{"id":28435,"date":"2021-07-28T07:42:57","date_gmt":"2021-07-28T06:42:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=28435"},"modified":"2021-07-28T07:42:57","modified_gmt":"2021-07-28T06:42:57","slug":"das-schlimmste-kommt-erst-noch-klimawandel-nimmt-immer-bedrohlichere-formen-an-kommentar-von-paul-michel-aus-schwaebisch-hall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=28435","title":{"rendered":"&#8222;Das Schlimmste kommt erst noch&#8220; \u2013 Klimawandel nimmt immer bedrohlichere Formen an \u2013 Kommentar von Paul Michel aus Schw\u00e4bisch Hall"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Einen kommentierenden Artikel mit dem Titel &#8222;Klimawandel nimmt immer bedrohlichere Formen an \u2013\u00a0Das Schlimmste kommt erst noch&#8220; hat Paul Michel aus Schw\u00e4bisch Hall geschrieben. Hohenlohe-ungefiltert ver\u00f6ffentlicht den Text in voller L\u00e4nge.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Kommentar von Paul Michel, Schw\u00e4bisch Hall<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Text entstand auf Grundlage von Diskussionen im \u201eNetzwerk \u00d6kosozialismus\u201c (Kontakt: info@netzwerk-\u00f6kosozialismus.de)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Noch nie dagewesenes Ereignis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ende Juni\/ Anfang Juli berichteten die Medien \u00fcber eine Hitzewelle im Nordwesten der USA und im westlichen Kanada, die alle fr\u00fcheren Rekorde f\u00fcr hohe Temperaturen gebrochen hat. Ende Juni gab es in Seattle 40 Grad Celsius, in Portland, Oregon 46 Grad. Die Ortschaft Lytton wurde durch einen Waldbrand fast v\u00f6llig zerst\u00f6rt. Vor der Brandkatastrophe hatte Lytton, das rund 260 Kilometer nord\u00f6stlich von Vancouver liegt, drei Tage in Folge Hitzerekorde verzeichnet. Das Thermometer zeigte nach Angaben der Wetterbeh\u00f6rde bis zu 49,6 Grad Celsius an, die h\u00f6chste in Kanada jemals gemessene Temperatur. Hunderte sind schon gestorben an den Folgen der extremen Hitze. In Portland wurde der Stadtbahnverkehr eingestellt, weil die Stromkabel ausfielen. In Washington wurden Abschnitte der Autobahn I-5 gesperrt, weil der Stra\u00dfenbelag aufquoll. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) handelt es sich bei der extremen Hitzewelle in Kanada und im Nordwesten der USA um ein \u00abnoch nie dagewesenes Ereignis\u00bb seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eingest\u00fcrzte H\u00e4user \u2013 zahlreiche Tote und Verletzte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Wochen sp\u00e4ter, am 14. Juli 2021, bekamen auch die Menschen hierzulande die zunehmend zerst\u00f6rerische Wirkung des Klimawandels zu sp\u00fcren. Teile von Rheinland-Pfalz und NRW erlebten Starkregen in bisher nicht bekannter Form. \u00dcberschwemmte Stra\u00dfen, gesperrte Bahnstrecken, eingest\u00fcrzte H\u00e4user, vollgelaufene Keller, umgekippte B\u00e4ume, zahlreiche Tote und Verletzte \u2013 eine bisher beispiellose Katastrophe, die \u00fcber 150 Menschen das Leben kostete. