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„Arbeit muss zum Leben reichen“ – DGB Nordwürttemberg verwundert über Arbeitgeber-Aussagen

Verwundert zeigt sich der DGB über die Aussagen des Arbeitgeberverbandes Heilbronn-Franken zum Thema Mindestlohn.

Pressemitteilung des DGB-Nordwürttemberg

„Heute ist der Mindestlohn dringender denn je“

„Gerade angesichts der von Strobl, Koch und vor allem Westerwelle losgetretenen Diskussion um Streichung von Sozialleistungen bei den Ärmsten in dieser Gesellschaft, ist doch klar geworden, dass es in Deutschland viel zu viel schlecht bezahlte Arbeit gibt, die nicht mal mehr zum Leben reicht“ so der DGB-Regionsvorsitzende Bernhard Löffler. Weiter sagt Löffler: „Heute ist der Mindestlohn dringender denn je“ Allein 1,3 Millionen Vollzeitarbeitende können in Deutschland nicht mehr von ihrer Arbeit alleine leben und sind auf aufstockende Sozialleistungen angewiesen. „Das seit Jahren von den Arbeitgebern immer wieder vorgebrachte Todschlagargument, Mindestlöhne würden zu Arbeitslosigkeit und Arbeitsplatzgefährdung führen, wird durch gebetsmühlenartige Wiederholung auch nicht richtig,“ so Löffler wörtlich. „Das Gegenteil ist der Fall. So hat die Einführung des Mindestlohns in 20 unserer europäischen Nachbarstaaten zu nachhaltigen positiven wirtschaftlichen Erfahrungen geführt – der Mindestlohn hat sich eben nicht schädlich für die Beschäftigung ausgewirkt und die Lohnspreizung sowie die Lohndiskriminierung von Frauen wurden deutlich reduziert. Vor allem in Zeiten der Wirtschaftskrise ist der Mindestlohn notwendig, da Wirtschaftswachstum bei schwachen Märkten derzeit nicht durch den Export entstehen kann, sondern durch die Binnennachfrage entsteht und sich diese derzeit durch schlecht bezahlte Arbeit und Dumpinglöhne deutlich gehemmt zeigt.

Einzelbetriebliche Interessen nicht über das Wohl der Allgemeinheit stellen

Unsozial ist, wer nach wie vor Arbeitenden einen gerechten Lohn verweigert und dafür die Allgemeinheit zur Kasse bittet. Unsozial ist, wer Geringqualifizierte in schlecht bezahlte Jobs abschieben will und unsozial ist, wer einzelbetriebliche Interessen über das Wohl der Allgemeinheit stellt. Es ist verwunderlich, dass ein Arbeitgeber-Vertreter der Bau-Branche, in welcher der Mindestlohn seit den 1990er Jahren erfolgreich angewendet wird, solche Argumente mit Überzeugung vorträgt, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Deutschland ist das einzige Land in der Europäischen Union, das nach wie vor keine Haltelinie nach unten kennt und damit weiterhin Dumpinglöhnen Tür und Tor öffnet. Der DGB bleibt dabei: Arbeit muss zum Leben reichen. Deutschland braucht den Mindestlohn und zwar mindestens 8,50 Euro, das schafft Arbeitsplätze.“

Weitere Informationen:

Bernhard Löffler, Regionsvorsitzender DGB Nordwürttemberg, Willi-Bleicher-Straße 20, 70174 Stuttgart, Telefon 0711 2028235, Fax 0711 2028233, E-Mail stuttgart@dgb.de, Internet www.nordwuerttemberg.dgb.de

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