„Ungeheuerliche Vorgänge im Stuttgarter Schlosspark“ – Jochen Dürr zur Gewalteskalation bei Stuttgart 21

Einen Aufruf zum aktiven Widerstand gegen Stuttgart 21 hat Jochen Dürr aus Schwäbisch Hall im Auftrag des Aktionsbündnisses K21 im Landkreis Schwäbisch Hall verschickt. Hohenlohe-ungefiltert veröffentlicht die wichtigsten Inhalte des Schreibens. Bei dem gekürzten Teil handelt es sich um einen Abschnitt, in dem zur Teilnahme an der Demonstration am Freitag, 1. Oktober 2010, in Stuttgart aufgeufen wurde. Leider hat der Artikel die Hohenlohe-ungefiltert aus technischen Gründen verspätet erreicht.

Von Jochen Dürr, Schwäbisch Hall

Liebe Stuttgart 21-GegnerInnen aus Schwäbisch Hall, Crailsheim, Gaildorf und anderen Teilen des Landkreises Schwäbisch Hall,

eine erste E-Mail von mir im Auftrag des Aktionsbündnisses K21 im Landkreis Schwäbisch Hall. Diese bitte weiterverbreiten, damit der Widerstand stärker wird.

Ungeheuerliche Vorgänge im Stuttgarter Schlosspark

Schockiert und fassungslos haben wir am Donnerstag, 30. September 2010, die ungeheuerlichen Vorgänge im Stuttgarter Schlosspark verfolgt. StuttgarterInnen berichten, dass die Demonstranten friedlich waren. Trotzdem hat die Polizei Wasserwerfer, Schlagstöcke, Reizgas und Pfefferspray gegen Ältere, Kinder und Jugendliche eingesetzt. Das ist eine Bankrotterklärung der Landesregierung unter Ministerpräsident Mappus.

Der Landesvorstand der Grünen hat seine Klausur, die für Freitag und Samstag geplant war, nach Stuttgart verlegt.

Der Landesvorstand der LINKEN hat seinen scharfen Protest geäußert.

Stuttgart braucht uns jetzt ALLE!

Die Demokratie und die politische Kultur brauchen uns jetzt ALLE! So darf kein Staat mit seinen Bürgerinnen und Bürgern umspringen! Dieses Vorgehen kann nicht einmal ein S21-Fan gutheißen.

Ganz wichtig: Egal, was geschieht: bleibt friedlich! Eskalation ist die Strategie von Ministerpräsident Mappus, nicht die unsere!

Mit fassungslosen und wütenden  Grüßen

Jochen Dürr, Schwäbisch Hall

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2 Gedanken zu „„Ungeheuerliche Vorgänge im Stuttgarter Schlosspark“ – Jochen Dürr zur Gewalteskalation bei Stuttgart 21

  1. Ich darf mich aber schon etwas darüber wundern, dass GRÜNE und DIE LINKE jetzt in etwa gleichlautende und vokabularidentische Aufrufe und Presseerklärungen verbreiten. Ich möchte bezweifeln, dass dies der Sache und einem guten Fortkommen und Ergebnis dienen wird.

  2. „Der unheilbare Mangel“

    Je mehr Informationen und Stellungnahmen man sichtet und zusammenträgt, desto ungeheuerlicher die „ungeheuerlichen Vorgänge“. Einen aufschlussreichen Artikel mit Illustrationen und Fotos zu „Stuttgart 21“ verfasste der Journalist Andreas Zielcke von der Süddeutschen Zeitung. Er nannte ihn „Der unheilbare Mangel“. Diese Bezeichnung ist sprachlich dem Sachverhalt angemessen und trefflich, insbesondere mit Hinblick auf die laufende Moderation. Denn wenn der Mangel unheilbar ist, ist die Moderation „unmoderierbar“ und das Projekt unhaltbar. Lesenswert:

    Stuttgart21: Das Volk hatte nie eine Chance! Festgeklopft seit 1995! Von Karl Weiss

    „Wurde das Volk bei der Entscheidung über ‚Stuttgart21‘ beteiligt? Nein! Hatte es irgendwann eine Chance, dagegen Einspruch zu erheben, mitzubestimmen oder das Projekt abzulehnen? Nein! Das sind die Ergebnisse von Recherchen des Journalisten Andreas Zielcke von der „Süddeutschen Zeitung“.

    Sein Artikel „Der unheilbare Mangel“ war am 19. 10. 10 nur wenige Stunden auf der Startseite der „SZ“. Dann wurde er ins Kleingedruckte abgeschoben. Allerdings erlebte er später eine Wiederauferstehung als „Am meisten verschickt“. Die „Süddeutsche Zeitung“ ist bereits seit einiger Zeit Teil des Stuttgarter Pressekonzerns, der wesentlich für die Propaganda für ‚Stuttgart21‘ zuständig war….“

    …“Es ist also frech gelogen, das Projekt habe alle demokratischen Prozesse durchlaufen. Ja, man muss sogar fragen, ob dieser „Nichts-geht-mehr-Beschluss“ des Stuttgarter Stadtrates vom 30. November 1995 wirklich ausreichend sein kann, um ein Projekt diesen Umfanges (das noch dazu erst 2009 in Bau ging) zu legitimieren. Da der wesentliche Teil der Finanzierung vom Bund (Bahn) aufgebracht wird und auch ein Teil vom Land Baden–Württemberg, muss die Frage gestellt werden, ob bei einem „Jahrhundertprojekt“, das am Ende wahrscheinlich um die 18 bis 20 Milliarden Euro kosten wird (wenn es verwirklicht wird), nicht auch die Zustimmung des Bundestags und des Landesparlaments erforderlich gewesen wäre….“

    …“Die Hauptschuld gibt der Journalist der Bahn. Er schreibt:

    „Von Anfang an, also seit dem 18.April 1994, weigerte sich die Bahn mit hartnäckiger Konsequenz, alternative Pläne für die Einbindung Stuttgarts in eine schnelle Fernverkehrsmagistrale Paris – Budapest oder eben nur für die Modernisierung des Stuttgarter Knotenpunkts zu entwickeln. Die absolutistische Ja/Nein-Logik, die heute den Konflikt so unlösbar erscheinen lässt, war dem Projekt vom ersten Tag an aufgebürdet. Entweder wir untertunneln die Stadt und beseitigen den Kopfbahnhof, oder alles bleibt beim Alten. So rigoros, anders gesagt, so erpresserisch setzte die Bahn die Gemeinde unter Druck…“

    http://karlweiss.twoday.net/stories/8413152/

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