Was ist heute links? Thesen für eine Politik der Zukunft. Vortrag der Juso-Bundesvorsitzenden Franziska Drohsel in Schwäbisch Hall

Pressemitteilung des Juso-Kreisverbandes Schwäbisch Hall – Hohenlohe

jusos

Von links: Bettina Schulze (Stellv. Juso- Bundesvorsitzende), Danny Multani (Juso- Landesausschussdelegierter Schwäbisch Hall - Hohenlohe), Ernst- Michael Wanner (Vorsitzender SPD- Ortsverein Schwäbisch Hall), Kim Faber (Stellv. Kreisvorsitzende Jusos Schwäbisch Hall - Hohenlohe), Luigi Monzo (Kreisvorsitzender Jusos Schwäbisch Hall - Hohenlohe), Franziska Drohsel (Juso- Bundesvorsitzende), Wolfgang Ellsässer (Vorsitzender SPD- Ortsverein Künzelsau) Foto: Jusos

Jusos setzen eigene Themen

Die Juso- Bundesvorsitzende Franziska Drohsel war am 9. September 2009 zu Gast in Schwäbisch Hall. Mit ihrem Vortrag „Was ist heute links? Thesen für eine Politik der Zukunft“ machte sie vor 60 Zuhörern im Alten Schlachthaus deutlich, dass der Verband der Jungsozialisten und Jungsozialistinnen nicht nur eine Durchgangsstation für die jungen Leute der SPD ist, sondern dass bei den Jusos eigene Themen entwickelt werden, die dann engagiert innerhalb der Partei aber auch außerhalb vorangetragen werden.

Menschen dürfen nicht von einer würdigen Zukunftsperspektive abgeschnitten werden

Den Medien zufolge scheinen derzeit alle großen Parteien eine sozialdemokratische Ausrichtung zu haben, das Thema ‚Soziale Gerechtigkeit‘ ist demnach auch bei den Parteien der konservativen Mitte angekommen. Das Original bleibt freilich ein und dasselbe. Die SPD ist die Heimstatt der Sozialdemokratie und die Jusos sind ihr unverbrauchter Nachwuchs. Mit den Thesen für eine linke Politik der Zukunft geht es den Jusos darum, in den entscheidenden Fragen Bildung, soziale Sicherung, Arbeit, Gleichstellung und Friede eine klare Stellung zu beziehen und diese sowohl nach außen als auch nach innen in die Partei zu manifestieren. „Es darf demnach nicht hingenommen werden“, so die Juso-Bundesvorsitzende, „dass in einem wohlhabenden Land wie Deutschland Menschen von einer würdigen Zukunftsperspektive abgeschnitten werden.“ So sei der Wunsch nach fairen Löhnen eine der wichtigsten Forderungen um eine gerechtere Arbeitswelt zu organisieren aber vor allem mehr Chancengerechtigkeit beim Zugang zur Bildung wird dabei als unabdingbare Grundlage angesehen.

Kampf gegen Globalisierung und Wirtschaftsliberalismus

Zwar mangelt den Jusos, aufgrund fehlender Mandate, oftmals der politische Gestaltungsraum, aber gerade deshalb kämpfe man umso engagierter auch außerhalb der Parlamente gegen Globalisierung und Wirtschaftsliberalismus. Ziele und Forderungen würden gerne auch abseits ausgetretener Pfade entwickelt, um sie schließlich über die innerparteilichen Ebenen in die SPD hineinzutragen. Ein Muster hierfür sei beispielsweise der beharrliche Protest der Jusos gegen die Privatisierung der Bahn, dem letztlich auch von der Partei Rechnung getragen werden musste.

Politik der kleinen Schritte hin zu einer solidarischeren Gesellschaft

Dennoch bleibt auch für die Jusos die Politik ein Werk der kleinen Schritte, das Potenzial für Revolutionen sei, so Franziska Drohsel, nicht gegeben und so ist es neben der Formulierung visionärer, vielleicht auch utopischer Ziele vor allem wichtig, eine Politik der kleinen Veränderungen zugunsten einer solidarischeren Gesellschaft mitzutragen. Auch die Jusos seien gezwungen für ihre Forderungen Mehrheiten zu organisieren, was sie jedoch nicht davon abhält, in bestimmten Fragen gegenüber der SPD eine konträre Haltung einzunehmen, wie beispielsweise der Protest der Jusos gegen Hartz IV und gegen eine pauschale Rente mit 67 belegen.

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