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SS-Divisionen werden in Jagsthausen verehrt – Gemeinde distanziert sich von zwei SS-Gedenksteinen

Nach Auskunft von Jagsthausens Bürgermeister Roland Halter hat der SS-Gedenkstein im Hintergrund nichts mit der "Gedächtnisstätte der Kriegstoten" der Gemeinde Jagsthausen zu tun.

Nach Auskunft von Bürgermeister Roland Halter hat der SS-Gedenkstein im Hintergrund nichts mit der "Gedächtnisstätte der Kriegstoten" der Gemeinde Jagsthausen zu tun.

Zwei große Gedenksteine für die “17. Panzergrenadier-Division Götz von Berlichingen” und die “Panzer-Division Wiking” stehen etwa 100 Meter oberhalb der „Götzenburg“ Jagsthausen am Ortsausgang Richtung Berlichingen. Der Betrachter wird aber nicht darüber aufgeklärt, dass es sich bei diesen Divisionen um zwei SS-Einheiten handelt. Nur wenige Meter davon entfernt sind das „Ehrenmal der Gemeinde für Gefallene und Vermisste des Ersten und Zweiten Weltkrieges“ und für die „Opfer der Gewaltherrschaft während der Nazi-Diktatur“ der Gemeinde Jagsthausen.

Von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

Bürgermeister Halter: „Gemeinde hat mit den SS-Gedenksteinen nichts zu tun“

„Die Gedenksteine haben überhaupt nichts mit dem weiter nordwestlich liegenden Ehrenmal der Gemeinde für Gefallene und Vermisste des 1. und 2. Weltkriedges oder Opfer der Gewaltherrschaft während der Nazi-Diktatur zu tun. Die Gemeinde hat die Aufstellung weder veranlasst noch unterstützt und ist somit in keinen Zusammenhang damit zu bringen. Die Gedenksteine stehen auf Privateigentum von Götz Freiherr von Berlichingen. Weitere Auskünfte erhalten Sie gegebenenfalls von ihm“, schreibt Jagsthausens Bürgermeister Roland Halter auf eine Nachfrage von Hohenlohe-ungefiltert.

Freiherr von Berlichingen antwortete bisher nicht

Von Götz Freiherr von Berlichingen hat Hohenlohe-ungefiltert innerhalb der vergangenen drei Wochen keine Antwort auf Fragen zu den SS-Gedenksteinen bekommen.

Roman Herzog ist seit 2001 mit Freifrau von Berlichingen verheiratet

Interessant wäre auch eine Stellungnahme des ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog (CDU) zu den Gedenksteinen in Jagsthausen für die SS-Divisionen „Götz von Berlichingen“ und „Wiking“. Ein entsprechender Fragenkatalog vom Januar 2010 an das offizielle Büro „Bundespräsident a. D. Prof. Dr. Roman Herzog, Prinzregentenstraße 89, 81675 München“ blieb aber bis heute (7. März 2010) unbeantwortet. Roman Herzog ist seit 2001 in zweiter Ehe mit Alexandra Freifrau von Berlichingen, der Geschäftsführerin der Burgfestspiele Jagsthausen verheiratet. Bundespräsident a.D. Herzog ist selbst regelmäßiger Besucher der Burgfestspiele in Jagsthausen. In der Region Heilbronn-Franken scheint es Roman Herzog zu gefallen. Sein offizielles Büro verlegt er jedenfalls ab dem 15. März 2010 von München nach Heilbronn.

SS-Gedenksteine passen nicht zu einem „Gedenken an die Opfer“

Während seiner Amtszeit als Bundespräsident (1994 bis 1999) führte Roman Herzog 1996 in Deutschland den 27. Januar als Opfergedenktag ein. Seither wird dieser Tag in Deutschland als “Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus” begangen. In seiner Rede führte Herzog damals aus: „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“ Anmerkung von Hohenlohe-ungefiltert: Zu diesen Worten passen Gedenksteine für SS-Divisionen in Jagsthausen, der Heimat seiner Gattin, sicher nicht.

SS-Divisionen häufig in Kriegsverbrechen verwickelt

Bild des Gedenksteins in Jagsthausen für die SS-Panzergrenadier-Division "Götz von Berlichingen", aufgenommen im Januar 2010.

Gedenkstein in Jagsthausen für die SS-Panzergrenadier-Division "Götz von Berlichingen". Das Foto wurde im Januar 2010 aufgenommen.

Zur historischen Einschätzung der SS-Gedenksteine in Jagsthausen schreibt Thomas Will, Richter am Amtsgericht und Mitarbeiter der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg auf Nachfrage von Hohenlohe-ungefiltert: „Allgemein gilt, dass SS-Divisionen häufig in Kriegsverbrechen verwickelt waren, so dass derartige Gedenksteine grundsätzlich schon deswegen problematisch sind. Die Prüfung der Frage, ob solche Gedenksteine rechtlich erlaubt sind, fällt nicht in das Aufgabengebiet der Zentralen Stelle.“

16 Aktenbände über Ermittlungen gegen SS-Divisionen „Götz von Berlichingen“ und „Wiking“

Umfangreiche Ermittlungsakten zu den beiden SS-Divisionen „Götz von Berlichingen“ und „Wiking“ lagern in der Außenstelle Ludwigsburg des Bundesarchivs. „Im Teilfindbuch zum Bestand B 162 Zentrale Stelle derzeit insgesamt 16 Aktenbände recherchierbar, die Ermittlungen gegen Angehörige der von Ihnen genannten SS-Divisionen „Götz von Berlichingen“ und „Wiking“ zum Gegenstand haben“, schreibt Bundesarchiv-Mitarbeiter Dr. Tobias Herrmann auf Nachfrage von Hohenlohe-ungefiltert. „Diese Bände können unter den Bedingungen von Bundesarchivgesetz und Bundesarchiv-Benutzungsverordnung im Lesesaal unserer Außenstelle eingesehen werden. Eine „historische Einstufung“ militärischer oder paramilitärischer Einheiten „hinsichtlich Kriegsverbrechen“ vorzunehmen, ist nicht Aufgabe des Historikers“, schreibt Tobias Herrmann weiter (www.bundesarchiv.de).

Polizeidirektion Heilbronn hält die SS-Gedenksteine für strafrechtlich oder staatsschutzrechtlich nicht zu beanstanden

Nach Ansicht von Harald Schumacher, Pressesprecher der Polizeidirektion Heilbronn, sind die „Gedenksteine strafrechtlich oder staatsschutzrechtlich nicht zu beanstanden“.

