Milcherzeuger warnen vor dem Untergang – Kundgebung bei Fackelschein am Donnerstag, 16. April, 20.30 Uhr, vor der Hohenloher Molkerei in Hessental

Milchbauern können bei dem derzeit niedrigen Milchpreis nicht mehr überleben.

Milchbauern können nach eigenen Angaben bei dem derzeit niedrigen Milchpreis von 25 Cent nicht mehr überleben.

Mit einer Kundgebung vor der Hohenloher Molkerei in Schwäbisch Hall-Hessental wollen morgen, Donnerstag, 16. April 2009, um 20.30 Uhr, Milcherzeuger aus der Region Hohenlohe auf ihre schwierige Situation aufmerksam machen.

Pressemitteilung des Bundesverbands der Milchviehhalter (BDM)

Mahnfeuer und Fackeln: Bald gehen die Lichter aus

Mahnfeuer und Fackeln sollen daran erinnern, dass in der Milchwirtschaft bald die Lichter ausgehen. Der ständig sinkende Milchpreis, er liegt jetzt bei 25 Cent pro Liter, gefährdet die Existenz. Der Preis soll sogar noch weiter sinken.

Landwirte berichten über ihre Situation

Die Landwirte Paul Lieb aus Bartholomä (Kreis Aalen), Rolf Bauer aus Braunsbach-Steinkirchen und Elke Kraft aus Veinau werden über ihre Situation berichten. Schwäbisch Halls evangelischer Dekan Richard Haug, Dr. Clemens Dirscherl, Geschäftsführer des Evangelischen Bauernwerks Hohebuch und der SPD-Landtagsabgeordnete Nilolaos Sakellariou unterstützen mit ihrer Teilnahme die Forderung nach intensiver Zusammenarbeit, auch mit der Molkerei. Alle Verbraucher und Milcherzeuger sind eingeladen, sich im Fackelschein zu informieren und zu diskutieren.

Mit Transparenten protestierten Bäuerinnen Anfang April 2009 für einen fairen Milchpreis

Mit Transparenten protestierten Bäuerinnen Anfang April 2009 für einen fairen Milchpreis

Bundesweite Aktionen des Bundesverbands der Milchviehhalter

Die Milcherzeuger im Bundesverband der Milchviehhalter (BDM) veranstalten solche Kundgebungen bundesweit vor den jeweiligen Molkerein. Sie halten angebotsreduzierende Schritte für erforderlich. Das Motto lautet: „Wir haben ein gemeinsames Milchmarktproblem, wir können es gemeinsam lösen. Wir zukunftsorientierten Milcherzeuger sind bereit dazu – unterstützt uns dabei.“ Zeitgleich findet auch in Heilbronn vor der Campina-Molkerei eine Protestaktion statt.

Agrarpolitischer Frühschoppen am Sonntag, 19. April, ab 11 Uhr

Ein „Agrarpolitischer Frühschoppen“ findet am Sonntag, 19. April 2009, ab 11 Uhr, auf dem Anwesen der Familie Weibler in Bretzfeld-Siebeneich statt. Es gibt Ochs vom Grill. An der Podiumsdiskussion nehmen teil: Inge Gräßle, Europaabgeordnete (CDU), Rene Rapasi (SPD), Martin Häusling (Grüne), außerdem ein Vertreter der Partei „Die Linke“. Von der FDP hatten die Veranstalter bisher noch keine Rückmeldung bekommen.

Weitere Informationen erteilt Georg Kochendörfer, Telefon 0791/71496.

Internet: www.bdm-verband.org/

Resolution des Bundesverbands der Milchviehhalter:

Packen wir es gemeinsam an!
Der Milchmarkt steckt in einer seiner bisher größten Krisen, die Milcherzeuger haben immense Liquiditätsprobleme und vernichten jeden Tag Unsummen von Eigenkapital.  Einer infratest-dimap-Umfrage zufolge sehen sich zwei Drittel der Milcherzeuger innerhalb der nächsten zwölf Monate zur Betriebsaufgabe gezwungen.
Diese Entwicklung bedeutet  einen Strukturbruch mit  einer  sehr  negativen Entwicklung für die ländlichen Räume. Gleichfalls werden Arbeitsplätze gerade auch im Molkereisektor vernichtet. Auch viele Molkereibetriebe werden zur Schließung regelrecht gezwungen.
Wir appellieren an die Molkereiwirtschaft und bieten gemeinsames Handeln an. Unterstützen Sie die Forderungen der Milcherzeuger nach

– einem Milchkrisengipfel unter Federführung von Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel, der umgehend einberufen werden muss
– Kontraktabschlüssen mit dem Lebensmitteleinzelhandel zu Bedingungen, die eine positive Entwicklung des Milchmarktes und damit  eine positive Entwicklung der Milcherzeugerpreise möglich machen
– einer offenen Haltung gegenüber allen angebotswirksamen Maßnahmen, die den Milchmarkt wieder in ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage bringen
– einem solidarischen und offenen Verhalten gegenüber allen Milcherzeugern, die aufgrund ihres Standortes Nachteile haben oder wegen ihrer freien Meinungsäußerung Gefahr laufen, benachteiligt zu werden
– einer Anerkennung der Milcherzeuger als Geschäfts- und Marktpartner, nicht
als billige Rohstofflieferanten.

Wir haben ein gemeinsames Milchmarktproblem – wir können es gemeinsam lösen.  Wir zukunftsorientierten Milcherzeuger sind bereit dazu, unterstützen Sie uns dabei, sonst gehen in vielen Milchregionen für immer die Lichter aus.

Kontakt:

Bundesverband Deutscher Milchviehhalter BDM e.V.
Geschäftsstelle Freising: Gutenbergstr. 7-9, 85354 Freising, Tel.: 08161-538473-0, Fax: -50
Geschäftsstelle Wittenburg: Steintor 2a, 19243 Wittenburg, Tel.: 038852-9063-0, Fax: -22

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