{"id":4164,"date":"2009-09-14T12:06:13","date_gmt":"2009-09-14T11:06:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=4164"},"modified":"2009-09-14T12:06:14","modified_gmt":"2009-09-14T11:06:14","slug":"vorsicht-falle-das-soziale-klima-wird-nach-der-wahl-erheblich-rauer-werden-%e2%80%93%c2%a0artikel-aus-alpha-press-zur-bundestagswahl-2009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=4164","title":{"rendered":"Vorsicht Falle! Das soziale Klima wird nach der Wahl erheblich rauer werden \u2013\u00a0Artikel aus Alpha Press zur Bundestagswahl 2009"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zwei Monate vor der Bundestagswahl erreichte ausgerechnet der blaubl\u00fctige Wirtschaftsminister zu Guttenberg, der mit jedem Satz und jeder Geste zu verstehen gibt, dass er einer von denen \u201eda Oben\u201c ist, die h\u00f6chsten Sympathiewerte. Dazu passt, dass Schwarz-Gelb zu dieser Zeit in den Meinungsumfragen eine klare Mehrheit erzielte.<\/strong><\/p>\n<p><em>Kommentar von Paul Michel, Schw\u00e4bisch Hall, Alpha Press<\/em><\/p>\n<p><strong>Geld- und Machtelite<\/strong><\/p>\n<p>Und auch ansonsten scheint sich f\u00fcr die Geld- und Machtelite alles zum Besten zu entwickeln: Die Medien jedenfalls schwadronieren bereits \u00fcber ein angeblich unmittelbar bevorstehendes Anziehen der Konjunktur. Es sieht ganz danach aus, als habe das systematische Verbreiten von ideologischen Nebelschwaden seine Wirkung getan. Wir versuchen hinter die Nebelschwaden zu blicken und die dahinter verborgenen sozialen Fallgruben sichtbar zu machen.<\/p>\n<p><strong>Au\u00dfer Spesen nichts gewesen<\/strong><\/p>\n<p>Zwei Jahre zieht sie sich hin, die Finanzkrise, die nie nur eine Finanzkrise war. Die \u201eRealwirtschaft\u201c des Exportweltmeisters Deutschland ist von dieser Weltwirtschaftskrise \u00fcberproportional stark betroffen: Seine Paradedisziplinen Maschinenbau und Automobilindustrie verzeichnen noch nie erlebte Einbr\u00fcche. In der Zeit nach der Lehmann-Pleite zeigten sich auch die herrschenden Kreise zun\u00e4chst verwirrt vom Ausma\u00df der Krise. Auf internationalen Konferenzen wurden verbal die Ausw\u00fcchse des vorher praktizierten Neoliberalismus bereut und in blumigen, meist sehr allgemein gehaltenen Worten Besserung gelobt. Dabei wurde auffallend h\u00e4ufig das bis dahin von der Wirtschaftselite und ihren politischen Statthaltern ge\u00e4chtete Wort \u201eRegulierung\u201c bem\u00fcht.<\/p>\n<p><strong>Brandstifter spielen sich als Feuerwehrleute auf<\/strong><\/p>\n<p>Auff\u00e4llig war, dass jetzt ausgerechnet jene Leute sich als Feuerwehr inszenierten, die den Brand erst ausgel\u00f6st hatten. Vom politischen Personal musste entsprechend auch kein einziger den Hut nehmen. Sie legten von nun ab lediglich eine andere Platte auf. Den sch\u00f6nen Worten folgten denn auch keine entsprechenden Taten. Passiert ist in der Substanz lediglich, dass Banken mit Milliardenbetr\u00e4gen aus den \u00f6ffentlichen Kassen gerettet wurden. Obwohl Bundes- und Landesregierungen Milliardenbetr\u00e4ge in die Finanzinstitute hinein pumpten, lie\u00dfen die Politiker die Banker weitgehend ungest\u00f6rt weiteragieren. Sie wurden nicht m\u00fcde zu betonen, dass sie sich auf keinen Fall in die Gesch\u00e4ftspolitik der Banken einmischen wollten.