In Hohenlohe reifen einige Pilotprojekte alternativer Energiegewinnung – Energiepolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion von Innovationen beeindruckt

Bei der Firma Zink/Gullmann GbR in Rot am See–Buch (von links): Hanne Barth, Thomas Knapp, Albert Zink, Walter F. Leyh.

Bei der Firma Zink/Gullmann GbR in Rot am See–Buch (von links): Hanne Barth, Thomas Knapp, Albert Zink, Walter F. Leyh.

Der energiepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Thomas Knapp, informierte sich vor kurzem über die alternative Energiegewinnung in Hohenlohe und referierte abschließend zum  Thema „Alternative Energiegewinnung – Eine Zukunftschance für unsere Region!“. Knapp zeigte sich beeindruckt von einigen innovativen Projekten und von der Eigeninitiative im Altkreis Crailsheim.

Von Walter Leyh, Pressesprecher des SPD-Kreisverbands Schwäbisch Hall

Neue Windkraftanlagen erzeugen ein Mehrfaches an Strom

Erste Station der Delegation um Thomas Knapp und den SPD-Landtagsabgeordneten Nik Sakellariou aus Schwäbisch Hall sowie örtlichen Kreistagskandidaten war die Energieinitiative Kirchberg. Deren Sprecher Gerhard Kreutz gab am Kirchberger Bürgerwindrad aktuelle Erläuterungen und zeigte die Technik der Anlage von innen. Interessant ist der Vergleich mit den drei benachbarten neuen Anlagen der Firma Belhau, die nun endlich laufen und am Netz sind: sie bringen aufgrund ihrer höheren Nabenhöhe und der größeren Rotorblätter ein Vielfaches der Leistung.

In Rot am See-Buch: Lokaler Stromerzeuger und Bürger verlegen Leitungsnetz in Eigenregie

Zweite Station war die Biogasanlage der Zink & Gullmann GbR in Rot am See-Buch. Die Betreiber Zink und Gullmann berichteten, dass in Kürze in Eigenregie zwischen Erzeuger und den Bürgern des Dorfes als Abnehmer das Leitungsnetz verlegt werden wird. Damit kann die Effizienz der Anlage deutlich erhöht werden und jeder Abnehmer wird von dieser günstigen Energiequelle vor Ort profitieren können. Seit einiger Zeit bereits gibt es Probleme mit der stromabnehmenden Energiefirma EnBW über die Finanzierung der Leitung ab dem Einspeisepunkt. Knapp berichtet, dass dies eindeutig gesetzlich geregelt sei und will sich per Anfrage im Landtag um diese Angelegenheit der Bucher Biogas-GbR kümmern.

Bald können Bauern vor Ort eigene Pellets pressen

Dritte Station der Informationsfahrt war die Firma S+K Haustechnik in Rot am See. Dort wird mit alternativen Heizmaterialien erfolgreich experimentiert, neben den bereits bekannten Holz- auch mit Stroh-, Heu-, Raps- und Mikantospellets. Die Firma vermarktet und baut energieoptimierte Heizanlagen für Haushalte, Handwerks- und MIttelstandsbetreibe sowie Großobjekte für Industrie sowie Photovoltaikanlagen in allen Größen und Ausführungen. Begonnen hat S+K 1997 in der Waschküche und im Kohlenkeller eines Privathauses in Gaggstatt. Ihr Großziel ist die Umsetzung und Verbreitung erneuerbarer Energien. Inzwischen wurden von dem Unternehmen schon über 350 Holzpelletheizanlagen gebaut. Weil im Jahr 2006 die Pelletpreise plötzlich stark anstiegen, suchte die Firma nach anderen erneuerbarenBrennstoffen wie Stroh-, Heu-, Raps-, Miskantospellets und andere. In Kürze soll im Raum Hohenlohe Pelletieranlage verwendet werden, mit der beim Landwirt vor Ort auf dem Hof eigenes Material zu Pellets verarbeitet werden kann. Die Anlage kann pro Stunde etwa zwei Tonnen Material verarbeiten. S+K arbeitet mit einer Fachhochschule an der Entwicklung sogenannter Maxi-Stroh-Pellets. Dieses Projekt wird auch von der Europäischen Union gefördert.

Kohlendioxidausstoß dringend verringern

Im Foyer der Firma S+K, das Geschäftsführer Edwin Kraus zur Verfügung stellte, referierte Thomas Knapp über die „Alternative Energiegewinnung – Eine Zukunftschance für Baden-Württemberg“. Er zeigte sich sehr beeindruckt von den Leistungen, die dazu in der Region Hohenlohe schon erbracht worden sind und nannte insbesondere die Stationen, die er an diesem Nachmittag besucht hatte. Nach Ansicht von Knapp ist der Klimawandel von Menschen gemacht. Insbesondere im Zeitraum von 1995 bis 2006 habe sich die Erde im Vergleich der vergangenen 30 Jahre stark erhöht. In Baden-Württemberg sei die Emission des Klimagases Kohlendioxid (CO2) seit 1990 ziemlich konstant bei 78 Millionen Tonnen jährlich. Meilensteine im Klimaschutz seien die Agenda 21. Diese wurde 1992 von 178 Staaten unterzeichnet. 160 Länder beschlossen das Kyoto-Protokoll. Konkrete Ziele: CO2-Reduzierung um 20 Prozent, Anteil der Biokraftstoffe auf 10 Prozent erhöhen, Anteil erneuerbarer Energien um 20 Prozent erhöhen. Bis 2020: CO2-Reduzierung um 40 Prozent. Die Erderwärmung soll mit diesen Maßnahmen auf maximal zwei Grad Celsius begrenzt werden.

