„Warum die Gesellschaft auch kritische Wissenschaftler benötigt“ – Leserbrief zu einem Artikel in der Rundschau Gaildorf über Mobilfunk

Einen Leserbrief zum Artikel „Katastrophen im Schnelldurchlauf“ von Richard Färber in der Rundschau Gaildorf vom 23. Oktober 2010, hat Peer Olsen aus Gaildorf an Hohenlohe-ungefiltert geschickt. Darin geht es um die gesundheitlichen Gefahren von Mobilfunk.

Leserbrief von Peer Olsen aus Gaildorf

Auch ich war Teilnehmer am spannenden Vortrag von Herrn Dr.Warnke, Biophysiker aus Saarbrücken, am (Donnerstag) 21. Oktober 2010 im vollbesetzten Kernersaal in Gaildorf. Ich habe selten in meinem Leben einen solch detaillierten, hochaktuellen, kritischen und auf Grund des beschränkten Zeitrahmens wichtigen Vortrag über die Situation der Risikotechnologie Mobilfunk gehört.

Natürlich ist es schwierig, ein solch komplexes Thema auch für den Laien interessant und verständlich darzustellen, aber auch dies gelang Herrn Dr.Warnke sehr souverän. Da es bei diesem Thema auch um viele bedrückende Fakten ging und nicht um die Vorstellung eines Reisebüros mit Ausflug in den Schwarzwald, schmälert den Vortrag in keinster Weise. Interessierte und motivierte Bürger, die in den Kernersaal kamen, waren sich dieser Sachlage wohl bewusst.

Was mir als Kenner der Materie aber übel aufgestoßen ist, waren folgende Kritikpunkte:

1. Einen solch wichtigen Vortrag unter der Rubrik “ Gaildorf/so ebbes“ zu bringen hört sich an wie „unter ferner liefen“

2. Die Überschrift „Katrastrophen im Schnelldurchlauf“ ist ausgesprochen negativ formuliert und spiegelt den Vortrag absolut nicht wider! Es wurden keine reißerischen Fakten geboten, sondern leider die traurige Wahrheit.

3. Wenn ein so seriöser und vielbeschäftigter Wissenschaftler ein so enges Zeitlimit für seinen Vortrag mitbringt, muss man das akzeptieren und nicht kritisieren, das steht uns nicht zu.

4. Die Behauptung, endgültige Nachweise nach strengen wissenschaftlichen Vorgaben würden fehlen, habe ich anders interpretiert und wurden so auch nicht präsentiert. Dutzende von seriösen und nachvollziehbaren Studien wie z.B. die Reflex-Studie, wurden zitiert.

5. Dass seine Thesen nicht unumstritten sind, wird vom wem behauptet? Alle kritischen Wissenschaftler haben dieses Problem und kämpfen gegen Lobbys und Machtinteressen, Geld regiert die Welt! Auch früher wurde schon behauptet, die Erde sei rund und keine Scheibe, diese Wissenschaftler mussten mit dem Scheiterhaufen rechnen. Unsere modernen Scheiterhaufen sind das Internet mit Denunziationen und Verleumdungen.

Ich kenne Herrn Dr.Warnke seit 2002 von vielen Kongressen, schätze seine sachlichen Präsentationen und seinen riesigen Erfahrungsschatz, seine menschliche und sympathische Art sowie seine Intention, sowohl Gefahren wie auch Lösungen sehr überzeugend zu präsentieren. Wo waren eigentlich die vielen eingeladenen Politiker?! Bürgermeister und Gemeinderäte fast nur Fehlanzeige! Interessiert die Probleme der Bürger niemanden mehr?

Wir können stolz und froh sein, einen so bekannten Naturwissenschaftler in eine solche Kleinstadt eingeladen zu haben. Herr Dr.Warnke ist sonst nur auf internationalen Kongressen und vor dem Europäischen Parlament zu finden. Er hat es nicht verdient, eine solch schlechte Darstellung zu erhalten. Ich wünsche mir viel mehr Zivilcourage.

