{"id":29030,"date":"2022-01-19T21:56:09","date_gmt":"2022-01-19T20:56:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=29030"},"modified":"2022-01-19T21:56:09","modified_gmt":"2022-01-19T20:56:09","slug":"gelochte-augenblicke-eine-fortsetzungsgeschichte-von-birgit-haebich-der-episoden-dritter-teil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=29030","title":{"rendered":"&#8222;Gelochte Augenblicke&#8220; \u2013\u00a0Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit H\u00e4bich: Der Episoden dritter Teil"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>&#8222;Gelochte Augenblicke&#8220; \u2013\u00a0Eine Fortsetzungsgeschichte von Birgit H\u00e4bich: Der Episoden dritter Teil. Die geschilderten Handlungen, Personen und Namen sind frei erfunden. Es werden keine realen Namen von Personen angegeben. Etwaige \u00c4hnlichkeiten mit tats\u00e4chlichen Begebenheiten, lebenden oder toten Personen w\u00e4ren rein zuf\u00e4llig, und sind weder gewollt noch beabsichtigt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Von Birgit H\u00e4bich<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>III Frucht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2026 Paul Malibo sa\u00df am Esstisch und stierte auf die Glasfl\u00e4che seines mobilen Telefons, der imagin\u00e4re H\u00f6rer leuchtete dort bei jedem neuen Antippen der gespeicherten Nummer seines Freundes auf. Warum nahm Carl nicht ab? Sie waren doch zum Telefonat miteinander verabredet. Paul war verzweifelt und hegte, seit dem Brief den er gestern im Briefkasten vorfand, nun ernsthafte Gedanken daran sich selbst zu entleiben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B\u00e4ren aufgebunden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Carl ihm jetzt nicht weiterhalf, w\u00fcrde er sich heute Abend eine derartige Dosis von Schlaftabletten und Schmerzmitteln verabreichen, die er nicht \u00fcberleben w\u00fcrde. Er hatte gezielt alle Verpflichtungen, mit der Begr\u00fcndung, sich \u00fcber das Wochenende gr\u00fcndlich auszuruhen und endlich einmal lang ausschlafen zu wollen, abgesagt. F\u00fcr den Anfang der kommenden Woche, k\u00fcndigte er an, wichtige Termine zu haben. Sogar seine sonst so aufmerksame Schwiegermutter bemerkte seinen Kummer nicht und lie\u00df sich den B\u00e4ren, den er ihr heute am Vormittag aufgebunden hatte, zwar etwas pikiert, aber dennoch fraglos aufbinden. Sie und die \u00fcbliche Katanrunde w\u00fcrden eben ohne ihn spielen und die obligatorische Flasche des guten roten Weins w\u00fcrde an diesem Abend unge\u00f6ffnet bleiben. Wo Paul sich gern an mehreren gut gef\u00fcllten Gl\u00e4sern am vergorenen Saft labte, bis er, f\u00fcr seinen Begriff, angenehm betrunken war, nippten alle anderen nur andeutungsweise an ihren mager eingeschenkten Gl\u00e4sern, um weiterhin aus den nicht leer werdenden Kelchen, stetig auf das gegenseitige Wohl ansto\u00dfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schwaches Herz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und sie w\u00e4re schuld daran, dass er sich umbringen w\u00fcrde, seine eigene Tochter, so dachte sich Paul das aus. Sie war schuld! Gisl\u00e8ne brachte mit ihrem ausschweifenden Lebenswandel immer mehr Schande \u00fcber ihn. Ihr naiver jugendlicher Leichtsinn wuchs sich, seit sie vollj\u00e4hrig war, zu einem ganz und gar exzentrischen Verhalten aus, welches durch nichts mehr einzud\u00e4mmen war. Sie kam manchmal wochenlang nicht mehr nach Hause, und wenn sie einmal kurz daheim war, gr\u00fc\u00dfte sie ihn nicht, sondern r\u00e4umte gezielt den K\u00fchlschrank leer und verlangte Geld von ihm. Nach ihren Aufsuchungen fehlten auch s\u00e4mtliche Weinflaschen, welche Paul an gem\u00fctlichen Abenden daheim zu leeren gedachte. Und jetzt dieser Brief. Schriftliche Vorw\u00fcrfe zu seiner geleisteten Arbeit in Afrika, er konnte es einfach nicht fassen. Wie kam dieses, sein j\u00fcngstes Kind, nur auf solche Gedanken? Die Vorw\u00fcrfe schmerzten ihn, trafen ihn mitten in sein schwaches Herz. Tr\u00e4nen liefen ihm \u00fcbers Gesicht und er weinte stumm. Was ihn mehr traf, wusste Paul gar nicht so genau \u2013 dass seine eigene Tochter ihm sein Versagen vorwarf oder dass sie ein Lotterleben f\u00fchrte, das dieser Tochter, bei seiner Abstammung, einfach nicht geb\u00fchrt. Sie sch\u00e4mte sich nicht f\u00fcr ihre st\u00e4ndig wechselnden Geliebten bei denen sie immer wieder f\u00fcr einige Wochen unterkam. Sie sandte ihm von hier und da illustre Postkarten, um ihm zu zeigen in welchem Reichtum sie schwelgte und an welchen Str\u00e4nden sie badete, war bei gut situierten Sportlerinnen zu Gast und reiste in der Weltgeschichte herum.