Staatsanwaltschaft Heilbronn und Landeskriminalamt Stuttgart antworten nicht

Hubert Waldenberger, Pressesprecher des Landratsamts Heilbronn, berichtet auf Nachfrage von Hohenlohe-ungefiltert über die SS-Gedenksteine: „Bisher sind hier weder Hinweise noch Kritik eingegangen und der Kreistag hat sich damit nicht beschäftigt. Details zu diesen Gedenksteinen sind hier nicht bekannt. (…) Ob solch ein Gedenkstein einen Straftatbestand erfüllt, kann von hier nicht beurteilt werden, sondern müsste von der Justiz geprüft werden. Straftatbestände können bei jeder Polizeidienststelle angezeigt werden“, so Waldenberger weiter.

Eine entsprechende Anfrage von Hohenlohe-ungefiltert an die Staatsanwaltschaft Heilbronn, Referat Öffentlichkeitsarbeit, vom 4. Februar 2010, zur Zulässigkeit solcher SS-Gedenksteine blieb allerdings bis heute (7. März 2010) unbeantwortet. Ebenso unbeantwortet geblieben ist bisher eine inhaltlich ähnliche Nachfrage beim Landeskriminalamt Stuttgart, Referat Öffentlichkeitsarbeit und Abteilung Staatsschutz.

In Jagsthausen soll es schon in den 1980er Jahren Gedenktreffen von SS-Mitgliedern gegeben haben

Diese Bänder schmücken den Kranz zur Erinnerung der SS-Division "Götz von Berlichingen" in Jagsthausen.

Diese Bänder schmücken den Kranz zur Ehrung der SS-Division "Götz von Berlichingen" in Jagsthausen.

Bisher keine konkreten Informationen über die Gedenksteine für die SS-Divisionen in Jagsthausen hat die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten Landesvereinigung Baden-Württemberg (VVN-BdA) in Stuttgart. Ein VVN-BdA-Mitglied aus dem Landkreis Schwäbisch Hall teilt auf Nachfrage von Hohenlohe-ungefiltert jedoch mit, dass ihm die SS-Gedenksteine in Jagsthausen schon seit einigen Jahren bekannt und „ein Dorn im Auge“ gewesen seien. In Jagsthausen habe es „wohl auch in den 1980er Jahren – vielleicht auch später noch „Gedenktreffen“ gegeben – wie zum Beispiel auch in Ruppertshofen, Gemeinde Ilshofen, „wo jahrelang der Musikverein nach der offiziellen Volkstrauertags-Kirchenveranstaltung den alten Kameraden aufgespielt“ habe. Im Friedhof Ruppertshofen gebe es auch eine „Nische“, in der SS-Soldaten liegen, die das Dorf bis zur Zerstörung „heldenhaft verteidigt haben“, schreibt das Mitglied der VVN-BdA aus dem Landkreis Schwäbisch Hall mit einer Prise Sarkasmus weiter.

SS-Gedenksteine werden vom Regierungspräsidium Stuttgart nicht als Denkmale geführt

Für „in keiner Form zuständig“ sieht sich die Denkmalabteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart (RP), nach Darstellung des RP-Pressesprechers Clemens Homoth-Kuhs. Die SS-Gedenksteine in Jagsthausen werden von der Denkmalabteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart „nicht als Denkmale geführt“, so Homoth-Kuhs in seiner Antwort auf eine Nachfrage von Hohenlohe-ungefiltert.

Anmerkung von Hohenlohe-ungefiltert: Interessant wäre nun vor allem die Stellungnahme des aktuellen Eigentümers der Burg Jagsthausen, Götz Freiherr von Berlichingen, warum auf seinem Grundstück, unmittelbar neben der gemeindlichen Erinnerungsstätte für die Kriegsopfer, zwei Gedenksteine für SS-Divisionen stehen, deren Soldaten nach bisherigen Recherchen an zahlreichen Kriegsverbrechen beteiligt waren. Auch eine Stellungnahme zu den SS-Gedenksteinen von Ex-Bundespräsident Roman Herzog, der mit Alexandra Freifrau von Berlichingen verheiratet ist und deshalb ein regelmäßiger Gast der Götzenburg Jagsthausen ist, wäre wünschenswert. Insbesondere deshalb, weil sich Roman Herzog während seiner Amtszeit als Bundespräsident für die Einführung eines Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus eingesetzt hat.

Weitere Informationen zu den Gedenksteinen in Jagsthausen bei Hohenlohe-ungefiltert:

http://www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=6198

Weitere Informationen zur 17. SS-Panzergrenadier-Division “Götz von Berlichingen”:

http://de.wikipedia.org/wiki/17._SS-Panzergrenadier-Division_„Götz_von_Berlichingen“

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2004/0513/seite3/0001/index.html

Weitere Informationen zur SS-Panzer-Division “Wiking”:

http://www1.yadvashem.org/download/about_holocaust/studies/lappin_full.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/5._SS-Panzer-Division_„Wiking“

Rede von Bundespräsident Roman Herzog anläßlich des Gedenkens an den 50. Jahrestag des Warschauer Aufstandes am 1. August 1994 in Warschau:

http://www.hdg.de/lemo/html/dokumente/WegeInDieGegenwart_redeHerzogZumWarschauerAufstand/index.html

Gedenkstein an die SS-Panzerdivision "Wiking" in Jagsthausen, aufgenommen im Januar 2010.

Gedenkstein für die SS-Panzerdivision "Wiking" in Jagsthausen. Das Foto wurde im Januar 2010 aufgenommen.

Bisher unbeantworteter Fragenkatalog von Hohenlohe-ungefiltert vom 4. Februar 2010 an die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Heilbronn:

Staatsanwaltschaft Heilbronn
Referat Öffentlichkeitsarbeit

Presseanfrage zu Gedenksteinen für zwei SS-Divisionen auf der Gemarkung Jagsthausen

Zum Sachverhalt:
Zwei große Gedenksteine für die „17. Panzergrenadierdivision Götz von Berlichingen“ und die „Panzer-Division Wiking“ stehen etwa 100 Meter oberhalb der Burg Jagsthausen am Ortsausgang Richtung Berlichingen. Ein Schild weist darauf hin, dass die Gedenksteine vermutlich zu einer gemeindlichen Gedächtnisstätte der Kriegstoten der Gemeinde Jagsthausen gehören. Der Betrachter der Gedenksteine wird nicht darüber aufgeklärt, dass es sich bei diesen Divisionen um zwei SS-Einheiten handelt. Laut Wikipedia-Eintrag waren diese SS-Divisionen im Zweiten Weltkrieg aktiv an Kriegsverbrechen beteiligt. Laut Entnazifizierungsgesetz handelt es sich bei der SS per se um eine verbrecherische Organisation.

