{"id":9397,"date":"2010-12-03T16:29:30","date_gmt":"2010-12-03T15:29:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=9397"},"modified":"2010-12-03T16:29:30","modified_gmt":"2010-12-03T15:29:30","slug":"%e2%80%9ekein-platz-fur-faschisten-weder-in-weiler-noch-anderswo-%e2%80%93-rede-von-jochen-durr-aus-schwabisch-hall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=9397","title":{"rendered":"\u201eKein Platz f\u00fcr Faschisten! Weder in Weiler, noch anderswo!&#8220; \u2013 Rede von Jochen D\u00fcrr aus Schw\u00e4bisch Hall"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine Rede bei der Demonstration \u201eKein Platz f\u00fcr Faschisten! Weder in Weiler, noch anderswo!&#8220; hat am 27. November 2010 Jochen D\u00fcrr aus Schw\u00e4bisch Hall in Schorndorf gehalten. Jochen D\u00fcrr ist Landessprecher der &#8222;Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes \u2013 Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, Landesvereinigung Baden-W\u00fcrttemberg e.V.&#8220;. Hohenlohe-ungefiltert ver\u00f6ffentlicht Jochen D\u00fcrrs Rede und einen Bericht der Gruppierung &#8222;Demobeobachter&#8220;.<\/strong><\/p>\n<p><em>Von Ralf Garmatter, Hohenlohe-ungefiltert<\/em><\/p>\n<p><strong>Die Rede von Jochen D\u00fcrr in der schriftlichen Fassung:<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Freundinnen und Freunde,<br \/>\nwir demonstrieren heute gegen den Nazitreffpunkt in der ehemaligen Gastst\u00e4tte Linde in Schorndorf-Weiler. Wir demonstrieren, weil wir die Menschen in Weiler, die sich gegen diesen Treffpunkt zur Wehr setzen wollen und Euch in der Initiative &#8222;Weiler schaut hin&#8220; zusammengefunden haben, solidarisch unterst\u00fctzen wollen. Wir demonstrieren aber vor allem, weil wir weder in Weiler noch anderswo Faschisten und faschistische Zentren brauchen und sie auch nicht dulden wollen.<\/p>\n<p><strong>Versuch, ein Nazi-Zentrum zu etablieren<\/strong><\/p>\n<p>Nazis, allen voran ihr organisatorisches Zentrum, die NPD haben in den letzten Jahren und Monaten in mehreren St\u00e4dten versucht, sich mit B\u00fcros, Treffpunkten, Veranstaltungslokalen fest zu etablieren. Ich selbst komme aus Schw\u00e4bisch Hall, wo Nazis vor Jahren versucht haben, sich mit nahezu monatlichen Aufm\u00e4rschen ins politische Stadtbild zu integrieren. Parallel dazu kauften sie sich in der weiteren Umgebung, in Rosenberg-Hohenberg den ehemaligen Gasthof Kreuz, um dort ein Nazi-Zentrum zu etablieren. Beides ist ihnen nicht gegl\u00fcckt. Sie trafen in Hall und in Rosenberg auf die beharrliche Gegenwehr von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern, die schlie\u00dflich, unterst\u00fctzt von der Solidarit\u00e4t vieler AntifaschistInnen aus dem Umland, daf\u00fcr sorgten, dass den Nazis die Lust verging und sie entnervt aufgaben. Das projektierte Nazi-Zentrum Goldenes Kreuz ist heute ein gut planierter Bauplatz. Und das ist gut so!<\/p>\n<p><strong>Antifaschistischer Widerstand<\/strong><\/p>\n<p>\u00c4hnlich ist es ihnen mit einem geplanten Nazizentrum in Karlsruhe-Durlach ergangen. Auch dort konnte soviel antifaschistischer Widerstand mobilisiert werden, dass es nicht gelang das ehemalige Bordell zum Umschlagplatz f\u00fcr Nazi-Parolen zu machen. Auf Widerstand treffen sie auch in S\u00f6llingen, wo sie ebenfalls ein Gasthaus mit Saalbau f\u00fcr Konzerte und Veranstaltungen nutzen und in Tuttlingen, wo ihnen ein Haus zur Einrichtung eines NPD-B\u00fcros geschenkt wurde.