„Werkstätten besichtigen“ – Weckelweiler Gemeinschaften bei einem Rundgang kennenlernen

Die Weckelweiler Gemeinschaften als anthroposophisch orientiertes Sozialunternehmen der Behindertenhilfe laden am Freitag, 25. November 2022, um 13.30 Uhr zu einem geführten Rundgang durch ihre verschiedenen Werkstätten ein. Insgesamt betreiben die Gemeinschaften 20 unterschiedliche Werkstätten. Es ist der letzte Rundgang in diesem Jahr.

Informationen der Weckelweiler Gemeinschaften

Kostenloser Corona-Test vor Ort möglich

Am Rundgang Interessierte müssen bereit sein, in den Werkstätten eine FFP2-Maske zu tragen und unter Aufsicht einen kostenlosen Corona-Test durchzuführen (gesetzliche Vorschrift). Alternativ genügt ein negativer Testnachweis, der allerdings nicht länger als 24 Stunden zurückliegen darf. Der Rundgang beginnt um 13.30 Uhr. Die Testung ist ab 13 Uhr möglich.

Anmeldungen: Telefon 07954 970-0 oder E-Mail piller@weckelweiler.de

Weitere Informationen im Internet über die Weckelweiler Gemeinschaften:

https://weckelweiler.de/

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„Offenes Treffen“ – Die Linke Schwäbisch Hall/Hohenlohe lädt nach Neuenstein ein

Das nächste offene Treffen des Kreisverbands DIE LINKE Schwäbisch Hall/Hohenlohe findet am Donnerstag, 17. November 2022, ab 19 Uhr, im „Charisma“, Friedrichsruher Straße 3, in Neuenstein statt.

Vom Kreisverband DIE LINKE Schwäbisch Hall/Hohenlohe

Auch Nicht-Parteimitglieder willkommen

Alle interessierten Personen, auch Nicht-Parteimitglieder, sind dazu eingeladen.

Weitere Informationen und Kontakt:

https://die-linke-sha.de/

https://linksjugend-solid-bw.de/

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„Kein Platz für jegliche rechtsextremistische Gesinnung“ – Offener Brief der Stadt Kirchberg/Jagst an den Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff)

Einen Offenen Brief hat die Stadt Kirchberg/Jagst an den Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) geschrieben. Alle Stadträte, der gesamte Ortschaftsrat Lendsiedel sowie Bürgermeister Stefan Ohr haben den Offenen Brief unterzeichnet. Hohenlohe-ungefiltert veröffentlicht den Offenen Brief in voller Länge.

Offener Brief der Stadt Kirchberg an der Jagst

Offener Brief an den Bund für Gotterkenntnis

Ihre Immobilie in 74592 Kirchberg/Jagst-Herboldshausen

Sehr geehrte Frau Klink,

in letzter Zeit zog ihre vereinseigene Immobilie in Herboldshausen viel Aufmerksamkeit auf sich. Unter anderem fand am 18. Juni 2022 eine Demonstration an Ihrem Anwesen statt. Insbesondere die Vermietungen dieses Anwesens sind dabei negativ in der Öffentlichkeit und der Bevölkerung aufgenommen worden. Dies hat auch ein Gespräch mit den Herboldshäuser Bürgerinnen und Bürgern am 13. Juli 2022 im Kirchberger Rathaus gezeigt.

Kein rechtsextremistisches Gedankengut verbreiten

Die Stadt Kirchberg möchte Sie deshalb darauf hinweisen, dass sowohl im Rahmen von vereinseigenen Veranstaltungen als auch künftigen Vermietungen kein rechtsextremistisches Gedankengut etabliert, verbreitet und konspirativ entwickelt werden darf.

Für die freiheitlich demokratische Grundordnung

Sowohl Stadtverwaltung als auch Gemeinderat der Stadt Kirchberg treten für die freiheitlich demokratische Grundordnung ein. Wir möchten klarstellen, dass jegliche rechtsextremistische Gesinnung in unserer Gesellschaft und insbesondere in Kirchberg an der Jagst keinen Platz finden soll.

