{"id":28115,"date":"2021-05-29T13:45:44","date_gmt":"2021-05-29T12:45:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=28115"},"modified":"2021-05-29T13:48:44","modified_gmt":"2021-05-29T12:48:44","slug":"ein-kleiner-bauer-bekommt-grossen-einfluss-friedrich-niklas-kreisleiter-der-nsdap-im-oberamt-gerabronn-und-kreisbauernfuehrer-des-kreises-crailsheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hohenlohe-ungefiltert.de\/?p=28115","title":{"rendered":"&#8222;Ein kleiner Bauer bekommt gro\u00dfen Einfluss&#8220; \u2013\u00a0Friedrich Niklas: Kreisleiter der NSDAP im Oberamt Gerabronn und Kreisbauernf\u00fchrer des Kreises Crailsheim"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>&#8222;Ein kleiner Bauer bekommt gro\u00dfen Einfluss \u2013 Friedrich Niklas: Kreisleiter der NSDAP im Oberamt Gerabronn und Kreisbauernf\u00fchrer des Kreises Crailsheim&#8220; lautet der Titel eines Artikels in dem Buch &#8222;Dorf unterm Hakenkreuz \u2013 Diktatur auf dem Land im deutschen S\u00fcdwesten 1933 bis 1945&#8220;. Das Buch wurde 2009 von den sieben regionalen l\u00e4ndlichen Freilandmuseen in Baden-W\u00fcrttemberg herausgegeben. Den Beitrag \u00fcber Friedrich Niklas hat der Kirchberger Journalist Ralf Garmatter geschrieben.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Von Ralf Garmatter, Journalist aus Kirchberg an der Jagst <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nazihochburg Oberamt Gerabronn<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Oberamt Gerabronn, im Nordosten des heutigen Baden-W\u00fcrttemberg gelegen, war zu Beginn der 1930er Jahre eine der Hochburgen der NSDAP-W\u00e4hler in W\u00fcrttemberg. Bei der Reichspr\u00e4sidentenwahl am 13. M\u00e4rz 1932 stimmten im Kreis Gerabronn mit 55,7 Prozent die meisten W\u00e4hler in W\u00fcrttemberg f\u00fcr Hitler. Bei weiteren vier Wahlen bis einschlie\u00dflich 5. M\u00e4rz 1933 stand das hohenlohische Oberamt Gerabronn bei den Naziw\u00e4hlern in W\u00fcrttemberg an vorderster Stelle. Erstmals bei der Volksabstimmung am 12. November 1933 wurde das Oberamt Gerabronn in W\u00fcrttemberg wieder von einem anderen Kreis \u00fcbertroffen. Im Oberamt \u00d6hringen stimmten 99,4 Prozent f\u00fcr die NSDAP, im Oberamt Gerabronn 99,34. (Quelle: 114-seitiger Parteibericht des NSDAP-Kreises Gerabronn, vermutlich aus dem Jahr 1937 von Kreisgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Robert Walter geschrieben; ein R\u00fcckblick auf die Parteigeschichte von 1920 bis 1937; Dokument im Besitz des Autors)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hohe Nazifunktion\u00e4re kamen aus Hohenlohe <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Bev\u00f6lkerung der Region Hohenlohe war gr\u00f6\u00dftenteils evangelisch. Die meisten Menschen lebten von der Landwirtschaft. Einige der prominentesten Nazifunktion\u00e4re W\u00fcrttembergs hatten im Oberamt Gerabronn ihre Wurzeln. So der Stellvertretende Gauleiter Friedrich Schmidt aus Wiesenbach, au\u00dferdem der Wiesenbacher B\u00fcrgermeister Georg St\u00fcmpfig, Gauamtsleiter f\u00fcr Kommunalpolitik und Berichterstatter im Stuttgarter Innenministerium sowie Karl Philipp aus Wittenweiler, Landeshauptamtsleiter III der Landesbauernschaft.<br>Aus dem nahen Tiefenbach im Oberamt Crailsheim stammte Karl Wilhelm Waldmann, von 1933 bis 1945 Staatssekret\u00e4r beim w\u00fcrttembergischen Reichstatthalter Wilhelm Murr. Im benachbarten Schw\u00e4bisch Hall gr\u00fcndete der Gymnasialprofessor Christian Mergenthaler bereits 1922 die NSDAP-Ortsgruppe mit. Mergenthaler war ab 1933 w\u00fcrttembergischer Ministerpr\u00e4sident und Kultusminister. Er hatte auch direkten Einfluss auf die Gr\u00fcnder der 1923 ins Leben gerufenen Ortsgruppe Blaufelden, der ersten im Oberamt Gerabronn. Karl Knauer, ein G\u00e4rtner aus Blaufelden, und erster Propagandist der NSDAP im Oberamt, hatte in Schw\u00e4bisch Hall den \u201eProfessor Mergenthaler\u201c schon vor 1923 pers\u00f6nlich kennengelernt, um \u201evon ihm Ratschl\u00e4ge entgegenzunehmen\u201c (Parteibericht). Diese Ratschl\u00e4ge halfen Karl Knauer und Friedrich Schmidt beim Aufbau des NSDAP-Kreises Gerabronn.