<\/p>\n<p><strong>Schie\u00df\u00fcbungen im Keller<\/strong><\/p>\n<p>Weiler ist also kein Ausnahmefall, auch hier gibt es bereits langanhaltende Gegenwehr. Gegenwehr, damit ein Nazitreffpunkt in Weiler nicht zum Regelfall wird. Deshalb schauen wir nicht weg, wenn rassistische Hetze betrieben wird, wenn die sozialdarwinistische Demagogie der historischen Nazi-Vorbilder neu auflebt, wenn<br \/>\nNationalismus, Chauvinismus und Militarismus wieder hoff\u00e4hig gemacht werden. Wir schauen nicht weg, wenn Menschen beleidigt und verpr\u00fcgelt werden und wir schauen nicht weg, wenn wie hier in Schorndorf-Weiler Treffpunkte bestehen, die ebenfalls nach historischem Vorbild wie die Sturmlokale der SA betrieben werden \u2013 die Schie\u00df\u00fcbungen im Keller inclusive.<\/p>\n<p><strong>Nazistischer und militaristischer Bet\u00e4tigung und Propaganda ist vorzubeugen<\/strong><\/p>\n<p>Wir dulden keine Treffpunkte f\u00fcr Faschisten, weil Faschismus ein Verbrechen ist, das gr\u00f6\u00dfte Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Es ist gerade mal etwa 70 Jahre her, dass diese Art von Politik Millionen Menschen fabrikm\u00e4\u00dfig in den Gaskammern der Konzentrationslager trieb. Dass Abermillionen in dem von ihr vorbereiteten und ins Werk gesetzten gr\u00f6\u00dften Verbrechen, dem 2. Weltkrieg den Tod fanden. Konsequenzen aus diesen Verbrechen wurden damals in den N\u00fcrnberger Prozessen gezogen. Die richtige Konsequenz aus diesen Verbrechen fand auch nach Ma\u00dfgaben der allierten Anti-Hitlerkoalition Eingang ins Grundgesetz: Artikel 139 lautet &#8222;Die zur &#8222;Befreiung des deutschen Volkes vom Nationalsozialismus und Militarismus&#8220; erlassenen Rechtsvorschriften werden von den Bestimmungen dieses Grundgesetzes nicht ber\u00fchrt. Die Grundlegende dieser Rechtsvorschriften wurde im Potsdamer Abkommen festgelegt: Zitat \u201eDie nationalsozialistische Partei mit ihren angeschlossenen Gliederungen und Unterorganisationen ist zu vernichten; alle nationalsozialistischen \u00c4mter sind aufzul\u00f6sen; es sind Sicherheiten daf\u00fcr zu schaffen, da\u00df sie in keiner Form wieder auferstehen k\u00f6nnen; jeder nazistischen und militaristischen Bet\u00e4tigung und Propaganda ist vorzubeugen.\u201c Zitatende.<\/p>\n<p><strong>NPD sollte aufgel\u00f6st werden<\/strong><\/p>\n<p>Wenn es also nach den Gesetz gewordenen Erfahrungen aus den Jahren 1922 bis 1945 ginge, dann w\u00e4ren alle faschistischen Parteien aufzul\u00f6sen, allen voran die NPD.<br \/>\nAber nach diesen Erfahrungen und Gesetzen geht es leider nicht. Immer h\u00e4ufiger und offener marschieren Nazis durch die Stra\u00dfen. F\u00fcr heute z.B. haben sie \u201eden gesamten \u201enationalen Widerstand in Baden-W\u00fcrttemberg\u201c aufgerufen, an einem Aufmarsch in Hoffenheim bei Sinsheim teilzunehmen. \u201eGegen Repression und Staatswillk\u00fcr, f\u00fcr wahre Meinungsfreiheit!\u201c soll es dabei gehen. Diese Meinungsfreiheit wollen wir nicht! Es darf keine Freiheit der Aufstachelung zum Rassenhass, keine Freiheit zur Hetze auf Minderheiten, gleich welcher Art geben. Es darf keine Freiheit geben f\u00fcr Schl\u00e4gerbanden der Nazis. Es darf keine Freiheit geben zur Propagierung von Sozialdarwinismus, Ausbeutung\u00a0 und Krieg.