„Lang beschattete Täler“ – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich: Der Episoden fünfunddreißigster Teil

„Lang beschattete Täler“ – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich: Der Episoden fünfunddreißigster Teil. Die geschilderten Handlungen, Personen und Namen sind frei erfunden. Es werden keine realen Namen von Personen angegeben. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten, lebenden oder toten Personen wären rein zufällig und sind weder gewollt noch beabsichtigt.

Von Birgit Häbich

XXXV Kraft

… Also, resümierte Carl: Es war Paulas Tante, Renate Teufel gelungen in ihrem Sohn Wilhelm und in ihrem Enkel Lucian ihre eigene maßlose Gier weiterleben zu lassen. Diese beiden dienten nicht nur als Werkzeug, um das Vermögen der Eheleute Bündner in die Familie Teufel zu überführen, sondern sie sollten überdies die unliebsame Nichte aus dem Weg räumen.

Erschüttert

Über diese Erkenntnis war Carl zutiefst erschüttert. Gut, dass Paula erst übermorgen in den Schwarzwald kommen wollte. Das Wissen um einen geplanten Mord musste auch er erst verdauen. Und um dies seiner geliebten Paula schonend beizubringen, würde er sehr behutsam vorgehen müssen. Außerdem waren aus seiner Sicht noch ein paar Fragen offen. Woher wusste das Trio von der Zielgeraden auf der Paula sich bereits bewegte. Wie waren die vermeintlichen Täter dahinter gekommen, dass Paula bei ihrem Anwalt einen Termin hatte? Paula Engel hatte ansonsten eine recht effektive und überaus charmante Art ihre Vorhaben zu verschleiern. Zufällig geschah der Anschlag nämlich genau in der Nacht, als sie sich am anderen Morgen, schon in aller Herrgottsfrühe auf dem Weg nach Kreuzlingen machen wollte. Und so fragte sich Carl Eugen Friedner: Vor was fürchteten sich die Teufels sonst noch? Denn um jemanden geplant erschlagen zu wollen, muss man sich schließlich in einer akuten Bedrängnis befinden und über eine erhebliche kriminelle Energie verfügen.

Flächendeckend zellulare Stromversorgung

Heiner Grün und Paul Malibo holten Carl lautstark aus seinen Gedanken. „Wo bist du grad?“, fragte Paul, und Heiner setzte hinzu: „Wahrscheinlich überlegt er, wie man in seiner Heimatstadt die Bühler, trotz ihrem geringen Gefälle, aufstauen könnte, um dort ein kleines Wasserkraftwerk zu errichten.“ Über die Ablenkung durch die Freunde erleichtert, stimmte Carl in das Gelächter mit ein und ergänzte gewandt: „Warum eigentlich nicht? Ich gehe davon aus, dass nach der Wahl in Baden-Württemberg nicht nur im Schwarzwald endlich eine clevere Form der Daseinsvorsorge betrieben wird. Und wenn dann, nach der Bundestagswahl im Herbst, flächendeckend eine zellulare Stromversorgung möglich wird, muss ich mir das ja ganz bildlich, auch in Hohenlohe vorstellen.“ Er grinste über seine eigene Schlagfertigkeit.

Haus und Hof verspielt

„Bei dem fürstlichen Wald durch den wir gehen, fällt mir ein, wie die früheren Fürsten hier eine recht hinterlistige Form der Daseinsvorsorge betrieben haben.“ Carl erzählte den Freunden was er heute Morgen im Jahrbuch zur Wahrung des heimischen Kulturgutes gefunden hatte: „An kalten Abenden im Februar waren die meisten Winterarbeiten getan, aber die Bauersleute konnten noch nicht recht aufs Feld. Frauen hatten mit Handarbeiten zu tun und Männer vertrieben sich die Zeit im Wirtshaus mit Cego spielen. Zu diesen Treffen gesellte sich der Fürst dazu und lud die Spieler zum Schnaps ein. Jeder Wirt im Dorf schenkte da auch gerne aus. Es kam ein schöner Batzen Geld zusammen, bis endlich die meisten der Bauern sturzbetrunken waren. Das Kartenspiel der Schwarzwälder jedoch, ist so tückisch wie das Schnapstrinken – man kann nicht mehr aufhören, und irgendwann weiß man gar mehr, zu welchen Schandtaten man sich hinreißen lässt. Beim Cego wird in jeder neuen Runde der auf dem Tisch liegende Einsatz verdoppelt und die Gier, das stetig anwachsende Häuflein Geld zu gewinnen, steigt auch ohne Alkohol kurzerhand ins Unermessliche. Der Fürst brauchte also nur zu warten bis der Schnaps wirkte. Sobald er nur noch lauter hochrote Gesichter hinter den Spielkarten erblickte, wurden die Bauern dann ganz gezielt über den Tisch gezogen. So verspielte mancher tüchtige Mann Haus und Hof und der Fürst war wieder um einige Schwarzwaldhöfe und Waldstücke reicher.

Heute Medien statt Schnaps

Die betroffenen Familien aber, mussten noch mitten in der Nacht ihre Sachen packen und fortziehen. Eine sofortige Neubesetzung der Höfe war bereits geplant, es gab genug Anwärter, die sich etwas zusammengespart hatten, um einen vermeintlich eigenen Hof zu bewirtschaften. Auf diese Weise wurde, neben der üblichen Erbfolge, mancher arme Häußler über Nacht zum Hintersassen.“ Nachdem Carl mit der Anekdote fertig war, fasst Heiner knapp zusammen: „Es hat sich nicht viel geändert an den schändlichen Gewohnheiten der Obrigkeit – die heutigen Fürsten nehmen halt anstatt Schnaps die Medien zur Hilfe.“