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Elterliches Ehebett<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Er w\u00fcrde seinem Leben mit einem Schmerzmittel ein Ende bereiten. Paul hatte sich schon lange darauf vorbereitet und in verschiedenen Apotheken ab und an unauff\u00e4llig kleine P\u00e4ckchen Lamaclop besorgt. Mit genug Schlaftabletten dazu w\u00e4re er das leidige und endlose Theater los. Als Akademiker wusste er um die langsame Wirkung von diesem Schmerzmittel. Die Leber w\u00fcrde nur langsam und letztlich schmerzlich versagen. Daher brauchte er eine satte Ladung Schlaftabletten, um sich lange und gut genug zu bet\u00e4uben. Im Rechnen war er noch nie eine Leuchte und hoffte eben, dass die anvisierte Dosis so pi mal Daumen langen w\u00fcrde. Gisl\u00e8ne sandte ihm nicht nur Postkarten, manchmal kritzelte sie auch ein paar Zeilen auf ein Papier, das in guten Hotels samt Schreibzeug, auf einem Tisch parat lag. So bekam Paul Briefe von seiner Tochter. Die einzige Art und Weise in der sie sich ihm noch mitteilte, geschah schriftlich. Darin warf sie ihm alles vor, was aus ihrer Sicht falsch an ihm war: \u201eIch durfte jahrelang nicht alleine in meinem eigenen Zimmer in meinem Bett schlafen, Du hast von mir, nach Mamas Tod, immer verlangt bei Dir im elterlichen Ehebett zu \u00fcbernachten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;Du bist nicht mehr mein Vater&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im neuesten Brief stand geschrieben: \u201eDu hast Afrikas Frauen sch\u00e4ndlichst verraten. In Kenia hat man zwischen 2013 und 2015 alle M\u00e4dchen ab zw\u00f6lf und alle Frauen bis zum neunundvierzigsten Lebensjahr, unter dem Vorwand von Tetanusimpfungen und bei scharfer Polizeiaufsicht unfruchtbar gespritzt. Und das alles geschah mit Hilfe der<br>Kinderf\u00fcrsorgeorganisation in der Du jahrelang als Berater t\u00e4tig warst. Als ich ein kleines M\u00e4dchen war, bist Du st\u00e4ndig in allen L\u00e4ndern Afrikas herumgereist. Du musst davon gewusst haben &#8211; warum hast Du das geduldet? Wo ist da Dein Stolz als Afrikaner? Wo ist die globale und universale Menschenw\u00fcrde von der Du so gern geredet hast? Diese W\u00fcrde gilt f\u00fcr Frauen wohl nicht? Und Du! Du w\u00fcrdest mich noch heute als Deine Tochter, gegen einen Brautpreis an irgendeinen Deiner >Br\u00fcder&lt; verh\u00f6kern, wie das fr\u00fcher \u00fcblich war!\u201c Als ob das nicht genug w\u00e4re, stellte sie abschlie\u00dfend fest: \u201eDu bist nicht mehr mein Vater.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gezielt ausrotten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Paul war des Lebens m\u00fcde. Woher wusste Gisl\u00e8ne derart konkret von den Vorg\u00e4ngen in Afrika und von den Taten der F\u00fcrsorgeorganisation? Jahrelang las man gar nichts dar\u00fcber in den Zeitungen. Kaum ein Europ\u00e4er regte sich dar\u00fcber auf, als man, ganz offensichtlich, damit begann die afrikanische Bev\u00f6lkerung im modernen Kleid der gesundheitlichen Vorsorge gezielt auszurotten. Nur ganz wenige Christen vor Ort und in der westlichen Welt setzten sich aktiv daf\u00fcr ein, diese verwerfliche Tat in Kenia zu beenden. Doch seit Neuestem, seit dieser elenden Karinakrise kam sehr vieles ans Licht, was man gern weiterhin vertuscht h\u00e4tte. Bed\u00e4chtig begann Paul Malibo die vielen kleinen Pappschachteln zu \u00f6ffnen. Nach und nach, dr\u00fcckte er alle verf\u00fcgbaren Tabletten aus den Plastikverpackungen in eine stabile Metallsch\u00fcssel. Dann ging er in die K\u00fcche und \u00f6ffnete eine Flasche Wein. Mit schlurfendem Gang und gebeugter Haltung trug er die Flasche, ein Glas und einen zierlichen M\u00f6rser ins Wohnzimmer und stellte sie zu der Sch\u00fcssel auf den Esstisch. Ein kurzer Blick auf sein mobiles Telefon zeigte ihm, dass Carl immer noch kein Lebenszeichen von sich gab \u2026<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fortsetzung folgt.<\/strong><\/p>\n<div class=\"pdf24Plugin-cp\"> \t<form name=\"pdf24Form0\" method=\"post\" action=\"https:\/\/doc2pdf.pdf24.org\/wordpress.php\" target=\"pdf24PopWin\" onsubmit=\"var pdf24Win = window.open('about:blank', 'pdf24PopWin', 'resizable=yes,scrollbars=yes,width=600,height=250,left='+(screen.width\/2-300)+',top='+(screen.height\/3-125)+''); pdf24Win.focus(); if(typeof pdf24OnCreatePDF === 'function'){void(pdf24OnCreatePDF(this,pdf24Win));}\"> \t\t<input type=\"hidden\" name=\"blogCharset\" value=\"Cw1x07UAAA==\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogPosts\" value=\"MwQA\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogUrl\" value=\"yygpKSi20tcvLy\/Xy8jPSM3LARK6pXnpqWmZOSWpRSV6KakA\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogName\" value=\"88jPSM3LARK6pXnpqWmZOSWpRSUA\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogValueEncoding\" value=\"gzdeflate 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