<\/p>\n<p><strong>Aufl\u00f6sung und Verbot aller Nazi-Parteien und -Organisationen<\/strong><\/p>\n<p>Mit Repression und Staatswillk\u00fcr meinen sie, dass die Polizei nicht die berechtigte Blockade der Sinsheimer B\u00fcrger gegen einen ihrer Aufm\u00e4rsche vor wenigen Wochen niedergekn\u00fcppelt hat. Sie wissen es: Freiheit f\u00fcr ihre Parolen und Politik kann es nur geben, wenn Demokraten und Antifaschisten niedergekn\u00fcppelt und mit Wasserwerfern blindgespritzt werden. Genau das aber geschieht immer h\u00e4ufiger. Wir haben Wasserwerfer und Kn\u00fcppeleins\u00e4tze, Einkesselungen, widerrechtliche Verhaftungen und jede Sorte anderer Schickanen gegen Antifaschisten erlebt am 1. Mai 2009 in Ulm, zuvor in Friedrichshafen und an vielen anderen Orten. Wir erleben st\u00e4ndig, dass Naziaufm\u00e4rsche von der Polizei besch\u00fctzt und GegendemonstrantInnen regelrecht bek\u00e4mpft werden, dass Beh\u00f6rden und Gerichte, den Nazis ihre Aufm\u00e4rsche erlauben, obwohl die Gemeinden sie verbieten. Weder Naziaufm\u00e4rsche noch Nazizentren w\u00e4ren m\u00f6glich, wenn nun endlich das Gebot des Grundgesetzes und des Potsdamer Abkommens umgesetzt w\u00e4re: Aufl\u00f6sung und Verbot aller Naziparteien und Organisationen.<\/p>\n<p><strong>V-Leute als indirekter Schutz von Neonazis<\/strong><\/p>\n<p>Noch vor wenigen Jahren haben alle Verfassungsorgane der Bundesrepublik gemeinsam einen Verbotsantrag gegen das Zentrum des organisierten Faschismus in diesem Land, die NPD gestellt. Der Prozess endete mit einem Fiasko und einem bis heute geltenden Freibrief f\u00fcr die NPD, der dieser Partei neuen Auftrieb gebracht hat. Die Verfassungsrichterinnen und Verfassungsrichter hatten festgestellt, dass ein Verbot nicht m\u00f6glich sei, solange nicht entscheidbar sei, welche der Aktivit\u00e4ten der NPD von ihr selbst und welche von V-Leuten des Geheimdienstes initiiert und gestaltet werden. Unmissverst\u00e4ndlich forderte das Gericht dazu auf, diese V-Leute abzuschalten um einen Fortgang des Verfahrens zu erm\u00f6glichen. Aber nichts passiert.<\/p>\n<p><strong>Gro\u00dfe Duldsamkeit und Toleranz gegen\u00fcber Aktivit\u00e4ten neonazistischer Kr\u00e4fte<\/strong><\/p>\n<p>Meine Organisation die VVN-BdA hat im Jahr 2007 insgesamt 175.445 Unterschriften f\u00fcr eine Wideraufnahme des Verbotsverfahrens gesammelt. Was ist passiert: Lange Zeit weigerte sich das Pr\u00e4sidiums des Bundestages, diese Unterschriften \u00fcberhaupt entgegenzunehmen. In den Jahren 2009 bis 2010 sammelten wir 5504 frei formulierte Stellungnahmen f\u00fcr ein NPD-Verbot, sie liegen nun in einem dicken Buch vor, das Abgeordneten und anderen Mandats und Amtstr\u00e4gern jederzeit nachgelesen werden kann. Was ist passiert? Immerhin haben sich eine gro\u00dfe Reihe von Organisationen, Parteien und sogar viele Landesinnenminister und Landesregierungen erneut f\u00fcr ein Verbot ausgesprochen. Nicht aber in Baden-W\u00fcrttemberg. Die baden-w\u00fcrttembergische Landesregierung, die noch vor wenigen Wochen ohne Skrupel den Protest gegen Stuttgart 21 zusammenkn\u00fcppeln und mit Wasserwerfern zusammenspritzen lie\u00df, zeigt gro\u00dfe Duldsamkeit und Toleranz gegen\u00fcber Aktivit\u00e4ten neonazistischer, offen oder verdeckt agierender faschistischer Kr\u00e4fte.<\/p>\n<p><strong>Verdeckte Ermittler in NPD-Gremien<\/strong><\/p>\n<p>Nicht die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden sondern die Aufmerksamkeit von aktiven AntifaschistInnen verhinderte im August 2009 ein vorbereitetes Splitterbombenattentat eines L\u00f6rracher JN- (Junge Nationaldemokraten) und NPD-Funktion\u00e4rs. Dennoch behindert die Landesregierung beharrlich die Wiederaufnahme des NPD-Verbotsverfahrens. Sie weigert sich ausdr\u00fccklich, Materialien zum Verbot der NPD an die Bundesorgane weiterzuleiten. Sie weigert sich ebenfalls, die sogenannten V-Leute in der NPD abzuschalten. Innenminister Rech erkl\u00e4rte im M\u00e4rz 2009 w\u00f6rtlich: \u201eWenn ich alle meine verdeckten Ermittler aus den NPD-Gremien abziehen w\u00fcrde, dann w\u00fcrde die NPD in sich zusammenfallen.