„Was für ein Panorama“

Mittlerweile waren sie in der Talsohle bei der Linach angelangt; an dieser Stelle wäre die Linach zu überqueren, um direkt auf die Talseite der Staumauer zuzugehen. Heiner jedoch leitete die Freunde dazu an, auf dem Weg zu bleiben und wiederum eine Steigung zu nehmen. Als Belohnung für diese Anstrengung wurde dem Dreiergespann ein atemberaubender Ausblick über die Mauerkrone zuteil: „Ah, was für ein Panorama! Der glitzernde See wirkte in der Schwarzwaldkulisse ungemein romantisch und wenn man dann den Blick eine Weile nach rechts über die Wipfel schweifen ließ, ergoss sich irgendwann darunter der schnurgerade Gang über die Staumauer.
Beim Spazieren über diesen Gang hielten die Freunde immer wieder an, um rechts in die Tiefe der Talsohle zu blicken. Linker Hand blinkten die kräuselnden Wellen des aufgestauten Sees. Beim Vorwärtsschreiten konnte man dann zur Abwechslung in jedes einzelne der sieben schrägen Gewölbe der Staumauer schauen und sein Echo ausprobieren. Die in aufgelöster Bauweise errichtete Talsperre wurde vor hundert Jahren mit bewundernswerter Ingenieurkunst geplant. Umgesetzt wurde der hochgelegene Bau dann, mit Hilfe eines ganzen Dorfs voller Arbeiter, Handwerker und im Hintergrund wirkender tüchtiger Frauen. Auf einem der Gewölbe, ungefähr auf der Hälfte der begehbaren Mauer, gab es eine großzügige halbrunde Aussichtsplattform. Dort erfreuten sich die drei Freunde an dem aufgestauten Wasser und erörterten die Möglichkeit, den See als Winterspeicher zu benützen.

Guter Puffer

Vor der Schneeschmelze im Januar und Februar, brachte die Linach oft zu wenig Wasser um die Stromproduktion kontinuierlich zu sichern. Da wäre eine gezielte Absenkung des Wasserspiegels ein guter Puffer. Im Zusammenhang mit vorausdenkendem Handeln, kam die Sprache auf kommende Generationen, und ob diese wohl mit den Aktivitäten ihrer Mütter und Väter zufrieden wären. „Meinst du, dass unsere Kinder später stolz auf uns sind?“, wandte sich Heiner fragend an Paul.
Paul gab sich wortkarg: „Wir werden sehen.“ Er wollte nicht darüber nachdenken was seine Kinder später über ihn sagen würden. Seine beiden Söhne machten keinerlei Anstalten mehr nach Afrika zurückzukehren. Gerade der Erstgeborene aber hätte jetzt die Pflicht, seine Aufgaben in der Erbfolge zu erfüllen. Die eheliche Tochter Gislène war zwar mittlerweile in den väterlichen Haushalt zurückgekehrt, zeigte sich aber ziemlich widerwillig und borstig. Zudem gab es in der Großfamilie in Bamako ganz erhebliche Schwierigkeiten. „Na Paul, wo ist deine gute Laune von gestern hingekommen?“, fragte Carl nunmehr irritiert und als keine Antwort kam, setzte er noch frech hinzu: „Hat dich deine neue lila Flamme verärgert?“ Carl vermutete nämlich zudem – nicht ganz zu Unrecht – dass Pauls neue Freundin gänzlich andere Ansichten vertrat als der arg konservativ eingestellte Paul. Und wie man über solche Partnerschaften annehmen darf, leiden die in ihren altmodischen Vorstellungen gebeutelten Männer erheblich unter den modernen Vorstellungen ihrer Frauen.

Als Bürgermeisterin kandidieren

„Violetta hat damit gar nichts zu tun!“ entfuhr es da Paul heftig. „Sie hat sehr viel mit ihrer politischen Arbeit um die Ohren und wir sehen uns nur wenig“, kam es beleidigt von Paul. „Was macht denn deine Violetta?“, fragte Heiner nun neugierig. „Vielleicht können wir sie ja einladen, mit uns an der Linach spazieren zu gehen, damit wir uns politisch mit ihr auszutauschen – immerhin steht mancherlei Wahlkampf an. Und da hat womöglich deine Angebetete gute Ideen beizusteuern, um das Kraftwerk in den politischen Auseinandersetzungen weiterzubringen“, ergänzte Heiner begeistert. Paul erwiderte zerknirscht: „Sie ist bereits näher an dem Thema dran, als du denkst – sie will hier, in dieser Gemeinde als Bürgermeisterin kandidieren.“ Erstaunt über das plötzliche Auftauchen einer neuen weiblichen Kraft im kleinkarierten politischen Leben an der Breg, blieb Heiner der Mund offen stehen … Fortsetzung folgt.

Erläuterungen:

Daseinsvorsorge in der Energie:
https://cdn.website- editor.net/f2e4bd5c50274b788f195797ce845591/files/uploaded/AbBEkDaseinsvorsor ge%2520final%2520Jan-21.pdf

Winterabsenkung:
https://cdn.website- editor.net/f2e4bd5c50274b788f195797ce845591/files/uploaded/LK%25C3%259C- Meine%2520Gedanken-4.pdf
https://cdn.website- editor.net/f2e4bd5c50274b788f195797ce845591/files/uploaded/LK%25C3%259C- Linach%2520f%25C3%25BCr%2520B%25C3%25BCrger%2520%252B%2520Schwab o%2520%2520%252B%2520S%25C3%25BCdkurier.pdf

Untertanengeist: http://www.freigeist-forum-tuebingen.de/2021/01/unglaublich-was-betrieben-wird- ein.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Hintersassen

Kräfte in der Demokratie: https://punkt-preradovic.com/gerichte-vor-entscheidung-mit-dr-reiner-fuellmich/ https://www.youtube.com/watch?v=RAMuLT3krEw&list=PL1eFyfyVP6giXRTGAhVQtKrl 7roRdNzsQ&index=1

Stiftung Corona-Ausschuss, Video der Sitzung Nr. 37 ab 0:00: https://corona-ausschuss.de/

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„Gesundheit ist keine Ware“ – Online-Petition für bessere Pflege unterschreiben

Nur noch wenige Stunden dann endet die Onlinepetition zur Stärkung der Pflege. Bitte heute gleich unterschreiben.