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hegen aber keinen Zweifel: Es ist der menschengemachte Klimawandel, der Extremwetterereignisse h\u00e4ufiger und intensiver werden l\u00e4sst. Klimaforscher gehen davon aus, dass derlei Extremwetterereignisse durch die menschengemachte Erderw\u00e4rmung h\u00e4ufiger werden k\u00f6nnten. &#8222;Als Einzelereignis kann man das immer als Wetter abtun&#8220;, hatte Professor Mojib Latif Anfang der Woche in einem Interview mit dem WDR gesagt. Die Datenlage sei bisher schlecht. &#8222;Aber die neuesten Daten, die wir in den letzten Jahren gesammelt haben, deuten darauf hin, dass solche Extremniederschl\u00e4ge noch mal st\u00e4rker ausfallen k\u00f6nnen. Wir beobachten auch in den letzten Jahren, dass es immer h\u00e4ufiger zu diesen sintflutartigen Niederschl\u00e4gen mit \u00dcberschwemmungen kommt.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Neue Normalit\u00e4t?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Manche Medien sagen, dies sei die neue Normalit\u00e4t. Aber das ist eher eine Verharmlosung der Lage. Denn dieser Zustand ist nicht stabil. Alles spricht daf\u00fcr, dass die H\u00e4ufigkeit und die Intensit\u00e4t von Extremwetterlagen in absehbarer Zeit weiter zunehmen werden. Ist diese Hitzewelle ein \u201eJahrtausendereignis\u201c? Ja, aber nur, wenn man statt der n\u00e4chsten tausend die letzten tausend Jahre betrachtet. Vieles spricht daf\u00fcr, dass dies nur ein Durchgangspunkt zu noch schlimmeren Verh\u00e4ltnissen ist. Der IPCC warnt: Mehr Hitzewellen, mehr Hunger, \u00fcberschwemmte K\u00fcstenorte, Artensterben. Ein Verfehlen des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens hat nach Einsch\u00e4tzung des Weltklimarates \u201eirreversible Auswirkungen auf Menschen und \u00f6kologische Systeme\u201c. Im Entwurf zu dem IPCC-Bericht, der vor kurzem bekannt wurde, gehen die Experten davon aus, dass eine Erderw\u00e4rmung um zwei Grad etwa 420 Millionen Menschen zus\u00e4tzlich dem Risiko von Hitzewellen aussetzt. \u201cDas Schlimmste kommt erst noch und wird das Leben unserer Kinder und Enkel viel mehr betreffen als unseres\u201c, hei\u00dft es in dem IPCC-Papier.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Peinlichkeiten, die tief blicken lassen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts der dramatischen Situation mahnen Klimaforscher: \u201eWir brauchen einen Turbo beim Klimaschutz\u201c. Die Wirtschaftsbosse und die b\u00fcrgerlichen Politiker treten in Sachen Klimaschutz auf das Bremspedal. Sie k\u00fcndigen mit salbungsvollen Worten eine vermeintliche \u201eKlimaneutralit\u00e4t\u201c in einer weit entfernt liegenden Zukunft an. Gleichzeitig sch\u00fctzen sie die Hauptverursacher des Klimawandels, wenn sie im Hier und Jetzt alles unterlassen, was m\u00f6glicherweise der Industrie missfallen k\u00f6nnte. Greta Thunberg warf den PolitikerInnen und M\u00e4chtigen der Welt vor, sich nur als RetterInnen zu inszenieren statt tats\u00e4chlich die Klimakrise zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcr einen Politprofi peinliche Ausrutscher<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein besonderes Exemplar dieser Spezies ist Armin Laschet, der Kanzlerkandidat von CDU\/CSU und Ministerpr\u00e4sident von NRW. Zahlreiche \u00c4u\u00dferungen machten deutlich welch Geistes Kind er ist. Vor einiger Zeit sorgte er mit der Bemerkung \u201eAus irgendeinem Grund ist das Klimathema pl\u00f6tzlich ein weltweites geworden\u201c f\u00fcr einige Irritationen. Auch bei der Flutkatastrophe unterliefen ihm einige f\u00fcr einen Politprofi peinliche Ausrutscher, die tief blicken lassen. W\u00e4hrend einer Rede von Bundespr\u00e4sident Steinmeier in Erftstadt sieht man Armin Laschet so gar nicht betroffen, sondern l\u00e4ssig an einen T\u00fcrrahmen gelehnt, lachend und mit Gespr\u00e4chspartnern feixend. Die beispiellose Katastrophe, der Tod von mittlerweile \u00fcber 150 Menschen ist f\u00fcr ihn kein Anlass, die von ihm verantwortete klimasch\u00e4dliche Politik zu \u00fcberdenken. \u201cWeil jetzt ein solcher Tag ist, \u00e4ndert man nicht die Politik\u201c erkl\u00e4rte er in einem Fernsehinterview.