Mit freundlichen Grüßen

Für die Stadtverwaltung

Stefan Ohr, Bürgermeister

Für den Gemeinderat der Stadt Kirchberg:

Steffen Böck, Gerhard Borchers, Max Botsch, Frank Bräuninger, Thomas Franz, Kathlin Gawrilow, Siegrun Gutöhrle, Michael Kochendörfer, Peter Krauß, Alexander Müller, Axel Rudolph, Martin Sorg, Gerhard Stahl, Florian Stickel

Für den Ortschaftsrat Lendsiedel:

Markus Blumenstock, Bernhard Bolz, Sebastian Franz, Matthias Gleichmann, Hans-Willi Groh, Ulrich Hornung, Mark Klenk, Gerhard Kuch, Simone Biermann, Thomas Steinbrenner, Monika Veit, Bernhard Röder (Ortsvorsteher)

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„Klimawandel: Bundesregierung zwischen Unfähigkeit und Verantwortungslosigkeit“ – Kommentar von Paul Michel aus Schwäbisch Hall

„Klimawandel: Bundesregierung zwischen Unfähigkeit und Verantwortungslosigkeit“ überschreibt Paul Michel aus Schwäbisch Hall seinen aktuellen Kommentar. Hohenlohe-ungefiltert veröffentlicht den Text in voller Länge.

Kommentar von Paul Michel, Schwäbisch Hall

Militär ist schon in Friedenszeiten ein Klimakiller ersten Ranges

Nun da jetzt der COP 27 stattfindet, ist – wohl nur kurzfristig – der Klimawandel bei politischen Führungskräfte und Medien wieder ein Thema. In den letzten Monaten war das ein Nicht-Thema, obwohl die extreme Hitze des letzten Sommers eigentlich Tag für Tag verlangt hätte darüber zu diskutieren, was falsch läuft und was getan werden sollte. Aber da gab es für sie nur ein Thema: Wie kann Russland, der imperiale Rivale auf der globalen Bühne „ruiniert“ werden (Baerbock). Nie war ein Thema, dass das Militär schon in Friedenszeiten ein Klimakiller ersten Ranges ist. Wenn aber in der Ukraine die feindlichen Parteien gegenseitig Gebäude, Kriegsgerät, Infrastruktur oder gar Tanklager in Brand schießen, ist das eine Megakatastrophe für das Klima.

Steilpass für die am Strom- und Gasmarkt tätigen Spekulanten

In fataler Selbstüberschätzung der eigenen Kräfte sorgte die Bundessregierung mit ihrer Ankündigung, Russland durch die Sanktionen gegen russisches Gas ruinieren zu wollen, dafür, dass an den Spotmärkten die Preise für Strom und Gas durch die Decke schossen. Durch die Einstellung der Gaslieferungen nahm Russland dann den vom Westen angekündigten Gasboykott praktisch vorweg. Aus dem bis dahin drohenden Gasmangel wurde ein wirklicher Gasmangel – und ein Steilpass für die am Strom- und Gasmarkt tätigen Spekulanten, die Gaspreise und ihre Profite noch weiter nach oben zu treiben.

„Dreckiges“ Fracking Gas und extrem schmutzige Braunkohlekraftwerke

Habeck kaufte als Ersatz für das deutlich billigere und weniger „schmutzige“ russische Gas in den USA und Katar „dreckiges“ Fracking Gas. Gleichzeitig verlängerte er die Laufzeiten extrem schmutziger Braunkohlekraftwerke. Er tat dies just in einer Zeit, als wir auch in diesem Land durch die Hitzewelle einen Vorgeschmack dessen bekamen, was uns droht, wenn wir den Klimawandel nicht in den Griff bekommen.

„Gefälligkeitspolitik gegenüber der fossilen Industrie

Diese Regierung ist eine einzige Katastrophe – für die Menschen und für das Klima. Sie vermeidet selbst einfach zu machende Maßnahmen wie das Tempolimit, weil das bei der Industrie missbilligt werden könnte. Sie beschleunigt mit ihrer „Rolle rückwärts“ in der Klimapolitik eine Entwicklung in Richtung Klimakatastrophe. Die Ampel-Regierung praktiziert eine Politik der verbalen Beteuerungen zur Ökologie während sie real eine Gefälligkeitspolitik gegenüber der nach wie vor fossilen Industrie betreibt.

Superreiche Minderheit an ökologischem Umbau beteiligen

Angesichts des beschleunigten Abgleitens in Richtung Klimakatastrophe brauchen wir eine Politik, die die Klimafrage zum Dreh- und Angelpunkt aller Überlegungen macht, eine Politik des radikalen ökologischen Umbaus z.B. in den Bereichen Energiepolitik, Verkehr, energetischer Sanierung im Gebäudesektor. Das wird natürlich sehr hohe Investitionen in den Umbau erfordern. Das nötige Geld dafür ist vorhanden – bei der superreichen Minderheit. Es vagabundieren tagtäglich hohe Milliardenbeträge hektisch durch die internationalen Finanzmärkte auf der Suche nach Maximalrenditen.