Die Fragen:
1. Seit wann gibt es diese beiden Gedenksteine für die SS-Divisionen in Jagsthausen?
2. Wer ist für die jeweilige Aufschrift inhaltlich verantwortlich – wie kamen die Texte zu Stande und auf welcher Grundlage?
3. Auf wessen Veranlassung wurden die beiden Gedenksteine aufgestellt? Welchen Zusammenhang gibt es zwischen den beiden SS-Divisionen und der Gemeinde Jagsthausen?
4. Wer pflegt die Gedenksteine und die Einfriedung?
5. Stehen die Gedenksteine auf einem Gemeindegrundstück?
6. Ist es rechtlich erlaubt, Gedenksteine für SS-Divisionen aufzustellen?
7. Hat es in der Vergangenheit bereits Hinweise darauf gegeben oder Kritik daran gegeben, dass Gedenksteine für zwei SS-Divisionen in Jagsthausen stehen?
8. Hat es schon Forderungen gegeben, diese Gedenksteine zu entfernen – wenn ja, von wem?
9. Wie sind die beiden Gedenksteinen für die SS-Divisionen aus Sicht der Staatsanwaltschaft zu bewerten?
10. Falls es sich bei dem Grundstück um ein Privatgrundstück handelt: Ist es rechtlich erlaubt, Gedenksteine für SS-Divisionen auf einem Privatgrundstück aufzustellen?

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23 comments to SS-Divisionen werden in Jagsthausen verehrt – Gemeinde distanziert sich von zwei SS-Gedenksteinen

  • Stone

    Darf man die Burg nicht mehr fotografieren? In der Bild ist ein Foto nicht mehr verfügbar.
    Wollen sich die Edlen nicht damit in verbindung bringen lassen, längst geschehen.

  • Harry

    Ihr habt Sorgen!
    MfG.

  • Thorsten Schäfer

    Bei dem Durchsehen Eures Berichts ist mir aufgefallen, dass etliche Ungereimtheiten enthalten sind. Außerdem wollte ich noch feststellen, dass mit diesen zwei Steinen an tote Menschen gedacht wird. Sollten man nicht deren Totenruhe respektieren? Bedenken wir, dass auch diese Menschen ihr Leben geben mussten, ohne gefragt zu werden. Denn viele der Gefallenen, sagte mir ein Stadtmitarbeiter, waren Wehrpflichtige, die zu diesen Einheiten eingezogen wurden.

  • garmatter

    Sehr geehrter Thorsten Schäfer,
    welche „etliche Ungereimtheiten“ sind denn Ihrer Meinung nach in dem Text enthalten? Bitte benennen Sie diese doch ganz konkret.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

  • John Ezzo

    Herr Garmatter,

    1. SS bzw. Waffen-SS-Einheiten (militärische, keine KZ-bzw. paramilitärische Einheiten)waren während des zweiten Weltkrieges nicht „nur“ mit Kriegsverbrechen beschäftigt.

    Gerade der 17.SS Panzergrenadier-Divisionen Götz von Berlichingen wurde mehrmals nach dem Kriege von amerikanischer Seite( hauptsächlich der 63.US Infanterie Division, welche der 17ten seit Frankreich auf den Fersen war) bestätigt, das diese an keinen Kriegsverbrechen ( ab Januar 45 bis Kriegsende)beteiligt war.

    Vielmehr war die 63. US Inf.Div. an mehreren Massakern an deutschen gefangengenommenen Soldaten der 17ten beteiligt.
    Ein Beispiel, Hermersberg bei Weissbach bzw. Niedernhall am Kocher: dort wurden etwa 15(!!) deutsche Soldaten nach ihrer Gefangennahme mit Drahtschlingen erdrosselt und Spaten erschlagen.

    -Nach- Ende der Kampfhandlungen.

    Gezielte Erschießungen des Feindes während Kampfhandlungen, z.T. aus Affekt oder Schock , vielleicht über den gerade geschehenen Tod eines Freundes, sind zum Teil ja noch nachvollziehbar.
    Aber nicht an hilflosen Menschen.

    Die 63. US Infanterie Division war übrigens bekannt für ihre Kriegsverbrechen, schmeißen Sie mal Google an mit den passenden Strichworten, da werden Sie fündig.

    Doch für die US-Divisionen wurden auch hier und da, „trotz“ ihrer verschmutzen weißen Weste Denkmäler aufgestellt (und nicht zu Unrecht, ich finde es ist eine gute Sache, den gefallenen eine letzte Ehre durch einen Gedenkstein zu geben, welcher Nation sie auch angehörten) Man schwieg die amerikanischen Verbrechen einfach aus.

    Des weiteren gibt es auch Gedenksteine ganz „normaler“ Heereseinheiten wie der 533. bei Hermesberg, welche bestimmt auch nicht ganz sauber war.

    Zum Schluss, da ich Sie nicht langweilen möchte möchte ich sagen: Krieg ist und war noch nie sauber, er wird es auch nie werden.
    Sie waren damals nicht dabei, und richten obligatorisch über Menschen die Sie nie gekannt haben, deren Schicksal Sie nicht und Motive sie nicht kennen, Sie können auch nicht selbst wissen wie Sie selbst, gehandelt hätten, wenn sie damals gelebt hätten.
    Wenn man ihren Artikel so liest, könnte man meinen jeder ehemalige SS-Angehörige wäre ein Nazi und Mörder gewesen, dann hätten wir ja jahrzehnte unter Millionen von Mördern und Verbrechern gelebt….

    Ich möchte damit nichts beschönigen, der Krieg war grausam und menschenverachtend, viele Menschen mussten dafür ihr Leben lassen, wollen sie etwa sagen, das die knapp 60Mio. Toten im 2Wk umsonst gestorben sind? Sie verunglimpfen meiner Meinung nach deren Tod.

    Und Nein, ich bin kein Nazi oder rechtsgesinnter Mensch.

    Bitte fragen Sie, wenn etwas paradox oder falsch erscheint.

    Sollten Sie nach Quellen zu meinen Aufzählungen fragen, so empfehle ich Ihnen zum einen die Bücher über die 63. US Infanterie Division und die 17SS Division welche Sie bei einschlägigen Onlinebibliotheken für einen nicht geringen Preis erwerben können.

    Dies ist meine Meinung, welche ich nach bestem Gewissen vertrete, aber niemanden aufzwingen möchte, ich finde es nur schade das man heutzutage bzw. schon immer den Krieg bzw. die Menschen die darin verwickelt waren; die Verbecher die es zweifelsohne gab ,zusammen mit den normalen Soldaten in einen Topf wirft.

