Ehemaliger Mitarbeiter Christian von Stettens (CDU) gibt vor Gericht jahrelange Beihilfe zum Heroinhandel zu

Andreas Zwickl, bis 2008 Wahlkampfleiter und Wahlkreisbüroleiter des Künzelsauer CDU-Bundestagsabgeordneten Christian von Stetten, ist heute (Dienstag, 4. August 2009) vom Amtsgericht Heilbronn zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem muss er 160 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Der 40-Jährige hat nach Informationen des Südwestrundfunks (SWR) gestanden, „aus Gefälligkeit für einen drogenabhängigen Freund in mindestens zehn Fällen Heroin in Holland beschafft zu haben“.

Von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

Zwickl hat ein umfassendes Geständnis abgelegt

Bei dem Urteil wegen Beihilfe zum Rauschgifthandel schloss sich das Amtsgericht Heilbronn laut SWR den Anträgen der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung an. Zwickl saß seit Ende Februar 2009 in Untersuchungshaft. Nach dem Urteil ist er wieder auf freiem Fuß. Er hat vor Gericht ein umfassendes Geständnis abgelegt. Die Polizei hatte in der Wohnung des ehemaligen Neckarsulmer CDU-Gemeinderats über 70 Gramm verkaufsfertig abgepacktes Heroin und 5400 Euro aus mutmaßlichen Rauschgiftgeschäften hinter einer Dunstabzugshaube sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm die Einfuhr von Heroin und Beihilfe zum Handel mit harten Drogen in zehn Fällen vorgeworfen.

Zwickl hat schon Heroin beschafft, als er noch für Christian von Stetten arbeitete

Nach seiner Verhaftung im Februar hatte Zwickl seine Kandidaturen für die Gemeinderatswahl und als Zweitkandidat des baden-württembergeischen Spitzenkandidaten für die Europawahl 2009 zurückgezogen und ist von seinen Funktionen in der CDU zurückgetreten. Der 40-jährige Immobilienverwalter aus Neckarsulm war in der Vergangenheit zweiter Landesvorsitzender der Jungen Union Baden-Württemberg, unter dem Vorsitz von Christian von Stetten Landesgeschäftsführer der Mittelstandsvereinigung der CDU und seit vielen Jahren ein enger Vertrauter und Mitarbeiter des hohenlohischen Bundespolitikers. Nach eigenen Angaben unternahm Zwickl seine Fahrten als Drogenkurier schon, als er noch für Christian von Stetten gearbeitet hat. Die Tätigkeit als Drogenkurier soll sich nach Angaben Zwickls über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren erstreckt haben.

Drogen aus Gefälligkeit beschafft

Vor Gericht sagte Zwickl heute (4. August 2009), er habe den drogenabhängigen Freund aus Lehrensteinsfeld insgesamt zehnmal nach Holland gefahren. Der Südwestrundfunk berichtet heute von der öffentlichen Verhandlung am Heilbronner Amtsgericht: „Dort (Anmerkung: in Holland) kaufte der Freund insgesamt mehr als ein Kilo Heroin ein, um es selbst zu konsumieren oder im Raum Heilbronn weiterzukaufen. Nach der Rückkehr aus Holland wurde das Rauschgift immer in der Wohnung des CDU-Politikers (Anmerkung: Zwickl) in Neckarsulm versteckt (…). Warum er sich als Drogenkurier einspannen ließ, begründete der 40-Jährige mit der Freundschaft zu dem Drogenabhängigen. Er habe nicht gewollt, dass ihm etwas passiert, oder dass er sich das Heroin auf andere Weise besorgt.“

Die Heilbronner Stimme widmet sich dem Fall Zwickl

Wie die Tageszeitung Heilbronner Stimme heute (4. August 2009) auf ihrer Internetseite schreibt, habe der CDU-Mann vor Gericht angegeben, dass er seinem heroinabhängigen Freund „nur helfen wollte, von seiner Sucht wegzukommen“. Darum habe er ihn in seinem Auto mindestens zehn Mal nach Holland gefahren, berichtet die Heilbronner Stimme weiter, „wo der Junkie das Heroin in großen Mengen einkaufte und schließlich bei Zwickl deponierte“. Die Richter am Heilbronner Amtsgericht sollen dem Christdemokraten aus dem Unterland, der „in der Zwischenzeit alle seine Parteiämter niedergelegt hat“, dieses Motiv nicht abgenommen haben. Trotzdem verurteilten sie den angeklagten 40-Jährigen nur wegen Beihilfe zum unerlaubten Handel mit Drogen und der Einfuhr von Betäubungsmitteln.

Die Heilbronner Stimme kommentiert: Andreas Zwickl sei „weder drogenabhängig, noch hat er von den Rauschgiftgeschäften seines Freundes profitiert.“ Laut Bericht der Zeitung hat Zwickl nach seiner Festnahme ein Geständnis abgelegt, das geholfen habe, den Fall aufzuklären.

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