Dr.med.Peer Olsen, Facharzt für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, Biologische Krebsmedizin, 74405 Gaildorf

Link zum Artikel in der Südwestpresse auf den sich der Leserbrief bezieht: http://www.swp.de/gaildorf/lokales/gaildorf/art5533,685507

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„Mehr als 100 Menschen säen in Honhardt mit der Hand für eine gentechnikfreie Zukunft“ – CDU-Staatssekretärin braucht im Land keine Gentechnik

Bei ungemütlich nasskaltem Wetter kamen vor kurzem mehr als 100 Säfrauen, Sämänner und Säkinder ins Hohenlohische nach Frankenhardt-Honhardt auf den Demeter-Hof der Familie Klopfer und Josef Huber-Kraus. Auch die baden-württembergische Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch (CDU) machte begeistert mit an der europaweiten Aktion „Zukunft säen!“. Dem Wetter angepasst, erschien sie in Jeans und Gummistiefeln.

Von Iris Mühlberger aus Rot am See-Reinsbürg, Demeter Baden-Württemberg

„Wir legen gemeinsam Keime für die gentechnikfreie Zukunft“

Gemeinsam war es allen Teilnehmer wichtig, im Schritt des Sämanns, mit der Hand ein Feld zu bestellen und damit etwas urbildlich Sinnvolles zu tun. „Wir legen gemeinsam Keime für die gentechnikfreie Zukunft. Es geht darum, hier und heute einmal Bauer zu sein und eine Verbundenheit mit der Natur zu erfahren. Denn wir ernten, was wir säen“, betont Johannes Ell-Schnurr, Geschäftsführer von Demeter Baden-Württemberg.

Staatssekretärin Gurr-Hirsch: „Wir haben eigene Pflanzenzüchtung

Die Staatssekretärin nannte die Aktion eine wichtige Botschaft über Deutschland hinweg. „Wir fordern von der Bundesregierung, dass sie sich bei der EU-Kommission für eine Überwachung des Saatguts in Hinblick auf Nulltoleranz von gentechnischen Verunreinigungen einsetzt. Im Land sorgen wir durch unser Saatgut-Monitoring dafür, dass es keine gentechnischen Verunreinigungen gibt.“ Nur anhand dieser Untersuchungen hätten dieses Jahr vier verunreinigte Saatgutpartien rechtzeitig vom Markt genommen werden können. Bei Bio-Mais und ­Soja sei noch nie eine Verunreinigung über dem gesetzlichen Grenzwert festgestellt worden. Friedlinde Gurr-Hirsch stellt fest: „Wir brauchen in Baden-Württemberg keine Gentechnik, weil wir klein parzelliert sind und dazu eine eigene Pflanzenzüchtung haben, die auch in Zukunft verlässliche und gute Erträge bringen wird.“

Berthold Heyden entwickelt alte Hofsorten weiter

Ein Beispiel dafür ist die Demeter-Weizensorte ‚Hermes‘ von Berthold Heyden aus Salem, einem der fünf europaweiten biodynamischen Züchter. Er war ebenfalls in Honhardt dabei und berichtete über seine speziellen Anforderungen an eine gute Sorte. Ihm ist nicht nur der Ertrag wichtig, sondern auch eine gute Back- und Nahrungsqualität: „Ernährt das Getreide den Menschen ausreichend und stärkt es dazu seine Lebenskraft?“ Berthold Heyden entwickelt speziell alte Hofsorten weiter, damit ein in sich geschlossenes Hofleben erhalten bleiben kann.

Züchtung und Vermehrung der Getreidesorten muss in den Händen der Bauern bleiben

Das ist auch mit der Grund, warum sich die Honhardter Demeterhöfe, an der Aktion beteiligt haben. Besonders freut sich Martin Klopfer über die anwesenden Schüler der fünften Klasse der Waldorfschule Crailsheim. Die jungen Sähelfer mit den roten Aktions-Kappen wollen nicht nur das Feld bestellen, sondern auch das Wachstum „ihres“ Getreides begleiten. Der Demeter-Bauer forderte eindringlich, dass die Züchtung und Vermehrung der Getreidesorten in den Händen der Bauern bleibe. „Globale Züchter nehmen den Bauern die Möglichkeit, ihr Getreide selber nachzubauen.“ Sie würden dadurch vollkommen abhängig von Großkonzernen. Martin Klopfer sät auf seinen Äckern ausschließlich biodynamische Weizensorten.