  • garmatter

    Sehr geehrter John Ezzo,
    das Thema meines Artikels waren die Gedenksteine in Berlichingen für SS-Einheiten, bei denen durch unvollständige Nennung der genauen Bezeichnung vertuscht wird, dass es sich um SS-Divisionen handelt. Mitglieder dieser SS-Einheiten waren an zahlreichen Kriegsverbrechen beteiligt. Deshalb sollte es für diese Einheiten keine pauschalen Gedenksteine geben. Durchaus bin ich auch der Meinung, dass der einzelnen Opfer dieser Einheiten gedacht wird, zum Beispiel durch Namensnennung der Toten auf Gedenksteinen in ihren Heimatorten, so wie es in vielen Ortschaften – auch in Berlichingen – üblich ist.

    Sie schreiben: „viele Menschen mussten (…) ihr Leben lassen, wollen sie etwa sagen, das die knapp 60Mio. Toten im 2Wk umsonst gestorben sind? Sie verunglimpfen meiner Meinung nach deren Tod.“

    Ich bin der Meinung, dass diese Menschen ihr Leben in einem sinnlosen Krieg verloren haben, den deutsche Machthaber bewusst angezettelt haben, um ihre persönlichen Machtgelüste zu befriedigen.

    Zu ihren Hinweisen auf Kriegsverbrechen von amerikanischen Soldaten an deutschen Soldaten und Zivilisten: Solche Morde der Alliierten an Deutschen hat es gegeben – auch in Jungholzhausen, einer Ortschaft zwischen Braunsbach und Langenburg.

    Wie schon oben geschrieben: Anlass meines Artikels waren die Gedenksteine für verbrecherische SS-Einheiten in Berlichingen.
    Ich bin der Ansicht, dass wir als Deutsche zuerst einmal die verbrecherischen Taten von Deutschen offenlegen müssen. Erst wenn wir das ehrlich getan haben, können wir mit dem Finger auf andere Nationen und deren Verbrechen zeigen.
    Wenn ich mir die Opferzahlen im Zweiten Weltkrieg genauer anschaue, wird deutlich, dass es Länder und Menschen gibt, die unter dem Krieg weitaus mehr gelitten haben als wir Deutschen.
    Millionenfachen Massenmord an Zivilisten und Soldaten anderer Länder haben Deutsche geplant und ausgeführt – leider ist das Fakt.

    Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

  • John Ezzo

    Sollte ich Ihrer Meinung nach, Ihren Artikel missvertanden haben, so verzeihen Sie dies bitte und löschen den Beitrag.

  • Jürgen

    Liebe Leser,

    es gab mal einen süddeutschen Ministerpräsidenten und ehemaligen Nazirichter
    der meinte “was damals Recht war, könne heute kein Unrecht sein.”
    Wir sollten uns mal wieder daran erinnern; auch daran, dass er daraufhin sein
    Amt verloren hat.

  • Rottweiler50

    Sehr geehrter Herr Garmatter,

    soviel ich weiß, stehen diese Steine schon vor der Zeit, wo Sie das Licht der Welt erblickt haben und bisher sind Sie auch der erste in Jahrzehnten, der sich dazu journalistisch äussert. Genau das kann man sehen wie man will.

    Allerdings ist es heftiger Tobak, zu pauschalieren. Nennen Sie doch einfach mal Ross und Reiter, wo die Götz von Berlichingen Kriegsverbrechen begangen hat!? Ludwigsburg wird Ihnen sicherlich dabei helfen, aber fündig werden – kaum!

    Schon alleine, daß Sie nun Jungholzhausen erwähnen zeigt, wie wenig Sie überhaupt wissen, schließen sich einfach den Aussagen der VVN an und machen junge, 17 jährige Gebirgsjäger, die man blutrünstig und ohne jeden Anlass von Leben „befreite“
    zu Angehörigen dieser Division!

    Aber nebenbei bemerkt wurden dort Untersuchungen vom CID vorgenommen und mit dem Tenor ins Archiv gelegt zum Verstauben, daß man nicht mit der damaligen amerikanischen Einheit fündig wurde!! Was bitte möchten Sie ( erstmal ) aufarbeiten – wenn man aufgrund des Überleitungsvertrages niemals(!!) Taten der Sieger verfolgen wird?

    In der Tat passierte Schreckliches, aber in unserer Region auf der Seite der späteren Sieger. Alleine vom 1.4. – 12.4.1945 passierten im unteren Bereich von Jagst und Kocher Dinge, die im Gegensatz zu Ihren pauschalen Ausführungen, Sie klammern sich an die Urteile des Nürnberger Prozesses, daß die Waffen-SS pauschal als verbrechische Organisation einzustufen sei, sind hier Fakten zur Genüge bekannt und hinterlegt.

    Unter anderem auch in Zusammenstellungen von Uwe Jacobi – erhältlich bei der Heilbronner Stimme, dem man sicher nicht journalistische Sensationsmache unterstellen kann, oder von Michael Sylvester Koziol – sicher Ihnen bekannt.

    In dem oben erwähnten Raum sind nachweißlich nur aufgrund ihrer Zugehörigkeit mind. 60 (!) großteils junge Menschen von 17 oder 18 Jahren „umgebracht“ worden. Das heißt nicht im Kampf gefallen, sondern waffenlos erschossen worden, zum Teil bei lebendigem Leibe der Schädel eingeschlagen!

    Wiederum ein Grossteil davon wurde ausgeplündert, ( Skalpjäger ) Soldbuch, persönliche Gegenstände wie Uhren und Brieftaschen, sodaß nicht mal später beim Zusammenkarren die Identität festzustellen war.

    Heute, Nicht mehr so zahlreich, aber sicher immer wieder kommen nun Neffen oder jüngere Geschwister dieser Toten, deren Grab nicht namentlich vorhanden ist und Gedenken derer. Warum sollten sie das, wenn man schon nicht an dem Grab stehen kann – nicht vor einem Gedenkstein tun??

    Ist Ihnen nicht bekannt, daß nach über 60 Jahren jemand auf die Idee kam, „Stolpersteine“ als „Denkmale“ anzubringen um auch hier Menschen Gelegenheit zu geben, die Erinnerung wach zu halten und mitten in Städten, nicht abseits gelegen?

    Unterscheiden Sie bei Toten zwischen „guten“ Toten und „bösen“ Toten?

    Und dann die Frage, ist ein 17 jähriger Toter, Pz.-Gren. bei der 17ten SS-Division,
    eingezogen nach dem Arbeitsdienst nun ein „böser“ Toter weil er sich in Weidenbüschen versteckte, von Zivilisten verraten wurde, eine „Henkersmalzeit“ mit Spiegeleier und Speck bekam um darauf mit einem Jeep am 12.4.45 in den Wald gefahren zu werden um ihn zu befreien – vom Leben?

