Erforschung lokaler Ereignisse unter dem Naziregime – Alfred Hausser-Preis gegen das Vergessen der Nazigräuel

Zur Erinnerung und zur Bewahrung des Vermächtnisses von Alfred Hausser wurde von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA Baden-Württemberg) der Alfred Hausser-Preis ausgeschrieben, der alle zwei Jahre verliehen wird. Das Preisgeld beträgt 500 Euro. Bewerbungsschluss ist der 30. Juni 2010.

Von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA Baden-Württemberg)

Bewerben und vorgeschlagen werden können:

• örtlich-regionale Geschichtsinitiativen
• Geschichtswerkstätten
• Vereine
• Schulklassen (mit LehrerInnen) und
• VVN-BdA-Gliederungen

Zielsetzung der Projekte:

Der Alfred Hausser-Preis wird vergeben für Projekte, die der Erforschung und Vermittlung örtlicher oder regionaler Ereignisse und Entwicklungen unter dem Naziregime dienen, um die Erinnerung an den Widerstand, die Verfolgten und die Opfer des Faschismus bewahren zu helfen. Dies schließt Beiträge zur Geschichtsarbeit ein, die verharmlosende, beschönigende und verfälschende Darstellungen offen legen und dem Verschweigen entgegenwirken.

Besonders wichtig sind dabei Projekte, die Berichte von ZeitzeugInnen sichern, da hierfür nur noch wenige Jahre zur
Verfügung stehen.

Weitere Beispiele für Bewerbungen sind:
– Projekte der Spurensicherung
– Erinnerungstafeln
– Veröffentlichungen
– Geschichtslehrpfade
– Veranstaltungen und Initiativen, die sich den oben genannten Zielen widmen.

Bewerbungsgrundlagen:
Eine Kurzdarstellung der jeweiligen Gruppe oder Initiative und eine Kurzbeschreibung des abgeschlossenen oder in Planung
befindlichen Geschichtsprojektes sind in schriftlicher Form (per Brief, Fax oder E-Mail) an das Landesbüro der VVN-BdA Baden-Württemberg zu richten. Dort sind auch weitere Informationen zu erhalten. Bewerbungsschluss ist der 30. Juni 2010

Adresse:

VVN-BdA Baden-Württemberg
Landesbüro
Böblinger Str. 195
70199 Stuttgart
Tel. 0711 – 603237
Fax 0711 – 600718
Internet: www.vvn-bda-bawue.de
E-Mail: baden-wuerttemberg@vvn-bda.de

Preisverleihung:
Die Auswahl der PreisträgerInnen erfolgt nach Vorschlägen des Beirats durch den Landesvorstand. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Preis wird im Rahmen der Landesdelegiertenkonferenz am 23./24. Oktober in Konstanz von einem Vertreter des Beirats übergeben.

Bisherige Preisträger:

2006
SchülerInnen und Schüler der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried für ihr Projekt Zwangsarbeit (siehe www.igmh.de)

2008
Schüler der Schulgeschichtsforscher AG der Grund- und Hauptschule Ostheim für das Projekt „Erinnerung und Mahnung“, über das Schicksal der Familie Schneck/ Guttenberger, die 30 Angehörige in den Konzentrationslagern verlor.

Der Preis setzt sich zusammen aus einer finanziellen Förderung in Höhe von 500 Euro, einer Förderung und Beratung des Projektes durch Beiratsmitglieder, der Hilfe des Beirats zur Ermittlung weiterer Förderungsmöglichkeiten, einer Urkunde und
dem Buch über Alfred Hausser „Nur wer sich selbst aufgibt, ist verloren“

Der Beirat:
Der Beirat setzt sich zusammen aus VertreterInnen der VVN-BdA Baden-Württemberg, von Gedenkstätten, von Gewerkschaften, der Interessengemeinschaft ehemaliger Zwangsarbeiter sowie ZeitzeugInnen und FachhistorikerInnen, die Alfred Hausser durch enge Zusammenarbeit nahe standen.

Alfred Hausser (27. August 1912 bis 12. August 2003)
Widerstandskämpfer der ersten Stunde

Alfred Hausser hat von Jugend an als Gewerkschafter, mit seinem Widerstand in der Nazizeit und seinem lebenslangen antifaschistischen Engagement gezeigt, dass humanistische Werte für unsere Gesellschaftsentwicklung und konkrete Arbeit gegen das Vergessen zusammen gehören. Sein Leben galt der Aufklärung über die Ursachen des Faschismus und dem Kampf
gegen den Neofaschismus. Besondere Verdienste erwarb er sich mit seinem jahrzehntelangen Einsatz für die Wiedergutmachung der vom Naziregime Verfolgten und für die Entschädigung der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter.

Schon 1934 wegen Widerstandsaktionen verhaftet und 1936 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, musste er während seiner Haftzeit Zwangsarbeit für die Firma Bosch leisten. Wegen seines Widerstandes gegen den
Faschismus musste er bis zur Befreiung 1945 über zehn Jahre Haft erdulden.

Als Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender der Landesvereinigung der VVN-BdA Baden-Württemberg, seit 1994 Ehrenvorsitzender der VVN-BdA Bundesvereinigung, war und ist er Vorbild im Kampf gegen alte und neue Nazis.

Zur Erinnerung und zur Bewahrung des Vermächtnisses von Alfred Hausser wurde von der VVN-BdA Baden-Württemberg der Alfred Hausser Preis ausgeschrieben, der alle zwei Jahre verliehen wird.

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