„Erziehung hinter Gittern“ – Ehemalige DDR-Heimkinder können Entschädigung beantragen

Frühere DDR-Heimkinder können seit kurzem eine finanzielle Entschädigung beantragen. Betroffene, die zu DDR-Zeiten in einem der „Spezialkinderheime“ eingewiesen worden waren, müssen sich in einem ersten Schritt an die Landgerichte wenden, in deren Zuständigkeitsbereich sie damals gewohnt hatten. Bei den Gerichten muss zunächst ein strafrechtlicher Bescheid zur Rehabilitierung beantragt werden.

Informationen zusammengestellt von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert

Für die Entschädigungsanträge sind auch Justiz- oder Sozialministerien zuständig

Nach dem Rehabilitierungsgesetz ist ein finanzieller Ausgleich von 306,78 Euro für jeden Monat unter haftähnlichen Bedingungen vorgesehen. Dazu zählen auch die Zeiten in Jugendwerkhöfen. Nach Ministeriumsangaben sind in den Ländern für die Entschädigungsanträge auch Justiz- oder Sozialministerien zuständig.

Weitere Informationen zur Entschädigung ehemaliger DDR-Heimkinder:

http://www.lvz-online.de/aktuell/content/104327.html

http://www.emak.org/Heimkinder/Entsch%E4digung%20f%FCr%20fr%FChere%20DDR.htm

Weitere Informationen zur Behandlung von Kindern in DDR-Kinderheimen:

„Wer den Teller nicht leer aß, wurde erbarmungslos bestraft“, Nicole Glocke: „Erziehung hinter Gittern.“ Mitteldeutscher Verlag

In zahlreichen Kinderheimen Deutschlands wurde gequält, geprügelt und missbraucht. Auch in der ehemaligen DDR wuchsen rund 300.000 Mädchen und Jungen in Heimen unter häufig schmerzhaften Bedingungen auf. In „Erziehung hinter Gittern“ berichtet Nicole Glocke von bewegenden Schicksalen in den Jugendwerkhöfen.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/1502115/

Vollmer: Ehemalige Heimkinder leiden oft unter einem Gefühl von unglaublicher Ohnmacht

Antje Vollmer im Gespräch mit Friedbert Meurer

Die Grünen-Politikerin Antje Vollmer, Vorsitzende des Runden Tisches zur Aufarbeitung des Schicksals von Heimkindern in den 1950er und 1960er Jahren, hält eine Entschädigung der Betroffenen für möglich. Allerdings müssten dafür neue gesetzliche Regelungen getroffen werde. Vollmer zeigte sich von den Einzelschicksalen erschüttert. In der unmittelbaren Nachkriegszeit habe eine erstaunliche Gefühllosigkeit gegenüber dem Schicksal gerade von Kindern geherrscht.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/921009/

Das Trauma der zweiten Generation

Erfahrungen von Kindern politischer Häftlinge aus der DDR – Von Jürgen König

Rund 300.000 Menschen kamen in der DDR aus politischen Gründen ins Gefängnis. Nun haben erstmals Wissenschaftler die Spätfolgen der Traumata erforscht. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur stellte nun die Studie vor.

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/1678084/

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10 Gedanken zu „„Erziehung hinter Gittern“ – Ehemalige DDR-Heimkinder können Entschädigung beantragen

  1. Spezialkinderheim Kühlungsborn
    In diesem Heim verbrachte ich meine 8 Schuljahre von 1975 bis 1983.
    Meine Zeugnisse, sowie Pionier.- und FDJ & DSF-Ausweise und Fotoalben sind damals einbehalten worden. Da ich einige Tage vor der Entlassung zur Kur kam, nehme ich an, daß meine Unterlagen mit dorthin geliefert wurden. Das Problem, was ich heute habe ist, daß der Kurort ausserhalb der DDR lag. Erst 1997 bekam ich mit, daß es keine 400m hohe Felsenküste in der DDR gab. Kann mir jemand sagen, ob auch er vom Kinderheim aus, mit samt seinen Unterlagen, zur Abschlußkur geschickt wurde?

