„Glorifiziert die Hohenloher Zeitung einen Kriegsverbrecher?“ – Kritik an einem Artikel über den NS-Generalfeldmarschall Erwin Rommel

Kritik an dem Artikel „Hilfskonvoi startet in Schleierhof“ der Hohenloher Zeitung vom 25. August 2011 entzündet sich im Wesentlichen an den letzten zwei Sätzen. Dort steht: „Die Gastfreundschaft gegenüber den Deutschen habe man wohl Feldmarschall Erwin Rommel (1891-1944) zu verdanken. Die Tunesier hätten übereinstimmend berichtet, dass der General die einheimische Bevölkerung während des Afrika-Feldzugs komplett in Ruhe gelassen habe.“ (http://www.stimme.de/hohenlohe/nachrichten/sonstige;art1919,2222873)

Von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

Rommels grausamer Tunesienfeldzug

Ein Kritiker erklärt gegenüber Hohenlohe-ungefiltert: Die Hohenloher Zeitung „glorifiziert damit einen Nazi-Verbrecher“. Der Wahrheit entspreche vielmehr, dass Rommel unter anderem auch an den Plänen für die massenhafte Vernichtung von Juden in Palästina beteiligt gewesen war. Bei seinem Tunesien-Feldzug wurden tausende Juden ausgeraubt, 2.500 sind in Arbeitslagern zu Tode gekommen, so der junge Kritiker weiter. Als Quelle gibt er folgende Internetseite von Spiegel-Online an: http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/183/der_wuestenfuchs_als_wegbereiter_des_holocaust.html.

„Ich bin daher empört und erschreckt diesen Abschnitt zu Erwin Rommel in dem heutigen HZ-Bericht lesen zu müssen“, schreibt der Mann weiter. Er betont, dass er diese Kritik rein aus privaten Gründen äußert. Verwundert zeigt sich der Kritiker, dass die Redaktion der Hohenloher Zeitung bei dem Abschnitt über Rommel nicht selbst nachrecherchiert habe. „Die von mir angegeben Links sind Resultat einer lediglich fünfminütigen-Kurzrecherche zu diesem Thema, da mir die Legende vom ’sauberen Krieg‘ Rommels in Nordafrika schon immer komisch vorkam“, schreibt der Mann.

Weitere Informationen über Erwin Rommel im Internet:

Ausschnitte aus dem Artikel „Rommel und kein Friede“ von Hermann G. Abmayr in Kontext:Wochenzeitung vom 8. September 2011:

(…) Das „besonders große Schweigen“ war’s, das Wolfgang Proske herausgefordert hat. Warum war Rommel kein Thema, mal abgesehen von seinem Denkmal und der Tafel an seinem Geburtshaus? Geschichts-Vergessenheit, Ignoranz, Gleichgültigkeit, Verdrängung? Der 57-jährige Geschichtslehrer und Historiker weiß es nicht, er wusste nur, dass er dem abhelfen wollte. So hat er sich in den beiden vergangenen Jahren intensiv mit Erwin Rommel beschäftigt und ihn in dem Buch über „NS-Belastete von der Ostalb“, dessen Herausgeber er ist, verewigt. Als gebürtiger Heidenheimer, der in Schwäbisch Gmünd sein Abitur gemacht hat, war Rommel ein Pflichtkapitel.

Für Proske ist Rommel ein „gewöhnlicher Kriegsverbrecher“, ein – obwohl nicht Mitglied der NSDAP – „aus tiefstem Herzen überzeugter Nationalsozialist“, der Hitler bis zum Tode verehrt habe. Klar, dass sich Proske für die Umbenennung der Rommel-Kaserne in Dornstadt nahe Ulm ausspricht und gegen das Rommel-Denkmal in Heidenheim ist, das 1961 eingeweiht wurde. Der damalige Innenminister und spätere Ministerpräsident Hans Filbinger (CDU), ein „furchtbarer Jurist“ im Dritten Reich, der später deswegen zurücktreten musste, hatte damals die Festrede gehalten. Stifter war der „Verband des deutschen Afrikakorps“, ein Traditionsverband ehemaliger Wehrmachtssoldaten, die in Libyen, Tunesien und für ein paar Tage auch in Ägypten im Einsatz waren. Bezahlt haben außerdem das Innenministerium und die Stadt Heidenheim, der das Werk seitdem gehört. (…)

Der gesamte Artikel „Rommel und kein Friede“ von Hermann G. Abmayr ist auf der folgenden Internetseite zu finden:

http://www.kontextwochenzeitung.de/newsartikel/2011/08/rommel-und-kein-friede/

 

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