„Soldat ist kein normaler Beruf“ – Am Antikriegstag 100 DemonstrantInnen in Schwäbisch Hall

100 Menschen demonstrierten am gestrigen (Donnerstag, 1. September 2011) Antikriegstag in Schwäbisch Hall gegen den Bundeswehreinsatz in Afghanistan und die Anwerbung junger Menschen in Schulen und Arbeitsagenturen als Soldaten.

Von den Veranstaltern

Veranstalter sprechen von Falschmeldung im heutigen Haller Tagblatt

Der Club alpha 60, die IG Metall, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregims (VVN-BdA) und weitere Organisationen hatten für den 1. September zu einer Kundgebung und Demonstration in Schwäbisch Hall aufgerufen. Rund 100 Menschen kamen zur Rede von Heidi Scharf auf den Marktplatz und beteiligten sich an der anschließenden Demonstration durch die Innenstadt. Den ursprünglichen Plan, an den Parteibüros der SPD, der Grünen, der CDU und der FDP zu demonstrieren und diese als „Kriegsparteien“ auszuzeichnen, haben die Organisatoren wegen der in der Nacht zuvor auf diese Gebäude verübten Farbanschläge kurzfristig geändert. „Das ist nicht unsere Form der Auseinandersetzung“, sagte Rainer Fendt, Vorsitzender des Club alpha 60 zu den DemoteilnehmerInnen. Die Darstellung in der heutigen Ausgabe des Haller Tagblatts (Freitag, 2. September 2011), wonach die Demo-Route an den Parteibüros vorbeiführte, ist falsch.

Durch gezielte Friedensarbeit soll den Ländern geholfen werden

Heidi Scharf forderte in ihrer Rede die Bundesregierung auf, den Bundeswehreinsatz in Afghanistan zu beenden und stattdessen die Zivilgesellschaft stärker zu unterstützen. Nicht durch Lieferung von Waffen, sondern durch gezielte Friedensarbeit soll den Ländern geholfen werden. Sie fordert von der Bundesregierung, „Rüstungsexporte – nicht nur in Krisengebieten – zu verbieten und Rüstungsausgaben nachhaltig zu senken. Denn die Waffen, die die Machthaber gegen ihr eigenes Volk einsetzen, haben unter anderem deutsche und europäische Rüstungsfirmen geliefert. Deutschland ist nach den USA und Russland der drittgrößte Waffenexporteur der Welt. Für sage und schreibe fast 400 Milliarden Euro werden jährlich Waffen hergestellt und verkauft. Im Vergleich dazu betrug die Entwicklungshilfe im Jahr weltweit zirka 120 Milliarden Euro.“

Keine Anwerbung junger Menschen für die Bundeswehr an Schulen, Universitäten oder in den Arbeitsagenturen

Die 1. Bevollmächtigte der IG Metall lehnt die Anwerbung junger Menschen für die Bundeswehr an Schulen, Universitäten oder an den Agenturen für Arbeit ab: „Was wir auf keinen Fall wollen, ist, dass unseren Kindern die Bundeswehr als idealer Arbeitgeber näher gebracht wird.“ Besonders empörend ist, dass die Arbeitslosigkeit junger Menschen dafür genutzt wird, diese in Arbeitsagenturen von Werdienstberatern rekrutieren zu lassen. „Soldat ist kein normaler Beruf!“

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