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Agenda Laschet: Mit der Industrie gegen das Klima<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich hatte sich Laschet in den letzten Jahren st\u00e4ndig als Bremser beim Klimaschutz hervorgetan. Seine erste Amtshandlung als Ministerpr\u00e4sident war die Abschaffung des Klimaministeriums in NRW. Als Regierungschef eines Kohlelandes hat Laschet den Kohleausstieg nicht gef\u00f6rdert, sondern tat sich im Konflikt um die Rodung des Hambacher Forsts f\u00fcr den Ausbau des Braunkohletagesbaus als eifriger F\u00f6rderer der Interessen von RWE hervor. F\u00fcr den Kohlekonzern RWE organisierte er im August 2018 \u2013 unter einem Vorwand \u2013 den gr\u00f6\u00dften Polizeieinsatz in der Geschichte seines Bundeslandes, um den Hambacher Forst am gleichnamigen rheinischen Tagebau r\u00e4umen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sechs D\u00f6rfer sollen noch abgebaggert werden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Willen seiner Regierung sollen im rheinischen Revier bis 2028 noch mindestens 900 Millionen Tonnen Braunkohle gef\u00f6rdert werden und damit auch 2385 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosph\u00e4re geblasen werden \u2013 das ist mehr als der 3,2-fache Jahresaussto\u00df der gesamten Bundesrepublik, der 2020 bei 739 Millionen Tonnen lag. Sechs  D\u00f6rfer sollen daf\u00fcr noch abgebaggert werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>NRW hat nur zw\u00f6lf Prozent Strom aus erneuerbaren Energien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die erneuerbaren Energien f\u00fchren in NRW noch immer ein Schattendasein. Ihr Anteil an der Stromerzeugung liegt bei 16 Prozent \u2013 gegen\u00fcber etwa 46 Prozent deutschlandweit. Entscheidend dazu beigetragen hat die r\u00fcckw\u00e4rtsgewandte Politik der Regierung Laschet: Tats\u00e4chlich aber schr\u00e4nkt das NRW-Klimaschutzgesetz den Bau von Windr\u00e4dern massiv ein. Gemeinden k\u00f6nnen einen Mindestabstand von 1000 Metern zu Windr\u00e4dern festlegen. Dies k\u00f6nnte dazu f\u00fchren, dass der Bau von Windenergieanlagen nur noch auf 0,22 Prozent der Landesfl\u00e4che m\u00f6glich ist. Der 1000-Meter-Abstand gilt bereits f\u00fcr Ansammlungen von nur drei H\u00e4usern. Schlimmer noch: Die Regelung gilt nicht nur f\u00fcr neu zu bauende Windr\u00e4der, sondern auch f\u00fcr das so genannte Repowering, d.h. den Austausch von alten Windr\u00e4dern gegen neue. Das bedeutet, dass Windkraftanlagen, die ihr EEG-F\u00f6rderungsende erreicht haben, nicht mehr durch neue ersetzt werden k\u00f6nnen. Armin Laschet (CDU) macht Nordrhein-Westfalen zur Verbotszone f\u00fcr Windr\u00e4der. Es gibt in Deutschland kein Bundesland, das so viel Strom aus Kohle erzeugt wie NRW. 2017 waren es mehr als 65 Prozent (neuere Zahlen liegen nicht vor). Die erneuerbaren Energien kamen dagegen nur auf zw\u00f6lf Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quasi-religi\u00f6ser Raserfundamentalismus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Verkehrsbereich, der