Bei Acument in Schrozberg fallen 103 von 322 Stellen weg – Deutschlandweit werden 429 Arbeitsplätze abgebaut

Dr. Wolf von der Fecht, vorläufiger Insolvenzverwalter der Acument GmbH & Co. OHG (Acument Deutschland), hat sich gemeinsam mit der Geschäftsführung des Unternehmens und den Arbeitnehmervertretern auf ein Restrukturierungsprogramm geeinigt. Dieses wird den Mitarbeitern an den verschiedenen Standorten derzeit im Rahmen von Betriebsversammlungen vorgestellt. Auch in Schrozberg gibt es ein Acument-Werk.

Pressemitteilung der Firma Acument

Acument meldete im August 2009 Insolvenz an

Durch engere Zusammenarbeit der Standorte sollen erhebliche Kosten eingespart werden. Mit den Arbeitnehmervertretern hat sich die Geschäftsleitung auf den Abbau von 429 Stellen geeinigt. Betroffene Mitarbeiter wechseln in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft. Acument GmbH & Co. OHG mit Verwaltungsssitz in Neuss ist der deutsche Geschäftsbereich von Acument Global Technologies, Inc., einem weltweit führenden Lieferanten von mechanischen Verbindungssystemen für die Automobilindustrie. Acument Deutschland hatte am 6. August 2009 Insolvenz anmelden müssen. Dr. Wolf von der Fecht war vom Amtsgericht Düsseldorf zum vorläufigen Insolvenzverwalter ernannt worden. Mit dem jetzt verabschiedeten Maßnahmenpaket will Acument Deutschland die Basis für eine erfolgreiche Fortführung des Unternehmens an allen sechs Standorten legen.

Die weltweite Krise der Automobilwirtschaft hatte seit September 2008 zu einem deutlichen und anhaltenden Umsatzrückgang bei Acument Deutschland geführt. „Durch eine bessere Integration der bisher in vielen Bereichen unabhängig agierenden Standorte können wir erhebliche Kosteneinsparungen erzielen und Acument Deutschland auf eine solide Basis stellen“, sagt Wolf von der Fecht.

Einsparungen durch verbesserte Zusammenarbeit der Standorte

Wesentlicher Bestandteil des Restrukturierungsplans ist die Zusammenlegung sämtlicher Logistikprozesse, die den Materialfluss zwischen den Werken, den externen Lieferanten und den Kunden verbessern soll. In diesem Zusammenhang werden auch Sortier- und Packvorgänge zentralisiert und ein Zentrallager für sämtliche Schraubenwerke eingerichtet. Durch die Einführung eines einheitlichen IT-Systems für alle Standorte werden weitere Kosten erheblich reduziert. Künftig kommunizieren die einzelnen Werke nicht mehr dezentral mit Kunden, Lieferanten und sonstigen Partnern. Eine Vielzahl von Abläufen wird vereinheitlicht, systematisiert oder ganz eingespart. Auch die Prozesse im internen und externen Rechnungswesen sowie im Vertrieb werden in Zukunft effizienter gestaltet. Gleichzeitig richtet Acument Deutschland mit den Restrukturierungsmaßnahmen seine Prozesse stärker auf die Kundenbedürfnisse aus und optimiert so die Zusammenarbeit.

Acument: „Abbau von 429 Stellen unvermeidbar“

Der Restrukturierungsplan sieht bis Ende 2010 einen schrittweisen Abbau von 429 der derzeit 1715 Stellen vor. Hinzu kommen 50 Änderungskündigungen. Befristete Arbeitsverhältnisse werden nicht verlängert. „Wir haben alles daran gesetzt, den Personalabbau so gering wie möglich zu halten. Die Einsparungen, die zur Fortführung des Unternehmens zwingend notwendig sind, können jedoch nicht allein durch die Reduzierung von Sachkosten erzielt werden. Hierin stimmen die Arbeitnehmervertreter mit der Geschäftsführung und der vorläufigen Insolvenzverwaltung überein und tragen die Entscheidung mit“, so Wolf von der Fecht.

In Schrozberg fallen 103 von 322 Stellen weg

Die einzelnen Standorte sind von den anstehenden Maßnahmen unterschiedlich stark betroffen. In Neuwied wird sich Acument von 128 der bisher 436 Mitarbeiter trennen müssen, im Neusser Werk sind 118 von 371 Mitarbeitern betroffen. Am Standort Schrozberg werden 103 von 322 Stellen abgebaut, in Beckingen 47 von 352 und in Dürbheim 18 von 158 Stellen. In der Hauptverwaltung in Neuss wird sich Acument von 15 der derzeit 69 Mitarbeiter trennen. Am Logistikzentrum in Köln bleibt die Mitarbeiterzahl unverändert.

Übernahme der betroffenen Mitarbeiter durch Transfergesellschaft

Der Interessenausgleich mit den Arbeitnehmervertretern sieht eine Transfergesellschaft (Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft) für alle ausscheidenden Mitarbeiter vor sowie das Angebot einer betrieblichen Vorruhestandsregelung für ältere Mitarbeiter. Die Gesellschaft wird zum 1. Dezember 2009 gegründet und besteht für zwölf Monate. Während dieser Zeit erhalten die betroffenen Mitarbeiter bis zu 82 Prozent ihres Sollentgelts. „Mir ist bewusst, dass die Mitarbeiter von Acument sehr kurzfristig mit einschneidenden Maßnahmen konfrontiert werden. Mit der Einrichtung der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft möchten wir jedoch die negativen Auswirkungen auf die Mitarbeiter so gut es geht abfedern“, sagt von der Fecht. „Eine schnelle Umsetzung des Restrukturierungsplans ist Voraussetzung, um das Unternehmen gestärkt aus der Krise zu führen. Ich bin überzeugt, dass uns dies gelingen wird.“ Den Mitarbeitern von Acument Deutschland werden die Details des Restrukturierungsplans derzeit im Rahmen von Betriebsversammlungen an allen Standorten persönlich erläutert.

Eigendarstellung von Acument Global Technologies

Acument Global Technologies, Inc. mit Hauptsitz in Troy, Michigan (USA) ist einer der weltweit führenden Hersteller von mechanischen Befestigungssystemen für die Automobil-, die Schwertransporter- sowie für die Luft- und Raumfahrtindustrie. Mit rund 6.500 Mitarbeitern in 17 Ländern beliefert Acument Kunden mit Produkten, Systemen und Dienstleistungen in 150 Ländern.

Weitere Informationen gibt es unter www.acument.com.

Über die Sozietät Metzeler von der Fecht (Insolvenzverwalter):

Die Sozietät Metzeler von der Fecht mit Büros in Düsseldorf, Duisburg, Essen und Wuppertal ist eine der führenden Kanzleien in Deutschland für Insolvenzverwaltung, außergerichtliche Sanierung sowie Liquidationen. Gegründet im Jahr 1975 von Friedrich Wilhelm Metzeler, bündelt die Kanzlei die Kompetenzen von Rechtsanwälten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern.

Weitere Informationen gibt es unter www.mevdf.de.

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