Von Christian Kümmerer, Schwäbisch Hall

Letzte Möglichkeit für Unterschrift

Nicht nur Attac Deutschland unterstützt die Sache, sondern auch die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di auf der Bundesebene. Wir wollen heute quasi auf die letzte Möglichkeit zur Unterschrift hinweisen.

Letzte Möglichkeit zum Unterschreiben der Online-Petition:

https://www.attac.de/kampagnen/gesundheit-ist-keine-ware/startseite-gesundheitskampagne/

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„Lang beschattete Täler“ – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich: Der Episoden vierunddreißigster Teil

„Lang beschattete Täler“ – Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit Häbich: Der Episoden vierunddreißigster Teil. Die geschilderten Handlungen, Personen und Namen sind frei erfunden. Es werden keine realen Namen von Personen angegeben. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten, lebenden oder toten Personen wären rein zufällig und sind weder gewollt noch beabsichtigt.

Von Birgit Häbich

XXXIV Wasser

… Am Eingang des Waldes steht eine Schautafel des Wasserkraftlehrpfades. Dieser Wald gehört Hubertus, neben dem Gutleutehof, bewirtschaftet er den umfangreichen Baumbestand mit Pferden. Bei dieser schonenden Art der Waldwirtschaft bleibt der Boden locker. Die ziemlich breiten Schneisen der Verwüstung gibt es nur beim rücksichtslosen Einschlag mit so genannten Erntemaschinen; diese hinterlassen eine mehrere Meter tiefe Bodenverdichtung als Folgeschaden. Da wächst kein Baum mehr. Dort wo aber der Boden beim Fällen locker bleibt, wo ein hoher Baum Licht für andere macht, da kann wieder erfolgreich angepflanzt werden. Oder man überlässt es der Natur, welcher Schössling sich dann dort zum Himmel recken wird.

Goethes >Wasser Welle<

Während die drei Freunde schweigend und gemächlich die Schlangenlinien bergauf nahmen, freuten sie sich an der Stille. Die Luft schmeckte nach erdigem Wald und die schmalen Serpentinen waren weich und bequem zu begehen. Als der Pfad sich, etwa auf Höhe des Krafthauses, zu einem breiteren Weg weitete, war rechterhand im Tal die Linach zu erspähen. Von der Anhöhe, auf der linken Seite her, gurgelte und plätscherte es gänzlich verborgen und leise unter den Moosen. Ab und zu sprang dann ein kleines glitzerndes Rinnsal hervor. Nach Regenfällen und Schneeschmelzen wurden diese Rinnsale zu regelrechten Bächen, und das Wasser suchte sich seinen eigenwilligen Weg, um ins Tal zu gelangen.

Von diesem Schauspiel der Natur inspiriert fing Carl Eugen unvermittelt an Goethes >Wasser Welle< zu zitieren:

Vom Himmel kommt es, Zum Himmel steigt es, Und wieder nieder
Zur Erde muß es,
Ewig wechselnd.
Strömt von der hohen, Steilen Felswand
Der reine Strahl,
Dann stäubt er lieblich In Wolkenwellen
Zum glatten Fels,
Und leicht empfangen, Wallt er verschleiernd, Leisrauschend
Zur Tiefe nieder.
Ragen Klippen
Dem Sturz entgegen, Schäumt er unmutig

Stufenweise Zum Abgrund.
Im flachen Bette
Schleicht er das Wiesental hin, Und in dem glatten See Weiden ihr Antlitz
Alle Gestirne.
Wind ist der Welle Lieblicher Buhler;
Wind mischt vom Grund aus Schäumende Wogen.
Seele des Menschen,
Wie gleichst du dem Wasser! Schicksal des Menschen, Wie gleichst du dem Wind!

Lokale Notstromversorgung

Heiner und Paul lauschten andächtig Carls Worten. Während sie weiter ihres Weges gingen, hielten sie ab und zu an, um die Informationstafeln zu studieren. Es gab da allerlei zur Natur des Schwarzwalds und zum gesamten Wasserkraftwerk an der Linach zu erkunden. „Sag mal Heiner, könnte sich eigentlich auch heute noch die Gemarkung mit dem erzeugten Strom aus der Talsperre unabhängig von außen mit Strom versorgen?“, fragte Carl dann neugierig. Heiner Grün setzte zu einer längeren Erklärung an: „Ja und nein. Also alleine vom Wasserkraftwerk nur, wenn man keinen Strom für das produzierende Gewerbe hier in der Gegend entnehmen würde. Und nur, wenn die privaten Haushalte mit der allergrößten Sparsamkeit auskommen würden. Ja, dann könnte man mit dem Wasserkraftwerk eine Art lokale Notstromversorgung sichern, sofern das Gebiet dafür ausgestattet ist.“ „Aha!“, meinte Carl und bohrte weiter: „Aber auf Dauer, wie könnte man auf Dauer, ganz konkret, das hiesige Stadtgebiet mit den ganzen Dörfern drum herum und allen den Betrieben auf der Gemarkung als Stromverbraucher versorgen?“