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Niklas bedauerte die Aufl\u00f6sung des NS-Kreises Gerabronn<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wichtige Funktionen f\u00fcr den Aufstieg und Machterhalt der Nationalsozialisten im Oberamt Gerabronn hatte Friedrich Niklas aus Riedbach, einer damals selbstst\u00e4ndigen Gemeinde mit rund 450 Einwohnern. Der Ort geh\u00f6rt heute zur Stadt Schrozberg im Landkreis Schw\u00e4bisch Hall. Niklas war von Dezember 1931 \u2013 gleich mit seinem Parteieintritt \u2013 bis ins Fr\u00fchjahr 1934 NSDAP-Ortsgruppenleiter in Riedbach. Von Mai 1934 bis Mai 1937 war er der letzte amtierende Kreisleiter des NSDAP-Kreises Gerabronn. Am 14. Mai 1937 fusionierte der Parteikreis mit dem Parteikreis Crailsheim zum \u201eGro\u00dfkreis Crailsheim\u201c. Gerabronns Kreisleiter Niklas wurde in dieser historischen Stunde im Crailsheimer Schloss sentimental: \u201eAus seinen Ausf\u00fchrungen klang das Bedauern, dass gerade der Kreis Gerabronn, die fr\u00fchere Hochburg der nationalsozialistischen Bewegung, der mit dem Namen Friedrich Schmidt verbunden sei, der Aufl\u00f6sung verfallen musste.\u201c Niklas konnte es nur schwer hinnehmen, dass die NS-Bastion Oberamt Gerabronn, deren Chef er zu diesem Zeitpunkt war, einfach von der Bildfl\u00e4che verschwindet und Crailsheim einverleibt wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Friedrich Schmidt: Trommler und Werber<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aus Sicht der Nazis gab es einigen Grund, stolz auf die Arbeit im NSDAP-Kreis Gerabronn zu sein. In den dazugeh\u00f6renden 35 Gemeinden wurden nicht nur herausragende Wahlergebnisse erzielt, sondern auch einige charismatische F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten geboren. Geradezu euphorisch schreibt der Verfasser des umfangreichen Parteidokuments \u00fcber die herausragenden F\u00e4higkeiten Friedrich Schmidts als politischer F\u00fchrer und Propagandist. F\u00fcr W\u00fcrttemberg, besonders aber f\u00fcr Hohenlohe-Franken und insbesondere f\u00fcr den Kreis Gerabronn sei \u201ef\u00fcr alle Zeiten der Name des unerm\u00fcdlichsten und bef\u00e4higsten dieser Vork\u00e4mpfer, des jetzigen stellvertretenden Gauleiters und Leiters des Hauptschulungsamtes, Friedrich Schmidt, untrennbar mit der Gr\u00fcndung unserer Bewegung verbunden. Er war der Trommler und Werber, der Organisator und Bannertr\u00e4ger unserer engeren Heimat; er ist auch heute noch f\u00fcr seine Mitk\u00e4mpfer der geistige F\u00fchrer, dem sie unverbr\u00fcchlich verbunden bleiben. Voll Stolz verfolgen sie den Weg, den er, \u00fcber den Gau hinaus, hinein ins grosse deutsche Reich getan hat.\u201c (Parteibericht)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Friedrich Schmidt machte NS-Karriere<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der in Wiesenbach, in der heutigen Gemeinde Blaufelden, geborene Lehrer Friedrich Schmidt war ab 1928 erster Bezirksleiter der NSDAP in Hohenlohe \u2013 bis 1930. Im Jahr 1933 wurde Schmidt zum stellvertretenden Gauleiter W\u00fcrttemberg-Hohenzollerns ernannt. 1937 ging er als Leiter des NSDAP-Hauptschulungsamt ins Braune Haus nach M\u00fcnchen, die reichsweite Parteizentrale.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Landsmannschaftliche Kontakte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch Schmidts 1930 eingesetzter Nachfolger als NSDAP-Bezirksleiter in Hohenlohe, der Wiesenbacher B\u00fcrgermeister Georg St\u00fcmpfig, er war ab Oktober 1932 Kreisleiter im Oberamt Gerabronn, machte ab 1934 als Gauamtsleiter f\u00fcr Kommunalpolitik und Berichterstatter im Stuttgarter Innenministerium eine steile Parteikarriere. Beiden halfen in der Landeshauptstadt die guten landsmannschaftlichen, fachlichen und politischen Kontakte zu dem aus dem benachbarten Tiefenbach (Kreis Crailsheim) stammenden Karl Wilhelm Waldmann, der 1933 Pr\u00e4sident des w\u00fcrttembergischen Landtags wurde und von 1933 bis 1945 als Staatssekret\u00e4r beim w\u00fcrttembergischen Reichstatthalter Wilhelm Murr arbeitete. (Michael Ki\u00dfener, Joachim Scholtyseck Hrsg., Die F\u00fchrer der Provinz, NS-Biographien aus Baden und W\u00fcrttemberg, UVK Verlag Konstanz, 1997, S. 683 ff.)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Friedrich Niklas konnte \u00fcber Leben und Tod entscheiden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Verglichen mit den prominenten Nazis aus dem Oberamt Gerabronn und der Region Hohenlohe spielte Kreisleiter Friedrich Niklas in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung \u00fcberregional keine Rolle. Er arbeitete als verl\u00e4sslicher Parteisoldat an der Basis. Der nur 1,59 Meter gro\u00dfe und untersetzte Mann sorgte insbesondere als Kreisbauernf\u00fchrer von 1936 bis 1945 und als Leiter des agrarpolitischen Amts von 1934 bis 1945 f\u00fcr gro\u00dfe personelle Konstanz der regionalen NSDAP in den wichtigen landwirtschaftlichen Angelegenheiten. Das verhalf dem NS-System zu Stabilit\u00e4t in der dieser l\u00e4ndlichen Region.