Wer das Saatgut hat, hat auch die Macht

Rainer Hofmann vom Bündnis Gentechnikfreies Hohenlohe ergänzte: „Wir können es selber am besten. Es steckt jahrtausendealte Arbeit, Kultur und Information im Saatgut. Dies darf nicht einfach so aufgegeben werden. Wer das Saatgut hat, hat auch die Macht.“ Deshalb forderte auch Johannes Ell-Schnurr von der Politik, dass der Markt für eine Vielfalt an Erhaltungssorten geöffnet werden müsse. Dazu gehörten lokal angepasste und samenfeste Sorten (keine Hybriden) genauso wie Sortenmischungen. Zu den anwesenden Sähelfer sagte er: „Als Bauer und Verbraucher tragen wir gemeinsam die Verantwortung, dass eine Landwirtschaft ohne Gentechnik auch in Zukunft möglich ist.“

Hintergrundinformationen:

Die Initiative „Zukunft säen!“ entstand 2006 in der Schweiz (Getreidezüchtung Peter Kunz und L´Aubier Fondation) und findet mittlerweile in zehn Ländern statt. An den eindrucksvollen Sä-Festen beteiligen sich zur Zeit bundesweit über vierzig Demeter-Höfe, 13 davon aus Baden-Württemberg.

Nähere Informationen zur Aktion im Internet unter www.demeter.de (Rubrik Verbraucher)

Demeter Baden-Württemberg: www.demeter-bw.de

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„EU-Abgeordnete Evelyne Gebhardt (SPD) gibt Sarkozy einen Korb“ – Protest gegen Ausweisung von Roma in Frankreich

Aus Protest gegen die Roma-Politik Frankreichs nimmt die EU-Abgeordnete Evelyne Gebhardt (SPD) aus Mulfingen im Hohenlohekreis nicht an der offiziellen Übergabe des Folgeberichts der Attali-Kommission teil.

Vom SPD-Europabüro Künzelsau

Frankreichs Werte sind mit Sarkozys Politik nicht vereinbar

Angesichts der Massenausweisungen der Roma aus Frankreich hat Evelyne Gebhardt ihre Teilnahme an der Präsentation des Nachfolgeberichts der Attali-Kommission, die am 15. Oktober 2010 im Elysée-Palast stattfand, abgesagt. „Ich kann die sozialdemokratischen Werte für die ich einstehe in Sarkozys Politik nicht wiederfinden“, so Evelyne Gebhardt. „Frankreichs Vorstellung von Freiheit, Gleichheit und Solidarität ist mit der derzeitigen Politik Sarkozys nicht vereinbar. Die Schere zwischen Arm und Reich in Frankreich vergrößert sich stetig. Es ist falsch, die Ärmsten der Armen auszuweisen und damit noch stärker auszugrenzen“, betonte die sozialdemokratische Europaabgeordnete. „Als überzeugte Europäerin und Europa-Abgeordnete ist es mir unmöglich einem Menschen die Hand zu reichen, der die Rechte der Bürger und Bürgerinnen Europas mit Füßen tritt“, fügt sie hinzu.

Hintergrund:

Im Juni 2007 wurde die Commission pour la libération de la croissance française von Sarkozy ins Leben gerufen, um einen Bericht zu verfassen, der Empfehlungen und Vorschläge für die Wiederbelebung des Wirtschaftswachstums in Frankreich liefert. Nicolas Sarkozy hatte 2007 die SPD-Binnenmarktexpertin Evelyne Gebhardt aufgrund ihrer Verdienste bei der Wahrung des Sozialen in Europa in den Beraterkreis der Attali-Kommission berufen.

Kontakt:

Evelyne Gebhardt, MdEP, Europabüro, Keltergasse 47, 74653 Künzelsau

Telefon: 0 79 40 – 5 91 22

Fax: 0 79 40 – 5 91 44

Internet: www.evelyne-gebhardt-fuer-europa.eu

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