Energiequellen Sonne, Wasser und Wind

„Dazu müsste man vor allem das vorhandene Windkraftpotential mit einbeziehen, und mit genügend Photovoltaikanlagen ergänzen. Eine der Energiequellen Sonne, Wasser und Wind steht immer zur Verfügung. Jede der drei kann auch abwechselnd genützt werden – gleich zur direkten Versorgung, oder um die sowieso notwendigen Batteriespeicher zu füllen.“, erklärte Heiner Grün. „Mhm“, meinte Carl nachdenklich und mit zusammengezogenen Augenbrauen – dann fragte er erneut: „Aber das geht doch auch nur, wenn man sich zu einer solidarischen Gemeinschaft auf örtlicher Ebene zusammenschließt, oder? Also die Herstellung und den Verbrauch von Strom regional organisiert, und nach Möglichkeit in einem Gebiet lokal ausgleicht.“ „Ja, das ist es ja, worauf ich bereits seit vierzig Jahren hinarbeite. Und jetzt endlich wäre die lokale bürgerschaftliche Energieversorgung auch möglich. Die EU hat dazu Freiräume geschaffen, die ja nur noch per Gesetz von der Bundesregierung beschlossen werden müssen. Solange von der Regierungskoalition aber nichts als Hinhaltetaktiken kommen, verbauen sie für die Bürger einfach weiterhin die selbstbestimmte Form der ökologisch orientierten Zukunft.“ Paul, der seither mit keiner Silbe zum Gespräch beigetragen und geschwiegen hatte, meinte aus seiner Sicht ganz lapidar: „Manche erkennen eben die Zeichen der Offenbarungen immer noch nicht.“

Erbprinzenweg

Als der Pfad dann eng am Hang entlang führte, konzentrierte sich jeder auf den Weg. Dann bogen sie nach links ab, um auf der jetzt steil ansteigenden Furt zum Fürstlich Fürstenbergischen Erbprinzenweg zu gelangen. Dabei gingen die Freunde jeweils ihren eigenen Gedanken nach.
Carl Eugen dachte über die verwandtschaftlichen Beziehungen Paulas nach. Paulas Tante Renate Teufel verkuppelte ihren älteren Sohn Wilhelm, aus Angst dass er sonst keine mehr abkriegen würde, irgendwann mit einer Tochter von guten Bekannten. Aus dieser ersten Ehe, gingen zwei Söhne hervor. Die zweite und jetzige Frau Wilhelms, war Lehrerin und Psychotherapeutin. Im Bericht seines Informanten Findus war vermerkt, dass Helmut, der erstgeborene Sohn Wilhelms eigenständig leben würde, während der andere, Lucian, sich nie ganz aus den bestehenden familiären Abhängigkeiten gelöst hätte. Als Volkswirtschaftler tätig, lebe er nun im Haus der Oma seiner Frau, in einer kleinen Gemeinde im Mainhardter Wald.

Lucian Teufel

Carl Eugen Friedner durchfuhr ein kalter Schauer – der Vetter von Paula, Wilhelm, und sein Sohn Lucian Teufel waren im Spätsommer 2016 oft in der Nähe von Paulas Atelier gesehen worden. Paulas Großcousin Lucian war wohl immer wieder in der Kreisstadt unterwegs. Findus wies in seinem Bericht daraufhin, dass Lucian Teufel sich aber stets bedeckt hielt. Dieser wurde dann im Herbst nur hin und wieder nachts in der Innenstadt gesehen. Während sein Vater selbst tagsüber offen durch die Kreisstadt spazierte und bei Paula im Laden aus- und einging … Fortsetzung folgt.

Erläuterungen:

*Schonende Waldwirtschaft: https://www.br.de/mediathek/video/holzruecken-mit-pferden-schonende- waldbewirtschaftung-av:58b03be4a633ba001118c764

*Lyrisches und mehr: https://de.wikipedia.org/wiki/Gesang_der_Geister_%C3%BCber_den_Wassern https://www.projekt-gutenberg.org/trakl/gedichte/gedichte.html

*Erneuerbare Energie in Bürgerhand: https://www.youtube.com/watch?v=wxJD4x6vHz0&feature=youtu.be

*Offenbarungen:
https://www.youtube.com/watch?v=MwbdirHG7qI https://punkt-preradovic.com/gerichte-vor-entscheidung-mit-dr-reiner-fuellmich/

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„Die Landtags-KandidatInnen der Region Hohenlohe online befragen“ – Wo?: Auf der Internetseite abgeordnetenwatch.de

Elf Frauen und Männer kandidieren für den Wahlkreis 22 (Schwäbisch Hall) bei der Landtagswahl am 14. März 2021. Zehn KandidatInnen sind es im Wahlkreis 21 (Hohenlohe). Auf der Internetseite abgeordnetenwatch.de können auch die KandidatInnen der Region Schwäbisch Hall-Hohenlohe befragt werden.

Von der Internetseite abgeordnetenwatch.de

Die KandidatInnen des Wahlkreises 22 (Schwäbisch Hall) online befragen:

https://www.abgeordnetenwatch.de/baden-wuerttemberg/kandidierende?politician_search_keys=74592

Die KandidatInnen des Wahlkreises 21 (Hohenlohe) online befragen:

https://www.abgeordnetenwatch.de/baden-wuerttemberg/kandidierende?politician_search_keys=74653

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„Klimaschutz, Familienpolitik, Kinderarmut, Demokratie, Kommunalpolitik“ – Online-Veranstaltungen der Schwäbisch Haller Linken

Die Veranstaltungsreihe mit der Schwäbisch Haller Landtagskandidatin Ellena Schumacher Koelsch (Linke) geht weiter. Nächste Woche finden verschiedene Online-Veranstaltungen statt. Alle Veranstaltungen sind über Instagram-Live zu erreichen. Sie sind unter ellena_schumacher_Koelsch zugänglich.

Von Cedric Schiele, Kreissprecher Die Linke Schwäbisch Hall und Hohenlohe

  • Montag, 8. Februar 2021:
    19 Uhr, Norbert Müller, MdB Brandenburg, Kinderarmut effektiv bekämpfen!
    20 Uhr, Melanie Wery-Sims, Spitzenkandidatin Rheinland Pfalz, Moderne Familienpolitik gestalten!
  • Dienstag, 9. Februar 2021:
    19 Uhr, Christoph Podstawa, Landesgeschäftsführer Niedersachsen, Kurz vor 12: Letzte Chance für wirksamen Klimaschutz!
    20 Uhr, Ali Haydar Mercan, Fraktionsvorsitzender Ahrensburg, Schleswig-Holstein, Wahlrecht für Alle!
  • Donnerstag, 11. Februar 2021:
    19 Uhr, Martina Renner, MdB Thüringen, Aufstehen gegen Rechts!
    20 Uhr, Mirko Schultze, MdL Sachsen und Marko Schmidt, Kreisgeschäftsführer Görlitz, Sachsen, Die Zukunft des Landes: Gutes Leben außerhalb der Metropolen!
  • Freitag, 12. Februar 2021:
    19 Uhr, Dr. Daniel Trepsdorf, Landtagskandidat, Mecklenburg- Vorpommern, Demokratie fördern!
    20 Uhr, Ali Zant, Stadtrat Die LINKE, Weiden in der Oberpfalz, Wie geht Linke Kommunalpolitik?