<br>Insbesondere w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs konnte Niklas auch \u00fcber Leben und Tod entscheiden. Von seinem Wohlwollen hing es auch ab, ob ein Landwirt oder ein Knecht zum Kriegsdienst eingezogen wurde oder ob er \u201eunabk\u00f6mmlich gestellt\u201c wurde und verschont blieb.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>NS-Laufbahn von Friedrich Niklas<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Friedrich Niklas war Mitglied folgender NS-Organisationen (Quelle: Spruchkammerakten, Staatsarchiv Ludwigsburg EL 903\/1, B\u00fc 195):<br>\u2013\u00a0NSDAP vom 1.12.1931 bis 1945<br>\u2013\u00a0Sturmabteilung (SA) von 1932 bis 1933<br>\u2013\u00a0Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) von 1934 bis 1945<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00c4mter und R\u00e4nge:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Ortsgruppenleiter in Riedbach von 1931 bis 1934<br>\u2013\u00a0Kreisamtsleiter (Amt f\u00fcr Agrarpolitik) von 1934 bis 1945 (ab 1944 Kreisamt f\u00fcr das Landvolk genannt)<br>\u2013\u00a0Kreisleiter (Anmerkung: im Oberamt Gerabronn) 1934 bis 14. Mai 1937<br>\u2013\u00a0Kreisbauernf\u00fchrer (zuerst im Oberamt Gerabronn, nach dessen Aufl\u00f6sung im neu gebildeten Gro\u00dfkreis Crailsheim) 1936 bis 1945<br>\u2013\u00a0Truppf\u00fchrer der SA 1933<br>\u2013\u00a0Inhaber der NSDAP-Auszeichnung f\u00fcr zehnj\u00e4hrige Dienste.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Enge Kontakte zu Landesbauernf\u00fchrer Alfred Arnold<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zum Landesbauernf\u00fchrer Alfred Arnold pflegte Friedrich Niklas gute, m\u00f6glicherwesie sogar freundschaftliche Verbindungen. Zum Jahreswechsel 1936\/37 schenkte Arnold dem zwei Jahre j\u00fcngeren Niklas mit pers\u00f6nlicher Widmung versehen, das vom Reichsn\u00e4hrstand herausgegebene Buch \u201eDie Ahnen deutscher Bauernf\u00fchrer; Band 34; Alfred Arnold\u201c. Auch Arnold hatte zumindest seit 1914 famili\u00e4re Wurzeln in Hohenlohe. Seither bewirtschaftete er den B\u00fchlhof bei Ingelfingen nahe K\u00fcnzelsau. Dieses landwirtschaftliche Anwesen liegt nur rund 25 Kilometer von Niklas Wohnort Riedbach entfernt. Der 1888 in Ellhofen bei Heilbronn geborene Alfred Arnold wurde 1933 zum Landesbauernf\u00fchrer f\u00fcr W\u00fcrttemberg ernannt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;Riedbach ist vom Zug der Zeit noch wenig ber\u00fchrt&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Niklas Heimatort Riedbach war in den 1930er Jahren ein unbedeutender Flecken an der Kaiserstra\u00dfe zwischen Crailsheim und Bad Mergentheim. Die politische Situation in der damals selbstst\u00e4ndigen Gemeinde am Ende der Weimarer Republik beschrieb der Riedbacher Pfarrverweser Dr. Mistele am 1. November 1932 im Pfarrbericht Riedbach (Quelle: Dokument im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart): \u201eRiedbach ist vom Zug der Zeit noch wenig ber\u00fchrt. Da gibt es noch stolze reiche Bauern, die nicht leicht zu behandeln sind. Parteipolitisch sind sie Nationalsozialisten, im Herzen Demokraten, aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden Bauernb\u00fcndler.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Riedbach war eine der NS-Stimmenhochburgen im Oberamt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zu Beginn der NS-Herrschaft hatten die Nationalsozialisten in Riedbach eine ihrer Stimmen-Hochburgen im Oberamt Gerabronn. Bei der Reichstagswahl vom 5. M\u00e4rz 1933 findet sich Riedbach in der Reihe der NSDAP-Hochburgen des Oberamts Gerabronn mit 87,8 Prozent an dritter Stelle. Das weist auch auf eine erfolgreiche Propagandat\u00e4tigkeit des Riedbacher Ortsgruppenleiters Niklas hin. In W\u00fcrttemberg lag der Kreis Gerabronn mit seinem NSDAP-Stimmenanteil von 71,8 Prozent an erster Stelle. Bei der Volksabstimmung am 12. November 1933 bef\u00fcrworteten 99,34 Prozent der W\u00e4hler des Oberamts Gerabronn die Politik der NSDAP. In Riedbach hat es dabei wie in sechs