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Weihnachtsansprache 2011 des Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU) – Kritische Stimmen zur Kreditaffäre

Hohenlohe-ungefiltert veröffentlicht die Weihnachtsansprache 2011 von Bundespräsident Christian Wulff (CDU) im Wortlaut.

Vom Bundespräsidialamt Berlin

Fröhliche Weihnachten, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

An diesem Weihnachtsfest grüße ich Sie alle: die Gläubigen, die heute der Geburt Jesu Christi gedenken – und all diejenigen, die einen anderen Zugang zu diesem Fest haben. Mit mir grüßen aus dem Schloss Bellevue Frauen und Männer, die meine Frau und ich in diesem Jahr kennengelernt haben. Sie haben uns alle beeindruckt, weil sie auf ganz unterschiedliche Art und Weise für andere da sind. Einfach so – weit über all das hinaus, was man eigentlich erwarten könnte. Sie helfen ihren Mitmenschen und stiften den Zusammenhalt, der unsere Gesellschaft letztlich trägt. Auf diesen Zusammenhalt wird es auch weiterhin entscheidend ankommen.

Bekommen wir die Staatsschuldenkrise in Europa in den Griff?

Menschen machen sich Sorgen, nicht zuletzt um die Zukunft ihrer Kinder: Bekommen wir die Staatsschuldenkrise in Europa in den Griff? Was wird aus unserem Europa, das wir seit Jahrzehnten als Garant für Frieden und Wohlstand erleben? Ich bin zuversichtlich: Regierung und Opposition haben in den vergangenen Monaten unter höchstem Druck gemeinsam weitreichende Entscheidungen getroffen. In diesem Geist der Gemeinsamkeit wird es auch mit unseren Freunden in Europa und der Welt gelingen, den Weg aus der Krise zu gehen.

Europa ist unsere gemeinsame Heimat und unser kostbares Erbe

Wichtig ist: Europa ist unsere gemeinsame Heimat und unser kostbares Erbe. Es steht für die großen Werte der Freiheit, der Menschenrechte und der sozialen Sicherheit. All das ist in unserem Europa nur gemeinsam zu erhalten. Wer etwas anderes sagt, findet vielleicht kurzfristig Beifall. Aber er irrt sich. Wir Deutschen haben selber immer wieder europäische Solidarität erfahren, und wir sind auch zukünftig solidarisch gegenüber Europa. Alle müssen in unserem Land in Sicherheit leben können. Das gilt für jede und für jeden. Umso stärker hat uns alle schockiert, dass rassistisch verblendete Verbrecher über viele Jahre Menschen ausländischer Herkunft geplant ermordet haben. Das haben wir nie für möglich gehalten. Ich habe dann die Angehörigen getroffen. Die Gespräche mit ihnen haben mich tief bewegt. Viele haben erzählt, dass sie nicht nur einen geliebten Menschen verloren haben, sondern plötzlich selbst verdächtigt wurden. Sogar Freunde und Verwandte zogen sich teilweise zurück.

Kein Platz für Fremdenhass, Gewalt und politischen Extremismus

In unserem Land gibt es aber keinen Platz für Fremdenhass, Gewalt und politischen Extremismus. Wir schulden den Angehörigen und Freunden der Ermordeten und den Verletzten Mitgefühl und Respekt. Wir schulden nicht nur den Opfern die lückenlose Aufklärung dieser Verbrechen und die unnachsichtige Verfolgung der Täter und ihrer gewissenlosen Unterstützer. Wir schulden uns allen Wachsamkeit und die Bereitschaft, für unsere Demokratie und das Leben und die Freiheit aller Menschen in unserem Land einzustehen. Das fängt schon im Alltag an: Es hängt auch von mir selbst ab, welches geistige Klima in meiner eigenen Familie, in meiner religiösen Gemeinde, in meinem Stadtteil oder in meinem Verein herrscht.

Deutsche Soldaten leisten einen Beitrag dazu, dass unsere Welt besser wird

Offenheit für Fremde und Fremdes fängt ganz im Kleinen an – und vor allen Dingen bei den Kleinen. Mein dreieinhalbjähriger Sohn freut sich, wenn ich ihm abends das Buch „Irgendwie anders“ vorlese. Er schläft dann selig ein, weil er weiß, es ist gut, dass wir alle verschieden sind. Wir können gar nicht früh genug begreifen, wie dumm und schädlich Ausgrenzung oder gedankenlose Vorurteile sind. Lassen Sie uns gemeinsam an einer offenen Gesellschaft arbeiten. Eine offene Gesellschaft stellt sich auch ihrer Verantwortung für das Wohl der Menschen in anderen Teilen der Welt. Wir denken heute Abend deshalb auch an diejenigen, die sich weit weg von zu Hause für Frieden, Sicherheit und menschenwürdige Lebensbedingungen einsetzen, gerade an unsere Soldatinnen und Soldaten. Sie leisten nämlich einen Beitrag dazu, dass unsere Welt besser wird.