\u201c Zitatende. Aber er schaltet die V-Leute, die nichts anderes als vom Verfassungsschutz bezuschusste Nazis sind, nicht ab.<\/p>\n<p><strong>\u201eKn\u00fcppel und Wasser frei\u201c gegen Stuttgart-21-Gegner<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Innenminister, der seine eine Hand sch\u00fctzend \u00fcber die NPD h\u00e4lt und mit seiner anderen das Kommando \u201eKn\u00fcppel und Wasser frei\u201c gegen\u00fcber friedlich demonstrierenden S-21 GegnerInnen erteilt, ist unertr\u00e4glich und untragbar. Das gilt auch f\u00fcr den Ministerpr\u00e4sidenten, der ihn deckt. Mappus und Rech, beide m\u00fcssen wech. Der Weg muss endlich freigemacht werden f\u00fcr ein Verbot faschistischer Parteien und Organisationen. Es ist wahr, in einer Welt und in einem Gesellschaftssystem, in dem die Gesetze des Profits h\u00f6her gelten als die Gesetze der Moral, wo die herrschende Ideologie des Neoliberalismus nichts anderes gelten l\u00e4sst als freie Bahn den sogenannten Leistungstr\u00e4gern und ihren Profiten. Wo sozialstaatliche Verpflichtungen und Solidarsysteme t\u00e4glich fortschreitend r\u00fcckgebaut und abgeschafft werden, ist es nicht weit zu faschistischen Ideologien. Wie weit ist der Weg von der F\u00f6rderung der Leistungstr\u00e4ger zum Recht des St\u00e4rkeren? Wie weit ist der Weg von Exportorientierung und Standortegoismus\u00a0 bis zur Sicherung der Rohstoffe und M\u00e4rkte durch Milit\u00e4reins\u00e4tze?<\/p>\n<p><strong>Faschistisches Gedankengut gedeiht und wird staatlich gef\u00f6rdert<\/strong><\/p>\n<p>In einer solchen Welt und einem solchen Land, muss sich niemand wundern, wenn faschistisches Gedankengut gedeiht und gef\u00f6rdert wird. Solange das so ist, wird es unsere Aufgabe bleiben, die Aufgabe der Antifaschistinnen und Antifaschistinnen, aller Menschen, die\u00a0 der Solidarit\u00e4t, der Menschlichkeit und Demokratie verpflichtet bleiben, dar\u00fcber aufzukl\u00e4ren und wo es sein muss Widerstand zu leisten. Das kann uns niemand abnehmen. Aber m\u00fcssen die faschistischen Organisationen auch noch staatlich gef\u00f6rdert, durch V-Mann-Honorare und Wahlkampferstattung finanziert, ihre Aufm\u00e4rsche gegen das Engagement von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern von der Polizei besch\u00fctzt werden? Wir bleiben dabei: Wir fordern Verbot und Aufl\u00f6sung der NPD und aller faschistischen Organisationen.<\/p>\n<p><strong>Die &#8222;Linde&#8220; in Weiler muss geschlossen werden<\/strong><\/p>\n<p>Wir fordern die Schlie\u00dfung der Linde in Weiler. Und wir bleiben erst recht dabei: F\u00fcr eine Welt ohne Faschismus und Krieg bleibt Widerstand unsere Pflicht!<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><\/p>\n<p>Jochen D\u00fcrr, Schw\u00e4bisch Hall, Landesprecher der VVN-BdA Baden W\u00fcrttemberg<\/p>\n<p><strong>Internet:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.npd-verbot-jetzt.de\" target=\"_blank\">http:\/\/www.npd-verbot-jetzt.de<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.vvn-bda-bawue.de\/ \" target=\"_blank\">http:\/\/www.vvn-bda-bawue.de\/ <\/a><\/p>\n<p><strong>Bericht \u00fcber die Demonstration \u201eKein Platz f\u00fcr Faschisten! Weder in Weiler, noch anderswo!