anderen Orten des Oberamts Gerabronn (B\u00e4chlingen, Hausen am Bach, Hengstfeld, Hornberg, Schmalfelden und Spielbach) bei dieser Wahl keine Nein-Stimmen mehr gegen die Politik Hitlers gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie betrieben das Riedbacher Gasthaus \u201eRoter Ochsen\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als aktiver Landwirt bewirtschaftete der ledige Friedrich Niklas (geboren am 6. August 1895 in Riedbach\/gestorben am 16. Mai 1951 in Blaufelden) in Riedbach mit seinen Schwestern Anna (geboren 1899\/gestorben 1979) und Gertrud (geboren 1901\/gestorben 1985) einen rund 36 Hektar gro\u00dfen Bauernhof. Dazu betrieben die drei unverheiratet gebliebenen Geschwister noch das Riedbacher Gasthaus \u201eRoter Ochsen\u201c, das seit 1986 im Museumsdorf Wackershofen den Museumsgasthof beherbergt. Als h\u00f6chstes j\u00e4hrliches Einkommen aus der Landwirtschaft gibt Niklas f\u00fcr das Jahr 1940 den Betrag von 2460 Reichsmark an. 1933 habe das Jahreseinkommen bei 1520 Reichsmark gelegen. (Quelle: Spruchkammerakte Ludwigsburg).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Am Ersten Weltkrieg teilgenommen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Friedrich Niklas ist am 6. August 1895 in Riedbach geboren. Von 1902 bis 1909 besuchte er die dortige Volksschule. Anschlie\u00dfend lernte er im v\u00e4terlichen Betrieb den Beruf des Landwirts. 1911 und 1912 besuchte er die Landwirtschaftsschule in Schw\u00e4bisch Hall. Er nahm von Juni 1915 als Soldat am Ersten Weltkrieg teil und erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse und das Verwundetenabzeichen. Im August 1916 wurde er verwundet. Nach seiner Genesung kam er sofort wieder an die Front. Sein Vater starb im August 1917 unerwartet an einem Schlaganfall. Friedrich Niklas wurde daraufhin von der Armee beurlaubt und f\u00fchrte den landwirtschaftlichen Betrieb seines Vaters weiter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vor der NS-Herrschaft keineswegs eine verkrachte Existenz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Niklas war vor der NS-Herrschaft keineswegs eine verkrachte Existenz, sondern in seinem Heimatort ein geachteter B\u00fcrger. Von 1923 bis 1945 war er Mitglied des Riedbacher Gemeinderats. Zumindest 1939 sa\u00df der Landwirt auch im Kreisrat.<br>Nach 1918 hat Friedrich Niklas nach eigenen Angaben \u201ewie die meisten Bauern der Gegend demokratisch gew\u00e4hlt. Sp\u00e4ter dann Bauernbund.\u201c Am 1. Dezember 1931 trat er nach einer Veranstaltung, in welcher der NSDAP-Parteigenosse Walz aus Schillingsf\u00fcrst die Rede gehalten hatte in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 814952 \/ In einigen Schreiben des NSDAP-Kreises Gerabronn und der Kreisbauernschaft Crailsheim wird auch die Mitgliedsnummer 814962 verwendet) \u201eim guten Glauben, einen Schritt f\u00fcr meinen schwer gef\u00e4hrdeten Berufsstand getan zu haben\u201c. Fast alle j\u00fcngeren M\u00e4nner Riedbachs seien nach dieser NSDAP-Veranstaltung, die im November 1931 stattgefunden habe, in die Partei eingetreten, schreibt Niklas in seinem politischen Lebenslauf 1947 weiter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gleich zum Ortsgruppenleiter ernannt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das neue Parteimitglied wurde gleich zum Ortsgruppenleiter in Riedbach ernannt, weil er nach eigenen Worten \u201eschon zuvor den landwirtschaftlichen Obmann unterst\u00fctzt hatte\u201c. (Quelle: Spruchkammerakte Ludwigsburg).<br>Was Niklas aus Sicht seiner Parteigenossen zum Ortsgruppenleiter, sp\u00e4ter zum Kreisleiter und zum Kreisbauernf\u00fchrer pr\u00e4destinierte und was ihn pers\u00f6nlich dazu motivierte, ist nicht \u00fcberliefert. Sicher halfen ihm dabei die guten Wahlergebnisse der NSDAP in seiner Heimatgemeinde und der Umstand, dass er als lediger Mann ohne Kinder mehr Zeit zur Verf\u00fcgung hatte als ein Familienvater. Als Gemeinderat brachte Niklas auch schon einiges an kommunalpolitischer Erfahrung f\u00fcr diese \u00c4mter mit. Finanziell war die Parteiarbeit zun\u00e4chst nicht reizvoll. Das Amt des Ortsgruppenleiters war ehrenamtlich, ebenso von 1934 bis 1937 der Posten des Gerabronner Kreisleiters.