„Reinhold Schneiders innovative Düfte“ – Genießerrosen aus dem Taubertal mit Preis ausgezeichnet

Reinhold Schneider produziert im Taubertal bei Creglingen innovative Düfte. Für seine Demeter-Genießerrosen aus dem Taubertal mit einem Preis ausgezeichnet.

Von Iris Mühlberger aus Rot am See-Reinsbürg für den Demeter-Verband Baden-Württemberg

Außergewöhnliche Düfte gesammelt

Wenn Tautropfen auf Rosenblüten perlen und die Blüten sich gerade zu öffnen beginnen, ist der ideale Zeitpunkt der Rosenernte gekommen. Schon gegen sechs Uhr früh werden im Mai und Juni oberhalb von Creglingen im Taubertal außergewöhnliche Düfte gesammelt. Die Blüten werden vorsichtig per Hand von Reinhold Schneider und seinen Helfern gepflückt, danach ganz frisch an biologische Rosen-Verarbeiter geliefert. Nicht nur der wunderbare Geruch, der das Taubertal zu dieser Zeit erfüllt ist etwas Besonderes. Die ganze Idee des Demeter-Pioniers Reinhold Schneider sucht genauso seinesgleichen, nahezu weltweit.

„Mit Abstand ungewöhnlichster Genießerlandpreis bisher“

Das ist mit der Grund, warum seine innovative Idee jetzt auch von der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg (TMG) ausgezeichnet wurde. Im Rahmen des Ideenwettbewerbs „Genießerland Baden-Württemberg“ gehört Reinhold Schneider zu den zehn Preisträgern, die eine Jury aus mehr als vierzig Einsendungen ausgewählt hat. Andreas Braun, Geschäftsführer der TMG, sprach bei der Preisverleihung vom „mit Abstand ungewöhnlichsten Genießerlandpreis bisher.“ Er überreichte dem Rosenbauer einen Scheck über 5.000 Euro mit dem Hinweis, dass seine Arbeit ein herausragender Beitrag sei und im besonderen Maße geeignet, die Genießerland-Idee zu fördern und weiter zu verbreiten.

Ingenieur der regionalen Produkte

Creglingens Bürgermeister Uwe Hehn war sich bei der Preisverleihung sogar sicher, dass es nur wenige Menschen in Deutschland gibt, die so viel Erfahrung im Rosenanbau hätten wie Reinhold Schneider. Am Anfang sei er in der Region zwar nicht ganz Ernst genommen worden. Aber, egal, was Andere gesagt hätten, er sei seinen Weg gegangen. „Und der war richtig. Heute fahren viele Touristen nach Creglingen und besuchen seine Demeter-Rosenfelder.“ „Sie sind ein Ingenieur der regionalen Produkte“, ging Jochen Müssig von der Touristikgemeinschaft Liebliches Taubertal in seiner Rede noch weiter. „Man muss innovativ sein und einfach daran glauben.“ Die Touristikgemeinschaft feiert dieses Jahr ihren sechzigsten Geburtstag und ist deshalb besonders stolz über den Preis, eines „ursprünglichen und authentischen“ Taubertalers.

120 historische Rosensorten kultiviert

Reinhold Schneider selbst sieht seinen Rosenanbau in Creglingen schon immer als eine Mischung aus einer recht dornigen aber auch wohlduftenden Angelegenheit. Für ihn ist der Höhepunkt die Ernte: „Sie ist das Hinreißendste, was es gibt.“ Seit 1986 ist er Demeter-Bauer im Taubertal, seit 1996 dazu Rosenbauer. Außerdem pflegt er 400 hochstämmige Streuobstbäume, darunter rund hundert verschiedene alte Apfelsorten, dazu 250 Quittenbäume. Außerdem wächst auf seinen Feldern die Wildrose Rosa rubiginosa, deren frische Laubblätter unter anderem an die Naturkosmetikfirmen Weleda und Nature Friends geliefert werden. Von den etwa 120 historischen Rosensorten, die Reinhold Schneider kultiviert, baut er zwölf direkt zur Verarbeitung an. Es sind „alte“ Duftrosen, vor allem die bis zu tausend Jahre alten Typen der Rosa Alba, Rosa damascena, Rosa Centifolia und Rosa gallica. Sie hätten immer noch den „reintönigsten“ Rosenduft.

Ich fördere die Nützlinge mit Nisthilfen und Versteckmöglichkeiten

Als Demeter-Rosenbauer setzt Reinhold Schneider regelmäßig biodynamische Präparate ein. So harmonisiert zum Beispiel das speziell hergestellte Fladenpräparat das Wurzelumfeld beim Pflanzen. Um Blütenprozesse zu fördern setzt der Rosenbauer mehrmals Hornkiesel ein. „Meine Rosen erfreuen sich dadurch bester Gesundheit. Selbst die Blattläuse haben verstanden, dass sie bei mir nichts zu suchen haben. Ich fördere die Nützlinge mit Nisthilfen und Versteckmöglichkeiten. So beuge ich effektiv vor“.

Rosensaft, Rosenmus, Rosengelee, Roseneis, Rosenjoghurt, Rosenessig, Rosenwasser „Cuvee“ und vieles mehr

Reinhold Schneider verarbeitet einen Teil seiner Blüten selbst, zum Beispiel vermischt mit eigenem Apfelsaft zu Rosensaft oder püriert und pasteurisiert zu Rosenmus. Blumige Genüsse versprechen auch das selbst hergestellte Rosengelee, der Rosenessig und das Rosenwasser „Cuvee“. Reinhold Schneider hat ein Rosennetzwerk mit Veredlern und Anwendern seiner Produkte aufgebaut. Von ihnen werden Rosenköstlichkeiten produziert und direkt vertrieben, darunter Rosenfruchtaufschnitte, Rosensekt, -joghurt, -eis oder -honig.

Zentrum für Rosen-Vorträge, -Exkursionen und -Seminare

Auch die regionale Wirtschaft wird mit den Duftspezialitäten angekurbelt. Der Creglinger Bäcker Hein verkauft eine Rosenbiskuitrolle und zwei Restaurants haben blumige Rosenmenüs auf der Speisekarte. Der Rosenhof Taubertal ist Demonstrationsbetrieb Ökologischer Landbau und gehört damit zum Netzwerk aus etwa 200 ausgesuchten Bio-Betrieben in Deutschland. Dazu macht er bei der SlowFood-Vereinigung mit und ist Zentrum für Rosen-Vorträge, -Exkursionen und -Seminare.

Weitere Informationen im Internet:

www.rosenhof-taubertal.de

www.demeter-bw.de

www.gartenrundbrief.de

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