<\/p>\n<p><strong>Keine Bem\u00fchungen, Hedgefonds zu verbieten<\/strong><\/p>\n<p>Inzwischen ist klar: Es gibt nicht einmal im Ansatz Bem\u00fchungen, Hedgefonds zu verbieten oder zumindest ihre Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit einzuschr\u00e4nken. Die windigen Zweckgesellschaften, in die die Banken ihre riskanten T\u00e4tigkeiten ausgelagert hatten, existieren nach wie vor. Keine Rede mehr davon, die Praxis der Verbriefung von Krediten abzustellen oder auch nur einzuschr\u00e4nken. Und selbst die einzige Ma\u00dfnahme, die der Staat den Banken auferlegt hatte, die Deckelung der Managergeh\u00e4lter auf 500 000 Euro pro Jahr wird \u2013 wie der Skandal um die HSH Nordbank zeigt &#8211; de facto aufgehoben. Von den Landesregierungen in Hamburg und Kiel wurden dem umstrittenen Bankchef Nonnenmacher 2, 9 Millionen Euro an Boni zugesteckt und auch der neue Chef der LBBW soll deutlich mehr als 500 000 Euro bekommen \u2013 angeblich, weil sonst ein so guter Mann wie Hans-J\u00f6rg Vetter nicht nach Stuttgart gekommen w\u00e4re.<\/p>\n<p><strong>Banken gehen ungeniert zu alten Praktiken \u00fcber<\/strong><\/p>\n<p>Inzwischen gehen die Banken schon wieder recht ungeniert zu den alten Praktiken \u00fcber. In den USA gehen Banken wieder zu Werke, als h\u00e4tte es nie eine Finanzkrise gegeben. Der \u00d6lpreis ist zwischenzeitlich wieder Objekt der Begierde, so dass der SPIEGEL wieder von einem \u201eComeback der Zocker\u201c spricht.  Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann schwadroniert bereits wieder wie zu Vor-Krisenzeiten von 25 Prozent Eigenkapitalrendite, obwohl jeder wei\u00df, dass das nur \u00fcber waghalsige Operationen denkbar ist.<\/p>\n<p><strong>Was sich auf jeden Fall ge\u00e4ndert hat gegen\u00fcber Vorkrisenzeiten sind zwei Dinge:<\/strong><\/p>\n<p>1) Die Realwirtschaft befindet sich in einer tiefen Krise<\/p>\n<p>2) Die \u00f6ffentlichen Haushalte sind tief verschuldet, weil es den Banken bekanntlich gelungen ist, ihre Verluste zu sozialisieren.<\/p>\n<p><strong>Welle des Personalabbaus<\/strong><\/p>\n<p>In einem aber unterscheidet sich in Deutschland die aktuelle Krise dennoch von allen Vorg\u00e4ngern: Die Unternehmen reagierten mit einer Welle des Personalabbau im gro\u00dfen Stil. Zun\u00e4chst traf es \u2013 zumeist sogar mit Zustimmung der Betriebsr\u00e4te und der IG Metall \u2013 \u201enur\u201c die Leiharbeiter. Die Stammbelegschaften wurden durch den forcierten Einsatz von Kurzarbeit weitgehend vor der Entlassungen bewahrt. Diese ver\u00e4nderte Praxis des Unternehmerlagers hat sicher etwas damit zu tun, dass die Herrschenden selbst vom Ausma\u00df der Krise \u00fcberrascht waren und nicht noch zus\u00e4tzliche Proteste von Seiten der zumeist gewerkschaftlich gut organisierten Belegschaften in der Autoindustrie und der Maschinenbauindustrie riskieren wollen. Nicht von ungef\u00e4hr geistert das Wort \u201esoziale Unruhe\u201c als Horrorthema durch den b\u00fcrgerlichen Medienwald.