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Als Kreisbauernf\u00fchrer gab es monatlich 230 Euro<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als Kreisbauernf\u00fchrer hat Niklas aber nicht mehr unentgeltlich gearbeitet. Zu Beginn des Jahres 1938 erhielt er von der Landesbauernschaft W\u00fcrttemberg eine monatliche Aufwandsentsch\u00e4digung von 200 Reichsmark plus einer Zulage von 30 Reichsmark. (Schreiben der Landesbauernschaft an Niklas vom 13. Januar 1938). Aufs Jahr gerechnet entspricht dies noch einmal etwa der Summe, die er als h\u00f6chste Jahreseinnahme w\u00e4hrend der NS-Zeit aus seiner Landwirtschaft angab.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Drei Jahre lang im Internierungslager<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg sa\u00df Niklas vom 9. Mai 1945 bis 16. April 1948 im Internierungslager Ludwigsburg in Haft. Der Inhaftierung durch die amerikanische Milit\u00e4rpolizei hatte er sich zu entziehen versucht. Durch den Hinweis eines Nachbarn sp\u00fcrten die Fahnder Niklas aber im Keller eines Nebengeb\u00e4udes seines Bauernhofs in Riedbach auf. Nach Angaben eines Mannes aus Riedbach, der sich auf fr\u00fchere Aussagen von Niklas Schwestern beruft, hatte sich der ehemalige Kreisleiter und Kreisbauernf\u00fchrer nach dem Ende der Kampfhandlungen im Raum Riedbach in einem gro\u00dfen Mostfass auf dem Gel\u00e4nde des eigenen Hofes versteckt. Dem Hinweisgeber an die Amerikaner war aufgefallen, dass die beiden Schwestern regelm\u00e4\u00dfig Essen \u00fcber den Innenhof ins Nebengeb\u00e4ude getragen hatten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Niklas wollte sich seiner Verantwortung entziehen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Verantwortung f\u00fcr sein aktives Mitwirken an der NS-Diktatur wollte sich Niklas nach dem Zusammenbruch 1945 nicht stellen. Vor der Spruchkammer Ludwigsburg bestritt er sogar, jemals Kreisleiter gewesen zu sein. Dutzende Dokumente beweisen aber das Gegenteil. Die Richter im Entnazifizierungsverfahren konnte Niklas mit seiner Verharmlosungsstrategie nicht \u00fcberzeugen.<br>Die Spruchkammer im Interniertenlager Ludwigsburg stufte Niklas bei der \u00f6ffentlichen Verhandlung am 24. November 1947 als \u201eHauptschuldigen\u201c \u2013 die h\u00f6chste Bestrafungsstufe \u2013 ein. Das bedeutete drei Jahre Arbeitslager, zehn Jahre Berufsbeschr\u00e4nkung und Verm\u00f6genseinzug von mindestens 3000 Reichsmark. Au\u00dferdem musste er die Kosten des Verfahrens sowie 1,80 Reichsmark t\u00e4glich an Haftkosten (ab November 1946) bezahlen. Am 15. April 1948 konnte Friedrich Niklas das Internierungslager wieder verlassen. Er kehrte nach Riedbach zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erfolgreich Berufung eingelegt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gegen das Urteil der ersten Instanz legte der Bauer erfolgreich Berufung ein. In der Berufungsverhandlung vom 2. April 1949 stuften ihn die Richter der Spruchkammer nur noch als \u201eBelasteten\u201c (Bestrafungsstufe 2) ein. Durch die politische Haft habe er die damit verh\u00e4ngten zwei Jahre Arbeitslager bereits verb\u00fc\u00dft, urteilten sie. Die Richter kamen im Berufungsverfahren zu dem Schluss, dass Niklas w\u00e4hrend der Nazi-Zeit \u201ekeine niedere Gesinnung\u201c gezeigt habe. Au\u00dferdem k\u00f6nne ihm \u201ekeine besondere Unterdr\u00fcckung Andersdenkender nachgewiesen werden\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;Blut und Rasse&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zu einer anderen Einsch\u00e4tzung von Niklas als die Richter war der \u201e\u00d6ffentliche Kl\u00e4ger\u201c der Spruchkammer gekommen. Der \u00d6ffentliche Kl\u00e4ger (vergleichbar einem heutigen Staatsanwalt) bezeichnete Niklas in einem Schreiben vom 19. Mai 1947 als \u201eTerrorist \u2013 was er anordnete, wurde durchgef\u00fchrt\u201c. In der Wahl der Mittel sei er nicht zimperlich gewesen, meinte der \u00d6ffentliche Kl\u00e4ger weiter (Spruchkammerakte Ludwigsburg).<br>Den Juden im Oberamt machte Niklas als Kreisleiter schon 1936 das Leben schwer. In einem Brief vom 20. Januar 1936 an alle B\u00fcrgermeister des Oberamts Gerabronn verlangte er von den Rathauschefs der 35 Gemeinden, es sei \u201ebesonders darauf zu achten, dass die Ratsherren und Gemeinder\u00e4te\u201c wegen \u201eihrer Vorbildsfunktion keine Gesch\u00e4fte mehr mit Juden machten\u201c. Geradezu ein \u201eMissbrauch des Vertrauens\u201c sei es, \u201ewenn ein Ratsherr oder Gemeinderat heute noch mit Juden arbeitet\u201c. Einer der \u201efundamentalen Grunds\u00e4tze des Nationalsozialismus sei der \u201eBegriff von Blut und Rasse\u201c, schrieb Niklas im Januar 1936 weiter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;Bei UK-Stellung Parteigenossen bevorzugt&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der Spruchkammerverhandlung 1947 versuchte Niklas aber auch seine Aktivit\u00e4ten gegen Juden zu verleugnen. \u201eIch habe niemand ins KZ gebracht, auch konnten die damals im Kreis wohnenden Juden ungest\u00f6rt ihren Gesch\u00e4ften nachgehen. Mit den Konfessionen hatte ich ein ordentliches Verh\u00e4ltnis.