Große Hilfsbereitschaft

Deutschland hat in der Welt einen guten Ruf. Auch deshalb, weil fast nirgendwo sonst die Bereitschaft anderen zu helfen so groß ist, wie bei uns – bei Katastrophen, Unglücksfällen und bei den regelmäßigen Aufrufen der großen Hilfsorganisationen. Dafür sagen mir viele im Ausland immer wieder ihren Dank – und diesen Dank will ich heute an Sie alle weitergeben. Denn wir können stolz sein auf unser Land.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Gäste hier im Schloss Bellevue, Weihnachten ist das Fest des Friedens und der Gemeinschaft. Jede Gemeinschaft braucht Zeit. Das gilt für Partnerschaften, für Familien und für Freundschaften. Nehmen wir uns alle diese Zeit füreinander.

Meine Frau und ich wünschen Ihnen frohe, gesegnete Weihnachten und dann ein gutes, erfülltes neues Jahr 2012!

Weitere Informationen und Kontakt:

Die Rede ist im Wortlauf ebenfalls nachzulesen auf der Internetseite www.bundespräsident.de

Bundespräsidialamt, 11010 Berlin

Telefon: 030 2000-2021/-1926

E-Mail: presse@bpra.bund.de

Internet: www.bundespräsident.de

Ausstrahlungstermine der Weihnachtsansprache im deutschen Fernsehen:

Sonntag, 25. Dezember 2011, 19.08 Uhr im ZDF

Sonntag, 25. Dezember 2011, 20.10 Uhr im Ersten sowie auf Phoenix mit Gebärdensprache

Kritische Stimmen zu Christian Wulffs Kreditaffäre:

http://www.tagesschau.de/inland/wulff602.html

http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video1032810.html

http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video1032956.html

http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video1032728.html

Der seltsame Abgang von Wulffs bestem Mann http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,805558,00.html

Wulffs Erklärung kann die Debatte nicht beenden http://www.zeit.de/news/2011-12/23/bundespraesident-wulffs-erklaerung-kann-die-debatte-nicht-beenden-23155602

Wulff bekam Schnäppchenkredit der BW-Bank http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,805228,00.html

Wahrheit in Happen: Die Chronik einer Polit-Affäre http://www.focus.de/politik/deutschland/christian-wulff-wahrheit-in-happen-die-chronik-einer-polit-affaere_aid_696704.html

„Ein Präsident, der sich auf sehr dünnem Eis bewegt“ http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1636115/

Wulff-Affäre ist „ein Kommunikationsdesaster“ http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1635080/

„Der typische Skandalverlauf“ http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1633919/

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

1 comment to Weihnachtsansprache 2011 des Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU) – Kritische Stimmen zur Kreditaffäre

  • Roman Schmitt

    An dieser Stelle soll nicht Herrn Wulffs Verhalten in Sachen Kreditaffäre beurteilt werden. Daran versuchen sich bereits viele Stimmen aus Politik und Journalismus.

    Vielmehr möchte ich auf Herr Wulffs „Lindauer Rede“ hinweisen, in der er sich kritisch zum Finanzsystem äußerte und dabei von der offiziellen, von Zwangseuropäisierung und –globalisierung geprägten Linie abweicht.

    http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Christian-Wulff/Reden/2011/08/110824-Wirtschaftsnobelpreistraeger.html;jsessionid=78E29D5924F84DD877CA239C01B886D9.2_cid031

    Die Erfahrung zeigt, dass Abweichler, welchen Formates auch immer, mehr oder weniger gravierende Probleme bekommen.* Muss man sich wundern, wenn Herrn Wulffs Ruf jetzt in der Öffentlichkeit filetiert wird und seine Frau fast als ehemalige Prostituierte gehandelt?

    http://iknews.de/2011/12/23/bettina-wulff-und-der-vorwurf-der-prostitution/

    Das „Aktionsbündnis Direkte Demokratie – Gegen den Euro Rettungswahnsinn“ hat dieses Thema aufgegriffen und hierzu eine interessante, konstruktiv-kritische Bewertung der Rede veröffentlicht:

    „Bundespräsident überrascht uns zutiefst…

    Wir haben die Wahl zwischen Sparsamkeit und Freiheit, oder Überfluss und Knechtschaft.“ Dieses Zitat ist von Thomas Jefferson, dem 3. Präsidenten der USA. Es trifft den Nagel fast auf den Kopf, abgesehen davon, dass es nicht mehr um „Überfluss“ geht, sondern nur noch um die Tiefe des absehbaren Absturzes. Trotzdem, soweit, so gut. Wirklich bemerkenswert ist, dass ausgerechnet der Bundespräsident mit diesem Zitat seine Rede in Lindau beendete.