<\/p>\n<p><strong>Zweckoptimismus<\/strong><\/p>\n<p>Es ist ganz offenkundig, dass die ma\u00dfgeblichen Kr\u00e4fte in Wirtschaft und Staat bis zu den Wahlen den Ball flach halten wollen, damit dann nach M\u00f6glichkeit eine Schwarz-Gelbe Regierung ins Amt kommt und dann hei\u00dft es: Jetzt geht\u2019s los!. Aus diesem Grund werden nach M\u00f6glichkeit positive Nachrichten in die Welt gesetzt. Aktuell erleben wir das im Zusammenhang mit der monatlichen Umfrage des M\u00fcnchner Ifo-Instituts, dessen Chef bekanntlich Herr (Un-) Sinn ist, einer der herausragenden Lautsprecher der Kapitalinteressen in Deutschland. Dessen monatlich publizierter Gesch\u00e4ftsklima-Index liefert bekannterma\u00dfen keine Wirtschaftsanalyse, sondern soll lediglich einen Eindruck von der Stimmung innerhalb der Unternehmerschaft vermitteln. Wenn der Ifo-Gesch\u00e4ftsklim-Index um 1,4 Punkte ansteigt, hei\u00dft das beileibe nicht, dass ein entsprechendes Auftragswachstum stattgefunden hat. Dennoch wird der Eindruck erweckt, als ob ein Ansteigen des Ifo Gesch\u00e4ftsklima-Index ein Anspringen der Konjunktur beinhaltet.<\/p>\n<p><strong>Medien verbreiten Unsinn \u00fcber einen scheinbaren Aufschwung<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWirtschaft fasst wieder Tritt\u201c lautet prompt die \u00dcberschrift auf Seite eins der \u201eS\u00fcdwestpresse\u201c. Und f\u00fcr diejenigen, die schwer von Begriff sind, sagt der Kommentar: \u201eDass es endlich einen Lichtblick gibt, kann man nicht dick genug unterstreichen.\u201c Selbst die landl\u00e4ufig als linksliberal gehandelten \u201eFrankfurter Rundschau\u201c titelt \u201eDer Aufschwung hat begonnen.\u201c Dabei sollten wir seit der Medienmanipulationsaff\u00e4re bei der Deutschen Bahn wissen, dass man mit dem n\u00f6tigen Kleingeld in diesem Land durchaus Nachrichten \u201eproduzieren\u201c kann. Leider fehlt es den Medien in diesem Land an der kritischen Distanz zu solch produzierten Meldungen. Deswegen bekommen die Zeitungsleser den Eindruck \u201eDas Schlimmste ist vorbei\u201c.<\/p>\n<p><strong>\u00d6konomische Achterbahnfahrten \u2013 Die guten Zeiten sind vorbei<\/strong><\/p>\n<p>Dabei wissen sowohl die Produzenten des Ifo-Gesch\u00e4ftsklima-Index wie auch die Schlagzeilen produzierenden Wirtschaftsjournalisten, dass von Aufschwung keine Rede sein kann. Nicht auf Seite eins, sondern weiter hinten auf Seite f\u00fcnf des Wirtschaftsteils, also in jenen Bereichen, die nicht die Masse, sondern die  interessierten Insider lesen, kann der geneigte Leser in der \u201eS\u00fcddeutschen Zeitung\u201c erfahren, dass eher das Gegenteil der Fall ist. Dort findet sich ein Artikel mit der \u00dcberschrift: \u201e\u00d6konomische Achterbahnfahrten \u2013 Die guten Zeiten sind vorbei. Nach der Erholung ist ein zweiter Abschwung wahrscheinlich\u201c (SZ 25.07.2009). Darin hei\u00dft es unter anderem: \u201eEs gibt in der Industrie gewaltige \u00dcberkapazit\u00e4ten, selbst wenn mehr Auftr\u00e4ge hereinkommen\u2026.in Deutschland k\u00f6nnte die Zahl der Arbeitslosen bis Ende 2010 auf f\u00fcnf Millionen steigen.