\u201c<br>Der Landwirt Fritz Deeg aus Hilgartshausen warf Niklas bei der Spruchkammer vor, dieser habe ihm 1937 unrechtm\u00e4\u00dfig die F\u00fchrung seines Hofes entzogen. Der F\u00f6rster Fritz Dinkel aus Amlishagen beschuldigte den ehemaligen Kreisbauernf\u00fchrer und Kreisleiter nach dem Krieg, er habe ihn 1936 wegen regimekritischer \u00c4u\u00dferungen bei der Gestapo in Ellwangen gemeldet, was eine Geldstrafe von 80 Reichsmark und Androhung von KZ-Haft zur Folge hatte. Der Bauer Fritz Walther aus K\u00f6nbronn bezeichnete Niklas als \u201ebrutal\u201c. In Bezug auf \u201eUK-Stellung\u201c (unabk\u00f6mmlich f\u00fcr den Kriegsdienst) habe der Kreisbauernf\u00fchrer \u201eseine Parteigenossen besonders bevorzugt\u201c, so Walther weiter. Der Landwirt Friedrich Leidig aus Gerabronn beklagte vor der Spruchkammer, dass auf Veranlassung von Niklas auch sein zweiter Sohn noch in den Krieg musste, obwohl der erste Sohn bereits gefallen war und er mit seiner \u201ealten Frau zwei H\u00f6fe allein bewirtschaften\u201c musste. \u201eMir wollte er die Bauernf\u00e4higkeit absprechen und meine Tochter stand unter politischer Aufsicht\u201c, sagte Leidig. Der Gerabronner G\u00e4rtner Friedrich H\u00f6rrmann gab der Spruchkammer zu Protokoll, dass Niklas ihn von seiner gepachteten G\u00e4rtnerei entfernen und sie einem mit Niklas befreundeten Gesch\u00e4ftsmann \u201ezuschanzen\u201c wollte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;In allen seinen \u00c4mtern ein NS-Aktivist&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das B\u00fcrgermeisteramt Blaufelden beschrieb Niklas in einer Stellungnahme vom 22. April 1947 als \u201eeinen Menschen, der in allen seinen \u00c4mtern als NS-Aktivist bezeichnet\u201c werden k\u00f6nne. Er habe jeden Andersdenkenden missachtet und sei bereit gewesen, diesen das Vertrauen zu entziehen. Bei der Einberufung von Soldaten zum Kriegsdienst in der Wehrmacht habe man die Feststellung machen k\u00f6nnen, dass Parteiabzeichentr\u00e4ger jeglichen Alters immer bevorzugt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>In die Wahlmanipulation 1938 in Langenburg verwickelt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Positive Beurteilungen hingegen erhielt Niklas unter anderem vom Ausschuss der politischen Parteien Riedbach (7. M\u00e4rz 1947), vom B\u00fcrgermeisteramt Riedbach sowie von dem NS-Gegner Friedrich Albrecht aus Eichholz, Gemeinde Riedbach (18. April 1947).<br>Niklas war auch in die Wahlmanipulation vom 10. April 1938 in Langenburg verwickelt. Bei dieser Volksabstimmung wenige Wochen nach dem Anschluss \u00d6sterreichs an das Deutsche Reich war gefragt worden, ob die Menschen mit der Politik Hitlers einverstanden seien. In Langenburg stimmten elf Personen mit Nein. Zwei davon waren das NSDAP-Parteimitglied Erich Gunzenhauser und seine Frau Paula Gunzenhauser aus Atzenrod. Wie die anderen Nein-Stimmer der Gemeinde konnte das Landwirtspaar Gunzenhauser durch manipulierte Stimmzettel ermittelt werden (Pers\u00f6nlicher Bericht von Paula Gunzenhauser und Dokumentation \u201eDie Zerschlagung der Arbeiterbewegung in Gerabronn\u201c des SPD-Ortsvereins Gerabronn). Demnach hatte Langenburgs B\u00fcrgermeister Heinrich Laub veranlasst, die Stimmzettel und Kuverts von seinem Gemeindediener nummerieren zu lassen, um so die Nein-Stimmen zu ermitteln. Die Nein-Abstimmer meldete Laub am 11. April 1938 in einem Brief an die NSDAP-Kreisleitung in Crailsheim. F\u00fcr Erich Gunzenhauser als Parteimitglied hatte diese Denunziation mindestens f\u00fcnf Tage Gestapohaft in Ellwangen zur Folge. Ende April 1938 war er unter anderem im Beisein von Kreisbauernf\u00fchrer Friedrich Niklas im Langenburger Rathaus verh\u00f6rt worden. Paula Gunzenhauser berichtet: \u201eNachmittags wurde dann noch der Kreisbauernf\u00fchrer Niklas aus Riedbach und zwei Gestapoleute