\u201c am 27. November 2010, um 14 Uhr in Schorndorf:<\/strong><\/p>\n<p>Am heutigen Samstag fand in Schorndorf eine antifaschistische Demonstration unter dem Motto \u201eKein Platz f\u00fcr Faschisten! Weder in Weiler noch anderswo!\u201c statt. Auf Anfrage des Veranstalters stellte das Stuttgarter B\u00fcndnis Demobeobachter auf. Auflagen, Vorgespr\u00e4che etc. Bereits im Vorhinein hatte das Ordnungsamt der Stadt Schorndorf eine Vielzahl an Auflagen erlassen. Auff\u00e4llig hierbei war die Strenge der Verpflichtungen f\u00fcr den Versammlungsleiter. So wurden f\u00fcr die angemeldete Teilnehmerzahl von 150 Menschen 15 Ordner gefordert. Ebenfalls ungew\u00f6hnlich waren die Anforderungen an die Ordner. So wurden diese verpflichtet, an einer Besprechung kurz vor Beginn der Demonstration teilzunehmen und sollten laut Auflagenkatalog \u201everkehrserfahren\u201c und \u201ezu ihrem Eigenschutz mit signalfarbenen Warnwesten bekleidet sein\u201c. Der Veranstalter wurde des Weiteren verpflichtet, \u201edie \u00f6ffentliche Verkehrsfl\u00e4che in den Zustand herzurichten wie sie angetroffen wurde\u201c. Hierdurch wurde der Veranstalter widerrechtlich f\u00fcr die Reinigung haftbar gemacht. F\u00fcr das Fronttransparent gab es dar\u00fcberhinaus die Vorgabe, dass es eine maximale Breite von drei Metern nicht \u00fcberschreiten durfte.<\/p>\n<p><strong>Anreise und Auftaktkundgebung<\/strong><\/p>\n<p>Die Polizeisprecherin best\u00e4tigte gegen\u00fcber Demobeobachtern, dass auf Weisung der Bundespolizei vereinzelt S-Bahnen nicht an den Haltestellen Winterbach und Schorndorf-Weiler hielten, da davon auszugehen w\u00e4re, dass \u201ePotentielle St\u00f6rer\u201c sich im Zug bef\u00e4nden. Demonstrationsteilnehmer berichteten, dass bei der Anreise aus Ludwigsburg und Heilbronn Personenkontrollen durchgef\u00fchrt worden seien. Am Versammlungsplatz in Schorndorf forderte die Polizei, trotz mehrfacher Nachfrage nach der rechtlichen Grundlage f\u00fcr diese Ma\u00dfnahme, die Abgabe, Registrierung und \u00dcberpr\u00fcfung der Personalien aller Ordner.<\/p>\n<p><strong>Polizei zeichnete das Vorgespr\u00e4ch auf und filmte das Eintreffen der Demo-Teilnehmer<\/strong><\/p>\n<p>Das Vorbereitungsgespr\u00e4ch wurde durch die Polizei aufgezeichnet, obwohl der Versammlungsleiter sein Unbehagen \u00fcber diese Ma\u00dfnahme zum Ausdruck brachte.<br \/>\nNachdem die Polizei klarstellte, dass ohne die Personalienangabe der Ordner keine Demonstration stattfinden k\u00f6nne, gaben diese ihre Ausweise unter Protest ab. Der Aufbau und das Eintreffen der Demonstrationsteilnehmer wurde durchg\u00e4ngig gefilmt, obwohl die Polizeisprecherin von \u201eeinem friedlichen Verlauf\u201c ausging. Der Einsatzleiter der Polizei betonte gegen\u00fcber Pressevertretern, dass der voranfahrende Einsatzwagen der Polizei lediglich live in die Einsatzzentrale \u00fcbertrage und keine Aufzeichnung vornehme. Mehrere Polizisten dokumentierten dar\u00fcberhinaus mit einer Handkamera. Ein Hochtransparent durfte nicht mitgef\u00fchrt werden, da die Befestigungsstangen die festgelegte Maximall\u00e4nge von zwei Metern \u00fcberschritten. Ein Tr\u00e4ger des Transparents musste seine Personalien angeben. \u00dcber 40 Polizeibeamte waren bei der Auftaktkundgebung im Einsatz.