Geld entprivatisieren und für nützliche Dinge verwenden.

Wenn es mit der Rettung des Planeten noch etwas werden soll, müssen wir dieses Geld entprivatisieren und für nützliche Dinge verwenden.

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„Den Schaeff-Scheefen-Preis gibt es nicht mehr“ – Kurzgeschichtenpreis des AVF in „Fränkischer Kurzgeschichten-Preis“ umbenannt

Der Kurzgeschichtenpreis des Autorenverbands Franken (AVF) hat einen neuen Namen bekommen. Er heißt jetzt „Fränkischer Kurzgeschichten-Preis“. Den „Schaeff-Scheefen-Preis“, benannt nach dem AVF-Gründungsvorsitzenden Georg Harro Schaeff-Scheefen, gibt es nicht mehr.

Informationen von der Internetseite des Autorenverbands Franken (AVF)

Zu distanzlose und unkritische Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus

Bei der letztjährigen Verleihung des Schaeff-Scheefen-Preises (Anmerkung: 2021) für fränkische Kurzgeschichten tauchten Hinweise auf, die bei Georg Harro Schaeff-Scheefen eine zu distanzlose und unkritische Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus vermuten ließen. Letztlich führten sie dazu, dass David Jacobs, der Gewinner des Wettbewerbs, auf seine Auszeichnung und das damit verbundene Preisgeld verzichtete.

Dem aufkommenden Nationalsozialismus wohlwollend gegenüber gestanden

Der AVF hat dies zum Anlass genommen, die Rolle seines Gründers während der NS-Diktatur genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei hat sich herauskristallisiert, dass Georg Schäff, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, dem aufkommenden Nationalsozialismus durchaus wohlwollend gegenüberstand. Insbesondere erhoffte er sich von ihm eine Korrektur der damals zu beklagenden sozialen und ökonomischen Verwerfungen. Manche der von ihm hierzu verfassten Texte sind aus heutiger Sicht in der Tat völlig inakzeptabel!

1937 der NSDAP beigetreten

Zudem trat Georg Schäff im Jahr 1937 der NSDAP bei. Ein weiterer unschöner Fleck auf seiner Biographie ist sein unveröffentlichter Roman „Rebell auf der Kanzel“, in dem er den antisemitischen Hetzprediger Johannes Teuschlein zum Volkshelden hochstilisierte. Teuschlein war als geistiger Brandstifter hauptverantwortlich für die Vertreibung der jüdischen Bevölkerung aus Rothenburg ob der Tauber, die im Jahr 1520 mit der Plünderung der Synagoge ihren unrühmlichen Abschluss fand.

Im Zuge der Entnazifizierung wurde das Verfahren gegen Schäff im Juni 1947 dennoch eingestellt. Zur Begründung hieß es: „Der Betroffene fällt nicht in die Klasse I oder II der Anlage zum Gesetz. Es besteht auch auf Grund des Ergebnisses der Ermittlungen kein hinreichender Verdacht, dass der Betroffene Hauptschuldiger, Belasteter oder Minderbelasteter ist.“

Nach dem Krieg freundschaftliche Beziehungen zu Gegnern des NS-Regimes

Aussagekräftiger als derartige Formalien sind jedoch die freundschaftlichen Beziehungen, die er nach dem Krieg zu erklärten Gegnern des NS-Regimes pflegte, sowie ihr gemeinsames Engagement für die fränkische Literatur. Dies betrifft beispielsweise

Kurt Karl Doberer (1933 als Sozialdemokrat emigriert, Ehrenvorsitzender des AVF)

Hermann Kesten (als Jude von den Nazis verfemt und verfolgt, floh zunächst nach Frankreich und später in die USA, Präsident und Ehrenpräsident des deutschen P.E.N.-Zentrums, Ehrenmitglied des AVF)

Georg Schneider (1933 mit einem Publikationsverbot belegt, 1946 Mitglied der verfassungsgebenden Landesversammlung und anschließend des Bayerischen Landtags, Mitglied des AVF)

Hermann Sendelbach (verfasste 1918 „Vergesst es nicht!“, einen der leidenschaftlichsten Aufrufe gegen den Krieg, hatte später als Mann einer sogenannten Halbjüdin unter den Nürnberger Rassegesetzen zu leiden, Mitglied des AVF)

Kritisch mit der jüngeren deutschen Geschichte auseinandergesetzt

Der Kurzgeschichtenpreis selbst hat unabhängig von seinem Namen in den nunmehr sechs Zyklen seines Bestehens immer wieder ein Forum für Texte gebildet, die sich kritisch mit der jüngeren deutschen Geschichte auseinandersetzen. So beschäftigten sich selbst bei dem scheinbar unpolitischen Thema „Wind“ fünf von dreißig veröffentlichten Beiträgen mit dem unerfreulichen Phänomen des Rechtsextremismus.