\u201c Man darf also getrost davon ausgehen, dass sowohl die Produzenten des Ifo-Gesch\u00e4ftsklima-Index als auch die Reproduzenten dieser Nachricht genau wissen, dass sie Nebelkerzen produzieren. Aber: Der Zweck scheint alle Mittel zu rechtfertigen.<\/p>\n<p><strong>Das Schweigekartell ist eine W\u00e4hlert\u00e4uschung<\/strong><\/p>\n<p>Interessanterweise deutet der SZ-Artikel \u00fcber die \u201e\u00f6konomischen Achterbahnfahrten\u201c an, was diese wirtschaftliche Entwicklung f\u00fcr die lohnabh\u00e4ngige Mehrheit der Bev\u00f6lkerung in diesem Land bedeutet: \u201e Die Staaten haben notleidende Banken und Unternehmen gest\u00fctzt, ihren B\u00fcrgern geholfen. Doch der Preis ist hoch. Deutschland steht vor dem gr\u00f6\u00dften Schuldenzuwachs seiner Geschichte, um Bankenrettung, Deutschlandfonds und Konjunkturprogramm zu stemmen\u2026.K\u00fcnftig m\u00fcssen die Staaten, ob sie wollen oder nicht, ihre Ausgaben kappen, um die Haushaltsl\u00f6cher zu stopfen, oder ihren B\u00fcrgern h\u00f6here Steuern abverlangen \u2013 oder beides.\u201c Wir d\u00fcrfen getrost davon aussehen, dass man sich in den Zentralen der Parteien und der Wirtschaftsverb\u00e4nde bereits eine ganze Weile mit dieser Frage besch\u00e4ftigt. Vermutlich liegen die entsprechenden Ma\u00dfnahmenpakete bereit zum Gebrauch in der Schublade. Allerdings achtet man offenbar penibel darauf, dass von alledem nichts nach Au\u00dfen dringt. In der \u00d6ffentlichkeit sind konkrete Ma\u00dfnahmenpakete kein Thema. Sieht man einmal von den unterschiedlichen, im Vagen verbleibenden Nuancen von FDP und CDU\/CSU einerseits und der SPD beim Thema Steuersenkungen ab, l\u00e4sst keine der etablierten Parteien erkennen, welche Ma\u00dfnahmen sie im Falle eines Wahlsiegs ergreifen w\u00fcrden. Sie handeln gem\u00e4\u00df dem Motto: Erst mal die Wahl gewinnen. Bewusst wird jetzt die Kernfrage ausgeklammert: Wer soll die Kosten der Finanzkrise tragen? Wer bezahlt die Aufr\u00e4umarbeiten f\u00fcr den M\u00fcll, den Banken und Spekulanten auf die Gesellschaft abgew\u00e4lzt haben? Die Menschen sollen im September ihre Stimme abgeben, ohne zu wissen, auf was sie sich damit einlassen. Markus Sievers von der Frankfurter Rundschau (FR) nennt in einem Kommentar, der mit \u201eDas Schweigekartell\u201c \u00fcberschrieben ist, folgenden Grund f\u00fcr das Verhalten der Machteliten in Politik und Wirtschaft: \u201eNichts davon ist sch\u00f6n. Dies erkl\u00e4rt das gro\u00dfe Schweigen. Vor der Wahl hatte die Union angek\u00fcndigt, bei einem Sieg die Mehrwertsteuer f\u00fcr den Umbau der Sozialsysteme um zwei Prozentpunkte zu erh\u00f6hen. Das kam im Volk so schlecht an, dass Merkel die schwarz-gelbe Mehrheit verfehlte\u2026.. Die Wahlkampfstrategen stellen sich den Ablauf so vor: Erst gewinnt ihre Partei die Wahl. Dann kl\u00e4rt sie mit ihren B\u00fcndnispartnern in Koalitionsverhandlungen, wie die L\u00f6cher zu stopfen sind.