Alle Veranstaltungen finden über Instagram-Live statt und sind unter ellena_schumacher_Koelsch zugänglich.

Büro in Schwäbisch Hall wieder geöffnet

Die Linke öffnet ihr Büro (Lange Straße 36, 74523 Schwäbisch Hall) ab dem 17. Februar 2021 wieder wie gewohnt, jeden Mittwoch, von 10 Uhr bis 19 Uhr, für interessierte Bürgerinnen und Bürger. Ebenfalls am Mittwoch, 17. Februar 2021, ist Kreis- und Stadträtin Ellena Schumacher Koelsch für eine BürgerInnensprechstunde zwischen 17 Uhr und 19 Uhr im Linken-Büro.

Weitere Informationen und Kontakt:

https://die-linke-sha.de/

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„Persönliche Einschränkungen durch Coronamaßnahmen aufheben“ – Offener Brief von Almuth Bantzhaff aus Schrozberg-Bartenstein

Wegen der Corona-Einschränkungen und der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 14. März 2021 hat Almuth Bantzhaff aus Bartenstein einen „Offenen Brief“ an die Landeswahlleiterin des Landes Baden-Württemberg, Cornelia Nesch, die Mitglieder des Landtages von Baden-Württemberg und die Mitglieder des Bundestages der Bundesrepublik Deutschland geschickt. Hohenlohe-ungefiltert veröffentlicht den Offenen Brief in voller Länge. Zur besseren Lesbarkeit hat die Redaktion Zwischenüberschriften eingefügt.

Offener Brief von Almuth Bantzhaff, Schrozberg-Bartenstein

Sehr geehrte Frau Nesch,
sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,

letzte Woche habe ich ein Schreiben erhalten, mit dem ich aufgefordert werde, mich ehrenamtlich als Vorsitzende des Briefwahlvorstandes eines Teilortes von Kirchberg an der Jagst zur Verfügung zu stellen. Ähnliche Aufforderungen habe ich die letzten Jahre anlässlich verschiedener Wahlen erhalten und bin diesen nach einem Blick in meinen Terminkalender meist ohne weiter nachzudenken gefolgt, nicht zuletzt um meine KollegInnen, die mit der Organisation der Wahlen seitens der Stadtverwaltung befasst sind, zu unterstützen.
Die jetzige Anfrage zur WahlhelferIn, die ähnlich lautend aktuell an zahlreiche Menschen allerorten in Baden-Württemberg verschickt wird, kann ich für meine Person nicht so einfach unterschreiben. Zahlreiche Personen sind aufgefordert letztlich in ihrer Freizeit zu helfen, dass Demokratie in unserem Land lebendig und aufrecht erhalten bleibt. Die WahlhelferInnen werden benötigt, um denjenigen, die von ihrem Wahlrecht als einem Grundpfeiler der Demokratie Gebrauch machen wollen, dies durch ihren Einsatz zu ermöglichen.

„Bloß keinen Kontakt zu Mitmenschen“

Sie, Frau Nesch, erwarten laut Berichterstattung (u. a. in der Schwäbischen Post) mehr Briefwähler. Dies dürfte so zutreffend sein, da seit Monaten die Angst vor anderen Menschen als potentielle Virusüberträger geschürt wird. Bloß keinen Kontakt zu Mitmenschen, wenn ich sicher gehen will, letztlich nicht an Covid-19 zu sterben! Und wenn ich mich nicht an die AHA- und sonstige Regeln halte, sehen mich die meisten Zeitgenossen, dank der Panikmache von Politik und Medien, als potentielle Mörderin. Also auch nicht ins Wahllokal, wo das Virus zuschlagen könnte.
Nach Ihren Aussagen, Frau Nesch, “sind alle darauf eingestellt“, dem hohen Anteil an Briefwählern gerecht zu werden und Sie rufen die Bevölkerung auf, sich als Wahlhelfer zu engagieren.

„Husch, husch ins Körbchen“

Bei der Wahl helfen soll und darf also jeder. Er darf auch nach 20 Uhr noch helfen. Er darf auch nach 20 Uhr nach Hause fahren/gehen. Er darf auch mit egal wie vielen Personen über den Kreis seines eigenen Haushaltes hinaus im Wahllokal stundenlang Stimmzettel entgegennehmen, auszählen, Ergebnisse zusammenstellen etc.. Anschließend dann aber schnell auf direktem Weg nach Hause „husch, husch ins Körbchen“ und weiter Verzicht üben zum Wohle der Allgemeinheit, zum Wohle der Gesundheit. Aus Rücksichtnahme auf die Gesundheit der anderen bleiben wir insbesondere von 20 bis 5 Uhr zuhause (es sei denn der Hund muss Gassi geführt werden, denn dessen Grundrecht auf Freizügigkeit wurde bekanntlich nicht eingeschränkt). Zur Begründung haben wir ja die „Pandemie“. **

Angstszenarien

Ja, wir leben (je nachdem wie man „leben“ definiert mehr oder weniger) in Zeiten einer von der WHO ausgerufenen „Pandemie“ – so werden wir jeden Tag, ob wir es hören wollen oder nicht, beschallt. Seit Monaten werden Angstszenarien aufgezeigt, denen man nur schwer entkommt, wenn überhaupt, nur mit völligem Verzicht auf jegliche Medien.
Wenn wir es jetzt also (immer noch) mit einer Pandemie und damit einer weltweit sich stark ausbreitenden Infektionskrankheit, mit hohen Erkrankungszahlen und schweren Krankheitsverläufen zu tun haben, die dafür hergenommen wird, um Grund-, Menschen- und Freiheitsrechte extrem einzuschränken oder gar auszusetzen, wie verantwortlich hat die Politik dann gehandelt als sie Lockerungen von Coronamaßnahmen über Weihnachten beschlossen hat?

