„Morgen, Kinder, wird’s nichts geben“ – Weihnachtslied von Erich Kästner

Morgen, Kinder, wird’s nichts geben
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte euch das Leben.
Das genügt wenn man`s bedenkt.
Einmal kommt auch eure Zeit.
Morgen ist`s noch nicht so weit.

Doch ihr dürft nicht traurig werden.
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden.
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.

Lauft ein bisschen durch die Straßen!
Dort gibt`s Weihnachtsfest genug.
Christentum vom Turm geblasen,
macht die kleinsten Kinder klug.
Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christbaum geht es auch.

Tannengrün mit Osrambirnen –
Lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
denn im Ofen fehlt`s an Holz!
Stille Nacht und heil`ge Nacht –
Weint, wenn`s geht, nicht! Sondern lacht!

Morgen, Kinder wird`s nichts geben!
Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
Morgen Kinder lernt für`s Leben!
Gott ist nicht allein dran schuld.
Gottes Güte reicht soweit…
Ach, du liebe Weihnachtszeit!

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4 Gedanken zu „„Morgen, Kinder, wird’s nichts geben“ – Weihnachtslied von Erich Kästner

  1. Was sich anhört, als sei es aktuell für die heutige Zeit geschrieben, ist schon 90 Jahre alt. Auch damals gab es eine Weltwirtschaftskrise mit Börsencrashs und Bankenpleiten. Und was danach noch auf die ohnehin schon Armen und Gebeutelten zukam, das hätte sich wohl Erich Kästner nicht in seinen schlimmsten Alpträumen vorstellen können.

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  3. Ich denke, dass es zu Kästners Zeiten viel schlimmer war als heute. Sozialhilfe hats damals kaum oder gar nicht gegeben.

  4. Reißt die Masken von den Stirnen,
    denn das schadet euren Hirnen,
    Stille Nacht und Heilge Nacht –
    schon traurig, wie alles zusammenkracht.

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