<\/p>\n<p><strong>Die Demonstration <\/strong><\/p>\n<p>Mit Versp\u00e4tung begann um 14.55 Uhr der Demonstrationszug. W\u00e4hrend des Zugs durch die Innenstadt, wurde die Au\u00dfenwirkung der Demonstration durch vorausfahrende Polzeifahrzeuge sowie die Begleitung durch Polizisten seitlich und vor dem Demonstrationszug beeintr\u00e4chtigt. Nach der Zwischenkundgebung zogen die Demonstranten zun\u00e4chst gem\u00e4\u00df der Auflagen auf der rechten Stra\u00dfenseite weiter. Bald veranlasste die Polizei selbst nach entsprechender Absperrung der Stra\u00dfen, dass der Demozug die ganze Stra\u00dfenbreite einnahm. Nach einem kurzen Rennen der Demonstranten bildete die Polizei eine Kette vor dem Zug. Nach mehrmaliger Aufforderung der Veranstalter \u00fcber die Lautsprecheranlage, dies zu unterlassen, l\u00f6ste die Einsatzleitung der Polizei die Kette auf, was von den Demonstrationsteilnehmern mit Applaus quittiert wurde.<\/p>\n<p><strong>Die Abschlusskundgebung 30 Meter vom Nazitreffpunkt Linde entfernt<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Die Abschlusskundgebung fand entsprechend der Auflagen in 30 Metern Abstand zum Nazitreffpunkt Linde statt. Die Polizei sperrte den Zugang mit einer Polizeikette und einer Hundestaffel mit vier Hunden ab. Ein Demonstrationsteilnehmer wurde von einem Hund gebissen (Videomaterial liegt dem Verfasser vor und kann auf Nachfrage zur Verf\u00fcgung gestellt werden). Der Veranstalter forderte \u00fcber Lautsprecher die Beendigung der Einsch\u00fcchterung von Demonstrationsteilnehmern durch Hunde. Auch die Abschlusskundgebung wurde, trotz friedlichen Verlaufs, visuell durch die Polizei aufgezeichnet. Der Veranstalter sprach von einem erfolgreichen Verlauf der Demonstration. Die Demobeobachter z\u00e4hlten \u00fcber 300 Teilnehmer.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.versammlungsrecht.info\" target=\"_blank\">www.versammlungsrecht.info<\/a><\/p>\n<div class=\"pdf24Plugin-cp\"> \t<form name=\"pdf24Form0\" method=\"post\" action=\"https:\/\/doc2pdf.pdf24.org\/wordpress.php\" target=\"pdf24PopWin\" onsubmit=\"var pdf24Win = window.open('about:blank', 'pdf24PopWin', 'resizable=yes,scrollbars=yes,width=600,height=250,left='+(screen.width\/2-300)+',top='+(screen.height\/3-125)+''); pdf24Win.focus(); if(typeof pdf24OnCreatePDF === 'function'){void(pdf24OnCreatePDF(this,pdf24Win));}\"> \t\t<input type=\"hidden\" name=\"blogCharset\" value=\"Cw1x07UAAA==\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogPosts\" value=\"MwQA\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogUrl\" value=\"yygpKSi20tcvLy\/Xy8jPSM3LARK6pXnpqWmZOSWpRSV6KakA\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogName\" value=\"88jPSM3LARK6pXnpqWmZOSWpRSUA\" \/><input 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Weder in Weiler, noch anderswo!&#8220; hat am 27. November 2010 Jochen D\u00fcrr aus Schw\u00e4bisch Hall in Schorndorf gehalten. Jochen D\u00fcrr ist Landessprecher der &#8222;Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes \u2013 Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, Landesvereinigung Baden-W\u00fcrttemberg e.V.&#8220;. Hohenlohe-ungefiltert ver\u00f6ffentlicht Jochen D\u00fcrrs Rede und einen Bericht der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9397"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9397"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9397\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12690,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9397\/revisions\/12690"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9397"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9397"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9397"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}