Völlig überfüllte Lebensmittelmärkte

Was macht den Unterschied zwischen WahlhelferInnen mit Abstand in einem Wahllokal über mehrere Stunden gegenüber einem Aufenthalt in einem (Speise-)Lokal, dessen Betreiber teilweise unter hohem finanziellem Aufwand Hygienemaßnahmen getroffen haben, etwa über durchschnittlich 1 bis 1,5 Stunden mit Abstand und Trennvorrichtungen?
Warum dürfen VerkäuferInnen im Einzelhandel stundenlang in völlig überfüllten Lebensmittel- und Discountermärkten für die KundInnen da sein und der übrige Einzelhandel ist geschlossen?
Wie ist zu erklären, dass die Politik, also auch Sie, sehr geehrte Damen und Herren Land- und Bundestagsabgeordnete, nichts gegen den Abbau von mehr als 3.000 Intensivbetten in den letzten Monaten in Deutschland unternehmen? Dies ist auch nicht durch die geänderte Zählweise beim DIVI- Intensivregister, das in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch Institut seit April 2020 die verfügbaren Intensivbetten in Deutschland erfasst, zu erklären (https://www.divi.de/divi-intensivregister-tagesreport-archiv).

Doch keine „Pandemie“?

Die Liste mit solchen und ähnlichen Fragen, wie inkonsequent beschlossene Maßnahmen der Politik sind, ließe sich noch beliebig fortsetzen.
Vielleicht liegt es daran, dass der eine oder die andere PolitikerIn doch besser informiert zu sein scheint als man glauben kann. Vielleicht ist die Information, dass die durch das Coronavirus verursachte Krankheit weniger tödlich als ursprünglich angenommen ist (https://www.merkur.de/welt/who-corona-studie-tote- uebersterblichkeit-infektion-pandemie-zr-90073439.html) bei dem ein oder der anderen angekommen. Vielleicht hat die Tatsache, dass weltweit nicht annähernd soviele Menschen wie ursprünglich von „Experten“ prophezeit gestorben sind, dazu geführt, dass darüber nachgedacht wurde, dass wir es möglicherweise doch mit keiner „Pandemie“ zu tun haben. Dann kann verantwortet werden, dass es bürger- und wählerfreundliche „Lockerungen“ gibt.

Grund- und Freiheitsrechtseinschränkungen

Müsste dann aber nicht jetzt weiter daraus (und aus zwischenzeitlich zahlreich vorliegenden Studien) gefolgert werden, dass die Grund- und Freiheitsrechtseinschränkungen, sofort aufhören müssen?

Symptomlose Kranke

Man muss kein Mediziner sein, um sich zu wundern, wenn bei Statistiken, Inzidenzen etc. Tabellen mit „symptomlosen Kranken“ oder „asymptomatisch Erkrankten“ gefüllt werden.
Der Brockhaus definiert Krankheit als „Störungen im Ablauf der normalen Lebensvorgänge in Organen und Organsystemen durch einen Reiz, der zu einer von der Norm abweichenden vorübergehenden Beeinträchtigung der physischen Funktionen … auch zu wahrnehmbaren körperlichen Veränderungen, im Extremfall zum Tod führt…“
Dies entspricht meinem bisherigen Verständnis von Krankheit und nicht irgendetwas ohne Symptome und schon gar nicht eine „Krankheit“, die bestimmte Symptome aufweist und wenn diese nicht da sind, gibt es eben „asymptomatisch Erkrankte“. Entschuldigung, aber da kann man den Eindruck gewinnen, wir sollen, gelinde gesagt, für dumm verkauft werden.

Persönliche Einschränkungen durch Coronamaßnahmen aufheben

Die Liste der Ungereimtheiten ließe sich noch weiter fortsetzen. Ich gehe aber davon aus, dass das Wesentliche, das mich bewegt, so lange nicht für ein Ehrenamt bezüglich einer Landtagswahl o. ä. zur Verfügung zu stehen, bis die persönlichen Einschränkungen durch Coronamaßnahmen aufgehoben sind, klar geworden ist.
Solange also unsere Regierungen, wovon eine jetzt wiedergewählt werden will/soll, nicht willens sind, die freiheitlich demokratische Grundordnung, zu deren Schutz sich jeder Politiker verpflichtet hat, wiederherzustellen, bin ich nicht willens, in meiner (durch zahlreiche „Coronamaßnahmen“ sehr eingeschränkten) Freizeit ehrenamtlich bei einer Wahl zu helfen.
Ich bin bereit, für die freiheitlich demokratische Grundordnung einzutreten, deren Schutz im Grundgesetz garantiert wird (dies habe ich vor bald dreißig Jahren bei meiner Berufung ins Beamtenverhältnis gelobt). Ich bin aber nicht bereit, das, was unter dem Deckmantel des Infektionsschutzes angeblich demokratisch abgedeckt aktuell in Deutschland und Baden-Württemberg praktiziert wird, zu unterstützen.