aus Ellwangen herbeigeholt. Was da mein Mann alles zu h\u00f6ren bekam, ist nicht zu beschreiben\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Karl Knauer wegen &#8222;sittlicher Verfehlungen&#8220; aus der Partei entlassen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Besonderen Einsatz zeigte Kreisleiter Niklas hingegen als F\u00fcrsprecher seines fr\u00fcheren Parteigenossen Karl Knauer aus dem Oberamt Gerabronn. Zu Beginn der 1920er Jahre war Knauer der erste Aktivist der NSDAP im Oberamt Gerabronn. Knauer, ein G\u00e4rtner aus Blaufelden, war am 1. Februar 1935 auf Grund seiner fr\u00fcheren langj\u00e4hrigen Parteizugeh\u00f6rigkeit \u201eauf Empfehlung des Heilbronner Oberb\u00fcrgermeisters bei der Milchversorgung Heilbronn eingestellt worden\u201c. Die Molkerei erkundigte sich in einem Schreiben vom 26. Juni 1935 \u201ewegen m\u00f6glicher verschiedentlicher Verfehlungen\u201c Knauers vor seiner Anstellung beim \u201eMilchhof\u201c bei der NSDAP-Ortsgruppe Blaufelden \u00fcber den neuen Mitarbeiter.<br>Kreisleiter Niklas antwortete am 9. Juli 1935: \u201eKnauer wurde im Jahre 1932 wegen sittlicher Verfehlungen zu drei Monaten Gef\u00e4ngnis verurteilt. Die Verfehlungen waren derart geringf\u00fcgig f\u00fcr die damalige Zeit, dass sicherlich Freispruch erfolgt w\u00e4re, wenn Knauer nicht Nationalsozialist gewesen w\u00e4re. Die Tatsache, dass ihm von drei Monaten einer geschenkt wurde, beweist zur Gen\u00fcge, dass man vor der \u00d6ffentlichkeit mit der Verurteilung ein Exempel statuieren wollte. Es sollen mit dieser Feststellung nicht die Verfehlungen irgendwie besch\u00f6nigt oder gedeckt werden. Der Ausschluss aus der Partei erfolgte umgehend.\u201c Die Verdienste Knauers um die Bewegung seien aber so gro\u00df, dass Niklas dringend darum bat, \u201eKnauer trotz seiner Verfehlungen, die er ja schwer geb\u00fc\u00dft hat, im Betrieb zu belassen. Ich bin \u00fcberzeugt, dass es unsere alten Parteigenossen mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen, wenn man ihnen sagen kann, dass Knauer ordentlich untergebracht ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Niklas mit Gerabronner Tageszeitung \u201eDer Franke\u201c unzufrieden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unzufrieden war Niklas hingegen mit dem Schriftleiter und Verlagsleiter Adolf Wankm\u00fcller der Gerabronner Tageszeitung \u201eDer Franke\u201c, dem Monopolblatt der Region. Diese Unzufriedenheit mit dem Chef des politischen Propagandainstruments Lokalzeitung machte er in einer Beurteilung an den Reichsverband der deutschen Zeitungsverleger in Berlin vom 27. Februar 1935 deutlich: (\u2026) \u201eSeit 1. Januar 1935 ist Wankm\u00fcller, beziehungsweise der Verlag des Franken wieder aus der NS-Presse ausgetreten.\u201c (\u2026) Weltanschaulich ist Adolf Wankm\u00fcller Liberalist. Als Stahlhelmer sind seine Beziehungen zur Bekenntnisfront unschwer festzustellen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Einstellung Wankm\u00fcllers zur NSDAP bis heute noch nicht so ist, wie dies f\u00fcr den Leiter der NS-Presse w\u00fcnschenswert w\u00e4re. (\u2026) Einem Verbot des Franken wollte Niklas aber \u201eaus N\u00fctzlichkeitserw\u00e4gungen\u201c nicht das Wort reden. \u201eIn einem rein b\u00e4uerlichen Kreis ist die Basis f\u00fcr die Kreispresse doch verh\u00e4ltnism\u00e4ssig klein und das Risiko infolge dessen um so gr\u00f6sser. Nach meiner Auffassung ist das eine Finanzfrage\u201c, meinte Niklas in seiner Stellungnahme weiter. Adolf Wankm\u00fcller konnte als Redaktions- und Verlagsleiter im Amt bleiben. Seine Zeitung \u201eDer Franke\u201c erschien bis ins Fr\u00fchjahr 1945.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schlaganfall 1951 auf dem Blaufeldener Marktplatz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Friedrich Niklas starb am 16. Mai 1951 in Blaufelden im Alter von 55 Jahren. Laut Todesanzeige in der Gerabronner Tageszeitung Hohenloher Tagblatt, dem Nachfolgeblatt von \u201eDer Franke\u201c, vom 17. Mai 1951, f\u00fchrte ein Schlaganfall auf dem Blaufeldener Marktplatz zu seinem fr\u00fchen Tod. Die Lokalzeitung berichtete im redaktionellen Teil ihrer Ausgabe vom 17. Mai 1951 unter der \u00dcberschrift \u201eVom Tod \u00fcberrascht\u201c in nur vier Zeilen vom pl\u00f6tzlichen Tod des fr\u00fcheren NS-Funktion\u00e4rs. In dem kurzen Artikel war von einem \u201eHerzschlag\u201c als Todesursache die Rede. Der Zeitungstext: \u201eDer Bauer Fritz Niklas aus Riedbach erlitt auf dem Marktplatz in Blaufelden einen Herzschlag und brach tot zusammen.