„Deutsch-französischer Vertrag vor 50 Jahren unterzeichnet“ – Musikalisch-literarische Feierstunde in Crailsheim

Im Januar 1963 unterzeichneten der damalige französische Staatspräsident Charles de Gaulle und Ex-Bundeskanzler Konrad Adenauer einen Vertrag, der die Zusammenarbeit zwischen der deutschen und der französischen Regierung auf eine neue Grundlage stellte. Mit einer musikalisch-literarischen Feierstunde am Dienstag, 22. Januar 2013, ab 19 Uhr, im Crailsheimer Ratssaal wird dieses historischen Moments, aber auch der Städtepartnerschaft mit Pamiers, gedacht.

Von der Stadtverwaltung Crailsheim

43 Jahre Städtepartnerschaft mit Pamiers

Bereits am 11. April 1969, also vor 43 Jahren, wurde auch in Crailsheim ein historischer Vertrag unterzeichnet. Diesem Städtepartnerschaftsvertrag mit dem südfranzösischen Pamiers gingen 1966 erste Kontakte zwischen dem Albert-Schweitzer-Gymnasium und der Musikschule in Pamiers voraus.

Musik-, Sport- und Schüleraustausche sowie Bürgerreisen

Tausende von Bürgerinnen und Bürger beider Städte besuchten in den letzten Jahrzehnten die jeweilige Partnerstadt. Musik-, Sport- und Schüleraustausche sowie Bürgerreisen für Jedermann untermauerten die deutsch-französische Freundschaft. Beliebte Anlässe für Pamiersbesuche sind die „Fiesta“ Mitte Juli und die „Fête“ Ende August. Gegenbesuche erfolgen vor allem am Volksfest im September.

„Auch wenn Du eine Deutsche bist, bist Du trotzdem sehr nett.“

Kaum mehr nachzuvollziehen sind heute die Schwierigkeiten, die die jungen Franzosen noch in den 1970er Jahren mit der Annäherung an die Deutschen hatten. Geprägt von den Kriegserfahrungen ihrer Großeltern schrieb zum Beispiel die zehnjährige französische Magali ihrer deutschen Spielkameradin Michaela in deren Poesiealbum: „Auch wenn Du eine Deutsche bist, bist Du trotzdem sehr nett.“ Der junge Musiker Daniel aus Pamiers erinnerte sich mit typisch französischem Blickwinkel an das 125. Fränkische Volksfest: „Ganz Franken trifft sich dort, um die Langeweile eines von Arbeit geprägten Lebens im Bier zu ertränken und den grauen Septemberhimmel zu vergessen. Dieses Volk der Philosophen und Dichter kommt im großen Bierzelt zusammen, um über die Stränge zu schlagen“. Er vermisste den Tanz im Freien, wie er es von Festen in Pamiers gewohnt war.

Maßlos enttäuscht und zornig auf seine Großmutter

Als Siebzehnjähriger war der Schwimmer Eric begeistert, wie herzlich er in Crailsheim von seiner Gastfamilie aufgenommen wurde. Maßlos enttäuscht und zornig auf seine Großmutter war er, als diese sich in seiner eigenen Familie durchsetzte und eine Gegeneinladung des Crailsheimer Schwimmkameraden ablehnte, weil dieser ein Deutscher war. Als Erwachsener kam Eric noch viele Male zum Volksfest und setzte sich in seiner eigenen Vereinstätigkeit nach besten Kräften für den Sportaustausch zwischen Crailsheim und Pamiers ein, damit seine eigene Erfahrung als Jugendlicher endgültig der Geschichte angehört.

„Prix Franco-Allemand du 22 JANVIER“

Unerwartet erhielt 2012 die Städtepartnerschaft Crailsheim-Pamiers den „Prix Franco-Allemand du 22 JANVIER“. Für die Partnerschaftskomitees der beiden Städte Ehre und Ansporn zugleich.

Anekdoten der Städtepartnerschaft Crailsheim-Pamiers

Am Dienstag, 22. Januar 2013, ab 19 Uhr, soll nun mit einer musikalisch-literarischen Feierstunde nicht nur der Unterzeichnung des deutsch-französischen Vertrages gedacht werden, auch die Städtepartnerschaft wird belebt. So kommen Anekdoten aus dem Buch zum 40-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft Crailsheim-Pamiers zu Gehör. Die Anekdoten und Geschichten werden von Omar Berrada und Winfried Schley erzählt. Veranstalter ist das Crailsheimer Pamiers-Komitee mit dessen Präsidenten Winfried Schley.

Französische und deutsche Künstler stellen gemeinsam aus

Parallel stellen französische und deutsche Künstler gemeinsam ihre Kunstwerke im Ratssaal aus. Gespannt sein darf man auf Werke von Agnès Boulery, Manuël Martinez und Gilbert Séguéla aus Pamiers. Auf deutscher Seite beteiligen sich Gerhard Frank, Gerwin Hodel, Hjalmar Kunz, Siegfried Luffler, Sibylle Mertsch, Roland Schönig und Zita Stuiber an der Ausstellung.

Moderne Chansons bis hin zu Kompositionen von Gabriel Urbain Fauré

Der musikalische Bogen des Abends reicht von modernen Chansons bis hin zu Kompositionen von Gabriel Urbain Fauré (1845 – 1924) aus Pamiers. Gemeinsam musizieren werden David Bauer, Hélène Bindels, Rosina Bonsch, Ann-Kristin Fenske, Katharina Hayer, Tanja Kindsvater, Hjalmar Kunz und Adolf Macho.

Info:

Der Eintritt zu der Veranstaltung ist kostenlos. Eine Reservierung ist nicht erforderlich.

   Sende Artikel als PDF   
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.