Bis zur Landtagswahl bleibt nicht mehr viel Zeit

Als ein Beispiel sei hierzu angeführt, dass hochrangige Politiker ernsthaft vorschlagen, Menschen einzusperren, wenn sie sich nicht an etwaige (äußerst fragwürdige und keineswegs epidemiologisch sinnvolle) Quarantänemaßnahmen halten. Solche Aussagen machen mich sprachlos. Unfassbar, dass solche Vorschläge für diese Politiker ohne Konsequenzen bleiben.
Ich kann mir gut vorstellen, dass es noch zahlreiche BürgerInnen gibt, die ähnliche Gedanken haben und deshalb nicht als WahlhelferIn zur Verfügung stehen. Vielleicht liegen Sie, Frau Nesch, daher auch mit Ihrer Aussage, dass „alle darauf eingestellt sind“, dass am Wahltag alles klappt, nicht ganz richtig.
Bis zur Landtagswahl bleibt nicht mehr viel Zeit, um die Dinge auf den richtigen Weg zu bringen und bis zur Bundestagswahl nur wenig mehr.

Mit freundlichen Grüßen
Almuth Bantzhaff

* *Pandemie: lt. Wikipedia eine „neu, aber zeitlich begrenzt in Erscheinung tretende, weltweite starke Ausbreitung einer Infektionskrankheit mit hohen Erkrankungszahlen und i. d. R. auch mit schweren Krankheitsverläufen.“[1] Im Unterschied zur Epidemie ist eine Pandemie örtlich nicht beschränkt, [2] es kann aber auch bei Pandemien Gebiete geben, die nicht von der Krankheit betroffen werden. In Bezug auf die Influenza hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihren zuletzt im Mai 2017 überarbeiteten Leitlinien zum Pandemic Influenza Risk Management festgelegt, dass die Ausrufung einer Pandemie – also der Übergang von einer Epidemie zur Pandemie – durch den Generaldirektor der WHO erfolgt.[3

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„Wegen brutalem Polizeieinsatz in der Landeserstaufnahmestelle (LEA) Ellwangen“ –  Prozess von Alassa M. gegen das Land Baden-Württemberg

Nach zweieinhalb Jahren Schweigen wird am Donnerstag, 18. Februar 2021, um 10 Uhr die Klage von Alassa Mfouapon gegen das Land Baden-Württemberg vor dem Verwaltungsgericht in Stuttgart öffentlich verhandelt. Prozessbeginn ist am Donnerstag, 18. Februar 2021, um 10 Uhr im Verwaltungsgericht Stuttgart, Augustenstr. 5, 1. Obergeschoss, Saal 5.

Von Adelheid Gruber, Freundeskreis Alassa and Friends

Worum geht es?

Bei einem Polizeieinsatz im Mai 2018 in der LEA (Landeserstaufnahmestelle) Ellwangen wurde die Abschiebung eines Flüchtlings aus Togo durchgesetzt. Aus der Klageschrift: “Eingesetzt waren 500 – 600 Polizeibeamte, darunter Sondereinheiten und Polizeihunde, die in den Räumlichkeiten der LEA Ellwangen ohne Rechtsgrundlage (ein richterlicher Durchsuchungs- oder Beschlagnahmebeschluss lag nicht vor) oder Genehmigung der betroffenen Personen die Räumlichkeiten und sämtliche dort anwesenden Personen durchsuchten, dabei allein 40 nicht verschlossene Türen stark beschädigten und elf Flüchtlinge zum Teil erheblich verletzten. Von diesem Vorgehen war auch der Kläger selbst unmittelbar betroffen.”

Spontane friedliche Solidaritätsaktion

Vorausgegangen war dem einige Nächte zuvor eine spontane friedliche Solidaritätsaktion der anderen Bewohner gegen die Abschiebung ihres togolesischen Mitbewohners. Berichte über Verletzungen von Polizisten dabei erwiesen sich hinterher als Fehlinformation. Dennoch diffamierte Baden-Württembergs CDU-Innenminister Strobl diese Flüchtlinge als „hoch aggressiven Mob“, sprach von „rechtsfreien Räumen“ und begründete damit den massiven Polizeieinsatz. Wenige Tage nach diesem Vorfall organisierte Alassa M. gemeinsam mit anderen Flüchtlingen eine gewaltlose Protestdemonstration in Ellwangen, unter der Parole „Viel wurde über uns geredet. Jetzt reden wir. Wir sind Flüchtlinge – keine Kriminellen“.

Gegen AfD- und BILD-Hetze juristisch erfolgreich vorgegangen

Daraufhin wird Alassa M. im Juni 2018 unter brutalen Umständen selbst nach Italien abgeschoben. Von dort aus erhebt er am 18. September 2018 Klage gegen das Land Baden-Württemberg wegen des brutalen Polizeieinsatzes in Ellwangen, sowie gegen die traumatisierenden Umstände seiner Abschiebung. Diese Klage richtet sich auch gegen die verschärfte Abschiebepolitik der Landesregierung. Alassa Mfouapon konnte Ende 2018 aus Italien wieder einreisen, wo er keinerlei Chance auf ein Asylverfahren erhalten hatte. In der Folge wurde er in einer gemeinsamen Kampagne von Bild-Zeitung und Alice Weidel (AfD), mit bewussten Lügen als „Rädelsführer und Asylbetrüger“ kriminalisiert. Gegen diese Hetze ging er gerichtlich vor und bekam Recht beim Hamburger Landgericht.

Recht auf Unverletzlichkeit der Wohnung

Ob der damalige Polizeieinsatz überhaupt so hätte durchgeführt werden dürfen, wird von vielen stark in Frage gestellt, denn das Recht auf Unverletzlichkeit der Wohnung steht auch einem Flüchtling zu. Die Klageschrift führt dazu aus: „…Insbesondere auch das Grundrecht Art. 13 wurde verletzt, dem es in den Absätzen 1 und 2 heißt: „(1) Die Wohnung ist unverletzlich. (2) Durchsuchungen dürfen nur durch den Richter, bei Gefahr im Verzuge auch durch die in den Gesetzen vorgesehenen anderen Organe angeordnet und nur in der dort vorgeschriebenen Form durchgeführt werden.“ Die polizeilichen Maßnahmen am 3. Mai 2018 und 20. Juni 2018 verstoßen gegen deutsches Verfassungsrecht, die Europäische Konvention für Menschenrechte und die Genfer Flüchtlingskonvention.”

