir bisher froh waren verschont zu bleiben, als etwas völlig Normales und Gutes akzeptieren. Das erreicht man nur, wenn man den Menschen dazu erzieht, selbst nicht mehr zu denken. Von dieser Hirnwäsche sind dann nicht nur unsere Kinder, sondern zum Beispiel auch Pädagogen betroffen.

Menschen mit gleichgeschlechtlichen Beziehungen respektieren

Natürlich müssen wir Menschen mit gleichgeschlechtlichen Beziehungen respektieren aber es ist und bleibt immer unsere Freiheit um das nicht normal zu finden. Die No-Sex-Toilette, die in allen öffentlichen Gebäuden eingerichtet werden soll (für Menschen, die nicht wissen ob sie Männlein oder Weiblein sind) ist von vorneherein schon überflüssig, weil sie entgegengesetzt wirkt und stigmatisieren kann. Heute sind schon viele Eltern nicht einverstanden mit dem „modernen“ Sexualunterricht und empfinden diesen als kinderfeindlich und indoktrinierend. Wer sich mit diesen Plänen auseinandersetzt und erfährt, was die Grünen planen, kann sich denken was auf uns zukommt. Ich jedenfalls habe absolut kein gutes Gefühl.

Anmerkung von Hohenlohe-ungefiltert und weitere Informationen im Internet:

Der „Aktionsplan für Akzeptanz und gleiche Rechte“ ist im Internet nachzulesen.

Aktionsplan für Akzeptanz und gleiche Rechte: http://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/de/menschen/offenheit-und-akzeptanz/aktionsplan-fuer-akzeptanz-gleiche-rechte/

Südwestpresse-Artikel: Winfried Kretschmann: „Ich habe ein gutes Gefühl“ vom 15. April 2016:

http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/Ministerpraesident-Kretschmann-Ich-habe-ein-gutes-Gefuehl;art4319,3785210

Weitere Informationen im Internet über die Firma Lubricating Dutchman:

http://www2.ld-oil.de/deutsch/philosophie/frameset.htm

 

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„Kaum noch Fische in der Jagst bei Kirchberg“ – SWR-Bericht über Fischzählung in der Jagst neun Monate nach dem Mühlenbrand in Lobenhausen

Experten der Fischereiforschungsstelle Langenargen am Bodensee untersuchen den Fischbestand in der Jagst. Anlass ist die Chemie-Katastrophe im August 2015, als verunreinigtes Löschwasser beim Brand der Lobenhausener Mühle in die Jagst gelangte. Die erste Bilanz der Forscher ist ernüchternd.

Informationen des Südwestrundfunks (SWR)

Link zum vollständigen SWR-Text:

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/heilbronn/umwelt-katastrohe-vom-letzten-sommer-fisch-umsetzaktion-an-der-jagst/-/id=1562/did=17422394/nid=1562/18kala9/index.html

Internetseite „Wir helfen der Jagst“:

http://www.wir-helfen-der-jagst.de/

 

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„Humanitärer Einsatz in Kobane“ – Bilder-Vortrag von Wilhelm Maier in Schwäbisch Hall

Wegen des großen Interesses hält Wilhelm Maier aus Schwäbisch Hall seinen Bilder-Vortrag über den Aufbau eines Gesundheitszentrum in Kobane noch einmal. Dieser findet am Freitag, 13. Mai 2016, um 19.30 Uhr in Schwäbisch Hall im Haus der Bildung, Raum N 2.20 statt. Der Eintritt ist frei. Veranstalter sind das Haus der Bildung und die Naturfreunde.

Von den Veranstaltern

Erfolgreicher Kampf gegen den IS

Wilhelm Maier hat sich selbst an diesem Bau beteiligt, das 177 Freiwillige und Arbeiter aus Kobane im Dezember 2015 zum großen Teil fertig gestellt haben. Kobane im Norden von Syrien war Ende Januar zum Symbol des erfolgreichen Kampfes gegen den IS geworden, die Stadt war aber vom IS zu 80 Prozent zerstört worden.

Kurzinformation:

„Humanitärer Einsatz in Kobane“, Bildervortrag von Wilhelm Maier am Freitag, 13. Mai 2016, um 19.30 Uhr in Schwäbisch Hall, Haus der Bildung, Raum N 2.20

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„Helfen statt Hetzen“ – Arbeitskreis trifft sich in Schwäbisch Hall

Der nächste Termin des Arbeitskreises (AK) „Helfen statt Hetzen“ findet am Montag, 9. Mai 2016, um 19 Uhr in den Räumen der Volkshochschule Schwäbisch Hall statt.