    Im Jahre 1965 fuhren die Eltern an die Stelle seiner Gefangennahme, sie wussten nun Bescheid – und anschliessend nach Jagsthausen, um im Stillen anstatt an seinem Grab, das nicht mit seinem Namen existiert, seiner zu Gedenken und eine Nelke dort abzulegen?!

    Sicher,es kommt immer auf die Betrachtensweise Einzelner an – aber das wird zu oft bei Journalisten vergessen, Hauptsache man tönt der Political Correctness nach.

    „Katyn“ hatten wir auch bei den Nürnberger Prozessen, als deutsches Massaker und irgendwann wird auch mal ein anderes Bild der Waffen-SS entstehen,weil spätere Generationen das „ohne Voreingenommenheit“ und nachplappern, aus neuer Sicht betrachten werden.

    Im Gegensatz zu den Militärrichtern der Allierten, auch wenn Ihnen das nicht gefällt, möchte ich Adenauer – einen demokratisch gewählten Bundeskanzler der „Deutschen“ zitieren, der einmal am 30.08.1953 klug sagte:

    „Die Männer der Waffen-SS waren Soldaten wie andere auch“.

    Ich gehe davon aus, daß Sie diesen Satz nicht kennen oder ignorieren und stattdessen das hochkramen, was Sieger über Besiegte ausgesprochen haben – zum damaligen Zeitpunkt erstmalig in der Geschichte der Menschheit!

  • garmatter

    Sehr geehrter Rottweiler50,
    wie immer stört es mich – auch bei Ihnen – wenn Kommentare anonym (auch unter Pseudonym) geschrieben werden. Das widerspricht meiner Grundüberzeugung von Transparenz bei Veröffentlichungen.

    Damit die Leserinnen und Leser Ihren Beitrag politisch besser einordnen können, veröffentliche ich einen Teil Ihrer von Ihnen selbst bei Hohenlohe-ungefiltert angegebenen E-Mail-Adresse. Diese lautet nach ihren Angaben „thule33“. Diese gibt zu einigen Spekulationen Anlass:

    1. 1933 war die Machtübergabe an Adolf Hitler, der damals zum Reichskanzler ernannt wurde.

    2. Aus dem Internetlexikon Wikipedia: Die Thule-Gesellschaft war eine antisemitische und völkisch orientierte Organisation, die kurz vor dem Ende des Ersten Weltkriegs im August 1918 in München von Rudolf von Sebottendorf gegründet wurde und in ihrer stärksten Phase um 1919 rund 200 Mitglieder hatte. Sie wurde nach der in der griechischen Mythologie erwähnten Insel Thule benannt. Die Thule-Gesellschaft war rein politisch orientiert. Ihr Hauptziel bestand in der Bekämpfung der Revolution von 1918, der neuen bayerischen Regierung unter Kurt Eisner sowie der wenige Wochen nach dessen Ermordung folgenden Räterepublik. Personell gab es Querverbindungen zur Deutschen Arbeiterpartei wie zur Frühphase der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). 1925 wurde die Thule-Gesellschaft aufgrund zahlreicher Mitglieder-Austritte und mangelnder Unterstützung aufgelöst. In jüngerer Zeit ist sie Anknüpfungspunkt zahlreicher Spekulationen und Verschwörungstheorien. (…)
    „Thule“ im Rechtsextremismus
    Einige jüngere rechtsextreme Einrichtungen lehnten sich an den „Thule“-Namen an, so das Thule-Netz in den 1990er Jahren. Auf den Thule-Begriff greift auch das rechtsextremistische Thule-Seminar, das 1980 gegründet wurde, zurück.

    3. Aus eigenen Recherchen weiß ich, dass Mitglieder der Waffen-SS am 14. April 1945 auch bei der Erschießung von sechs unschuldigen Menschen in meinem Heimatort Kirchberg/Jagst beteiligt waren. Unter den Opfern war auch eine Frau, die zwei kleine Kinder hinterließ und deren Mann zu diesem Zeitpunkt noch als Soldat im Krieg war.

    4. Jeder Mensch hat das Recht um von ihm geliebte Menschen zu trauern. Dazu ist es aber nicht nötig, Gedenksteine für verbrecherische Organisationen aufzustellen. Ein besserer Ort für die Trauer der Angehörigen wäre ein „Gedenkstein für die Opfer von Krieg und Gewalt“.
    Wenn Soldaten, die keine Kriegsverbrechen begangen haben, zu den beiden SS-Divisionen zwangsrekrutiert worden waren und dann gefallen sind, wären diese posthum sicher froh, nicht mit diesen verbrecherischen Organsiationen in Verbindung gebracht zu werden.

    Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

  • Rottweiler50

    Sehr geehrter Herr Garmatter,

    genau so habe ich Sie und auch diese Seite eingeschätzt entgegen der „großen Worte“ ihrer liberalen Aussage für auch kritsche Anmerkungen in der Einleitung.

    Ich bin weder politisch engagiert noch habe ich irgendein Parteibuch, aber dieser Tenor ist ja bekannt – gleich mal in diese Ecke rücken, man drückt mal vorsorglich den Stempel auf! ( Leicht ist es übrigens heute sich auch für jeden eine E-Mail mit „Edelweisspiraten“ oder „Rote Kapelle“ zuzulegen! )

    Daß Sie sich nicht an das Verprechen halten, diese „nicht“ zu veröffentlichen war mir durchaus klar. ( Journalistische Sorgfaltspflicht oder nur Gerede? Im Gegensatz ( Einen Kommentar hinterlassen )zu der Aussage: Email (wird nicht veröffentlicht) (benötigt).

    Sie legen sich die Geschichte so zurecht,wie Sie die persönlich sehen möchten und pauschalieren weiter.

    Wer bitte in welcher Armee und in welchem Kriege hat denn eine weisse Weste?!

    Was Sie allerdings nicht von „Gräser“ zitieren, ist die Seite 391, weshalb wohl das die Dinge in Kirchberg passierten.

    Die Anschuldigen gegen BGM Wirth, der wohl gegen den „Flaggenbefehl“ verstiess und die Verhaftung 3er Polen und 1 es Franzosen wegen des Verdachtes der Spionage, der so wie ich das lese einer Denunziation von Bürgern aus Kirchberg ebenso zu Grunde lag wie auch die Erschiessung von Fr. Galszinski, dessen Sohn sie 1996 interviewt haben. ( Seite 409 )

    Es ist mir zugebener Massen nicht bekannt ob ein Gerichtsverfahren wie bei Brettheim oder Burgthann diesbezüglich stattgefunden hat, wenn ja, ist hier sicher ein Richterspruch der BRD erfolgt, wenn nein wäre es auch wünschenswert gewesen gewesen, diejenigen abzuurteilen, die den Grund dieser Erschiessungen ermöglichten.