„Die Zerstörung unserer Herzen in Ordnung bringen und von vorne beginnen“

Eine selbstkritische Einschätzung seiner Rolle während des Dritten Reiches lieferte Schäff auf der letzten Seite seines 1949 erschienen Büchleins „Liebesfahrt im Taubergrund“. Dort legt er seinem Helden folgende Worte in den Mund: „Wir kommen aus den Trümmern und begegnen ihnen selbst hier. Wir kehren zu ihnen zurück in unseren Städten, die fast gänzlich zerstört sind. Aber wir sind um die Gewissheit reicher, daß wir den Schutt aufräumen und neu aufbauen können, so wie es hier allenthalben schon geschieht. Und so müssen wir auch die Zerstörung unserer Herzen in Ordnung bringen und von vorne beginnen.“

Neutraler Name „Fränkischer Kurzgeschichtenpreis des AVF“

In diesem Sinne hat der Vorstand des AutorenVerbandes Franken einstimmig beschlossen, seinen zweijährlich vergebenen Kurzgeschichtenpreis nicht mehr nach Persönlichkeiten aus der Vereinsgeschichte zu benennen, sondern ihn zukünftig unter dem neutralen Namen „Fränkischer Kurzgeschichtenpreis des AVF“ auszuschreiben.

Link zum Artikel auf der Internetseite des Autorenverbands Franken (AVF):

https://www.autorenverband-franken.de/Fraenkischer-Kurzgeschichtenpreis/

Weitere Informationen im Internet über Georg Harro Schaeff-Scheefen und seine Aktivitäten im Nationalsozialismus:

„David Jacobs gibt den Schaeff-Scheefen-Preis 2021 des Autorenverbands Franken zurück“ – Namensgeber Georg Harro Schaeff-Scheefen (Ehrenbürger der Stadt Kirchberg/Jagst) habe sich nicht deutlich genug vom Nationalsozialismus distanziert – https://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=28861&cpage=1

Schaeff-Scheefen-Literaturpreis: Brauner Schatten auf dem Namensgeber – https://www.kontextwochenzeitung.de/kultur/565/brauner-schatten-auf-dem-namensgeber-7958.html

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„Lyrisch-musikalische Saitenwende mit Friedensliedern von Karl-Heinz Loske, Rezitationen und innerer Einkehr“ – Pilotveranstaltung „Roadshow Frieden“ in Oberrot

Eine „lyrisch-musikalische Saitenwende mit Friedensliedern von Karl-Heinz Loske, Rezitationen und innerer Einkehr“ gibt es am Montag, 14. November 2022, um 19 Uhr im evangelischen Gemeindesaal in Oberrot. Einlass zu der Pilotveranstaltung „Roadshow Frieden“ ist um 18.30 Uhr.

Informationen von den Veranstaltern

Acht Forderungen an die Politik

Bei der Veranstaltung gibt es „Sechzig Blitzlichter an der Grenze zwischen Krieg und Frieden. Sechzig Gründe, über eine alternative Friedenspolitik nachzudenken. Sechzig Gedanken zur Eigen- und Fremdreflexion zu Krieg und Frieden. Sechzig Aha-Effekte gebündelt in acht Forderungen an die Politik!“ Es handelt sich um die Pilotveranstaltung des Projekts „Roadshow Frieden“.

Veranstaltungsort: Evangelischer Gemeindesaal, Rottalstraße 70 in 74420 Oberrot

Wann: Montag, 14. November 2022 / Einlass 18.30 Uhr / Beginn: 19 Uhr

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„JA zu Toleranz und Menschlichkeit – NEIN zum Rechtsextremismus“ – Demonstration in Assamstadt gegen Hass und Hetze der AfD-Abgeordneten um Björn Höcke

Björn Höcke, Dr. Christina Baum, Dr. Dirk Spaniel und Emil Sänze, allesamt Repräsentanten des rechtsextremen Flügels der AfD, kommen am Freitag, 18. November 2022, in die Asmundhalle in Assamstadt (Main-Tauber-Kreis). Start der Gegendemonstration des Netzwerk gegen Rechts Main-Tauber ist um 16 Uhr am Friedhof Assamstadt. Das Motto lautet „JA zu Toleranz und Menschlichkeit, NEIN zum Rechtsextremismus – Demonstration gegen Hass und Hetze der AfD-Abgeordneten“.

