„Kein Stuttgart 21“ – Demonstration und Kundgebung am Samstag in Schwäbisch Hall

Was hat Schwäbisch Hall mit Stuttgart 21 zu tun? Informationen dazu gibt es am Samstag, 5. März 2011, bei einer Demonstration in Schwäbisch Hall. Treffpunkt ist um 11 Uhr am Bahnhof Schwäbisch Hall.

Von Paul Michel vom Haller Bündnis gegen Stuttgart 21

Vergammelte Bahnhöfe

Seit der Schließung der Verkaufsstelle hat die Bahn den Bahnhof Schwäbisch Hall faktisch aufgegeben. Fahrgäste drücken regelmäßig ihren Ärger über Verschmutzung und das Fehlen von Toiletten  und Schließfächern aus. Die Bahn weiß über die Zustände Bescheid, tut aber nichts dagegen. Für sie hat der Schwäbisch Haller Bahnhof den Charakter einer Bushaltestelle.
Der Hessentaler Bahnhof ist kein heimeliger Ort. Die Wartehalle ist ungemütlich und herunter gekommen. Obwohl Hessental ein nicht ganz unwichtiger Umsteigebahnhof ist, gibt es dort keine Aufzüge und keine Gepäcktransportbänder. Für ältere und behinderte Menschen, für Kinderwagen und Fahrräder ist dies ein riesiges Problem. Schließfächer sucht man hier vergebens. Seit Jahren schon sind die Toiletten verschlossen. Wer dringend eine Toilette braucht, muss sich in die Büsche schlagen.

Verschlechtertes Angebot

In Schwäbisch Hall Stadt ist der Verkaufsschalter seit Langem geschlossen, in Hessental werden die Öffnungszeiten systematisch eingeschränkt. Zudem ist meist nur einer der zwei Schalter besetzt. Der Schalter ist jetzt erst ab 7.45 Uhr geöffnet (früher 6.45 Uhr). Die Bahn bringt es fertig, am Dienstleistungs-Donnerstag die Schalter schon um 13.15 Uhr zu schließen. Am Samstag ist um 13.15 Uhr Schluss, am Sonntag ist ganz zu.

Auf der Strecke von Stuttgart nach Hessental wurde ein für Schichtarbeiter wichtiger Zug (Abfahrt in Stuttgart 21.58 Uhr) gestrichen. Insbesondere auf der Strecke nach Heilbronn wurde 2009 der Fahrplan deutlich ausgedünnt. Am Wochenende gibt es jetzt lediglich noch im Zweistundentakt Verbindungen. Bahn und Land weigern sich, die Strecke von Öhringen nach Schwäbisch Hall zu elektrifizieren. Eine Verlängerung der Stadtbahn von Öhringen nach Schwäbisch Hall lehnen Bahn und Land ebenfalls ab.

Abgehängt – Reisen mit der DB ist nicht lustig

Das Wagenmaterial der Bahn auf der Strecke Hessental – Stuttgart ist eine Zumutung: Türen sind kaputt und stellen ein Sicherheitsrisiko dar, Toiletten sind häufig unbenutzbar und/oder verschlossen, die Heizung ist oft defekt, die Fahrgeräusche sind sehr laut, usw. Auf der Strecke nach Heilbronn werden in Berufsverkehr jetzt zwar einige neue Züge eingesetzt. Sie sind aber so klein, dass spätestens in Waldenburg nur noch Stehplätze zur Verfügung stehen. Auf der Bahnstrecke nach Stuttgart gibt es – zumeist in Murrhardt – bis zu 14 Minuten Zwangs-Halt, weil die Strecke nur eingleisig ist und der Zug aus der Gegenrichtung abgewartet werden muss…

S 21 blockiert den regionalen Bahnverkehr

Um die Attraktivität und Kundenfreundlichkeit der Bahnhöfe in Hessental und Schwäbisch Hall Stadt zu steigern, müsste gar nicht so viel Geld investiert werden. Aber für solche Dinge hat die Bahn kein Geld. Eine Sprecherin der Bahn erklärte, dass bis 2018 (!) kein  Geld für die Modernisierung der beiden Haller Bahnhöfe bereit steht.

Für eine an Renditen orientierte Bahn AG zählen nur wenige ICE-Rennstrecken zwischen den Metropolen. Der Regionalverkehr wird systematisch vernachlässigt. Auch S 21 bringt nur Vorteile für den Fernverkehr, aber Nachteile und starke Einschränkungen für den Regionalverkehr. Die Bahn wird jedoch zu 90 Prozent im Nahverkehr genutzt. Der Fernverkehr macht aber nur Sinn, wenn er eine gute Anbindung an den Nahverkehr hat

• Weil es bei S 21 nur noch acht Gleise geben wird und sowohl der Fern-, als auch der Regionalverkehr durch die Tunnels müssen, wird der Nahverkehr hinten an gestellt werden müssen, d. h. der Taktverkehr ist nicht mehr aufrecht zu erhalten.

• Bei Störungen summieren sich Zugverspätungen auf.

• Unter dem Renditedruck werden weitere Strecken ausgedünnt oder werden ganz eingestellt.

• Während der jahrelangen Bauzeit wird der Zugverkehr stark beeinträchtigt werden.

Deshalb: Landesweite Aktionstage, auch im Landkreis Schwäbisch Hall

Am Samstag, 5. März 2011 findet die Aktion „Nahverkehr stärken, Stuttgart 21 stoppen“ ab 11 Uhr in Schwäbisch Hall statt. Treff ist um 11 Uhr am Bahnhof Schwäbisch Hall. Anschließend gemeinsamer Fußmarsch in die Innenstadt. Eine Kundgebung gibt es um 12 Uhr am Sparkassenplatz/Neue Straße.

Haller Bündnis gegen S21

V.i.S.d.P. Paul Michel, Unterlimpurger Str. 32, 74523 Schwäbisch
Hall

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