“Freundeskreis Flüchtlingssolidarität”

Der “Freundeskreis Flüchtlingssolidarität”, dessen Sprecher Alassa M. ist, sieht inzwischen auf europäischer Ebene den Versuch weiterer Verschärfung des Asylrechts, noch schärferer Abschottung der EU-Außengrenzen, und eine skandalöse Behandlung von Flüchtlingen, ob in deutschen Erstaufnahmeeinrichtungen wie Ellwangen, ob im Mittelmeer, in Griechenland oder in Bosnien.

Klage gegen das Land Baden-Württemberg eingereicht

Diese Klage steht für die ganze demokratische Flüchtlings-Bewegung und Alassa M. sagt dazu: Wenn diese Polizisten die Auswirkungen dieses brutalen Angriffs ermessen hätten, hätten sie dies nicht getan. Die Flüchtlinge verloren zu dieser Zeit alle Hoffnung auf Schutz des Asylrechts und die Menschenrechte. Deshalb habe ich eine Klage gegen das Land Baden-Württemberg eingereicht.”

Kurzinformation:

Die Verhandlung Alassa Mfouapon gegen das Land Baden-Württemberg findet statt am Donnerstag, 18. Februar 2021, um 10 Uhr im Verwaltungsgericht Stuttgart, Augustenstraße 5, 1. Obergeschoss, Saal 5. Die Verhandlung ist öffentlich.

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„Vom Land ins Ländle – Glückliche Bäuer:in und Glückliche Kühe“ – Online-Wahlkampfdiskussion der LINKEN Schwäbisch Hall und Hohenlohe mit ihrer Fraktionsvorsitzenden im Bundestag Amira Mohamed Ali

„Vom Land ins Ländle –- Glückliche Bäuer:in und Glückliche Kühe“ heißt eine Veranstaltung der LINKEN in Schwäbisch Hall und Hohenlohe zur Landtagswahl in Baden-Württemberg. Am Dienstag, 2. Februar 2021, ab 19 Uhr diskutieren Amira Mohamed Ali (MdB und Fraktionsvorsitzende Linksfraktion im Bundestag) mit Ellena Schumacher Koelsch (Landtagskandidatin Schwäbisch Hall) und Simon Brecht (Landtagskandidat Hohenlohe) live auf Zoom.

Von Cedric Schiele, Kreissprecher Die Linke Schwäbisch Hall und Hohenlohe

Existenz unter dem Traktor weggezogen

Unsere Landkreise Schwäbisch Hall und Hohenlohe sind landwirtschaftlich geprägt und Landwirtschaft ist immer wieder ein großes Thema, nicht zuletzt wegen des Klimawandels. Allerdings wird den Bäuer:innen immer aktuell ihre Existenz unter dem Traktor weggezogen oder sie werden für Umweltschäden verantwortlich gemacht, die in erster Linie der aktuellen Bodenpolitik geschuldet ist. Die Frage muss also eher sein, wie schafft man es, für eine ökologische Landwirtschaft zu sorgen, ohne die Bäuer:innen auf der Strecke zu lassen?

Umstieg auf nachhaltige Bewirtschaftung

DIE LINKE setzt sich zur Landtagswahl vor allem dafür ein, gute Anreize zu schaffen, um den Umstieg auf eine nachhaltige Bewirtschaftung sicher zu stellen. Es ist dabei ganz wichtig, dass auch die Übergangszeit abgesichert ist, um eine regionale Produktion zu erhalten.
Über diese Themen sprechen unsere Landtagskandidierenden Ellena Schumacher Koelsch und Simon Brecht mit der Vorsitzenden der Linksfraktion Amira Mohamed Ali, sie ist Sprecherin für Verbraucher- und Tierschutz.

An der Online-Diskussion am Dienstag, 2. Februar 2021, ab 19 Uhr live auf Zoom teilnehmen:

https://zoom.us/j/96539942993?pwd=M2x5YTVWdGtFS3lNS2U2bVZHbkRSZz09

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„Annemarie Mürter-Mayer zur Bürgermeisterin von Kressberg gewählt“ – Entscheidung bereits im ersten Wahlgang

Bei der Bürgermeisterwahl in Kressberg hat es bereits im ersten Wahlgang eine Entscheidung gegeben. Zur neuen Bürgermeisterin der Gemeinde wurde am heutigen Sonntag (31. Januar 2021) Annemarie Mürter-Mayer gewählt. Die bisherige Kämmerin der Gemeinde erhielt 1140 Stimmen (51.72 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 67,83 Prozent. 2212 von 3261 Wahlberechtigten haben abgestimmt. Sechs Kandidaten standen auf dem Wahlzettel. Amtsinhaber Robert Fischer geht am 1. April 2021 in den Ruhestand.

Informationen zusammengestellt von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

Die Ergebnisse der Kressberger Bürgermeisterwahl:

Annemarie Mürter-Mayer / 1.140 Stimmen / 51,72 Prozent
Tobias Unger / 529 Stimmen / 24,0 Prozent
Axel Schumacher / 262 Stimmen / 11.89 Prozent
Michael Klunker / 129 Stimmen / 5.85 Prozent
Ralf Straetz / 24 Stimmen / 1.09 Prozent
Falk Stefan Illig / 8 Stimmen / 0.36 Prozent
Sonstige / 112 Stimmen / 5.08 Prozent

Wahlberechtigte: 3261

Abgegebene Stimmen: 2212 (67,83 Prozent)

Gültige Stimmen: 2204 (99,64 Prozent)

Ungültige Stimmen: 8 (0,36 Prozent)

Weitere Informationen im Internet:

https://wahlergebnisse.komm.one/01/produktion/wahltermin-20210131/08127101/html5/Buergermeisterwahl_Gemeinde_Kressberg_267_Gemeinde_Gemeinde_Kressberg.html

Online-Wahlforum des Hohenloher Tagblatts:

https://www.swp.de/video/kressberg-buergermeister-wahl-2021-kandidaten-video-54556480.html

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