Informationen des Netzwerks gegen Rechts Main-Tauber

AfD ist rassistisch, antisemitisch und völkisch-nationalistisch

Die AfD-Abgeordneten wurden zwar demokratisch gewählt, sind aber keine Demokraten. Die Partei ist rassistisch, antisemitisch und völkisch-nationalistisch. Sie wird sowohl vom Bundesamt für Verfassungsschutz, als auch von Verfassungsschutzbehörden der Länder beobachtet.

Wortwahl des NS-Juristen Carl Schmitt benutzt

Björn Höcke hat erst kürzlich in Gera eine anti-westliche und anti-amerikanische Rede gehalten. Er lobte die na-
tionalistischen Regierungen in Russland, Ungarn und Serbien. Diese Regierungen lehnten die „ungebremste Einwanderung“ ab. Zugleich diffamierte er die US-amerikanische und die deutsche Regierung. Diese forcierten die „Zerstörung der Nation durch Masseneinwanderung“. Die USA nannte er eine „raumfremde Macht“. Das ist eine Bezeichnung des Antisemiten und NS-Juristen Carl Schmitt.

„Verteidigen wir unsere freiheitliche Demokratie“

Die Auftritte der AfD-Rechtsaußen in Assamstadt wollen wir nicht unwidersprochen hinnehmen. Das Netzwerk gegen Rechts Main-Tauber ist ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis von Gewerkschaften, Parteien und Organisationen, die sich für die Werte unserer Verfassung einsetzen. Es ruft dazu auf, sich an einer Demonstration unter dem Motto „JA zu Toleranz und Menschlichkeit, NEIN zum Rechtsextremismus“ zu beteiligen. Verteidigen wir unsere freiheitliche Demokratie gegen die Angriffe der rechtsextremistischen AfD.

Für eine freie, weltoffene, tolerante und solidarische Gesellschaft

Treten wir ein für eine freie, weltoffene, tolerante und solidarische Gesellschaft. Die Demonstration beginnt am
Freitag 18. November 2022, um 16 Uhr am Friedhof in Assamstadt. Die Abschlusskundgebung findet auf dem Schulhof der Grundschule statt. Kommen Sie zu dieser Veranstaltung und demonstrieren Sie mit uns gegen den Hass und die Hetze der AfD-Abgeordneten Björn Höcke, Dr. Christina Baum,
Dr. Dirk Spaniel und Emil Sänze!

Weitere Informationen und Kontakt:

www.ngrmt.de

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Neonazi-Nachwuchs „Junge Nationalisten“ gründen „Stützpunkt“ im Südwesten – „Gemeinschaftstag“ im „Jugendheim Hohenlohe“ in Kirchberg/Jagst-Herboldshausen

Die NPD-Jugendorganisation „Junge Nationalisten“ veranstaltete einen „Gemeinschaftstag“ im „Jugendheim Hohenlohe“ in Baden-Württemberg. Erst 2020 hatten sie zum „Gemeinschaftstag“ in die Immobilie geladen. Damals wie heute sollte der Veranstaltungsort im „Jugendheim Hohenlohe“ in Kirchberg/Jagst-Herboldshausen ein Geheimnis bleiben.

Von Timo Büchner, Belltower News vom 7. November 2022

Beliebter Neonazi-Treffpunkt

Das alte, mehrstöckige Haus im Nordosten Baden-Württembergs hat sich zu einem beliebten Neonazi-Treffpunkt in der Region entwickelt. Es trägt den Namen „Jugendheim Hohenlohe“ und wurde vor 50 Jahren vom „Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e.V.“ gegründet – ein Teil des bundesweiten Ludendorff-Netzwerkes.