\u201c Nur wenige Meter vom Todesort in Blaufelden entfernt hatte sich w\u00e4hrend der NS-Zeit die Kreisbauernschaft Crailsheim befunden, wo Niklas als Kreisbauernf\u00fchrer gearbeitet hatte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>In Riedbach bestattet<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Niklas Leichnam wurde nach Angaben der Kirchengemeinde Ettenhausen-Riedbach am 18. Mai 1951 auf dem Friedhof in Riedbach bestattet. Das Grab besteht nicht mehr. Auf dem Riedbacher Friedhof direkt neben der Kirche ist aber noch das Doppelgrab seiner beiden Schwestern, Gertrud (1979 gestorben) und Anna (gestorben 1985). Beide Schwestern hatten bis zu ihrem Tod in Riedbach gelebt. Friedrich Niklas war wie seine Schwestern nicht verheiratet und hinterlie\u00df wie diese auch keine Kinder. Der Zweig der Familie Niklas in Riedbach ist demnach ausgestorben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Informationen zum Buch &#8222;Dorf unterm Hakenkreuz \u2013 Diktatur auf dem Land im deutschen S\u00fcdwesten 1933 bis 1945&#8220;:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Herausgegeben von der Landesstelle f\u00fcr Museumsbetreuung Baden-W\u00fcrttemberg und der Arbeitsgemeinschaft der sieben regionalen l\u00e4ndlichen Freilandmuseen in Baden-W\u00fcrttemberg. Erschienen im Verlag S\u00fcddeutsche Verlagsgesellschaft Ulm im Jan Thorbecke Verlag 2009. 176 Seiten mit 152 Abbildungen, broschiert, 16,80 Euro, ISBN: 978-3-7995-8044-1<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Internet: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.thorbecke.de\" target=\"_blank\">www.thorbecke.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.landesstelle.de\/publikationen\/museumsfuehrer\/\" target=\"_blank\">https:\/\/www.landesstelle.de\/publikationen\/museumsfuehrer\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.landmuseen.de\/Info-Service-der-Freilichtmuseen-in-Baden-Wuerttemberg\/Veroeffentlichungen\/Dorf-unterm-Hakenkreuz\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/www.landmuseen.de\/Info-Service-der-Freilichtmuseen-in-Baden-Wuerttemberg\/Veroeffentlichungen\/Dorf-unterm-Hakenkreuz<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein Thema \u2013 sieben Ausstellungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jedes der sieben Freilichtmuseen in Baden-W\u00fcrttemberg pr\u00e4sentiert jeweils einen wesentlichen Teilaspekt des Lebens auf dem Dorf in den Drei\u00dfiger und Vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts.<\/p>\n\n\n\n<p>Meist sind bisher in der Forschung eher die Ereignisse in den Gro\u00df- und Kleinst\u00e4dten in den Blickpunkt ger\u00fcckt worden. Doch wie war es eigentlich auf den D\u00f6rfern w\u00e4hrend des Dritten Reiches? War es anders als in der Stadt? Welche Erinnerungen haben die Menschen an die Ereignisse in den D\u00f6rfern? Was k\u00f6nnen die H\u00e4user, die Museumsgeb\u00e4ude aus dieser Zeit erz\u00e4hlen?<\/p>\n\n\n\n<p>70 Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wagen wir verschiedene Blicke in das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. F\u00fcnf der Freilichtmuseen hatten ihre Ausstellung verl\u00e4ngert und auch noch im Jahr 2010 gezeigt. Zu dem gemeinsamen Ausstellungsprojekt ist im Mai 2009 auch eine gemeinsame umfassende Publikation mit zahlreichen Artikeln und vielen bisher unver\u00f6ffentlichten Fotos aus der Zeit erschienen, die im Buchhandel oder bei den sieben Freilichtmuseen erh\u00e4ltlich ist.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.dorf-unterm-hakenkreuz.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.dorf-unterm-hakenkreuz.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das Projekt wurde ma\u00dfgeblich gef\u00f6rdert von der Landesstiftung Baden-W\u00fcrttemberg und vom Ministerium f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-W\u00fcrttemberg \u00fcber die Landesstelle f\u00fcr Museumsbetreuung Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<div class=\"pdf24Plugin-cp\"> \t<form name=\"pdf24Form0\" method=\"post\" action=\"https:\/\/doc2pdf.pdf24.org\/wordpress.php\" target=\"pdf24PopWin\" onsubmit=\"var pdf24Win = window.open('about:blank', 'pdf24PopWin', 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