Von Paul Michel, Schwäbisch Hall

Solidarität mit Flüchtlingen

Der AK „Helfen statt Hetzen“ bemüht sich um Solidarität mit den Flüchtlingen in der BRD und setzt sich kritisch mit der fremdenfeindlichen Stimmungmache von AfD und Pegida sowie der von der Bundesregierung betriebenen Abschottungspolitik auseinander. Hauptthema des Treffens am 9. Mai 2016 ist die Vorbereitung einer Veranstaltung mit Bernd Mesovic, dem stellvertretenden Geschäftsführer und rechtspolitischen Referenten der Organisation Pro Asyl. Weitere Themen sind der Parteitag der AfD in Stuttgart und die Ankündigung von Angela Merkel, in Zukunft stärker rechte Themen zu besetzen.

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„Die einen dienen, die anderen verdienen“ – Rede und Gesangseinlage des DGB-Kreisvorsitzenden Siegfried Hubele bei der Mai-Kundgebung in Schwäbisch Hall

Die Begrüßungsrede bei der Demonstration am „Tag der Arbeit“ in Schwäbisch Hall hielt Siegfried Hubele, DGB-Kreisvorsitzender Schwäbisch Hall. Er erinnerte auch an die Anfänge der Maikundgebungen auf dem  „Haymarket“ in Chicago. Hohenlohe-ungefiltert veröffentlicht die Rede Hubeles in voller Länge – außerdem auch das von Schalmeien begleitete Lied „Trompetenecho-Pegida“.

Siegfried Hubele, DGB-Kreisvorsitzender Schwäbisch Hall

Begrüßungrede vom 1. Mai 2016:

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste mit und ohne Amt oder Funktion, aber mit einem solidarischen Gedanken im Kopf und im Herzen,  für die Sache der Gewerkschaften – ich begrüße euch ganz herzlich zur Maikundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Schwäbisch Hall. Vor 130 Jahren, am 1. Mai 1886 demonstrierten in den USA rund 400.000 Beschäftigte dafür, dass in die Arbeitsverträge der Achtstundentag aufgenommen wird. Die größte Demonstration fand in Chicago statt. Es waren friedliche Proteste. Nach zwei Tagen eskalierte die Situation, als die Polizei Streikposten angegriffen hatte und dabei tötete. Der Protesttag auf dem „Haymarket“ in Chicago gilt als die Geburtsstunde des 1. Mai als Kampf- und Feiertag der Gewerkschaften.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Im 130. Jahr nach den Protesten der amerikanischen Arbeiter für Arbeitszeitverkürzung – gibt es wieder Angriffe auf den erkämpften Acht-Stunden-Tag hier im Land. Schon 2015 wollten die Arbeitgeber auf den 8-Stundentag losgehen. Nun fordern sie eine Abschaffung der Tageshöchstarbeitszeit. Arbeitstage von über zehm Stunden sollen möglich sein, das Arbeitszeitrecht soll nach ihren Wünschen auf Wochenarbeitszeit, statt Tageshöchstarbeitszeit umgestellt werden.

Für Arbeitszeitverkürzung einsetzen

Regelmäßige Überstunden, ständige Erreichbarkeit, Arbeiten an Sonn- und Feiertagen, weniger freie Zeit, schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf – all das bleibt nicht ohne Folgen. Entgrenzung der Arbeitszeit und ständig wachsender Druck auf Beschäftigte machen krank. Depressionen und psychische Erkrankungen steigen rapide an. Deshalb ist es dringend notwendig, dass wir als Beschäftigte wieder über Arbeitszeitverkürzung diskutieren und uns dafür einsetzen.

Profitmaximierung auf Kosten der sozialen Sicherheit

Diese Auseinandersetzung wird eine harte sein, weil sie dem Flexibilisierungswahn der Manager entgegensteht. Sie wollen Arbeit nicht umverteilen, damit unterbeschäftigte und arbeitslose Menschen eine faire Beschäftigung erlangen – sie wollen Arbeit weiter flexibilisieren mit Leiharbeit, Werkverträgen und Befristungen, um zielgenau Profitmaximierung auf Kosten der sozialen Sicherheit, vor allem der jungen Kolleginnen und Kollegen, durchzusetzen. Arbeitszeitverkürzung ist notwendig, wenn ich nur an die Vernichtung von Arbeitsplätze beim Mahle-Konzern auch hier in der Region denke oder auch beim Voith-Konzern. Wo sollen in einigen Jahren die jungen Kolleginnen und Kollegen eine auskömmliche Arbeiten haben?