\u201c ( FR 26.06.2009)<\/p>\n<p><strong>CDU\/CSU\/SPD\/FDP\/Gr\u00fcne m\u00fcssen sagen, zu welchen sozialen Grausamkeiten sie bereit sind<\/strong><\/p>\n<p>Erinnern wir uns, wer f\u00fcr die Kosten des Platzens der IT-Blase ab 2001 zu zahlen hatte: Damals waren die abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten und die Arbeitslosen die Leidtragenden der unsozialen Agenda 2010. Die gleichen Bev\u00f6lkerungsschichten werden auch diesmal die Opfer sein. Und ihre Opfer werden umso gr\u00f6\u00dfer ausfallen, je geringer ihre Bereitschaft und F\u00e4higkeit zur Gegenwehr ist. W\u00fcrden CDU\/CSU\/SPD\/FDP\/Gr\u00fcne jetzt auf den Tisch legen, zu welchen sozialen Grausamkeiten sie bereit sind, liefen sie Gefahr, scharenweise der Linkspartei die W\u00e4hlerInnen in die Arme zu treiben. Das w\u00e4re zum einen im Voraus schon eine deutliche politische Ohrfeige f\u00fcr die F\u00fcrsprecher des Sozialabbaus. Ein solcher Wahlerfolg der Partei \u201eDie Linke\u201c k\u00f6nnte dar\u00fcber hinaus f\u00fcr die Lohnabh\u00e4ngigen eine Ermutigung dahingehend sein, den Protest von der Wahlurne auf die Stra\u00dfen zu bringen. Und wom\u00f6glich w\u00fcrde sogar noch in den Betrieben etwas in Gang kommen \u2013 womit wir bei den \u201esozialen Unruhen\u201c w\u00e4ren. Das aber f\u00fcrchtet die Machtelite in Politik und Wirtschaft wie der Teufel das Weihwasser.<\/p>\n<p><strong>Testballone und Weichenstellungen<\/strong><\/p>\n<p>Deswegen beschr\u00e4nken sie sich  momentan darauf, verst\u00e4rkt bestimmte Vorfestlegungen von Themenfeldern zu treffen und Testballone steigen zu lassen. Da darf ein Professor Zimmermann vom \u201eDeutschen Institut der Wirtschaft (DIW) mal eine Erh\u00f6hung der Mehrwertsteuer auf 25 Prozent ins Gespr\u00e4ch bringen und die Bundesbank prescht scheinbar sinnfrei vor mit der Forderung nach einer Erh\u00f6hung des Rentenalters auf 69. Der Chef der Bundes\u00e4rztekammer Hoppe bringt offen eine Zweiklassenmedizin ins Gespr\u00e4ch und Finanzminister Peer Steinbr\u00fcck keilt \u00f6ffentlich gegen die Zusage, dass es keine Rentenk\u00fcrzungen geben d\u00fcrfe.<\/p>\n<p><strong>Medien unterschlagen wichtige Umst\u00e4nde der Krise<\/strong><\/p>\n<p>Derweil wird medial schon abgesteckt, welches die wichtigen Themenfelder sind, mit denen sich die k\u00fcnftige Regierung zu befassen haben wird. Das sind Themen, die eine notwendige Begleiterscheinung der Krise sind. Bereits vor ein paar Monaten wurde das 316 Milliarden  Steuerloch in die Schlagzeilen bef\u00f6rdert. Im Juli wurde hier noch einmal etwas drauf gesetzt: \u201eSteuerloch tiefer als gedacht\u201c (S\u00fcdwestpresse 14.07.2009).