Von adligen Zwillingen und der Erbschaftssteuer

Guttenberg im Wahlkampf. Wir haben schon einmal auf den absurden Hype um den Baron hingewiesen („Wofür alter Adel doch noch gut ist“ https://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=3514). Interessant an diesem Artikel ist vor allem die inhaltliche Nähe zu Christian von Stettens Kampf gegen die Erbschaftssteuer: Adel verpflichtet!

Gefunden von Axel Wiczorke, Hohenlohe-ungefiltert

Ein schöne, lesenswerte Abrechnung mit unserem Baron zu Guttenberg und damit auch seinem von den Plakatwänden herunterlachenden Zwilling Christian von Stetten.

„Der Baron zu Guttenberg ist der Held eines Bürgertums, das die Erbschaftssteuer abschaffen und die private Krankenversicherung retten will und es für einen Skandal hält, wenn die Kinder keine Empfehlung fürs Gymnasium bekommen. Applaus in Kronberg für Elterngeld und Herdprämie – Subventionen für den bürgerlichen Lebensstil. Eine der Blasen, die in der Finanzkrise geplatzt sind, ist die meritokratische Legitimation der Lebenschancenverteilung. Wo bürgerliche Privilegien kaum noch durch Verdienste zu rechtfertigen sind, wird der Adel zum Vorbild, der seine naturgegebenen Vorrechte in ästhetisches Kapital umgemünzt hat.
Wie definiert Guttenberg den Stil, den er nicht verändern will? Er ist „unbequem“. Der einzige Beleg dafür ist die Sage, er habe mit Rücktritt gedroht, als Staatsgeld an Opel fließen sollte. Das kolportierte Wort ersetzt die Tat. Auch faule Bürgersöhne sollten das Gymnasium besuchen dürfen, schön reden können sie hinterher bestimmt. Haltung muss sich wieder lohnen.“

http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E0A28838D3013498198D7269F17C119C3~ATpl~Ecommon~Scontent~Afor~Eprint.html

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3 Gedanken zu „Von adligen Zwillingen und der Erbschaftssteuer

  1. Adel? Was ist das bitteschön? Welche Funktionen und Rechte sind damit verbunden in einem Staat, der in Artikel drei seiner Verfassung die Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz garantiert? Keine? Was bleibt ist ein Namenszusatz, der an vermeintlich bessere Zeiten erinnert.

    Wie heißt es doch so schön im Lied der Sängerin Joana aus den 70r Jahren:

    „Im Lehnstuhl, ererbt von den Vorfahren sitzt,
    die Gutsherrin, vor der einst alle gezittert,
    heut‘ ist sie verbittert,
    verhärmt und verschwitzt.
    Und nachdenklich lutscht sie an einem Bonbon
    und denkt an die Worte des Dichters Villon:
    Où sont les neiges d’antan?
    Wo ist der Schnee vom vergangenen Jahr?“

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