2022 fanden im Haus ein Dutzend rechtsextremer Treffen statt

So veranstaltete die NPD-Jugend „Junge Nationalisten“ (JN) vom 28. bis 30. August 2020 dort einen „Gemeinschaftstag Süd“. „WIR Heilbronn“ um den rechtsextremen Steuerberater Michael Dangel war vom 8. bis 10. Oktober 2021 beim „Thing der Titanen“ zu Gast. Und die „Identitäre Bewegung Schwaben“ traf sich vom 9. bis 10. April 2022 im Haus für ein „Aktivistenwochenende“. Die Teilnehmer*innen reisten bundesweit, teilweise aus Frankreich und der Schweiz an. Alleine 2022 fand ein Dutzend rechtsextremer Treffen im „Jugendheim Hohenlohe“ statt. Das jüngste Treffen liegt nur wenige Wochen zurück: Vom 14. bis 16. Oktober 2022 nutzten die JN die Räume wieder, um weiteren „Gemeinschaftstag Süd“ durchzuführen.

Mathilde Ludendorff (1877-1966) wird verehrt

1972 gründete der „Bund für Gotterkenntnis“ das „Jugendheim Hohenlohe“ im baden-württembergischen Kirchberg/Jagst-Herboldshausen. Das Ludendorff-Netzwerk, zu dem es gehört, besteht aus Vereinen, Immobilien, Unternehmen und Publikationen und verehrt Mathilde Ludendorff (1877-1966). Die Frau war eine zentrale Akteurin der völkischen Bewegung im 20. Jahrhundert. In den 1920er-Jahren erfand sie die „Deutsche Gotterkenntnis“, eine antisemitische und rassistische Lehre. Der „Bund für Gotterkenntnis“ ist nach Einschätzung des Bundesamtes für Verfassungsschutz eine „von Antisemitismus und Rassismus geprägte[n] rechtsextremistische[n] Organisation“. Das schrieb der Inlandsgeheimdienst in einem „Lagebild Antisemitismus 2020/21“. Allerdings findet der „Bund für Gotterkenntnis“ und sein „Jugendheim Hohenlohe“ im aktuellen Jahresbericht des Landesamtes für Verfassungsschutz Baden-Württemberg keinerlei Erwähnung.

Dreh- und Angelpunkt der extremen Rechten in der Region

Dabei ist das Haus Dreh- und Angelpunkt der extremen Rechten in der Region. Der „Bund für Gotterkenntnis“ führt eine Reihe eigener Veranstaltungen im „Jugendheim Hohenlohe“ durch. So fand am 25./26. Juni 2022 eine „Sommersonnwendfeier“ statt. Vom 30. September bis 2. Oktober 2022 gab es eine „Herbstkulturtagung“ in der Immobilie. Im Falle der beiden Veranstaltungen stammten die meisten angereisten Autos aus Süddeutschland. Neben Veranstaltungen des Ludendorff-Netzwerks finden auch eine Reihe „fremder“ Veranstaltungen statt – wie von der JN.

JN-Bundesvorsitzender Sebastian Weigler

Nach 2020 nutzten die JN die Immobilie wieder, um einen „Gemeinschaftstag Süd“ durchzuführen. Im Oktober 2022 reisten die Teilnehmer und wenigen Teilnehmerinnen bundesweit zur Veranstaltung an. So trugen Autos, die am „Jugendheim Hohenlohe“ parkten, Kennzeichen aus aller Ecken der Bundesrepublik: Von Niedersachsen im Westen über Sachsen im Osten bis hin zu Mecklenburg-Vorpommern im Norden. Unter den Teilnehmer*innen war der JN-Bundesvorsitzende Sebastian Weigler aus Braunschweig (Niedersachsen). Weigler trug ein Shirt seiner Organisation. Das weiße Shirt zeigte das JN-Logo, zwei gekreuzte Äxte und die beiden Schriftzüge „Heimat verbindet“ und „Wanderjugend“. Die meisten Autos trugen Kennzeichen aus dem Süden, aus Baden-Württemberg. Oder genauer: aus Hohenlohe.

Lokaler Verbindungsmann aus Mulfingen

Ein Teilnehmer war Dennis H. aus Mulfingen (Hohenlohekreis). H., der bereits mehrfach in Kirchberg/Jagst-Herboldshausen gesichtet wurde, ist offenbar ein lokaler Verbindungsmann zwischen dem „Bund für Gotterkenntnis“ und der Neonazi-Szene. Er ist Sänger der rechtsextremen Black-Metal-Band „Eishammer“ und war Teil der Neonazi-Kameradschaft „Junge Revolution“ (auch: „Nord Württemberg Sturm“). Vor dem Hintergrund strafrechtlicher Ermittlungen gab die Kameradschaft im Sommer 2021 ihre Auflösung bekannt.