Die einen dienen, die anderen verdienen

Eine Gesellschaft und Wirtschaft, die nur an steigenden Renditen, an niedrigen Arbeitskosten und hohen Kontoständen für einige Wenige interessiert ist, das kann nicht „Unsere“ Wirtschaft sein! 11,5 Millionen Euro  Jahresgehalt für das VW-Vorstandsmitglied Andreas Renschler in 2015 ist einfach eine Sauerei. Solche Zustände können, ohne rot zu werden, als Ausdruck einer Klassengesellschaft bezeichnet werden. Nach dem Motto: Die einen dienen, die anderen verdienen. Daran hat sich leider die letzten 150 Jahre grundsätzlich nichts verändert. Nur die Schminke ist dicker aufgetragen. Der Betrug ist nicht mehr so offenkundig. Er wird verklärt.

31-Milliarden-Vermögen ohne Steuerzahlungen vererbt

Die Kolleginnen und Kollegen von Verdi haben für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst ein akzeptables Ergebnis errungen. Trotzdem ist es scheinheilig, wenn die Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes die wichtige Arbeit ihrer Beschäftigten schlechter entlohnen wie in der Industrie und sich auf mangelnde Finanzmittel der öffentlichen Hand berufen. Wenn es der Gesetzgeber andererseits duldet, dass  Superreiche sowie  internationale Konzerne ganz legal Steuern in Deutschland vermeiden können. So konnte zum Beispiel die Familie Quandt ihr 31-Milliarden-Vermögen im vergangenen Jahr ohne Steuerzahlungen vererben. Und die Bayer AG hat ihre Steuern in den vergangenen zehn Jahren um mehr als drei Viertel gesenkt.

Kinderleicht für Reiche, Steuern zu hinterziehen

Das Auslandsvermögen von Deutschen in Steueroasen, wie zum Beispiel Panama, wird auf mehrere hundert Milliarden Euro geschätzt. Die bisher bekannt gewordenen Fälle machen deutlich, dass diese Vermögen praktisch nie versteuert wurden. Der Kinderbuchautor Janosch hatte sicherlich keine Landkarte für Reiche geliefert als er das wunderbare Büchlein verfasste: Ach wie schön ist Panama. Aber es scheint wohl kinderleicht für Reiche zu sein, Steuern zu hinterziehen!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Die Empörung müsste riesig sein. Vor allem bei unseren jüngeren Kolleginnen und Kollegen. Schäuble, die Versicherungswirtschaft, Teile der politischen Eliten und die Arbeitgeber wollen die Rente ab 70 Jahren. Was die wollen, sind nicht gesundheitlich verbrauchte, angeschlagene Beschäftigte, die da aus den Büros und Fabriken rauskommen – die Pläne sind – Rentenkürzungen, zusätzliche Märkte für private Rentenversicherungsanbieter und mehr öffentliches Geld für andere politische Projekte.

Kolleginnen und Kollegen,

Geplant ist für die nächsten 15 Jahre eine ungeheure Aufrüstung der Bundeswehr, die uns 130 Milliarden Euro kosten soll. Allein beim Verzicht auf das Rüstungsprojekt Eurofighter, das rund 26 Milliarden Euro kosten soll, könnten gut 148.000 sozial geförderte 3-Zimmer-Wohnungen bezahlt werden. Die Kosten für die Anschaffung des Kampfhubschraubers „Tiger“ – 5.1 Milliarden Kosten – damit könnten 2400 Ganztagesbereiche für Grundschulen ausgebaut werden. Das wären unsere Alternativen !

Aufrüstung bringt kein bisschen mehr Frieden

Die Aufrüstung der Bundeswehr und der NATO hat uns in der Vergangenheit kein bisschen mehr Frieden beschert. Im Gegenteil. Es hat dazu geführt, dass zum Beispiel aus Afghanistan allein zwischen Januar und März 2016 –  20.100 Menschen wegen Krieg geflohen sind. Im selben Zeitraum haben wegen Krieg 25.700 Menschen aus dem Irak Asyl in unserem Land beantragt, aus dem Bürgerkriegsland Syrien kamen in diesem Zeitraum 88.700 Flüchtlinge.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Hauptgrund der Flucht dieser armen Menschen ist Krieg. Nach dem politischen Bruch mit dem Assad-Regime sorgten die NATO-Staaten für eine gezielte Destabilisierung Syriens. Durch direkte und indirekte Unterstützung islamistischer Terrorgruppen. Wie das zuvor schon in Afghanistan mit den Gotteskriegern der Mutschahedin praktiziert wurde. Auch die deutsche Bundesregierung ist unmittelbar mitverantwortlich, weil sie Waffen an Saudi-Arabien liefert, die Türkei militärisch unterstützt, die ihre Bevölkerung brutal unterdrückt und Terrorbanden wie den IS versorgt. Die deutsche Rüstungsindustrie zählt zu den fünf größten Waffenlieferanten in der Welt. Wenn wir Fluchtursachen ernsthaft bekämpfen wollen, dann müssen:

– Aufrüstung und Auslandseinsätze des Bundeswehr aufhören

– dann muss der Export von Kriegswaffen aus Deutschland gestoppt werden.