laut Umweltbundesamt f\u00fcr rund 20 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich ist (davon mit 72 Prozent der Gro\u00dfteil aus dem Stra\u00dfenverkehr) fr\u00f6nt Laschet einen quasi-religi\u00f6sen Raserfundamentalismus. Selbstverst\u00e4ndlich ist er gegen das Tempolimit von 130. Auch in der Frage m\u00f6glicher Fahrverbote f\u00fcr Dieselstinker in St\u00e4dten wegen schlechter Luft vertritt Laschet die Interessen der Autoindustrie. Der CDU-Abgeordnete Rainer Deppe jubilierte: Ministerpr\u00e4sident Armin Laschet (CDU) habe immer gesagt, er werde alles tun, um Fahrverbote zu verhindern, &#8222;und er hat nicht aufgegeben, er hat es geschafft&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eher als Drohung zu verstehen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts dieser Verdienste von Laschet um die Verhinderung von Umweltschutzma\u00dfnahmen, ist das, was der Noch-Ministerpr\u00e4sident und m\u00f6gliche k\u00fcnftige Bundeskanzler in einem Interview mit der \u201eWirtschaftswoche\u201c erkl\u00e4rte, als Drohung zu verstehen: \u201eWir regieren NRW so, wie ich es mir auch f\u00fcr den Bund vorstellen w\u00fcrde\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Um Gunst der Industrie geworben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Laschet ist zwar extrem. Aber auch seine zwei Konkurrentinnen um das Kanzleramt, SPD-Kandidat Scholz und Anna-Lena Baerbock von den Gr\u00fcnen stehen nicht f\u00fcr eine grunds\u00e4tzlich andere Politik. Bei dem vom \u201eBundesverband der deutschen Industrie\u201c organisierten \u201eTag der deutschen Industrie\u201c veranstalteten die drei Spitzenkandidatinnen ein Schaulaufen, bei dem sie um die Gunst der Industrie f\u00fcr ihre Vorstellungen warben. Gleichzeitig versicherten sie: Ohne die Industrie k\u00f6nnen die Klimaziele nicht erreicht werden. Entsprechend besteht ihre Politik vor allem darin, so zu tun als w\u00fcrden sie handeln, w\u00e4hrend sie gleichzeitig ihrer Klientel den R\u00fccken frei halten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lehren aus der Trag\u00f6die<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die dringend notwendige unmittelbare Solidarit\u00e4t mit den Opfern hinaus m\u00fcssen wir Lehren aus der Trag\u00f6die ziehen. Lektion Nr. 1 ist, dass es ernst ist und keine Minute mehr zu verlieren ist. Es m\u00fcssen dringend energische Ma\u00dfnahmen ergriffen werden, um die Klimakatastrophe zu stoppen, sonst werden auf diese Katastrophe in immer k\u00fcrzeren Zeitabst\u00e4nden noch schlimmere Katastrophen folgen. Lektion Nr. 2 ist, dass wir keinen Grund haben, den Regierungen zu vertrauen. Sie erz\u00e4hlen uns seit \u00fcber 30 Jahren, dass sie Ma\u00dfnahmen gegen den Klimawandel ergreifen, Fakt ist, dass sie so gut wie nichts zur Verhinderung des Klimawandels getan haben. Im Gegenteil: Ihre neoliberale Sparpolitik, ihre Privatisierungen, ihre Ma\u00dfnahmen zur Gewinnmaximierung f\u00fcr Stromkonzerne, die auf Kohle setzen, ihre sch\u00fctzende Hand f\u00fcr die Autokonzerne, ihre Politik der Verhinderung einer Verkehrswende und ihre F\u00f6rderung von Agrarkonzernen haben uns an den Rand des Abgrundes gebracht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Real existierender Kapitalismus ist ein fossiler Kapitalismus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In den kommenden Tagen werden wir die Herrschenden mit den H\u00e4nden auf dem Herzen