<\/p>\n<p>Dass die Rezession und steigende Arbeitslosigkeit L\u00f6cher in die Sozialkassen rei\u00dft, ist nicht verwunderlich. Lange wurde das Thema von den meinungsmachenden Kreise ignoriert. Nun, in Zeiten des Vorwahlkampfes wird es in den Rang eines Top-Themas gehoben. Dazu werden pl\u00f6tzlich astronomisch hohe Zahlen genannt und Umst\u00e4nde unterschlagen, die nicht so recht ins gew\u00fcnschte Bild passen. Das \u201eHandelsblatt\u201c berichtet, dass die Ausgaben f\u00fcr steigende Arbeitslosigkeit im Zeitraum 2009 bis 2013 um 100 Milliarden Euro h\u00f6her liegen sollen als geplant. 46,4 Milliarden davon sollen zus\u00e4tzliche Ausgaben f\u00fcr Hartz IV sein.<\/p>\n<p><strong>Die Politiker mit der Forderung nach L\u00f6sungsvorschl\u00e4gen bedr\u00e4ngen<\/strong><\/p>\n<p>Auff\u00e4lligerweise beschr\u00e4nken sich auch die b\u00fcrgerlichen Medien bisher weitgehend auf theatralische Anprangerung der Probleme. Nirgends wird die Politik mit der Forderung nach L\u00f6sungsvorschl\u00e4gen bedr\u00e4ngt. Eine gewisse Ausnahme macht hier die S\u00fcdwestpresse in Person ihres Wirtschaftsspezialisten Dieter Keller. Verbunden mit einer Kurzlaudatio f\u00fcr die Agenda 2010 von Ex-Kanzler Gerhard Schr\u00f6der wirft er \u2013 ohne selbst eine Antwort darauf zu geben \u2013 die Frage auf: \u201eBrauchen wir eine Agenda 2020, um diese Entwicklung zu bremsen?\u201c Noch ist diese Fragestellung nicht als Forderung in die Schlagzeilen ger\u00fcckt. Es ist aber so sicher wie das Amen in der Kirche, dass dies sp\u00e4testens nach den Bundestagswahlen geschehen wird.<\/p>\n<p><strong>Das soziale Klima wird nach der Wahl erheblich rauer werden<\/strong><\/p>\n<p>Der Politikforscher Christoph Butterwegge rechnet damit, dass das soziale Klima hierzulande erheblich rauer werden wird. Er rechnet mit einer neuen Debatte \u00fcber \u201efaule Arbeitslose\u201c und deren angeblichen Missbrauch von Hartz IV-Geldern. Das Ganze werde zu einer\u201eh\u00e4rteren Gangart gegen\u00fcber Armen\u201c f\u00fchren. Denn so Butterwegge: \u201eErfahrungsgem\u00e4\u00df wird der Rotstift wohl wieder im sozialen Bereich angesetzt und die \u00e4rmere Schicht treffen, die keine Lobby hat.\u201c Bernd Riexinger von Verdi Stuttgart sagt: \u201eDie Opfer auf Seiten der Besch\u00e4ftigten, Erwerbslosen, Rentner\/innen und ihren Familien werden umso gr\u00f6\u00dfer, je geringer die Bereitschaft der Gewerkschaften zur Gegenwehr ausgepr\u00e4gt ist und je weniger sie im B\u00fcndnis mit den linken Kr\u00e4ften und sozialen Bewegungen in der Lage sind, einen alternativen Gegenentwurf hervorzubringen und gesellschaftlich durchzusetzen.\u201c<\/p>\n<p>Dem ist von mir nichts hinzuzuf\u00fcgen.<\/p>\n<div class=\"pdf24Plugin-cp\"> \t<form name=\"pdf24Form0\" method=\"post\" action=\"https:\/\/doc2pdf.pdf24.org\/wordpress.php\" target=\"pdf24PopWin\" onsubmit=\"var pdf24Win = window.open('about:blank', 'pdf24PopWin', 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