„Wer nicht kämpft, hat schon verloren“ – Dokumentation in Schwäbisch Hall über Willi Bleicher: Widerstandskämpfer und Arbeiterführer

Ein Filmportrait von Hermann G. Abmayr über den Widerstandskämpfer und Arbeiterführer Willi Bleicher zeigt die IG Metall und der DGB am Freitag, 3. Mai 2013, ab 20 Uhr im Kino im Schafstall in Schwäbisch Hall.

Von der IG Metall Schwäbisch Hall

Gewerkschaften wurden 1933 von den Nazis verboten

Nach dem 1. Mai 1933 wurden in die Deutschland die Gewerkschaften von den Nazis verboten. Am 2. Mai besetzte die SA Gewerkschaftshäuser, beschlagnahmte das Vermögen, misshandelte und verhaftete Gewerkschaftsfunktionäre wie den Protagonisten des Filmes von Hermann G. Abmayr, den Widerstandskämpfer und baden-württembergischen Arbeiterführer Willi Bleicher.

Ausgezeichnete Dokumentation „Gesucht wird Josef Mengele“

Auf Einladung der IG Metall und des DGB-Kreisvorstands Schwäbisch Hall stellt der Regisseur den Film über das Leben von Willi Bleicher im Kino im Schafstall persönlich vor. Hermann G. Abmayr ist als Filmemacher für den SWR und den WDR tätig. Über Bleicher hat er im Silberburg-Verlag eine Biographie veröffentlicht. Abmayr war Rechercheur der ARD-Dokumentation „Gesucht wird Josef Mengele“, die mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde.

Willi Bleicher berichtete auch im Club Alpha 60 über seine Zeit im KZ

Im Film „Willi Bleicher: Widerstandskämpfer und Arbeiterführer – Wer nicht kämpft, hat schon verloren“ werden auch Ausschnitte einer Veranstaltung im club alpha 60 in Schwäbisch Hall gezeigt, bei der Willi Bleicher in hohem Alter über seine Zeit im KZ berichtet hat. Es handelt sich dabei um eine der letzten Aufnahmen von Willi Bleicher.

Konsequentes Leben für soziale Gerechtigkeit und Menschlichkeit

Der Name Willi Bleicher steht für ein konsequentes Leben für soziale Gerechtigkeit und Menschlichkeit. 1907 im deutschen Kaiserreich in Armut geboren, erlebte Willi Bleicher den Aufstieg und Fall der Weimarer Republik. Während seiner Haft unter den Nazis waren Leid, Hoffnung, Gewalt und Tod allgegenwärtig. Diese Jahre prägten den Antifaschisten und legendären Arbeiterführer. Bleicher war eine Suchender, der danach strebte, „das Leben lebenswerter zu machen“. Abmayrs Filmporträt respektiert Bleichers Lebensentscheidungen, ohne vereinnahmende Denkmalgießerei zu betreiben. Der Filmemacher stellt im Kino im Schafstall seine Willi Bleicher Dokumentation persönlich vor.

Als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt

Willi Bleicher gehörte wie Oskar Schindler zu den ersten Deutschen, die in Israel als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt wurden. Der Stuttgarter hat die Nazis schon früh bekämpft und kam dafür ins KZ Buchenwald. Dort hat er unter Lebensgefahr als Funktionshäftling in der Effektenkammer dazu beigetragen, dass der dreijährige Jude Stefan Jerzy Zweig aus Krakau das Lager überlebt hat. Die Rettung des Kindes regte Bruno Apitz in den 1950er Jahren zu seinem weltbekannten Roman „Nackt unter Wölfen“ an, der Anfang der 1960er Jahren verfilmt wurde. Willi Bleichers Rolle spielte Armin Müller Stahl.

Hanns-Martin Schleyer war in der NS-Zeit SS-Offizier

In der jungen Bundesrepublik war Willi Bleicher der Gegenspieler von Hanns-Martin Schleyer, der in der NS-Zeit den Rang des SS-Offiziers trug. Der Daimler-Mann Schleyer führte in Baden-Württemberg den Arbeitgeberverband der Metallindustrie, Bleicher die Industriegewerkschaft Metall.

Termin der Filmvorführung:
Freitag, 3. Mai 2013, 20 Uhr bis 22 Uhr, Veranstaltungsort: Kino im Schafstall, Im Lindach 9, 74523 Schwäbisch Hall

Weitere Informationen und Kontakt:

http://www.schwaebisch-hall.igm.de/termine/termin.html?id=57178

Trailer des Films: http://www.bw.igm.de/extra/podcast/podcast.html?id=1878

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