schw\u00f6ren h\u00f6ren, dass die dramatischen \u00dcberschwemmungen ihren Wunsch best\u00e4rken, den Kapitalismus zu begr\u00fcnen. Tatsache aber ist: Der real existierende Kapitalismus ist gerade auch ein fossiler Kapitalismus. Ein Wirtschaftssystem, das auf permanentem Wachstum, Profit und Konkurrenz beruht, kann nicht in Einklang mit einem nachhaltigen, sorgsamen Umgang mit der Natur gebracht werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klimabilanz bei der Herstellung von E-Autos ist katastrophal<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Erforderlich ist der vollst\u00e4ndige Ausstieg aus der Autogesellschaft, weg vom Verbrenner. Ein einfaches 1:1-Ersetzen der heutigen \u201eschmutzigen\u201c Autos mit Verbrennungsantrieb durch angeblich saubere E-Autos ist keine L\u00f6sung. Auch E-Autos haben einen horrenden Fl\u00e4chenverbrauch und verstopften Stra\u00dfen und Autobahnen. Die Klimabilanz bei der Herstellung von E-Autos ist katastrophal. Die Gewinnung der f\u00fcr die Produktion von Batterien erforderlichen Rohstoffe (Lithium, Kobalt, seltene Erden, Kupfer) bringt dramatische \u00f6kologische Verwerfungen mit sich. Eine massenhafte E-Auto-Produktion w\u00fcrde zudem weiterhin eine gro\u00dfe fossile Erd\u00f6lwirtschaft ben\u00f6tigen, denn die Autos haben heute einen 50-prozentigen Kunststoff-Volumenanteil (Reifen, Armaturen, Sitze etc.). Und allein der Autoverkehr verursacht laut Daten des Fraunhofer Instituts giftigen Feinstaub durch Reifen- und Fahrbahnabrieb. Mit j\u00e4hrlich 130.000 Tonnen keine Petitesse.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nulltarif f\u00fcr den gesamten \u00d6PNV<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Alternative zum heute ungehemmten Automobilismus ist der Umstieg auf \u00f6ffentliche Verkehrsmittel (Busse, Stra\u00dfenbahnen, Z\u00fcge) und eine energische F\u00f6rderung des Fahrradfahrens. Zudem brauchen wir den Nulltarif f\u00fcr den gesamten \u00d6PNV. Aus \u00f6kologischen Gr\u00fcnden gilt, dass die Zahl der Autos drastisch verringert werden muss. Die aktuellen Arbeitspl\u00e4tze in der Autoindustrie werden gesichert durch die Umstellung der Produktion auf \u00f6ffentliche Verkehrsmittel (Busse, Stra\u00dfenbahn, Eisenbahn) und durch den Ausbau der Bahninfrastruktur. Sp\u00e4testens nach der Beendigung dieser gro\u00dfen Infrastrukturaufgabe ben\u00f6tigen wir dringend eine Arbeitszeitverk\u00fcrzung. Das gilt auch, weil wir aus \u00f6kologischen Gr\u00fcnden aus dem kapitalistischen Hamsterrad bestehend aus immer mehr Produktionswachstum aussteigen m\u00fcssen. So m\u00fcssen wir den Umfang der Konsumwegwerfg\u00fcter deutlich reduzieren. Und wir m\u00fcssen rasch die Chemieindustrie und die Stahlindustrie auf erneuerbare Energien und gr\u00fcnen Wasserstoff umstellen. Schon h\u00f6ren wir die Klagen der Kapitalkreise und der Politiker \u00fcber die hohen Kosten. Darauf kann nur mit den Worten des Kieler Klimawissenschaftlers Latif geantwortet werden: \u201eWir sollten nicht fragen, was uns der Klimaschutz kostet. Denn die Klimaver\u00e4nderung kostet uns schon heute Milliarden. Sondern wir m\u00fcssen uns fragen: Was kostet es uns, wenn wir nicht handeln.\u201c Allein die Versicherungen rechnen nach der Flutkatastrophe mit Schadenszahlungen von rund f\u00fcnf Milliarden Euro. Dazu kommen noch Kosten von Bund und L\u00e4ndern f\u00fcr Wiederaufbauma\u00dfnahmen an der zerst\u00f6rten Infrastruktur.