    Dem Verlauf nach Gräser war das die SS – mit Kübelwagen und Jeeps – daß die SS Jeeps hatten lässt wohl auf „Beutefahrzeuge“ schließen. Die Wehrmacht und die SS hatten sogenannte Kübelwagen!

    Pfeile (?? ) bei der SS ist auch gänzlich unbekannt.

    Traurig ist, daß dieser Staat den hinterlassenen Kindern nicht mal eine Waisenrente zubilligt – hier wäre damals sicher journalistischer Einsatz gefragt gewesen um Wiedergutmachung zu leisten, die Jungen hatten schließlich ihre Mutter verloren.

    Die Frage ist nur, was hat das mit dem Ausgangsthema zu tun?

    Laut dem veröffentlichen Kriegstagebuch war die Divison nach dem 14. April bereits auf dem Weg nach Nürnberg und beileibe nicht in der Lage, Privateigentum erschossener Zivilisten Schmuck, Ringe, Silberbesteck ein Bügeleisen ( wozu eigentlich eigentlich?) und Frauenkleider zu plündern!

    Der Hunger plagte die, als Heranwachsende -tagelang. ( siehe Blumenstock ) Was sollten sie mit diesen Gegenständen?

    Ihre letzte Behauptung ziehe ich sehr in Zweifel! Genausowenig wie ein allierter Soldat sicher nicht posthum froh wäre, für eine demokratische Weltordnung eines Roosevelt oder Churchill, oder ein japanischer für einen Teno gefallen zu sein – ebensowenig wie ein heutiger, gefallener Soldat der Bundeswehr im fernen Afganistan – wenn er wüsste, daß sein Tod umsonst war,zumal da längst der Rückzug beschlossene Sache ist und letzendlich die Taliban doch ihren Siegeszug fortsetzen werden!

    Den Toten ist es gleich, was die stärkeren Lebenden aus ihrem Tod danach aus ihnen machen – sie zu Terrosristen, Verbechern oder zu Helden.

  • garmatter

    Sehr geehrter Rottweiler50,
    ich habe in Hohenlohe-ungefiltert einen Teil Ihrer E-Mail-Adresse veröffentlicht. Thule33 ist aber bei weitem nicht ihre gesamte E-Mail-Adresse. Diesen Teil ihrer E-Mail-Adresse finde ich aber bemerkenswert, weil er inhaltlich eine nicht tolerierbare neonazistische Tendenz aufweist.

    Die liberale Grundhaltung von Hohenlohe-ungefiltert erkennen sie wieder daran, dass auch ihr neuer Kommentar veröffentlicht wird.

    Zum Mordkommando am 14. April 1945 in Kirchberg/Jagst:
    Die Todesschützen in Kirchberg/Jagst gehörten einer bunt zusammengewürfelten Einheit an, die aus Soldaten der Waffen-SS, Wehrmacht und Feldgendarmerie bestand. Das Kommando vor Ort führten Offiziere der Waffen-SS. Genaueres steht in der Dokumentation „Nationalsozialismus in Kirchberg/Jagst“ von Ralf Garmatter, veröffentlicht im September 1997. Als Ergänzung empfehle ich, den Dokumentarfilm „Narben der Erinnerung“ anzusehen, in dem Augenzeugen von den Erschießungen in Kirchberg/Jagst im Jahr 1945 berichten.

    Nochmals zum Ausgangspunkt der Debatte:
    Meiner Meinung nach sollte es in Jagsthausen keine Gedenksteine für zwei SS-Panzerdivisionen geben, weil die SS meiner Meinung nach zurecht als verbrecherische Organisation einzustufen ist. Stattdessen hielte ich es für sinnvoll in Jagsthausen den „Opfern von Krieg und Gewalt“ zu gedenken – wie es ja auch schon im gleich neben den SS-Gedenksteinen liegenden Denkmal der Gemeinde Jagsthausen getan wird. Dort haben auch die Angehörigen der gefallenen SS-Soldaten einen Ort des Gedenkens. Die gesonderten SS-Denkmale auf dem privaten Schloss-Grundstück halte ich für eine Provokation gegenüber den Opfern der NS-Diktatur.

    Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

  • eastside

    Adenauer 1953 vor CDU-Freunden in Hannover: „Die Männer der Waffen -SS waren Soldaten wie alle anderen auch … machen Sie einmal dem Ausland klar, daß die Waffen-SS nichts mit Sicherheitsdienst und Gestapo zu tun hat! Machen Sie einmal den Leuten deutlich, daß die Waffen-SS keine Juden erschossen hat, sondern als hervorragende Soldaten von den Sowjets am meisten gefürchtet war.“

    Ähnlich hatte sich auch der ehemalige Verteidigungsminister Strauß geäußert, der nun für Cramer zeugen soll. Als Antwort auf eine Umfrage unter prominenten Politikern schrieb Strauß am 21. März 1957 an die „Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit“ (Hiag), eine Organisation ehemaliger Waffen-SS-Angehöriger: „Wie ich persönlich über die Leistungen der an der Front eingesetzten Verbände der Waffen-SS denke, wird Ihnen bekannt sein. Sie sind selbstverständlich in meine Hochachtung vor dem deutschen Soldaten des letzten Weltkrieges eingeschlossen.“