  2. War von 1983 bis 1987 im SKH “ heiterblick“, in leipzig untergebracht. Musste dort, auf Anweisung des damaligen Jugendamtes, über vier Jahre, zu erschreckenden Bedingungen, verbringen. Wie komme ich an die Unterlagen welche das belegen? ( Archive oder jugendamtakten )? Habe selbst keinerlei Nachweise über diese Zeiten. Bitte informieren sie mich. Recherchiere natürlich im Kreise der Familie mit Hilfe meines Anwalts. Danke und MfG fischer

  3. Ich war ein Jahr (1972/73)im SKH Kehnert bei Magdeburg, davor mehrere Monate im Durchgangsheim Magdeburg (Albert-Vater-Straße ?).Ein Jahr später war ich ca. 4 Monate im Kinderheim Köckte. Wie kommt man an Unterlagen und Akten der damaligen Jugendämter?
    MfG Hofmann

  4. Hallo ich war auch von 19778 -1982 im SPKH aLTENGOTTERN -bei Mühlhausen.Es war für mich als knapp9 jähriges Kind die Hölle auf Erden.Es gab Schlafendzug ,stundenlanges stehen in Ecken,Eßenendzug,brügel und sexuelle übergriffe, und statt spielen ,Arbeiten im Heimgelände,Haus großputz und und und ….Wer hat das auch erlebt.Und jetzt wo alles ins rollen kommt,alle Akten ,Zeugnisse ,Arztberichte sind weg,als hätt ich in der Zeit nicht exestiert.Wurde nach den vier Jahren in ein anderes Heim abgeschoben,weil das Heim nur bis zur 6.Klasse ging.Aber nirgendwo exestieren Unterlagen von der Zeit von mir.?Wie ist dies möglich???Wer kann helfen?Danke

  5. Hallo hier ist eine freundin von heiko jaros….
    liebe sylvia wo ich das gelesen habe von dir war ich extrem erschrocken…
    Es wäre echt schön wenn du es liest und dich dann bei meldest.
    Ich habe das klassenfoto vor unserer schule gesehen.
    Bitte melde dich bei mir das wir mal kontakt aufnehmen können.

  6. hallo mike fischer! vielleicht kennst du mich noch vom skh..83/84.l.g. sven amelang

  7. Mein Mann war auch 4 Jahre, Anfang der 70ziger, in Kehnert im Kinderheim -Axel Bohne-
    Wir waren uns heute den Gutshof ansehen…war sehr bedrückend. Morgen wollen wir mal das Archiv anstreben, viel Hoffnung auf eine Akte haben wir nicht.

  8. Ich bin Manfred Lehner habe 4 Jahre in diesen Heim zugebracht ich war damals Hygiene das war ein etwas höherer Rang in diesen Heim ich suche nach meiner Freundin Carmen Berger aus Glauchau die mit mir diesen schweren Weg damals gegangen ist bitte melde dich über Facebook bei mir

  9. Hallo,

    ich war von 73 – 76 im SKH Komemsky in Altengottern.
    Damals war ich in der 3. und 4. Klasse.

    Davor war ich im Kinderheim in Oberlichtenau .. danach in einem Heim in Dresden Weißer Hirsch, Lahmannring 3.

    An den Fenstern waren Gitter .. wie in einem Knast.
    Ich bin ständig abgehauen, weil ich einfach nur eine ganz normale Familie haben wollte.
    Es war eine schwere Zeit .. kein Ausgang alleine .. die Schule direkt auf dem Heimgelände, so das man kaum Kontakt zu anderen Menschen aufnehmen konnte.
    Ab und zu gab es Spaziergänge entlang der Unstrut .. oder Besuche im Kino in Großengottern .. natürlich in der Gruppe.
    Falls jemand auch zu dieser Zeit dort war .. würde ich mich freuen wenn wir wieder Kontakt aufnehmen könnten .. um das ganze endlich verarbeiten zu können, was ich bis heute nicht konnte.

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