„Werbeanzeige der Bürgerwindpark Hohenlohe GmbH will die Leser manipulieren“ – Leserbrief von Dorothee Schuch gegen Windkraftanlagen in Michelbach/Bilz

Einen Leserbrief zu einem Text im Haller Tagblatt (HT) „Viel Interesse von Michelbachern“ vom 21. Juli 2015 hat Dorothee Schuch aus Michelbach/Bilz geschrieben. Hohenlohe-ungefiltert veröffentlicht den Leserbrief in voller Länge.

Leserbrief von Dorothee Schuch, Michelbach/Bilz

Manipulation

„Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“ war ein Spruch meines Mathematikdozenten an der Hochschule. Um so aufmerksamer lese ich Beiträge in den Printmedien, die Zahlen aufführen und gewichten. Die als neutraler Artikel daherkommende Werbeanzeige der Bürgerwindpark Hohenlohe GmbH („Viel Interesse von Michelbachern“, HT 21.07.2015) will den Leser manipulieren.

Sich informieren heißt nicht gleich unterstützen

600.000 Euro wurden in den ersten drei Wochen von Investoren für eine neue WKA auf Michelbacher Gemeindegebiet gezeichnet. Woher kommt das Geld? Es liest sich fast so, als würde es aus Michelbach kommen. 25 Anfragen sind aus Michelbach. Natürlich wollen die Michelbacher wissen, was das für eine Finanzierungsgesellschaft ist. Wenn ich mich informiere, heißt das noch lange nicht, dass ich etwas befürworte oder unterstütze. 25 Personen entsprechen übrigens zirka 0,75 Prozent der Einwohner Michelbachs.

Wer sind die drei Personen?

Drei Personen aus Michelbach haben Anteile an einer der Windkraftanlagen an der Kohlenstraße erworben. Das sind nicht zufälligerweise die drei Vertreter der „Windkraft für Michelbach“, insbesondere der Namensvetter des Gründers der „Bürgerwindpark Hohenlohe GmbH“?

Ehemals geschütztes Waldareal

Personengruppen werden namentlich aufgeführt: Gemeinderäte und Lehrer. Sind diese Gruppen mit besonderer Autorität ausgestattet oder bessere Menschen? Wieviele der Gemeinderäte und Lehrer, wohnhaft auf Michelbacher Gemeindegebiet, befürworten die Windkraftanlagen auf ehemals geschütztem Waldareal?

Es gibt auch andere Zahlen, die in diesem Zusammenhang nicht genannt werden:

Fast ein Viertel der gesamten Gemeindefläche

4.000.000 Quadratmeter Waldfläche sollen auf Michelbacher Gebiet in den Limpurger Bergen als Konzentrationszonen für WKA ausgewiesen werden. Das entspricht fast einem Viertel der gesamten Gemeindefläche.

Keine Entscheidungsgewalt

Zwei von 17 Stimmen hat die Gemeinde Michelbach in der Verwaltungsgemeinschaft, die über die Konzentrationszonen entscheidet. Die Entscheidung fällt mit einer 2/3-Mehrheit. Somit gibt es keine Entscheidungsgewalt über das, was fremde Investoren auf unserem Gemeindegebiet vorhaben.

700 Bürger haben innerhalb von zwei Wochen dagegen unterschrieben

Mehr als 700 Bürger haben sich innerhalb von 14 Tagen mit ihrer Unterschrift gegen Windkraftanlagen auf Michelbacher Waldgebiet ausgesprochen. Das sind mindestens 233-mal so viele Michelbacher Bürger wie jetzt in die Anlage investiert haben und immerhin 2.700 Prozent mehr als eine Anfrage zur Investition gestellt haben.

Belastung der Gesundheit von Anwohnern

3.300 Michelbacher Bürger finanzieren mit der EEG-Abgabe und ihren Steuergeldern die Zerstörung der Natur und des Naherholungsgebietes, die Belastung der Gesundheit von Anwohnern, die Entwertung ihrer Grundstücke … und die Gewinne Dreier Michelbacher, die über ausreichend Kapital verfügen, um sich an einer WKA zu beteiligen. Auch das sind Zahlen, die im Rahmen der Errichtung von Windkraftanlagen in den Limpurger Bergen im Raum stehen. Der geneigte Leser mag nun selbst entscheiden, welche Zahlen die Realität der Situation besser darstellen.

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