Jugendgottesdienst mit Punkrockkonzert in der evangelischen Kirche Wiesenbach – Christliche Band Nticket und Laienprediger Manuel Raisch bringen die Wände zum Wackeln – Begeisterung bei den wenigen Jugendlichen hielt sich in Grenzen

Die Band Nticket spielte lauten Punkrock in der Wiesenbacher Kirche.

Die Band Nticket spielte am Pfingstsamstag lauten Punkrock in der Wiesenbacher Kirche.

Am Pfingstsamstag wurde es laut in der evangelischen Kirche in Wiesenbach. Der Laienprediger Manuel Raisch lud ein zu einem Jugendgottesdienst, der sich mit der Frage „Was ist Glaube“ beschäftigen sollte. Zeitgemäßes Christentum an junge Menschen zu tragen, war laut Manuel Raisch, die Absicht der Veranstaltung. Zur Verstärkung holte er sich die christliche Punkrockband Nticket aus Reinland-Pfalz in die heilige Halle.

Kommentar von David Jäger, Hohenlohe-ungefiltert

Plakatwerbung mit Totenköpfen und Kreuzen

Die Veranstaltung war, für einen Gottesdienst, schon recht ungewöhnlich beworben worden. Totenköpfe und Kreuze auf einem düsteren Hintergrund waren in der Hohenloher Gegend plakatiert. Doch selbst der Widerspruch, dass eine Punkrockband in einer Kirche spielt, konnte nicht allzu viel Interesse bei den jungen Leuten wecken. 30 meist sehr junge Teilnehmer füllten die Wiesenbacher Kirche eher mäßig. Manuel Raisch, in seiner Erscheinung an einen Heavy Metal-Fan erinnernd, hielt während des Gottesdienstes die Predigt. Er versuchte durch ein neues poppiges Gewand, Gottes Botschaft an die jungen Leute zu bringen.

Einige verließen vorzeitig die Kirche

Nach einer Weile kam bei manchen wohl ein beklemmendes Gefühl auf, sich auf diese ungewöhnliche Art und Weise mit der Bibel auseinanderzusetzen – einige verließen vorzeitig die Kirche. Auch konnte man sich des Eindrucks nicht verwehren, dass hier die Konfirmationsunterrichtsleiter, Jungschar- oder Jugendkreisleiter mit ihren Sprösslingen aufgetaucht waren. Diese versuchten ihre Schüler zum Aufstehen und Tanzen zu animieren, während die brüllend laute Punkmusik durch die Kirche hallte. Jedoch wirkten die  jungen Teilnehmer, dem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, teils überfordert und nicht in der Stimmung den Aufforderungen zu folgen. Das ist insofern verständlich, da ihnen doch bisher mit aller Strenge vermittelt worden war, in der Kirche nur keinen Mucks zu machen, geschweige denn zu tanzen. Nach Spaß sah das jedenfalls nicht aus, was sich da in der Wiesenbacher Kirche abspielte. Vielleicht lag es aber auch an in Deutschland verbreiteten Auffassung, in einer Kirche nicht aus sich rauszugehen. Vielleicht funktionieren aber auch dieselben alten konservativen Werte in modernem Gewand nicht. Laut einer deutschen Sage hat das vor über 700 Jahren in Hameln mit Musik schon einmal funktioniert – in Wiesenbach am Pfingssamstag aber nicht.

   Sende Artikel als PDF   
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Gedanken zu „Jugendgottesdienst mit Punkrockkonzert in der evangelischen Kirche Wiesenbach – Christliche Band Nticket und Laienprediger Manuel Raisch bringen die Wände zum Wackeln – Begeisterung bei den wenigen Jugendlichen hielt sich in Grenzen

  1. Im Gegensatz zu manch anderen konserativen kirchlichen Veranstaltungen sprach diese unterhaltsame Veranstaltung die jungen Leute an. Man fragt sich, wo die jungen Leute besser aufgehoben waren, an diesem besagten Pfingstsamstag, in den Räumlichkeiten der Wiesenbacher Kirche oder gar stark alkholisiert auf irgendwelchen Festmärkten ?!

    Zitat aus dem Kommentar von Herrn Jäger:
    Laut einer deutschen Sage hat das vor über 700 Jahren in Hameln mit Musik schon einmal funktioniert – in Wiesenbach am Pfingssamstag aber nicht.

    Die Sage vom Rattenfänger zu Hamlen mit dem Angbeot des Jugendkreises am Pfingssamstag in Verbindung zu bringen, ist bei weitem arg übertrieben.

  2. Mein Name ist Manuel Raisch und ich wollte folgendes sagen:
    1. Ich bin kein Laienprediger, sondern studierter Theologe.
    2. Waren an diesem Datum viele andere Festlichkeiten die eben ein Angebot der Ev. Kirchengemeinde Wiesenbach an Action scheinbar übertroffen haben. Aber das ist nun mal bei Konzerten usw. so.
    3. Die Stimmung war sehr gut, ich habe noch nie so viele Leute in der Kirche tanzen und mitsingen gesehen.
    4. Die Leute die gegangen sind habe ich zum größten Teil gekannt und hatten einen anderen Termin oder sie wollten eine Rauchen gehen, denn sie sitzen niemals mehr als 5 Minuten an einem Platz.

    Zusammengefasst:
    Finde ich es schade das Herr Jäger so negativ berichtet hat. Obwohl er sich mit mir lange unterhalten hatte aber mich zu dieser Sachlage nicht gefragt hatte.

    Manuel Raisch

  3. Ich habe noch zwei Punkte vergessen:
    1. Ich scheine nicht nur ein Metal-Fan zu sein sondern ich bin einer und sehe in meiner Freizeit immer so aus.
    2. Mir ist nichts bekannt das in der Kirche in Wiesenbach irgend ein Christentum vermittelt würde mit Druck oder Zwang. Ebenso wäre das auch unbiblisch den dort wir man zum Tanzen und Singen aufgefordert. Wie auch zu einem freien und freiwilligen, ungezwungenen Glauben an Jesus Christus. Wer sich ein Bild machen möchte kann ja jeden Sonntag in die Kirche nach Wiesenbach gehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.