Janne K. aus Künzelsau

Ein weiterer Teilnehmer war Janne K. aus Künzelsau (Hohenlohekreis/Baden-Württemberg). Er ist der Schlagzeuger von „Eishammer“ und war ebenso Teil von „Junge Revolution“. Am 13. Februar 2022 besuchten Dennis H. und Janne K. eine rechtsextreme Demonstration in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. Gemeinsam mit weiteren Neonazis aus dem Nordosten Baden-Württembergs waren sie in die Durchführung der Veranstaltung eingebunden. An der Demonstration, die anlässlich des Jahrestages der Bombardierung Dresdens 1945 stattfand, nahmen rund 800 Neonazis teil. Seit Jahren instrumentalisiert die Neonazi-Szene die Bombardierung der Stadt, um einen deutschen Opfermythos zu pflegen.

„Stützpunktgründung Baden-Württemberg – Kampf um Volk und Vaterland“

Am 23. Oktober 2022, erst eine Woche nach der Veranstaltung im „Jugendheim Hohenlohe“, machten die JN in den sozialen Netzwerken das Treffen publik. Wo das Treffen stattgefunden hat, verrieten die Neonazis nicht. Sie veröffentlichten zwei Fotos: Das eine Foto zeigt den JN-Bundesvorsitzenden Sebastian Weigler mit Brille und weißem Hemd. Er hält einen JN-Wimpel in den Händen. Das andere Foto zeigt die Teilnehmer und einzelnen Teilnehmerinnen mit Fackeln in einem Halbkreis. Die Männer tragen weiße Hemden und schwarze Hosen, die Frauen tragen rote Röcke. In der Mitte stehen vier Männer mit einer JN-Fahne. Die JN titelten den Beitrag „Stützpunktgründung Baden-Württemberg“ und schrieben: „Mit Freude können wir berichten, dass die politische Jugendarbeit im Süd-Westen nun wieder einen organisierten Ansprechpartner im Kampf um Volk und Vaterland hat.“ Offenbar versuchen die JN mit einigen Vollmitgliedern aus dem Nordosten Baden-Württembergs, die brachliegenden Strukturen der NPD-Jugendorganisation im Bundesland zu reaktivieren und neu zu strukturieren. Schließlich hatten die JN Heilbronn-Hohenlohe ihre Aktivitäten vor ein paar Jahren eingestellt.

Frühsport, ideologische Schulungen, Zimmermannsklatschen

Einen Tag später, am 24. Oktober 2022, veröffentlichten die JN einen Bericht und einige Fotos zur Veranstaltung im „Jugendheim Hohenlohe“. Die Veröffentlichungen geben Einblicke in das Programm des „Gemeinschaftstag Süd“. Der Samstag, 15. Oktober 2022, begann mit Frühsport. Im Fokus des Tages standen ideologische Schulungen. Es wurden Vorträge zur Bedeutung und Pflege vom Brauchtum sowie zur Funktion und Rolle von Musik gehalten. Gemeinsames Musizieren und Zimmermannsklatschen knüpften an die Vortragsthemen an. Am Samstagnachmittag besichtigten die Neonazis ein Schloss in der Region. Es heißt im Bericht: „Nach dem Mittagessen und einer kleinen Pause haben wir an einer Führung durch ein über 500 Jahre altes Schloss teilgenommen, in welchem uns der geschichtliche Hintergrund erklärt und gezeigt wurde. Anschließend haben wir die Grundmauern der alten Wasserburg besichtigt.“

Altes Schloss in Gaildorf besucht

Die Neonazis haben (…) das Alte Schloss in Gaildorf besucht. Gaildorf ist rund 35 Kilometer vom „Jugendheim Hohenlohe“ in Kirchberg/Jagst-Herboldshausen entfernt. Eine Person beobachtete die Ankunft der rund 30-köpfigen Besuchergruppe und dachte sofort: „Achje, die sehen aber deutsch aus …“. Mit Blick auf das äußere Erscheinungsbild ordnete sie die Gruppe ohne Zweifel der Neonazi-Szene zu.

Halbjährige Probezeit überstanden

Nach der Schlossführung folgte, wie die JN im Bericht schrieben, die „Feierstunde“, der „Höhepunkt eines jeden Gemeinschaftstages“. Am Samstagabend wurden die Anwärter*innen, die eine halbjährige Probezeit überstanden hatten, vereidigt. Sie wurden JN-Vollmitglieder. Weiter heißt es: „Im Kreis schworen sie den Eid auf Deutschland, auf die Bewegung und dass sie niemals ihre Kameraden verraten werden!“ In der extremen Rechten wird unter „Deutschland“ das Deutsche Reich und unter der „Bewegung“ die nationalsozialistische Bewegung verstanden. Zwar klammerten die JN die Gründung des „Stützpunkt Baden-Württemberg“ im Bericht zum „Gemeinschaftstag Süd“ aus. Allerdings ist anzunehmen, dass das Gründungsritual im Rahmen der abendlichen „Feierstunde“ zelebriert wurde. Aufnahme- und Gründungsritual wurden verknüpft.