    Überhaupt lohnt sich die Lektüre dieser Rede. Der Originaltext findet sich hier (Dank an Holger Röhlig für den Hinweis auf seinem Blog).

    http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Christian-Wulff/Reden/2011/08/110824-Wirtschaftsnobelpreistraeger.html;jsessionid=78E29D5924F84DD877CA239C01B886D9.2_cid031

    In anderen Worten finden sich darin tatsächlich einige Gedanken auch aus unseren Texten wie dem „Stuttgarter Manifest“ oder der Beschreibung unserer Motivation hier im Blog wieder (z.B. „Nein“ zur modernen Schuldsklaverei = Versündigung an der jüngeren Generation).

    Dass wir einmal eine Rede dieses Bundespräsidenten empfehlen würden, hätten zumindest wir nie gedacht und ist daher schon in sich selbst höchst bemerkenswert. Die eigentliche Frage ist aber: Was bedeutet diese Rede – auch und gerade im Zusammenhang mit dem „Erwachen“ einiger Systemmedien?
    Wir sehen drei Möglichkeiten.

    1. Sowohl die Rede des Präsidenten als auch die Medienberichterstattung soll den Bürgern „echte Demokratie“ vorgaukeln. Ziel ist, das Volk ruhigzustellen, indem die etablierten Mächte Widerspruch und Widerstand vorspielen. Wenn dann die EURO-Diktatur doch beschlossen wird, ist es erstens für den Widerstand des Volkes zu spät und zweitens kann behauptet werden, die Beschlüsse wären doch demokratisch legitimiert (weil ja sogar der Bundespräsident dagegen war…). Natürlich werden in die Beschlüsse dann ein paar Änderungen eingebaut, die substanziell gar nichts ändern, aber eben als große Leistung und Bestätigung der Herrschaftsverhältnisse verkauft werden.

    2. Die Mächtigen wollen tatsächlich den EURO-Rettungswahnsinn beenden und Deutschland aus dem EURO führen.

    3. Die Rede bedeutet gar nichts, außer dass ein Bundespräsident ein wenig „populärer“ werden, oder sein Image in der Geschichtsschreibung retten will und deshalb das Schauspiel “Bürgernähe“ aufführt.

    Alle Erfahrung der Vergangenheit spricht gegen die zweite Möglichkeit. Die deutsche Politik hat über mehrere Jahre zielstrebig den Ausverkauf Deutschlands verfolgt und dabei jeden rechtlichen oder moralischen Skrupel abgelegt. Dennoch kann die zweite Option nicht völlig ausgeschlossen werden. Die dritte Option ist zwar ebenfalls denkbar, aber mit Blick auf unsere Anliegen als Aktionsbündnis wenig bedeutsam.

    Die Frage für das Aktionsbündnis ist: Was bedeutet das für uns?

    Tatsächlich ändert sich am Auftrag des Aktionsbündnisses und der Notwendigkeit des Protests nichts: Ist die erste oder dritte Alternative zutreffend, so ist Bürgerwiderstand zur Erhaltung der Demokratie um so wichtiger, dringlicher und notwendiger. Ist die zweite Alternative richtig, so sollten wir Bürger diese Weichenstellung aktiv und lautstark unterstützen – und dadurch mithelfen sicherzustellen, dass diese Weichenstellung sich nicht wieder ändert. Was die Rede weiter auf jeden Fall unterstreicht: Es geht beim EURO-Wahnsinn nicht um Kleinigkeiten, sondern in der Tat um die fundamentale Gestaltung unserer Gesellschaft.“

    Zitat „Aktionsbündnis Direkte Demokratie – Gegen den Euro Rettungswahnsinn“ Ende

    *Zum Beispiel John F. Kennedy, der mit seinem Dekret Nr. 11110 vom 4. Juni 1963 dem Staat = der Bürgerschaft wieder das Recht geben, eine eigene Währung herauszugeben (anstatt diese von der privaten „Federal Reserve“ herausgeben zu lassen und dafür Unmengen an Zinsen aus öffentlichen Mitteln zu bezahlen).

    http://www.john-f-kennedy.net/executiveorder11110.htm

    Monate später fiel er einem Anschlag zum Opfer, der bis heute nicht schlüssig aufgeklärt wurde.

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