Was muss getan werden? (einige Stichworte):
– Verkehr: Neuordnung der KfZ-Steuer, technischer Fortschritt, Rückgang von Benzin- und Dieselverbrauch
– Flugverkehr: hier hat der Schadstoffausstoß seit 1990 um 87 Prozent zugenommen.
– Gebäude-energetische Sanierung: Sanierung von 30 Prozent der Wohnfläche bis 2020, Förderung für Passivhäuser
– Strom sparen bei Erzeugung und Verbrauch
– Energieverschwendung vermeiden (z. B. Stand-by-Schaltungen)
– Biomasse: Strom und Wärme aus Holz, Stroh, Getreide, Grünabfall, Rapsöl ==> Biogas statt Putins Gazprom
– Windkraft: endlich das Potential nutzen. Ebenso Erdwärme, sowohl oberflächennahe als auch tiefe Geothermie
– Wärme und Strom aus der Sonne: bis 2020 Solarthermie auf jedem zweiten Dach, Photovoltaik verstetigen

– Kraftwerke modernisieren oder Dreckschleudern abschalten.

Knapp ruft abschließend dazu auf, jeder solle das ihm Mögliche tun, um unsere Umwelt zu schonen, damit sie für unsere Kinder und Enkel erhalten bleibt.

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3 Gedanken zu „In Hohenlohe reifen einige Pilotprojekte alternativer Energiegewinnung – Energiepolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion von Innovationen beeindruckt

  1. lasst doch endlich mal diese falsche Götzen wie Windkraft, Solaranlagen und Holzpellets fallen und fangt an nach wirklichen Alternativen zu suchen. Und fangt natürlich an weniger Energie zu verbrauchen.

    Windkraft und Solarenergie bringt nichts, wenn man die Energie nicht speichern kann. Niemand aber auch wirklich niemand aus der Region möchte diesen unbeständigen Strom haben. Alle wollen zu jeder Zeit auf Knopfdruck Strom haben!

    Vernünftige Speichertechnologie gibt es nicht!
    Experimente mit Elektrolyse und speichern der Energie als Wasserstoff laufen, aber um hier vernüftig wirtschaften zu können müssen die Wind und Solaranlagen einen höheren Wirkungsgrad haben. Dieser ist noch Jahre, wenn nicht Jahrzente entfernt.

    Fangt endlich an die Subventionen zu streichen und das Geld in die Forschung zu stecken, damit endlich mal die benötigten Wirkungsgrade erreicht werden.

    Wieviele Solarzellen (übrigens Sondermüll) sollen noch auf die Dächer geschraubt werden, welche der Umwelt mehr schaden als in ihrer Lebenszeit nutzen?

    „Es ist eben das kleinere Übel“… blabla…
    statt das Geld in das kleinere Übel zu stecken und in eine Sackgasse zu fahren sollte man solange noch Zeit bleibt das Geld in wirkliche Zukunftstechnologien stecken.

    Holzpellets Miskantus usw:
    Heute wird schon mehr Holz dem deutschen Wald entnommen als nachwächst, aktuelle Studien belegen das! Da können die Forstbehörden noch so schön rechnen, das klappt nicht!
    Äcker für Miskantus belegen, statt Nahrung anzubauen, GEHTS NOCH?! fangt lieber mal an den Selbstversorgungsgrad zu erhöhen, dann muss man das Gemüse nicht mehr aus Spaniens Plastikwüsten einkaufen!

    Stroh und Getreideabfälle verbrennen??
    was ist mit der Humusschicht im Boden?? übrigens der GRÖßTE CO2 SPEICHER IN EUROPA! nein nicht die Pflanzen und Bäume sondern die Humusschicht!
    Doch die kann man nicht aufrechterhalten, wenn die erzeugte Biomasse zu Asche verbrannt wird und anschliessend die Äcker mit Kunstdünger verseucht werden!

    Häuser dämmen….
    Fangt an die physikalisch komplett falschen Berechnungen zu Dämmung, Heizung etc. zu berichtigen. Dann wird auch ersichtlich wieviel die energetischen Sanierungen wirklich bringen und ob der ENERGIEAUFWAND nicht höher ist wie die Ersparniss!!

    Naja die Lobby verdient ja gut daran, wir schaufeln unser eigenes Grab….

  2. Betr. Erneuerbare Energie.

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    gibt es im Hohenlohe vergleichbare Projekte wie z.B. „Solarkomplex“ in Singen?
    Dieses Projet finde ich faszinierend. Die Investitionen bleiben in der Region. Beim kauf fallen keine Provesionen an. Das wichtigste es ist super für die Umwelt.

    Ernst Setzer

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