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kohleausstieg ginge schon zehn Jahre fr\u00fcher<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Handeln m\u00fcssen wir auch beim Ausstieg aus der Stromerzeugung mit fossilen Energien und zwar so schnell wie m\u00f6glich. Der von der Merkel-Regierung beschlossene Ausstieg aus Kohleverbrennung erst in 2038 ist ein b\u00f6ser Witz. Es geht mindestens zehn Jahre fr\u00fcher. Und es m\u00fcssen endlich die Bremsen gel\u00f6st werden beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Merkel-Regierung, aber auch Laschet und S\u00f6der, haben in den letzten zwei Jahren unger\u00fchrt zugeschaut, wie als Ergebnis ihrer Politik zehntausende Arbeitspl\u00e4tze in der norddeutschen Windenergie kaputt gemacht wurden. Das muss ein Ende haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Breite und dynamische Bewegungen schaffen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir die CO2-Emissionen nicht stoppen, wird die Erde in eine Heisszeit abkippen \u2013\u00a0was f\u00fcr Menschen, Tierwelt und Flora katastrophale Folgen haben wird. Gegen die geballte Macht dieser Konzerne und ihrer dienstbaren Politiker helfen keine Appelle an deren Einsicht. Stattdessen kommt es darauf an, breite und dynamische Bewegungen zu schaffen, um effektive Ma\u00dfnahmen gegen den Klimawandel durchzusetzen. Wir brauchen eine entschlossene, radikale Politik, die dem Ernst der Lage gerecht wird. Dabei kommen wir gar nicht darum herum, immer wieder die \u201eSystemfrage\u201c stellen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Systemwandel statt Klimawandel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00d6kosozialismus statt Barbarei<\/strong><\/p>\n<div class=\"pdf24Plugin-cp\"> \t<form name=\"pdf24Form0\" method=\"post\" action=\"https:\/\/doc2pdf.pdf24.org\/wordpress.php\" target=\"pdf24PopWin\" onsubmit=\"var pdf24Win = window.open('about:blank', 'pdf24PopWin', 'resizable=yes,scrollbars=yes,width=600,height=250,left='+(screen.width\/2-300)+',top='+(screen.height\/3-125)+''); pdf24Win.focus(); if(typeof pdf24OnCreatePDF === 'function'){void(pdf24OnCreatePDF(this,pdf24Win));}\"> \t\t<input type=\"hidden\" name=\"blogCharset\" value=\"Cw1x07UAAA==\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogPosts\" value=\"MwQA\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogUrl\" value=\"yygpKSi20tcvLy\/Xy8jPSM3LARK6pXnpqWmZOSWpRSV6KakA\" \/><input type=\"hidden\" name=\"blogName\" value=\"88jPSM3LARK6pXnpqWmZOSWpRSUA\" \/><input 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Hohenlohe-ungefiltert ver\u00f6ffentlicht den Text in voller L\u00e4nge. Kommentar von Paul Michel, Schw\u00e4bisch Hall Der Text entstand auf Grundlage von Diskussionen im \u201eNetzwerk \u00d6kosozialismus\u201c (Kontakt: info@netzwerk-\u00f6kosozialismus.de) Noch nie dagewesenes Ereignis Ende Juni\/ [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28435"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=28435"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28435\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28443,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28435\/revisions\/28443"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=28435"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=28435"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=28435"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}