  • Jungpionier75

    Sehr geehrter Herr Garmatter,wie ich finde verdienen auch die toten Soldaten der Waffen-SS das man sie ehrt und ihrer gedenkt.Grade im Osten Deutschlands stehen in fast jedem Ort Mahnmale und Gedenksteine usw.für die rote Armee und auch diese werden noch gepfelgt und vor vielen liegen auch heute noch frische Blumen und das obwohl auch diese Soldaten keine Heilsbringer waren wie wir ja alle gut wissen.Was sich da für Dinge abgespielt haben ist ebenso in einschlägiger Literatur wie aber auch im Internet nachzulesen.Ja auch die Waffen-SS oder die Wehrmacht hat Verbrechen begangen wie jede Armee zu jeder Zeit und zu jeder militärischen Auseinandersetzung-auch heute noch.Warscheinlich stören sie sich nur daran das es sich bei den Gedenksteinen nun grade um SS Soldaten handelt wo sie von Grundauf eine verfestigte unabänderbare negative Einstellung denen gegenüber haben.Vielleicht durch sture linke politische Einstellung oder durch Uneinsichtigkeit das nicht nur diese Soldaten Verbrechen begangen haben.Auch die Angehörigen der Wehrmacht im Besonderen die der Waffen-SS musten nach Gefangennahme schlimmste Misshandlungen erleiden oftmals wurden sie ermordet.Ich kann dazu ein Buch empfehlen „Die Gefangenen“ von Paul Carell mit dem Augenmerk über Gefangene vom einfachen Soltat bis hin zum General die in Titos Lagern zu Tausenden wie im Mittelalter gefoltert und gemordet wurden.Krieg ist zu Verachten und mit allen Mitteln zu Verhindern aber mit den Füssen auf deren Totenruhe zu treten und ihrer das Gedenken abzusprechen ist einfach unmenschlich und erzeugt wieder die Saat des Unrechts und des Hasses.Selbst in Russland welches so viel Leid ertragen musste gibt es deutsche Soldatenfriedhöfe auch für SS-Angehörige die zum Teil von Einheimischen Helfern gepflegt werden.Wenn sie mit den Menschen dort sprechen oder mit älteren Russen die hier leben dann werden sie sagen das sie heute keinen Hass mehr haben und die Opfer beider Seite unsere Achtung verdienen.Nur hier in unserem Land tut man sich so schwer damit und bleibt verbohrt mit seiner Meinung.Die SS Divisionen bestanden zum Ende hin nicht mehr nur aus Freiwilligen die von der nationalsozialistischen Idiologie überzeugt waren,sondern oftmals von Volksdeutschen und Zwangsrekrutierten.Wenn man die Meinung vertritt das man den Angehörigen der Waffen-SS nicht gedenken soll dann urteilt man vielleicht über jemanden der damals gar nicht die Wahl hatte zb. in eine Wehrmachtseinheit zu kommen.Und nur weil dieser „jemand“ das Pech hatte zwangsverpflichtet in einer SS Einheit dienen zu müssen und als SS Soldat gefallen ist soll man ihm heute die Ehre absprechen und ihm das Gedenken versagen ??? Sehr fraglich diese Einstellung wie ich finde.Im Übrigen hat auch ganz in meiner Nähe, Ebrantshausen heißt der Ort, die Götz v. Berlichingen Division in den letzten Apriltagen ein Verbrechen begangen.Da wurde der Pfarrer der weisse Fahnen auf dem Kirchturm bereitlegen lies festgenommen und in einem Waldstück erschossen.Auch darüber kann man verschiedene meinung sein,auf der einen Seite kann man sagen das Mord denn wegen so einer Sache gleich jemand erschiessen.Auf der anderen Seite muss man die Situation als ganzes betrachten.Die Soltaten egal ob SS oder WM waren ja zum großen Teil noch Kampfeinheiten und wenn man sich vorstellt das vorne im Wald die Soldaten die Gräben ausheben und sich vielleicht schon fragen ob sie den nächsten Tag erleben und hinten im Ort werden weisse Fahnen gehisst dann kann man ein wenig nachvollziehen das wenn sie selber nicht mehr viel vom Leben erwartet haben sie solche Maßnahmen durchführten.Aber wie gesagt im Osten unter den Russen war es nicht besser in Schlesien wurden Menschen an die Tore ihrer Scheunen genagelt und Pfarrer in der Kirche aufgehangen und andere schrecklich Verbrechen und auch da muss man die Hintergründe betrachten die zu solch einem Gewaltexzess führten.Heute gilt es jeden Kriegt zu verhindern und ein wichtiger Punkt dafür ist das man sich auch mit der Vergangeheit beschäftigt und sich sachlich damit auseinandersetzt.Gedenksteine verbieten und entfernen (zumal keine Symbole die gegen die Verfassung verstossen drauf sind) ist ein ganz schlechtes Argument.mfg

  • garmatter

    Sehr geehrte/r Jungpionier/in75,
    ich empfehle ihnen, den Artikel, den sie kommentieren, erst einmal zu lesen.

    1. Es geht nicht darum, das Gedenken an einzelne SS-Angehörige zu unterbinden. Es geht vielmehr darum, das explizite Gedenken an verbrecherische SS-Organisationen wie die „SS-Einheiten Götz von Berlichingen“ und „Wiking“ zu kritisieren.

    2. Jedes einzelnen Gefallenen der Kriege soll gedacht werden, um weitere Kriege zu verhindern. Ich halte es aber für einen Fehler, Wallfahrtstätten – wie in Jagsthausen – für unverbesserliche SS-Fans zu errichten und zu erhalten.

    3. Vielen Gefallenen der SS-Einheiten „Götz von Berlichingen“ und „Wiking“ wird vermutlich in ihren Heimatgemeinden auf den Gefallenendenkmälern namentlich gedacht. Das ist eine gute und persönliche Art der Erinnerung an einen Menschen. Bei einem Mahnmal für die SS-Einheit wird die verbrecherische Organisation in den Vordergrund gerückt, der armselig krepierte Soldat oder Zivilist tritt in den Hintergrund. Das ist nicht in Ordnung.

    Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

  • Bethmann

    Werter Herr Garmatter,

    ich frage mich ernsthaft ob Sie lesen können.

    Habe beide Fotos der Steine gesehen und kann nicht erkennen dass diese Steine ein Gedenken an militärische Einheiten vermitteln sollen, sondern an die gefallenen Soldaten derselben.

    Aber Nestbeschmutzer wie Sie, versuchen schon seit dem Krieg wirklich alles schlecht zu machen, was es in Deutschland gab und vergessen dabei, dass die allermeisten der Soldaten von damals keine Nazis oder Parteimitglieder waren, sondern gezogen wurden und im festen Glauben an einen Kampf für ihr Vaterland (diese Bezeichnung ist bei menschen Ihres Schlages ja schon verhasst), ihr Leben gelassen haben – also auch für eine Familie Garmatter ?

  • garmatter

    Sehr geehrte Frau Bethmann, sehr geehrter Herr Bethmann,
    von der Familie Garmatter waren selbst Soldaten an der Front. Mein Großvater mütterlicherseits ist im März 1945 bei Königsberg in Ostpreußen gefallen. Er hinterließ seine Frau und seine fünfjährige Tochter. Meine Familie braucht keine Mitglieder der SS-Divisionen Wiking und Götz von Berlichingen, die für sie „ihr Leben lassen“. Es wäre für alle Menschen besser gewesen, die deutschen Soldaten wären zwischen 1939 und 1945 zu Hause bei ihren Familien geblieben.

    Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

  • ralf wendling

    Ja, Herr Garmatter,
    zu Ihrem Beitrag vom 12.12.11, den ich eben, vielleicht nicht zufällig las;
    sicher wäre nahezu jeder Soldat, gleich welcher „Nation“, die von irgendjemand, irgendwann, aufgrund von Kriegen und willkührlichen Grenzziehungen in einen Krieg getrieben wurde, also Rhein, Neisse, etc., gerne „Zuhause“ geblieben, doch Macht, Geld, Land und Terror verlangen nun einmal ihren Tribut… Soweit d ´accord? Und so marschierte das böse deutsche Volk, auf einmal plötzlich verroht, dem Dichten, Denken, der Naturheilkunde und Anthroposphie, der Botanik, der Romantik verlustigt, in „Russland“ ein, überrollte dabei rund 15.000 friedliebende Panzer und mindestens 3 Mio. nur auf Verteidigung bedachte Rotarmisten, alle im Grenzbereich zu Polen massiert und zufällig im Frühjahr 1941, dem Jahr, wo der friedliebende Spion Dr. Sorge in Japan alles an Stalin berichtete und die ebenso friedliebende und bis heute unschuldige amerikanische Finanz- und Politikmacht über die Angriffsabsichten von Deutschland und von Japan gegen das unschuldige Jungfernland USA unterrichtete, woraufhin die bösen Japaner nur uralte Schlachtschiffe in Pearl Harbor versenkten… – das sagt natürlich die sog. Wissenschaft, also die der „Sieger“ nicht. Und so wird ein Mythos, nämlich der vom deutschen Barbarentum und von deutschen Angriffskriegen endlos fortgesetzt, und wir, ja WIR zahlten z.B. für den vom bösen deutschen Volk „angezettelten“ 1. WK bis 2010 – und wie lange zahlen wir für den 2. WK? Während, ohne dies aufrechnen zu wollen, die „friedliebende“ Nation USA den Irak, bald den Iran, vorher Korea, Vietnam, Afghanistan (für die Drogenproduktion) überrollte; seltsam, das sich da Ihr Gerechtigkeitssinn nicht regt? Wahrscheinlich ist alles „Deutsche“ zu schlecht- und sie können mir glauben, mir wird schlecht, wenn ich Ihr vorgekautes Gefasel lese… (mal zum Lesen; der Krieg, der viele Väter hatte…) Mich kotzt es auch an, das mein Grossvater im 2. WK gestorben ist, das so viele Städte in Schutt und Asche versanken, soviel Menschen ihr Leben ließen, soviele Kinder keine Väter hatten, soviel Gefühl verloren ging,… forschen wir doch mal nach den Hintergründen und beten wir nicht ständig die „Siegergeschichte“ nach, die doch nur eine Mördergeschichte ist… Ja und dann, und dann kommen wir darauf, das die deutschen Soldaten wirklich hätten zuhause bleiben können.
    Grüße
    Ralf Wendling

  • Martin Silberstein

    Im Vorraus entschuldige ich mich ersteinmal fuer die folgenden Rechtschreibfehler die mangelst deutsch sprachiger Tastatur unausweichlich sind.

    All den „Kritikern“ des Artikels von Herrn Gamatter empfehle ich sich in erster Linie einmal an historischen Fakten zu orientieren.

    Nachgewiesen sind:

    Die Ermordung von 18 entflohenen Haeftlingen, aufgegriffen und ausgeliefert vom Volkssturm durch die 5. SS-Panzerdivision Wiking im Raum Prebensdorf im April 1945

    Die Ermordung von 20 Haeftlingen am 4 April 1945 bei Graz (Erschossen beim Fluchtversuch)Ebenfalls durch die Kameraden der Division Wiking

    Der Mord an 80 Juedischen Haeftlingen am 28. Maerz 1945 an dem ebenfalls Mitglieder der Division Wiking beteiligt waren.

    Zur 17 SS Panzerdivision, gaebe es da unteranderem die Erschiessung des Buergermeisters von Burgthan, oder (was eigendlich reichen muesste) am 25. August 1944 das Massaker von Maille bei dem Mitglieder das Feldersatzbattalions 124 Zivilisten erschossen.

    Das sind Fakten die sich ebengenau um diese beiden Denkmaehler drehen. Die vermeintlichen Kriegsverbrechen irgendwelcher allierten Soldaten haben inetwa genau so viel mit diesen Denkmaehlern zu tun, wie McDonalds mit der DKP.

    Wenn sie also ein Denkmal fuer diese beiden SS Divisionen fuer gerechtfertigt halten, dann frage ich sie, warum sie nicht genau so fuer ein Denkmal fuer die gefallenen Flugzeugbesatzungen bei der Bombardierung Dresdens, direkt neben dem Mahnmal fuer die Opfer der Bombennacht einstehen. Denn diese haben eben auch nur ihre Pflicht als Soldat getan!

    Ich persoenlich stimme im uebrigen auch nicht mit der persoenlichen Meinung von Herrn Garmatter ueberein, da meiner Meinung nach Mitglieder von Einheiten der Waffen-SS nochnichteinmal einen persoenlichen Grabstein zum Gedenken verdient haben, sondern auf dem Abfall der Weltgeschichte verotten sollen! (aber auch das ist nur meine persoenliche Meinung, die mit diesem Artikel nicht wirklich etwas zu tun hat.)

    Ansonsten bliebe nur noch ein altes Zitat, ohe Schoepfer: Sowas kommt von sowas.

  • Gallrich

    Sehr geehrter Herr Silberstein,

    Da Sie pauschal Mitglieder der Waffen-SS als Verbrecher verurteilen, lässt nun aber wirklich auf volle Ahnungslosigkeit ihrerseits schliessen. Lesen bildet… z. B. das erhaltene Kriegstagebuch der Götz von Berlichingen, das unter anderem auch den sogenannten Flaggenbefehl enthielt. Im Übrigen schreibt man im Deutschen „voraus“ mit einem R, verrotten dagegen mit zwei. Scheint aber an Ihrer internationalen Tastatur zu liegen.

  • piet

    wenn ihr sonst keine sorgen habt, ich empfele ein paar gute bücher zu lesen, zb der tot sprach polnisch, verbrechen an der wehrmacht, usw, und nicht einseitig über tote herzuziehen, für euch waren es verbrecher, für uns unsere großväter

  • Pit

    Alle Völker der Welt gedenken ihren Toten und Gefallenden auch wir solltes es tun . Wer ist in eine Krieg UNSCHULDIG wenn er eine Waffe trägt? Unschuldige opfer die gibt auf allen Seiten …………….!

  • Chris Kuhn

    Ja, die Zahl der Widerständler gegen das Dritte Reich wächst von Jahr zu Jahr, und das im mitläuferischsten aller Deutschländer…

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