„JN ist eine militante und NS-verherrlichende Organisation“

Nachdem die JN schon im Jahr 2020 ihren ersten „Gemeinschaftstag Süd“ im „Jugendheim Hohenlohe“ durchgeführt hatten, veröffentlichte der „Bund für Gotterkenntnis“ eine Stellungnahme. Der rechtsextreme Verein schrieb, man habe das „Jugendheim Hohenlohe“ bloß an „junge Nationale“ vermietet – „deren einziges Verbrechen ganz offensichtlich ihre politische Anschauung ist“. Die Tatsache, dass die JN eine militante und NS-verherrlichende Organisation ist, verschwieg der „Bund für Gotterkenntnis“. In Anbetracht der zahlreichen Veranstaltungen, die Neonazis und Völkische seitdem im „Jugendheim Hohenlohe“ durchführten, dürfte sich an der Haltung bis heute nichts geändert haben. Es ist bloß eine Frage der Zeit, bis das nächste Neonazi-Treffen im Haus stattfindet.

Link zum Artikel „Neonazi-Nachwuchs gründet „Stützpunkt“ im Südwesten“ auf der Internetseite Belltower News:

https://www.belltower.news/junge-nationalisten-neonazi-nachwuchs-gruendet-stuetzpunkt-im-suedwesten-142071/

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„Nabu-Jugendleiterin auch rechtsextrem aktiv?“ – Frau tritt aus dem Naturschutzbund aus – Im „Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff)“ mitgearbeitet

„Naturschutzbund Zweibrücken zieht Konsequenzen: Nabu-Jugendleiterin auch rechtsextrem aktiv? Doch weil die Jugendleiterin auch in völkischen Kreisen aktiv sei, hat der Nabu sie nun abgelöst“, schreibt die Tageszeitung Pfälzer Merkur am 27. Oktober 2022.

Informationen der Tageszeitung Pfälzer Merkur vom 27. Oktober 2022

Von ihren Aufgaben entbunden

„Der Naturschutzbund hat auf entsprechende Vorwürfe entschlossen reagiert – und die Frau von all ihren Aufgaben entbunden. Einem Ausschlussverfahren kam sie durch Austritt zuvor. Die mutmaßlich problematischen Aktivitäten waren weit außerhalb Zweibrückens. Die langjährige Leiterin der Zweibrücker Naturschutzbund-Jugendgruppe ist nach Bekanntwerden von Rechtsextremismus-Vorwürfen von ihren Aufgaben entbunden worden und aus dem Nabu ausgetreten. Zwei antifaschistische Online-Medien hatten zuvor berichtet, dass die Frau neben ihrer Tätigkeit beim Nabu auch beim „Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e. V.“ aktiv sei. Diesen Bund beschreibt das Bundesamt für Verfassungsschutz im Lagebild Antisemitismus als eine „von Antisemitismus und Rassismus geprägte“ Organisation.“ (…)

Link zum ganzen Artikel in der Zeitung „Pfälzer Merkur“:

https://www.saarbruecker-zeitung.de/pm/zweibruecken/nabu-zweibruecken-loest-jugendleiterin-ab-weil-sie-auch-bei-bund-fuer-gotterkenntnis-ludendorff-aktiv-sei_aid-79036331

Artikel in der Tageszeitung Hohenloher Tagblatt vom 27. Oktober 2022:

Rechtsextreme in Herboldshausen NABU-Mitglied tritt zurück, Stadt Kirchberg schreibt Brief an die Ludendorffer

„Nach unserem Bericht über das „Jugendheim Hohenlohe“ in Herboldshausen und die rechtsextremen Umtriebe eines NABU-Mitglieds reagiert der Verband prompt“, schreibt das Hohenloher Tagblatt in seinem Artikel vom 27. Oktober 2022. (…)

Link zum ganzen Artikel in der Zeitung Hohenloher Tagblatt:

https://www.swp.de/lokales/crailsheim/bund-fuer-gotterkenntnis-in-herboldshausen-nabu-mitglied-tritt-zurueck_-stadt-kirchberg-schreibt-einen-brief-67315081.html

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