Club Alpha sucht seit Jahren vergeblich neue Räume

Könnte ein Konjunkturpaket II auch die  Hilfe für den Club Alpha 60 in Schwäbisch Hall sein?

Kommentar von Dietmar Winter, Mitglied des Vereins Club Alpha 60 in Schwäbisch Hall (Erstveröffentlichung in Alpha Press www.clubalpha60.de)

Die Häuserwünsche des Club Alpha 60 bezüglich eines neuen, endgültigen Standorts waren die letzten Jahre nicht erfolgreich. Alle Standorte, die der Vorstand in die engere Wahl zog, blieben dem Verein verwehrt. Die Wildbadquelle wie auch der Bahnhof hätten die Chance beinhalten können, dass der Club sich nicht nur räumlich verbessert. Doch man wollte diese Gebäude dem Club als Mieter nicht geben – handfeste politische Interessen und die besonderen Lagen dieser Gebäude gaben den Ausschlag, dass sich diese beiden Objekte als begehrte Domizile für den Club derzeit in Luft auflösten. Doch nun wird ein weiterer Versuch von Seiten der Stadtverwaltung unternommen, dem Club ein neues Domizil schmackhaft zu machen. Und dass dies nun doch so schnell gehen soll hat einen Namen: Konjunkturpaket II.

Das Konjunkturpaket II der Bundesregierung würde, dem Club den Umzug ermöglichen, von dem er schon so lange träumt. Und dass dafür die Chancen nicht schlecht stehen, wurde in den letzten Tagen im Haller Tagblatt mehr als deutlich geäußert. Die Stadtverwaltung sieht die Umsetzung des Bauvorhabens Weilertunnel in greifbarer Nähe gerückt, da sie die so genannten planerischen „Hausaufgaben“ schon alle gemeistert hat, denn „….anfangen könnten wir sofort“. Und wie sagte Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim: „Bei solchen Vergaben geht es nach dem Windhundprinzip“. Doch leider, leider steht der Löwenkeller noch im Wege und den Mieter muss man doch irgendwo anders unterbringen.

Neues Domizil – aber wo?

Momentan stehen wohl einige Gebäude in der engeren Auswahl und werden demnächst einer städtischen Prüfung unterzogen. Diese beinhaltet natürlich schwerpunktmäßig – in Zeiten klammer Kassen – sehr stark den finanziellen Aspekt. Die Räumlichkeiten in der Gartenschauhalle, wie auch die der Güterschuppen am Bahnhof, sind wohl in der engeren Auswahl. Nicht einer Prüfung standhalten dürfte das Gebäude Samen Enoch in der Ringstraße, wie auch ein möglicher Neubau auf dem Gelände der Bahn AG im Bereich der Güterschuppen. Letzteres würde zum einen an den Kosten wie auch an den möglichen Altlasten (Treibstoff etc.) im Erdreich scheitern. Auch das Gebäude von Samen Enoch dürfte auf Grund der relativ nahen Wohnbebauung als Clubgebäude scheitern. So werden also sicherlich nur zwei Gebäude auf dem Empfehlungsschreiben der Prüfer auf den vorderen Plätzen rangieren: Die Räume in der Gartenschauhalle und die Güterschuppen am Bahnhof Schwäbisch Hall, die momentan noch von der Spedition Hüfner genutzt werden.

Die Räume in der Gartenschauhalle stehen bestimmt ganz oben auf der Liste. Der Grund ist leicht zu erkennen. Diese Immobilie gehört schon der Stadt. Es müsste nur noch verhältnismäßig wenig Geld für den Umbau im Inneren des Gebäudes in die Hand genommen werden, um den Club verschieben zu können. Zu hoffen ist, dass die Punkte, die gegen ein solches Objekt sprechen könnten, auch Beachtung finden. Auch hier kann man von einer problematischen Wohnraumbebauung im Umfeld sprechen. Unbestreitbar ist es, dass man den Club nicht gänzlich geräuschlos halten kann: Konzerte und Discobetrieb gehen nun einmal nicht geräuschlos über die Bühne. Und von eventuellen Lärmklagen kann der Club Leidvolles berichten. Denn bei Lärmschutzklagen ist in der Rechtsprechung die Position der Gerichte sehr häufig eindeutig zu Gunsten des in seiner Ruhe gestörten Klägers.

Für die Güterschuppen am Bahnhof müsste die Stadt Schwäbisch Hall Geld in die Hand nehmen. Geld, das – so wird sicherlich argumentiert werden – durch die Finanzkrise fehlt. Denn zu dem möglichen Kauf dieses Objekts kommen auch noch weitere Kosten hinzu – die einer kompletten Instandsetzung. Die drei Schuppen und das ehemalige Bürogebäude sind – zumindest was die Hülle des Gebäudes angeht – nicht mehr als ein notdürftiger Bretterverschlag. Isolierung, Heizung – Fehlanzeige. Wollte man dieses Bauprojekt richtig angehen, um einen Schiffbruch wie beim Kocherquartier zu vermeiden, müsste man eine weitere Mauer um die bestehende Hülle der Güterschuppen ziehen. Dies, um zum einen das Gebäude als Veranstaltungsraum nutzbar zu machen, und zum anderen, um das Geld nicht sinnlos zu verheizen. Vielleicht wäre dann auch ein möglicher Neubau auf diesem Areal denkbar.

Die Chance

Es wird also wieder Bewegung in der Sache geben. Der Vorstand des Club Alpha wird sich in den nächsten Wochen und Monaten wieder Gedanken über einen möglichen baldigen Umzug und einer Prüfung der Objekte machen müssen. Ob man sich von bisherigen Wunschobjekten und den dadurch erhofften und diskutierten Freiräume zu verabschieden hat, wird sich zeigen. Wünschenswert wäre, dass OB Pelgrim und die Gemeinderatsmitglieder es nicht wie so häufig in den letzten Jahren – was die zukünftige Unterbringung des Clubs angeht – es am Geld scheitern ließen.

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