– dann müssen solche Einsatzzentralen wie das Eucom und Africom in Stuttgart, von wo aus die US-Armee weltweit Kriegseinsätze und Drohnenangriffe lenkt – geschlossen werden.

Daran führt kein Weg vorbei.

Liebe Mitglieder einer DGB-Gewerkschaft:

„Die Gewerkschaften treten für das Recht auf Asyl auf der Grundlage des Flüchtlingsbegriffs der Genfer Flüchtlingskonvention ein. Sie engagieren sich für eine Gesetzgebung und Verwaltungspraxis, die Flüchtlingen tatsächlichen Schutz und ein menschenwürdiges Leben in unserem Land ermöglicht. Gewerkschaften setzen sich für eine tolerante Gesellschaft ein, in der Zuwanderer das Recht und die Möglichkeit haben, ihre Kultur und ihre Erfahrungen in die Gesellschaft einzubringen. Die Gewerkschaften treten allen Erscheinungsformen von Extremismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit – auch in den eigenen Reihen – entgegen.“

Humanitäre Katastrophe in Griechenland

So steht das im Grundsatzprogramm des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und danach haben wir zu handeln. Deshalb verurteilen wir auch die europäische Asylpolitik die chaotische Verhältnisse und eine humanitäre Katastrophe insbesondere in Griechenland für die Kriegsflüchtlinge ausgelöst hat.

Gegner sind die Kriegstreiber, Lohnkürzer und Sozialabbauer

Wir können es  nicht zulassen, dass Deutsche gegen Flüchtlinge ausgespielt werden. Wir müssen dieser Spaltung unsere Solidarität entgegensetzen. Flüchtlinge und Deutsche haben den gleichen Gegner: Die Kriegstreiber, Lohnkürzer und Sozialabbauer!

Eine Gesangseinlage bei der Mai-Kundgebung in Schwäbisch Hall:

Trompetenecho-Pegida

Gesungen von Siegfried Hubele, Schwäbisch Hall

Habe die Ehre, I bin da Brandbeauftragte Florian von d’AfD. A poor von eich ham uns a g’wählt ! Im kumm pfeilgrad vom Parteitag aus Stgt. Mir ham jetzt a ein Parteilied – des is no ganz geheim ! Aber wenns des Liedl hörts? Do lernts uns no kenna!

Zündeln damma, brenna damma, Häuser zünd’mer o
damit da Neger und der Syrer nimmer komma ko
AfD und Pegida – alle Vögel sind schon da
mir san die deitsche Leitkultur von Ulm bis Alaska

Schwule, Leschba, Wirtschaftflüchtling –  find‘ mor alle bleed
mir sann die Zier des Abendlands – hauts ab sonscht tuts no weh!
Lügenpresse in die Fresse, koaner hält uns auf
Flüchtlingselend sehn mor ned – drum schlag mor auf se drauf

Grenzenlos damit ist’s endlich Schluss und aus
koaner kimmt mehr rei – die schmeiss’mer hochkant raus
Stacheldraht und Tränengas, die sind famos
wer net spurt den schieß’mer glei, drunt am Balkan dod.

Orban, Höcke, Frauke Petry und die Storch
des san doch koine Nazis – nur Rassisten – Quasi
Die Frag‘ für Uns ischt tragisch, wenn du bischt irakisch
hasch’n reinen Saft im Schlauch, dann bischte super-arisch.

Was kümmert uns das Kriegsgeschehn, Flüchtlingselend, Massenmord
Mir ham halt guate Waffa , die mer gern verkaffa
So lang das so floriert – da sammer für’n Kriag
Und flücht’n dann die Leit ganz doll – dann sog’mars Boot ist voll!

Wir haben viel Erfolg damit – die anderen machen endlich mit
denn der Geschäftsplan ist genial –  verkaffa Leit an Erdogan
der hält uns d’Leit mit G’walt vom Hals – ach sind wir christlich, Gott erhalts.
Mir sind doch a Kulturnation – im Namen des Vaters und des Sohns.

Amen.

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